Ausgabe 
11.9.1918
 
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Uerfemt.

Roman von Anny Wothe.

26) Nachdruck verboten.

Ach. wie schön," sagte Aga strahlend,daß wir Sie noch sc!>.'k. Herr Dollar. Wir glaubten Sie schon auf dem Wege >'.a. > Frankfurt, und nun bringen Sie mir trotz meiner Lang, schlrferei noch einen so köstlichen Morgengruß."

Nicht wahr," entg-gnete Jen ganz freudig.Ich kann stolz auf meine Findigkeit sein, hier auf der Wartburg Rosen aufzutreiben. Das ist aber gar nicht mein Verdienst, sondern das des alten Burgwarts, der, als er hörte, für wen sie be­stimmt sind, sofort sich bereit erklärte, die Blumen herbeizu­schaffen. Wo bleibt aber Fräulein Haust? Ich fürchte, daß, wenn sie nicht bald kommt, ich doch noch abreisen muß, ohne ihr Oxg^Vohl lagen zu können."

Haust? fragte Aga ganz erstaunt.Ja, haben Sie denn das Kind noch nicht gesehen? Cie muß doch viel früher auf- geftanden sein als ich, und da sie doch voraussichtlich auf dem Altan gefrühstückt hat, hätten Sie Haust doch sehen müssen."

..Nein," entgegnete Jen, betroffen in Agas blasses Antlitz bl-kkend,ich habe Ihr Fräulein Schwester nicht gesehen, ob­gleich ich schon fast zwei Stunden auf dem Altan sitze und Ihrer harre. Der Wirt, den ich vor einer kleinen Weile fragte, ver­sicherte auch, daß noch keine der Damen gefrühstückt hätte, und also wohl beide noch schliefen."

Agas Antlitz wurde bleich.

Um Gottes willen," kam es in zitternder Hast von ihren Lippen, ..wo kann denn Haust nur sein? Ich weiß nicht, wie es kommt, aber eine ganz unbeschreibliche Angst überfällt mich plötzlich, wenn ich an Haust denke."

Sie ängstigen sich gewiß umsonst, mein gnädiges Fräulein." f-.'-tr Jen. der bis in die Lippen erblaßt war, beschwichtigend. Hier kann Fräulein Hanst doch ungestraft die einsamsten Wege 'geben, nnd sie ist dieselben doch auch oft gegangen. Ich weiß deck), daß Ihr Fräulein Schwester stets allein im Burghof, in

der alten Burg und auch im Walde hekumlief, und daß Sie sich niemals Hansis wegen geängfttgt haben und jetzt"

Und jetzt!" Aga fah Jen mit einem so wilden Ausdruck der Verzweiflung an, daß er bis ins innerste Herz erschrak. Was war das? Was glaubte die Schwester.

Kommen Sie, wir wollen Haust suchen gehen, vielleicht ist sie im Walde oder auf der Burg. Der Kreis ist ja so klein, da werden wir sie bald gefunden haben."

Und ste gingen, die zwei. Der Wald hallte wider von ihrem angstvollen Rufen. Jedes Plätzchen, an dem Hanst sonst geweilt, wurde durchsucht, jedes Winkelchen im Burghofe durch­späht. Nirgends auch nur die geringste Spur der Vermißten. Der alte Burgwart und der Burgvogt beteiligten sich auch bei den Nachforschungen. Selbst derTugendpfad" und derMin­negarten" wurden in eifriger Hast durchsucht, aber auch dort war kein Zeichen, daß Hansis Fuß hier geweilt.

Vollständig gebrochen und lautlos kehrte endlich Aga mit Jen ins Wartburghotel zurück. In ihrem Wohnzimmer saß sie dann lange stumm in dumpfer Verzweiflung ^n gegenüber.

Jens Rosen lagen geknickt und welk zu ihren Füßen, und Jen selbst ballte in ohnmächtiger Mut die Hände.

Sagen Sie mir, was geschehen soll, Fräulein Aga," bat er ungestüm.Es ist selbstverständlich, daß ich meine Reise aufgebe ich werde sofort eine entsprechende Depesche nach Frankfurt senden und so lange bei Ihnen bleiben, bis wir Hansis Spur gefunden haben, oder besser noch, bis Hanst selbst, wieder in Ihren Armen ruht."

Nie?" Aga hatte es fast hinausgeschrieen, und stand nun hochaufgerichtet vor Jen.Nie," wiederholte sie leidenschaftlich, wird dieses Kind wieder in meinen Armen ruhen. Ich fühle es, daß sie mir heute gestorben ist. mein Kleinod, meines Her­zens einziges Glück. Ein Räuber ist gekommen, und hat sie mir gestohlen, ein gemeiner Mörder, der ihre Seele morden wird, hat ste mir genommen. O. nun weiß ich, wie du dich rächst, Graf Nordkirch. für deine gekränkte Eitelkeit. Furchtbar werde ich für meinen Hochmut bestraft, und das unschuldige

Opfer ist das Kind, das ich gehütet habe Tag und Nacht mit meines Lebens höchste Wonne."

Sie vermuten, daß Graf Nordkirch?"

Nichts vermute ich? Ich weiß, ich fühle es. daß Hanst gegangen ist, um nie wiederzukehren, daß sie blindlings dem Manne gefolgt ist, der es verstanden hat, mit süßen Schmeichel­reden ihr junges Herz zu betören."

Aber Hanst erzählte mir doch selbst, daß Nordkirch Ihnen sein Ehrenwort gegeben, Hanst vor Jahresfrist nicht wiederzu. sehen. Glauben Sie, daß er so leichtfertig sein Ehrenwort bricht?"

Aga sah Jett mit einem unbeschreiblichen Blick an. sich das wirre Haar aus der bleichen Stirn streichend.

Graf Nordkirch hat schon mehr als einmal sein Ehrenwort gebrochen, von ihm ist alles zu erwarten, aber Hanst, ibr habe ich getraut, sie war treu und fest, und kein unlauterer Gedanke durfte in ihrer Seele Platz haben. Und nun ist sie von mir gegangen, den Worten des Verführers mehr geglaubt als mir. die ich sie vom ersten Tage ihres Lebens an gehütet und ge, pflegt habe wie meinen größten Schatz. Nicht ein Wort hat sie für mich gehabt, nicht ein einziges, an das ich mich klammern könnte, um Aufklärung zu finden für diese rätselhafte, unglaub­liche Tat des Kindes, das doch mit ganzer Seele an mir hängt."

Das ist der beste Beweis, mein gnädiges Fräulein, daß die Flucht Hansis wohl kaum vorbereiket war, sondern daß sie der Eingebung des Augenblicks entspringend, auch ausgeführt wurde. Vermissen Sie nichts von den Sachen Ihrer Schwester?"

Nichts, nur den Mantel, den sie an kühlen Abenden zu tragen pflegte."

Und unter den Papieren Hansis, gibt es da nichts, was irgend eine Aufklärung geben könnte."

Aga schüttelte resigniert das Haupt, stand aber doch auf. um den Inhalt von Hansis Schreibmappe zu prüfen

Hanst hat hier nie Briefe erhalten." sagte sie. wahrend Ne langsam ein Blatt nach dem andern durch ihre Finger gleiten ließ. (Fortsetzung folgt.?

Todes-Auzeige.

Heute mittag entschlief sanft nach kurzer Krankheit unsere liebe treubesorgte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter

Am Sophie Curth s»t.

tm Alter von 67 Jahren. Sie folgte ihrem erst vor zwei Monaten verstorbenen Gatten.

Staden, Friedberg, Frankfurt a.

10. September 1918.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Phil. Schuld und Frau geb. Curth A. Fischer und Frau geb. Curth nebst 3 Enkelkindern Käthe Curth Wwe. geb. Metzger

Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. September, nachmittags 2 Uhr statt.

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Obstversteigerungen.

Der diesjährige Obstertrag von den Obstbaumpflan ungen der Kreisstraßen des Kreises Fttedberg wird an folgenden Tagen ver­steigert:

I. Stratzenmeisterbezirk.

1. Dienstag, den 17. September, vormitiags 8 Uhr, auf der Straße FrredbergHomburg an der Ackerbauschule, um 10 Uhr hinter Ober-Rosbach.

2. Donnerstag, den 19. September, vormitiags 8 1 /. Uhr, ou| Straße Rieder-Wöllstadt-Jlbenstadt - Affenheim-Bahnhof, be. ginnend bei Rieder-Wöllstadt,

3. Freilag, den 5£0. September, vormittags kp/.. Uhr. an de» Straße Ober-WöllstattRieder-Wöllstadt und Rieder-Wöllstadt Okarben, beginnend bet der Ober-Wöllitädter Mühle.

4. Sainstag, den 21. September, vormittags 9 Uhr. an bet Straße IlbenstadtKaichen, beginnend am Ilbenstädter Spring- brunneu.

II. Strogenmeisterbezirk.

1 . Montag, den 16. September, vormittags 9 Uhr, bei Beten' heim auf der Straße BeienheimÄZeckesheim. um 10 Uhr auf der Straße WeckesheimHohe Straße, beginnend bei Weckesheim, um UV* Uhr auf der Straße DorheimMelbach, am Doiheimer Wafferwerk. nachmittags 2 1 / 2 Uhr auf der Srraße Fauerbach Assenheim, beginnend an der Uiabrücke.

2. Mittwoch, der» 16. September, vormittags IO 3 /* Uhr bei Stammheim auf der Straße StammheimNonnenstümpfe und StanlmheimStaden, nachmittags 1 Uhr bei Staden auf der Straßen StadenLeidhecken, StadenNieder-Mockstadt und Sta­denNieder-Florstadt.

III. Strahenmeisterbezlrk.

1. Dienstag, den 17. Septe»nber, nachmittags 3 Uhr, auf de»

Straße SödelOppershofen, bei km 3,0.

2. Donnerstag, den 19. Septe»nber, vormitiags 9 1 / 2 Uhr, auf ber Straße Ober-MörlenZiegenberg, bei km 2,8.

IV. Strahenmeifterbezirk.

1. Dienstag, den 17. Septernber, vormittags 8 Uhr, auf der Straße ButzbachLich, bei km 13,8.

2. Mittwoch, de,» 1«. September, vormittags 9 Uhr, auf der Straße Pohl-GönsWetzlar, bei km 1,0; um 10y 2 Uhr auf dev Straße Kirch-GönsLang-Döns, bei km 13,6.

3. Donnersrag, den 19. Septernber, vormittags 9 Uhr, auf der Straße ButzbachHaufen, bei km 2,6.

4* Freitag, den 20. September, vormittags 10 Uhr, auf der Straße RockenbergMünzenberg, bei km 1,6.

Die Bedingungen werden zu Beginn der Versteigerungen je­weils vorge-esen. Händler. Fabriken, Obstweinerzeuger oder deren Beauftragte sind von den Versteigerungen ausgeschlossen. Die.Ab­gabe erfolgt nach den erlassenen Vorschriften der NeichsstellT für Gemüse und Obst sowie der Landesobststelle nur in kleinen Mengen in einzelnen Bäumen an hessische Selbstverbraucher des Kreises Friedberg nur für den eigenen Hausbedarf. Ueber den eigenen Hausbedarf ersteigertes Obst wird von der Landesobststelle einge­zogen. Von de» Steigerern sind die Lebe»,smtiteltarten (nicht Nährmittelkarten) vorzulegen, in die die gesteigerten Mengen eingetragen werden. Wer keine Lebensmittelkarte besitzt, hat einen Ausweis der Bürgermeisterei über die Personenzahl des Haushalts und die eignen Obstmengen vorzulegen.

Friedberg, den 10. September 1918.

Der Erohh. Kreisbauinspektor.

I. V.: Lorenz.

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