Ausgabe 
10.9.1918
 
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Uerfemt.

No man von Anny Wothe. wB /

25) Nachdruck verbalen.

Wir mllssen ihr mit Tatsachen kommen, Kind. Sind wir erst verheiratet, dann kann sie uns nicht \ne$)t trennen, und wenn ste uns glücklich steht, dann wird sich Aga in die Verhält­nisse fügen." X

i -Nein, nein," schluchzte Hansi.Das wäre ja Betrug. Das würde uns Aga nie verzeihen. O, da weiht nicht, wie groß und gut sie ist, aber das kann sie nie vergeben."

Wieder küsste Graf Nordkirch die zitternde Kleine' und unter Liebkosungen und zärtlichen Worten wurde sie endlich ruhiger.

Was soll ich dann tun?" fragte sie weinerlich, und vor Kälte -ind Erregung zusammcnschaucrnd.

..Nichts, Liebling, als nur mir folgen. Lieh, wenn du ein wenig Mut hast, so steigst du jetzt den Wcg herab, den ich lteraufge kommen bin. Mit meiner Hilfe geht es leicht. Am Ci.de des Hohlweges wartet mein Magen, der entführt uns sicher, und che der Tag graut, können wir weit, weit sein, um uns niemals wieder zu trennen."

Nein, nein," wehrte Hansi,du bist entsetzlich. Ich kann, ich darf hT s wäre unrecht, und das darf ich nicht Inn."

So bleibe," sagte Nordkirch kalt, und schob die zarte Ge­stalt brüsk non sich.

Du bist mir böse, Horst?" fragte sie schluchzend.Habe doch Mitleid mit mir, ich kann ja nicht."

Hast du denn Mitleid mit mir?" brach er leidenschaftlich los.Nein, du redest immer von Pflicht, aber die Pflichten, die du gegen mich hast, die siehst du nicht. Dir ist das natürlich ganz gleich, wenn ich eines Tages mit durchfchosiener Stirn dalicge, nur weil ich nicht leben konnte ohne dich, du mein Mos, mein Heißgeliebtes, mein Einziges?"

Cr hatte sie wieder in sein« Arme gerissen und ihr Gesicht ttui glühenden Küssen bedeckt.L.'b wohl," hauchte er leiden- schafilich,leb wohl, mein einziges Glück."

Horst fei barnchechtg. Horst, geh nicht, ich folge dir ja, wo­hin du willst, aber bitte, nicht totschießen, bitte, bitte."

Cr zog das blonde Köpfchen an sich.So komm," sagte er feierlich.Von dieser Stunde an mein geliebtes, mein ange- betetes Weib. Weißt du, wohin ich dich führen werde?"

Es ist mir ganz gleich," entgegnete Hansi,ich gehe überall mtt dir."

'Ich werde dich nach Berghausen bringen, das ist dir doch das Liebste, nicht?"

Zu wem?" fragte Hansi mit strahlendem Lächeln,auf's Schloß?"

Nein, Kind, das läßt sich nicht gut tun, aber in die Ober­försterei, da bist du doch immer so gern gewesen, und der gute, alte Pastor, der Nachfolger deines Vaters, der soll den Segen über uns sprechen. Ist es dir so recht, mein Lieb?"

Und Hansi nickte still, und überstieg an seiner Hand sicher die Brüstung, und glitt an der Mauer hernieder. Nicht ein Blick flog zur Tür zurück, hinter der dle Schwester friedlich schlummernd lag.

Lautlos glitten die beiden Menschen wie Schatten dahin. Jetzt war der Hohlweg erreicht. Dumpf hallten auf den großen Steinen ihre Schritte.

Leise wieherten die Pferde bei ihrem Nahen. Hansis Herz klopfte ängstlich. Jetzt kündete die Turnnchr dumpf und schwer die erste Stunde nach Mitternacht.

Laß mich," schrie Hansi plötzlich auf.Ich kann, ich will nicht Jen Nielsen, komm und hilf mir doch?"

Aber Graf Nordkirch hatte schon mit kräftigem Arme die zarte Gestalt umfaßt und in den Wagen gehoben.

Fahr zu," rief er dem Kutscher zu, und die Pferde flogen dahin, daß die Funken stoben.

Zur selben Stunde sprang Jen Nielsen von seinem Lager empor.

Mir war es fast, als hörte ich Grabgeläute," sagte er dumpf,und dabei war es wohl die alte Uhr, die so schauerlich

schlug."

Er trat ans Fenster. Alles war in Nacht gehüllt. Kein Stern am Himmel, kein Licht. Nur ganz fern im Osten, da

zog mit langsamem Dämmerschein der neue Tag herauf. Uw willkürlich flog ihm ein alter Wartburgspruch durch die tLeele und er flüsterte ihn immer wieder vor sich hin:

Das Band wohl niemand findet, \

Das die Gedanken bindet."

Ja, Waller von der Vogelweide hatte recht. Wer konnte ihm wehren, daß feine Gedanken weithin schweiften in das Reich der Phantasie zu einem schönen, holden Kinde, das ihm wie ein Märchentraum am Wege erblüht war.

Er ahnte nicht, daß zur selben Zeit schnaubende Nosie sein blondes Glück weit hinweg führten in unbestimmte trügerische Fernen.

19. Kapitel.

Die Sonne lachte golden in die Kemenate der beiden Schwe­stern herein. Sie spielte neckend aus dem braunen Holzgetäfel des breiten Betthimmels, als sich Aga schlaftrunken die Augen rieb und den Körper wohlig im Bette dehnend, leise vor sich hin sagte:

Es muß spät sein, und dabei diese bleischwere Müdigkeit Ich weiß gar nicht, wie es kommt, aber mir ist, als hätte ich nie so fest geschlafen. Hansi, bist du wach? Es ist gewiß bald Mittagszeit, steh auf. du Langschläferin."

Alles blieb still, nur das Ticken von Agas kleiner Taschen­uhr war vernehmlich, sonst lautlose Stille.

Aga richtete sich erschrocken in ihrem Bette empor. Ein Blick überzeugte, daß Hansis Lager leer war.

Einen Angenblick kroch es wie eine tödliche Angst durch Agas Seele, doch im nächsten Moment lächelte sie über sich selbst, und schnell aufstehend und in fliegender Hast Toilette machend, sagte sie lächelnd:

Dieser kleine Racker. Heimlich aufzustehen tmfo den schö­nen Morgen zu genießen, während ich wie ein Murmeltter bis in den hellen Tag hineinschlafe. Na, ich will sie aber strafen."

Als Aga eine kleine Weile später auf den Altan trat, tun ihr Frühstück einzunehmen, trat ihr dort Jen Nielsen, einen großen Strauß frischer Rosen in der Hand, entgegen.

Fortsetzung folgt.

Dekan,ltmachnng

Demnächst findet eine Ver­teilung von

Rühsäden, Striikqarn und Stopfgarn

durch den Kommunalverband statt. Sämtliche Einwohner haben sich bei einem beliebigen ortsailsässigen Händler, der in Friedenszeiten schon Nähgarn führte, bis -um 12. dS. M1S. in eine ttundenliste

eintragen zu lasten. I« dieser Liste ist der Name des Haus­haltsvorstandes, Bezirk und Nr. der Lebensmittelkarte und die da­zu gehörige Personenzahl eln- zutragen. Aus der Liste muß- ferner der Name bezw. die Firnta des Kteinhändlers, sowie der Wohnort zu ersehen sein. Bei Anstalteit mit Insassen (Kranken­anstalten) ist die Zahl der In­sassen mit anzugeben.

Kleinverarbetler (Nähereien), die weniger als 15 versicherungs- pflichttge Personen beschäftigen, haben ihren Bedarf bis zum gleichen Zeitpunkte besonders bei mir ailulmelden.

Die Händler haben die abge- fchlostenen Kundenliften pünkt­lich NM irr. Vs. Mtb. bei mir in doppelter Anöfcrtignng einzureichen (Zimmer Nr. 4 des Stadthauses). Kundenliften mit weniger als 20 Namen beiden außer Betracht. Diese Kunden werbe» auf andere Kandier ver­teilt.

Friadberg. 9. September 1918. Der Bürgermeister I. V.: Da m m.

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Die auf unsere Bekanntmachung voin 90. v. Mts. bei den Kleinhandelsgeschäften bestellten Mengen

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können von den Bestellern vom 10. d. M. ab bezogen werden. Der Be;ug kann nur bei dem Geschäft erfolgen, bet dem die Bestellung ausgegeben wurde. Dabei ist die Nährmittelkarte mit vorzulegen. Nährmittelkarten ohne die betreffenden Marten berechtigen nicht zum Bezug: einzeln abgetrennte Quittungs- und Bezugsmarken sind wertlos.

Es entfallen auf:

Nährmittelkarte B (tot) Marke 49 und Nährmittelkarte C (5 l a u) Marke 53 je 125 01 ramm Erbse,» zu 1» Pfennig.

Mit dem 12. Septeinber verlieren die Marken ihre Gültigkeit- Wer die von ihm bestellten Waren bis zu diesem Zeitpunkt nicht bezogen hat, verliert den Anspruch daraus.

Die Kleinhandelsgeschäfte haben die betreffenden Quitlungs- und Bezugsmarken abzutrennen, und getrennt nach Nummern und Farbe auf Bestellbogen anfgeklebt, bis spätestens 19. d. MtS. bei uns abzttliefern.

Bis zu dem vorstehenden Zeitpunkt, also dem 12. d. Mts., von den Bestellern nicht abgenoinmene Warenmengen sind bis zum 19. ds. Mts. anzuzeigen. Nichtbeachtung dieser Vorschrift hat den Ausschluß von dem Vertrieb der Nährmittel zur Folge.

Friedberg, den 9. September 1918.

Der Bürgermeister

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Zur Gewinnung von Wagen für den Ladungsoerkehr, insbesondere für dringende Nahrungsmittel, wird von Mittwoch, den 11. Sept. an bis auf weiteres der Versand von Frachtstückgut, Eilslllckgut und beschleunigtem Eilstückgut gleichwie im Vorjahre derart eingeschränkt, daß eine Anzahl Güter von der Beförderung ausgeschlossen ist.

Für die noch zugelasteneit Güter bleiben die bisherigen Höchst gewichtsgreuzen von 100 kg für Eilstückgut und von 50 kg für beschleunigtes Eilstückgut bestehen.

Anträge auf Zulassung von Ausnahmen, die nur in durchaus dringenden Fällen berücksichtigt werden können, sind für Güter des öffentlichen Verkehrs an die Königliche Eisenbahndirektion für Mtlitärgiiter an die Kriegsamtstelle des Empfangsortos zu richten.

Die Annahme von Expreßgut bleibt in der seitherigen Weise eingeschränkt.

Nähere Anskttnst erteilen die Auskunftstelle für Güterverkehr im Geschäflsgebäude der Königlichen Eisenbahndirektion. Hohen- zollernplatz 35, sowie die Güter, Eilgut- und Gepäckabfertigungen.

Frankfurt a. M., den 9. Septeinber 1918.

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XelrhnunKni auf alle an den deutschen Börsen zur Auf­lage kommenden neuen Anleihen jeder Art werden von uns zu den Ausgabe-Bedingungen angenommen, ohne daU dies in den einzelnen Fällen bekannt gemacht wird.

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Kekanntmachnng

Von der Landes-Milch- und Fettstelle Darmstadt ist der Unter­zeichnete zum Leiter des Milch- gebtetes der Oberheffiichen Milch- zentrale ernannt worden. Das mir übertragene Amt ist nicht leicht, ich hoffe aber und rechne auf die Unterstützung aller recht- denkenden Berussgenosten. Alle Landwirte, die ihre vaterländische Pflicht erfüllen und ihre Milch restlos, abzgl.der ihnen als Selbst- ver orger zustehendea Menge, abliefem, werden an mir eine Stütze finden, »venn an sie un­gerechte. bürokratische Anforde­rungen gestellt werden. Landwirte, welche pflichtvergessen Milch oder Butter auf Schleichwegen ver­kaufen oder sonst der Allgemein­heit entziehen, haben von mir leine Nachsicht zu erwarten.

Ich fordere alle milcherzeugen­den Landwirte auf. ihre vater­ländische Pflicht gewissenhaft zu erfüllen. Ich hoffe umsomehr auf all eiliges Entgegenkommen, da der Milchprets anf 40 Pfg. ab Stall, sEinhettsprets für das ganze Großherzogtum Heffen) er­höht weiden sott.

Friedberg, den 7. Sept. 1918.

Der fetter dtö IHilrijßfbirtfs der VberheWieii Milch- jenlrnlf, Friedderg.

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