nicht denken, sondern an ihrem Programm der Macht- und Kraftvermchtung des Deutschen Reiches nichts geändert haben und solange auch nichts andern werden, wie sie die Hoffnung haben, gang oder zum Teil zu ihrem Ziele zu gelangen.
Valsour betont in seiner Rede, daß er für sich persönlich spreche. So wird vielleicht die offizielle Antwort der Entente einige Nuanzen mehr enthalten, mber in der Hauptsache gibt Natürlich Balfour den Standpunkt der Westmächte wieder. Val- fours hauptsächliche Punkte, von denen er sagt, daß bei dem augenblicklichen Stande der Dinge über sie durch Besprechungen kein Ergebnis zu erreichen sei, sind die folgenden: nicht nur
restlose Wiederherstellung Belgiens und seiner Unabhängigkeit, sondern auch Entfchcidlgmrg, außerdem Entschädigung Serbiens, ferner läßt Balfour keinen Zweifel darüber, daß Deutschland Elsaß-Lothringen und noch anderes deutsches Gebiet abtreten müsse und drittens, daß es seine Kolonien unter keinen Umständen zurückerhalten werde. Er schließt damit, daß dieser Vorschlag den Frieden nicht bringen könne und Besprechungen erst einen Zweck hätten, nachdem „das Hauptquartier, der Kaiser, der Kanzler, der Vizekanzler oder der Reichstag bereit find, aus- richtig zu sein oder wenigstens bereit zu einer Lösung sind, die in Uebereinstimmung mit dem ist, was unsere Alliierten für die Sache der Gerechtigkeit, der Zivilisation, des Rechtes und des Friedens halten." Wir brauchen dem kein Wort hinzuzufügen. Es ift nichts Neues, sondern, wie wir immer gesagt haben, bleiben die Ziele der Entente und der Vereinigten Staaten die gleichen. Hier kommt nur noch hinzu, daß Balfour erklärt, selbstverständlich wurden sich die Alliierten auch die durch Deutschland im Osten geschaffenen Zustände nicht gefallen lassen, und die dort gemachten Verträge auflösen, und, wie wir hinzufügen, bleibt hinsichtlich Polens und der Herstellung eines polnischen Reiches auf Kosten Preußens das Ziel ebenfalls das alte.
Unter den obwaltenden Umständen und entsprechender Ausnutzung kann man sich vielleicht Gutes von den Wirkungen des Vorschlages des Grafen Burian auf die Erkenntnis und den Willen im Deutschen Reich, möglicherweise auch in Oesterreich- Ungarn versprechen. Das ist aber auch die einzige Seite einer erfreulichen Wirkung. Im übrigen mutz man auch vom Standpunkte einer von Oesterreich-Ungarn aus richtig beurteilten Opportunität dem Vorschläge verständnislos gegenüberstehen.
Die Mehrheitsparteien in Deutschland beeilen sich aber, diese schöne Gelegenheit für die innerpolitische Taktik auszunutzen und verlangen stürmisch den Zusammentritt des Reichstags. Der Abgeordnete Gothein will die „fast ausschließlich von alldeutschen Offizieren geführte militärische Verwaltung" in den östlichen Gebieten durch eine „geordnete Zivilverwal- tung" ersetzen und dort Volksvertretungen auf breiter demokratischer Grundlage schaffen, auch den Zusatzvertrag des Vrest- LitowZker Vertrages nur bewilligen, wenn alle jene Länder ihre Beziehungen zu Rußland und zu Deutschland selbständig regeln. Vor allem scheint die demokratische Presie gegen die von Finnland gewünschte Regelung seiner neuen Staatsform Sturm zu laufen. Der „Vorwärts" verlangt, daß der Kaiser feinem Schwager die Annahme der finnischen Krone untersage, und bezeichnet in kindlichem Eifer „die Fortsetzung des finnischen Abenteuers als die schlimmste Störung der österreichischen Friedensaktion." Den Gipfel (für dieses Mal) der Arroganz erreicht der „Vorwärts", indem er als Hauptgrund für den sofortigen Zusammentritt des Reichstages die „militärischen Ereignisie" bezeichnet. Man möchte anscheinend die gegenwärtige militärische Lage benutzen, um Hrndenburg unter Kontrolle 5U stellen.
Sehr komisch ist die vielfach gerade in der Mehrheitspreffe auftretende Entrüstung über den österreichischen Vorschlag; man sollte doch an die eigene Verzichtsresolution und an soundsoviele Angebote denken. Jetzt aber so zu tun, als ob der Vorschlag eine sonst vorhandene Möglichkeit, zu einem Verständigungsfrieden zu gelangen, verdorben habe, ist ebenso naiv wie die feurige Aufforderung der sozialdemokratischen Presse: Nun sei es Sache des Deutschen Reiches, den österreichisch-ungarischen Friedensschritt kräftig und inhaltreich zu unterstützen.
Wie die Dinge liegen, müssen sie unseres Erachtens mit denkbarer Kühle und Skepsis nach allen Seiten hin beurteilt und gewertet werden. Dann läßt sich, wie gesagt, vielleicht gerade recht Gutes daraus machen. Freilich gehört dazu eine feste Hand und ein Wille, der sich nicht beirren läßt dadurch, daß die Reichslagsmehrheit und ihre Presse den Terror verkünden und vielleicht versuchen, die Verkündung zu verwirklichen.
Schwarze Amerikaner.
Wilson will hinter seinen Verbündeten nicht zurückstehen — zu den farbigen Engländern und farbigen Franzosen kommen jetzt die schwarzen Amerikaner. Auch die Vereinigten Staaten, trotz ihrer fabelhaften Millionen an Menschenmale- rial, glauben also nicht mit Weißen allein auszukommen. Die Neger Amerikas müssen her, die seit vielen Generationen unter den Segnungen westländischer Kultur gelebt und auch den letzten Rest kriegerischen Geistes verloren haben, den ihre ohnehin unkriegerische Rasse einst besessen hat. Freilich, sie sind ja amerikanische Bürger wie jeder Amerikaner, ob er nun englischen, französischen oder deuffchen Ursprungs ist, und es gehört zu Ihren Bürgerrechten, daß sie fürs Sternenbanner das Leben in Ae Schanze schlagen diirsen?
Ganz konsequent ist Onkel Sam in der Gleichstellung seiner ßhwarzen und weißen Söhne allerdings nicht. Wie in der Heimat, so bleiben auch im Felde die Neger hübsch für sich, und so ein Negerbataillon hat nur einen einzigen Weißen — ba§ ist sein Kommandant.
Kinde,iburg itu das Deer.
Berlin, 19. Sept. Folgender Erlaß des Eeneralfeldmar- fchalls v. Hindenburg an das Feldheer wird bekannt:
Die österreichisch-ungarische Regierung hat allen Kriegführenden vorgeschlagen, zur Herbeiführung des Friedens zu un
verbindlichen Besprechungen in ein neutrales Land Vertreter zu entsenden. Die Kriegshandlung soll dadurch nicht unterbrochen werden. Die Bereitschaft zum Frieden widerspricht nicht dem Geist, in dem wir den Kampf um unsere Heimat führen. Schon im Dezember 1916 hat der Kaiser, unser oberster Kriegsherr, mit seinen Verbündeten den Feinden den Frieden angeboten. Mehrfach hat seitdem die deutsche Regierung ihre Friedensbereitschaft bekundet. Die Antwort aus dem feindlichen Lager war Spott und Hohn. Die feindlichen Regierungen peitschen ihre Völker und Heere weiter auf zum Vernichtung-« kampf gegen Deutschland. So führen wir unfern Verteidigungs- kampf weiter. Unsere Verbündeten haben nun einen neuen Vorschlag gemacht, in Besprechungen einzutreten. Der Kampf soll dadurch nicht unterbrochen werden. Für uns gilt es also, weiterzukämpfen. Das deutsche Heer, das nach vier siegreichen Kriegsjahren prachtvoll die Heimat schirmt, muß unsere Unbesiegbarkeit dem Feinde beweisen. Nur hierdurch tragen wir dazu bei, daß der feindliche Vernichtungswille gebrochen wird. Kämpfend haben wir abzuwarten, ob der Feind es ehrlich meint, und ob er zu Friedensverhandlungen bereit ist, oder ob er wieder den Frieden mit uns zurückweist und wir ihn mit Bedingungen erkaufen sollen, die unseres Volkes Zukunft vernichten.
Aufruf!
„Es wird das Jahr stark und scharf hergehn. Aber man muß die Ohren steif halten, und Jeder, der Ehre und Liebe fürs Vaterland hat, muß alles daran setzen." Dieses Wort Friedrich des Großen müssen wir uns mehr denrf je vor Augen halten. Ernst und schwer ist die Zeit, aber weiterkämpfen und wirken müssen wir mit allen Kräften bis zum ehrenvollen Ende. Mit voller Wucht stürmen die Feinde immer aufs neue gegen unsere Front an, doch stets ohne die gewollten Erfolge. Angesichts des unübertrefflichen Heldentums draußen sind aber der Daheim- gebliebenen Kriegsleiden und Entbehrungen gering. An alles dies müssen wir denken, wenn jetzt das Vaterland zur 9. Kriegsanleihe ruft. Es geht ums Ganze, um Heimat und Herd, um Sein oder Nichtsein unseres Vaterlandes- Daher muß jeder Kriegsanleihe zeichnen!
Pom Felde
der Ghre.
Friedberg. Leutnant der Reserve Willy Meißinger.ber seit 1911 ununterbrochen im Felde sicht, wurde mit dem Eisernen^ Kreuz erster Klasse ausgezeichnet.
Friedberg. Fritz Ballin-Oppenheimer in einem Lazarett in Palästina, erhielt den Roten Halbmond.
Ans der Heimat.
Nnrimmeldrrirgeu für elektrische Beleuchtungsanlagen. Der Petroleummangel veranlaßt die Elektrische Ueberland- Anlage noch Neuanmeldungen auf Hausanschlüsse für elektrische Beleuchtungsanlagen entgegenzunehmen. Näheres ist aus der betr. Bekanntmachung in der heutigen Nummer zu ersehen.
FC. Schotten, 20. Sept. Der Kreis hat bestimmt, das anj den Kreisstraßen geerntete Obst selbst zu ernten und an die un- - versorgten Verbraucher des Kreises derart zu verkaufen, datz, soweit der Vorrat reicht, auf jeden Verbraucher eine entsprechende Menge entfällt. Der Nachahmung sehr zu empfehlen.
FC. Herchcnhain, 20. Sept. Bei der Eemeindeschafherde ist die Räude festgestellt worden.
Erünberg, 21. Sept. Wegen Verheimlichung von Getreide- vorräten hatte sich der Eutspächter P. vom Warthof bei Erünberg zu verantworten. Er war vom Schöffengericht zu 3000 M. Geldstrafe verurteilt worden, gegen welches Urteil er Berufung eingelegt hatte. Er bestritt seine Schuld und wurde dabei von zweien seiner Leute nachdrücklich unterstützt, die behaupteten, datz der Raum, wo die nach der Anklage verheimlichte Gerste lagerte — es handelt sich um 61 Zentner Gerste und 1 Zentner Weizen — offen und für jedermann im Hofe zugänglich gewesen sei. Die Gendarmen aber behaupteten, datz die Türe zu diesem Raum auf dem Speicher neu aus der Bretterwand herausgeschnitten und dann wieder zugenagelt worden sei. Das Gericht konnte sich nicht von der Unschuld des Angeklagten überzeugen und verwarf die Berufung kostenpflichtig.
FC. Vom Main, 19. Sept. Eine Versuchsfahrt mit Personen-Kraftwagen mit Ersatzbereifung, wird von der Inspektion der Kraftfahrtruppen unternommen. Hierbei wird die Strecke Würzburg-Afchaffenburg-Frankfurt berührt.
Aus Starkcnburg.
FC. Seligenstadt, 18. Sept. In der einzigen Gemeinde im hessischen Maintale, in der Nachbargemeinde Klein- Welzheim die seit Jahrzehnten den Tabakbau aufrecht erhalten hat ist die Tabakernte in vollem Gange. Die Landwirte sind mit der Ernte sehr zufriden. Man rechnet nach dem hessischen Morgen (2500 Quadratmeter) einen Ertrag von 7—8 Zentnern Tabak. Das bedeutet bei einem voraussichtlichen Preis von 120—125 Mark pro Zentner eine Einnahme von annähernd 1000 Mark für den Morgen.
FC. Groß-Gerau, 19. Sept. Wegen unerlaubten Verkehrs mit Kriegsgefangenen wurde die Fabrikarbeiterin Elisabeth Roß von Bischofsheim vom hiesigen Schöffengericht zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche verurteilt.
Klein-Wclzheim, 21. Sept. Die Tabakernte ist hier, wo als ? einzige Gemeinde weithin im hessischen Maintale der Tabakbau * seit Jahrzehnten aufrecht erhalten wurde, in vollem Gang. Man
rechnet auf den hessischen Morgen (2300 Quadratmeter)' einen Ertrag von 7 —8 Zentner Tabak. Das bedeutet bei einem voraussichtlichen Preis von 120 bis 125 Mark pro Zentner eine Eirrrrahme von annähernd 1000 Mark pro Morgen. Die Landwirte sind mit der Ernte sehr zufrieden.
Aus Hessen.Nassau.
FC. Wiesbaden, 19. Sept. (Ein übereifriger Hilfsfeldschuhe). Am 6. Juli kamen fünf Mädchen aus der Fabrik und gingen einen Feldweg von Schierstein über Schloß Freudenstein nach Dotzheim. In der damaligen Zeit wurde trotz der Feldhüter eine Unmenge von Sachen von den Feldern gestohlen. Der Hilfsfeldhuter Erich Bernhardt hatte es sich zur Aufgabe ge- macht, die Feldfrevler dingfest zu machen. So auch an diesem Abend. Er rief die Mädchen an, forderte sie auf, den Feldweg zu verlassen. Da die Mädchen sich weigerten, faßte er die Arbeiterin Luise Müller von Dotzheim am Arm, verlangte ihren Namen, schüttelte sie tüchtig und als er hierdurch immer noch nichts erreichte, nahm er seine Flinte, spannte den Hahn und legte mit den Worten: „Wenn ihr nicht sofort vom Wege fort geht, habt ihr alles, was hier gestohlen worden ist, zu zahlen, und wenn Du mir Deinen Namen nicht sofort sagst, schieß ich Dich zusammen", an. Das Mädchen brach vor Angst und Aufregung zusammen und mußte von ihren Freundinnen nach Hause gebracht werden. Heut stand Bernhardt wegen Mißbrauch seiner Amtsgewalt vor den Schöffen. Anscheinend ist der Angeklagte, der sonst von seiner Behörde in jeder Weise ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt bekommt, leicht erregt, denn bereits Ende Juni zur Kirschenzeit hatte Bernhardt das Mißgeschick, als er zwei Kirschen strenzende Buben vom Schiersteiner Kirschenfeld verjagen wollte, den einen mit einer Ladung kleinerer Bleispritzer zu verletzen, wahrend er dem anderen Jungen das eine Auge so schwer verletzte, daß es auslief und herausgenommen werden nnrßte. Die Schöffen berücksichtigten, datz der Schütze ein pflichtgetrener Beamter und noch unbescholten unk den Feldzug mitgemacht und nahm ihn in eine Gefängnisstraf' von drei Tagen.
FC. Idstein, 19. Sept. In eine Geldstrafe von 400 Mk. nahm das hiesige Schöffengericht die ledige M. R. aus Ketternschwalbach, weil sie sich mit einem bei demselben Land- lmrt untergebrachten Kriegsgefangenen in intimen Verkehr eingelaffen hatte. Strafmildernd kam in Betracht, daß der Russe der Angeklagten Heiratsversprechnngen gemacht hatte.
FC. Wetzlar, 18. Sept. Laut Beschluß der Generalversammlung vom 16. d. M. hat sich der hiesige Ziegenzuchtverein, der keine geeigneten Räumlichkeiten für seine Zuchtbockstation finden konnte, aufgelöst. Das Vermögen des Vereins geht in das Eigentum der Stadt über.
FC. Montabaur, 18. Sept. Auf eine Eingabe des Vorstandes der hiesigen gewerblichen Fortbildungsschule an die Kgl. Elsenbahndirrktion in Frankfurt a. M. ist von letzterer ange- ordnet worden, daß Schülern der gewerblichen Fortbildungsschule in Montabaur an Sonntagen zum Besuch des Unterrichts Fahrkarten auch über die zulässige Höchstzahl und an den Nachbarstationen verausgabt werden. Die Ausgabe der Fahrkarte ist von der Vorzeigung eines Ausweises abhängig gemacht.
FC. Limburg, 20. Sept. Auf der am 25. September in Limburg stattfindenden 93. Generalversammlung des Vereins Ras- säuischer Land- und Forstwirte wird außer den geschäftlichen Mitteilungen eine Besprechung kriegswirtschaftlicher Fragen stattfinden und Qandrat von Heimburg-Wiesbaden über die Errichtung einer Preußischen Forschungs-Gesellschaft für Landwirtschaft berichten. Eine Wahl für die ausscheidenden Direk- torial-Mitglieder: Landes-Oekonomierat Ott-Rüdesheim. Landwirt Wilhelm Stritter-Biebrich, KreiZtierarzt Pitz-Eltville Oberforstmeister a. D. von Ulrici-Wresbaden und für den verstorbenen Landwirt Philipp Knapp-Hof Gnadenthal bei Dauborn wird angenommen.
FC. Biebrich, 18. Spt. In der letzten Zeit mehren sich die Klagen, datz Jugendliche unter 17 Jahren die hiesigen Kinos besuchen. Es wurden dieserhalb auch mehrere Jugendliche an« gezeigt. Auch Kriegsgefangene wurden im Kino beobachtet. Hierdurch machen sich die betreffenden Arbeitgeber strafbar.
FC. Marienberg, 18. Sept. Wegen Unzuverlässigkeit wurden die Oelmühlen von Friedrich Görg in Mündersbach und Heinrich Klöckner in Hirschfeld geschlossen. — Der ehemalig» Kommandeur eines nassauischen Landwehr-Regiments, Majot und Regimentskommandeur Haupt, wurde mit dem Orden Pourl le merite ausgezeichnet.
Ans der Pfalz.
FC. Neustadt n. d. H., 19. Sept. Im Malzschiebekc Prozeß gegen den Direktor der Meisenheim-Schmeißbacher Aktienmälzerei Theodor David wurde der Angeklagte wegen eines fortgesetzten Vergehens gegen die Bundesratsver^ ordnnng zu einer Geldstrafe von 5000 Mk. verurteilt. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, daß Malz ein Gegenstand des täglichen Bedarfs ist, daß aber der Angeklagte den übermäßigen Gewinn für erlaubt gchalten und sich damit in einem entschuldbaren Irrtum befunden habe. Hiergegen legte der Amtsanwalt sofort Berufung ein.
FC. Aus der Pfalz, 18. Sept. Einem Landwirt in Friedelsheim wurden von 140 Weinstöcken Trauben im Werte von 800 Mark abgeschnitten. — Um das Feuer durch nach- gießen von Petroleum zu fördern, goß die in den 50er Jahren stehende Frau des Ackerers Joseph Hey in Oberroterbach Petroleum in dasselbe. Die Unvorsichtige erlitt so schwere Verletzungen, daß sie denselben bald erlag. — In Kaisers-- lautern verstarb eine in ärmlichen Verhältnissen lebende Witwe. Nun bekam eine entfernte Verwandte in Würzburg die Nachricht, daß ihr eine Erbschaft in Höhe von 80000 Mark, die im Strohsack vorgefunden wurden, zugefallen sei.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyner, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung, A- G., Friedberg j. ß,


