Hummer 213 Ejnplpreis WMmach. den 11 . September 1918 _ lh
feie Ta«cs»it»»g« «Ichrint jeden WerNag. Reselmahige Beilagen ..Der Kaner aus S'Isrn«. ..Di» Kpiunstub-'-. S«MS»pr»l«: Bei den Postanstalten oierleljah
hinzu ttitt noch das Bestellgeld: bei den Aaenten monatlich so Psg. einschließlich Tiägerlohn. A«,.ig»u: Grundzetle 2d Pfg.. iolale 20 An,eigen von auswärts werden durch P>
erhoben. Ersüllungsort Frtedbero. Schrifti.itnng und V-rlag Friedberg (Hessen,. Hanauerstratze 12. Fernlprecher -l«. P-stscheck-L-nto Nr. 48.>8, Amt F'°n!surt o M.
Graf Huriart über deu Frieden.
Jene engiitche Angrifft bei Peronne-Cnmbrni nnd frarnöstsche bei Ham-St. Guentin abgeschla Erfolge unserer Tauchboote im Wittelmeer. — GLu österreichisch-italienisches Tsrpedobootstref u.
Der deutsche Generalstak = = meldet: ======
W. T. *5* Hattssrrinavtiyr. de»
10* Ke^tcrrrvee Amtlich.
Westlicher Krieg-schauplah.
Bei Teilangriffen des Feindes nördlich Merkem und nordöstlich von Ppern blieben kleinere Grabenstücke in seiner Hand.
Beiderseits der Straße Peronne-Cambrai setzte der Engländer leine Angriffe fcrt. Ihr Hauptstoß richtete sich gegen Gouzeaucourl und Epchy. Der Feind wurde abgewiesen. Auch am Abend aus dem Wald von Havrincaurt und südlich der Straße Peronne-Cambrai erneut vorbrechende Angriffe des Gegners scheiterten. Teilkäwpfe am Nolnou-Walde (südöstlich von Dermond) und an der Straße Ham-St. Quentin. Uirfere 1» vorletzter Nacht vom Crozet-Kanal Kurückgenommenen Vortruppen batten gestern westlich der Linie Efligny-Vendeuil nur mit schwachen feindlichen Erkundungsabtellungen Fühlung. Teil- tämpfe südlich der Oise, Artillerietätigkeit nördlich der Ailette. Zwischen Ailette und Aisne nahm der Artilleriekampf gegen Mittag wieder große Stärke an. Heftige, bis zum Abend mehrfach wiederholte Angriffe des Feindes scheiterten. Branden- durgische Grenadiere zeichneten sich bet ihrer Abwehr besonders aus.
Zwischen Aisne und Devle wiesen wir Vorstoße der Franzosen ab. Eigene erfolgreiche Unternehmungen östlich von Reims, südwestlich von Parroy (an der lothringischen Front) vnd am Doller.
Der Erste Olenerasquarliernseister: Ludendorsf.
Aveudberlcht.
Berlin. 10. Sept. abends. (WTB. Amtlich.^ Südlich der Straße Zeronne-Cambrat wurden erneute Angriffe der Engländer, beiderseits der Straße Ham-St. Quentin Teilangriffe der Franzosen abgewiesen. Oertliche Kämpfe an der Ailette.
Der österreichische Geucralstub - - rueldct: =
Wien. 10. Sept. Amtlich wird verkautbart: An zahtrei.
chen Stellen der italienischen Front lebte beiderseits die Erkundungstätigkeit auf.
p Der Chef des GeneralstabeS.
K "_.. . m
Der bulgarische Geueralstab
meldet: -- •
Sofia, 8. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsberlcht.
Mazedonische Front: Im Cernabogen, südlich von Gra-
deschnitza, mar das beiderseitige Artitteriefeuer zeitweise ziemlich lebhaft. An der Front südlich von Huma heftige Feuer. Überfälle des Feindes. Unsere Batterien schoflen ein großes feindliches Munitionslager bei Majadag in Brand. Oestlich des Wardar versuchten feindliche Erkundungsabteilungen wiederholt an unsere Posten bei Maschukowo heranzukommen, wurden aber durch Feuer zerstreut.
Das türkische Hauptquartier =~—— meldet: ==•
Konstantinopcl. 9. Sept. (WB. Nichtamtlich.) General- siabsbericht.
Palästinafront: Im Küstenabschnitt Artitteriekämpfe und
rrfolgreiche eigene Patrouillenunternehmungen. Westlich der Straße Jerusalem—Nablus wiesen unsere Postierungen starke feindliche Aufklärungsabteilungen ab. Stellenweise lag heftiges Artilleriefeuer des Gegners auf unfern Stellungen, das von uns auf das feindliche Lager erwidert wurde. Eine nach dom Jordan-Brückenkopf marschierende Kavallerie-Kolonne wurde wirksam durch unsere Artillerie beschossen. Unsere Kavallerie vertrieb auf dem Ostjordan-Ufer eine Abteilung feindlicher Reiter und stieß bis -um Brückenkopf von Mcndefle nach. In den letzten Tagen erlitten die Rebellen eine Reihe mpfind- llcher Schlappen. Nordwestlich Kalot el Hefa schlugen wir auf-
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ständische Ba^en in regellose Flucht und Zogen in Tafile ein, wo unsere Truppen von den Scheichs und der Bevölkerung freudig begrüßt wurden. Eine von Maan nach Norden entsandte Aufklärungsabteilung warf die Rebellen nach blutigem Kampf und nahm einen Offizier und zwanzig Mann gefangen. Es wurden einige Maschurengewehre erbeutet. Bei Medina wurde ein Rebellennest von uns ausgehoben. Weiter nördlich wurde ein Angriff auf unsere Postierungen abgeschlagen. Aus den übrigen Fronten ist die Lage unverändert.
17 009 Tonnen verdenkt.
Torpedolreffer mf einem englischen Kreuzer
Berlin, 9. Sept. (4VTB. Amtlich.) Unsere U-Boote versenkten im Sperrgebiet des Mittelmeeres 17 000 Brt. Handels- fchiffsraums, darmrter den beladenen englischen Munitions- transportdampfer ,.M arle Susann e", (3100 Bruttoregister- tonnen) im Aegäischen Meer, den ftanzösischen Truppentransportdampfer „Pampa" (4471 Brt.) auf der Reise von Marseille nach dem Aegäischen Meer und den französtschen Postdampfer „Ballan" (1700 Brt.) aus dem Wege von Frankreich nach Korsika. Mit diesem glirgen nach einer feindlichen Zeitmrgsmel- dung 500 Soldaten unter. Ein deuffches U-Boot drang in den durch Sperren geschützten Hafen Stavros (ägäifch) ein unb erzielte einen Torpedotreffer auf einem englischen Kreuzer der „Iuno"-Klafle (5700 Tonnen). Trotz heftiger Gegenwehr ge- lang cs dem U-Boot, unversehrt den Hafen wieder zu verlaflen.
Der Chef des AdmiralstadcS der Marine.
OtßkrmM-illilieMjts Zttgefchl.
Mien, 10. Sept. (WB.) Vom Kriegspreflequartier, Ma- rinefektion, wird amtlich verlautbart: Am 5. September wurde das Torpedoboot 86. Kormnandant Linienschiffsleutnant Far- foglie, das Zwei kleine Minensuchboote deckte, etwa 20 Seemeilen von Madua von neun italienischen Flugzeugen angegriffen, die zwanzig Boinben ergebnislos abwarfcn und lebhaftes Maschinengewehrfeuer unterhielten. Bald darauf kamen im Südwesten zwei italienische Torpedobootzerstörer Typ „Ostro" in Sicht. Das Torpedoboot 86 wendete zugleich in Südkurs gegen den auftauchenden Feind, um den ungeschützten Minensuchbooten Gelegenheit zu geben, unter Küste zu laufen. Die beiden feindlichen Torpödofahrzeuge wendeten trotz überlegener Geschwindigkeit gleichfalls gegen Süden. Es entspann sich ein lebhaftes Feuergefecht auf 3000 Meter als kleinstem Abstand. Erst als im Nordwesten noch drei italienische Torpcdofahrze-uge von Typ „Indocuito" in Sicht kamen und die Uebermacht auf mehr als das zehnfache gefffegen war, wendete das Torpedoboot, um nicht abgeschnitten zu werden, gegen Madua, wo es nach einem halb- stündigen Gefecht, währe,rd deflcn wiederholt feindliche Flugzeuge eingriffen, ohne Beschädigung oder Verlust einlief. Die Minensuchboote konnten dank der Aufopferung des Torpedobootes 86 ungefährdet den Hafen erreichen. Es bleibt abzuwarten, in welcher Weife der italienische 4Vdmiralstab diese Aktion — fünf stärkere, an Geschwindigkeit bedeutend überlegene Torpedobootzerstörer gegen ein österreichisch-ungarisches Torpedoboot — umdeuten wird.
Die Schlacht im Westen.
Vor der Hlndenburglinie.
Genf, 10. Sept. Die Militärkritiker des „Journal des dö- bats", der „HumanitL" und des „Journal du peuple" schreiben, daß der allgemeine Vormarsch der verbündeten Heere an dem eisernen Wall der deutschen Hindenbuvglinie zum Stillstände komme. Deshalb fe-i die Zeit da, daß die Kammer mehr als je den Anstoß gebe, um nach den Siegen für Frankreich auch das Ende der Kämpfe herbeizuführen. Daß das „Journal du peuple" zum ersten Male fast bödiirgungslos für einen Abschluß der Kämpfe eintritt, während die Sozialistenblätter diesen Standpunkt schon früher eingenommen hatten, wird viel beachtet . !
Die deutsche Verteidigung.
Genf, 0. Sept. Nach einer Havasnote waren die Stadtgebiete von A r r a s und Hazebrouck noch gestern heftigstem deutschem Geschiitzfeuer ausgesetzt. Amiens wurde neuerlich mit deutschen Fliegerbomben beworfen. Ferner versichert die Havasnote. es hätte bisher nicht in den britischen Absichten gelogen, d:e den Stadtbezirk Lens haltenden gegnerischen Ma. schinengewe-br- und Sch ükencrb teil ungen anzugveisen. Dir 8
deutsche Verteidigung erstrecke sich von Lens bis S.-l! . ^ Völliger Vernichtung verfielen die Städte Vaitleul Der „Lyoner „Progres" meldet von der fcritin',
Die Stadt Lens, deren Einnahme durch die bril> pen Reuter schon vor acht Tagen fälschlicherweise g" . ' ' h ist nach wie vor im vollen Besitz der deutschen Havasmitarbeiter berichtet von der französischen' Fr> deutsche Widerstand, der bereits wuchtig fei, ständig v.:; je mehr sich die Armee Mangin im Westen des Wald ^ v " Gobain der Umgebung der Hindenburglinie nähere B-fand- r- | heftig fei der Widerstand im Osten von Quiney-La Balfte. tr t die französischen Truppen dicht vor den Hindenburglinien stän den. Das deutsche Artillericseuer nehme dauernd an Heftigkeit zu. Wir sämtliche Zeitungen melden, steht die Stadt La Fen vollständig in Flammen.
Prinz Adglbrrt von SMn-Weiuiin refallrn.
Berlin» 10. Sepckt. (WB.) In den letzten Kämpfen n? der Westfront ist Prinz Adalbert von Sachsen - Wei - mar, Rittmeister im Kürassier-Negiment Königin (Pommer, sches) Nr. 2 gefallen. Der Prinz ist ein Sohn des in Heidel- berg lebenden Prinzen Wilhelm von Sachsen-Weimar,
Megrrlentnattt Dar.
München, 10. Sept. Bei dem letzten Luftangriff auf Karlsruhe gelang es dem Vizefeldn''ebel Emil Bär aus Fri^drichs- weiler im ba-difchen Schwarzwalde, einen englischen Geschwader, chef abzuschießen. Seine Kampfstaffel schoß aus deflen Geschwader fünf Flugzeuge heraus. Bär nnirde für Tapferkeit zum Oft fizier befördert und zum Eisernen Kreuz 1. Klaffe vorgeschlagen
Der Kaiser bei Krupp.
Effen. 10. Sept. Der Kaiser traf gestern nachmittag um ? Uhr 15 Minuten mit Gefolge zum Besuch auf Hügel ein. wo er von Herrn und Frau Krupp von Bohlen und Halbach empfanden wurde. Im Gefolge des Kaisers befanden sich auch Kriegs- Minister General der Artillerie o. Stein, General der Infanterie v Gayl, der Stellvertretende Kommandierende General des 7. Armeekorps und der Oberpräsident v. Groote. Der Kaiser ftchr hierauf in Begleitung von Herrn und Frau Kn,vp von Bohlen und Halbäch zur Besichtigung der Gußstahlfabrik.
Graf Durian über den Frieden.
Wien, 10. Sept. (WB.) Bei dem Empfangabl?nd. den der Wiener Journalisten, und Schrfftsteller-Berein „Concordia" heute zu Ehren der in Wien weilenden Vertreter der reichsdeut, fchen Presse veranstaltete, begrüßte zunächst der Präsident des Vereins, Dr. Ehrlich, die Gäste, worauf der Minister des Aeuße- ren, Graf SZurian, eine Ansprache hielt:
Er sagte zunächst d-n Vertretern die üblichen Verbindlichkeiten, dann feierte er das deutsch-österreichische Bündnis, das einen ehrenvollen Frieden sichern solle. Er fährt dann fort:
Ernst ist der Augenblick, meine hochgeehrten Herren, in web chem Ihr Besuch bei uns fällt. Wir wiflen es hoch einzuschätzen daß Sie in einem solchen Augenblick zu uns kommen. Große Sorge drückt uns, aber wir kennen keine Verzagtheit. Sie kön* neu sich hier überzeugen, daß wir ebenso wie in Deuffchland ohne Furcht und Ilebcrmnt aufrecht im Nerteidigungskampse stehen und jede Verantwortung ablehnen, für deflen uns vom Feinds gänzlich nutzlos und verbrecherisch aufgezwungene Ver. längevung. Kein Teil kann big zum Ende des Krieges des Ausganges sicher fein, aber es ist von keinem Teil zu erwarten, daß er auf die Möglichkeit des militärischen Sieges verzichtet. Das Eine jedoch ist sicher, daß es noch furchtbar viel Blut und unendliche Zerstörung kostbarer Güter unserer gequälten Erde kosten müßte, bis das Ende durch ein militärisches Niederringen des Gegners erreicht würde, wenn dies überhaupt möglich ist. und es fragt sich, ob der Gedanke nicht ein Frevel an der Mensch, heit ist, den Bau des historisch Gewordenen» der gewiß hüben und drüben verbeflerungsbedürftig. ober auch verbeflerungs- fähig ist. ganz niederrcißen zu wollen, um auf den Trümmer« das Zukunftsparadies anzulegerr, das aber den Fehler hat, nach der Vernichtungsmechode unserer Gegner nur mit viel zü großen Opfern^ geschaffen werden zu können. Man zähle di« bisherigen und denke an die noch kommenden Hekatomben die» fes Krieges und frage sich, ob es verantwortet werden kann, uiy fvlchen Preis Krieasziele erzwingen zu wollen, wenn


