Einzelbild herunterladen

Angesichts dieser Lage fallt uns die Strophe eines arten Studentenliedes ein:

Wie sich die armen Toren plagen!

Für sich erst! dann fürs Vaterland!

Während der Feind mit eisernem Hammer vernehmbar an unsere Tore klopft, wahrend unser Verbündeter, die Türkei, in den letzten Zügen liegt, und der andere Verbündete, der Bul­gare, sich zum Abfall anschickt, kochen die Herrn Parlamentarier an der Not des Vaterlandes ihr Par'e süpplein. Und es klingt wie Hohn, wenn dieFrankfurter Zeitung", das zukünftige Or­gan der Neichsregierung, verkündet, daß das Volk auf den Reichstag hoffe, daß er es aus den Wirren führen werde. Das wahrhaft deutsche Volk.hat längst aufgehört, auf den Reichstag zu hoffen und es sieht in der heute beliebten Lösung nur den Aniang vom Ende!

Wie sich die Dinge weiter gestalten sollen, können wir am ehesten aus derFrankfurter Zeitung", in der ja die Fäden der Wirrnisse zusammenlaufen, ersehen. Wir lesen dort:

Berlin. 30. Cept. 10.55 N. Die heutigen Besprechungen beim Vizekanzler v. Paper mit den Parteiführern ergaben Klarheit dabin. daß ein Koalitionsministerium aus Vertretern aller Parteien der gegenwärtigen politischen Lage nicht ent­sprechen würde, daß vielmehr das neu zu bildende Ministerium aus Mitgliedern der Mehrheitsparteien unter Zu­ziehung der Nationalliberalen bestehen solle. Für diese Lösung sprachen sich die Vertreter der Mehrheitsparteien und der Ratio- nalli^eralen aus.

Das neue Ministerium wird auf der Grundlage des Pro­gramms sieben, das die Mehrbeitsparteien während der letzten Tage für die zu befolgende Innen- und Außenpolitik verein­bart haben. Ueber die Personenfragen sind Entscheidungen bis zur Stunde noch nickt gefallen.

Tie letzten Vorgänge.

Berlin, 30. Sept. Nachdem Reichskanzler Gras Hertling aus dem Amte geschieden ist, können auch die bereits von uns angedeuteten letzten Vorgänge vor seiner Reise zum Kaiser offener als bisher besprochen werden. Die Sozial­demokraten und die Fortschrittliche Volkspartei forderten seit langem die Aufhebung des Artikels 9 der Verfassung, um auf diese Weise die Parlamentarisierung der Regierung auch im Deutschen Reiche möglich zu machen. Die Nationalliberalen Unterstützten dieses Verlangen in ihren neuen Richtlinien. Im Zentrum gab es zunächst noch eine Gruppe, die an dem Artikel 9 festhalten wollte, und zwar hauptsächlich mit Rück­sicht darauf, daß sich Graf Hertling gegen die Aufhebung fest­gelegt habe. Am letzten Samstag sprach sich nun die inter­fraktionelle Konferenz unter Zustimmung des Zentrums für die sofortige Beseitigung des Artikels 9 der Verfassung aus. ebenso einigten sich die Mehrheitsparteien dahin, die sofortige staatsrechtliche Neuregelung Elsaß-Lothringens zu verlangen. Ueber diese interfraktionelle Besprechung wurde ein Sitzungs- Protokoll ausgenommen, und dieses wurde dem Reichskanzler Grafen Hertling vor seiner Abreise zum Kaiser überreicht. Zweifellos wird dieser gemeinsame Beschluß des Zentrums, der Fortschrittlichen Volkspartei und der Sozialdemokraten auf den Reichskanzler den stärksten Eindruck gemacht haben. Dazu kam, daß ihm nabestebende Parteifreunde Fehrenbach und Groeber, davon Mitteilung machten, daß das Zentrum unter der Wucht der Ereignisse seinen Rücktritt für notwendig halte.

Die parlani'-ntarilche Krise.

In der Presse der Mehrheitsparteien werden die Vorgänge in Bulgarien zum Anlaß genommen, eine baldige Einberufung des Reichstages zu verlangen- Uns scheint, daß es kaum ein ungeeigneteres Mittel zur Beruhigung des deutschen Vol­kes geben konnte als eine vorzeitige Einberufung des Reichs­tags. Sie würde aber nickt nur in Deutschland, sondern auch bei unseren Bundesgenossen. namentlich auch in Bulgarien, da- ' hin gedeutet werden, daß wir bereits mit einer Verschlechterung ! der Lage rechnen demnach auch den Bemühungen, die Stim- ! mung und Lage in Bulgarien wiederherzustellen, mindestens , "ichl förderlich fein. Es kommt im Augenblick doch wohl für das deutsche Volk alles darauf an, gegenüber dem Gang der Dinge auf dem Balkan Ruhe und Festigkeit zu zeigen: dazu gehört aber auch das Unterlasten jedes Schrittes, der dahin ge­deutet werden könnte, daß man an der Aufrechterhaltung des Bündnisses mit Bulgarien verzweifele.

Inzwischen werden die Verhandlungen der bürgerlichen Mehrheitsparteien mit der Sozialdemokratie fortgesetzt, und es gewinnt immer mehr den Anschein als ob das Zentrum geneigt > sei. stck bedenklichsten.Folgerungen der Sozialdemokratie zu unterwerfen. Linksstehende Blätter glauben ferner zu der An­nahme berechtigt zu fein, daß auch die no"m-ml« liberale Neichs- lagsfraktion in ihrer letzten Sitzung bereit Beschlüsse in ähn­licher Richtung gefaßt habe! Es heißt, die Na/ionattiberalen wollten alsbald mit einer wichtigen politischen Kundgebung hervortreten Man wird doch wohl abwarten müsten. wie wett diese Behauptungen sich als zutreffend erweisen. Um so mehr als die Sozialdemokratie jetzt mit Entfchiednheit den baldigen Abgang des Reichskanzlers Grafen Hertling verlangen soll.

Das Verlangen nach einem baldigsten Wechsel tm Reichs- kanzleramt tritt jcM in den Treibereien der Krisenmacher mit bemerkenswerter Sckärie hervor, man bält offenbar diese Tage vermehrter nationaler Sorge für besonders günstig, um die kielendes politischen Machthungers zu erreichen. Für die Eeistes- -eriastung, die in den Kreisen der Krifenmacher herrscht, ist es vezelchnend, daß einzelne Blätter sogar die Rückberufung des Herrn von Vethmann-Hollweganregen" zu sollen glauben; als * Volk die Kanzlerschaft dieses Reichsverderbers

?7 * CUCt . Semig bezahlt hätte! In Zusammenhang mit

rlfZ lTJ% Z Z\ BeWin , ni bQ§ ^-langen nach Embe-

rufung des Reichstags ein noch bedenklicheres Gesicht; es ist wohl kaum zu bezweifeln, daß man vom Reichstagsplenum noch etuen stärkeren Druck die Negierung erhofft als vom Haupt. Ausschuß.

Die Frage aber, wohin wir treiben, wenn cm den entschei­denden Stellen nicht endlich der Entschluß zu einer kraftvollen und klaren Führung gefaßt wird, gewinnt von Tag zu Tag ein dringlicheres und ernsteres Aussehen.

Die Kage in Bulgarien.

König Ferdinand an Kaiser Wilhelm.

Berlin, 30. Sept. Ebenso wie an den Kaiser Karl von Oesterreich-Ungarn hat der Zar Ferdinand auch an den Deut- schen Kaiser ein Telegramm gerichtet, worin er das treue Festhalten an dem geschlossenen Bündnis gelobt. Trotzdem muß die politische Entwicklung in Bulgarien mit all dem Ernste beurteilt werden, den der Schritt des bis jetzt noch regierenden Ministeriums Malinow verdient.

Daß Ferdinand von Bulgarien kein Verräter werden würde, wußten wir. Nach neueren Nachrichten weilt übrigens Zar Ferdinand nicht in Oesterreich, sondern er hält sich noch in Sofia auf, nur seine beiden Töchter befinden sich in Oesterreich. Mit der Erklärung des bulgarischen Zaren wird die Lage nidyt geklärt, denn bekanntlich macht man auf dem Balkan wenig Umstände mit Fürsten, die sich dem Willen ehrgeiziger Politiker nicht fügen. Wiener Blätter wissen zwar zu berichten, daß sich in Sofia ein starker Wider- stand gegen Malinow geltend mache. Um die Person des früheren Ministerpräsidenten Nadoslawow sollen sich alle be­sonnenen d bulgarischen Politiker sckraren. Sre seien ent­schlossen, in der am Montag zu eröffnenden Sobranje den Karnpf gegen das übereilte Vorgehen Malinows aufzu. nehmen. Welche Tendenzen dieser Kampf haben wird, läßt sich noch nicht beurteilen. Immerhin ist bezeichnend, daß die Opposition gegen den Frieden um jeden Preis stärker wird.

Der in Berlin weilende bulgarische Schriftsteller Dr. Dimitriew Straschmiroff, der vor einigen Jahren in der Sobranje eine führende Rolle spielte, äußerte sich über die Lage in Bulgarien wie folgt: Die innere Lage bereitet mir keine Sorge. Das Vorgehen Malinows, der der ausge sprochenste Opposittonelle unter unseren Politikern ist, kann als Ergebnis eines unruhigen Augenblicks angesehen werden Im Grunde hatte er vielleicht die Absicht, Zeit zu gewinnen. Und nun gibt es nur einen Ausweg: die gefunden Teile der bulgarischen Front so rasch wie möglich durch Einsetzen von Truppen der Verbüdeten zu festigen, weil in der Sobranje eine Mehrheit von entschiedenen Anhängern des Vierbundes sitzt.

Drr drohende Abfall Bulgariens.

Es ist nicht so einfach, für das Vorgehen Bulgariens eine vollwertig« restlose Erklärung zu linden, sich aus den Gedanken, gang einzustellen, daß dieser Verbündete, auf den wir in Deutsch­land allesamt so große Stücke gehalten, dem wir von der ersten Stunde an die ganze Warmberzigkeit aufrichtigster Zuneigung entgegengebracht in der entscheidenden Stunde von uns ab- fpringen soll. Daß das Gefühl einer herben Enttäuschung vor­herrscht. ist selbstverständlich, aber die Dinge erfordern auck, daß man ihnen auf den Grund geht, daß wir auch da wieder lernen müffew nüchtern politisch zu denken. Und da handelt es sich zunächst lediglich um die vielleicht etwas grausame, aber unbe­dingt notwendige Erkenntnis der Gründe, die Bulgarien zum Eintritt in den Krieg an der Seite der Mittelmächte geführt haben. Das war nicht Liebe und Zuneigung zu uns Deutschen, wie wir sie dem bulgarischen Volke wahrend seiner letzten Kriege mit der Türkei und dann mit Serbien. Griechenland und Ru­mänien entgegengebrackt haben, sondern es war ausschließlich das bis zum höchsten Egoismus, wie er in der Politik herrschen soll, ausgeprägte Nationalge'übl, das Verlangen nach der Ver­einigung der bulgariscken Stämme, nach einem Großbulgarien und in fast gleickem Maße auch das Rachebedürfnis gegenüber Rumänien, das damals, im zweiten Balkankrieg, dieselbe Aas­geierpolitik trieb wie diesmal und dem hart kämpfenden und zu glänzenden Erfolgen gekommenen Bulgarien in den Rücken fiel, es um die Erfolge seiner blutig erkauften Siege brachte und ihm noch kampttos die Dobrudscha abnahm.

Um bei dem letzteren zu bleiben: die unbefriedigte Lösung der Dobrudschafrage in dam durch das österreichische Drängen übereilten Frieden von Bukarest hat die erst« ernstliche Ver­stimmung zwischen Bulgarien und seinen Verbündeten, d. h. den Mittelmächten geschaffen. Wie tiefgreifend diese Unzufrieden­beit war. hat ja der unmittelbar auf den Friedensschluß gefolgte Wechsel in der Regierung gezeigt, der an Stelle Radoslawows. des treuen und überzeugten Freundes der Mittelmächte. Mali­now. den Demokratenführer und Ententefreund. an die Spitze brachte, der uns nun die Suppe eingebrockt hat. Im Zusam­menhang mit der Dobrudschafrage steht weiterhin die strittige Gebietsregelung zwischen Bulgarien und der Türkei. Der letz­teren sollte Bulgarien, wie bekannt, einen kleinen Streifen des Maritzagebietes, den sie ihr im letzten Kriege abgenommen und besten Besetzung durch Bulgarien die Türkei in Adrianopel in unerträglicher Meise bedrängte, wieder herausgeben als An­erkennung für die von der Türkei den Vulgaren im Feldzug gegen Rumänien geleistete Hilfe. Um diesen Ausgleich leichter schassen zu können, war eben der Nordteil der Dobruidscha Bul­garien noch Vorbehalten worden. Das starre Festhalten Bul­gariens an seinem erstrebten Besitzstände hat den Ausgleich bis­her verhindert, das Drängen der Mittelmächte aber Bulgarien gegenüber, der Türkei das kleine. wohlverdiente Zugeständnis zu machen, die Bersttmmung in Bulgarien mit wachgehalten.

Nach Westen hin aber war Bulgarien vollauf gesättigt. Die Niederwerfung Serbiens, zu der die Mittelmächte gewiß keinen geringen Teil beigetragen, hat weite, von bulgarischen Stam­mesgenosten bewohnte Gebiete Serbiens bezw. Mazedoniens in bulgarischen Besitz gebracht. Verblieb ihm dieser auch nur zum wesentlichen Teil Zugeständnisse an Serbien mußte es in Kauf nehmen, sonst konnte es keine Hoffnung auf erfolgreiche Verhandlungen setzenjo war sein nationaler Ehrgeiz befrie­det, es konnte leine Kriegstettncchme mit einem groben Gewinn

abschließen und der rriegsmuden. weil durch die voraufgsgana* nen Dalkankriege noch hart mitgenommenen Bevölkerung der Frieden wieder geben, ohne diesen allzu teuer bezahlt zu haben dazu gehörte freilich, daß die Entente Bulgarien das Der.

\ sprechen gab. daß ihm die serbischen bezw. mazedonischen Ge- biete in der Hauptsache belasten wurden. Dieser Umstand macht es nicht nur zur Wahrscheinlichkeit. sondern fast zur Gewißheit daß die bulgariscke Negierung tatsächlich seit längerer Zeit mir der Entente in Unterhandlungen gestanden hat. Gerüchte da- rüber gingen schon lange um. aber man bekam keinen richtigen Einblick in die wirklichen Vorgänge. Sicher ist jedenfalls, daß die Entente es an weitgehenden Versprechungen nickt hat feh­len lasten: darin ist sie ja Meister; wundern kann man stck höchstens, wie die bulgarische Negierung, die doch die ganz. Verkommenheit und Falschheit der Entente von allem Anfan. an erkannt hatte sonst hätte Bulgarien ja schon früher der Lockungen nachgeben können auf diesen vergifteten Köder an- beißen konnte. Darüber hat man noch am wenigsten Klarheil und dieser Umstand läßt auck noch die Hoffnung zu. daß der einsichtigere Teil der Bevölkerung, des Parlaments, sich dock noch gegen den Verrat an den Mittelmächten auflehncn wird nicht aus moralischen Erwägungen, daß die noch irgend eine Rolle spielen können. d«s Glaubens sollten wir uns nach der. Lehren des Krieges doch endlich entscklagen. sondern lediglick aus Gründen der Vernunft, der rein praktiscken Erwägung Denn darüber sind wir uns doch klar, daß die Entente Ver­sprechungen. die sie jetzt Bulgarien auf Kosten Serbiens machen würde, nie und nimmer halten würde, selbst wenn si« dazu im stände wäre: da geht ihr denn dock Serbien vor. das von der ersten Stunde an auf ihrer Seite gestanden. Deshalb könnte e- nicht nur sehr leicht, sondern würde mit unfehlbarer Sicherstes' so wert konimen. daß Bulgarien diesmal noch weit mehr un di« Früchte seines Kampfes betrogen würde, als dies im zwei­ten Dalkankriege der Fall war.

Das sind im wesentlichen die rein praktischen Gesichtspunkte von denen aus wir bei dem gegenwärtigen Stand die ganie Sachlage zu beurteilen haben. Die etwaigen Folgen, die ssck airs einem Abfall« Bulgariens ergeben könnten, kommen jetz- noch nicht in Frage, und demzufolge auch nickt die Maßnahmen seitens Deutschlands und Oesterreich-Ungarns, die im qeg«benen Falle mit raschester Entschließung geiaßt und größter Talkrott durchgeführt werden müßten. Wir glauben, bei rüstiger unk nüchterner Ueberlegung wird sich die bulgariscke Reaierung auck darüber klar werden und erkennen, daß die Mittelmächte na­mentlich auch mit Rücksicht auf die Türkei und iiberst""pt dt« gesamten Ostfragen, den Dingen nicht einfach ihren Lauf lasten könnten.

Wilson über den Uollerbnnd.

Haag. 29. Sept. Die holländischen Blätter bringen zu bet gestrigen Rede Wilsons folgende Ergänzung: Der Völker­

bund kann jetzt nicht ins Leben gerufen werden, denn dann wäre er nur eine neue Allianz und würde auf Nationen beschränk' bleiben, die gegen einen gemeinschaftlichen Feind vereinigt sind Es ist auch nicht wahrscheinlich, daß er nach dem Frieden zustande kommen wird. Es ist nötig, den Frieden zu garantieren, aber der Fried« kann nicht nachträglich gw..stiert werden. Um mia deutlicher auszudrücken: Der Grund, warum er garantiert wer den muß. ist der. daß sich bei den über den Frieden verhandeln- den Parteien solche befinden, deren Wort nicht mehr zu trauen ist. und es müsten Mittel gefunden werden, im Friedensnertrag die Quelle der Unsicherheit zu verstopfen. E§ wäre töricht, dies? Garantien einer späteren freiwilligen Aktion der Regierungen zu überlasten. Wir haben gesehen, wie Rußland vernichtet und Rumänien betrogen wurde. Aber diese allgemeine Voraus, setzung gibt noch keine Klarheit. Es find Einzelheiten nötig, die die Frage klären. Nachstehend einige Einzelheiten, und ick gebe sie im Vertrauen, daß sie den Absichten der Regierungen entsprechen und den Auffastungen. die sie von ihren Pflichten gegen den Frieden haben.

1. Aus der erforderlichen unparteiischen Gerechtigkeit ergib' sich, daß kein Unterschied gemacht werden darf zwischen denen, gegen welche wir gerecht und gegen welche wir nicht gerecht zu sein wünschen. Es muß eine Gerechtigkeit geben, die keine Günst­linge kennt, sondern nur gleiche Rechte für die verschiedenen Volker.

2. Kein Spezial- oder besonderes Intereste einer Nation oder einer Gruppe von Nationen, bas nicht vereinbar ist mit dem Jntereste aller, darf Grundlage eines Teils der Regelung sein

3. Es können keine Völkerbündniste oder besondere Verträge oder Uebereinkünfte bestehen in der allgemeinen Familie des Völkerbundes- Es könsten keine besonderen wirtschaftlichen Ver­einbarungen in dem Völkerbund bestehen. Es darf keine Art wirtschaftlichen Boykotts angewendet werden. e§ sei denn als Strafe durch Ausschluß von dein Weltmarkt, die der Völkerbund selbst als Mittel zur Disziplin auferlegt.

4. Alle internationalen Übereinkommen und Verträge ir. gendwelcher Art müsten vollständig veröffentlicht werden.

Die besonderen Bündniste und die Konkurrenz sind bisher eine reiche Quelle von Plänen gewesen, die zum Kriege geführt haben. Ein Friede, der sie nicht völlig ausschließt, würde un­aufrichtig und unsicher sein. Das Vertrauen, mit dem ich vor dem Volk spreche, entspringt nicht aus der Ueberlieferung allein, sondern auch aus den bekannten Grundsätzen internationalen Handelns, nach denen wir immer gelebt und die wir stets be> folgt haben. In dem gleichen Hinne, in dem ich erkläre, daß die Vereinigten Staaten keine besondere Regelung oder Ueber» einkunst mit einzelnen Nationen schließen werden, kann ich auch sagen, daß die Vereinigten Staaten vollkommen bereit sind, ihren vollen Anteil zu übernehmen an der Verantwortung für die Ausführung der Abkommen, auf die der Friede in Zukun^ gegründet sein muß.

Japan nnd England.

Der Krieg hat zwei Bundesgenossen Englands so mächfig gemacht, daß die Engländer üe allmählich au fürchten be*