Ausgabe 
12.9.1918
 
Einzelbild herunterladen

Nummer Olijchreis w S» Donnerstag. den 12. September 1918

II. JaffrMuK

Ueue Tageszeitung

DieMene Tagesreltmrs" erscheint ^eden Werkta?. Regelmäßige BeilagenDer Dauer aus Hessen",Die Spinnssube". Ke?ugspreis: Bei den Postanstalten vwrkeliährlkch - M R 2.4q hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Anente" n^nn^lich 90 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anxeigen: Grundzeile 2b Pfg., lokale 20Pfg^ Anzeigen von auswäris werden c>urb Bouuachnahm« erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Lchriftleitung und Verlag Friedberg (Hessen), Hanauerstraße 12. Ferwprecher 48. Posticheck-Eonto Nr. 48.'>9. Amt Frankfurt a. M.

Ws finilm Mahsmg jur LiiiM

Erneute Angriffe der Engländer adgemiefen, 300 Gefangene in unserer Hand. Mißlungene Unternehmungen der Italiener. 13000 Tonnen versenkt. Dr. Karl Peters i*.

Der deutsche Grneralstab meldet: ==

:

W. T. Z. Grosse» Haaptquartiev. btn

11. Keplemöer Amliich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei Abwehr englischer Teilvorstöße südlich von Ppern und nördlich vom La Bassee-Kanal machten wir Gefangene.

Ci?'dllch der Straße PeronneEambrai führten erneute An- grirte - U ri^r wiederum zu heftigen Kämpfen südlich von

Goi^cc' !'rt und um Epehy. An einzelnen Stellen erreichte der Feind unsere vorderen Linien. Im Gegenstoß schlugen wir ihn zur'''ck 700 Gefangene -lieben in unserer Hand. Teilan­griffe der Franzosen, die beiderseits der Straße HamSt. Quentin überraschend und nach Artillerievorbereitung erfolgten, wurden abgewiosen. Oertliche Kämpfe nördlich der Ailette. Zwisch-en Ailette und Aisne steigerte sich das Artilleriefeuer am Rachmittaoe wieder zu großer Heftigkeit. Am Abend brach der Feind zu starken Angriffen vor. Sie scheiterten vor unseren Linien.

Der Erste Eeneralquartiermeister: Ludendorff.

Abend!rer?cht.

BerNn, II. Sept.. abends. (WB. Amtlich.) An den Kampf­fronten ruhiger Tag.

[j Per österreichische Generalstab

! meldet: ., - 7 - 7 ^

Wien. 11. Sept. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: Auf der Hochfläche von

A s i a g 0 scheiterten zwei feindliche Erkundungsversuche. Im Asolone-Abschnitt, wo es den Italienern unter Einsatz starker Artillerie gelang, in unsere Linie einzudringen, stellte ein Gegenstoß des Infanterieregiments 99 die Situation wieder her. An der Pmvefront erhöhte Artilleriekämpfe.

Der bulgarische Generalstab

meldet:

Sofia. 9. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Gencralstabsbericht.

Mazedonische Front: An der westlichen Czerna war da;

feindliche Artilleriefeuer zeitweise heftiger in der Gegend der Moglena. Nördlich des Dorfes Nohowo zersprengten wir durch Feuer eine feindliche Sturmabteilung, die sich nach Ärtillerie- vorbereitunq unseren Gräben zu näb-'rn versuchte. Bon Huma bis zum Wardar heftige Feuerüberfälle seitens des Feindes, denen unsere Batterien kräftig antworteten. Auf dem Vorge­lände westlich von Serres lebhafte Erkundungstätigkeit. Unsere Infanterieoruppen. von der Artillerie unterstützt, zerstreuten mebrere griechische Kompagnien, fügten ihnen beträchtliche Ver­luste zu und machten sechs Gefangene von der königlich grie­chischen Armee.

13000 Tonnen verdenkt.

Berlin. 10. Sept. (WB. Amtlich.) Neuerdings wurden durch unsere U-Boote 13,000 Bruttore-gistertonnen feindlichen Schiffsraums versenkt.

Der Chef des Admiralstabcs der Marine.

Kopenhagen, 9. Sept. (WB.) Nach einem Telegramm aus Trontheim wurde der große norwegische DampferAriadne Christtne" auf der Neise von England nach der Murmanküste mit Stückgut am Samstag abend torpediert. Das Schiff wurde an der Küste bei Davdoe auf Grund gesetzt. Die Besatzung wurde gerettet. Der Rauminhalt des Schiffes beträgt 7000 Bruttoregiftertonnen.

Notierdam, 10. Sept. (WB.) DerNieuwe Notterdamfche Courant" meldet, daß der holländische SeglerEbenezer 2" auf eine Mine gelaufen und gesunken ist. Die Besatzung wurde in Scheven ingen gelandet.

Gin englischer Torpedojägrr gesunken.

Haag, 11. Sept. Die englische Adnrtratttät meldet amt­lich vom 9. September, daß ein britischer Torpedojäger durch Kollision gesunken ist '

Der Chef des Admirnlftabs über den Tauchbooilrrieg.

Dresden. 11. Sept. In einer Bersannnlung teilte der Reichstagsabgeordnetc Wildgrube aus seiner Unterredung mit dem Lldmiralstabschef Scheer folgenden Ausspruch desselben mit: , Sie können mit gutem Gewissen vor dem Lande sa^en, daß es uns gelingen wird, mit den U-Booten England an den Ver­handlungstisch zu bringen, nur muß ich es ablehnen, mich auf einen bestimmten Zeitpunkt festzulegen."

Pie Schlacht im Westen.

Die Nachhutgefechte.

Berlin, 10. Sept. (WB.) Seit Tagen stehen die Deutschen in ihren neuen Stellungen, vor denen mehrere Kilometer weit vorgeschobene Nachhutstellungen liegen. Alle in den letzten Ta. aen von der Entente gemeldeten Gefechte undErfolge" haben sich diesen gegenüber abgespielt. Den Erozat-Kanal versuchten die Franzosen am 8. September in wiederholten Angriffen unter starkem Artillerieeinsatz zu forcieren. Die deutschen Maschinen­gewehre schlugen jeden llebergangsverfuch blutig ab und gingen in der Nacht unbehelligt in die befohlenen Sicherungslinien zu­rück, die mehrere Kilometer westlich der neuen Stellung liegen. An den Flügeln der Schlachtfront erneuerten die Engländer bei Armentieres und die Franzosen zwischen Ailette und Aisne am 8. d. M. ihre Angriffe. Der erste französische Angriff dicht südlich der Ailette wurde um 6 Uhr morgens durch einen sofor­tigen Gegenstoß abgeschlagen. In gleicher Weise scheiterten wie­derholte heftige Teilvorstöße am Nachmittage, ebenso wie Tetl. angriffe zwischen der Straße SoiffonsLaon und der Aisne. Am Abeitd setzten die Franzosen nach einstündlger stärkster Feuervorbereitung nochmals zu geschloffenem Angriff zwischen Ailette und Aisne an. Bereits in der Bereitstellung wirksam ge­faßt, brach der Angriff zusammen. An einzelnen Steven, wie bei Sancy, hatten die Franzosen bis zu sechsmal vergeblich an­gegriffen.

Die Ueberschwemmungen vor der Siegfriedstellung.

Bern, 10. Sept. (WB.) Französische Blätter verzeichnen übereinstimmend die Vermehrung der deutschen Hinderniffe in der Nähe der allen Siegfriedstellung. Große Gebiete seien be­sonders westlich von Eambrai uirter Waffer gesetzt. Wie der Temps" meldet, wurden die Schleusen des Nordkanals gesperrt und Sensee-Bach und Scarpe verschüttet, so daß nördlich des Havrincourt-Waldes eine unzugängliche Zone geschaffen wor­den sei. Der Frontberichterstatter desPetit Parisien" betont, daß die Ueberschwemmungen die Verwendung der Tanks aus- schalteten. Ave Frontberichterstatter erklären, daß die neuen deutschen Stellungen außerordentlich stark befestigt seien und ein Hindernis bildeten, deffen Ueberwindung schwerste Kämpfe kosten werde. Daher sei in den Kampfhandlungen ein Still­stand zu erwarten. DasJournal des Debats" äußert, der deutsche Rückzug sei beendet.

Neuer Kampfabschnitt.

Rotterdam, 11 Sept. DasAlgemeen Handelsblad" mel. det aus Paris: Längs der ganzen Front ist die Schlacht in

einen neuen Entwicklungsabschnitt getreten, was übrigens der ftanzösische Oberbefehl vorausgesehen hat. Bei der Hindenburg- linie angekommen, erhöhte der Feind überall seinen Widerstand und zeigte dadurch seine Absicht, hier standzcchalten. Daraus ergibt sich, daß der Kampf jetzt während einiger Zeit zum Still­stände kommt, damit die verbündeten Truppen, die so große Abstände zurückgelegt haben, Zeit gewinnen, Atem zu holen um einen neuen Angriff vorzubereiten. Aber auch andere Möglichkeiten zeigen sich.

Hutin schreibt imEcho de Paris": Die Genialität der

Manövrierkunst besteht nicht darin, genau auf dem Punkt an- zugrcifen, wo der Feind seine Haupttruppen und sein mächtiges Kriogsgerät bereithält, um unseren Stoß aufzufangen. Viele Wege führen nach Eambrai und St. Quentin.

Die Trümmer von Soiffons.

Genf, 10. Sept. Wie die Agentur Havas meldet, besichtigte der Senator Touron die befreiten Dörfer seines Departements. Er beschreibt ihren trostlosen Eindruck imExcelsior", wobei er hervorhebt, daß die meisten Gemeinden nur noch aus einer geographischen Bezeichnung bestehen. Es sei keine Spur mehr von den Häusern übrig, überall hätten die Minen ihr Werk getan. Bon der Stadt Soissons seien nur noch einige Quar­tiere der Dorstadt übrig geblieben.

Holland glaubt an Waffenstillstand.

Karlsruhe, 11. Sept. Wie die ZüricherPost" aus dem Haag berichtet, ist man in holländischen politischen Kreisen der Ansicht, daß ein Waffenstillstand der Kriegführenden für den kommenden Winter zu erwarten ist.

Der Fliegerangriff ans MannheimFndwigshafen.

Berlin, 10. Sept. (WB.) Am 7. September versuchten die Gegner abermals einen Fliegerangriff auf Mannheim-Lud- wigshafen. Nach den letzten Mißerfolgen sollte er diesmal unter allen Umständen glücken. Deshalb hatten sie die statt­liche Anzahl von 24 de Havilland-Flugzsugen für den Bomben- flug angesetzt. Trotzdem blieb ihnen infolge der Aufmerksam­keit und Angriffsfreudigkeit unserer Jagdflieger ein Erfolg wie- derum versagt. Als das Geschwader die Linien mittags über-- flogen hatte, wurde es sofort von Jagdfliegern der Front in Kämpfe verwickelt. Dabei verlor der Gegner fein Führerflug, zeug. Auf dem weiteren Anfluge stießen ihm Jagdflieger des Heimatfchutzes entgegen. In erbitterten Kämpfen verlor dei Gegner weitere zwei Flugzeuge. Wahllos warf er darauf feint Bomben ab, die nur ganz geringen Sachschaden anrichteten, und wandte sich schleunigst zur Flucht. Unsere Jagdgeschwader dräng­ten ihm hart nach und brachten noch zwei weitere Flugzeug« über unserem Gebiet zum Absturz. Im ganzen büßte der Eeg. ner also fünf Flugzeuge ein. Wieviel Flugzeuge davon außerdem beschädigt waren, entzieht sich unserer Kenntnis.

Mit diesem Erfolg erhöht sich die Zahl der seit April über unserem Heimatgebiet abgoschoffenen feindlichen Flugzeuge au? «67. ! .

Rußland.

Kasan genommen.

Berlin, 11. Sept. Das Informationsburecm der Peters­burger Telegraphen-Agentur meldet: In der Nacht zum 9>

September begannen die Rätetruppen ihren Einmarsch in die Stadt Kasan. Heute Dienstag ist Kasan gefallen und in unsere Hand Lbergegangen. Die Weißgardisten und Tschecho- Slowaken fliehen in Unordnung. Sie werden von unseren Fliegern verfolgt, die über 200 Kilogramm Bomben auf sie ge­schleudert haben. Der Fall einer der Hauptstützpunkte der rus­sischen Gegenrevolution ist damit besiegelt.

Verschlimmerung der Lage der Tscheche-Slowaken.

Genf, 11. Sept.Morningpost" meldet: Die drahtlose

Verbindung mit den Tschecho-Slowaken ist seit Samstag unter­brochen. Man ist daher ohne jede Nachricht von ihnen. Man glaubt, die Unterbrechung auf eine Verschlimmerung der ßor Zurückführen zu können.

Die Lage in Moskau.

Zürich, 11. Sept. DeiNeue Zürch. Ztg." meldet von dei russischen Grenze, daß über Moskau der verschärfte Belagerungs» zustand erklärt wurde. Alle Hauptstraßen der Stadt sind mili­tärisch gesperrt. Bon sämtlichen Reisenden werden Ausweise gefordert. Aus Furcht vor Unruhen getraut sich die Eirnvohner- schaft Moskaus nicht aus ihren Häusern heraus. Es scheint, daß die Sozialrevolutionäre bisher keine weiteren Revolten gegen die Sowjetvegieruny unternommen haben, wohl in der Befürch­tung, daß diese die in ihrer Gewalt befindlichen Eonoffen hin. richten werde.

Kriegserklärung des Verbandes?

Rotterdam, 11. Sept. DieTimes" schreiben: Die En-

tenteländer wollen eine Kriegserklärung an Ruß« l a n d richten. Der Sturz der Bolschewisten und ihre Bestraf­ung durch die verbiindeten internationalen Mächte werde der einzige Zweck der Handlungen der Alliierten sein.

Zürich, 11. Sept. DerEorrieve della Sera" veröffeirtlichl eine pessimistisch gehaltene Londoner Depesche, wonach man di« Lage in Archangelsk zur Zeit als nicht ohne Gefahr erachte. Stark bewaffnete russische Mleilungcn seien vor Archangelsk er­schienen.

Die erste rnjstsche Zahlung.

Berlin, 11. Sept. (WB.) Die nach dem deutsch-russischeff Finanzabkommen am 10. September fällige erste Rate der riH> fischen Gold- und Rubelzahlungen ist gestern kn Orscha eingr^ troffen und von tzsm Beauftragten der ReiMaffk ,ü her nominell < vpwchen^