Nummer Olijchreis w S» Donnerstag. den 12. September 1918
II. JaffrMuK
Ueue Tageszeitung
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Erneute Angriffe der Engländer adgemiefen, 300 Gefangene in unserer Hand. Mißlungene Unternehmungen der Italiener. — 13000 Tonnen versenkt. — Dr. Karl Peters i*.
Der deutsche Grneralstab — meldet: ==
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W. T. Z. Grosse» Haaptquartiev. btn
11. Keplemöer Amliich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei Abwehr englischer Teilvorstöße südlich von Ppern und nördlich vom La Bassee-Kanal machten wir Gefangene.
Ci?'dllch der Straße Peronne—Eambrai führten erneute An- grirte - U ri^r wiederum zu heftigen Kämpfen südlich von
Goi^cc' !'rt und um Epehy. An einzelnen Stellen erreichte der Feind unsere vorderen Linien. Im Gegenstoß schlugen wir ihn zur'''ck 700 Gefangene -lieben in unserer Hand. Teilangriffe der Franzosen, die beiderseits der Straße Ham—St. Quentin überraschend und nach Artillerievorbereitung erfolgten, wurden abgewiosen. Oertliche Kämpfe nördlich der Ailette. Zwisch-en Ailette und Aisne steigerte sich das Artilleriefeuer am Rachmittaoe wieder zu großer Heftigkeit. Am Abend brach der Feind zu starken Angriffen vor. Sie scheiterten vor unseren Linien.
Der Erste Eeneralquartiermeister: Ludendorff.
Abend!rer?cht.
BerNn, II. Sept.. abends. (WB. Amtlich.) An den Kampffronten ruhiger Tag.
[j Per österreichische Generalstab
!• meldet: ., - 7 - 7 ^
Wien. 11. Sept. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: Auf der Hochfläche von
A s i a g 0 scheiterten zwei feindliche Erkundungsversuche. Im Asolone-Abschnitt, wo es den Italienern unter Einsatz starker Artillerie gelang, in unsere Linie einzudringen, stellte ein Gegenstoß des Infanterieregiments 99 die Situation wieder her. An der Pmvefront erhöhte Artilleriekämpfe.
Der bulgarische Generalstab
meldet:
Sofia. 9. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Gencralstabsbericht.
Mazedonische Front: An der westlichen Czerna war da;
feindliche Artilleriefeuer zeitweise heftiger in der Gegend der Moglena. Nördlich des Dorfes Nohowo zersprengten wir durch Feuer eine feindliche Sturmabteilung, die sich nach Ärtillerie- vorbereitunq unseren Gräben zu näb-'rn versuchte. Bon Huma bis zum Wardar heftige Feuerüberfälle seitens des Feindes, denen unsere Batterien kräftig antworteten. Auf dem Vorgelände westlich von Serres lebhafte Erkundungstätigkeit. Unsere Infanterieoruppen. von der Artillerie unterstützt, zerstreuten mebrere griechische Kompagnien, fügten ihnen beträchtliche Verluste zu und machten sechs Gefangene von der königlich griechischen Armee.
13000 Tonnen verdenkt.
Berlin. 10. Sept. (WB. Amtlich.) Neuerdings wurden durch unsere U-Boote 13,000 Bruttore-gistertonnen feindlichen Schiffsraums versenkt.
Der Chef des Admiralstabcs der Marine.
Kopenhagen, 9. Sept. (WB.) Nach einem Telegramm aus Trontheim wurde der große norwegische Dampfer „Ariadne Christtne" auf der Neise von England nach der Murmanküste mit Stückgut am Samstag abend torpediert. Das Schiff wurde an der Küste bei Davdoe auf Grund gesetzt. Die Besatzung wurde gerettet. Der Rauminhalt des Schiffes beträgt 7000 Bruttoregiftertonnen.
Notierdam, 10. Sept. (WB.) Der „Nieuwe Notterdamfche Courant" meldet, daß der holländische Segler „Ebenezer 2" auf eine Mine gelaufen und gesunken ist. Die Besatzung wurde in Scheven ingen gelandet.
Gin englischer Torpedojägrr gesunken.
Haag, 11. Sept. Die englische Adnrtratttät meldet amtlich vom 9. September, daß ein britischer Torpedojäger durch Kollision gesunken ist '
Der Chef des Admirnlftabs über den Tauchbooilrrieg.
Dresden. 11. Sept. In einer Bersannnlung teilte der Reichstagsabgeordnetc Wildgrube aus seiner Unterredung mit dem Lldmiralstabschef Scheer folgenden Ausspruch desselben mit: , Sie können mit gutem Gewissen vor dem Lande sa^en, daß es uns gelingen wird, mit den U-Booten England an den Verhandlungstisch zu bringen, nur muß ich es ablehnen, mich auf einen bestimmten Zeitpunkt festzulegen."
Pie Schlacht im Westen.
Die Nachhutgefechte.
Berlin, 10. Sept. (WB.) Seit Tagen stehen die Deutschen in ihren neuen Stellungen, vor denen mehrere Kilometer weit vorgeschobene Nachhutstellungen liegen. Alle in den letzten Ta. aen von der Entente gemeldeten Gefechte und „Erfolge" haben sich diesen gegenüber abgespielt. Den Erozat-Kanal versuchten die Franzosen am 8. September in wiederholten Angriffen unter starkem Artillerieeinsatz zu forcieren. Die deutschen Maschinengewehre schlugen jeden llebergangsverfuch blutig ab und gingen in der Nacht unbehelligt in die befohlenen Sicherungslinien zurück, die mehrere Kilometer westlich der neuen Stellung liegen. An den Flügeln der Schlachtfront erneuerten die Engländer bei Armentieres und die Franzosen zwischen Ailette und Aisne am 8. d. M. ihre Angriffe. Der erste französische Angriff dicht südlich der Ailette wurde um 6 Uhr morgens durch einen sofortigen Gegenstoß abgeschlagen. In gleicher Weise scheiterten wiederholte heftige Teilvorstöße am Nachmittage, ebenso wie Tetl. angriffe zwischen der Straße Soiffons—Laon und der Aisne. Am Abeitd setzten die Franzosen nach einstündlger stärkster Feuervorbereitung nochmals zu geschloffenem Angriff zwischen Ailette und Aisne an. Bereits in der Bereitstellung wirksam gefaßt, brach der Angriff zusammen. An einzelnen Steven, wie bei Sancy, hatten die Franzosen bis zu sechsmal vergeblich angegriffen.
Die Ueberschwemmungen vor der Siegfriedstellung.
Bern, 10. Sept. (WB.) Französische Blätter verzeichnen übereinstimmend die Vermehrung der deutschen Hinderniffe in der Nähe der allen Siegfriedstellung. Große Gebiete seien besonders westlich von Eambrai uirter Waffer gesetzt. Wie der „Temps" meldet, wurden die Schleusen des Nordkanals gesperrt und Sensee-Bach und Scarpe verschüttet, so daß nördlich des Havrincourt-Waldes eine unzugängliche Zone geschaffen worden sei. Der Frontberichterstatter des „Petit Parisien" betont, daß die Ueberschwemmungen die Verwendung der Tanks aus- schalteten. Ave Frontberichterstatter erklären, daß die neuen deutschen Stellungen außerordentlich stark befestigt seien und ein Hindernis bildeten, deffen Ueberwindung schwerste Kämpfe kosten werde. Daher sei in den Kampfhandlungen ein Stillstand zu erwarten. Das „Journal des Debats" äußert, der deutsche Rückzug sei beendet.
Neuer Kampfabschnitt.
Rotterdam, 11 Sept. Das „Algemeen Handelsblad" mel. det aus Paris: Längs der ganzen Front ist die Schlacht in
einen neuen Entwicklungsabschnitt getreten, was übrigens der ftanzösische Oberbefehl vorausgesehen hat. Bei der Hindenburg- linie angekommen, erhöhte der Feind überall seinen Widerstand und zeigte dadurch seine Absicht, hier standzcchalten. Daraus ergibt sich, daß der Kampf jetzt während einiger Zeit zum Stillstände kommt, damit die verbündeten Truppen, die so große Abstände zurückgelegt haben, Zeit gewinnen, Atem zu holen um einen neuen Angriff vorzubereiten. Aber auch andere Möglichkeiten zeigen sich.
Hutin schreibt im „Echo de Paris": Die Genialität der
Manövrierkunst besteht nicht darin, genau auf dem Punkt an- zugrcifen, wo der Feind seine Haupttruppen und sein mächtiges Kriogsgerät bereithält, um unseren Stoß aufzufangen. Viele Wege führen nach Eambrai und St. Quentin.
Die Trümmer von Soiffons.
Genf, 10. Sept. Wie die Agentur Havas meldet, besichtigte der Senator Touron die befreiten Dörfer seines Departements. Er beschreibt ihren trostlosen Eindruck im „Excelsior", wobei er hervorhebt, daß die meisten Gemeinden nur noch aus einer geographischen Bezeichnung bestehen. Es sei keine Spur mehr von den Häusern übrig, überall hätten die Minen ihr Werk getan. Bon der Stadt Soissons seien nur noch einige Quartiere der Dorstadt übrig geblieben.
Holland glaubt an Waffenstillstand.
Karlsruhe, 11. Sept. Wie die Züricher „Post" aus dem Haag berichtet, ist man in holländischen politischen Kreisen der Ansicht, daß ein Waffenstillstand der Kriegführenden für den kommenden Winter zu erwarten ist.
Der Fliegerangriff ans Mannheim—Fndwigshafen.
Berlin, 10. Sept. (WB.) Am 7. September versuchten die Gegner abermals einen Fliegerangriff auf Mannheim-Lud- wigshafen. Nach den letzten Mißerfolgen sollte er diesmal unter allen Umständen glücken. Deshalb hatten sie die stattliche Anzahl von 24 de Havilland-Flugzsugen für den Bomben- flug angesetzt. Trotzdem blieb ihnen infolge der Aufmerksamkeit und Angriffsfreudigkeit unserer Jagdflieger ein Erfolg wie- derum versagt. Als das Geschwader die Linien mittags über-- flogen hatte, wurde es sofort von Jagdfliegern der Front in Kämpfe verwickelt. Dabei verlor der Gegner fein Führerflug, zeug. Auf dem weiteren Anfluge stießen ihm Jagdflieger des Heimatfchutzes entgegen. In erbitterten Kämpfen verlor dei Gegner weitere zwei Flugzeuge. Wahllos warf er darauf feint Bomben ab, die nur ganz geringen Sachschaden anrichteten, und wandte sich schleunigst zur Flucht. Unsere Jagdgeschwader drängten ihm hart nach und brachten noch zwei weitere Flugzeug« über unserem Gebiet zum Absturz. Im ganzen büßte der Eeg. ner also fünf Flugzeuge ein. Wieviel Flugzeuge davon außerdem beschädigt waren, entzieht sich unserer Kenntnis.
Mit diesem Erfolg erhöht sich die Zahl der seit April über unserem Heimatgebiet abgoschoffenen feindlichen Flugzeuge au? «67. ! .
Rußland.
Kasan genommen.
Berlin, 11. Sept. Das Informationsburecm der Petersburger Telegraphen-Agentur meldet: In der Nacht zum 9>
September begannen die Rätetruppen ihren Einmarsch in die Stadt Kasan. Heute Dienstag ist Kasan gefallen und in unsere Hand Lbergegangen. Die Weißgardisten und Tschecho- Slowaken fliehen in Unordnung. Sie werden von unseren Fliegern verfolgt, die über 200 Kilogramm Bomben auf sie geschleudert haben. Der Fall einer der Hauptstützpunkte der russischen Gegenrevolution ist damit besiegelt.
Verschlimmerung der Lage der Tscheche-Slowaken.
Genf, 11. Sept. „Morningpost" meldet: Die drahtlose
Verbindung mit den Tschecho-Slowaken ist seit Samstag unterbrochen. Man ist daher ohne jede Nachricht von ihnen. Man glaubt, die Unterbrechung auf eine Verschlimmerung der ßor Zurückführen zu können.
Die Lage in Moskau.
Zürich, 11. Sept. Dei „Neue Zürch. Ztg." meldet von dei russischen Grenze, daß über Moskau der verschärfte Belagerungs» zustand erklärt wurde. Alle Hauptstraßen der Stadt sind militärisch gesperrt. Bon sämtlichen Reisenden werden Ausweise gefordert. Aus Furcht vor Unruhen getraut sich die Eirnvohner- schaft Moskaus nicht aus ihren Häusern heraus. Es scheint, daß die Sozialrevolutionäre bisher keine weiteren Revolten gegen die Sowjetvegieruny unternommen haben, wohl in der Befürchtung, daß diese die in ihrer Gewalt befindlichen Eonoffen hin. richten werde.
Kriegserklärung des Verbandes?
Rotterdam, 11. Sept. Die „Times" schreiben: Die En-
tenteländer wollen eine Kriegserklärung an Ruß« l a n d richten. Der Sturz der Bolschewisten und ihre Bestrafung durch die verbiindeten internationalen Mächte werde der einzige Zweck der Handlungen der Alliierten sein.
Zürich, 11. Sept. Der „Eorrieve della Sera" veröffeirtlichl eine pessimistisch gehaltene Londoner Depesche, wonach man di« Lage in Archangelsk zur Zeit als nicht ohne Gefahr erachte. Stark bewaffnete russische Mleilungcn seien vor Archangelsk erschienen.
Die erste rnjstsche Zahlung.
Berlin, 11. Sept. (WB.) Die nach dem deutsch-russischeff Finanzabkommen am 10. September fällige erste Rate der riH> fischen Gold- und Rubelzahlungen ist gestern kn Orscha eingr^ troffen und von tzsm Beauftragten der ReiMaffk ,ü her nominell < vpwchen^


