Note Vurians liege bisher allerdings nicht vor und daher könne in eine Erörterung der Gründe, welche die Ententeregierungsn zu dieser Haltung bestimmt haben, im gegenwärtigen Augenblick noch nicht eingetreten werden. Nur von der Seite Mister Valfours liege bisher eine ausführliche Behandlung der österreichisch-ungarischen Anregung vor. Gerade seine Argumentation sei aber bereits ein Beweis dafür, wie richtig der Vorschlag des Ministers des Aeußern die Situation erfaßt hätte und wie nur ein Eingehen auf dessen Gedankengänge die bis heute allseits herrschende Verwirrung der Geister zu meistern vermöchte. Wenn die Friedensfrage von Valfour — und das gleiche gilt für die hierüber im französischen und amerikanischen Senat geführten Debatten — unter dem Druck der großen Schlaaworte und aufgepeitschten Leidenschaft besprochen wird, dann kann sie allerdings keinen gedeihlichen Fortschritt machen. Die Verlautbarung geht alsdann näher auf die Valfourschen Aeußerungen ein und schließt mit der Bemerkung, daß der Vorschlag der öster- reicküich-ungarischen Regierung aufrecht bleibt.
L'ttlg rilche Aeußerungen.
Sofia, 18. Sept. Nur wenige Blätter befassen sich mit Vurians Vorschlag. Das Regierungsorgan „Preporetz" erklärt, der Vorschlag werde von der bulgarischen Regierung und dem Volk mit Sympathie begrüßt: denn auch Bulgarien sei für einen gerechten, dauerhaften Frieden. Das sozialistische Blatt „Narod" sagt, man erwarte, daß die Entente den Vorschlag nicht ohne Antwort lassen werde, jedoch seien Zweifel an einem günstigen Ergebnis des Vorschlags auch jetzt berechtigt. „Utro" schreibt, die öffentliche Meinung schaue auf Burians Schritt skeptisch; die Bedingungen der Aufnahme in einen Völkerbund können nicht am grünen Tisch, sondern allein auf dem Schlachtfeld entschieden werden.
Die Zustände in Frankreich.
Berlin, 17. Sept. Aus dem Briefe eines in Frankreich Internierten Deutschen entnimmt die „Deutsche Iournalpost" folgende bezeichnende Schilderung der Zustände in Frankreich. Es heißt darin:
In Frankreich hatte ich Gelegenheit, durch Unterhaltung mit den Wächtern — darunter befanden sich eingezogene Kaufleute, Professoren, Studenten und Beamte — dem Direktor in Sain- tes, Landwirten und Kaufleuten mich über die allgemeine Lage zu orientieren. Frankreichs einzige Hoffnung ist Amerika. Die Amerikaner spielen sich überall als die Herren auf und tragen eine die Franzosen verletzende 'Arroganz zur Schau. Unsere Wächter in Saintes, teilweise alte Landsturmleute von 42 Jahren. bekamen im April Befehl, in die vordersten Linien einzurücken. obwohl sie infolge von Verlusten von Angehörigen (einer hatte seine drei Söhne verloren) die amtliche Versicherung hatten, nicht mehr in die Front zu müssen. Der Sohn des Direktors z. V. mußte trotz schwerer Verwundung (Schuß durch das Auge) nach drei Wochen Erholungsurlaub wieder in die vorderste Linie. Unerhört sind die Zustände auf den Bahnhöfen, wo überall auf den Bahnsteigen, Treppen, Wartesälen und Bahnhofswirtschaften übermüde Soldaten herumliegen. Der Landwirtschaft fehlt es an Helfern, die Obstbäume verkommen, da nicht gereinigt und geraupt wird, große Flächen liegen brach. Die Franzosen sind kriegsmüde. doch wird jede bezügliche Aeuße- rung aufs schärfste bestraft. Auf den Straßen in Frankreich ist jeder zweite Mensch in Trauer, die aus Paris kommenden Flüchtlinge erzählen von der Verheerung durch die deutsche Geschütze und Flugzeuge. In Saintes sowohl wie in Euisery war die Landbevölkerung, mit der wir in Berührung kamen, durchaus freundlich. Gerne wurde die Unterhaltung über den Krieg ausgenommen, Englands Schuld und Frankreichs Unglück beklagt. Franzosen haben mich um Rat gefragt, was sie mit ihren russischen Papieren machen sollen, die sie auf Veranlassung der französischen Regierung gekauft hätten. Bei den im Juni und Juli abgehaltenen Pferdemusterungen wurden zum Aerger der Bauern sehr viel Pferde requiriert. Die Kaufleute beklagen die Ueberschwemmung mit englischen Waren, wodurch aller Verdienst aus dem Lande geht.
Dranö einer Mnnitiöngfnhrü!.
Wien, 18. Sept. (WB.) Amtlich wird verlautbart: In der Abteilung siir Geschützpatronen-Erzeugung in der Mu- nitionsfabrik Woellersdorf entstand aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache ein Brand, welcher durch Entzündung des Geschühpulvers rasch um sich griff und durch Panik unter den im betreffenden Raum beschäftigten Arbeitern.leider eine große Anzahl Opfer forderte. Infolge der sofort ergriffenen Maßnahmen ist eine Betriebsstörung der Munitionsfabrik ansgeMoffen. Die Verletzten wurden sofort in das Wiener Neustädter Spital geschafft.
Aerjypikn und Judirn argen die tnMche Willkür.
Berlin, 13. Sept. Der Vorsitzende des Komitees der ägyptischen Jugend in Genf, Mohamed Fahmi, stellt heute der Schweizer Presse folgenden an Lloyd George gerichteten Brief zu: Einem ebenso heiligen wie schmerzlichen Erinnern an
Aegypten getreu, gestatte ich mir nochmals Ihnen wohlbekannte Gefühle zum Ausdruck zu bringen. In durch den Krieg geschaffenen allgemeinen Verwirrung könnten alle wahrhaften Demokraten Gerechtigkeit und Freiheit für andere Völker nicht erhoffen, solange das ägyptische Volk seine Befreiung nicht durchgesetzt haben wird. Heute vor 36 Jahren bemächtigte sich England Aegyptens, und unser Vaterland erleidet seither allem Rechte und wiederholten Versprechungen zum Trotz die unge- rechffertigte und nie zu rechtfertigende Herrschaft Ihrer Regierung. Ihre Uebernahme der Leitung der Staatsgeschäfte Eroß- Lrttamriens hatte mehreren von uns stärkende Hoffnungen ge
geben. Diese Hoffnungen gründeten sich auf Ihre Ansichten, Ihre eigenen Erklärungen und Ihre frühere politische Haltung gegenüber Aegypten. Aber Jahre verstreichen, und weit entfernt von der Erfüllung unserer einzigen legitimen Hoffnungen lesen und hären wir jeden Augenblick Erklärungen Ihrer Mitarbeiter, die die von Ihnen ausgesprochenen Ideen, die Ihre Volkstümlichkeit begründeten, zunichte machen. Als Beleg hierfür feien die Worte Vonar Laws in der Rede vom 8. März 1918 angeführt, denen zufolge England Aegypten nur dann aufgeben würde, wenn es selbst eine völlige Niederlage erlitte. Könnte man unter diesen Umständen tadeln, wenn wir den Erfolg der englischen Waffen nicht wünschen? Hier und in den anderen neutralen Ländern stellen wir täglich die Verstärkung der Propaganda fest, die davon überzeugen soll, daß die englische Politik durch die Wohlfahrt, die sie nach Aegypten bringt, für Aegypten nützlich ist. Ich will mich nicht mit dem Nachweis aufhalten, daß diese materiellen Vorteile nicht dem ägyptischen Volke, sondern nur dem englischen Imperialismus zugute kommen. Selbst wenn man diese Tatsache zuläßt, so rechffertigt der relativ blühende Zustand Aegypten die verlängerte Herrschaft über unser Volk gegen feinen Willen keineswegs. Was wurden Sie sagen, wenn Ihre Feinde einen ähnlichen Vorwand gegenüber den von ihnen besetzten Ländern geltend machen würden? Erneut protestiere ich gegen die Besetzung Aegyptens durch das englische Heer.
Berlin. 14. Sept. Das ..Europäische Zentral-Komitee der indischen Nationalisten" hat an die gegenwärtig in Bern tagende Ägyptische Nationalpartei" das folgende Begrüßungs- tclegramm gerichtet:
„Den am heutigen Jahrestage der Okkupation Aegyptens durch England versammelten ägyptischen Patrioten senden wir den Ausdruck unserer tiefgefühlten Sympathie. An diesem Tage, da England entgegen aller Gerechtigkeit und im Widerspruch mit feierlichen Verträgen Aegypten in Besitz nahm, sind wir Inder, die wir aus Erfahrung wissen, daß der Brite niemals auch die feierlichsten Verträge hält, sobald sein Eigeninteresse dem entgegensteht, und die jahrhundertelanges Elend. Herabwürdigung, Armut und Hunger gelehrt hat. was englische Herrschaft bedeutet, von tiefstem Mitgefühl erfüllt für die Anstrengungen der ägyptischen Patrioten zur Befreiung von fremdem Joch. Europäisches Zentralkomitee der indischen Nationalisten. Vhupendranath Datta."
Die Königin ugu Unmänfrit als Serie kr kiitldjfrinkidint Dkiucgunß.
Berlin, 18. Sept. llebec die Lage und Stimmung in Rumänien teilt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung- folgendes mit:
Die neulich berichtete Aeußerung des Ministerpräsidenten Marghiloman in der Kammer, daß die Verzögerung der Ratifikation des Bukarester Friedens nicht an den Mächten des Vierbundes liege, trifft vollkommen zu. In der Tat steht es nur in der Hand Rumäniens, die Vorbedingungen der Ratifikation zu erfüllen, die in gewissen einzelnen Verpflichtungen bestehen, wie sie beim Friedensfchluß vereinbart wurden. Sobald dies geschehen ist, ist kein Hindernis mehr gegeben. Es scheint jedoch, daß gewisse Kreise in Rumänien in der Hoffnung leben, durch Verschleppen der Ratifikation des Friedens um diesen selbst berumkommen zu können. In Jassy und dem nicht besetzten Teile des Landes, wo die Ententeeinflüsse immer noch sehr groß sind, ist wohl auch unter dem Eindruck der übertriebenen und tendenziös ausgeschlachteten Kriegsnachrichten der letzten Zeit, eine Stimmung in die Halme geschossen, die man vom Standpunkt einer ruhigen und friedlichen Entwicklung Rumäniens, wie sie das Programm der Regierung Marghiloman ist. nur bedauern kann. Die Aspirationen gehen auf nichts weniger als auf erneuten Anschluß Rumäniens an die Entente und auf eine neue Kriegserklärung an die Mittelmächte. Wie im Sommer 1916 reizt eine skrupellose Propaganda die Massen auf und spiegelt dem Volke vor, die Stunde Rumäniens sei nun gekommen, um an der Seite der Entente alles Verlorene und noch mehr dazu wiederzugewinnen. Als die Seele der Bewegung ist die Königin anzusehen, die aus ihren ja bekannten Sympathien und Neigungen kein Hehl macht. Der König hält sich zwar äußerlich zurück, wie er es ja auch im Sommer 1916 getan hat, aber es ist wohl nicht zu bezweffeln, daß er gegebenenfalls wie damals dem Druck — und wahrscheinlich nicht ungern — weichen würde. Der Kronprinz dagegen kommt wenigstens zur Zeit als Führer der ententefreundlichen Bestrebungen nicht in Betracht, da er sich aus privaten Gründen gänzlich zurückgezogen hat und zur Zeit nicht in Rumänien weilt.
Der Regierung Marghiloman erwächst angesichts der gefährlichen Treibereien eine schwere Verantwortung. Die Kammer ist auf der Platfform des Bukarester Friedens gewählt und hat sich mehrfach für das Regierungsprogramm ausgesprochen, das in der inneren Politik eine moralische Erneuerung des Landes, in der äußeren die Rückkehr zur Tradition des Königs Karl, d. h. zum Anschluß an die Mittelmächte proklamierte. Die geschilderte Bewegung versucht im Gegenteil die Wiedereinsetzung der liberalen Parteiherrschaft, die den Brüdern Bratianu wieder die Allmacht der Korruption verleihen würde und die Wiederaufnahme der phantastischen Eroßmachtspolitik, die Rumänien schon einmal an den Rand des Verderbens gebracht hat. Rur ein fester Zusammenschluß aller vernünftigen und durch die schlechten Erfahrungen gewitzigten Elemente und Parteien kann es verhindern, daß die Bewegung ihren Herd in der Moldau überschreitet, auf das besetzte Gebiet übergreift und Einfluß auf die leichtentzündbaren Massen gewinnt.
Wie die Amerikaner in fntnkridj han!en.
In „New Nork Times" vom 4. Juli finden wir folgenden Kabelbericht des Kriegskorrespondenten Cameron Mackenzie, datiert vom 3. Juli: „Heute morgen begab ich mich nach Vnux. Der Zweck meiner Fahrt war, mich durch Augenschein von der Wirkung des ersten artilleristischen
Stückchens zu überzeugen, das die amerikanische Armee tfl diesem Kriege geleistet hat. Was ich bei meiner Ankunst sah, stellt eine schreckliche Warnung für die Hunnen dar. Genau zwölf Stunden, bevor unsere Infanterie angriff, waren die amerikanischen Kanonen mit ihren amerikanischen Granaten und ihren ausschließlich amerikanischen Be- dienungsmanrffchaften und Geschützführern aufgefahren. Als sie auffuhren, war Vaux noch vollkommen unversehrt (.completely intact). Es war noch eine richtige Stadt, war noch eine Wohnstätte der Menschen, und jedes Haus hatte noch seine vier gesunden Wände. Fast jedes Haus in Vaux war aus Stein gebaut. Auf diesen festen Platz hämmerte nun die amerikanische Artillerie am Montag zwölf Stunden lang. And heute ist Vaux ein völliges Ruinenfeld, nur noch ein Haufen zertrümmerter Sterne. Kein Gebäude steht mehr. Die Stadtmitte, auf die sich das amerikanische Feuer zumeist richtete, ist zur Fläche gestampft. Der Weg nach Chllteau- Threrry, der durch das Herz der Stadt läuft, ist mit Hügeln gewaltiger Steintrümmer zugedeckt. Aber, um einen Vergleich gewinnen zu können, seht euch die Bilder der Städte Rpern. Arras und Bapaume an, wie sie sich in der Mitte des vergangenen Winters denr Beschauer boten. Kein einziger dieser Orte ist von den Deutschen so völlig zerschlagen worden (redimed to the completely debilitaied condition) wie jetzt Vaux von uns. Die amerikanische Artillerie hat die i Fähigkeit bewiesen, in sehr kurzer Zeit ein wahres Meisterstück der Zerstörung (a veritable masterqiece of jemobtion) zu vollbringen."
Ein nrindestens ebensolches Meisterstück ist die Gemüts- j roheit, mit der die Amerikaner sich hier der gelungenen Zerstörung einer zum Gebiet des Verbündeten gehörenden Stadt rühmen. Auch diese Leistung der Amerikaner dürfte unerreicht dastehen.
Graf Dertüng über die Wk§erniihr»ilg.
Berlin, 18. Sept. (WB.) Auf die Eingabe des Par- teivorstandes der sozialdemokratischen Partei und der Generalkommission der Gewerkschaften wegen der Frage der Lebensmittelversorgung hat sich der Reichskanzler u. a. wie folgt geäußert:
Die Schwierigkeiten der Versorgung mit Lebensmitteln, von der die Eingabe vom 9. September 1918 handelt, werden von mir lebhaft mitempfunden. Seit die Absicht der Feinde, Deutschland durch Hunger zu bestegen, hervortrat, bilden sie den Gegenstand der besonderen Aufmerksamkeit und Fürsorge der verantwortlichen Stellen. Mit den Unterzeichnern der Eingabe und allen Bevölkerungskreisen bin ich der Ansicht, daß alles geschehen nmß, um die vorhandenen Nahrungsmittel möglichst gleichmäßig zu verteilen, um die aus dem Steigen der Preise erwachsenen Lasten zu mildern. Dis mit der Versorgung betrauten Aemter sind, unterstützt durch einen aus Mitgliedern des Reichstages gebildeten Beirat, unablässig in dieser Richtung bemüht.
Als Grund für die Teuerung der Lebensmittel führt die Eingabe die Politik des Kriegsernährungsamtes an, die lediglich durch Preisanreiz die Erhöhung der Produktion zu erzielen versuche. Diese Auffassung beruht auf irrigen Voraussetzungen. Die durch das Abschneiden der Zufuhren bewirkte Knappheit an Lebensmitteln und sonstigem Lebens- bdarf wird im Zusammenhang mit dem Mangel an Arbeits- frästen, von denen ein erheblicher Teil durch die Krieg- ffrhrilng unmittelbar in Anspruch genommen ist, naturnotz wendig auf eine Steigerung aller Preise hinwirken müssen. Die durch hohe Einnahmen und Lohnerhöhungen erhöhte Kaufkraft weiter Kreise und die Vermehrung der Geldumlaufmittel wirkten in der gleichen Richtung. Bei Bemessung der Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse mutz aber ans die Erschwernisse Rücksicht genommen werden, mit denen die Landwirtschaft während des Krieges zu kämpfen hat. Durch Einziehung von Arbeitskräften, Aushebung der Pferde, Verringerung des Viehbestandes, Mangel an Dünger und sonstige Umstände sind ihre Betriebsmittel geschwächt. In der Leitung des Betriebes müssen die im Felde stehenden Männer vielfach von Frauen und anderen ungeübten Kräften vertreten werden. Die Beschaffung von Arbeitskräften, sowie die Ergänzung und Instandhaltung des Inventars sind, wenn überhaupt, nur mit sehr hohen Kosten möglich. Ohne die Leistungen der Landivirtschaft wäre der Krieg längst verloren. Die Erhaltung ihrer Leistungskraft >st ein Lebensinteresse des deutschen Volkes, das, wenn auch auf die Hebung der Einfuhr aus dem Osten gehofft werden kann, in der Hauptsache auf die eigene Erzeugung angewiesen bleibt. Es ist daher nicht eine einseitige. Berücksichtigung der Produzenteninteressen, wenn die verantwortlichen Stellen bei Bemessung der Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnrsss diesen Mehrkosten und Erschwerungen Rechnung tragen, son. dern eine durch die Lage der Dinge gebotene und ebenso im Interesse der Verbraucher wied der Erzeuger liegende Matz- nähme. Dem Umstande, daß die Preise eine schwere Belastung weiter Kreise, insbesondere der nicht zur Rüstung?- Industrie zählenden Arbeiter, des Mittelstandes und der Festbesoldeten bedeuten, wird durch Beihilfen und Zulagen aus öffentlichen Mitteln nach Möglichkeit Rechnung getragen. Die Aufwendungen hierfür erreichten bereits den Betrag vieler Milliarden. Wucher und Schleichhandel, die häßlichen Begleiterscheinungen der Kriegswirtschaft werden mit allein Nachdruck bekämpft. Einen vollen Erfolg können die behördlichen Maßnahmen aber nur dann erzielen, wenn sie von allen Volks kreisen in ihrer Bedeutung verstanden und unterstützt werden.
Die Ernährungslage war im abgelaufenen Wirtschaftsjahr im ganzen genommen unzweifelhaft besser als im vorherigen und auch im neuen Wirtschaftsjahr wird sie sich niclK ungünstiger stellen. Die Annahme, daß die Herabsetzung der Brotration eine dauernde sein soll, trifft nicht M. Durctz


