abwechselnd' in Frankfurt unK auf SdjfoüTFriödttchshof hx TroM^ cherg. Prinz Friedrich Karl zog als Kommandeur des 81. Iw. fanterie-Negiments ins Feld und wurde im ersten Kttogsjcchre schwer verwundet. Seine zwei ältesten Söhne, Prinz Friedrich Wilhelm und Prinz Max sind gefallen, der ältere'in Rumänien, der zweite Sohn in Flandern.
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Prinz Friedrich Karl.
Helsin gfors, 11. Sept. (WB.) Amtlich wird bekannt gegeben: Nachdem der Landtag die Regierung ersucht hatte, vorbereitende Maßnahmen zu treffen, damit der Landtag sobald wir möglich die Wahl des Königs vornehmen könne, sandte die Regierung, wie bekannt, eine besondere Mord- vung nach Deutschland, um zu erkunden, ob Prinz Friedrich Karl von Hessen willens sei, die Krone Finnlands anzunehmen. Auf diese Anfrage erteilte Seine Hoheit, nachdem er sich zunächst eine Bedenkzeit erbeten hatte, um sich über die Verhältnisse in Finnland Kenntnis zu verschaffen, am letzten Montag der Deputation eine bejahende Antwort. Der Landtag wurde für den 26. September einbenifen, um die Wahl des Königs vorzunehmen.
Amerikas inil> Englands Militarismus.
Amsterdam, 9. Sept. „Standard" schreibt: Es ist eine interessante Frage, was die angelsächsischen Mächte mit ihren gewaltigen Armeen anfangen werden, die nur, um den Militarismus aus der Welt zu schaffen, die allgemeine Dienstpflicht Angeführt haben. Das Ideal ist und bleibt, das es zur allgemeinen Abrüstung kommt, nachdem ein Völkerbund, der womöglich alle Staaten umfaßt, gebildet worden ist. Aber vorausgesetzt, daß die Verwirklichnug dieses Planes keine Utopie ist, scheint doch jetzt bereits, daß die Vereinigten Staaten, auch in Zukunft nicht ohne allgemeine Dienstpflicht auskommen zu können glau. ben. Der frühere Präsident der Republik Taft hat sich auf einer Zusammenkunft seiner Partei in diesem Sinne geäußert. Noch bedeutsamer ist. daß in'den demokratischen Kreisen der Gedanke der allgemeinen Wehrpflicht gewinnt. Es heißt sogar, daß sich Präsident Wilson bereits viel mit verschiedenen dahingehenden Plänen, die ihm voraelegt sind, beschäftige. Die allgemeine Dienstpflicht würde dann nach europäischem Muster eingerichtet werden. Run kann es fein, daß die große überseeische Republik dadurch noch kein militärischer Staat wird: denn ein bewaffnetes Volk ist noch keine militärische Nation. Die Tatsache bleibt aber doch, daß dann aus der so lerdenschaft- lich gewünschten Abrüstung nicht viel werden wird, denn natürlich wird ein Ueberfluß von Kriegsmaterial beschafft werden müssen für die Millionen, die man üben will, selbst in dem Falle, daß von einem stehenden Heere im eigentlichen Sinne des Wortes keine Rede sein wird. Und wenn Amercka auf diese Weise vorgeht, kann England nicht Zurückbleiben. Dann besteht aber für die Kontinentalmächte noch weniger Grund, ihre Machtstellung und Zukunft in Abhängigkeit von den anqeb sächsischen Völkern gelangen zu lassen. Denn wenn es zu einem Völkerbund, der alle christlichen Mächte der Erde umfaßt, kommen würde, könnte es doch nicht zugestanden werden, daß nur Amerika, um alle Eefabren für den Frieden zu beschworen, sich in außerordentlichem Maße stärkte mit England als feinem Sekundanten. Die Erfahrung der letzten Jahre hat immerhin zur Genüge gezeigt, daß die .heiligsten Güter der Menschheit- in Händen dieser beiden Mächte noch keineswegs als sicher zu betrachten sind.
Gefühl des' Erlebten".^ Und p geht es durchs alle dis Aufzeichnungen hindurch wie ein Zug von Schwäche und Mattigkeit.
Uns bietet die Lektüre der TagMrchblätter Nikolaus II. nichts, das imstande wäre, uns für kurze Zeit über das große Erleben des Krieges hinaus empor- oder hinabzureißen. Wie ein fader Geschmack enttäuschender Ernüchterung Lberkommt's den Leser; und die unausgesprochene Frage dringt sich hervor: Dieser Mann soll die Schuld an dem Weltkriege tragen? Das war ein Kaiser?
Mitleid mit dem Mann kann uns packen in dem Bewußtsein, daß hier ein Mensch Herrscher über Millionen hctt sein müssen, dessen Tatkraft nicht dazu reichte, über sich selbst zu herrschen. Nun versteht man ganz, wie es hat möglich sein können, daß der Kriegsminister Suchomlinow über den Kopf des Zaren hinweg mit der ernstlichen Mobilisation die Flammen des Weltbrandes hat anschüren können. Wie Nikolaus II. in den Jahren seiner Machi schon der Spielball seiner Berater war, dessen Unselbständigkeit soweit ging, daß er sich von dem sibirischen Dauern und Wundermönch Rasputin in den wichtigsten Fragen seines Zarentums gängeln ließ, so hat er auch untätig und schwach keine Hand gerührt zur Verteidigung und Rettung seines Kaiserthrones, als die von seinen Verbündeten, den Engländern, angestistete Revolution ihre Wogen über ihm zusammenschlagen ließ. „Meine Abdankung notwendig. Ich stimmte zu." Das sind die Worte, mit denen er sich kampflos ergibt, mit denen er untersinkt in den Fluten der Weltgeschichte, ohne den Versuch zu machen, sich mit machtvollen Ruderstößen' an der Oberfläche zu halten.
Ein Bild tragischer Schwäche in Purpur steht in den Tagebuchblättern des Exzaren vor uns. Wir als Deutsche können nur wünschen, daß das klaglose Opfer, das der letzte Romanow seinem Lande gebracht hat, wenigstens diesem zu einstigem Segen ausschlage.
Eine Vede des ^ize'isuchers.
Des letzten Koren Eayelmchblkitter
Als die „Jswestija" mit der Veröffentlichung der Tagebuchaufzeichnungen des erschossenen Exzaren begann, da glaubte alle Welt, außerordentlich wichtige und interessante Enthüllungen zu ersehen. Und als die Blätter der ersten Veröffent. lichungen bekannt wurden, da war es eine riesige Enttäuschung, die wir erfuhren. Hatte man auf Dinge von politischer oder militärischer Bedeutung gerechuet, so sah man eigentlich nur Notizen persönlicher und allerpersönlichster Natur. Angabe« Über Wetter und Wind, über Beschäftigung und Schlaf, über Krankheit und Wohlbefinden des Tagebuchschreibers selbst und seiner Ilmaebung.
Beziehungen zu den weltpolitischen Geschehnissen, unter denen die Zarenfamilie stand, finden sich in erster Linie nur in Ausdrücken des Schmerzes, der Verzweiflung und der Resignation. „Schmach und Schande", „Ringsum Verrat, Feigheit De trug", „Das Herz wollte mir brechen", „Schwer, weh'und' sehnftchtsvoll", das sind die häufiger wioderkehrenden Aeuße- ruugen des Seelenschmerzes,' und in Worten wie „Zur Ber- meiounq irgendwelcher Gewalt muß man sich fügen" zeigt sich ein Verzicht, der bei einem Manne, dessen Herrschergewalt über zwei Erdteile reickte, fast unverständlich anmuten mag. Jeder Leser, und ganz besonders jeder deuffche Leser, sucht vergebens nach Zeichen einer sich aufbäumenden Energie, wenn auch nur einerE zähneknirschenden, machtlosen. Es will uns unbegreiflich rrschmnen, daß dieser Mann, dem von seinen revoluttonären ^andesklndern Blutdurst und Machtgier nachgesagt wird, so knabenhaft entsagungsvoll sich in sein Schicksal ergibt.
Interesse an den militärischen Vorgängen des Krieges ■ dchnnt ja wohl einmal aufzuflackern, wenn er am 27. Juli 1917 schreibt: . . schlechte Nachrichten von der Südwesffront"'
«der ein durchhaltendes ist es nicht, denn kurz darauf folgt wieder btc Notiz, über die tägliche Arbeit des Holzfällens. Auch ]txn eigenes ferneres Schicksal macht dem Entthronten wenig Borge,' fast möchte man es fatalistisch nennen, wie er sich in >lle Anordnungen der zeitigen Machthaber fügt. Am 24 Juli Kerenskij „Misere wahrscheinliche Abreise nach' dem -eiLden",' aber der Zar äußert weder Zustimmung noch Ablehnung. Auch die geplante Reise nach England findet sich nur, mttden Morten erwähnt: „wenn es zur Reise nach England die Abdankung selbst, die die gewaltigste ' Erschütterung hätte Hervorrufen müssen, wird mit we. \ MvtUn abgetan unter dem Zusatz: „mit dem schweren *
Herr v. Payer, der demokratische Vizekanzler des Deutschen Reiches, hat in Stuttgart eine große Rode gehalten. Während in den Reden, die das deutsche Volk in den letztenTagen zu hören bekam, der Zug vorherrschte, Anstoß innerhalb des Deutschen Reiches zu vermeiden, hat Herr v. Payer diese Rücksicht nicht genommen: er bat als Parteimann gesprochen, seine Rckie liest sich wie ein Leitartikel der „Frankfurter Zeitung" deren Aufsichtsratsvorsitzend'er der Herr Vizekanzler ja dereinst gewesen ist. Er begann seine Rode mit einer Mahnung gegen die gedrückte Stimmung, die im Volke sich breit mache und schob die Ursache auf feindliche Einflüsse.
Der eigentliche Grund unserer gedruckten Stimmung, meinte der Redner, liegt nicht in solchen Teilerscheinungen, sondern in dem schnür auf den Gemütern lastenden Gefühl, daß die Friedensaussichten sich immer weiter hinausschieben, und daß man der
Möglichkeit eines fünften Kriegswinters
entgegensehen muß. Das ist kein Empfinden, das auf Deutschland und auf seinen Bundesgenossen allein lasten würde. An diesem Elend tragen alle Kriegführenden gleich. Wir sind eben alle Menschen und leiden gleichermaßen, die Verwundeten, die Kranken, die Gefangenen, die Hinterbliebenen. Einschränkungen und Entbehrungen erschweren uns allen das Dasein. Unsere Staatsschulden erreichen überall eine phantasttsche Höhe. Wir sträuben uns allerorten gegen die vom Krieg anscheinend untrennbare Verkümmerung unserer persönlichen Freiheit, und sämtliche Kriegführenden Europas müssen, wenn sie nicht blind sind, sich gestehen, daß. je länger die europäischen Völker sich zerfleischen, umso sicherer die historische Vormachtstellung des geschwächten und verarmten Europa zu Gunsten kluger, berechnender Völker verloren gehen wird. Der Vizekanzler fuhr dann fort: In der Hauptsache setzen sie jetzt daher ihre Hoffnungen auf das Eingreifen der Vereinigten Staaten, und wer wollte verkennen, daß vor allem die Mitwirkung der amerikanischen Truppen an der Front eine schwere und wohl noch steigende Belastung für uns bedeutet. Unsere Feinde vergessen aber dabei, daß. wenn die Amerikaner jetzt zu Hunderttausenden an der Front eintreffen, wir vorher Millionen von Russen, Serben und Rumänen außer Gefecht gesetzt haben, die nun für die Zwecke der Entente zu gewinnen, erfolglos sein wird. Besondere Erwähnung würdigte Payer dem U-Bootkrieg. Der U-Bootkrieg hat nicht so rasch und sicher gewirkt, wie wir uns seinerzeit berechnet haben. Es ist wettlos, jetzt darüber zu streiten, wer den Fehler verschuldet hat, aber wir sind nicht die einzigen,' die sich in diesem Weltkrieg einmal verrechnet haben. Wir sind dadurch leider um eine Hoffnung ärmer geworden, aber das rechtfertigt noch nicht, den U-Dootkrieg in seiner Wirkung so zu unterschätzen, wie das jetzt vielfach mit einem gewissen Unwillen geschieht.
Auf den Mangel an Nahrungsmitteln und Rohstoffen übergehend, meinte er, daß sich das Blatt zu unseren Gunsten gewendet habe, da uns gegen Osten der Weg offen stände. Wenn wir auch Mangel an Baumwolle und Oelen litten, so entbehrten unsere Feinde der Kohle. Einen breiten Raum widmete der Vizekanzler der preußischen Wahlrechtsvorlage, he zu erörtern just Stuttgart der angemessene Ort ist. Der Redner verstieg sich zu einer drohenden Tonart, als er sagte:
Eine weitere Hinausschiebung der Entscheidung, darüber herrscht wohl jetzt fast vollständiges Einverständnis, ist nicht angängig, so schwer man auch eine Auflösung und Neuwahlen während des Krieges nehmen mag, die übrigens durchaus nicht so viel Gegensätze aufrühren würden, wie das Neu. Wahlen tun. die unter einer weniger klar umgrenzten Parole stattfinden. Im übttgen kann meines Dafürhaltens die Entscheidung der preußischen Regierung als getroffen angenommen werden. Geht nicht aus der Kommission des Herrenhauses das gleiche Wahlrecht hervor, wird sie auf. lösen.
Auf die Friedens frage kommend, sagte er:
So ungereimt es scheinen mag, in diesen Tagen des grim
migsten Kampfes vom Frieden zu reden, will ich es doch vevff antworten. Wer weiß, ob das verzweifelte Ringen unsere« Feinde nicht die Ankündigung des Friedens bedeutet.
Auch der demokratische Vizekanzler des Deutsche» Rerches scheint an das Märlein zu glauben, „daß dieser Krieg der Kriege zum letzten der Kriege werden möge." Er unter, strich feierlich, daß wir keinen Erobernngsfriedea wollten, die Wiederherstellung des territorialen Zustandes vor dem Kriege sei die deutsche Forderung. Nur im Osten sei dies unmöglich. Wenn dns der Entente nicht passe, so antworte er: Im Osten ist für uns Frieden und bleibt'für Frieden.
Auch auf eine Kriegsentschädigung verzichtet Herr von Bayer. Zwar seien wir die schuldlos Angegttffenen, die als solche das Recht auf eine Entschädigung hätten, aber: Wir wissen, daß die uns von der Gesamtheit unserer Gegner nicht gewährt werden wird, und nach den nun ein- mal noch im politischen Ehrenkoder herrschenden Ansch"'- imgen auch nicht gewährt werden kann, ehe sie sich von ihrd^ Zusammenbruch überzeugt haben. Den Krieg aber bis zu diesem Zeitpunkt weiterzuführen, würde uns von neuem so schwere, mit Geld nicht zu ersetzende Opfer kosten, daß wir bei vernünftiger Ueberlegung auf die Weiterverfolgung dieses Gedankens auch bei günstiger militärischer Lage wieder verzichten, ganz abgesehen von der Gefährdung des künftigen Friedens, die von der zwangsweisen Beitreibung einer Ent- -chädigung untrennbar wäre.
Znm Schluß stellte er noch den Beitritt Deutschlands zum Völkerbund inAussicht, denn die Forderung noch Schicds- gericht und Abrüstung seien in Deutschland — bei den näheren Freunden Payers! — nichts Neues. Er schloß seine Rede:
Dunkel liegt noch unsere Zukunft vor uns und im Innern werden wir noch manchen Strauß unter uns arrszufechten haben. Aber das Schwerste haben wir hinter uns. Es wäre trügerisch auf einen Friedenswillen in denjenigen Kreisen unserer Feinde die für die Eröffnung und Fortsetzung des Krieges verantwortlich sind, überhaupt zu rechnen. Seit Jahren leben sie von der Entflammung des Kriegsfanalismus. Sie können ihren Völkern nicht eingestohen, daß ihre -Ziele unerr-erchbar, die Opfer umsonst gebracht sind. Anders werden bei diesen Völkern wieder Andere denken. Auch die werden zur Geltung kommen, vielleicht bald, vielleicht später, bis dahin aber bleibt uns nichts' übrig, als uns unserer Haut zu wehren. Wir legen die Ver. antwortlichkeit für das Blut, das noch fließen wird, auf das Haupt unserer Feinde. Aber wer nicht hören will, muß fühlen. An unserer äußeren und inneren Front wird der Vernichlungs- willen unserer Feinde zerschellen. Deuffche Kraft und brutsche-. Können, deutscher Mut und deutsche Opferwilligkett, denen wir seit vier Jahren alles verdanken, müssen sie belehren, daß es für sie aussichtslos geworden ist, den unheilvollen Kampf weiter zu führen.
Nun noch ein paar Worte zu der Rede, die wieder einmal zeigt, welche Geister heute die Erbschaft Bismarcks verwalten Der Vizekanzler gibt zu, daß auf einen Friedenswillen bei uw seren Feinden nicht zu rechnen sei. Glaubt er denn nun im Ernste, daß er Eindruck bei ihnen mache, wenn er ihnen zu. sichert, daß wir keinerlei Enschädigung von ihnen haben wollten. Im Gegenteil, er gibt ihnen ja einen Freibrief, weiter den Krieg bis in's ungemessene zu verlängern, wenn er ihnen verspricht, daß sie keine Strafe ttefsen werd-. Welcher Staatsmann, außer denen des wilhelmischen Kurses, wurde übrigens von vornherein alle seine Karten ausdecken? Von den Utopien des „letzten aller Kriege", von „Völkerbund", in dem nach einem Bilde der „Liller Kriegszeitung" die Ententevölker zu Tische sitzen und der Deuffche die Speise auftragen darf, wollen wir schon gar nicht reden. Derartige Politiker, die so handeln, gehören in die Nedaktionsstube der „Frankfurter Zeitung" oder in eine demokrattsche Volksversammlung, eignen sich aber nicht als Staatsmänner. Daß schließlich der Württemberger Payer in der schwäbischen Hauptstadt dem preußischen Staate Vorschriften über seine.Verfassung macht, ist ein Bild, das unter früheren preußischen Königen undenkbar gewesen wäre.
Eine bemrrkcnowetts Pede.
Dresden, 8. Sept. (WB.) Bei der Feier ihres 25jährigen Bestehens der „Dresdner Neuesten Nachrichten", zu dem der Verlag 100 000 Matt für die Angestellten und für wohltätige Zwecke gestiftet hat, hielt auch der Minister des Innern Graf Vitztum von Ecfftädt eine Elückwunschansprache, in der Hr sich Über die Aufgaben der Presse äußerte. Die Presse müsse, zumal in dieser ernsten Kriegszett stets auf eine Verständigung und nicht auf Zwietracht hinarbeiten. Dies gelte vor allem für die Fragen der Kriegspolitik. „Das ist", so fuhr der Minister fort, „freilich nur möglich unter dem festen Entschluß des Durchhal» lens. Es wurde über Friedenssehnsucht und Friedensbereiffchaft schon soviel gesprochen, daß man sagen kann, je mehr man vom Frieden redet, umso ferner rückt er. Aus den Aeußerungen der gegnerischen Staatsmänner wissen wir ja nun, daß die Erfolge die Feinde in einen Siegestaumel versetzt haben, aus dem heraus sie nicht nur jedes Friedensangebot ablehnen, sondern uns auch Kriegsziele enthüllen, die die völlige Vernichtung des deutschen Wohlstairdes und der deutschem Kultur zur Folge haben müssen. Der Friede, den sie uns in Aussicht stellen, ist die Er. Drosselung Deutschlands. Diesen Gegnern gegenüber erscheint ein jeder Versuch der Verständigung aussichtslos. Wir müsse» uns darauf beschränken, ihnen die heuchlerische Maske vom Ge. sicht zu reißen, mit der sie versuchten, uns schrittweise ein Zu. geständnis nach dem anderen zu entlocken, ohne sich selbst auch nur im geringsten zu binden. In dieser schwefften Zeit brirrgl uns nur der entschlossene Wille zum Durchhalten dem Frieden näher. Schwer ist unsere Zeit deshalb, weil der alte Mut und die alte Entschlossenheit ins Wanken zu kommen scheinen. Miß erklärt sich das?" Die Anttvott auf diese Frage suchte der Mi. nister in der Taffache, daß der Franzose den Feind im eigne» Lande habe und die drohende Gefahr vor Augen sehe, wäh. rend das deuffche Volk die Gefahr su leicht vergesse. Mit de»


