Ausgabe 
19.9.1918
 
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war imb das uns auf die Uebernahme eines freiwilligen Jochs vorbcreiten sollte, das uns allein vor der allgemeinen Kata­strophe retten konnte. Schließlich kam der Augenblick, wo der angebliche Herr der Welt den Beschluß faßte, mit dem ruhigen Stolz der Völker ein Ende zu machen, die es wagten, dem nach Vorherrschaft Strebenden entgegen zu treten. Ohne auch nur den Schein eines Vorwandes stürzte sich der Angreifer auf unser Gebiet, um die großen Erpressungen wieder aufzunehmen.

Unsere Soldaten rückten ins Feld, um die Opfer zu bringen, die das Wohl der Heimat erforderten. Was sie gewesen sind und was sie noch sind, das wird die Geschichte einst sagen. Wir wußten es zum voraus, aber seit gestern beginnt Deutschland zu begreifen welche Männer sich vor ihm aufgestellt haben. Dummerweise hatte es geglaubt, daß der Sieg für alles Amnestie gewähren werde, nämlich für unsere verwüsteten Landschaften, für unsere verschütteten Städte und Dörfer, für die Brandstiftungen, die methodischen Plünderungen, für die Männer, Frauen und Kinder die in die Sklaverei geschleppt wurden. Das ist es, was die Welt ersehen hat, und das wird die Welt auch nicht vergessen. (Leb­hafter Beifall).

Es hat jedoch noch keinen Sieg gegeben, um für so viele Verbrechen Straffreiheit zu gewähren, und der angekündigte Sieg ist nicht eingetroffen. Es wurde eine schreckliche Rechnung von Völkern zu Völkern eröffnet. Sie wird bezahlt werden, denn nach vier Jahren undankbaren Ruhmes hat ein für uns allerdings nicht unerwarteter Umschwung des Glücks zu einem großen Rück­zug der Armeen des Kaisers geführt. Ja, der Tag, der seit mehr als einem Jahrhundert von unseren Nationalhymnen ange- kündigt wurde, ist wirklich eingetreten. Unsere Kinder sind im Begriff, das ungeheure Werk zu vollenden, das von ihren Vätern begonnen wurde.

Frankreich steht nicht mehr allein da, wenn es sich mit den Waffen rechtfertigen will. Es find alle Brudervölker, die im Begriffe sind, den schönsten Sieg der höchsten Menschlichkeit zu vollenden. (Beifall.) Wer hat je geträumt, eine schönere Ge­schichte erlebt zu haben. Die Bürger und die Soldaten, die Re­gierungen und die Versammlungen der Entente, alle standen hin­ter ihrer Aufgabe und werden hinter ihr bleiben, bis sie vollendet ist. Alle find des Sioges würdig, weil sie ihn zu ehren wißen werden. Und doch würden wir uns etwas zu schulden kommen laßen in diesem Kreise, wo die Alten der Republik sitzen, wenn wir vergeßen, daß der reinste Sieg unseren prächtigen Soldaten zukommt, welche sehen werden, wie sich ihre Adelsbriefe durch die Geschichte bestätigen, die Adelsbriefe, die sie in dieser Stunde verdienen, in der sie weiter nichts verlangen, als das großartige Werk zu vollenden, das sie der Unsterblichkeit weiht. Was wollen sie? Siegreich weiter kämpfen, jetzt und immer, bis die Stunde schlägt, wo der Feind begreifen wird, daß es zwischen dem Recht und dem Verbrechen keinen Vertrag gibt.

Ich höre sagen, daß der Friede nicht durch eine militärische Entscheidung herbeigeführt werden kann. Dies sagte der Deutsche nicht, als er den Krieg eröffnet« U7Ü> seine Schrecken auf uns los- ließ und seine Führer noch gestern die Völker verteilten wie Vieh. Die militärische Entscheidung Deutschlands zwang uns, den Krieg zu führen. Nun so sei es, wie Deutschland es gewollt hat. Wir suchen den Frieden nicht. Wir wollen nur einen ge­rechten und festen Frieden für diejenigen, die nach uns kommen, damit sie vor den Schrecken der Vergangenheit bewahrt werden. Geht also, Ihr Söhne des Vaterlandes, geht und befreit die Völker von den letzten Schrecken unreiner Kräfte, geht und siegt! Frankreich, die ganze denkende Menschheit ist mit Euch!

Die Haltung Amerikas.

Washington, 17. Sept. (WB.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Die Antwort der Vereinigten Staaten an Oester­reich-Ungarn wurde heute nachmittag der schwedischen Gesandt­schaft zur Uebermittlung nach Wien ausgehandigt.

Newyork, 17. Sept. (WB.) Reutermeldung. Die öffent­liche Meinung in den Zeitungen der Vereinigten Staaten ver­wirft mit wenigen Ausnahmen unzweideutig den österreichischen Friedensvorschlag. Sowohl die demokratischen als auch die re­publikanischen Mitglieder des Kongreßes stehen der Annahme des österreichischen Vorschlages unter den gegenwärtigen Ver­hältnissen in gleicher Weise ablehnend gegenüber.

Senator Lodge, der darüber befragt wurde, sagte, er sei nicht der Meinung, daß der Friedensbewegung irgendwelche Aufmerksamkeit geschenkt werden solle. Der Vorsitzende des Ausschußes des Senats für die auswärtigen Angelegenheiten Hitchoock erklärte, das Friedensgerede wäre in der jetzigrn Zeit lächerlich, er rate, Amerika und die Verbündeten sollten bis zum militärischen Triumph kämpfen, der die vollständige Niederlage des Feindes bedeute.

Amsterdam. 17. Sept. (WB.) Reuter. Der Newyorker Korrespondent derAßociated Preß" meldet: Der österreichische Vorschlag war in Washington anr Sonntag nachmittag 4 Uhr noch nicht eingetroffen. Von maßgebender Seite kann festgs- stellt werden, daß selbst gegen die nunmehr vorliegende offi­zielle Faßung ebensoviel einzuwenden ist, wie früher und daß diese nicht einen einzigen Punkt bietet, in welchem die Entente oder die Vereinigten Staaten bereit sein würden, mit den Ur­hebern übereinzustimmen. Nach der Meinung offizieller Kreise ist der Haupteinwand in der Ueberzeugung zu suchen, daß die Versicherung der aufrichtigen Friedensliebe des deutschen Vol­kes und ihrer Negierungen erzwungen ist durch die Stimmung in Deutschland, besonders in Oesterreich. Es wird hier betont, daß der Friede rasch und wirksam durch die offene Erklärung herbeigeführt werden könnte, daß Berlin und Wien die vier- Hehn Punkte Wilson voll und ohne Einschränkung annehmen,

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Verdächtige Eile.

Amsterdam, 18. Sept. (WB.) DieNieuws van den 9o/]" schreiben zur Rede Balsours u,id zur Antwort der Ver- -einigten Staaten auf die österreichische Note: Wozu die

Wozu sonst, als um zu verhindern, daß der Friedens- pedanke und die Hoffnung auf Frieden die Reihen der Ver­bands Heere durchdringt und dort einen erschlaffenden Ein­fluß' ausuben wird? Uber wäre solche Uebereilung not­

wendig, wenn für eine derartige Erschlaffung keine Gefahr bestünde? Die Sache ist die, daß alle Völker nach Frieden verlangen, nicht nur die Völker der Mittelmächte, nicht nur die notleidenden Neutralen, sondern ebenso sehr die Völker der Verbandsstaaten, nicht zum wenigsten der Teil des Bol- kes, der die Kastanien aus dem Feuer holen und sein Blut auf den Schlachtfeldern zum Opfer bringen muß. Dränge der Friedensgedanke und die Hoffnung auf Frieden in den Reihen an der Front durch, so fänden General Mangin und General Pershing bei ihren Truppen vermutlich nicht die Stimmung, die sie für ihre Angriffspläne gebrauchen. General Pershing müßte den Kampf um Cambrai aufgeben. Aus diesem Gesichtspunkte kann man den Regierungen des Verbandes nachfühlen, daß sie für den Vorschlag Burians keine Ohren haben.

Washington, 17. Sept. (WB.) Reuter. Lansings Er­klärungen wurden innerhalb einer halben Stunde nach Em­pfang des österreichischen Vorschlages abgegeben. Die Schnelligkeit, mit der die Rückäußecung erfolgte, zeigt, daß nicht der leiseste Zweifel "darüber bestehen kann, was man ffir eine Antwort zu erwarten hat. Amtliche Kreise beschäf­tigen fick mit der Frage, welches der nächste Schritt in dem, was man allgeniein als deutsche Friedensoffensive auffaßt, sein wird. Allgemein glaubt man, daß die deutschen und österreichischen Militärbehörden die Antwort als Beweis dafür erklären werden, daß alles Menschenmögliche zur Herbeiführung des Friedens geschehen sei, und daß sie auf diese Weise das Volk für den neuen Winetrfeldzug moralisch kräftigen wollen. Andere sprechen von der Möglichkeit des Verfalles des Vierbundes. Indem Oesterreich so weit ge­gangen sei, einen Friedensvorschlag zu machen, habe es den Weg für den nächsten Schritt, nämlich die vorbehaltlose Un­terwerfung unter Wilsons Bedingungen geebnet.

Auch Italien.

Der«, 17. Sept. (WB.) Die österreichische Rote wird erst heute von den italienischen Blättern in vollem Umfang ver­öffentlicht. Die Besprechungen laßen erkennen, daß man der Wirkung auf die Entenvölker nicht ganz sicher ist. Der Propa- gandaminister nahm in einer in Mantua gehaltenen Rede be­reits in ablehnendem Sinne Stellung zur Wiener Note- Auch mehrere internationalistische Vereinigungen beschloßen eine feierliche Gegenpropaganda für den italienischen Nationaltag.

Begrabene Hoffnungen.

Bern, 18. Sept. (WB.) DieBasler Nationakzertung" führt u. a. aus: Wien vergißt daß die Verbandsherrschsucht sich mächtig entwickelt und den schönen Standpunkt Wilsons, daß es keinen Frieden mit Siegern und Besiegten geben dürfe, verlaßen hat. In Paris ist man so siegestrunken, daß man jede Er­klärung der Mittelmächte, die nicht bereits deren eigene Nieder­lage und den Verbandsfieg anerkennt, wie eine Herausforde­rung empfindet. Man erlebt heute das Begräbnis der Hoff­nung auf einen Verständigungsfrieden. Bei dem Verbände ist man der Ansicht, man werde sich bald in den Genuß einer reichen Beute setzen. Die gebietslüsterne Welle ist riesenstark, und nichts scheint ihr widerstehen zu können. Es wäre ganz ver­geblich, sich mit Gründen der Vernunft gegen sie zu wehren. Der Verband wird sicherlich an die Völker der Mittelmächte allerlei Freundlichkeiten richten, in der Sache jedoch jene Ee- bietslüsternheit bekunden, die heuchlerisch mit den erhabensten Worten von Gerechtigkeit und Selbstbestimmung verbrämt wird.

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Die Haltung des Papstes.

Bern, 17. Sept. (WB.) Wie die katholischeJtalia" mel­det, ist der Wortlaut der Wiener Note mit dem gestrigen diplo­matischen Kurier noch nicht in Nom eingetroffen. Auch der Va­tikan kannte nach der gleichen Quelle den Text der Note bis gestern abend noch nicht. DerOßervatore Nomano" enthält sich daher jeden Kommentars. Wie der Vatikan-Korrespondent derJtalia" bemerkt, find die in den Zeitungen wiedergegebe- nen Eindrücke des Heiligen Stuhles reine Phantasieprodukte, jedoch wird die Rückkehr Easparts bestätigt.

Die Engländer ans ftokn vertrieben.

Konstantinopel, 18. Cept. (WB.) Nach hier eingegange- neit Nachrichten vermehrte sich in den letzten Tagen die Zahl der aus Nordpersien nach Baku gekommenen Engländer auf mehrere Tausend. Sie hatten die Sowjet-Regierung vertrieben und eine sozialrevolutionäre Verwaltung eingesetzt. Um sie zu vertreiben, gingen tatarische Freischaren aus Kaukasisch-Afer- beidschan gegen Baku vor. Nach hartem Kampfe gelang es ihnen, die Engländer zu besiegen und die Stadt zu besetzen.

Die enBjiheil Worb- und Verlchniörtrbnbtn.

Berlin, 15. Sept. Ein aus der französischen Gefangenschaft zurückgekehrter deutscher Soldat machte unter seinem Diensteid folgende Meldung:

Im internationalen Verbrecherlager in Ajain (Dep. Creuse), Frankreich, machte ich die Bekanntschaft desAttentäters" auf das ftanzösifche Konsulat in Athen. Sein Name ist Ctretis Bolanis, Kapitän in einem griechischen Infanterie-Regiment, wohnhaft im Hotel Zaecharets in Athen. Er erzählte mir, wie folgt, und feine Aussage wurde mir von seinen Helfershelfern bestätigt: Er wurde eines Abends von einem französischen

Agenten, mit dem er schon längere Zeit intim befteundet war, besucht. Im Laufe der Unterhaltung erklärte ihm dieser, daß die französischen und englischen Truppen irgend einen Vor­wand brauchten, um in Athen landen zu können. Dieser Vor­wand wäre z. V. da, wenn ein Attentat auf das französische Konsulat inszeniert würde. Bolanis sollte mit einigen jungen verschwiegenen Leuten sich in Verbindung setzen und gegen eine Belohnung von 500 000 Franken das Attentat ausführen. Das geschah auch. Bei einbrechondcr Dunkelheit trafen sich die acht Menschen vor dem Konsulatsgebäude, gckben mehrere Revolver­

schüße ab und schleuderten einige Bomben. Beim Anrücken deß griechischen Polizei flüchtete die Bande ins Konfulatsgebäude. Hier erhielt jeder eine französische Uniform der Anführer Bolanis fuhr in der Uniform eines französischen Seeoffiziers zum Hafen und kam an Vord eines englischen Kanonenbootes mit seinen Eenoßen nach Saloniki. Hier wurden sie von Ge­neral Sarrail empfangen, belobt und dieTat" durch ein Bankett gefeiert. Bevor ihnen aber die Belohnung ausbezahlt werden sollte, wurde Bolanis ein Schreiben zur Unterschrift vor- gelegt, des Inhalts, daß er von Baron von Schenk zur Aus. Übung des Attentates verleitet worden sei. Da ihm die Sache nach seiner Aussage nicht geheuer schien, verweigerte er die Uw terfchrrft. Nun wurden er und seine Helfershelfer für verhaftet erklärt, ins Gefängnis abgeführt und in den nächsten Tagen auf einem französischen Kriegsschiff nach Frankreich gebracht und in Ajain interniert. . Der Vorwand zu einer Truppenlandung war gefunden die Mitwisser mußten verschwinden. Soviel mir bekannt ist, befinden sich diese acht Bombenwerfer noch in Ajain. In jener Zeit konnte man aber in allen französischen Blättern lesen, daß von der deutschen Rogierun-q ein Komplott gegen das französische Konsulat angezettelt gewesen seivon der deutschen Regierung, die überhaupt keine Neutralität und kein Völkerrecht anerkenne."

Ium Kkjvlh des t'.ornifüiilrfjfii Königs in Zchwkbkii.

Stockholm, 16. Sept. (WB.) Der König von Norwegen traf im Sonderzug aus Kristiania ein. Dieser erste offiziöse Besuch beim schwedischen König fand hier eine sehr sympathische Aufnahme. Der Besuch dauert bis übermorgen.

Stockholm, 17. Sept. (WB.) Beim heutigen Ealadiner zu Ehren des Königs Haakon von Norwegen begrüßte König Gustaf feinen Gast mit einem Trinkspruch, in dem er u. a. sagte:Durch Zusammenhalten und gegenseitige Hilfe und Verständigung kön­nen wir leichter die jetzigen schweren Zeiten und die kommen­den, vielleicht noch schwereren Tage überwinden. Es ist meine feste Hoffnung, daß das Band zwischen den nordischen Völkern inrmer fcster geknüpft und die gemeinsame Arbeit weiterhin entwickelt werden soll, von der wir mit Freude feststellen kön­nen, daß sie schon auf verschiedenen Gebieten Fruchte getragen hat und dadurch zum Segen unserer Länder und Völker wird."

Der König von Norwegen antwortete mit einer Erinnerung an die Verdienste des Königs Oskar um die Verständigung der Leiden skandinavischen Völker und sagte dann:

Es ist mein Glaube, daß das gute Verhältnis, welches in diesen Kriegsjahren zwischen den beiden Völkern geherrscht hat. zum Nutzen und zum Glücke beider bewahrt werden wird, sodaß wir getrost der kommenden Zeit entgegensetzen können, unter Aufrechterhaltung unserer Neutralität im Kriege, der das Wohl­ergehen so vieler größerer Nationen aufs Spiel gesetzt hat, den die nordischen Völker aber bisher von ihren Türen ffrnhalten könnten."

DenWand soll neiüraNkri werden.

Bern, 15. Sept. Die dauernde Neutralisierung Deutsch­lands ist das Neueste, was sich ein amerikanisches Blatt, die schon vor Eintritt Amerikas in den Krieg äußerst deutschfeind, licheNewyork Tribüne", zur Bestrafung der deutschen Miste» taten ausgedacht hat. Dem Washingtoner Berichterstatter der Morningpost" zufolge schreibt die Zeitung: Ein Deutschland

einschließender Völkerbund würde bedeuten, daß Deutschland ebenso wie Belgien und Frankreich bei Verteilung der Hilfs. quellen der territorialen und Handelsangelegenheiten der Welt eine Stimme hätte. Dagegen sträubt sich die Seele. Ein Deutsch, land ausschließender Völkerbund würde zwei große bewaffnete Lager bedeuten. Mit Deutschland kann es weder Frieden noch Krieg geben. Man kann ihm nicht trauen, daß es Frieden hält. Es besitzt kein Wort, das es halten, kein Vertrauen, das es ver. lieren könnte. Man kann ihm aber auch nicht die Mittel be. laßen, einen Krieg zu führen. Deutschland muß auf eigenem Boden besiegt und entwaffnet werden. Dann sind die verbünde» ten Völker als Völkerbund konstituiert, um auszusprechen, unter welchen Bedingungen Deutschland überleben soll. Die Mili» tärmacht Deutschlands muß für immer gebrochen werden. Die alliierten Nationen würden ihm den Status eines dauernd Neutralen garantieren, der unbewaffnet wäre. Das übrige hängt davon ab. wie weit man sich auf das moralische Gefühl der Welt verlaßen kann, ihin eine endgültige Strafe auf^rer- legen. Man kann 65 Millionen Deutscher nicht einschlichen, aber ausschließen. Wenn die Bevölkerung der alliierten Län­der spontan beschlöße, Deutschland von jedem Verkehr auszu- schließen, das heißt, es für eine Reihe von Jahren auszuschal- ten, so würde kein wirtschaftlicher Boykott notwendig sein.

Die Londoner Konferenz.

London, 17. Cept. (WB.) Die interalliierte Arbeiterkon» ferenz zur Besprechung der Fragen, die sich aus dem Kriege er- geben, wurde heute eröffnet. Es waren zahlreiche Teilnehmer eingetroffen. U. a. waren Albert Thomas und Renaudel aus Frankreich, Eompers aus Amerika, Vandervelde und de Brou- quere aus Belgien, Rosetti und Vercelloni aus Italien, fowi- Henderfon und Ramson Macdonald aus England anwesend.

Die Mehlheüsvlirttitil und die fuge.

DieDeutsche Tageszeitung" schreibt: Wie bereits mitge- teilt, besteht in den Kreisen der Mehrheitsparteien des Reichs­tages die Auffassung, daß die durch die österreichisch-ungarische Rote geschaffene politische Situation zum mindesten den bal­digen Zusammentritt des Hauptausschußes erforderlich mache; und der Abgeordnete Eberl von der Sozialdemokratie beab­sichtigt, über feine Berufung für den Freitag dieser Woche mit dem Reichskanzler zu verhandeln. Wir haben bereits zum Aus, druck gebracht, daß unseres Erachtens eine derart eilige Befas-