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Anläßlich seines Besuchs in Essen hielt der Kaiser eine längere Rede. Er dankte zunächst den Arbeitern und Arbeiterinnen. er feierte die Leistungen der deutschen Frau im tm Kriege, der sich eine neue ungeahnte Tätigkeit eröffnet habe. Er berührte die vielerlei Schwierigkeiten, die Grund zu Mißstimmungen gäben. Er kam dann auf die Friodensström- ungen zu sprechen und führte dabei, aus: Ein jeder von Euch, bis in die fernste Ecke unsere- Vaterlandes hinein weiß, daß ich keinen Schritt unversuck gelassen habe, unserem Volk und der Gesamtheit der gesitteten europäischen Welt diesen Krieg möglichst abzukürzen Iw Dezember des Jahres 1916 habe ich ein offenes, klares und " - rcidoutiges Friedensangebot im Namen des Deutschen Rei>—« ,'nd meiner Verbündeten den Gegnern übergeben. Hol - S . ^tt und Verachtung ist die Ant- ' wort gewesen. Der da ober. r nt meine Gefühle der Verantwortung. Wiederholt in ■ rgongenen Monaten haben verantwortliche Leiter der ? gjerung des Reiches in unzweideutiger Weise jedem, der es verstehen wolle, zu verstehen gegeben, daß wir
jederzeit bereit sivd. die Hand zum Frieden zu bieten.
Die Antwort war der ausgesprochene Vernichtungswille, die Aufteilung und Zerschmetterung Deutschlands. Es gehören zum Frredenmachen zwei. Wenn nicht beide wollen, vermag der eine nichts vorausgesetzt, wenn er nicht den andern niederwirft. So steht der absolute Vernichtungswille unserer Gegner uns gegenüber, und dem absoluten Vernichtungswillen müsien wir den absoluten Willen, unsere Eristenz zu wahren, entgegenstellen. Unser tapferes Heer draußen hat Euch diesen Willen durch die Tat gezeigt, sei es im Vorftürmen, sei es in der Rückwärtsbewegung. sei es jm Stellungskampfe. Es kommt nur darauf an. daß der Gegner möglichst viel verliert. Das ist erfolgt und das geschieht noch weiter. Unsere todesmutige Marine hat es Euch bewiesen. Gegen starke Ueberlegenheit hat sie den Feind geschlagen. Unsere U-Boote nagen wie der zehrende Wurm am Lebensmark der Gegner, mehr wie unsere Feinde es zugeben wollen, wenn es auch manchem unter Euch zu lange dauert.
Der Kaiser besprach dann die Ursachen, die zum Kriege geführt hätten. Das deutsche Volk war fleißig, in sich gekehrt, reg- und erfinderisch auf allen Gebieten. Es arbeitete geistig und körperlich. Es gab ober solche, die nicht zu arbeiten wünsch, ten. sondern auf ihren Lorbeeren ausruhen wollten. Das waren unsere Feinde. Wir kamen ihnen an. die Nähte und zwar durch ersprießliche Entwicklung: Industrie und Wiffenschaft.
Künste und Volkserziehung, soziale Gesetzgebung usw. Dadurch tan unser Volk in die Höhe, und da kam der Neid und veran- laßte unsere Gegner zum Kampf, und es kam der Krieg über uns, die wir ahnungslos gewesen waren, und jetzt, da die Eeg, rva sahen, wie alle ihre Hoffnungen, die sie in den früheren Jahren gehegt haben, trügerisch gewesen sind, wie unsere gewaltigen Heerführer, nach deren Namen mit Recht Eure neuen Werkstätten genannt wurden, Schlag auf Schlag ihnen versetzt haben, nun erhebt sich auch noch der Haß dazu.
Der kaiserliche Redner wandte sich mit aller Entschiedenheit gegen die Versuche Mißtrauen und Zwietracht im Innern zu säen.
Haben wir denn eigentlich Grund, zu zweifeln?
Seht doch mal die v-ier Jahre Krieg an, was wir für ge. waldige Leistungen hinter uns haben. Eine halbe Welt stand gegen uns und unsere treuen Verbündeten, und jetzt haben wir Frieden mit Rußland. Frieden mit Rumänien,' Serbien und Montenegro sind erfc*-' <*ut im Westen kämpfen wir noch in*) da sollte uns der "t im letzten Augenblick noch ver-
laffen. Wir sollten r ?n über unseren Kleinmut. Der
kommt aber dann, wenn man Gerüchten Glauben schenkt. Aus den Tatsachen, diexIhr aber erlebt, da schmiedet Euch den festen Glauben an die Zukunft Eures Vaterlandes.
Wir haben oftmals daheim und im Felde, in der Kirche . und unter freiem Himmel ..Eine feste Burg ist unser Gott" ge- ' sungen, daß es hin-ousgeschallt Hot in das Himmelsblau und in die Gewitterwolken hinein. Ein Volk, aus dem ein solches Lied entstanden ist, das muß unbezwingbar fein. Meine Bitte und Meine Aufforderung an Euch und durch Euch an die gesamte Arbeiterschaft, die sich so ausgezeichnet und ttzchtig bewährt hat und durch Euch an dos gesamte deutsche Dolk geht dcchin: Für Mich und Mein Verhältnis zu Meinem Volke sind maßgebend Meine Worte vom 4. August 1914: „Ich kenne keine Parteien ich kenne nur Deutsche". Es ist jetzt keine Zeit mehr für Par-- jungen- wir müssen uns jetzt alle zusammenschließen zu einem Block und hier ist am ehesten das Wort am Platze: .Werdet
stark wie Stahl, und der deu^be Volksblock zu Stahl znfammen- gefckwecht, der soll dem Feinde seine Kraft zeigen. Wer also vniet Euch entschlossen ist. dieser Meiner Aufforderung nachzu- ^mwen, wer das Herz arff dem rechten Fleck hat, wer die Treue halten will, der siebe jetzt ^f und verspreche Mir cm Stelle der gesamten deutschen Arbeiterschaft:
helfe^uns^Gott Unb * UTd ^ ticn Bis »«m Letzten. Dazu
^ ^ E' der antworte mit eirwm I a ! (Die Ve^rmElten antwortetm mit einem lauten Ja.) Ich danke Euch. Mit diesem gehe Ich jetzt zum Feld marsch all. Es gllt nun sur reden von uns. die gelobte Pflicht auch zu erfüllen und an Geistes, und Körperkraft das Äußerste einzusetzen für das Vaterland. Jeder Zweifel muß aus Herz und Sinn ge- ^rnnt werden. Jetzt heißt es: Deutsche, die Schwerter hoch die Herzen stark und die Muskeln gestrafft zum Kampfe gegen Ees. was gegen uns steht, und wenn es noch so lange dauert.
Dazu heff'e uns Gotik Amen. Und mm lebet wohl, Leute!
stonen verstärkt, zwischen Oise und Ais ne an. Die Angriffe scheiterten in unserem Feuer."
Zu derselben Zeit kommt am 4. September über Zürich folgende Meldung des „Echo de Paris" zu uns:
„In Marokko haben schwere Kämpfe stattgefunden. Bel Tafilet drangen von der Wüste her völlig unerwartet beträchtliche Streitkräfte von Aufrührern vor. Es gab eine große Anzahl Tote und Verwundete. Erst nach furchtbaren Kämpfen ist es gelungen, sich der Aufständischen zu erwehren, doch sind Verstärkungen dringend erforderlich."
Also in Frankreich verbluten wieder einmal, wie schon so oft in den vier Kriegsjahren. maroKanische Truppen für Frankreichs Kriegsziele. Und in Marokko wehren sich die Marokkaner so heftig gegen die französische Waffenbrüderschaft, daß die französischen Truppen nach ..furchtbaren Kämpfen" dringend um Verstärkungen ersuchen müssen.
Sonderbar, daß es so schwer ist. Begriff und Zweck des ..Kreuzzuges zur Befreiung der Menschheit" — wie Wilson es nennt — sich zu eigen zu macken. Der Krieg geht — wie Wilson in feiner Botschaft an die Arbeiter vom 1. September ver. sichert — nur dämm, daß die Menschen überall frei von beständiger Furcht leben und ruhig atmen können, während sie ihren täglichen Geschäften nachgehen. Um dieses Glück ermessen zu können, in Wilsonscher Freibeit zu atmen, müssen die Marokkaner sich selbst in die Schlachtreihe der Entente stellen, und wenn sie das nicht wollen, so müssen sie durch Maschinengewehre dazu gezwungen werden, so viele ihrer noch übrig bleiben. Andererseits sind sse ersi auf der Seite der Entente, so Haben sie zu tausenden die Schlechtfelder Frankreichs zu düngen und keine Gelegenheit webr rubig zu atmen.
Die Welt aber bleibt er'-ll bei diesem blutigen Hobn. läßt gedi'wig das Trommelfeuer Wilfonscher Beredsamkeit über sich ergaben und hrrrt gläubia auf die Erff'llvng seiner Offenbarungen. Und ist kein Zeichner da. der dieser ungebenerlichen i Spottgeburt menschlicher Heuchelei den Spiegel vorhält?
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D-rliu, 10. Sept. (WB.) Ein Berliner Mittagsblatt schreibt unter der Uebcrsckrift: „Revolver und Pei sche":
In dem australischen Lager in Parres Irland führte ein gewisser Major Hawst als Lagerkommandant ein wahres Schreckensregiment. Dieser wüste Geselle schoß mit dem Revolver auf einen deutschen Gefangenen, der ihn um eine Zigarette bat, tötete dabei einen Unbeteiligten und verwundete einen an. deren. Zwei Gefangene, die einen Fluchtversuch machten, ließ er an Bäume binden und durchpeitfchen. Einige Gefangene halten vom Posten die Erlaubnis erhalten, sich von einem zerfallenen Schuppen Brennholz zu bolen. Als andere, in dem Glauben, daß es sich um eine allgemeine Erlaubnis handle, ebenfalls von diesem Holz forttrugen, gab Hawfk Befehl, sie mit dem Bajonett wegzutreiben, worauf die australischen Wachen rücksichtslos auf die Leute einstachen und sie schließlich zu dreißig in einem wenige Quadratmeter großen, von Stacheldraht umzogenen Platz einpferchten. wo sie gerade so viel Raum fanden, um arufrecht nebeneinander zu stehen. In dieser furchtbaren Lage mußten sie zwölf Tage und Nächte, zum Teil in heftigen Regengüssen aushalten. Nicht einmal zum Austreten durften sie hinaus, bis sie endlich, so wie sie waren, manche nur mit einer Hose bekleidet und ohne Strümpfe, zu ihrer Aburteilung nach einem mehrere Stunden entfernten Gefängnis getrieben wurden.
Diese grauenvollen Roheiten find für uns um so schmerzlicher, als in den australischen Lagern vor allem unsere braven Leute vom Kreuzer „Emden" und die aus Tsingtau gefangen gehalten werden. Nur durch schärfste Gegenmaßregeln an den in unseren Händen befindlichen australischen Gefangenen werden die verrohten Abkömmlinge des australischen einstigen Sträflingsstaates zu einem menschlichen Verhalten gezwungen werden können.
-eit ausschließlich mit den Erzeugnissen des heimatlichen Do. ldens zu sorgen, unter schwierigsten Verhältnissen glänzend ge. löst und sich als starker Grundpfeiler für den hehren Bau des Reiches und seine Machtstellung von neuem bewährt. Jeder einzelne in der Heimat verbliebene Landwirt und vor allem auch die Landfrauen haben unter Einsetzung ihrer ganzen Kraft die heimische Scholle gehütet und gepflegt und durch ihren unermüdlichen Fleiß rühmlichen Anteil daran genom- men, die grausamen Aushungerungsplane verblendeter Feinde zu schänden zu machend Mit unerschütterlichem Vertrauen und innigstem Danke blickt das Vaterland auf seine Pflicht, treue, opferwillige Lattdwirischast wie auf seine todesmutigen Söhne im Felde, die in blutigem Ringen, wie es die Welt, gefchichte noch nicht erlebt hat, dem Feinde mit Gottes Hilfe siegreich wehren und ihn von unserem heiligen Boden fern- halten. Gott lohne alle Treue und stärke unsere Kraft, di« Macht der Feinde zu brechen und freie Bahn für eine glück liche Zukunft der deutschen lernte zu schaffen.
Wilhelm I. R.
Dr. llor! Peters *f-
Braunschweig. 11 . Sept. (WB.) Dr. Karl Peters ist. wie die „Neuesten Nachrichten" melden, gestern in Woltorf bei Peine gestorben. Die Beisetzung erfolgt in Neuhaus (Elbe).
Dernhiirg als RMglWimtM! ?
Bei der infolge des Todes des Reichstagsprästdenten Kämpf in Berlin I nötig gewordenen Reichstagsersatzwahl herrschen Unstimmigkeiten. Zunächst sollte der alte Justizrat Eassel ausgestellt werden, der jedoch dankte. Jetzt hat man sich zu der Wahlbewerbung eines Geheimrates Kempner entschlossen. Aber auch dieser fordert Widerspruch. Als er 'sich vorgestern in einer Wahlversammlung vorstellte, feierte ein Eheftedakteur Nuschke — der Name kommt uns bekannt vor. der Mann muß sich auch einmal in unserer Gegend Herumgetrieben haben — den ehemaligen Staatssekretär Dernburg. Die Partei verfüge über einen Mann, dessen Name das Programm des Verstan- digungsfriedens genannt werden dürfe, und dieser Mann sei der ftühere Staatssekretär Dr. Dernburg. Wenn der erste Ver, liner Wahlkreis Dernburg wähle, so sei das eine Kundgebung die in der ganzen Welt verstanden werde. — Bei der Abstim mnng entfielen 103 Stimmen auf Kempner und 90 auf Dern bürg
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Dur Jrf»pg“ der ffntenie.
Am 3. September meldete der deutsche Heeresbericht unter Anderem:
mehrstündiger stärkster Artillerievorbereitung griffen Franzosen, durch marokkanische und amerikanische Divi-
„Der Zoller , das gelesenste Tageblatt Hohenzollerns und offiziöse Organ des fürstlichen Hofes in Sigmaringen, berkchret an auffälliger Stelle folgendes:
„Der frühere rumänische Minister Antonescu, der bekanntlich vor einiger Zeit — in österreichischem V-Zug mit amtlicher deutscher Erlaubnis — nach der Schweiz reiste, schreibt im Pariser „Temps . „Die Königin Maria besucht in den Karpathen die Dörfer, die an Oesterreich-Ungarn abgetreten werden müssen. Sie küßt die Kinder und verteilt an die Bauern Kleider und Lebensmittel. Die Bauern küssen ihr die Hände und rufen: Auf baldiges Wiedersehen!" Dazu bemerkt „Der Zoller": „Man braucht nur daran zu erinnern, daß die Königin von Rumänien mit die treibende Kraft bei dem Bündnisverrat des Landes war und aus ihrer ausgesprochenen Vorliebe für die Feinde der Mittelmächte nie ein Hehl gemacht hat, um sich die Antwort auf die Frage, was sie mit ihren Besuchen in den abgetretenen Gebietsteilen bezweckt, von selber geben zu können" Wie hieß es doch bei. Abschluß des Friodensvertrages mit Rumänien: „. . . die dynastische Frage ist eine innere Ange. legenhoit Rumäniens . . . Hm, hm!
An Kiriler «der die imtlche taii-imtiWt.
_ Ce. Majfftät der Kaffer hat der deuffchen L-ndwirffchafts- Gesellschaft auf ihre Huldigungsdrahtung aus der 82. Hauptversammlung nachstehende Antwortdrahtung übersandt:
,.>zch danke herzlich für die freundliche Begrüßung der in der Reichshauptstadt versammelten Mitglieder der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und die treuen Wünsche für völlige Genesung Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin, deren Befinden. Gott sei Dank, in fortschreitender Besserung rst. Die deutsche Landwirtschaft hat ihre gewaltige Aufgabe, für die Ernährung des deutschen Volkes während der Kriegs.
Dg MrHen m Kelineng ..NeniralW".
Von Professor F. Dreher, Friedberg. Leutnant d. Res.
Am 2. August 1914, abends um 7 Uhr erbat Deutschland in seiner Notwehr von Belgien den fteien Durchzug, damit nicht die gen Belgien im Aufmarsch begriffene 5. ftanzösische Armee den Krieg von der Maaslinie aus in unser rheinisches In, dustriegebiet trug. Tags zuvor hatte England unseren Vorschlag abgelehnt, unter der Bedingung, neutral zu bleiben, daß die Deutschen weder durch Belgien marschierten, noch die französische Nordküste angriffen und auch im Falle des Sieges keinerlei Abtretung verlangten? Damit war die Voransfage des französischen Sozialisten Francis Delaifi haarscharf in Erfüllung gegangen, der 1911 in seinem Buch „I-u guerre qui vie it° prophezeite: „Gngland bereitet den Vernichtungskrieg gegen
Deutschland vor und will Frankreich als seinen Landsoldaten gegen Deutschland benutzen. Deutsck-land muß dann den Krieg durch den Einmarsch in Belgien eröffnen. Darauf wird, von England entfacht, eine Helle Entrüstung in den Zeitungen der Welt aufflammen und England wird erklären, daß es bei all seiner Fri^ensliebe nun gezwungen sei, zur Sühne des beleidigten Rechtes in den Krieg einzugreisen". Belgien diente tatsächlich. wie wir jetzt aus den in Brüssel aufgefundenen Ge. Heimakten wissen, für England und Frcnrkreich als Schild und Einfallstor gegen Deutschland, und Lord Kitcheners Ausspruch: „Die Grenze des englischen Reiches in Europa ist nicht der Kanal. sondern die Maaslinie", traf den Nagel auf den Koch Schon seit dem 10. April 1906 ist Belgien nicht mehr neutral sondern in deutschfeindlicher Richtung mit England und Frankreich verbündet. Am genannten Tag schloß nämlich der Ehef des belgischen Generalstabs mit dem englischen Militärattache in Brüssel, Oberstleutnant Varnardiston, einen Vertrag ab, der die Billigung des englischen Generalstabschefs, des Generalmajors Grrerson fand, und genaue Vereinbarungen für den bevorstehenden Krieg enthielt: „Stärke. Gliederung. Ankichfts-
zeit des englischen Expeditionskorps. Pläne für dessen Eisenbahntransporte durch Belgien, Einguartierung, Verpflegung. Versorgung der Verwundeten, Beschaffung von Dolmetschern und für Engländer lesbare Karten von Belgien, Dünkirchen. Calais und Voulogne waren rm Einverständnis mit dem französischen Generalstab als Landungspunkte in Aussicht genommen und den Akten eine Karts des französischen Aufmarsches beige, geben. Auf eine Unteftützuny durch Holland rechnete man „zurzeit" noch nicht. Den Verpflegungsnachschub wollte England über Antwerpen leiten, sobald die Nordsee von deutschen Schiffen gesäubert sei. Belgien sollte umgehend mit einem Spionagedienst in der preußischen Rheinprovinz beginnen." Damit war Belgien rettungslos England verfallen. Am 23. April 1912 erklärte denn auch der englische Militärbevollmach- tigte Oberstleutnant Bridges dem belgischen Generalstabschef General Iungbluth, die englische Regierung hätte Sei dem Marokkokonflikt von 1911 eine Landung in Belgien vorgenommen, selbst wenn Belgien keine Hilfe verlangt hätte! Indessen be- endeten die englischen Militärs 1912-13 nach gründlicher, schon 1910 begonnener Vorbereitung ihre geheimen, von uns nun auf- gefundenen Kriegshandbücher über Belgien, die systematischste topographische Arbeit, die es überhaupt gibt. Den belgischen Behörden blieben diese Vorbereitungen Englands zum Krieg gegen Deutschland selbstverständlich nicht unbekannt, man tat jedoch keinerlei Schritte zur Wahrung seiner Neutralität, son^ dern fiihrte sogar 1913 ans Betreiben von.England und Frankreich die allgemeine Wehrpflicht ein. Wäre er den Belgiern


