Ausgabe 
4.10.1918
 
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Keilage zueNeuen Tageszeitung

44

Kummer 234

Samstag, den 5. Oktober 1918

j 11. ?>a!;railny.

Ans meiner Dorfkirche. ^ |

Ich will,

Philipper, Kap. 2, V. 13. Gott ists, der in euch wirkt Beides das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen.

Liebe Gemeinde!

Unser deutsches Volk steht unter einem schweren Druck. Wer yatte es im Jahre 1914 für möglich gehalten, daß eine solche Welle der Niedergeschlagenheit durch unser Volk gehen könne? Wer hatte es für möglich gehalten, daß im Augenblick brennend­ster Gefahr ehrgeizige Gernegroße es wagen könnten, unser Volk im Innern in die schwersten Erschütterungen zu bringen, nur um für sich selbst im Trüben zu fischen? Und schlimmer als das: Wer hätte es zu glauben gewagt, daß unser Volk sich das Treiben dieser Leute gefallen ließe, ihnen z. T. sogar zu­jubelten und ihr Bestes leugnet, die Macht des deutschen Kaiser­tums. der Sehnsucht unserer Vorfahren, des Stolzes unserer Väter zu brechen, für eine Forderung der Zeit halten würde?

Wir fragen uns: Wie ist es möglich, daß das alles so ge­kommen ist? Und wir können wohl eine Antwort finden, aber diese Antwort ist hart, ja sie ist ein schwerer Vorwurf für unser Volk, ja für uns alle! Die Antwort heißt: Unser Volk, wir

alle, oben und unten, haben nicht gewußt, und wisien heute noch nicht, was wir wollen. Um nur ein Beispiel zu nehmen aus der Zeit vor dem Krieg. Mir wollten Frieden, aber unsere Feinde wollten Krieg. Und sie wußten, was sie wollten, und sie setzten alles daran, und sie sagten: wir treibens so lange, bis es Krieg gibt. Das war ein entschlossener Wille, der sein festes Ziel hatte. Wir aber wollten den Frieden oder sagen wir richtiger: Wrr wollten keinen Krieg. Denn wenn wir wirklich Frieden gewollt hätten, dann hätten wir eben sagen müsien: «s kommt uns nicht darauf an. ob es uns im Jahre 100 oder 200 Millionen Mark mehr kostet, wenn wir unsere Feinde damit zwingen können, daß sie Frieden halten. Und wir sind über­zeugt. wenn wir so gesprochen und gehandelt hätten, dann hät­ten wir heute noch Frieden. Statt dessen erhob sich großes Ge­schrei. wenn nur fünf oder zehn Millionen mehr fürs Jahr ge­fordert wurden, eine Summe, die wir heute in einem Kriegs­tag hingeben nicht weil wir wollen, sondern weil unsere Feinde uns dazu zwingen! So ist der Mille unserer Feinde Herr geworden über unsere Willenlosigkeit.

Und wie ists heute? Geht doch einmal durch Dörfer und Städte und fragt Mann und Frau, bist du bereit, alles was du hast und kannst, Leib und Leben, Bequemlichkeit und Vergnügen. Geld und Gut, kurz alles, dranzugeben, um unsere Feinde zu zwingen, daß sie Frieden machen müsien? Ach. ihr wißt. die. die solchen entschlossenen Millen haben, die kann man an den Fingern herzählen, die anderen aber sagen: man muß. es läßt sich nicht ändern, man muß sich fügen. mit einem Mort: unser Volk ist groß im Leiden und Dulden und Tragen, aber es hat keinen Willen, es weiß nicht, was es will. Was wird aus einem Menschen, der nicht weiß, was er will? Daß wir heute noch keinen Frieden haben, wir sagen es offen heraus, das liegt da­ran, daß unser Volk heute noch nicht oben und unten den Mil­len ausgebracht hat: Mir wollen unsere Feinde rücksichtslos

und mit allen Mitteln zum Frieden zwingen, wie sie uns rück­sichtslos zum Krieg zwingen.

Wir hören die Frage: Was hilft es, wenn ich einzelner auch will, wenn doch alle anderen nicht wollen? Ach. unser Bibelwort spricht doch eine mutigere Sprache: Das spricht

überhaupt nicht von den andern, das sagt: Gott ist es, der euch beides gibt, das Wollen und das Vollbringen. Hier liegltz: ein rechter Wille kann nur aus einer rechten Gottesfurcht kom­men. Unsere Feinde haben ihren Gott und mit welcher Rück­sichtslosigkeit dienen sie ihm. Nur daß es nicht Gott im Himmel ist. sondern der Gott Mammon. Wir aber, wir wisien nicht wem wir dienen sollen. Mit Gott zu brechen, dazu haben wir den Mut nicht, denn wir wisien. daß wir ihn immer wieder nötig haben, aber von Gott Mammon mögen wir auch nicht lasien. sein Gold lockt uns. Wir wollen gern fromm und gut sein, aber wir wollen auch gern ein gutes Leben führen und reich werden. Und so tun wir das schlimmste, was es gibt, wir dienen zwei Herren und schwanken hin und her. wie ein Rohr im Winde. Es gibt nur eine Rettung aus dieser Rot: Daß wir uns klar entschließen- wir wollen Gott dienen? Ihm al­lein! Denn uns dem Gott Mammon zu verschreiben, haben wir doch kein Verlangen.

Und nun nochmals die Frage: Was hilft es. wenn ich

allein will und die anderen nicht? Aber so heißt es \a gor nicht? Gott ist es, der un? beides- gibt, das Wollen und das Vollbringen E i n entschlosiener Mann mit festem Willen und mit Gott ist stärker als die ganze Welt. Du sagst- mein ganzes Dorf wird gegen mich sein? Ich sage: wenn Gott mit

dir ist. wirst du stärker sein, als dein ganzes Dorf.

Lieber Mitchrist, ich wollte, ick könnte dir das in? Herz hlneinbrennen. daß es dich nicht mehr lo^ieße bis du mit ent- fchlosienem Willen dich dnrchrängest: Mit Gott, ich will?

Dann wäre dir. wäre uns allen g Amen.

Pfiiii n>' ! r kn Feind im lande -Men.

Man schreibt uns:

Die Bemühungen unserer Feinde, das deutsche Volk von innen heraus durch geistige Verhetzung, also durch Flugblätter, durch falsche wilde Gerückte und Ausstreuungen zu zermürben und uneinig zu machen, bleiben, wie es scheint, dock nicht ganz ohne Erfolg, denn es ist keine Seltenheit, daß man da und dort die Redensart zu hören bekommt: ..Es wäre gar kein Fehler,

wenn man die Franzosen einmal hereinlasien würde, dann hätten wir mehr zu esien." Die Leute, die solche Worte im Munde führen, sind sich offenbar gar nicht bewußt, was es heißt, den Feind im Lande zu haben, und somit dürfte es wohl angebracht fein, denselben einmal wieder vor Augen zu fuhren, welche Folgen die beiden Rusieneiniälle in Ostpreußen 1914/15 gezeitigt haben. Nach amtlicher Darstellung sind damals in Ostpreußen nicht weniger als 24 Städte, etwa 600 Dörfer und 300 Güter ganz oder teilweise zerstört worden. Dabei sind 34 000 Gebäude durch den Krieg vernicklet und mehr als 100 000 Wohnungen geplündert worden, und die dadurch ungerichteten Schäden umfasien die ungeheure Zahl von 275 000 Wirtschaften Aber dieser, lediglich an Vermögen erlittene Schaden wäre noch nicht das Schlimmste, denn Hab und Gut zu verlieren und als Bettler dazustehen, dies vermag der Mensch noch zu überwinden, denn er kann ja schließlich auch wieder von vorne anfangen, wenn es auch schwer bält. aber die ungeheuren Opfer an Men­schen und Gesundheit, welche diese Rusieneinsälle gekostet haben, die sollten denn doch eine nicht mißzuverstehende Sprache reden gegenüber denjenigen, welche da sagen:Es wäre gar kein

Fehler, wenn man die Franzosen einmal hereinlasien würde, dann hätten wir mehr zu esien", denn die Rusien haben nicht weniger als etwa 2000 Männer, Frauen und Kinder erschlagen und niedergemetzelt oder nach grauenvollen Mißhandlungen und

Schandungen schwer verstümmelt. Weiter haben die Rusien nicht weniger als 10 700 Menschen der bürgerlichen Bevölkerung nach Sibirien verschleppt, von denen eine ungeheure Zahl in diese« unwirtlichen Gebieten an Krankheiten und Hunger elend zu­grunde gegangen sind. Von der unglücklichen Bevölkerung Ost­preußens mußten etwa 400 000 Menschen Heimat. Haus und Hof in eiliger Flucht verlassen und tage- und wochenlang den Unbilden der Witterung ausgesetzt auf freiem Felde näcktiaen. um westwärts zu kommen, weil Eisenbahnen und Landstraße« für die Beförderung der Heere und ihre Bedürsnisie benötigt wurden. Der gesamte Sachschaden, der durch diese Rusienein- fälle in Ostpreußen entstanden ist. dürfte laut omtl'cker Mit­teilung im preußischen Abgeordnetenhause etwa \ X A Milliarde« betragen.

So also steht es dort aus, wo man den Feind im eigene« Lande gehabt hat und in Ostpreußen wird es sicher keinen ein­zigen Menschen geben, der den verräterischen Wunsch äußer« wird:Es wäre gar kein Fehler, wenn man die Rusien ein­mal hereinlasien würde, dann hatten wir mehr zu esien". denn in Ostpreußen erstarrt den Leuten das Blut in den Adern, wenn sie an die Zeit der Rusieneinsälle denken, und da wird wob! auch die Frage jetzt berechtigt fein: Gibt es bei uns wirklich

einen einzigen vernünftig denkenden Menschen, der angesichts der unsäglichen Rot und des unbeschreiblichen Elends das da­mals über Ostpreußen hereingebrochen ist. noch den Wunsch zu äußern vermag:Es ist gar kein Fehler, wenn man die Fran­zosen einmal hereinlasien würde, dann hätten wir mehr zu est^n"? Es gibt zwar allerdings auch Leute, die da faoen: ..Es ist gar nicht so schlimm mit den Franzosen, die werden uns nichts tun." Ja. diese Leute haben eben gar keine Ahnung davon, mit welch unauslöschlichem Haß die Franzosen gegen das deutsche Volk beseelt sind, weil man bei uns den Haß gegen feinen Nächsten oder gegen ein fremtes Volk gar nickt kennt untz weil unser deutsches Volk von Haufe aus friedliebend und friede fertig ist. was dem deutschen Volke zur böcksten E^re aereickt. oder gegenüber dem Haß der Feinde, welcken sie schon mitbti Muttermilch einsaugen, und der schon dem kleinsten Kinde iw der Schule eingepflanzt wird, sich auf deren Menschlichkeit « berufen, dies ist denn doch eine unveneiblicke Irrung. Es mag deshalb daran erinnert werden, doß die Franzosen. Er länder und Amerikaner die wildesten Völkerschaften aus ihrerL überseeischen Besitzungen herbeigeschleppt haben, um die eherne Mauer unserer tapferen Feldgrauen mit Hilfe di-ster Milde« mederznreißen, und wenn ihnen dies gelänge, fo würden schwarze, rote, braune, gelbe und weiße Horden sick über die deutschen Fluren, über die deutschen Städte und Dörker ergie­ßen, und wie viel da dann noch von einem Stein aut dem an» dern und wie viel Menschen da noch am Lebne blieben, wen« diese Wilden, denen ein Menschenleben überbanvt nichts n : Tt, auf unsere Bevölkerung losgelasien würden, die? möaen sich die­jenigen einmal ernsthaft vor Augen stellen, welche Redensarten im Munde führen wie: ..Es wäre gar kein Fehler, wenn nm

die Franzosen einmal hereinlasien würde, dann bähten wir mehr zu esien." Aber wenn unsere Feinde auch keine Menschenfresser auf uns loslasien würden, so würde doch der Haß und die Ber» nichtungswut der Franzosen keine Grenzen kennen, wenn sie bei uns im Lande wären, denn es ist doch ganz klar, daß die Fran­zosen. deren Gebiete durch ihre eigenen Kanonen und durch ibre eigenen Landsleute und durch die sonstigen Kriegsnotwendig' leiten dem Erdboden gleichgemackt sind, daß diele Franrose'- ek'ne Vergeltung üben würden, die jeder Beschreibung spottet Wissen wir doch, daß zu Anfang des Krieges bei gefangener

Herzenskampfe.

-Roman von Helene Schütky, geb. von 6 (Copyright 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.)

9) Nachdruck verboten

Frieda mußte ihr im Stillen Recht geben. Ach. sie fand ja ganz dasselbe, wenn sie es auch nicht so backfischmäßig hinaus­schrie, wie ihr Schwesterlein. Sie liebte Reinhold, seit sie ihit vor zwei bis drei Jahren zuerst gesehen hatte, mit jener ersten liefen wahren Liebe, die nur einmal im Leben von einem Frauenherzen Besitz ergreift und die fo selten zum wirklich glück­lichen Ziele führt. Es batte Zeiten. Augenblicke gegeben, wo ihr Herz vor froher Hoffnung höher schlug, wo sie glaubte, Nein- holds Liebe erringen zu können, denn er fühlte eine herzliche Sympathie' für das schöne, liebenswürdige Mädchen. Er ver­kehrte gern und freundschaftlich mit ihr, ihr gänzlicher Mangel an Koketterie berührte ihn sehr angenehm und ließ ihn glauben, hier ganz ohne Gesahr sich ganz natürlich geben zu dürfen. Lei­der war er im allgemeinen durch mehr oder minder verliebtes Entgegenkommen der Damen gewohnt, sehr vorsichtig sein zu müssen. Aber es war bis jetzt ein brüderliches Gefühl geblie­ben, ja oft pflegte er zu sagen:

..Ach, gnädiges Frä-'.lein, wenn Sie wüßten, wie sehr Sie Mich an meine Schwester Lotte erinnern, ja eigentlich auch an die kleine Lilly? Nicht äußerlich, denn Sie sehen ganz anders aus. Aber in Ihrem Wesen ist auch etwas so Reines, Klares, Liebes und Verständiges, daß es einem selber ganz wohl und mollig wird, wenn man bei Ihnen ist. > Sie könnten ganz gut meine dritte Schwester sein."

Frieda lächelte fast schmerzlich. So lieb das klang und so wohl es ihr tat. ihm doch wenigstens etwas zu sein, so erkannte sie 'doch instinktiv, trotz ihrer mangelnden Erfahrung in Liebesan- gelegenheiten, daß diese Betonung des brüderlich-schwesterlichen Verhältnisies keine gute Aussicht für ihre heimlichen Wünsche bedeutete.

Ihren Eltern wäre Germshoff als Schwiegersohn sehr will­kommen gewesen, da fie vermögend genug waren, um ihren bei­den Dichter« auch vermögenslos« Gatte« gestatte« $u können.

Seine militärische Tüchtigkeit, seine günstigen Avancements- Aussichten. sein guter ehrenhafter Charakter hätten sie leicht über den Mangel hinwegsehen lasien. Da er aber keine ernsten An­stalten machte, sich um Frieda zu bewerben, so glaubten sie. den Gedanken daran aufgeben zu müsien, und ahnten nicht, daß ihre schöne, verwöhnte Aelteste eine , tiefe Liebe zu ihm im Herzen hege, die sie verhinderte, den Bemühungen der andern Männer, die ihre Gunst zu erlangen suchten, Beachtung und Würdigung zu schenken.

Mitten in das Gespräch der jungen Mädchen erklang der schrille Ton der elektrischen Hausglocke. Gleich darauf wurde an die Tür geklopft und auf dasHerein" Friedas trat die Jungfer mit einem großen Strauß prachtvoller dunkelroter Ro­sen herein. Der an Fräulein Frieda von Trontheim adressierte Briefumschlag enthielt eine Visitenkarte des Leutnants Gustav von Naundorfs.

Schon gut, schon gut?" sagte Frieda glel», % und legte den Strauß achtlos auf den Tisch. Ach, was nützten ihr die Aufmerksamkeiten anderer, da er der einzige, sich nicht um sie kümmerte? Leutnant Naundorfs war ihr zwar, als fein näch­ster Freund, lieber wie die übrigen, ja er war ihr bis zu einem gewisien Grade sympathisch, so daß sie ihn nicht ungern in ihrer Nähe duldete. Auch war es so angenehm, mit ihm immer von Neinhold sprechen zu können, der seinen Freund neidlos liebte und bewunderte und nie müde wurde, über ihn und seine wun­derbaren Eigenschaften zu reden. Welche Wonne war es für das liebende Mädchen, ihren Helden auch von anderer Seite so verherrlicht zu scheu!

Käthe sprang wie elektrisiert auf. rannte zum Tisch, wo die Rosen lagen, ergriff sie lachend und versenkte ihr hübsches Stumpfnäschen hinein.

Ach, wie entzückend! wie reizend!" rief sie lustig.Dieser Duft! Diese Farbe! Nein, wahrhaftig, zu schön! Du, das ist aber ein lieber Mensch, der Leutnant Naundorfs! Ich wollte, er hätte mir auch einen Strauß geschickt."

Nimm ihn doch für dich. Kleinei Ich brauche ihn nicht!" sagte Frieda ruhig.

^^.Aber. böre. RiUti. Jd>m könnt« tiSn jnt End« kränken, wenn

du seine schönen Blumen, mit denen er dir doch eine Freud« machen wollte, verschmähst oder verschenkst, was doch eigentlich dasselbe ist."

Darüber wird er sich eben trösten müsien, der gute Naun­dorfs," erwiderte Frieda kühl.

Fritzß ich begreife dich nicht?" sagte Kätbe. ibre Schwe­ster erstaunt betrachtend.Wenn ich mir vorstelle, ich bekam« einen solchen Prachtstrauß geschickt, so wäre ich außer mir vor Freude; ich finde etz großartig, bewundert und gefeiert zu wer. den. du aber machst dir gar nichts daraus und bist fo ruhig, so kühl wie ein Fisch."

Ach. Kind, früher hat es mir auch Spaß gemacht, ab-r dar ist schon lange, lange her!" sagte Frieda seufzend, als wäre st« schon wer weiß wie alt.Doch du hast recht. Naundorfs ist wirk­lich ein ganz netter Mensch; er nimmt es auch sicher nicht übel, wenn du seine Rosen trägst. Es ist doch bester, als wenn fie ganz nutzlos verwelken, und zu deinem dunkeln Haar und wei­ßen Kleid werden sie sehr hübsch aussehen."

Ja, wenn du meinst, daß es geht, fo nehme ich sie wirklich!" entgegnete Käthe ganz vergnügt.Weißt du. es macht sich doch ganz pompös, wenn ich gleich auf meinem ersten Ball mit einem großen Bouquet erscheine. Das gibt einen Hauptspaß! Marie Wefternhagen und Life Recke werden platzen vor Neid und Neugier. Aber er wird doch nichts ausschwatzen, dein Naun, dorff? Das wäre nämlich sehr dumm und würde mir den gan­zen Jux verderben!"

Frieda mußte über die drollige Naivität ihres Schwester­chen lachen.

Nein, da kannst du ruhig sein. Dazu ist er viel zu sehr Kavalier. Auch können wir ihn ins Vertrauen ziehen, beste» er vollkommen würdig ist", beruhigte Frieda ihre Besorgnis.

Ach. wäre ich nur auch so schön wie du. Fritzi. oder wt< Fräulein Antelmann, von der jetzt alle Welt spricht!" rief Käthe verlangend, die sich ihres eigenen frischen Reizes, ihrer pikanten Anmut noch nicht bewußt war.Es muß himmlisch sein, den Männern allen die Köpfe zu verdrehen, daß sie mit Vergnügen einander «mdUngen» wie die Ritter der schöne» .Srtnzesst« Tnrandot,*' /Fortjetzung folgte!