Ausgabe 
18.9.1918
 
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fteit in Syrien müssen befreit werden. Roosevelt forderte auch die Bildung unabhängiger Staaten der Tschecho-Slowaken mH der Südslawen, u

Nochmals die Rede Payers.

Treffend beurteilt dieDeutsche Tageszeitung" den Erfolg der Rode des Vizekanzlers, indem sie schreibt:

Diesmal nun ist uns der Vizekanzler außenpolitisch, hoch­politisch gekommen, und dementfprecheitd ist der Erfolg nach der negativen Seite größer, tiefgreifender, unverwischbarer und be­dauerlicher. Unterstellt man selbst die Möglichkeit, daß die Rode des Vizekanzlers sich wesentlich bester angchört hat als sie sich liest, so ändert das doch bezüglich ihres sachlichen Inhalts nichts an der Tatsache, daß der Erundton durchweg auf müde Resignation gestimmt ist, daß kaum irgendwo ein Emporreißen der Stimmung, ein Appell an die reichen Kräfte deutschen Ge- miites, ein Anfeuern, Starken und Stützen versucht wird. Auch Herr v. Payer ist doch durch seine Exzellenzwerdung nicht so weit den Empfindungen und Stimmungen des Volkes entrückt, daß er nicht wrsten könnte und müßte, welcher Art diese sind, daß er sich nicht sagen dürfte und sollte, nach wie ganz anderer geistiger Nahrung die deutsche Volksseele in diesen Tagen und Wochen hungert als nach den Steinen, die gestern in Stuttgart ihm geboten wurden. Der Kaiser in seiner Essener Rede traf den rechten Ton, wußte an die Seele des einzelnen zu greifen, auf dem Instrumente der Volksstimmung zu spielen; der aus dem Volke Erwachsene, vom Volke Erwählte, nach den Anschauungen der Anhänger parlamentarischen Regimes in und mit ihm nach wie vor Verwurzelte und Verankerte wußte es nicht. In einer Zeit, da selbst im Radikalismus unserer Linken die Erkenntnis von der Notwendigkeit restlosen Zusammenraffens der physischen und seelischen Kräfte dämmert und man auch dort nur die erste und eine Aufgabe vor sich sieht, die feindliche Welt von der ehernen Festigkeit deutschen Widerstandes zu überzeugen, weiß der Vizekanzler des Deutschen Reiches nichts besseres, als matt­herzig die Bereitwilligkeit der deutschen Regierung zu Konzes­sionen und Verzichten zu verkünden. Und nebenbei Gründe für die Berechtigung jener Stimmungsdepression herbeizusuchen, deren tatsächliche Unbegründecheit dem deutschen Volke vor Augen zu führen durch den Hinweis auf den Gang der Ereig­nisse der rückliegenden Kriegsjahre wahrlich nicht allzu schwer und ein Ziel ist, dem neben Hindeirburg auch führend sein wol­lende und sollende Staatsmänner zuftreben dürften.

Herr v. Payer hat es für seine Aufgabe erachtet, in diesem Augenblick vor süddeutschen Zuhörern die Frage der preußischen Wahlreform in einer Weise zu traktieren, wie sie von ihm nach seiner politischen Vergangenheit nicht anders zu erwarten war. Er hat dabei die Bedenken gegen die Entfesielung eines Wahl­kampfes mitten im Kriege auf die leichte Achsel genommen, was ihm sicherlich den Beifall der Sozialdemokratie eintragen wird, worüber man aber noch ein sehr ernstes Wort wird sagen müsien. Et hat dann, übergehend zu den Friedensfragen, über die Zukunft Belgiens und die Gestaltung der territorialen Ver- hältnisie Ausführungen gemacht, die fraglos vom Auslande als eine Erweiterung der Iuli-Auslaffungen des Reichskanzlers betrachtet werden und damit den Charakter eines neuen, wenn auch indirekten Friedensangebotes haben, das um so mehr, als er an sie den Verzicht auf jegliche Kriegsentschädigung ange­schloffen hat, der in dieser bedingungslosen Form nicht verfehlen wird, in der deutschen Oeffentlichkeit den niederdrückendsten Ein­druck zu machen, bei unsereir Feinden aber die Ueberzeugung unseres bevorsteheitden Ausgepumptseins zu festigen. Ueber all .das wird im einzelnen noch zu reden sein; für heute genügt es, die allgemeinen Grunktzüge des Auftretens des Vizekanzlers ,charakterisiert zu haben. Er hat zu der Unersreulichkeit der 'Solfschen Rede eine weitere schwere hinzugefiigt. Der Stim­mung im deutschen Volke abermals einen empfindlichen, kaum auszugleichenden Stoß versetzt, den Flau- und Miesmachern Waffer auf ihre Mühlen geleitet; und über die Wirkungen sei­ner Rede auf das feindliche Ausland werden wir in den nächsten Tagen aus der Verbandsmaffe das Nötige entnehmen können." (Das ist inzwischen in reichlichem Maße eingetroffen, in den Ententestaaten wurde die Rede allgemein mit Hohn und Spott, als ein Beweis der Ohnmacht Deutschlands aufgenommen. D. Schrift!.).

Mmlnmiffe auf MniWe SMc.

Frankfurt, 17. Sept. (WB.) Gestern abend nach 10 Uhr fand ein erneuter feindlicher Fliegerangriff auf Frankfurt statt. Die Alarmierung erfolgte rechtzeitig. Die abgeworfenen Bomben richteten Sachschaden an.

Mainz, 17. Sept. (WB.) Die Stadt Mainz wurde am 16. September nachmittags und in der Nacht zum 17. September wegen drohender Fliegerangrifse alarmiert. Während Mainz nicht.angegriffen wurde, verursachten die feindlichen Flieger heute nacht in Oppenheim und Gau Odernheim durch Bombenabwurf Sachschaden. Menschen sind nicht verletzt worden.

Karlsruhe, 17. Sept. In der Nacht vom 15. zum 16. Septem­ber wurde Rastatt von feindlichen Fliegern mit einer größeren Anzahl Bomben belegt, die auch hier meistens auf freies Feld fielen. Lediglich an einer Stelle wurde größerer Schaden ange- richtet. Personen wurden nicht verletzt.

Karlsruhe, 17. Sept. Gestern nachmittag zwischen zwei und drei Uhr wurden Mannheim und Ludwigshafen in drei Wellen ron einer größeren Anzahl feindlicher Flieger mrt Bomben ange­griffen. Durch Flakfeuer und Kampfflieger stark behindert, muß­ten sie ihre Bomben wahllos auf Stadt und Umgebung abwerfen. 'Eine Person wurde schwer, acht leicht verletzt. Der Sachschaden ,ist im allgemeinen gering. Zwei feindliche Flugzeuge wurden ab- geschoffen.

Stuttgart, 17. Sept. Die schon gemeldete Zerstörung eines Privathauses durch eins englische Fliegerbombe bei dem Angriff vom Sonntag vormittag hat leider mehr Opfer gefordert, als bis .Sonntag abend bekannt geworden war. Bei den Aufräumungs- arbeiten lind noch fünf weitere Tote geborgen worden. Zwei

von den Schwerverletzten find im Spital gestorben. Zwei Per­sonen werden vermißt.

Feindliche Flieger gelandet und gkflüchlet.

Frankfurt tu M., 17. Sept. (WB.) Heute nacht ging zwischen Hähnlein uird Zwingenberg i. H. ein feindliches Flugzeug nieder. Dis beiden Insassen, möglicherweise auch drei, sind entkommen. Im Betretungsfalle möge die nächste militärische oder polizeiliche Diensfftelle schleunigst benach­richtigt werden. Für die Ergreifung ist von dem stellver- tretenden Generalkommando des 18. Armeekorps eine Be­lohnung aus gesetzt.

Parlamentarisches ans Kesten.

Darmstadt, 16. Sept. Zur Frage der Kartoffelversorgung hat der Abg. R e u m a n n an die Zweite Kammer eine dring­liche Anfrage gerichtet, die lautet:

Rach Zeitungsnachrichten soll die diesjährige Kartoffel­ration wieder auf sieben Pfund pro Kopf und Woche festge­setzt werden. Es ist unmöglich, mit einer derartigen Nation auszukommen. Die Folge einer solchen Festsetzung wäre er­höhter Schleichhandel und im Zusammenhang damit eine schwere Belastung der Eisenbahnen. Hat die Eroßherzogliche Negierung Kenntnis von der Absicht dieser Festsetzung und was gedenkt sie zu tun, um der Bevölkerung eine höhere Ra­tion sicherzustellen.

Uom Felde

der Ehre.

Nieder-Florstadt. Dem Landsturmmann Richard Schau- bach, z. Zt. im Landst.-Bataillon Friedberg, wurde die Hes­sische Tapferkeitsmedaille verliehen! Unseren herzlichen Glück­wunsch !

Aus der Htirnak.

Friedberg. 19. Sept. (B ea m t e n v e r e i n i g un g.) Di- hiesige Beamtenvereinigung hat als einen wichtigen Punkt ihrer Satzungen die beamtenpolitische Schulung ihrer Mitglieder be­zeichnet. Damit sollen durch Vorträge und in Aussprachen die Fragen behandelt werden, welche den Inhalt der Veamtenpolitik nach der wirtschaftlichen und sozialen Seite ausmachen. Es ist die Einführung in die eigenen Interessengebiete und deren \ gründliche Durcharbeitung im engsten Zusammenhang mit den die Gesamtheit bewegenden großen innerpolitischen Fragen. Der erste Vortragsabend mußte daher grundlegender Art sein. Es galt die Beamtenfragen in ihrer geschichtlichen Entwicklung zu erfassen und zugleich nutzbare Ausblicke in die Zukunft zu ge­winnen. Herr Lehrer Jung aus Darmstadt löste diese Aufgabe in bester Form. Jede große Staatsumwälzung hat ihre bedeu­tenden Wirkungen auf die Gestaltung des Beamtentums aus- geübt. Don der griechischen Geschichte bis zu den großen inner­politischen Umwälzungen, welche das Erlebnis unserer Tage sind, ließ der Redner an markanten Beispielen diesen Zusam­menhang erkennen. Aus dem mittelalterlichen Staate, der durch rein kirchliche Beamtenschaft verwaltet wurde, entstand durch die Wehen der Reformation und des 30jährigen Krieges der weltliche Staat mit rein weltlichen Beamten, die allerdings nur als Diener der Fürsten erschienen. Der Beamte als Staats- diener und dann weiterhin auch seine Ausstattung mit Staats- bürgerrechten bedeuten neuere Stufen der Entwicklung. Die kommenden Staatsreformen, welche als Folgeerscheinung der jetzigen Weltkrisis sich vorbereiten, werden auch auf die Stellung aller Beamtengruppen im Staatskörper besonders aber in der Frage des Beamtenrechts von weittragendem Einfluffe sein. Es werden auch neue Formen in der sozialen Stellung und der ge­haltlichen Wertung des Beamtentums geschaffen werden müffen. Bei allen Hörern hinterließen die wiffenschaftlichen und groß­zügigen Ausführungen, die dazu noch in klarer anschaulicher Form geboten wurden, eine tiefen und sicher nachhaltigen Eindruck. Herr Landtagsabgeordnete Bach gab als zweiter Redner einen Ueberblick über die bisherige Tätigkeit des hessischen Beamten­verbands und des Reichsbundes deutscher Beamten. Die hier be­züglich des Besoldungsproblems geleisteten Arbeiten wurden be­sonders eingehend behandelt. Die Schwächen der seitherigen Be- amtenentlohnung wurden klar gezeichnet und die Richtlinien ent­wickelt, welche die Beaintenorganisationen in ihren Forderungen zu gehen haben. Es sind Grundsätze, welche dem sozialen Frieden dienen wollen und von den verantwortlichen gesetzgebenden Fak­toren beachtet werden müffen, wenn die Beamtenschaft ohne be­sondere Gehaltskämpfe eine ihrer Kulturbedeutung, den wirt­schaftlichen Verhältnissen und dem Geldwerte entsprechende Ent­lohnung finden soll. In treffender Weise verstand es Herr Direktor Strecker, beide Vortage als sich ergänzende Darbietungen nebeneinander zu stellen. Geschichtliche und volkswirtschaftliche Orientierung und klare, bestimmte Herausarbeitung der Zukunsts. aufgaben müffen auch bei der Lösung der Veamtenfragen die Leit­linien sein. Es gilt daher als dringende Pflicht der Beamten­schaft, sich in allen Fragen der Politik im besten Sinne zu orien­tieren, damit sie wachse an Weite und Tiefe der politischen Auf- faffung und in Kraft und Geschloffenheit der politischen Be­tätigung im eigenen Jntereffe und zum Vesten der Volksgesamt­heit. Treue in der Pflichterfüllung und ideale Auffassung des Berufes, das sollen für alle Zeiten die Zierde und der Stolz des deutschen Beamtentums sein. Es wurden zwei Stunden ernster Anregung, welche die Teilnehmer verlebten. Man schied mit der Erkenntnis, daß noch reichliche Aufklärung in den Fragen des Be­amtentums notwendig ist und daß die Fülle von Aufgaben nur ersprießliche Bearbeitung und Lösung finden kann, wenn in den lokalen Veamtenvereinigungen reger Geist und eifriger Wille zur Tat die gemeinsamen Veranstaltungen beseelen.

Das Jagdschloß Kranichstein, deffen großartige Eeweihsamm- lung von verschiedenen unserer jagdliebenden Eroßherzöge her- rührend, das schon immer ein großer Anziehungspunkt von Iagd-

liedhabern war, ist nunmehr, nach -teuordnung und Ergänzung der Bestände aus anderen hessischen Schlöffern durch wertvoll« Icvgdgemälde und Geweihe durch den Eroßherzog zur Besichtig­ung freigegeben und gegen ein Eintrittsgeld, das zu Wohl- fahrts- und Unterstützungszwecken bestimmt ist, vom 19. d. M. ab täglich zu besichtigen ist.

Aus StarkenburK.

Darmstadt, 16. Sept. Wegen Postdiebstahls wurden hier verschiedene Personen festgenommen, welche sich während ihrer Beschäftigung Unredlichkeiten aller Art haben zu schulden kom­men lassen.

FC. Eberstadt, 15. Sept. Der Eemeinderat beschloß di« Kriegsteuerungszulagen für die Gemeindebeamten je nach der Gehaltsklaffe von 25 bis 60 Prozent zu regeln und bewilligte den Betrag von 2395 Mark für Wechnachtsliebesgaben für die Truppen im Felde.

Aus RheinheffeNc

Mainz, 15. Sept. Eine Versammlung desMainzer Gast- wirte-Vereins" sprach sich einsttmmig dafür aus, den Preis des Weines im Glas, den halben Schoppen auf 2 Mark 50 Pfg. (mindestens 2 Mark 20 Pfg) festzusetzen. Infolge der am 1. Oktober eintretenden Biersteuer von 5.50 Mark auf den Hekto­liter und eines Vefchluffes der vereinigten Brauereibesitzer von Mainz und Umgebung den Bierpreis um 6 Mark den Hektoliter zu erhöhen, wurde eine Erhöhung des Schoppen Vieres um 5 Pfg. das ist ein Aufschlag von 25 auf 30 Pfg. in Aussicht genommen. Mit dem Vierauffchlag wird sich-die Preisprüfungsstelle zu be­schäftigen haben.

FC. Mainz, 15. Sept. 14 Viehhändlern aus 13 verschiede­nen Orten Rheinheffens wurden die Ausweiskarten entzogen und ihnen ^der Handel mit Vieh untersagt.

FC. Mainz, 16. Sept. Die 20jährige Köchin Klara Meh- ling aus Wald-Algesheim geriet am Hauptbahnhof zwischen zwei elektrische Straßenbahnwagen und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Die Einbrüche und Diebstähle nehmen fortge­setzt zu. So wurden nachts in der Leibnizstraße zwei Gänse, sieben Enten und ein halbes Dutzend Hühner, in der Rhein­straße drei Enten und mehrere Hühner gestohlen. In einer Villa im Stadtpark drangen Einbrecher in ein Zimmer, in dem zwei Jungen von 11 und 16 Jahren schliefen und stahlen meh­rere Anzüge, Stiefel, Uhr und dergl. Der Diebstahl wurde derart geräuschlos ausgefühtt, daß die Jungen nicht in ihrem Schlaf gestört wurden.

FC. Gonsenheim» 15. Sept. Die Eheleute Sekretär Neu- gebauer dahier begehen morgen das Fest der Goldenen Hochzeit.

Ans Hessen-Raffan.

FC. Wiesbaden, 16. Sept.Mei Säuche hat nett gefreffe, deshalb Hab' ichs abgestoche und notgeschlachtet" mit dieser Entschuldigung, die jetzt allgemein bei den Schwarzschlächtern Gang und Gäbe ist, suchte der Hausdiener Walter Bath dahier eine Geheimschlachtung zu entschuldigen. Die Schöffen ließen dies nicht gelten, setzten ihm aber den Strafbefehl von 200 M. auf 100 Mark Geldstrafe herab. Da sie Suppenwürfel, ein Gegenstand des täglichen Bedarfs, die noch obendrein zur Täusch­ung geeignet waren, mit einem sehr hohen Gewinn verkauft hatte, nahm das Schöffengericht die Händlerin Marie Haus­mann in eine Geldstrafe von 50 Mark.

FC. Wiesbaden, 16. Sept. Auf ein Huldigungstelegramm der Freiherrlichen Familie von Stein-Liebenstein in Varchfeld in Kurheffen an den Kaiser mit dem erneuten Treugelöbnis zu Kaiser und Reich, sandte Kaiser Wilhelm durch das Geheim« Zivilkabinet von Schloß Wilhelmshöhe aus an Amtsgerichts, rat Dr. Freiherr von Stein-Liebenstein in Wiesbaden ein Dank-- telegramm, das auf den Jahrestag des sechshundertjährigen Fa­milienbesitzes in Barchfeld bezugnehmend die Wünsche für wei­tere Jahrhunderte kräftigen Blühens und Gedeihens der Fa­milie im Frieden in einem glücklichen Deutschland ausfpricht.

FC. Wiesbaden, 16. Sept. Gestohlen wurden in einer hie­sigen Fabrik zwei Treibriemen von achteinhalb Meter Länge. Vom Dieb keine Spur. Die Glocken der Marktkirche sind nach neuester Entscheidung in die erst in letzter Linie in Anspruch zu nehmende Klaffe der Glocken eingereiht worden, sodaß ihre Be­schlagnahme bis auf weiteres nicht in Frage kommt.

FC. Aus dem Westerwald, 16. Sept. Drei mit Säcken be­ladene Spitzbuben wurden nachts in Freirachdorf von der Po­lizei abgefaßt und bis zum Eintreffen der Gendarmerie in dem Spritzenhaufe inhaftiert. Einer der drei Spitzbuben wurde schon seit längerer Zeit als Fahnenflüchtiger verfolgt und kam nach Limburg ins Militärgsfängnis. Die beiden anderen wur­den dem Amtsgerichtsgefängnis nach Höhr-Grenzhaufen zuge­führt.

FC. Dotzheim, 15. Srpt. In die Fauth'fche Oelmllhle wa­ren in der vergangenen Nacht drei junge Burschen eingedrungen und waren im Begriff, eine Kanne mit Oel zu Men, als sie von Arbeitern dabei abgefaßt wurden.

FC. Flörsheim, 15. Sept. Das sechsjährige Töchterchen der Familie Josef Volmer spielte gestern an einem Rollwagen, wobei der Wagen sich in Bewegung setzte und mit voller Wucht gegen das am Ende der Rollbahn vorbeiführende Bahngeleise rannte. Durch den Anprall wurde das Kind an einen dort stehenden Eisenbahnwagen geschleudert, wodurch es so schreckliche Verletzungen daoontrug, daß es kurz danach verstarb.

FC. Wetzlar. 15. Sept. In der Scheune des Mühlenbesitzers Peter Amend in Werdorf brach Großfeuer aus. Die reich ge­füllte Scheune drängte vollständig nieder.

FC. Schierstein, 15. Sept. Die beiden Opfer der schauer­lichen Familientragödie dahier, Heinrich und Elisabeth Thiele, wurden heute nachmittag unter großer Beteiligung von der Leichenhalle des hiesigen Friedhofs aus zu Grabe getrager?-

FC. Vom Spessart, 15. Sept. Ein Großfeuer vernichtete in Rothenbuch die Anwesen von fünf Landwirten, die sämtlich nicht versichert sind. Die Entstchungsurfache des Brandes ist noch nicht aufgeklärt.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyn er. Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung, < A> G., Friedberg iz.H.