Vernichtung eines franröstschen UI-Kootrs.
Wien, 21. Sept. Das Kriegsministerium, Marinesek- tron teilt mit: Eines unserer U-Boote versenkte am 20.
September frühmorgens von Kap Redoni (nördlich Du- razzo) ein großes französisches U-Boot mit Torpedoschuß. Außer dem zweiten Offizier dieses U-Bootes, Fregatten- jeutnant Eugen Lapeyre konnte niemand gerettet werden.
Ein britischer Monitor explodiert.
Haag, 22. Sept. Reuter meldet aus London: Die Admiralität teilt mit, daß am 16. September ein britischer Monitor durch eine innere Explosion im Hafen gesunken ist. Ein Offizier und 19 Mann sind tot, 57 Mann werden vermißt. Es wird vermutet, daß sie gleichfalls umgekommen sind.
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Dam Zerkrreg.
Kopenhagen, 21. Sept. (WB.) Wie die „Berlingske Tidende" meldet, sind in den letzten Tagen zahlreiche Minen an der jüt- ländischen Westküste angetrieben. Allein auf der kurzen Strecke zwischen Hanstholm und Klittmaeller liegen zwanzig Minen. Die angetriebenen Minen werden nun zur Explosion gebracht.
Rotterdam, 21. Sept. (WB.) Der „Maasbode" meldet: Der norwegische Dampfer „Eyller" (553 Raumtonnen) ist vermutlich in der Nacht vom 9. September gesunken. Der Segler „Kurier" ist ebenfalls gesunken.
MgtrmlM ans Karlsruhe
nn) LlldWßghafcn.
Karlsruhe, 21. Sept. Amtlich wird gemeldet: Ver
flossene Nacht wurde Karlsruhe zweimal von feind- lüben Fliegern angegriffen, welche, durch unser Fakfeuer gezwungen, ihre zahlreichen Bomben wahllos abwarfen. Bedauerlicherweise wurden vier Personen, darunter eine schwer verletzt. Von den Verletzten hatte sich wiederum ein Teil trotz rechtzeitigen Alarms beim Abwerfen der Bomben noch auf der Straße befunden. Der entstandene Sachschaden ist gering.
Weiter wird amtlich berichtet: Verfiosiene Nacht wurde Ludwigshafen wiederum zweimal von feindlichen Fliegern angegriffen, wobei eine große Anzahl Bomben abgeworfen wurde. Durch den vorzüglichen Flakschutz wurden beide Angriffe vollkommen abgeschlagen. Es wurde weder Personen- noch Sachschaden verursacht.
Die Schlacht im Westen.
Gescheiterte Angriffe der Engländer und Franzose«.
Berlin» 20. Sept. (MTB. Nichtamtlich.) Den am 18. September unter schweren Verlusten zuscrmmengebrochenen Durch- bruchsverfuch zwischen Eambrai und St. Quentin haben dte Eng- länder und Franzosen am 19. September am nördlichen Teile der Angriffsfront nicht wiederholt. Es kam lediglich zu starken Teilangriffen. Am Morgen wurden die Engländer südwestlich Villers-EuiZlain abgewiesen. Um 11 Uhr versuchten sie im Abschnitt Epehy-Lemcire unter starkem Tankeinfatz vorzugehcn. Nachdem eine größere Anzahl Tarcks vernichtet war, machen die übrigen kehrt und die englische Infanterie flutete in ihre Ausgangsstellung zurück. Am Nachmittag scheiterten Teilangriffe bei Gouzeaucourt. Ein Angriff, der sich am Gauche-Walde vorbereitete, wurde von dem zusammengefatzten deutschen Ar- tillerieseuer zerschlagen. Teilvorstöße nordöstlich Hargicourt blieben im deutschen Maschinengewehr- und Jnfanteriefeuer liegen. Bei um 7.15 Uhr abends wiederholten starken Angriffen zwischen Epehy und Lemcire konnten sich die Engländer lediglich in Lemcire festsetzen.
Auf dem südlichen Teil der Angriffsfront, vom Omignon- Bach bis an die Somme, gingen Engländer und Franzosen nach starkem, um 5 Uhr morgens einfetzenden Feuer zum geschloffenen Angriff vor. Von dem deutschen Artilleriefeuer bereits in der Entwicklung gefaßt, wurde die feindliche Infanterie auf der ganzen Front unter empfindlichen Verlusten in ihre Ausgangsstellungen zuruckgeworfen. Um 12 Uhr mittags schickten die Engländer und Franzosen von neuem tiefgegliederte Angriffswellen vor. Wiederum wurden alle Angriffe abgeschlagen. Mit Handgranaten stießen deutsche Sturmtrupps dem weichenden Gegner nach, säuberten die Widerstandsnester vor den deutschen Linien und brachten Gefangene und eine größere Anzahl Maschinengewehre zurück. Bei Effigny-le-Grand gelang es, die deutschen Linien zu verbeffern.
Zwischen Ailette und Aisne ist ein zwischen 6 und 7 Uhr korgetragener eigener Angriff westlich Iouy mit einem französischen zusammengestoßen. In hartnäckigen Kämpfen wurden die Franzosen zurückgeworfen.
Deutsche Infanterie im Kampf.
Berlin, 20. Sept. (WB.) Ein Beispiel für die Geschicklichkeit und Tapferkeit, mit der die deutsche Infanterie vor der Siegfriedstellung kämpft, bilden die Gefechte bei Moeuvres, das die Engländer bereits zu Beginn des Monats als genommen meldeten. Mehrfach verstanden es deutsche Stoßtrupps, in die von den Engländern besetzten Dorftrümmer vorzudringen, die Engländer schwer zu fchäd- digen und Gefangene zurückzubringen. Am 16. September wurden in Moeuvres 1 Offizier und 50 Mann gefangen. Als die Engländer abends schwerstes Feuer auf den Ort legten, wichen die schwachen deutschen Postierungen an dem Ostrand ans. Die von den Engländern zur Eroberung des Torfes angesehten starken Kräfte, stießen ins Leere. Nicht weniger glänzend schlagen sich die deutschen Truppen zwi- sck^n Ailette und Aisne. Am Abend des 18. September stießen südlich der Straße Laffaux—Chavignon Offizier- stcllvertreter Schönfeldec und Vizefeldwebel Lüdecke mit acht Mann in die französischen Stellungen vor und brachten einen Offizier und 80 Mann gefangen zurück.
Mtt deutsche Widerstand.
xjet „Temps" meldet, Haß die amerikanische Armee zwischen Maas und Mosel angehalten worden und daß der deutsche Widerstand aus der ganzen Front stark fühlbar sei. Im allgemeinen stehe die Front. Besonders heftig sei der deutsche Widerstand im Abschnitt von St. Quentin. Nur um den Preis allergrößter Anstrengungen gelingt es unseren und den englisch-amerikanischen Truppen, ein wenig vorwärtszukommen. Im „Matin", „Journal" und dem „Echo de Paris" fehlen angesichts dieser Lage seit langem erstmalig wieder die Militärkritiken. Die genannten Blätter füllen ihre Spalten mit aufgebaufchten Nachrichten über den Vormarsch in Mazedonien.
Kak« und die Türkei.
Besorgnisse in Moskau.
Berlin, 20. Sept. Verschiedene Blätter veröffentlichen eine ihnen von der russischen Botschaft zugegangene Mitteilung, wonach die Einnahme Bakus durch die Türken in den Moskauer russischen Regierungskreisen außerordentlich ernste Besorgnisse erweckte. Die ganze Schiffahrt auf dem Kaspischen Meere und auf der Wolga, sowie fast die ganze Industrie des östlichen Rayons sei auf das Naphtha von Baku angewiesen. Die Ausschaltung der Erdölbezüge von Baku lähme auf lange das russische Wirtschaftsleben. Außerdem werde der'Besetzung Bakus in russischen Negierungskreisen eine ernste politische Bedeutung beigelegt, insofern, als die Meinung vorherrscht, daß die Nichterfüllung dieser für Rußland höchst wichtigen Verpflichtungen durch Deutschland in bedeutendem Maße auch Rußland von der Erfüllung der von ihm übernommenen Verpflichtungen befreie.
London, 19. Sept. (WB.) Neuter erfährt: Die in Baku stehenden britischen Streitkräfte haben am 14. September die Stadt geräumt und sich nach Nordpersien zurückgezogen.
Abbruch der fcijrioiüötiMifii Kepchungkn Perus jii Ntutlchland.
Basel, 19. Sept. Die „Times" meldet aus Lima unterm 14. September: Die Deputkertenkammer lehnte in einer ge
heimen Sitzung mit großer Mehrheit die Entschließung des Senior Ruiz Bravo ab, worin eine Kriegserklärung an Deutschland gefordert wurde. Andererseits billigte die Kammer eine Entschließung des Ministers des Aeußern, worin der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland wegen seiner kürzlichen unneutralen Handlungen bestätigt und die peruanische „„Solidarität" mit der großen amerikanischen Demokratie erklärt wird, die für die Welt das Reich der Gerechtigkeit proklamiert. Der Senat wird wahrscheinlich morgen die selbe Entschließung an nehmen.
Rumänien.
Marghiloman gegen die Kriegshetzer.
Bukarest, 18. Sept. (WB.) Anläßlich der Beratung des Amnestie-Gesetzes in der Kammer wandte sich der Ministerpräsident Marghiloman in schärfster Weise gegen die Treiber und Hetzer in der Moldau, die sich unter dem Schutz der Unverantwortlichkeit unnützen Herausforderungen hingeben und die In- tereffen des Landes in schwerster Weise schädigen. Es ist, als ob Wahnsinn unaufhörlich dieses Land bedrohe. Kaum ist an der Front irgendeine unbedeutende Aenderung zu verzeichnen, so beginnen diese Kaffeehau sh olde n ihre lächerlichen Prahlereien und ihre zerstörende Tätigkeit. Man müßte am Schicksal dieses Landes verzweifeln, wenn es aus so viel Unglück und Leiden nichts gelernt hätte. An die Abgeordneten der Oppo- sition gewendet, rief Marghiloman aus: „Denken Sie, was
Sie wollen, erwarten Sie, was Sie wollen und stimmen Sie, wie Sie wollen! Wenn Sie aber das Land lieben und feine Lage erleichtern wollen, so schweigen Sie." Rach dieser Rede verzichteten alle vorgemerkten Redner auf das Wort und die Kammer nahm mit 53 gegen 25 Stimmen V Gesetzesvorlage an.
Der Dnk rcster Friede.
Wien, 19. Sept. (WB.) Die „Reue Freie Preffe" bespricht die Erklärung der „Nordd. Allg. Ztg." über die Wahrung des Dnkarester Friedens und erklärt: Die Mittelmächte sind einig in dem festen Willen, den Vukarester Frieden aufrecht zu erhalten und dulden keine Treibereien, die den Osten wieder in Flammen setzen. Rumänien habe allen Erund, den Ernst dieser Warnungen zu bedenken.
beullch-lürkischrn UfrMlnwn.
Konstantinopel, 19. Sept. (WB.) „Tanin" erfährt, daß alle zur Verhandlung stehenden, zwischen der Türkei und Deutschland schwebenden Fragen nahe daran sind, zur Befriedigung beider Teile entsprechend den Interessen der Türkei geregelt zu werden. Der Großwesir wird sich in drei bis vier Tagen nach Konstantinopel zurückbegeben.
Ukraine.
Rückkehr des Hetma«.
Berlin, 19. Sept. (WB.) Der Hetman aller Ukrainer SkoropadZky, von einem Besuche in Deutschland wieder nach der Ukraine zurückgekehrt, ist in Kiew eingetroffen. Von der Reise sandte er folgendes Telegramm an den Kaiser:
In dem Augenblick, in dem ich Deutschland verlaffe, darf ich Ew. Majestät meinen tiefgefiihltesten Dank aussprechen für den gütigen und herzlichen Empfang. Die großen und schönen Eindrücke, die ich gewonnen, werden mir unvergeßlich bleiben. Sie bestärken mich aufs neue in der Ueberzeugung. daß mit
Hilfe des mächtigen Deutschen Reiches die junge Ukraine ja einem arbeitsamen, starken Staate sich entwickeln wird zum Segen beider Völker.
Der Kaiser antwortete:
Ew. Durchlaucht danke ich bestens für das fteundliche Telegramm von gestern. Es gereicht mir zur großen Freude, daß Ew. Durchlaucht befriedigende Eindrücke mitgenommen und insbesondere sich persönlich davon überzeugt haben, mit welchem Maße von Zntereffe und Sympathie bei uns das Wiedererblühen des ukrainischen Reiches verfolgt wird. Die Anknüpfung persönlicher Beziehungen zu den maßgebenden Persönlichkeiten im Deutschen Reiche wird, wie ich hoffe das gegenseitige Der- trauen und Verstehen fördern und dadurch die weitere Zusammen- arbeit wesentlich erleichtern.
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Kiew, 19. Sept. (WB.) Im Handelsministerium gehe« nach Zeitungsnachrichten die Vorarbeiten mit Georgien, Polen. Finnland uird Weißrußland vor sich.
Ein Erlaß des Ministers des Innern für die Post- und Te. legraphenverwaltung schärft ein, daß das Ukrainische die alleinige Amtssprache sei und überall im Amtsverkehr angewandt werden müsse. Alle Beamten müssen das Ukrainische lernen. D-er Erlaß ist um so bedeutsamer, als gerade in der letzten Zeit eine heftige Kampagne für die Einführung des Russischen als gleichberechtigte Amtssprache geführt wurde.
Die Rote Durians.
Der Anschluß der Sowjet-Regierung.
Wien. 21. Sept. (WB.) Dus „Neue Achtuhrblatt" erfährt aus diplomatischen Kreisen: Der russische Sowjet beschloß, sich der österreichisch-ungarischen Friedensnote anzu- schließen.
Die französische Ablehnung der Note Durians.
Wien, 21. Sept. (WB.) Wiener Korrespondenzbur. Der schweizerische Gesandte in Wien hat dem Minister des Aeußern auf Grund einer Mitteilung feiner Regierung zur Kenntnis gebracht, daß der französische Minister des Aeußern mit einer an den schweizerischen Gesandten in Paris gerichteten Zuschrift vom 19. September den Empfang der Note der österreichisch-ungarischen Negierung vom 14. September bestätigt und hierin bemerkt hat, die französische Antwort auf die Eröffnungen Burians fei in der am 17. September vor dem Senat gehaltenen Rede des französischen „Journal Officiel" vorn 18. September zu entnehmen — Es wird nicht leicht, sich zu dieser Antwort zu äußern, welche nach ihrer Form von den bisher selbst im Verkehr zwilchen den Regierungen kriegführender Staaten beobachteten Gepflogenheiten in verblüffender Weise absticht.
Die Hetzrede Clemeneeaus.
Die brüske Ablehnung der österreichischen Note durch Wilson und die hochmütige Abweisung durch Dalsour wußte Herr Elemenceau noch zu überbieten. Er gibt sich dabei nicht einmal die Mühe, sachliche Grunde auch nur zum Schein heranzuziehen', nur die schon hinreichend bekannten Phrasen von Sieg. Haß und Wiedervergoltung sind es, die immer wiederkehren und die das französische Volk über die verhängnisvolle Lagr hinwogtäuschen sollen, kn die es von seiner Regierung gestürzt ist.
Herr Elemenceau gibt hierbei eine Umschreibung und Umkehrung des Begriffes der Revanche, was in dem Munde des Mannes, der wie kein anderer für die Revanche gewühlt und gearbeitet hat, besonders erstaunlich klingt und eigentlich nicht einmal seine eigenen Landsleute überzeugen sollte. Mit dem rollenden Pathos des Volksredners geht er über die-Geschichte seines eigenen Volkes hinweg, das von jeher das Eroberervolk Europas gewesen ist, um Deutschland, das sich stets gegenüber dem ehrgeizigen westlichen Nachbarn in der Abwehr befunden hat, als den traditionellen Angreifer zu bezeichnen. In der Beschimpfung Deutschlands überfchlägt sich dieser Mann, der nie ein Maß gekannt hat, bis zur Schamlosigkeit und das Unwürdige der Szene wird noch dadurch erhöht, daß der versammelte Senat den niedrigen Verleumdungen Beifall klatscht.
Herr Elemenceau triumphiert zu früh. Er kann die Tatsache nicht beseitigen, daß unsere Heere auf französischem Boden stehen, und wenn er von den Brudervölkern spricht, die den Sieg der Gerechtigkeit vollenden sollen, so ist es nicht unangebracht, an den französischen Zuzug aus Senegambien, Marokko. Algier und anderen Barbarenländern zu derrken.
Ob das französische Volk, von dessen Friedenssehnsucht Spuren genug vorhanden sind, sich, durch die rhetorische Leistung seines Diktators darüber hinweghelfen lasten wird, daß er ihm erneut den Frieden versagt hat, das mag man in Frankreich selber ausmachen.
Gegenüber einer solchen Anschauungsweise gibt es bei den Zentralmächten nur einen Willen: den Gegnern zu zeigen, daß ihr Hoffnungen auf den militärischen und wirtschaftlichen Sieg über die Zentralmächte gründlich falsch sind. Die verbündete« Truppen werden die Antwort nicht schuldig bleiben, und jedem einzelnen unter den Völkern der Zentralmächte muß es klar fein, was von einem Frieden zu erwarten wäre, den solche Gegner wie Herr Elemenceau vorschreiben könnten.
Die Antworte».
Unter dieser Ueberschrist schreibt Graf Reventlow in der „Deutschen Tageszeitung":
Die Verlautbarungen der amerikanischen Regierung unL des britischen Ministers des Auswärtigen Herrn Balfour bestätigen, wie zu erwarten war, restlos den Eindruck, welchen die Preffestlmmen des feindlichen Auslandes bereits gestern gaben, und die Gewißheit, die hier sofort geäußert wurde: daß der sogenannte Friedensschritt Graf Burians verfehlt war und daß die Feinde der Mittelmächte an einen „Derständigungsfrieden."


