Ausgabe 
20.9.1918
 
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die Anordnung der Brotstreckung ab 1. Oktober wird die Möglichkeit gewährt, wiederum die vorjährige Brotmenge auszugeben. Dagegen kann dem Wunsche, die Kartoffel­ration zu erhöhen, zu meinem großen Bedauern jedenfalls zurzeit nicht entsprochen werden. Die notwendigen An­ordnungen und Maßahmen zur Erfassung des gesamten Ernteüberschusses sind getroffen. Bevor sich aber die Ernte für deren Ausfall die Witterung dieser Wochen von nach­haltigen! Einftuß ist, nicht genügend übersehen läßt, kann eine Inaussichtstellung einer höheren Wochenmenge nicht ver- antwortet werden. Ermöglicht die Ernte mehr als 7 Pfund zu geben, und gestattet die Transportlage das Abrollen der dadurch bedingten Mehrmengen, so wird nicht gezögert wer­den, eine Erhöhung vorzunehmen. Der Hinweis der Ein­gabe, daß es im vergangenen Jahre vielerorts möglich ge­wesen sei, im Schleichhandel Kartoffeln über die öffentlich gegebene Menge hinaus zu erwerben, beweist nicht, daß die Ernte und Transportlage die allgemeine Zuteilung von mehr als sieben Pfund ertaubt hätten. Der Rührigkeit des einzelnen, unterstützt durch Bieten unerlaubt hoher Preise, wird es vielfach gelingen, die Mengen zu erfassen und zu befördern, die der öffentlichen Wirtschaft entgehen. Es ge­schieht dies aber aus Kosten der anderen, wie sich auch im vergangenen Jahre zeigte, indem gerade in den Gegenden, aus denen im Schleichhandel Kartoffeln hera-usgezogen wur- den, das Lieferungsfoll nicht erfüllt werden konnte.

Schwierigkeiten werden auch im kommenden Jahre nicht ganz vermieden werden können, sie werden aber wie bisher überwunden werden. Gegenüber allen Unzulänglichkeiten und Entbehrungen darf die gewaltige Tatsache nicht ver­gessen werden, daß die Aushungerungspläne der Feinde dank -er ergriffenen Maßnahmen gescheitert sind.

(gez.) v. Hertling.

ZoMtiüginaMe Abfuhr der ftaat 0 !ofmU{l!|d|rn MirWMKßnßier.

Die Herren von der sozialdemokratischen Nebenregierung fühlten neulich bekanntlich das Bedürfnis, sozusagen die eigene Haut in Sicherheit zu bringen, und die Schuld, die gerade sie in stärkstem Maße an unserm verworrenen und dilettantischen Kriegswirtschaftssystem tragen, auf andere Stellen abzuwälzen. Zu diesem Behufe unternahmen sie ein doppeltes Manöver. Nicht nur erließen Parteivorstand und Eeneralkommisiion jene bombastischeDenkschrift", welche mit derverhängnisvollen" Stimmung der Bevölkerung drohte und vorjeder Begünstig­ung der Produzenteninteressen" in aufreizender Sprache warnte. Vielmehr begaben sich die Gewerkschafter (die Führer der ach! so unpolitischenfreien" Gewerkschaften) auch noch persönlich zum Kanzler, nahmen auch dort den Mund sehr voll und er­hielten von dem eingeschüchterten Staatsmanns alle diejenigen wirtschaftlichen und politischen Versprechungen, nach denen sie verlangten. Nebenbei gesagt, nutzte dem Grafen Hertling aber selbst das nicht viel, denn nun erhielt er noch den Besuch des sozialdemokratischen Parteivorsitzenden Ebert, der ihm, wie man wohl mit Recht vermutet, von Seilen der regierenden Partei ein kvrzbeftistetes Ultimatum in Sachen Wahlreform bezw. Land­tagsauflösung überreichte. Aber das interessiert uns hier we­niger, als die Art, in welcher der leitende Staatsmann die in Frage stehenden, wirtschaftlichen Nöte behandeln ließ und selbst behandelte oder vielmehr nicht behandelte, wie er gegen die Dreistigkeit der sozialdemokratischen Dialektik offenbar nicht ein Wort energischer Kennzeichnung oder Abwehr fand, sodaß man im Lande draußen vielleicht wirklich daran glaubt, es bestehe die Möglichkeit einer sofortigen und völligen Erfasiung der Vorräte und es habe nur des energischen Auftretens und der überlegenen Einsicht der Herren Sozialdmokraten bedurft, um eine saumselige Regierung an ihre Pflichten zu erinnern. Na­türlich kann es nicht unsere Absicht sein, hier zum dutzendsten Male das sozialdemokratische Zerrbild unserer Wirtschaftskala­mität zu beleuchten und dieSchuldfrage" zu untersuchen. Es wäre eben Sache des Herrn Reichskanzlers gewesen oder ande­rer dazu berufener, amtlicher Stellen, den sozialdemokratischen Bemühungen, diese Materie zu politischen Hetzzwecken zu miß­brauchen, mit aller Gründlichkeit den Boden zu entziehen. Um so interesianter ist es, daß dem Grafen Hertling diese Aufgabe nun von sozialdemokratischer Seite abgenommen worden ist, was freilich auf alle Fälle auch wirksamer sein mag. Und zwar ist es der sozialdemokratische Wirtschastspolitiker Richard Eal- wer, welcher in seinerWirtschaftlichen Torr." dem falschen Spiel des Parteivorstandes und der Eeneralkommisiion nach- drücklichst in den Weg tritt:Diese Forderung (mit jeder Be­günstigung der Produzenteninteresienten zu brechen und den Lebensbedürfnisien des Volkes Rechnung zu tragen") klingt, so schreibt Calwer, sonderbar, wenn man bedenkt, daß es gerade die Sozialdemokratie im Reichstag und die Gewerkschaften wa­ren,. die nicht nur diese verkehrte Ernährungspolitik erfordert haben, sondern die auch die Politik des Kriegsernährungsamtes kräftig gedeckt und vertreten haben. Selbstverantwortlichkeit auf politischem Gebiete ist eine seltene, sehr seltene Pflanze, die Verantwortlichkeit schiebt hier einer immer auf den andern und keiner denkt daran, sich auch nur zu einem geringen Teile die Schuld für die verkehrte Wirtschaftspolitik beizumessen. Die Generalkommiffion schiebt die gan-ze Schuld und Verantwortung ln echt demokratischer Weise der Negierung und dem Herrn Reichskanzler zu und merkt gar nicht, wie subaltern dadurch der Reichstag und seine führende Majorität erscheinen muß. Man Will parlamentarische Regierungsweise, gewiß; aber hat auf 'dem Gebiete der Ernährungspolitik die Negierung etwa gegen hie jeweilige Reichstagsmajorität ihre Maßnahmen getroffen, waren hier Negierung und Reichskanzler nicht allzuwillige Aus­führungsorgane des Willens der Volksvertreter in ihrer über­großen Mehrheit, zu welch letzterer die Sozialdemokratie ge­hörte?"

An den leitenden Stellen der sozialdemokratischen Neben- regierung mag diese aus dem eigenen Lager kommende Ent­larvung i.hres wirtschaftspolitischen Falschspiels schmerzlich ge­

nug berühren. Aber viel helfen wird der kleine Denkzettel auch nicht. Solange die sozialdemokratischen Führer sicher sind, daß die Staatsautorität ihrem Treiben nicht entgegentritt und die Negierung wagt es ja garnicht mehr, ein Stirnrunzeln der Scheidemann oder Legien zu riskieren!, solange wären sie gute Menschen, aber schlechte Demagogen und noch schlechtere Taktiker, wenn sie diese komplizierte Materie, die von der brei­ten Schicht schlechterdings nicht ausreichend beurteilt werden kann, nicht für ihre Verhetzungszwecke ausnutzten. . , .

Zur bevorstehenden Kartoffelernte

schreiben dieMaterialien zur Tagespolitik":

Das regnerische Wetter, welches die Ernte, insbesondere des zweiten Schnittes der Wiesen- und Futterflächen, sowie die Herbstbestellung bedeutend verzögert, dürfte den Beginn der Kartoffelernte ebenfalls nachteilig verspäten. Es wird sich also darum handeln, bei spätem Beginn und der Gefahr früher Fröste in kürzester Zeit die Kartoffelernte zu bergen. Dies erfordert eine gewaltige Kraftanstrengung des gesamten deutschen Volkes, insbesondere die angestrengteste Aufmerksamkeit der maßgeben­den Behörden, welche im Interesse der Volksversorgung alles werden daransetzen müssen, die Kartoffeln aus der Erde zu be­kommen. Die Kartoffelanbaufläche ist überdies nach den amt­lichen Angaben gegenüber dem Vorjahre erfreulich gewachsen und dürfte derjenigen des Jahres 1916 wieder gleich kommen. Es gilt also, noch mehr Kräfte einzusetzen wie im vergangenen Jahre, in dem ein außergewöhnlich langer und schöner Herbst uns über alle Schwierigkeiten hinweghalf. Wollte man darauf vertrauen, daß derartige Verhältnisie auch in diesem Jahre wie- i derkehren, so wäre dies außerordentlich leichtfertig gehandelt. Es muß vielmehr betont werden, daß gegenüber dem Vorjahre! eine große Verringerung der Arbeitskräfte eingetreten ist. Die ländlichen Ortschaften sind in ganz anderem Maße von Frei- arbertern entleert wie 1917, letztere aber bildeten bisher im Herbst in den großen Wirtschaften des Ostens das Hauptkon­tingent der Kartoffelerntearbeiter. Die Kartoffelbaugesellschaft E V. hat sich daher schon vor langer Zeit mit dem Kriegsamt ins Einvernehmen gesetzt, um der Landwirtschaft weitere Ar­beitskräfte für die Kartoffelernte zuzuführen und die Zusicherung erhalten, daß die verfügbaren Gefangenen, soweit irgend mög­lich, für die Kartoffelernte hergegeben werden. Es kann daher denjenigen Wirtschaften, die bisher noch nicht vorgesorgt haben, nicht dringend genug empfohlen werden, sich schleunigst dieser- halb mit dem Stellv. Generalkommando ihres Bezirks in Ver­bindung zu setzen. Es steht zu hoffen, daß auch wieder vermehrte Beurlaubungen von Heeresangehörigen für die Kartoffelernte stattfinden werden. Daneben wird seitens des einzelnen Land­wirts bezw. der landwirtschaftlichen Vertretungen alles ge­schehen müsien, was geeignet ist, die Einbringung der Kartoffel­ernte zu beschleunigen. Erfahrungsgemäß liegt ein besonderer Anreiz, Arbeitskräfte für die Einbringung der Kartoffelernte zu gewinnen, darin, daß den Arbeitern gestattet wird, eine ent­sprechende Menge Kartoffeln des Abends mit nach Hause zu nehmen. Nur hierdurch ist es möglich, genügende Arbeitskräfte aus den Städten herauszulocken. So wurde im vergangenen Jahre gestaltet, daß an die für die Kartoffelernte in der Pro­vinz Posen gewonnenen sächsischen Arbeiterinnen außer Var­lohn für jeden Scheffel (125 Pfund) der von ihnen persönlich geernteten Kartoffeln 1 Pfund verabfolgt werden durfte. Der Kriegsausschuß der deutschen Landwirtschaft und die Kartoffel- Laugesellschaft haben den Herrn Staatssekretär des Kriegsernäh­rungsamts gebeten, diese Maßnahme zur allgemeinen Durchfüh­rung zu bringen. Ferner scheint es erwünscht, daß seitens der Eisenbahnverwaltungen den Kartoffelgräbern Freischeine zur Rückfahrt bewilligt werden, auch wenn die Rückfahrt nicht in Kolonnen angetreten wird, um den einzelnen zu gestatten, aus der Großstadt auf billige Art nach den großen Kartoffelwirt- schaften zu gelangen. Auch wird Vorsorge getroffen werden müsien, daß durch die Maßnahmen betreffend Laubheu- und Bucheckerngewinnung die Kartoffelernte nicht beeinträchtigt wird. Eine andere wertvolle Hilfe können die Jungmannen in der Kartoffelernte leisten, welche gerade in ihrer jugendlichen Gelenkigkeit dazu besonders geeignet erscheinen. Die Uebersich- ten über die bisherige Verwendung derselben in den einzelnen Provinzen ergaben ein sehr verschiedenes Bild. Einzelne Pro­vinzen, sowohl im Osten wie im Westen, haben von der Jung- mannenhilse einen recht großen, andere so gut wie gar keinen Gebrauch gemacht. Man möchte meinen, daß unter den jetzigen Umständen in allen Landesteilen der Versuch ausgedehntester Heranziehung unserer jungen Kräfte lohnend sein müßte, daß dies seitens der Unterrichtsverwaltung mit allen Kräften unter­stützt werden müßte.

Erhöhum der Srolraiian am 1/ (Oktober IW.

Der Staatssekretär des Kriegsernährungsamts hat ange- ordnet, daß vom 1. Oktober ab wieder eine Illprozentige Streck­ung des Brotes mit Kartoffeln erfolgt. Zu diesem Zweck wer­den den Kartoffelerzeugern, soweit sie gleichzeitig Selbstver­sorger in Brotgetreide sind, die erforderlichen Kartoffelmengen belassen. Ferner werden denjenigen Kommunalverbänden, de­nen im Wirtschaftsjahr 1917 Frischkartoffeln zur Vrotstreckung zugewiesen waren, die zur Streckung benötigten Frischkartoffel­mengen mit 750 Gr. wöchentlich auf den Kopf ihrer brotver­sorgungsberechtigten Bevölkerung für die Zeit vom 1. Oktober 1918 bis zum 20. Juli 1919 von der Reichskartoffelstelle beson­ders zugeteilt. Den übrigen Kommunalverbänden sollen durch die Trockenkartoffel-Berwertungs-Eesellschast (Teka) von einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt ab Trockenkartoffelerzeugnisse zum Zwecke einer lOprozentigen Vrotstreckung geliefert werden, bis zu diesem Zeitpunkt wird ihnen als Ersatz für die fehlenden Streckungsmitlel eine Menge von 20 Er. Mehl auf den Kopf und den Tag zugewiesen werden. Demgemäß erhöht sich die Nation vom 1. Okiober ab einschließlich der Streckungsmiitel auf 220 Gr.., so daß die Brotration wieder die alte Höhe er­reicht.

In die Millionen gehende Ichieblingen mit Sprit,

dem neuesten Artikel siir Kriegsschieber und Schwindler, be­schäftigen z. Z. die Behörden. In den meisten Fällen handelt cs sich allerdings um sog. Lecr-Geschäfte, d. h. um Sprit­mengen von 5060 000 Litern, die garnicht vorhanden sind nnd mit denen in betrügerischer Weise operiert wird, um zumeist hohe Summen fiir Provision, Spesen und sogar für angebliche Bestechungsgelder an hohe Beamte oder Offiziere von den Beziehern zu erlangen. Bekanntlich unterliegt Sprit der Zwangsbewirtschaftung und wird nur für HeereszweckL und die Rüstungsindustrie abgegeben und zwar auf Grund eines Freigabescheines, der von dem Vorsitzenden der Reichs- branntweinstelle erteilt wird. Hier setzt mm der groß, städtische Millionenschwindel ein. Das Kriegswucheramt. das sich seit Monaten mit dielen Schiebungen befaßt, hat in einer Reihe von Fällen festgestellt, daß von betrügerischen Leuten das Vorliegen dieses Freigabescheins vorgetäuscht wurde; sogar Rechtsanwälte wurden zur Entgegennahme von in die Hnnderttausende gehenden Summen als Treuhändler veranlaßt, um die Opfer völlig sicher zu machen. So gelang es einem bei Gericht nicht unbekannten Agenten Mandns der zwar einenFreistem" besitzt, aber nur einen solchen auf Grund .des 8 51 StGB., eine Reihe geldhungriger Herren wgar aus den besten kaufmännischen Kreisen, auf den Leim zu locken, die dann eines Morgens in ihren vornehmen Wohnungen des Westens und Tiergartenvillen von Kriminast beamten aus der Rnhe gestört wurden. Unter diesen Kriegsgewinnlern" befand sich u. a. auch ein mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Vour le merite geschmück­terFliegeroberleutnant von Wendel Braunsberg", der sich dann als ein ganz gewöhnlicher Hochstapler entpuppte, der u. a. auch den Verkauf von Schlämmkreide als'Saccharin als Sonderaeschäft betrieb. Der erwähnte Agent Mandus hatte den Weg zu der Direktion der Spirituszcntrale gefunden und dann die ihm dort gegebene sachgemäße Auskunft zu ver­schiedenen Betrügereien benutzt. Diese Schiebnngsgeschichten mit Sprit erstrecken sich über ganz Deutschland. Aehnliche Schwindeleien tauchten neuerdings auch mit Benzin, Benzol und Kognak auf. So wurde am Mittwoch ein Holländer namens Willges in das Untersuchungsgefängnis einge­liefert, der einen Charlottenburger Kaufmann um 50 000 Mk. geprellt batte unter dem Vorgeben, er habe von einem hiesigen ^.ardeersatztruppenteil den Auftrag, 50 000 Flaschen Kognak zu beschaffen.

Uom Felde

der Ehre.

Wohnbach. Der Musketier Wilhelm Becker in einem Reserve-Jnfanterie-Regiment wurde in den schweren Kämpfen im Westen mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasie ausgezeich­net. Unseren herzlichen Glückwunsch!

Ans der Heimat.

Vilbel, 18. Sept. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden einem hiesigen Gastwirt vier Gänse aus dem Stalle ge­stohlen, nachdem demselben erst vor einigen Wochen eine solche entwendet worden war. Der Gänse- und Hühnerdiebstahl ist hier eben an der Tagesordnung. Von der Straße weg ver­schwinden diese und gelangen nie wieder in die Hände ihres rechtmäßigen Besitzers.

Frankfurt, 19. Sept. Ein Eisenbahnunfall ereignete sich vergangene Nacht aus der Station Blankenheim bei Bebra, indem ein Güterzug mit zwei entgegenkommenden Maschinen zusammenstieß. Die Maschinen entgleisten, einige Güter­wagen gerieten in Brand. Die Strecke nach Bebra ist ge­sperrt. Die Schnellzüge urußten umgeleitet werden. Im Lauf des Tages wird voraussichtlich eingleisiger Betrieb aus­genommen werden können. Sieben Mann vom Eisenbahn­personal wurden verletzt. Auf der Strecke Frokfurt Kassel, airf der die umgeleiteten Schnellzüge verkehrten, hatten die Züge gestern infolgedessen bedeutende Ver­spätungen.

FC. Vom Main. 18. Sept. Etwa 2000 Zentner Zwischen sind in der abgelaufenen Woche aus den Gemeinden Wernfeld und Adelsberg ausgeführt worden und zwar sämtlich noch. Frankfurt a. M. und Hanau. Hunderte von Hamsterern über, fluteten die beiden Gemeinden und wo nicht gutwillig Obst ab­getreten wurde, wurde Gewalt angewandt. Endlich erschien am Bahnhof Wernfeld und Gemünden Gendarmerie, doch zu spät, denn die Haupternte war bereits über die Grenze ohne Ausfuhrschein abgegangen. $

Aus Starkenburg.

FC. Dieburg, 18. Sept. Ein Radikalmittel, den zu einer wahren Landplage gewordenen Felddiebstählen abzuhelfen, führ­ten zahlreiche Gemeinden des vorderen Odenwaldes ein. Jeder, der bei einem Feld- oder Obftdiebstahl ertappten Ortsbewonher.j wird unnachsichtlich mit der Ortsschelle der ganzen Gemeinde bekannt gemacht. Das Mittel soll wunderbar wirke».

Aus Kurhcsien.

FC. Hünseld, 17. Sept. Im Alter von 60 Jahren verstarb ln einem Sanatorium in Berlin der frühere Landtagsabgeord. nete des Wahlkreises Hünfeld-Gersfeld Oberförster a. D. Kaute.

FC. Bad Orb, 16. Sept. Um der Wohnungnot zu steuern bewilligten die Stadtverordneten einstimmig 250 000 Mark zum Ankauf von Bauland. Mit dom Bau der Wohnungen wird die Stadt nach Friedensschluß beginnen.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschel, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyn er. Friedherg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung"« / ' ' A- G., Friedberg t S.