Ausgabe 
16.9.1918
 
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des Weltkrieges zur Tatsache gewordene militärische Selbstaus­lieferung Belgiens an die Westmächte ergab, daß somit unser Durchmarsch durch Belgien nicht nur politisch und militärisch, sondern auch moralisch mehr als gerechtfertigt war, hat unsere uNdeutsche Presse beileibe nicht abgehalten, das eigene Nest zu beschmutzen, das Gift der Verdächtigung gegen ihr eigenes Va­terland zu speien! Daß Trenbruch-Ztalien uns in schmählichstem Verrate verlassen, daß der schuftige Rumänenlönig sich selbst als einen gemeinen Lumpen bezeichnete, wenn er seine Verträge mit den Mittelmächten bräche und dies in einem Augenblicke, wo er die Kriegserklärung an Oesterreich in der Tasche hatte, daß Aar Nikolaus seine Millionenheere gegen Deutschland mo­bilisierte und in dem gleichen Momente seinen Busenfreund, den Deutschen Kaiser, ehrenwörtlich des Gegenteils versicherte, das hielt die großen Geister unserer deutschen Psendo-Moral-Philo- scphen keineswegs ab von der niederträchtigen Behauptung, für uns Deutsche sei der Weltkrieg wie eine Erlösung vom Banne gewesen, um unsere Welteroberungsidee der Verwirklichung nahe zu bringen, und uns damit einen Teil der Schuld an der Entfachung des Weltbrandes auf die Schulter zu schieben! Dies hielt diese dunkeln Ehrenmänner nicht ab, ihre Elaborate in einem nur allzu gefügigen Teile der deutschen Presse niederzu­legen. um sie unseren Feinden als ein gefundenes Fressen auf dem Präsentierteller servieren zu können! Aber nicht mir im feindlichen Auslande finden diese verwerflichen Anwürfe deut­scher Männer gegen ihr eigenes Vaterland ein tausendstimmiges Echo, auch in der Heimat verhallt dieses verdächtige Raunen einer zielbewußt auf Deutschlands Verderben hinarbeitenden Clique von Verrätern leider nicht ungehört. Unsere Feinde wußten es vom ersten Augenblicke des Krieges an, daß wir mit Waffen von Stahl und Eisen nicht zu besiegen find und be­dienen sich deshalb als aussichtsvolleren Kampfmittels der gleißenden Waffe des Goldes. Ströme feindlichen Goldes sickern durch unser deutsches Vaterland in die Taschen feiler, käuflicher Kreaturen, die getrieben von jenerauri sacra fames, ver­ächtlich genug sind, um einen Judaslohn an ihrem Vaterlande gum nicktswürdigen Verräter zu werden, die sich in die Hütten unserer rn Kummer, Sorge und Not um das tägliche Brot sich quälenden deutschen Frauen schleichen, ihnen den teuflischen Wahn in die Ohren flüstern, Deutschland stände vor dem Ruine. Deutschland sei bereits außerstande, die fälligen Zinsen für seine Kriegsanleihen aufzubringen, Bayerns Heil könne nur von Frankreich und England kommen, Deutschlands Rettung könne mrr auf einer Trennung zwischen Nord und Süd beruhen, um sich dann sachte hinweg zu stehlen, nachdem sie ihre ver­fluchte Saat in die von AnM gepeinigten Herzen gelegt und so mitgearbeitet haben an der verruchten Maulwurfsarbeit un- serer Feinde.

So werden hier in der Heimat die Brunnen unserer ge­sunden Volksstimmung von vaterlandslosen Schuften vergiftet! An den öffentlichen Pranger mit diesen verdammten Wichten, die es nicht wagen, offen ihre Meinung zu bekennen, weil sie fürchten, für ihre Missetaten von dem besseren Teile des deut­schen Volkes zu Boden getreten zu werden? Jeder Deutschs hat heute tu den Augenblicken der furchtbarsten Krise des Welt­krieges die verfluchte Pflicht und Schuldigkeit, offen und rück­sichtslos mit dem gesamten Rüstzeuge seiner geistigen Waffen zu Felde zu ziehen gegen jeden infamen Versuch, unsere deutsche Einigkeit durch verräterische Machinationen zu untergraben, von welcher Seite er auch kommen möge. Wir aber rufen unseren Führern da draußen an der Front wie hier in der Heimat die gleichen Worte zu, die der Senat des alten Rom seinen Konsuln unter gleichzeitiger Ilebertranung der höchsten Staatsgewalt auf ihre Verfon zu verkünden pflegte, wenn das Vaterland in höch­ster Gefahr schwebte:Videant consules, ne quid detrimenti eapiat respuhlia!" O möchte sich jeder Deutsche doch die herr­lichen paar Worte in das Gewissen rufen, die Schiller den grei­fenAttinghausen" in der Stunde schwerster Volksnot an seine bedrängten Schweizer sprechen läßt:Seid einig, einig e i n i g !*

Prt KristWe gtoncriiumiit in Bayern.

München, 13. Sept. (WV.) Aus der Rede des Ministers v. Vrettretch fei noch folgendes wiedergegeben:

Bayern und das Reich sind gegenseitig auf einander an­gewiesen. Im gegenseitigen Zusammenhalten und Unterstütz­ung liegt die Stärke des Ganzen. Zwietracht und Uneinigkeit, um deren Entstehen und Wachsen sich auch zahlreiche feindliche Agenten bemühen, kommen nur unseren Feinden zugute und verlängern den Krieg. Ware unsere Landwirtschaft nicht leist­ungsfähig gewesen, wäre der Krieg langst beendet durch eine schwere Niederlage. Die bayerische Staatsregierung wird bei Kriegsende sicher alles daran setzen, um die heimische Landwirt­schaft technisch und wirtschaftlich zu fördern. Insbesondere wird sie. wie schon wiederholt versichert, mit aller Entschieden­heit dafür eintr^ten, daß sie bei Ordnung der wirtschaftlichen Verhältnisse mit andern Staaten vor ernsten Schädigungen be­wahrt bleibt. Der Ruf nach kräftiger Industrialisierung Bayerns ist gerechtfertigt und begrüßenswert. Dabei darf aber die Landwirtschaft nicht zu kurz kommen. Der gewaltige Krieg lastet schwer auf jeder Familie, doch können wir nicht genug danken dafür, daß unsere Heimat nicht zum Kriegsschauplatz ge­worden ist Unser Heer und unsere unvergleichlichen Führer wandten solches Leid von der Heimat ab. Sie werden es auch fernerhin von uns fernhalten. Der Rückzug der Armeen er­schreckte manche, aber ich kann auf Grund von Mitteilungen der militärischen Stellen aufs bestimmteste versichern, daß 'Anlaß zur Besorgnis nicht besteht. Die militärische Lage ist es daher nicht, die uns jetzt die so überaus ernste, ja wohl ernsteste und schwerste Zeit des Krieges durchleben läßt, sondern dies beruht darauf, daß bei vielen Kleinmut eingezogen und die seelische Unerschütterlichkeit und feste Entschlossenheit zum Durchhalten ins Wanken gekommen ist. Diese Krankheit, dieses Gift darf nicht weiter um sich greifen und wir dürfen nicht müde und siech werden. Unsere Feinde wissen sehr genau, daß die Uner- sibütterlichkeit und Entschlossenheit bn Heer und in der Heimat unserer stärksten Waffen find, Deshalb sie versuchen, diele

Waffe auf alle Werse abzustumpfen durch alle möglichen Ge­rüchte. \

In der gleichen Weise versuchen jetzt unsere Gegner, der neunten Kriegsanleihe ontgegenzuarbeiten, aber sie werden auch damit keinen Erfolg erzielen. Schon jetzt liegen außerordent­lich große Voranmeldungen für die kommende Kriegsanleihe vor. Die politische Wirkung des Erfolges der neuen Kriegs­anleihe ist außerordentlich wichtig. Ein neuer Sieg der Hei­mat würde gerade jetzt, wo der Mut und Uebermut der Feinde so stark gewachsen ist, mit dazu beitragen, ihre hochgespannten Hoffnungen und Erwartungen herabzudrücken und dadurch un­sere Gegner dem Friedensgedanken näher zu führen. Unser Ausharrungsvermögen kann und soll die neunte Kriegsanleihe beweisen. Sie soll der Prüfstein sein für unseren Willen zur Selbsterhaltung und für unser Selbstvertrauen. So lange der Vernichtungswille unserer Feinde ungebrochen bleibt, müssen wir aushalten, durchhalten und zusammeichalten, sonst sind wir gegenüber der gewaltigen Uebermacht der Feinde verloren Bleiben wir einig, tun wir alle urvsere Pflicht und mehr als unsere Pflicht, dann kommt der Friede, der uns und unsere Kinder vor der Wiederkehr eines ähnlichen Krieges schützt. Vis dahin, bis die Feinde mit uns einen ehrlichen Frieden schließen wollen, haben wir alle, Soldaten und Bürger, Bauer und Ar­beiter, so hart es ist, keine andere Wahl als das letzte zu geben für die Verteidigung des Vaterlandes.

Die neuen Fnlterrationen.

Die Hartfutter-Versorgung im neuen Wirtschaftsjahr ist durch eine Verfügung der Reichssuttermittelstelle vom 9. August geregelt. Die Sätze sind dabei im wesentlichen die gleichen wie im vorigen Wirtschaftsjahr geblieben, wie das ja bereits durch die Presse bekannt geworden ist. Von den Einzelheiten der Ausführungsbestimmungen ist folgendes hervorzuheben: Fiir schwerarbeitende Zugpferde in land­

wirtschaftlichen Betrieben kann mit Zustimmung des Kom­munalverbandes für die Zeiten der hauptsächlichen Bean­spruchung eine Zulage bis zu 2 Kilogramm für den Tag ge- geben werden. Aber für dieses Anerkenntnis der Schwer­arbeit wird die größte Zurückhaltung verlangt, insbesondere soll die Zulage nickt für junge Pferde, vor allem Fohlen, be­willigt werden; auch sind alle nicht wirklich fchwerarbeitenden Pferden auszufchalten. Die Gersteverfütterung an Stelle von Hafer oder Gemenge wird vor allem dann gestattet wer- den können, wenn der Tierhalter keine hinreichenden Hafer­oder Gemengemengen selbst geerntet hat und der Kom- munalverband ihm nichts hat zuweifen können.

Die Tagesration für gewerbliche und im öffentlichen Dienst stehende Pferde beträgt vom 1. September ab Wz Kilogramm Hartfutter, welches allerdings erst vom 15. September ab geliefert werden kann. Die Landesfutter- mittelstellen werden daher in den eichen 14 Tagen des Sep­tember erhöhte Mengen an Beifutter aus ihren Reserven ausgeben. In einigen Fällen können auch diesmal wie im r origen Jahr höhere Rationen bewilligt werden, und zwar für Grubenpferde bis 4 Kilogramm, für Deckhengste in Staats- und landesherrlichen Gestüten und angekörte Privat- deckhengste, und zwar 4 Kilogramm für Warmblüter und 5 Kilogramm für Kaltblut in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1919 und 2 Kilogramm bezw. 2^ Kilogramm vom 16. August bis 31. Dezember d. Js. und 1. Juli bis 15. August 1919. Ferner können Zusatzrationen Mntter- stuten und Fohlen in Staats- und landesherrlichen Gestüten sowie Pferde erhalten, die für die Serumgewinnung ver­wandt werden, lieber die Rationen der Vollblutpferde sind Entscheidungen noch nicht getroffen, ebensowenig über die Holzabfuhrpferde, denen einstweilen eine Zulage nicht ge­währt ist, soweit nicht der Kommunalverband sie von sich aus geben kann.

Ans der Heiumt.

Bad Homburg, 14. Sept. Heute vormittag kurz nach 11 Uhr orach in der hiesigen Haferflockenfabrik, ehemals Mälzerei der Aktienbrauerei, ein Eroßfeuer aus, dem binnen kurzer Zeit das gesamte Fabrikgebäude zum Opfer fiel. Durch das Feuer sind ungeheuere Vorräte, gegen 2000 Ztr. Lanbheu, vernichtet. Die anliegender. Grundstücke, die bei dem herrscheirden Westwind in Gefahr waren, konnten gerettet werden.

Aus Starkenburg.

Crog-Steinheim, 13. Sept. Die 52 Jahre alte Witwe Brück­ner beschloß mit ihren beiden Kindern in den Tod zu gehen. Sie begab sich gestern nachmittag an den Main und warf eines der Kinder ins Wasser, dann sprang sie dem Kinde nach und fand den Tod in den Fluten. Das Kind konnte sich retten. Das zweite Kind war fortgelaufen, als es die Absicht seiner Mutter erkannt hatte.

FC. Eberstadt» 13. Sept. Der Weißbindermeister Schott von hier kam an der Haltestelle der Arttllerie-Kaserne ln Darmstadt beim Aussteigen aus der Elektrischen unter einen von der anderen Seite kommenden Wagen und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf verstarb.

Aus Rhrinhessen.

FC. Mainz. 11. Sept. Die am Ausgang des Zollhafens in dem Rhein geländete weibliche Leiche wurde als die der 12- jährigen Tochter eines hiesigen Witwer festgestellt. Wie es sich ergeben hat, hat das Mädchen aus Furcht vor Sttafe Selbst, movd begangen, da sie mehrerer Wäschediebstähle überführt worden war.

FC. Oppenheim, 12. Sept. Eine außerordentliche Haupt­versammlung des Obst- und Gartenbauvereins fiir den hiesigen Kreis fand in Wörrstadt statt. In den Vorstand wurden ge­wählt: Kreisdirektor Wolff-Oppenheim als erster Vorsitzen­

der, Kreisfchulinspektor Heyden-Oppenheim als Geschäftsführer. Fabrikairt Hinsberg-Nackenheim als 2. Vorsitzender. In der Versammlung wurde u. A. besonders hervorgehoben, daß zu viel Obst auf Schleichbandelswogen der Landesobststelle verloren

gehe und mit allen Mitteln dieser Schleichhandel bekämpft wev den müsse.

Aus Hrsscn-Nassau.

FC. Wiesbaden, 13. Sept. Als vor einigen Wochen aur einem eingefriedigten Grundstück in der Viebricher Gemarkung der Lokomotivführer August Gebhardt von dott eine Ziege «rt- wenden wollte, wurde er von dem Besitzer überrascht. Als (5>trfc Hardt auf dreimaliges Halttufen nicht stehen blieb, gab der Be­stohlene einen Schuß ab, der den Dieb am Gefäß verletzte. daß er nicht mehr zu entkommen vermochte. Der Sohn de, Gebhardt, der den Vater begleitete, erwiderte mit einem Schutz aus einem Revolver. Gebhardt, der dringend verdächtig ist. eine ganze Reihe von Kleinviehdiebstöhle ausgeführt zu haben, kam zunächst ins Krankenhaus. Bei einer bei ihm vorgenom- menen Haussuchung wurden unter Kohlen im Keller versteckt die verschiedensten Diebeswerkzeuge vorgefunden. Auf seinen Diebeszüllen nahm Gebhardt, wie die Untersuchung ergab, da er schwerhörig war, seinen 16jährigen Sohn Ernst mit, de, für sich allein auch dann einige Diebstähle ausführte. Heut» standen Vater und Sohn vor der Strafkammer. Ueber eir Dutzend einfache, schwere und gemeinschaftliche Diebstähle wirr den ihnen zur Last gelegt. Die Strafkammer nahm den Loko motivführer, der übrigens ein jährliches Einkommen von über 4000 Mark bezog, in eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren, der Sohn kam mit 4 Monaten davon. Ersterer wurde sofort wegen der Höhe der Strafe in Haft genommen.

FC. Wiesbaden, 13. Sept. Hinter der Mauer der Win- fchaft Krämer in Vraubach stand an einem Märzabend ein Lie- bespärchen. Plötzlich wurde das Paar durch ein Geräusch ge- walttg in Schrecken versetzt. Ein Stallhase flog nämlich über den Köpfen des Pärchens in weitem Vogen auf die Landfttaße. Ihm folgte sofort ein weiterer. Das durch die unerwartete Fleischgabe von oben erschreckte Paar eilte sofort zu dem Wirt und bnachrichtigte ihn von dem Vorfall. Als dieser nach sei» neu Hasen sah, waren sie verschwunden. Der Wirt hatte sofort Verdacht auf zwei Gäste, den Eisenbahnrangierer Wilhelm _£>q* ber von Oberlahnstein und den Spengler Johann Berg von Niederlcchnstein, jetzt in Höchst a. M. wohnhaft, und erstattete Anzeige gegn beide Das Schöffengericht Vrarrbach nahm sie wogerr Diebstahl in eine Gefängnisstrafe von je einem Monat. Hiergegen hatten die Verurteilten Berufung eingelegt. Di? Straftammer verwarf sie heute.

FC. Wiesbaden, 13. Sept. Vermißt wird seit Dienstag Abend der 16jährige Sohn eines hiesigen Postunterbeamten, der als Lehrling in einem Bankhaus dahier in Stellung war. Der Junge entfernte sich aus der elterlichen Wohnung ohne beson­dere Ursache und ist seitdem verschwunden.

FC. Wiesbaden, 13. Sept. Zu Tode geschleift wurde von feinem eigenen Fuhrwerk in der Mainzerstraße der Flaschen­bierhändler Johann Hägerich. Das Pferd scheute und raste davon, während Hägerich, der die Zügel fest um die Hand ge­schlungen hatte, mrtgerissen wurde und unter die Räder des Wagens kam. Als das Fuhrwerk zum Stehen gebracht wurde, konnte der unglückliche Lenker nur als gräßlich zugerichtete Lerche unter den Rädern hervorgeholt werden.

FC. Flörsheim, 13. Sept. Die Weinberge der hiesigen Ge­markung wurden gestern geschlossen.

FC. Biebrich, 12. Sept. Der kürzlich aus dem hiesigen Kvankenhaufe geflüchtete Einbrecher und Landesverräter Joh. Reith von hier wurde in Düsseldorf feftgenommen.

FC. Dotzheim» 12. Sept. Eine Preisschau von Ziegen fand hier durch den hiesigen Ziegenzuchtverein statt. Aufgetrieben waren 87 Tiere und drei Jungböcke, 34 wurden von diesen prä­miiert. Außer Geldpreisen wurden mich zwei Flaschen Oel als Prämien gegeben. Die prämiierten Tiere wurden gleichzeitig engekört und in das Herdbuch eingetragen. Die Ziegenzucht schreitet hier wacker voran.

FC. Dotzheim, 12. Sept. Die Güterversteigerung der Erben * der verstorbenen Philippine Wintermeyer hatte viele Kauf­lustige herangezogen. 30 Morgen, in 125 Parzellen, ergaben ein Versteigerungsergebnis von 157 000 Mark. Die einzelnen Parzellen, mit Ausnahme derer, die für Bauplätze vorgesehen, gingen über den Taxwert.

FC. Dom Taunus, 12. Sept. Die Getreideernte in Nie­dernhausen und den umliegenden Gemeinden nahm einen schnel­len Verlauf. Das Wintergettcide lieferte gute, das Sommer­getreide befriedigende Erträge. Die Frühkartoffeln sind gering ausgefallen, während die Spätkartoffeln eine reiche Ernte ver­sprechen. Die Obstbehänge sind, besonders beim Kernobst, nicht überall befriedigend.

FC. Weilburg, 13. Sept. Dem Landwirt Friedrich Schmidt in Möttau wurde nachts ein zweijähriges Rind aus dem Stalle gestohlen. Der Verdacht lenkte sich auf einen Einwohner von Attenkirchen.

FC. Königstadten, 12. Sept. Um dem ganz und gar über­hand nehmenden Feldfrevel entg eg enzu treten, hatte die hiesige Gemeindeverwaltung acht Hilfsfeldfchützen, die selbst Gelände besitzen, verpflichtet. Das Resultat war ein vorzügliches. Seit­dem kommen Felddiebstähle kaum mebr vor.

FC. Vom Unterwcsterwald, 12. Sept. Die Haselnußernte ist vom 15. September ab fteigvgeben. Der Behang der Sträu­che: ist recht gut, doch sind sehr viele Nüsse wurmsttchig, sodaß stellenweise das Pflücken sich tatsächlich wenig lohnen dürfte.

Aus Kurhessen.

FC. Zwingenberg, 12. Sept. Die Synode des Dekanats Zwingenberg wählte in die Landessynode Pfarrer Bolitsch in Hühnlein, zu dessen Stellvertteter den Pfarrer Wehfarg in Jugenheim.

FC. Aus dem Edertal, 12. Sept. Heuer ist hier die Obst­ernte eine ergiebige. Die Apfelbäume und die Zwetschen sind reich beladen, weniger behängen sind die Dirnen.

FC. Fulda, 13. Sept. Die Polizei beschlagnahmte hier ein Rind im Gewicht von vier Zentnern, das ein hiesiger Einwoh. ner gemeinsam mit einem Viehhändler geschlachtet hatte.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Herr ner. Fiiedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung*

A. G., Friedberg i. H.