wiEch ernst mit der Wahrung ihrer Neutralität gewesen, harnt mußten sie auch mit Deutschland Abmachungen gegen einen möglichen Angriff Frarckreichs oder Englands treffen, zumal die belgischen Vertreter im Ausland immer wieder darauf hinwie- fen. daß von deutscher Seite am wenigsten Kriegsgefahr drohte. 1905, September 23., schreibt z. B. der belgische Gesandte Baro« Greimdl in Berlin nach Brüssel: „Der von Deutschland gelei
tete Dreibund hat uns 30 Friedensfahre in Europa beschert.* And 19-5, Dezember 31.: „Der höchste Ehrgeiz Seiner Majestät 'des Kaisers ist die Arffrechterhaltung des Friedens während der Dauer feiner Regierung.*' 1907, Mai 30.: „Weit davon ent
fernt, eine Spannung in den Beziehungen zu England herbeiführen zu wollen, leidet Deutschland unter diesem Zustand, wie die wiederholten Versuche einer Annäherung beweisen, zu denen die Anregung immer von Berlin ausgegangen ist." 1907, Juni 8.: „Wie Graf Lalaing (belgischer Gesandter in London) ganz
richtig sagt, treibt der König von England persönlich eine Politik, deren Endziel die Vereinzelung Deutschlands ist. Sein Vorgehen entspricht dem Empfinden der Nation, die durch eine skrupellose Presse irregeleitet ist." 1908, Januar 27.: „Wo hat Frankreich fe gesehen, daß Deutschland den anderen europäischen Völkern seine Vorherrschaft aufzwingen wollte? Wir Belgier sind seine nächsten Nachbarn, und seit 20 Jahren habe ich bet der Kaiserlichen Regierung nicht die geringste Neigung entdecken können, ihre Stärke und unsere Schwäche zu mißbrauchen. Ich wünschte nur, daß alle anderen Großmächte sich der gleichen Rücksicht gegen uns bedient hätten. Wann ist denn die Ruhe in Europa bedroht gewesen, außer durch den französischen Revanchegedanken?" 6. Mai 1908: „Deutschland kann nur noch
zwischen absichtlichem Uebersehen und dem Kriege wählen, den der Kaiser nicht will, den auch die öffentliche Meinung verurteilen wurde." 30. Mai 1908: „Die herkömmlichen friedlichen Versicherungen .... bedeuten recht wenig im Munde dreier Mächte, die eben erst, wie Rußland und England . . . nur in dem Bestreben, sich zu vergrößern, fa ohne plausiblen Vorwand die Eroberungskriege in der Mandschurei und in Transvaal geführt haben, oder die wie Frankreich gerade jetzt, zur Eroberung Marokkos schreiten unter Nichtachtung feierlicher Versprechungen. ... Es sind dieselben Machte, *bie im Verein mit den Ver- riniaten Staaten, die kaum ihren Raubzug gegen Spanien hinter sich haben, in Haag als die größten Friedensfieunde ausgetreten sind." 13. Februar 1909' „Schon längst wäre eine Annäherung (zwischen England und Deutschland) bewirkt worden, wenn dies lediglich vom Kaiser, der Kaiserlichen Regierung oder dem deutschen Volke abhinge. Man hat mit Anerbietungen geradezu Verschwendung getrieben, aber immer ohne Erfolg." 1910, November 7.: „In dem rufstfchen Volt .... hat sich ein
Hatz gegen feinen westlichen Nachbar entwickelt, der noch durch den Neid gesteigert worden ist, den die schnelle Entwicklung der deutschen Macht hervorgerufen hat." Ebenso äußert sich der Nachfolger von Ereindl, Baron Beyens, in einem Bericht an die belgische Regierung 1912, Juni 28. von Berlin aus: „Mit
wvhlverständlichem Neide sieht England, wie ein europäisches ' Volk (Deutschland) im Kampf auf dem Weltmarkt jedes Jahr an Boden gewinnt und also auch in dieser Hinsicht die Vor. macbtstellur^ bedroht, die es sich gesichert hatte." tfnb während Kaiser Wilhelm H. 1911 wegen seiner Nachgiebigkeit und Friedensliebe bei dem Marokkokonflikt in den französischen Witzblättern als „Guilleaume le timibe", als „Wilhelm der Furchtsame" verhöhnt wurde, erzrMt der belgische Gesandte Baron Guilleaume in Paris 1914, April 16.: „In der Hälfte der
Theater spielt man jetzt nationalistische und chauvinistische Stucke" und 1914, Mai 8.: Die Franzosen „behaupten des Sieges gewiß zu sein, machen viel Aufhebens von den übrigens tatsächlich vorhandenen Fortschritten, die die französische Armee gemacht hat." Ein bezeichnendes Gegenstück hierzu ist der Bericht des belgischen Gesandten in Berlin vom 12. Juni 1914: „ohns- von Deutschland bedroht zu werden" vermehrt Rußland „seine Rüstungen in beängstigendem Maße". Und am 13. Juni 1914 erschien dam: in der ..Petersburger Börsenzeitung" der aufreizende Artikel des russischen Kriegsminrsters Suchomlinow, der mit dem fettgedruckten Satz, einer Fanfare, schloß: „Rußland ist fertig und erwartet, daß auch Frankreich fertig ist." Für Deutschlands geradezu übertriebene Friedensliebe und die von « langer Hand vorbereiteten Raubgelüste der Entente gibt es keine unanfechtbareren Beweise als die Berichte der belgischen (mu; 'ten in Berlin, London und Paris vom 7. Februar 1905 bis um 2. Juli 1914 an den Minister des Aeußern in Vrüsiel: Die belgische Regierung kann zu ihrer Entschuldigung keines- wegs geltend machen, daß sie über die Angriffsaosichten der Entente gegen Deutschland ungenügend unterrichtet gewesen sei. Sie hat vielmehr mit sehenden Augen gegen Deutschland Partei ergriffen. Ein „Unrecht", das wir an Belgien „wieder gut zu macben haben", gibt es nicht! Ebensowenig ist England in den Krieg getreten, weil wir die belgische „Neutralität" verletzten. Die englische „Pall Mall Gazette" erklärte am 4. Februar 1867 ausdrücklich: „Eine Ncutralitätsbürgschaft unsererseits existiert nicht." Und die Londoner Zeitung „Times" schrieb anfangs Dezember 1914 mit zynischer Offenheit: „Eins ist
sicher. Wäre der große Kriegsbrand nicht in Europa ausge- brochrn, so hätten wir mit Deutschland in Afrika Krieg anfangen muffen. Unser Handel in Miltelafrika und an der Ost-
küste standen auf dem Spiel und unsere Macht würde.
durch das Uebergewicht der Deutschen immer mehr und mehr aboenommen haben."
Belgiens „Reutralttüt" ist ein Märchen, und zwar kein schönes.
Schweres Eisenbahnunglück.
Eia Kiadersonderzng vcruuglückt. — 33 Kiudcr tot, 17 verletzt.
Schnridcmühl, 10. Sept. (Amtliche Meldung.) Heute 4.55 Uhr früh ist bei Blockstelle P l ö t t k e kurz vor dem Bahnhof Schneidemühl in Km. 24 der Strecke Bromberg—Schneidemühl Per Kindcr-SonVerzug 2244 M.-Gladbach infolge Ueber- Gchrens des Haltesignals auf den Schluß des Güterzuges 7592 «ungefähren. Der erste Wagen des Kinder-Sonderzuges wurde L» den Packwagen hirveingeschoben und bis auf vier Abteile zer«
trümmert. Vom Güterzuge sind acht Wagen beschädigt oder zertrümmert. Getötet sind der Schlußschaffner des Güterzuges, ein Mann und 38 Kinder. Verletzt sind eine Frau und 15 Kinder leicht und zwei Kinder schwer. Die Schuldfrage ist noch unbekannt.
Streik der Meintrinker.
Köln, 10. Sept. Der Wucher im Weinbaugeschäft übersteigt alle Grenzen. Oberrheinischen Meldungen zufolge streiken in beiden Distrikten angesichts der fortgesetzten Preiserhöhung für den gewöhnlichen Schankwein die Weintrinker, fodatz der größte Teil der Dorfwirtschafien geschloffen werden mußte. Heute bereits kostet ein Stück 1913er Wein mittlerer Güte (1200 Liter) mindestens 15 000 Mark. Für befferen 1917er Moselwein Brauneberger wurden in Neufilzen 17 000 Mark für das Fuder geboten. Es handelte sich um sieben Fuder, die aber nicht zuge- . schlagen wurden. Unterdessen nehmen die einzelnen Weinbau- vereine Stellung gegen die Einführung von Höchstpreisen, die die Winzer schädigen. Nur der Kettenhandel hat den Wein verteuert.
VerW beim flrrkanf non ßrikMilltihe.
Feindliche Agenten versuchen nachgewiesenermaßen das Gerücht auszustreuen, an deutscher Kriegsanleihe würde man unsinnige Verluste erleiden. Dieses GerÄ>e gehört. zu der aller- raffiniertesten feindlichen Mitteln, unsere deutsche Sache zu schädigen, wenn wohl auch kaum jemand so töricht sein dürste, darauf hereinzufallen. Als Warnung aber mag immerhin jene Feffftellung veröffentlicht werden, damit jedermann weiß, wer dahinter steckt, wenn derartige Gerückte irgendwo auftauchen. Ausgeschloffen ist natürlich nicht, daß ein findiger, aber schmutziger Menschenfreund aus reiner Gewinnsucht Kriegsanleihe unter der Hand aufzukaufen versucht, indem er sich jenes Gerede zu eigen macht. Aber die Hauptsache ist, daß sich niemand durch solche Redereien beirren läßt und sein gutes Geld sinnlos verschleudert. Wer verkaufen muß, gehe geraden Weges zu der Reichs- oder einer anderen Dank, einer Krcditgenoffenschast oder Sparkaffe.
Die Fluckt mm Standesamt.
Ein« ungeahnte Wirkung scheint die große Wohnungsnot auf hartgesottene Junggesellen auszuüben. Eine Stadt, in der der Mangel an Wohnungen und einzelnen Zimmern zurzeit be. sonders empfunden wird, ist K i e l. Und fo finden sich denn in den .^Kieler Neuesten Nachrichten" Nr. 90 und 93 folgerte zwei Anzeigen:
Zimmerer, 43 Jahre, sucht Zimmer mit Beköstigung bei alleinstehender Frau. Heirat nicht ausgeschloffen.
Aelterer Tischler, in angenehmer Stellung und etwas Vermögen, wünscht möbliertes Zimmer bei einer besseren Witwe ohne Anhang, welche etwas mitkochen kann. Spätere Heirat wicht ausgeschloffen.
Nicht nur die Wohnungsnot, sondern vor allem die Ernah- rungsschwierigkeiten treiben die verhärtetsten Znggesellen aus den minderbemittelten Kreffen in die
Ans Heimat.
Welches Geldinstitut soll ich zur Erledigung meiner Zahlungen wählen? Zwischen den einzelnen Geldinstituten, Reichsbank, Postscheckamt, Banken, Genossenschaften und Sparkaffen bestreu grundlegende Unterschiede, die für die Wahl unter ihnen bestinrmend sind. Die Reichsbank und das Postscheckamt vergüten keine Zinsen. Die arideren Institute (Banken, Spar- kaffen und Genossenschaften) dagegen verzinsen die Guthaben. Bei Reichsbank und Post wird man kurzfristige Guthaben ein- zahlen, die täglich gebraucht werden. Die Reichsbank ist die Bank des Großverkehrs. Das Postscheckamt dagegen ist das geeignete Institut für kleine Zahlungen. Hier wird nur ein Mindestguthaben von 25 Mark gefordert. Wer zahlreiche kleinere Zahlungen zu leisten hat, wähle zweckmäßigerweise das Postscheckamt. Ein Postscheckkonto ist auch neben einem Konto bei einer Bank, Sparkaffe und Genossenschaft am Platze fiir alle, die häufig Zahlungen zu leisten haben oder solche empfangen. Für alle Gelder, die längere Zeit stehen bleiben, eignet sich dagegen ein Konto bet einer Bank, Sparkaffe oder Genoffen- schaft. Denn niemand wird auf die Zinsen, die er dort erhält, verzichten wollen. Auf ein solches Konto können auch die Inhaber eines Postscheckkontos die Beträge überweisen, über die sie nicht sogleich verfügen wollen. Wenigstens ein Konto zu haben, liegt im Jntcreffe eines jeden, mag er über große oder kleine Summen verfügen, mag er viele Umsätze oder wenige machen, sei er Geschäftsmann, Landwirt, Beamter, Angestellter oder Arbeiter. Wer sich erst einmal ein Konto eingerichtet hat, und den bargeldlosen Verkehr mit seinen Vorteilen kennt, läßt niemals mehr davon.
Bad-Nauheim, 11. Sept. Seit einigen Tagen treibt ein EinfchleichdiO hier sein Unwesen, durch den verschiedenen Villen, in denen er für mehr als 1000 Mark Schmuck stahl, schwer geschädigt wurden. Beachtenswert ist, daß der Dieb am hellen Tage, und zwar immer in den Mittagsstunden „arbeitet".
Okarben, 8. Sept. (Bezirkskriegertag.) Der Varsitz-ende, Kcnnerad Lehrer Will von Büdesheim, begrüßte die zahlreiche Versammlung, beglückwünschte verschiedene Mitglieder freudiger Ereigniffe wegen, sprach anderen seine Anteilnahme ob trauriger Vorfälle aus und endigte mit einem freudigst aufgenommenem Kaiserhoch. Auch der Vorsitzende unseres Kriegervereins, Kamerad Leonhardt, bswillkommte die Anwesenden und toastete auf Seine König!. Hoheit den Eroßher j zog. Der Schrift sichrer, Lehrer Mohr aus Ober-Efchbach, ver- ' las das Protokoll des ersten Bezirkstages, welches genehmigt wurde, worauf Kamerad Flach von Eroßkarben über die Mit-.
gliederversammlung referierte. Bei der Dorstandswahl wurden die seitherigen Mitglieder wiedergewählt. Dem Vorsitzende« wird überlaffen, den Ort des 1. Bezirkstages zu bestimmen. Zum Schluß hielt Kamerad Flach einen intereffanten Vortrag über Bezahlung der Kriegsbeschädigten und der Krieger-Wit. wen- und -Waisen. Seine Ausführungen fanden allgemeinen Beifall. Nachdem noch Kamerad D i r l a m von Rieder-Esch, bach zum Durchhallen aufgefordert und von unserem Bürger, meister Fauerbach unterstützt worden war, schloß der Vor. sitzende die Versammlung mit einen: Hoch auf unsere Gemeinde. Die Gefangsriege von Vilbel verherrlichte durch ihre schöne» Vorträge den Bezirkstag.
AnS Starke«durg.
Darmstadt, 10. Sept. Vier junge Belgier aus Druffel, die in freiwilliger Arbeit in einer Kelsterbacher Fabrik standen, sich aber nreist keiner allzuernstlichen Beschäftigung Hingaben, haben angeblch aus Hunger eine dorttge Bauhütte erbrochen und da- raus verschiedene Lebensmittel, sowie Sttefel und Gamaschen gestohlen. Sie sind geständig und erhalten Gefängnisstrafen von 1—2 Monaten, die durch die Untersuchul^shaft als verbüßt gellen.
Darmstadt, 10. Sept. Ein schwerer Einbruchsdiebstahl, bei welchem Gold, Silberrvaren, Uhren für Herren und Domen, zahlreiche Armbanduhren, zahlreiche Herren- und Damenringe, etwa 70 goldplattterte und etwa 20 goldne Trauringe, 10 Paar vergoldete Manschettenknöpfe, Bleistifte, wertvolle Hals- und Armbänder, Serviettenringe, silberne Geldbörsen und Etuis aller Art abhanden kamen, wurde am Sonntag in dem Gold- u^» Silberwarengeschäfte von Jäger in der Rheinstraße dahier begangen. Man schätzt den Verlust auf etwa 20 000 Mark. Anscheinend hat ein Fachmann mitgewirkt, da nur die wertvolleren Gegenstände ausgewählt wurden Die Diebe hoben sich am Soirntag durch den in der Georgenstraße befindlichen Ein. gang in den unverschloffenen Eingang eingeschlichen, konnten tart durch eine leicht zu öffnende Türe in einen Vorraum gelangen und haben von dort ungestört ein Loch in die Merkstätte vor dem Laden gebrochen, durch welches sie glatt durchschlüpfen konnten. Me wir erfahren, ist der Bestohlene versichert. Vor fünf Jahren wurde der Laden schon einmal ausgeräumt, doch gelang es damals ° innerhalb weniger Tage die Diebe, wie das Diebsgut wieder zu erwischen. Für die Ermittelung der Täter ist eine Belohnung von 1000 Mark aus. geschrieben.
Aus Rbcinbksirn.
Nieder-Olm, 9. Sept. Der älteste „aktive" Winzer Rheln. heffens dürfte wohl der 91 Jahre alte Landwirt Anton Reitz von hier sein. Der wackere Alte arbeitet noch tagtäglich trotz seines hohen Alters in seinem Weingarten. Worüber der alte Winzer den Kopf schüttelt, das sind die heutigen wahnsinnig hohen Weinpreise. In seiner Jugendzeit konnte man sich der halben bester Qualität zu 3 bis 4 Kreuzern (9—12 Pfg.) leisten, wahrend er heute seine 2 Mark und mehr kostet
Aus Hessen-Rallav.
Homburg v. d. 10. Sept. Die hiesige Aktienbrauerei vorm. A. Mefferschmitt ist in den Besitz der Braucrei Dinding A.-G. m Frankfurt a. M. übergegangen.
Nied a. 10. Sept. Beim Laubheufammeln stürzte der 10jährige Schüler von einem Daum ab und zog sich neben einer Gehirnerschütterung mehrere Körperquetschungen zu. Das Kind mußte dem Höchster Krankenhaus zu geführt werden.
FC. Vom Taunus, 8. Sept . Nachdem zu Anfang des Krieges der zwettältefte Sahn des Kirchenrechners und Metzger- meffters Orlopp in Altweilnau den Heldentod erlitten, kam vor einigen Tagen die Nachricht, daß nun auch der älteste Sohn gefallen sei, nach vierjähriger Pflichterfüllung. Vor sechs Wochen hatte er sich in Altweilnau kriegstrauen laffen.
FC. Vom Westerwald» 8. Sept. Bei dem Spielen mtt einem Revolver entlud sich in der Wohnung des Bergmanns Weber in Gebhardshain -ein Schuß. Der 16 Jahre alte Josef Weber, der mit dem Revolver hantterte, traf den dabeistehenden 3jäh- rigen Willi Weber tödlich. — Ein Blitz schlug in das Oekono- miegebäude des Ehvenbürgermeisters Lorsbach in Gebhards. Hain und legte die vollgefüllte Scheune, sowie die Stallungen völlig in Asche, während das Wohnhaus und die Nachbargebäude nur leicht beschädigt wurden.
FC. Vom Westerwald, 8. Sept. Beim Laubsammeln im Walde von Altstadt stteßen drei Jungen von da auf einen französischen Kriegsgefangenen. Die drei Muttgen nahmen den Franzmann fest und brachten ihn nach dem Hachenburger Lager.
Aus Kurhcffen.
Frankeuberg, 10. Sept. Der Landwirt Pohlmann, der im sogenannten Hüstergrund wohnt, wurde durch lautes Pochen aus dem Schlafe geweckt. Die nächtlichen Besucher, ein Mann in Zivilkleidung mrd zwei Soldaten, von denen der eine Feld- webelabzeichen trug, stellten sich als Beauftragte des Kaffeler Generalkommandos vor und gaben an, sofort eine Haussuchung vornehmen zu muffen. Ein Posten nttt Gewehr übernahm mm die Bewachung der sämtlichen Hausbewohner, wahrend di« bei- den Genoffen das Haus abfuchtcn. Als sie endlich ferttg wa- ren. und sich enffernt hatten, fanden die Leute ihre Vermutung, daß sie es mit Räubern zu ttrn hatten, bestätigt. Mehrere 100 Mark bares Geld, Wertpapiere, Kleider, Schuhe und hauptsächlich Lebensmittel waren ihnen in die Hände gefallen. Er erstattete Anzeige und es gelang, di« Verbrecher festzunehmen. Es sind jedenfalls Angehörige der Bande, die vor einigen Wochen in der hiesigen, Battenberger und Marburger Gegend eine Menge Einbrüche verübten und von denen auch schon ein Beteiligter hinter Schloß und Riegel sitzt. Der bei Rodenbach festgenommene Deserteur, der übrigens wie jedenfalls auch di« anderen, aus der hiesigen Gegend stammt, wurde nach Marburg ins Landgericht sgefängnis gebracht.
Verantwortlich fiir den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: N. Heyner. Jriedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A. GL Lriedbera i JÖ


