fung des Reichstages oder seines Ausschusses mit der österreichisch-ungarischen Note um so roeniger notwendig erscheint, als noch einige Zeit vergehen dürfte, bis durch die Stellungnahme der feindlichen Regierungen die Situation so weit geklärt ist, daß die Dinge auch für die deutsche Negierung spruchreif sind. An der bisher vorliegenden Meldung über die Aufnahme in Amerika gemessen dürfte freilich die ganze Angelegenheit überhaupt nicht auf ein positives Gleis gelangen.
Wenn der „Vorwärts" die Einberufung des Reichstages Vnter Hinweis auf die militärische Lage und die finnische Frage fordert, so genügt demgegenüber wohl die Feststellung, daß es sich da abermals um einen Versuch handelt, die Kompetenzanmaßung des Reichstages in einer Weise zu erweitern, die weder tn den Dingen selbst noch in der Verfassung irgendwie begründet erscheint. Es ist bedauerlich genug, daß die österreichisch- ungarische Rote wiederum einen billigen Vorwand abgeben soll, um in Verbindung mit ihr derartige innerpolitischen Treibereien in Szene zu setzen.
Die interfraktionellen Besprechungen der Mehrheitsparteien find infolge der Vurianscben Note gestern morgen wieder ausgenommen worden; ihr Hauptgegenstand war die Frage nach dem Zeitpunkt der Einberufung des Hauptausschusses. Der Reichskanzler hat am Sonntag und gestern Gelegenheit genommen. mit den Führern aller Parteien eingehend die durch die Note geschaffene Lage zu besprechen; fiir die konservative Partei nahm der Abgeordnete Westarp an diesen Besprechungen teil. liefet die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Mehrheitsparteien und dem Kanzler war in einem Teile der Mehrheitspresse berichtet worden, daß dabei die lebhafte Mißstimmung auch seiner politischen Freunde darüber zum Ausdruck gekommen fei, daß er die führenden Parlamentarier während der letzten Woche nicht über die im Flusse befindlichen Entwicklungen unterrichtet habe. Demgegenüber wird in airderen linksstehenden Blättern festgestellt, daß von einer solchen Mißstim- nrung tatsächlich keine Rede sein könne, da den Reichskanzler schon um deswillen keine Schuld treffe, weil die verbündete Monarchie vollkommen selbständig vorgegangen sei und die amtlichen deutschen Stellen zu diesem Vorgehen erst Stellung nehmen konnten, nachdem die Note vorlag. Im übrigen wird kein Hehl daraus gemacht, daß die allgemeine Skepsis hinsichtlich ihrer Wirkung auch von den amtlichen Stellen in Deutschland geteilt wird.
Es wird dann weiter behauptet, die Besprechungen der Mehrheitsführer mit dem Kanzler hätten erkennen lasten, daß die Ausführungen Payers in Stuttgart in vollem Einklang mit den Anschauungen aller leitenden Kreise stünden. Diese letztere Behauptung ist nicht ohne weiteres klar, nachdem bezüglich seiner innerpolitischen Aeußerungen bereits durch den Vizepräsidenten des Staatsministeriums im Herrenhause zum mindesten eine teilweise Korrektur erfolgt ist.
Der Kania-Liin- gegen die KriegsVirtjchaft.
Der Hansa-Bund für Gewerbe, Handel und Industrie veranstaltet auf Veranlassung und unter Mitwirkung einer sehr großen Zahl großer wirtschaftlicher Verbände am 24. September, abends 7 Uhr in Berlin im großen Saal der Philharmonie eine Kundgebung für den sofortigen Abbau der Kriegswirtschaft nach dem Frieden und für die Freiheit der Wirtschaft.
Verteuerung der Lebensrnittel durch die KriegSPleWafteu.
Es ist schon oft darauf hrngewiesen worden, daß durch die im Laufe des Krieges entstandenen Kriegsgesellschaften eine oft ganz ungeheuerliche Verteuerung aller Lebens- und Genußmittel und Gebrauchsgegenstände eingetreten ist.
Der Verbraucher muß durchschnittlich bedeutend mehr bezahlen als der Erzeuger erhält, und die Spannung zwischen dem Erzeugerpreise und dem Kleinverkaufspreise ist nie so groß gewesen wie fetzt im Kriege. Die Händler und Kaufleute im Frieden sind die reinsten Waisenknaben gewesen gegenüber den Kriegsgesellschaften, die im Kriege sich der Bewirtschaftung der Waren bemächtigt haben.
Es ist notwendig, daß immer wieder auf diesen „Kriegs- Wucher" — als etwas anderes kann man es kaum noch bezeichnen — hingewiesen wird, damit die Bevölkerung namentlich in den Großstädten erfährt, wem sie die teure Lebenshaltung im Kriege zu verdanken hat. Bei den Kartoffeln z. B. ist der Erzeugerpreis inzwischen bereits auf 6 Pfennig pro Pfund herabgesetzt worden. In den Großstädten, so in Groß-Berlin, wird noch jetzt 15 Pfennig pro Pfund erhoben. Erst vom 16. (z. T. v. 9. an) September ab soll eine Ermäßigung auf 12 Pfennig eintreten.
Ganz gewaltig ist die Verteuerung bei den Eiern. Während der Landwirt durchschnittlich 25 Pfennig für das Ei erhält, ist in den großen Städten kein Ei unter 56 Pfennig zu haben. <Diele werden freilich als ausländische Eier bezeichnet. Wo bleiben die inländischen? D. Red.)
Aehnlich sind die Zuschläge und Aufschläge bei Obst und Gemüse. Hier wird durch alle möglichen und unmöglichen Abgaben, Kontrollgebührcn, Provisionen und Erfassungszuschläge eine ganz bedeutende Verteuerung herbeigeführt. Zunächst ist von jedem Zentner Obst und Gemüse eine Abgabe von 8 Pfennig an die Reichsstelle für Gemüse und Obst zu zahlen. Die Reichsstelle hat aus dieser Abgabe so große Einnahmen, daß sie beinahe im Gelde erstickt und überhaupt nicht weiß, was sie mit dem Gelde nutzbringend anfangen soll.
Auf Grund einer Verordnung von: 17. August 1918 ist dann weiter festgesetzt worden:
I. Bei Gemüse.
1. Kontrollgebühr von 20 Pfennig für reden anga- fanaenen Zentner,
2. eine Provision für reden angefangenen Zentner
a) von 30 Pfennig, wenn die bewirtschaftende Stelle der Gruppe 1,
I5J von 45 Pfennig, wenn die bewirtschaftende Stelle der Gruppe 2,
c) von 60 Pfennig, wenn die bewirtschaftende Stelle der Gruppe 3 angehört und
d) von 1 Mark, wenn es sich um den Absatz von Zwiebeln handelt.
Die Einteilung in die drei ersten Gruppen beftinrmt die Reichsstelle. Auf Grund dieser Verordnung ist z. B. zu zahlen von jedem Zentner Weißkohl und Mohrrüben, den der Erzeuger einem Verbraucher liefert, eine Abgabe von 80 Pf., bei Zwiebeln eine Abgabe von 1,20 Mark pro Zentner. Die Kontrollgebühr von 20 Pfennig wird in jedem Fall erhoben, die Provision darf bei Vorliegen eines genehmigten Lieferungsvertrages nur erhoben werden, wenn die bewirtschaftende Stelle eine besondere Tätigkeit im Aufträge des Erwerbers ausgeübt hat. Diese besondere Tätigkeit wird aber wohl immer angenommen.
Noch viel größer sind die Abgaben beim Obst. Bei Obst ist kurzer Hand eine Erfassungsgebühr von 3 bis 5 Mark für den Zentner festgesetzt. In der Regel haben die Kreise 4 Mark für den Zentner bestimmt. Wenn also in den Städten mehrere Erzeuger sich zusammentun und bei einem Landwirt oder Obstzüchter sich etwa einen Waggon von 200 Zentner Aepfel bestellen, ko haben sie vorerst eine Abgabe von rund 800 Mark an den betreffenden Kreis zu zahlen. Es soll zwar die Gebühr nicht erhoben werden, wenn das Obst nicht vom Kreise erfaßt, sondern zum Absatz durch Genehmigungsurkunde freigegeben wird. Diese Bestimmung ist aber so unklar gehalten, daß die Kreise in jedem Falle die Abgabe von 4 Mark erheben, wenn sie die Genehmigung erteilen sollen.
So werden die an sich mäßigen Erzeugerpreise durch die Zwangsbewirtschastung in die Höhe getrieben, der großstädtische Verbraucher aber, der die teueren Preise für seine Lebensmittel bezahlen muß, ist verbittert auf den Landwirt, den er irrtümlicherweise für den Lebensmittelverteuerer hält. Wer das in Wahrheit ist. dürften die vorstehenden Ausführungen zur Genüge dargetan haben."
Als kleines, aber drastisches Beispiel für Nahrungsmittelverteuerung auf dem Wege vom Erzeuger zum Verbraucher wollen wir nur folgende amtliche Bekanntmachung einer Kommunalbehörde im Kreise Teltow bei Berlin noch hinzufügen:
„Weiße Möhren. Erzeugerhöchstpreis 3 Mark je Zentner, Großhandelspreis 6 Mark je Zentner, Kleinhandels- Höchstpreis 9 Pfennig je Pfund.
Der Gem eindevorstand."
Von dem Preise von 9 Mark, den die Verbraucher für 100 Pfund dieser Möhren zu zahlen haben, bekommt der Möhrenbauer für alle Mühe und Anbaukosten nur genau den dritten Teil, % fallen den Zwischeninstanzen zu, und ähnlich verteilt sich der Verbraucherpreis bei andern als viel zu teuer bezeichneten Nahrungsmitteln. Bei Mairüben be- tragen z. B. die 3 Preisstufen 4, 7 und 11 Mark je Zentner.
Die Künsjnllnuigeil mij dem fanl»e.
Interessante Betrachtungen stellt ein Antrag der Abgeordneten v. Brentano und U e b e l im Hessischen Landtag über die Haussuchungen auf dem Lande. Dabei wird auch Bezug genommen auf die Millionenverdienste der Z. E. G. Wir lesen in der Begründung zu dem Antrag:
Wie schon bereits mttgeteilt. hat Reichstagsabgeordneter Dr. Roesicke mit Mitgliedern fast sämtlicher Parteien im Reichstag eine Anfrage über die „Haussuchungen auf dem Lande" eingebracht. In der Anträge heißt es u. a: „Es widerspreche
jedem gesunden Menschenverstand, wenn der Kriegerfrau auf dem Lande durch Einziehung aller Arbeitskräfte zum Heere die Wirtschaftsführung unendlich erschwert wird, dann aber noch Soldaten zu solchen Polizeidiensten ftei seien. Warum würden solche Haussuchungen nicht in den Städten bei den Kriegswucherern, Krregsgefill'chaften und allen des Hamsterns verdächtigen Personen vorgenommen? Der Bauer habe jetzt das erbitternde Gefühl, daß er allein im Reich unter dem Druck von Ausnahmegesetzen stehe. So wie jetzt könne es nicht weitergehen, wenn nicht unermeßlicher Schaden angerichtet und unser Durchhalten trotz aller Siege in Frage gestellt werden solle."
Ueber die Unregelmäßigkeiten bei der Z. E. E. i n B e r l i n heißt es: Gegen einen der leitenden Beamten der Z E. G. hat die Berliner Staatsanwaltschaft ein Verfahren etngcleitet. Der Beamte Lippert hatte sich bei der Vergebung t>cn Schlachtaufträgen Sondervergünstigung gewähren lassen, in einem Falle 400 000 Mark! (Wie die „Kvlonialwaren-Woche" in Berlin mitzuteilen weiß, hat die Z. E. G. bei ihrem letzten Jahresabschluß einen Verdienst von 363 Millionen Mark zu verzeichnen gchabt. Das Ergebnis kann nicht befremden, wenn man bedenkt, daß die Zentral-Einkaufs-Gefillfchaft einen Milliarden-Unffatz hat und gewaltige Preisausschläge für die aus dem Auslaude bezogenen Waren nimmt. Befremden kann das Ergebnis nur insofern, als bei Gründung all dieser Kriegsgesellschaften die Zusicherung gegeben wurde, es sei bei denselben außer auf Verzinsung des Anlage-Kapitals auf keinerlei Gewinn abgesehen, da diese Gesellschaften ja einem gemeinnützigen Zwecke dienen und das Durchhalten erleichtern sollten. Wenn nun aber durch unverhältnismäßige Verteuerung der Waren so riesige Gewinne aus dem Volke herausgezogen werden, so fragt man sich doch, wo da die Gemeinnützigkeit bleibt und ob das wirklich dem Durchhallen dient! Es ist auch begreiflich, wenn kaufmännische Kreise, die z. T. durch die „Z. E. G." ihres Erwerbes beraubt sind, unwillig auf diese Erscheinung blicken. Das genannte Blatt beinerkt dazu: „Ist es nicht geradezu unver
antwortlich, einer einzigen Gesellschaft eine solche Verdienst- Möglichkeit zu verschaffen, während Hunderltausende von Betrieben die Berechtigung zur Weiter-EMenz in jahrzehntelanger
Arvett bewiesen haben und jetzt einfach zu Grunde Eehen miss- sen? Es ist höchste Zeit, daß ein Gesetz kommt, das dem Bun«- desrat die Möglichkeit nimmt, die Kriegsgesellscheften nach freiem Ermessen weiter schalten zu lassen. Es wäre Zeit, daß der Reichstag ein Wort in dieser Sache spräche. Es ist nicht angängig, daß solche Werte wenigen Bevorzugten zugute kommen, während die große Menge darbt." — Die Schriftleitung des genannten Blattes knüpft daran die Bemerkung, daß nach ihr^m Wissen der Verdienst der „Z. E. G." in Wirklichkeit ein viel höherer fei als angegeben.)
Ans der Heimat.
Versteigerung von Zugochsen. Am nächsten Montag, den 23. d. Mts. und voraussichtlich auch am folgenden Dienstag kommen zu Kranich st ein etwa 100 Zugochsen seitens de, Landwirtschaftskammer zur Versteigerung. Näheres ist aus den Inserat zu erschen.
FC. Büdingen, 17. Sept. Die Vucheckernernte in den Furst< lichen Waldungen wird allgemein fteigegeben in den nicht in Hege liegenden oder von der Verwaltung zum Selbstsammelr reservierten Waldteilen. Für einen Sammelschein sind 10 Pfg, zu entrichten.
Ans Rhcinl,essen.
FÖ. Oppenheim, 17. Sept. Durch das Anschlägen seines Hundes wurde der Wiesenwärter Schmitt auf fünf Männer aufmerksam, die versuchten, auf dem Plattenhof einige Stücke Vieh zu stehlen. Schmitt, der sein Jagdgewehr bei sich hatte, wurde beim. Verlassen seines Hauses von den Strolchen überwältigt und niedergeschlagen. Von den Gaunern fehlt bis jetzt jede Spur.
Ans Hessrn.Nassau.
FC. Wiesbaden, 17. Sept. In der Eisenbahn kam die an einen Deutschen verheiratete Französin Margi Lahm mit einem kriegsgefangenen Franzosen zusammen. Mit Erlaubnis des begleitenden Soldaten unterhielt 'sich Frau Lahm, die mit ihrem Mann in Scheidung lebt und seit langer Zeit kein Lebenszeichen mehr von ihren Angehörigen in Paris bekommen hatte, mit dem Gefangenen. Dieser versprach, ihren Eltern zu schreiben und ihr dann Nachricht zu geben. Was auch geschah, doch kam die Sache heraus und Frau Lahm stand beute wegen Verkehrs mit Kriegsgefangenen vor den Schöffen. Diese nahmen die Un- voffichtige in eine Geldstrafe von 30 Mark.
FC. Wiesbaden, 17. Sept. Ein entlassener Lehrbube des Bäckermeisters Ott in der Friedrichsstraße erzählte in seiner neuen Stellung, daß ihn sein Meister, wenn der Teig gemacht wurde, stets, nachdem er erst eine große Büchse Laubholzmehl hetbei geholt habe, aus der Backstube forffchickte. Als er wieder erscheinen durfte, waren die Brote fertig gemacht und die Büchse, die er wieder forttragen durfte, war sehr leicht geworden. Hierauf wurde fei dem Bäckermeister Ott im Mai ein Brot entnommen, das nach den Feffftellungen des Nahrungsmit- lelamtes in Frankfurt a. M. zirka 10—20 Prozent Laubholz? mehl enchielt. Nach Ansicht des Sachverständigen, der u. a. ausführte, daß den Bälkrn in der heutigen Zeit zum streuen nur erlaubt fei, entharztes Nadelholzstreumehl zu verwenden auf keinen Fall aber, daß dieses Holzmehl, das sich auch in großen Mengen in den Proben voffand, zum backen verwendet werden dürfe, da es vollständig unverdaulich ist und steht die Beimengung von LaubholFmehl zum Teig als eine grobe Ber- fälschung des Brotes an. Die Schöffen, die ernsthaft erwogen hatten, ob für btefe vorsätzliche Fälschung nicht eine Gefängnisstrafe am Platze sei, nahmen den Bäckermeister in eine Geldstrafe von 500 Mark. Diese milde Strafe verdankt Ott nur firner bisherigen llnbestraftheit, zumal wir in der heutigen Zeit mit der Beschaffenheit des Brotes, so führte der Vorsitzende aus, am Rande der Derdauungsmöglichkeit angelangt sind, konnte hier nur eine empfindliche Strafe am Platze sein.
FC. Wiesbaden, 17. Sept. In einem hiesigen Hotel wurden für 2400 Mark Kleider usw. gestohlen. Von den Dieben fehl- jede Spur.
FC. Vom Oberlahnkreis, 17. Sept. An einem der letzten Tage machte nachts vor einer Wirtschaft in Drommershausen ein Auto Halt. Die Insassen gingen sofort nach dem Schweine, stall. Die Gauner waren gerade dabei, ein Bofftentier im Auto zu verstauen, als die Hausfrau die ungebetenen Gäste bemerkte und Lärm schlug, worauf diese, ohne ihren Raub auszuführen, das Weite suchten. — Auf unaufgeklärte Weise entlud sich das Gewehr des Iagdpächters des Jagdreviers in Reichenborn. Das Geschoß durchschlug dem Pächter, einem Bezirks- schornsteinfiger aus Franffurt a. M., die Schlagader des einen Beines. Da es dem Verletzten nicht gelang, einen kunstgerechten Verband anzulegen, auch Hilfe nicht gleich zur Stelle war, trat Verblutung ein, die den Tod des Jägers zur Folge hatte. Die Leiche wurde nach Frankfurt a. M. überführt.
FC. Aus dem Unterlahnkreis. 17. Sept. Die Errichtung von Zwangsinnungen für Bäcker, Schreiner, Schuhmacher sowie für das Anstreicher-. Maler- und Lackierer-Gewerbe im Unterlahn-, kreis zum 15. Oktober ist vom Regierungspräsidenten angeordnet worden.
FC. Vraubach, 17. Sept. Die Stadtverordneten bewilligten die unentgeltliche Abgabe von Brennholz an Kriegerwitwe» und Kriegerfrauen.
FC. Nievern, 15. Sept. Der älteste Einwohner des Ortes Jakob Zackmuth ist im 78. Lebensjahr gestorben. Der Verstor- bene konnte im Jahre 1903 sein 50jähriges Arbeitsjubiläum alr Arbeiter auf der Nieverner Hütte begehen; er war außerdem Ehrenvorsitzender des Gesangvereins „Harmonia" dahier.
Aus der Pfalz.
FC. Aus der Pfalz, 15. Sept. Die Hopfenernte fällt in d«! Pfalz sehr gering aus. — Der Postbote Anstätt in Rodalben riet am Bahnhof unter die Räder der Lokomotive eines Zug<S und wurde getötet. _
Verantwortlich fiir den politischen und lokalen Teil: OttH Hirsche!, Friedberg; fiir den Anzeigenteil: R. Heyner, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A- G., Friedberg &


