Ausgabe 
6.9.1918
 
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Ein Mknrkssmßkleh in llngaru.

Einen entscheidenden Schritt hat die ungarische Regierung -nit der Vorlage über die Bodenreform e»geleitet. Bekannt­lich befindet sich der Grund und Boden in Ungarn zum größten Teil in den Händen der Großgrundbesitzer, zu denen in der letz­ten Zeit immer noch die Mitglieder der internationalen Hoch­finanz gehören.

Der wichtigste Punkt der Vorlage, mit der die Regierung das Dbg-eordneLenhaus beschäftigen wird, ist, daß dem Staate das Eut-.-uM'.ngsrecht für Bodengüter gewährt werden soll.Dg es eine bedeutende wirtschaftliche und staatsrechtliche Notwen­digkeit ist, den aus dem Kriege heimkehrenden Soldaten zu Grund und Boden zu verhelfen, will man in dem Gesetz Maß­nahmen treffen, die dem Staate das Recht gewähren, ent­sprechende Vodengebiete zu enteignen. In erster Reihe wird der Boden, der während des Krieges von feinem Besitzer er­worben wurde, enteignet." Dieser Artikel trifft nicht bloß alle Kriegsgewinuer, sondern sogar den König von Bayern, der wäh­rend des Krieges zu den großen ungarischen Gütern seiner Ge­mahlin ein angrenzendes Gut um zwei und einhalb Millio­nen Kronen erworben hat. Schon damals wurde in tschechischen und slowakischen Blättern auf eine Aeußerung des Fürsten Bis­marck verwiesen, der meinte, daß jene Großgrundbesitzer in Preu­ßen, die im Auslande ihr Domizil haben, zur Enteignung reif feien. Er nannte als ersten dieser Sorte den Herzog von Aren- Lerg, der 72 Quadratmeilen deutschen Landes besitze, in Tat und Wahrheit aber als Franzose in Brüssel residiere. Der erste Staatsmann, der Bismarcks Aeußerung ins Praktische übersetzte, war übrigens der ermordete Zar Nikolaus II. gewesen, der die ausländischen Grundbesitzer in Rußland zur Hergabe ihrer Gü­ter zwang und davon auch den deutschen Neichskauzlcr Fürst Hohenlohe, den Onkel des Kaisers Wilhelm H., nicht ausnahm. Der Fürst mußte die ausgedehnten Güter seiner Frau, einer ge­borenen Fürstin Sayn-Wittgenstein, der russischen Agrarbank übergeben. Gleiches haben die Angarn auch mit den Latifun­dien des Königs von Bayern vor.

Weiter fordert der ungarische Gesetzentwurf die Enteignung des gebundenen Besitzes, ungeachtet dessen, ob die Eigentümer eine Privatperson oder eine Rechtsperson, wie z. V. die Kirche, ist. Demgemäß werden auch die Fideikommisse enteignet werden können. Schließlich will der Entwurf das Enteignungsrecht im Notfälleauch auf die Güter ausdehnen, die derzctt Gegenstand des freien Verkehrs bilden." Alle Beschlösse wurden von den kompetenten Faktoren angenommen, unter ihnen auch der Vor­schlag des Fürstprimas (Erzbischofs von Grans), der erklärt hat, daß er nichts dagegen hat, wenn der Staat auch die Kirchengüter in Anspruch nehmen will. Bedenken äußerte nur der ehemalige Finanzminister Teleßky, der aber nachträglich selbst zur Reform sein Einverständnis gegeben hat.

Die Einleitung zu diesen geplanten Maßregeln bildet die j Beschlagnahme aller Grundstücke jener Juden und Walachen in ! Siebenbürgen, die der rumänischen Armee bei ihrem Vordringen als Wegweiser, Spione und Lieferanten Dienste geleistet haben und dann beim Rückzuge der Feinde mit diesen über die Grenze geflohen sind. Ihre beschlagnahmten Häuser und Grundstücke werden unter sehr billigen Bedingungen an invalide Kriegsteil­nehmer verteilt. Das ist der Anfang, der bei diesen wie bei den Dauern und den Feldsoldaten lauten Beifall auslöst. Wenn die österreichischen und deutschen Staatsmänner in den eroberten Gebieten des Ostens mit ähnlichen Bodenreformen sich einge­stellt hätten, so würden sie ihren Beruf besser erfüllt und der deutschen Armee und Verwaltung Freunde statt grimmige Feinde geschaffen haben. Aber sie haben die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt.

Die tofernti^f Mde gegen das mene Dateriand.

Die sozialdemokratische ZeitschriftDie Glocke" veröffentlicht einen Attika, in dem folgendes ehrliche Bekenntnis abgelegt vird:

Die deutsche Methode, unter Verhimmelung des Aus­landes die eigenen Institutionen bei Hervorhebung nationa­ler Fehler verächtlich zu machen und die nationalen Tugen­den unter den Scheffel zu stellen, hat elendiglich Schiffbruch gelitten. Das heutige Maß der wett um sich greifenden An­feindung, wie des Hasses deutschen Wesens haben wir alle selbst mit verschuldet,' denn wir selbst haben unseren Feinden die Waffen geliefert, mit denen sie heute politisch gegen das Deutsche Reich kämpfen und dem armen, versklavten und ver- preußten deutschen Volk als Menschyeitsbeglücker eine freiere Zukunft bringen wollen."

Unsere demokratische Presse wird nicht imstande sein, dieses Zeugnis aus den eigenen Reihen zu verwerfen.

8er Rie!tn!itlr»z keider DreuDlijerr Asslsbank

In unsre Zeit der Aeberanstrengungen, der atemversetzen­den Wut, mit Millionenzahlen zu arbeiten, wie sie der gewal­tige Krieg auf allen Gebieten des Lebens notwendig gemacht hat, paßt dieser Riesenbetrug so recht hinein. Früher bestaunte man die Frechheit des Betrügers, der sich etwa an die Unter­schlagung von hunderttausend Mark heranwagte, heute muß es schon mindestens eine halbe Million sein, wenn der Leser am Kaffestisch in gebührende Aufregung geraten soll. So hat auch auf der Schattenseite der Lebenserscheinungen der Krieg alle Maße vergrößert. Sechsmalhundertrausend Mark durch ein paar Federstriche, gefälschte Stempel und zwei oder drei geschickt ab- gefaßte Briefe als Raub einzuheimsen, das ist ein Vorwurf, dessen Abenteuerlichkett einen tüchtigen Kinoregissenr hatte vorahnen können Run immerhin, das wirkliche Leben zerpflückt diese Abenteuerlichkett, noch schnell genug. Der mutmaßliche Haupttäter ist seines Raubes nicht froh geworden. Trotz all seiner Vorsicht und Gerissenheit gelang es ihm nicht, sich recht­zeitig in Sicherhett zu bringen. Der verhaftete Guido Radtger ivar ein Hilfsbeamter. der erst lett dreiviertel 5Labr bei der

'Ceehandlung angestellt ist. Daß ihm die Fälschung so glatt ge­lang, war nur dem Umstand zuzuschreiben, daß er selbst der Aufsichtsbeamte für das Konto S. Flörsheimer war. So konnte er Avis und Berechnungsfcheck fälschen und durch seine genaue Kenntnis der Lanktechnischen Einzelheiten die Entdeckung hin- aussch leben. Aber doch nicht lange genug, um Gelegenheit zu finden, selbst unsichtbar zu werden.

Die zuständige Polizeibehörde gibt noch folgende Einzel- hetten bekannt'

Das Mädchen, das in der Kleiststraße 42 für feinen angeb- lichen Vetter S. Flörsheimer aus Frankfurt a. M. ein Zimmer mietete, nannte sich Fischer aus der Leubachstraße 11 in Frie­denau. Auf einem Zettel, den die Mieterin hinterließ, stand aber nur der Name Fischer, etwas steil geschrieben. Die Wohnung gab das Mädchen nur mündlich an, erst die Vermieterin, eine ältere Frau, die auch die Hausreiniguug besorgt, schrieb die noch hinzu. Das Mädchen nahm erst ein leeres Zimsr, der im Erd­geschoß am Hose gelegenen Wohnung der alten Frau. Nach einiger Zeit kam es wieder und mietete ein möbliertes Zimmer, weil das dem Vetter wohl besser passen werde und bezahlte dafür 42 M. im voraus. Es brachte jetzt zugleich einen Brieffasten mit, einen grün marmorierten Kasten aus Blech, Dutzendware, wie sie in jedem Kaufhaus zu haben ist. Die Mieterin kam in der Folgezeit nur noch, um die eingegopg^ne Korrespondenz aus dem Vrieffasten zu holen. Die angebliche Fischer ist wohl dieselbe Person, die am 27. Juli bei der Preußischen Staatsbank das Konto für die Firma S. Flörsheimer bestellt und Das Cchsck- ' buch in Empfang genommen hat. Sie zahlte damals 600 Mark ein. Mit dem hierbei aebrcff HUchen Verfahren mußte sie nicht genau Bescheid. Daraus geht hervor, daß die Einzahlerin im j Bankwesen nicht ganz bewandert ist. Nachdem am 27. Juli vas j Konto bei der Staatsbank errichtet war, kam am 6. August die j Ueberweisung der großen Summe von dem ViehhandclsverbsnD ! Altona zur Gutschrift auf das Konto der Schleswig, cholsternsschen > Ban? in Hu rum. Für di che Y -- ^"ch'uug wurde die Fälschung \ Zur Umleich'irg auf das Kon<o Flörsheimer unterschoben. Die j Benachrichtigung der Uebe-weiserin wurde mit den llnter- ' schriften täuschend ähnlich gefälscht. Nachdem S. Flörsheimer nun j ein Konto mit Ee-chäftsnummern und ein Schcckgnch batte, be- ] gönnen gleich die Vorbereitungen zur Abhebung der 600 000 Mk.

, Die Firma S. Flörsheimer telephonierte an die Staatsbank, daß ' sie das Geld brauche. Auf die Frag-, wie es ausgezahlt werden sollte, erwiderte sie, sie brauche Tauiendmarkfcheine. Die Bank bedeutete ihr, daß noch schriftlich zu beantragen. Darauf ging dann auf einem schon fertigen mtt Stempeln uberdruckten Vogen der schriftliche Antrag ein. Am 8. und 9. August holte dann ein junges Mädchen, wahrscheinlich wieder dieFischer" das Geld ab. Zuletzt 2ö3 C00 Mark. Brief und Scheck sind fedesmal mit ver­schiedenen Schreibmaschinen geschrieben und ausgefüllt. aber jeder Brief mit dem zugehörigen Scheck mit der gleichen Maschine. Alle sind mtt der Firma S. Flörsheimer unterzeichnet und gestempelt.

JmMning dcr WnüiKkii Meinung iidcr die ßMtt'en Mschcn.

. DieMaterialien zur Tagespolitik" schreiben hierzu in gleichem Sinne, wie wir es schon kurz getan haben:

, Durch dieInternationale Korrespondenz" ist in einer Reihe von Zeitungen eine Statistik veröffentlicht, die Nach­weisen soll, daß die Einführung der fleischlosen Wochen über­flüssig gewesen wäre. Tie Angaben derInternationalen Korrespondenz" sind so irreführend, daß eine Richttgstellung unbedingt nötig ist. Tie Korrespondenz weift an Hand der Statistik nach, daß wir noch im Jahre 1917 etwas über 21 Millionen Rinder, rund 6 Millionen Schafe und 12,8 Mil­lionen Schweine gehabt hätten. Aus diesen an sich richtigen Zahlen folgert sie, daß die Befürchtung, die zur Einführung der fleischlosen Wochen geführt habe, unbegründet gewesen sei. Die Folgerung ist falsch. Zunächst sei festgestellt, daß unser Gesamtrindviehbestand sett Juni 1917 um mehr als 2,2 Millionen Zurückgegangen ist. Darauf, aber kommt es nicht an. Die Frage ist vielmehr die, welche Viehgattungen den größten Rückgang nachzuweisen haben. In dieser Be- ziehung stellte die Statistik bis zum Juni 1918 leider folgen- des fest:

Die Zahl des über 3 Monate alten und noch nicht 2 Fahre alten Jungviehes, also derjenigen Viehgattungen, aus denen wir in den nächsten Monaten leben müssen und aus denen der Viehstand sich ergänzt, ist von rund 7 Mil­lionen im Juni 1917 auf 5,8 Millionen im Jum 1918 zurück- gegangen. Würde die Schlachtung im gleichen Tempo weitergeführt worden sein, so würde es im Lcnffe des Win­ters unmöglich Mvesen sein, die Fleischration auffecht zu er­halten wenn man nicht einen starken weiteren Rückgang der Milchkühe wegen mangelnden Nachwuchses in den Kauf neh­men wollte.

Mindestens ebenso gefährlich wie der Rückgang in den Jungviehklassen war derjenige bei den Milchkühen. Bis' zum Juni 1917 war es gelungen, den Bestand an Milch­kühen auf einer Höhe zu halten, die eine wenigstens einiger­maßen ausreichende Milch- und Fettversorgung für die Kindee und Kranken ermöglichte. In der kurzen Zeitspanne von Juni 1917 bis Juni 1918 hat aber der Kuhbestand um beinahe 700 000 Stück abgenommen. Eine Abnahnie, die, wenn sie auch nur wenige Monate länger fortgefübrt wor- ' den wäre, zu einer völligen Untergrabung der Milch- und Fettversorgung dev Bevölkerung geführt hätte.

Die Gefahr einer zu starken Inanspruchnahme des Rindviehbestandes war selbstverständlich weiter stark ver- schärff durch die ungeheure Abnahme des Schweinebestandes, der von rund .12,8 Millionen bis zum März auf 3.7 Millionen gefallen war und der, weil insbesondere die Zahl der jungen Schlveine am stärksten ab genommen hatte, eine für die Fett- und Fleischversorgung hochgradig bedenkliche Lage gezeitigt hätte. Würde man die Fleischration in gleicher Höhe wie rm Frühjahr dieses Jahres erbalten bcü>en. so batten wir I

innerhalb eines -Jahres über 2 Millionen Slück Rindvieh mehr schlachten müssen als in normalen Zeiten.

Man muß es also als eine unmittelbare-Irreführung der öffentichen Meinung bezeichnen, wenn auf Grund alter, nicht mehr zutreffender Statistiken und ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse Angaben, wie die von der Internationalen Korrespondenz" veröffentlichten, irr die breite Oeffentlichkeit gelangen. Durch-die fleischlos«« Wochen werden uns in wenigen Monaten mehr als 300 000 Stück Iffnder erspart und es kann wohl mit Bestimmtheit gesagt werden, daß die breiten Schichten des Volkes diese Erspar­nis für erheblich wichtiger halten, als die Beibehaltung einer Meifchration auf Kosten der Milch- und Fettversorgung des ganzen Volkes.

FrrcdLerg, 6. Sept.' (Theater im Saalbau.) Am kommenden Sonntag bringt Herr Dttektor Breiholz das wir­kungsvolle LustspielDer Taugenichts" oderEr verheiratet : seine Schwester" zur Ausführung. Allen, die einmal herzlich ! lachen wollen, sei hiermit der Besuch des reizenden Stückes an.

! gelegentlichst empfohlen. Für die liebe Jugend gehen am Nach- ! mittag die AbenteuerKlein Däumlings" beimMenschen- ! freffer" über die Bretter.

Friedberg. Herrn Lehranrtsassessor Dr. K e m m e r e r ai j der Schillerschule dahier wurde vom König von Bulgarien dai ! Ritterkreuz des bulgarischen Zivilverdienstordens verliehen.

Okarben. Nächsten Sonntag, den 8. September, 3 Uhr j nachmittags, findet im Saale des Gastwirts Böcher dahier ; der zwette Bezirkskriegevtag statt. Auf der Tagesordnung j stehen: Begrüßungen: Feststellung der Anwesenheitsliste:

i Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung: Vor- j standswahl; Kolonialkriegerspende: Zahlung der noch rück- ! ständigen Beiträge zur Bezirkskasse: Referat des Vertreters; Anfragen und Mitteilungen zum Schlußvortrag. Wir hoffen daß der Bezirkstag gut besucht wird. Auch Nichtmitglieder sind ffeundlichst eingeladen.

Gießen. 3. Sept. Der Großherzog verlieh der 17jährige« Tochter Martha des Hausvaters Loh die Rettungsmedaille. Da« junge Mädchen hatte am 2. Pfingsttage unter eigener Lebens* gefahr zwei junge Leute aus der Lahn gerettet.

Höchst a. d. Nidder. Zwei seltsame Erinnerungen begeht in diesem Jahre die hiesige Familie Schäfer. Am 30. Januar waren es 250 Jahre, daß die Familie in direktem Mannesstamm in Höchst ansässig ist. Denn am 80. Januar 1668 heiratete Ioh. Schäfer (Schaffer) aus Rendel seine Verwandte, die Tochter des damaligen Höchster Schulmeisters und Gerichtsfchöffen Johann Schäfer, und übernahm das Gut seines Schwiegervaters, das sich bis heute in der Familie fortgeerbt hat. Gleichzeitig sind es jetzt 100 Jahre, daß die Famttie das Freihcrrlich von Gündero- dische Gut in Höchst bewtttschastet. dessen Pachtung der hessische Hoheitsschultheiß der Gerichte Höchst und Lindheim Johann Konrad Schäfer im Jahre 1818 übernommen hatte. Eine vom Verband der Wetterauer der Familie Schäfer geplant gewese­nen Erinnernngsfeier muß leider wegen des Kriegs unter­bleiben.

Frankfurt a. M., Z. Sepl. Im Hauptbahnhff kam eine Fr an aus Eroß-Steinheim, die einen einfahrenden Zug vorzeitig ver­ließ, zu Fall und erlitt einen Unterscheukelbruch.

Aus Nheiuhesscn.

Nierstein, 3. Sept. (Mann und Wagen im Rhein ver­schwunden.) Ein schwerer Unglückssall ereignete sich am hiesige« Rheinufer in der Nähe der fliegenden Brücke. Dott besindel sich ein Schiffsladeplatz derGuten Hoffnungshütte", wo die aus dem Niersteiner Kalksteinbruch kommenden Kalksteine aus den Rollwagen in dis Schiffe verladen werden. Der 42 Jahre alte Arbeiter Josef Scharning aus dem benachbarten Dienheim brachte einen mtt Steinen beladenen Wagen nach der Ladestelle. Als er kurz vor dem Ufer die Bremse an dem Rollwagen cm- ziehen wollte, rannte der Wagen mit furchtbarer Wucht gegen eiuen Prellstein, so daß der Mann in weitem Bogen in den Rhein flog und ertrank, ehe Hilfe zur Stelle war. Der Wagen selbst sprang aus dem Geleise und rollte ebenfalls in deu Strom.

Ans Hcsikn-Nanau.

FC. Biebrich, I. Sept. Ein vorübergehend in einem Gast, haus in der Rheinsttaße wohnender Mann wurde in der Nacht zum Montag in nacktem Zustand besinnungslos mit einer Kopf-. Verletzung auf der Treppe aufgefunden. Der Marm, der einen Schädelbruch erlitten hat, fand Aufnahme im hiesigen Kranken­haus. Die Untersuchung wird erst ergeben, ob eine strafbare Handlung oder ein Unglückssall vorliegt.

FC. Nastätten, S. Sept. Wegen unerlaubten Verkehrs mtt einem russischen Kriegsgefangenen wurde die verheiratete Lina Holzhäuser aus dem benachbarten Buch vom hiesigen Schöffen^ gericht zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die verurteilte 26jährige Holzhäuser ist dieselbe, welche sich demnächst vor dem Schwurgericht in Wiesbaden wegen vorsätzlicher Kindestötun- zu verantworten haben wird.

Offene Stellen:

2 Kutscher, 1 Verwalter, 7 Knechte. 2 Knechte- und 1 Tage- löhnerfamiUe. 12 Tagelöhner. 1 Aufieter, 1 Hausbuiche 6 Haus­mädchen, 10 Dienstmägde, 1 Kinderfläulein, 1 Haushälterin.

Fürs" besetzte Gebiet: Personen aller-Berufe, auch weibliche. Männliche Personen im wehrpflichtigen Atter kommen nicht in Frage, außer Jugendlichen bis zu 17% Jahren.

Etellensuchender _

Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker, 1 Dürofraulein. 1 Ordonnanz.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. H e y n e r. Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung^ A- G., Friedberg i. ft