Ausgabe 
13.9.1918
 
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^feindlichen Agenten, die überall umherschleichen und Dte Siege«, zuverstcht untergruben, müsse kurzer Prozeß gemacht werden. Der Minister verlangte schließlich die Zurückstellung aller Mei- nungsversch icdenhciten.

Eine wohlverdiente Abfuhr.

Berlin, 10. Sept. Die im Verlage Ullstein erscheinende de­mokratischeBerliner Morgenpost"' wendet sich mit bemerkens­werter Schärfer gegen die Treibereien des Oberflaumachers und Engländerfreundes Professor Hans Delbrück, indem sie schreibt: Herr Professor Hans Delbrück stellt in den Preußischen Jahrbüchern die Generalreigigung Deutschlands von alldeut- fchen Gedanken und Kriegszielen als eine Voraussetzung für den Frieden hin. Damit gesellt er sich zu denen, die unserem Publikum einreden, daß der Krieg war darum fortdauere, weil unsere unter alldeutschem Einflüße stehende Negierung nicht den ernsten Willen habe, eine Verständigung mit dem Feinde her. Leizusühren. Wie wir unserers-its zu den Alldeutschen stehen, wißen unsere Leser aus zahllosen Aeußerungen derBerliner Morgenpost"; wir brauchen es also hier nicht mehr zu sagen. Nicht oft genug aber können wir wiederholen, daß die Leute von der Richtung des Herrn Profeßor Delbrück (und das sind vornehmlich und fast ausschließlich Demokraten! D. S.) uns und unserer guten Sache mnldestens ebenso viel, wenn nicht mehr Schaden zufügen wie die Alldeutschen. Es ist nicht wahr, daß der Krieg fortdauert, weil alldeutsche Treibereien eine Ver­ständigung unmöglich machen; das ist eine nichtsnutzige Ver­schleierung der Wahrheit. Wahr ist vielmehr, daß der Krieg fortdau-ert, weil sich dte Feinde mit uns nicht verständigen, fon- dein uns vernichten wollen. Warum weist Profeßor Delbrück nicht auf das Treiben der englischenAlldeutschen" vom Schlage der Maxse, der Battenberg, der Repington hin, warum ver­hehlt er die Tatsache, daß die Alldeutschen in Deutschland in der praktischen Politik nichts gelten, während ste in England das Leben der Oeffentlichkeit beherrschen und in allen Negie­rungsstellen einen ausschlaggebenden Einfluß besitzen? Er # weiß doch, daß jede nichtsnutzige Aeußerung eines alldeutschen Annexionspolitikers mindestens drei noch nichtsnutzigere Aeuße. rungen englischer Knock-out-Politiker entgegengestellt werden können; wenn er es aber weiß, warum gibt er der Wahrheit wicht die Ehre, indem er anerkennt, daß die Schuld der All­deutschen an der Fortdauer des Krieges zum mindesten crbge- glichen, wenn nicht weit übertrosfen wird durch die Schuld der englischen Knock-out-Politiker. Wir können unseren Lösern trm immer wieder sagen: Laßt euch nichts vormachen und laßt euch nicht veriühren, glaubt das MiesmachergereLe von der Schuld der Alldeutschen an der Fortdauer des Krieges nicht, denn es ist Unsinn, wenn nicht Schlimmeres. Schuld an der Fortdauer des Krieges ist die Tatsache, daß der Feind sich mit uns nicht verständigen will, wie es noch letzthin dadurch bewie­sen worden ist, daß die englische Regierung eine Zusammenkunft von deutschen Mehrheitsabgeordneten mit englischen Parlamen­tariern zwecks Erörterung der Friedensmöglichkeiten in der Schweiz unmöglich gemacht hat. Wir müßen es bleibt uns keine andere Möglichkeit den Feind, sei es in der Abwehr, fei es im Angriff, zu der Erkenntnis zwingen, daß er uns nicht vernichten kann, sich also mit uns verständigen muß, will er feine eigene Sache nicht noch schlimmer machen als sie ist. Kön­nen wir ihn dazu wicht zwingen, so sind wir verloren, wir, das heißt jeder Einzelne von uns. Wer aber dem Volke einredet, daß der Krieg nur fortdauere, weil die Alldeutschen und die alldeutsch beeinflußte Negierung den Frieden nicht wollen, der hindert das Volk an der klaren Erkenntnis des Kampfzieles und an der Zusammenfassung seiner Kräfte, die es für die Er­reichung des Kampfzieles einfetzen muß. Er ist ein schlimmerer Schädling wie die Alldeutschen. (Wir brauchen nur noch hin- zuzufügen, daß Profeßor Hans Delbrück für fast unsere gesamte demokratische Presse der Kronzeuge in dem jedes Maß von An­stand übersteigenden Kampfe gegen die Alldeutschen istEwen da­nach die moralischen Ohrfeigen treffen, die das Berlin-er De- mokratenblatt austeilt, brauchen wir wohl kaum zu sagen, Hans Delbrück nicht allein und nicht einmal im besonderen, denn er ist nur ein Werkzeug in dem unsauberen Gebaren gegen die Alldeutschen. D. S.)

Die Wtn ihr

tlrliijhrinus'Mi!'.

Der Partervorstand der sozialdemokratischen Partei Deutsch­lands und die Een-eralkommission der Gewerkschaften Deutsch­lands haben sich in einer Denkschrift an den Reichskanzler ge­wandt, in der sie auf die Schwierigkeiten der derzeitigen Lage der Vollsernährung Hinweisen, auf die daraus resultierende Stimmung in den Maßen aufmerksam machen und zur Abhilfe vor allen Dingen' eine Erhöhung der Kartoftelration über 10 Pfund auf den Kopf und die Woche hindurch als unumgänglich notwendig bezeichnen. Neben den üblichen Ausfällen gegen die Produzenten, über die bei der gewollten Verständnislosig­keit der Sozialdemokratie in diesen Dingen kaum noch etwas zu sagen ist, enthält die Denkschrift bemerkenswerte Zugeständ­nisse über den Zusammenbruch des gerade von der Sozialdemo­kratie selbst mit allen Mitteln erzwungenen und auftechterhal- tenen Verteilungssystems. Ueber die vorjährige Kartoffelver- lorgung z. B. wird folgendermaßen geurteilt:

Die Erfahrung hat gezeigt, daß im verflossenen Jahr die Bevölkerung mit der Nation von 7 Pfund Kartoffeln nicht auskomm en konnte. Wer es eben konnte, hat sich darüber hinaus selbst mit Kartoffeln versorgt. DieTransport- 'schwierigkeiten" des Kriegsernährungsamtes schufen eine glän­zende Konjunktur für den Schleichhandel, der die Schwierig­keiten spielend überwand. So zwangen organisatorische Un- fähigkeit oder manglnder Wille das darbende Volk, 2030 Mark für den Zentner Kartoffeln zu zahlen. Die Eisenbahn beförderte Tag für Tag Hunderttausende, die Kartoffeln in geringen Mengen in die Städte brachten. Die Folge also war gesteigerte Belastung der öffentlichen Transportmittel und unwirtschaftliche Art der Zuführung von Lebensmitteln."

' Dte Dinge sind Htek tzcmz richtig gefchilldert. Rur ist es we­niger organisatorische Unfähigkeit, noch weniger mangelnder Wille gewesen, der den Derterlungsmechanismus versagen lieh, sondern die völlig unlösbare Aufgabe, mit Hilfe einer schwer­fälligen bürokratischen Maschinerie die verwickelten Vorgänge durchzuführen, zu deren Devaltigung in normalen Zeiten die angespannte Intelligenz und gesamte persönliche Verantwor­tung zahlreicher selbständiger Existenzen notwendig war. Des­halb ist es ein Zeichen offenbaren Unverstandes, wenn trotz die­ser Erkenntnis die Sozialdenrokratie nichts Besseres weiß, als das von ihr als Hersager erkannte Derteilungssystem dadurch zu potenzieren, daß sie die bekannterestlose Erfassung" fordert.

Wenn in der Eingabe sich folgende Sätze finden:

Die Politik des Kriegsernährungsamtes, die lediglich durch Preisanreiz eine Erhöhung der Produktion zu erzielen versuchte, führte gleich einer Schraube ohne Ende zu einer Verteuerung aller Lebensmittel, die mit den gesteigerten Produktionskosten nicht gerechtfertigt werden kaum. Erzeuger und Händler sind trotzdem mit den Gewinnen noch nicht zu­frieden. Während Millionen Männer auf dem Schlachffelde ihr Blut dem Vaterlands geben müssen, werden ihre Ange­hörigen zur ewigen Schande unserer Zeit von eigenen Volks­genossen ausgesogen, die durch schamlosen Wucher mit Le­bensmitteln die letzten Kräfte der Armen verzehren" so bedeutet das, soweit die landwirtschaftlichen Produzenten in Frage kommen, eine derartig unerhörte Umfälschung offenkun­diger Tatsachen ins Gegenteil, daß man sogar vom Kriegser- nährungsamte ein energisches Auftreten gegen solche groben Unwahrheiten erwarten sollte. Gerade die Verkennung der Be­deutung des Preises als eines Anreizmittels zur Produktion ist einer der Hauptfehler unserer ganzen Zwangswirtscbaft; und wenn die bewirtschafteten Nahrungsmittel zu einem Teil, iüs- besondere soweit die Eemüseversorgung in Frage kommt, zu un­gerechtfertigt hohen Preisen an den Konsumenten gelanaen, so liegt die Schuld daran nicht an den dem Erzeuger bewilligen Preisen, sondern an der vielfach 200 Prozent und mehr betra­genden Spannung zwischen Erzeugerhcchstpreisen und Graß- be­ziehungsweise Kleinhandelshöchstpreisen. Das sollte dem Vor-, stände einer großen Partei und eines großen wirtschaftlich-po­litischen Verbandes aus der Lektüre amtlicher Preisfestsetzungen bekannt sein. Da es aber eine Begleiterscheinung des sozial­demokratischen Verteilungssystems ist, wird davon in der Ein­gabe großmütig geschwiegen. Ebenso wie über die Gründe des perhorrefzierten Schleichhandels, der ja doch nur auf dem Nähr­boden dieses Zwangswirtschastssystems so üppig ins Kraut schießen konnte.

Wenn also jetzt die Sozialdemokratie in der Erkenntnis der durch ihr System heraufgeführten Lage sich in solcher be­schwörenden Form an die Regierung um Abhilfe wendet, so wird sie nicht sagen dürfen:Sollte die Erbitterung sich in

Formen entladen, die wir nicht wünschen, so trifft die ganze Schwere der Schuld allein die verantwortlichen Stellen des Reichs." Sie hat vielmehr alle Veranlagung, an ihre Brust zu schlagen und zu sprechen: Meine Schuld, meine größte

Schuld!

Ans der Heimat.

Friedberg, 13. Sept. (D i e n st n a ch r i ch t e n.) Friedr. Josef Gluck zu Friedberg wurde zum Kontrollbeamten für den Bezirk der Oberhessischen Milchzentrale eidlich verpflichtet. Ludwig S p ö h r e r aus Drllingen (Taunus) wurde als Jagd­aufseher ftir den Gemeindewald-Jagdbezirk Hardtwald bei Ob.- Efchbach eidlich verpflichtet. Nathan Roß auch Groß-Karben wurde als Veffeldschütze dieser Gemeinde eidlich verpflichtet. Eyriakus Ehrhardt aus Ostheim wurde als Beifeldschütze dieser Gemeinde eidlich verpflichtet. Philipp ©übler von Ossenheim wurde als Feldschütze dieser Gemeinde eidlich ver­pflichtet. Friedrich Michel zu Fricdberg wurde als Alfs- feldschütze für die Gemarkungen, der Stadt Friedberg und des Stadtteils Fauerbach eidlich verpflichtet. Ludwig Wilhelm Haas zu Friedberg-Fauerbach wurde als Hilfsfeldschütze für die Gemarkung des Stadtteils Fauerbach eidlich verpflichtet.

Wie gelangt der Verbraucher zu Herbstgemüse? Von zu­ständiger Seite erfahren wir: Seit der Bekanntmachung der

Hessischen Landes-Eemüsestelle vom 20. August 1918 bat die Be­wirtschaftung des Herbstgemüses (Weißkohl, Rotkohl, Wirsing­kohl, Grünkohl, Möhren aller Art und Zwiebeln) im Großher­zogtum Hesien eingesetzt, d. h. diese Gemüssarten dürfen von den Erzeugern nur an die Bezirkskommissionäre der Hessischen Landes-Gemüsestelle bczw. deren mit der grünen Ausweiskarte versehenen Auftäufer abgesetzt werden. Die nur mit der brau­nen Ausweiskarte der Landes-Gemüsestelle versehenen Gemüse­händler oder Bedarfsstellen dürfen die genannten Gemüsearten nicht mehr einkaufen. Von diesen Vorschriften bestehen aber, was nicht allgemein genügend bekannt zu fein scheint, wichtige Ausnahmen: es ist nicht nur die Erfüllung von genehmigten

Lieferungsverträgen über die genannten Gemüsearten nach wie vor zulässig, sondern es bleibt auch der Verkehr auf öffentlichen Märkten frei Zum Versand des Gemüses ist aber natürlich auch in diesen Fällen das vorgeschriebene Versandpapier erfor­derlich. Endlich bleibt der Absatz der genannten Gemüsearten durch den Erzeuger unmittelbar an den Verbraucher ganz frei, wenn an einem und demselben Tage an den gleichen Verbrcru. cher nicht mehr als 5 Kg. der obengenannten Gemüsearten von Zwiebeln jedoch nur 1 Kg. abgesetzt werden. Für den Versand dieser Mengen sind auch Versandscheine nicht erforder­lich. Will ein Verbraucher in Ausnahmefällen, z. V. von einem Angehörigen, eine größere ©emüfemenge beziehen, so hat er sich mit genauen und amtlich beglaubigten Angaben an die Landes- Gemüfestelle zu wenden. Das hier Gesagte gilt nur für Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl, Grünkohl, Möhren aller Art und Zwiebeln. Bei ckllen übrigen Gemüsearten ist der Aufkauf für den Verbraucher ohne Begrenzung auf eine bestimmte Menge frei; nur ist bei Mengen von mehr als 10 Kg. ein Ver­sandschein erforderlich, den die örtlichen Vertrauensmänner der Landes-Gemüsestelle ausstellen.

Nidda, 12. Sept. Der ln der Doppelmordaffäre in Hafk genommene Nachtwächter Kühne aus Geiß-Nidda ist wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden, dagegen wurde ein Heizer des Sägewerks als verdächtig in Haft genommen.

Aus Starkenburg.

Offenbach a. 10. Sept. Ueber 1200 Mark bares Geld, das sich eine in kleinen Verhältnissen lebende Frau erspart, aber dummerweise in ihrem Bett versteckt hatte, hat der einig« Zeit bei ihr wohnhaft gewesene kaum 18 Jahre alte P. W. Schulz daselbst mittels Einbruch gestohlen und den ganzen Be­trag in leichter Gesellschaft in Hamburg durchgebracht. Er hat auch ein paar Stiefel mitgenommen, die er in Frankfurt für 60 Mark verkauft hat. Er wird zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt.

Aus dem Odemvald, 12. Sept. Die überreiche Bu' ' ernte kann auch in unseren Waldungen nächste Woche b ,i Hoffentlich wird es dieses Jahr möglich gemacht, d r

Oelreichtum, den die Natur spenden will, nicht wieder teils unbenutzt zugrunde geht wie vor zwei Jahren. D nur gefchchen, wenn man auch dem Sammler der Buchen, seinen gerechten Anteil läßt.

Aus Hessen-Nassau.

FC. Wiesbaden, 11. Sept. Zwei Damen aus Frankfurt, die 27jährige Näherin Emilie Dauth und die 28jährige Photo­graphengehilfin Frieda Vachmann, machten anfangs August einen Abstecher hierher und stiegen imEuropäischen Hof" ab Beim ersten Frühstück zahlten die Damen die Rechnung und begaben sich dann auf ihr Zimmer. Dortselbst packten sie alles Vettwerk ein, fuhren nach Biebrich, um über Mainz nach Frankfurt zu gelangen. In Biebrich jedoch nahm man sie be­reits am Schlafittchen. Die Strafkammer nahm *die Dauth in eine Gefängnisstrafe von einem Jahr, ihre Freundin kam mit vier Wochen davon.

FC. Wiesbaden, 11. Sept. Das in Nüdesheim bedienstet gewesene Küchenmädchen Kath. Kumps machte an einem Sonn, tag im Jam einen Ausflug und lieh vorher von einer Kellne. rin eine wollene Jacke, von dem Zimmermädchen Bluse. Tasche und Hut. So ausstaffiert, zog dte Küchenfee gen Frankfurt, wurde aber bereits in der Nacht in Frankfurt verhaftet. Wegen Unterschlagung der anvertrauten Sachen erhielt sie heute von der Strafkammer eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen.

FC. Wiesbaden, 11. Sept. Unlängst wurde in Limburg a d. Lahn ein schwerer Einbruch verübt, bei dem die Diebe Klei­der, Wäsche und Schmucksachen im Werte von 5000 Mk. mrt- gehen hießen. Jetzt wurde festgestellt, daß die hier wegen eines Einbruchdiebstahls in Aschaffenburg festgenommenen Verbreche! Kunz und Schmitz den Diebstahl in Limburg ausgesührt haben

FC. Aus dem Untertaunus, 11. Sept. Die allgemeine Kar­toffelernte darf hier nicht vor dem 25. September beginnen. Ausnahmen müssen ausdrücklich genehmigt werden. Der Höchst­preis für Kartoffeln, die ohne behördliche Genehmigung aus­gemacht werden, wurde auf vier Mark pro Zentner festgesetzt.

FC. Höhr, 11. Sept. In der hiesigen Zigarrenfabrik wurde eingebrochen und erhebliche Mengen Zigarren gestohlen.

FC. Aus dem Kreis Wetzlar, 11 . Sept. 30 Landwirte aus verschiedenen Gemeinden des Kreises wurden gerichtlich be­straft wegen Vergehen gegen die Kriegsaesetze mit 600 bis 36 Mark. So erhielt der Landwirt Peter Martin V. in Stein, dorf wegen Ueberschreitung der Höchstpreise für Ferkel 600 Mk. Geldstrafe, die Ehefrau Kath. Braun in Dornholzhausen we­gen Ueberschreitung der Schweinehöckstpreise eine solche von 126 Mark, der Landwirt Johann Beppler in Hörnsheim wegen Ueberschreitung der Höchstpreise für Kohlrüben 300 Mark Geld­strafe.

Aus Kurbcssen.

FC. Aue Nicderhessen, 9. Sept. Während eines starken Ge­witter traf der Blitz in der Nähe des Dorfes Körle bei Gun­tershausen das Gespann eines Landwirts, wobei die beiden Pferde erschlagen wurden. Der Knecht, der unter einem Baume Schutz gesucht hatte, kam mit dem Schrecken davon.

Aus Rheinhcssen.

FC. Kostheim, 11. Sept. Aus Unvorsichtigkeit spaltete beim Halzhacken in einer hiesigen Fabrik eine Fabrikarbeiterin ihrer Kollegin die rechte Hand.

Harxheim, 12. Sept. Durch einen ruchlosen Bubenstreich wurde der Weinbergbesitzer Karl Poth aufs empfindlichste ge­schädigt. Unbekannte schnitten in seinem Weinberg nicht we­niger als 300 Stück seiner schönsten Weinstöcke ab. Poth hal für die Ermittelung der Täter eine Belohnung von 1000 Marl ausgesetzt.

Aus der Pfalz.

FC. Aus der Pfalz, 11. Sept. Traubendiebstähle sind jetzt an der Tagesordnung. In Neustadt wurden drei Personen er­wischt, die etwa drei Zentner Trauben entwendet halten und in Schließkörben fortschaffen wollten. In Böbingen rutschte die Landwirtin Eödelmann von einem hochbeladenen Heu­wagen in der Scheune ab und fiel in eine dort stehende Heu­gabel, wobei ihr ein Zinken tief in den Unterleib drang. Hoff- ungslos liegt sie darnieder.

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Offene Stellen:

2 Maschinisten für Diesel-Motor, 10 Knechte, 1 Hofmeister,

8 Tagelöhner, 2 Verwalter, 1 Heizer, 1 Schäferfamilie, 2 Schuh­macher, 1 Kutscher, 2 Knechtefamilien, 2 Aufseher. 8 Hausmädchen, 13 Dienstmägde, 2 Haushälterinnen, 1 Hausmädchen, welches kochen kann und eine Kindergärtnerin.

Für besetztes Gebiet: Männer und Frauen aller Berufe, außer Hilfsdiensipflichtige im wehrpflichtigen Alter, Jugendliche bis zu 177 2 Jahren kommen auch in Frage.

Stellenfuchender

Mehrere Melkerfamllien und ledige Melker. 1 Büroftaulein,

1 Haushälterin für Landwirtschaft mit 5jähr. Kind, 1 Ordonnanz.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r sche l. Friedberg-, für den Anzeigenteil: R. § ey n e r. Friedberg. Truck und Verlag derNeuen Tageszeitung" «. G., Friedbera i. L.