Ausgabe 
6.9.1918
 
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Stärkere frauzöftlche Angriffe südlich der Ailetie akgemiesen. Gesterreichische Stnrmerfoige

im Cornogebiet. 13000 Tonnen versenkt.

W. T. K. Grotze» Sauptquartier, tzerr 5. September Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppen Kronpr i n z Rupprecht und B o e h n.

Zwischen dpern und La Basi6e drängte der Feind gegen un­sere neuen Linien nach. Im Vorgelände belassene Abteilungen ' wichen dort befehlsgemäß auf diese zurück. Bei Wytschaete wurden Teilangriffe des Feindes abgewiesen.

Zwischen Scarpe und Somme fühlte der Gegner gegen un­sere neuen Linien vor. Infanterie-Gefechte mit unseren Sicher- hoitcnbreilungen. an der Somme Artillerietätigkeit. Zwischen Somme und Oise haben wir die am 26. 8. aus der Gegend von Roye begonnenen Bewegungen fortgeführt und uns in vorletz­ter Nacht ohne Kampf vom Feinde losgelöst. Die am Feinde belassenen Nachhuten sind gestern nachmittag langsam gefolgt. Der Feind hat am Abend etwa die Linie VoyennesGuiscard Appilly mit schwächeren Teilen erreicht.

In der Ailetie-Niederung wurden Vorstöße der Feindes abgewiefen. Ebenso scheiterten starke feindliche Angriffe dicht südlich der Ailette bei Teray-Sorny. Elomecy und Bucy le Long.

Vizewachtmeister Scheele der 9. Batterie Feld-Artillerie- Regimen^ 92 hat hier bei den letzten Kämpfen 8 Panzerwagen vernichtet.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Oestlich von Soissons legten wir die Verteidigung von der Vesle zurück. Die Bewegungen wurden plangemäß und vom Feinde ungestört durchgefiihrt.

*

Wir schaffen gestern -2 feindliche Flugzeuge ab.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorss.

Abendbericht.

Berlin, 5. Sept.. abends. (WTB. Amtlich.) Die Gefechts- kLtlgkeit blieb auf kleinere Kämpfe im Vorgelände unserer neuen Stellungen beschränkt.

«Der österreichische Generalstab !!

- mewet:~ !!

Wien, 5. Sept. Amtlich wird verlautbart:

, Italienischer Kriegsschauplatz: Iän Eornogebiet und

östlich des Monte Pertica führten Unternehmungen unserer Sturmtrupps zu vollem Erfolg. In den Sieben Gemeinden und an der Piave wurden feindliche Erkundungsversuche vereitelt.

Ter Chef des Grnrrnlstabe-.

Der bulgarische Generalstav j|

&L== meldet: ===;y

Sofia, 4. Sept. Generalstabsbericht vom 3. September.

Mazedonische Front: Nördlich von Bitolia trieben un­sere Posten eine französische Sturmabteilung zurück, die sich unseren Gräben zu nähern versuchte. Im Cernabogen beiderseits lebhafte Feuertätigkeit. Nördlich von Makowe drang eine unserer Sturmtruppen in die feindlichen Gräben und brachte verschiedenes Kriegsgerät zurück. Oestlich und westlich von Dobropolje war das Artilleriefeuer auf beiden Seiten zeitweise heftiger. Das Artilleriefeuer auf der feind­lichen Seite war südlich von Hasse (?) mäßig, aus beiden Seiten des Wärdar heftig. Englische Abteilungen stießen Zogen unsere vorgeschobenen Gräben auf beiden Wardar- ttfent vor, wurden aber durch Feuer zerstreut.

13060 Tonnen versenkt.

Berlin, 4. Sept. (WD. Amtlich.) An der Ostküste Englands versenkten unsere U-Boote neuerdjpgS 13 000 Bruttoregistertonnen.

Der Chef deö LldmirZlstabeS der Marine.

Die Schlacht im Westen.

Der Kampf am 2. September.

Berlin, 5. Sept. (WB.) Der Angriff am 2. September, den der Gegner mit starken Kräften erneut gegen den Abschnitt zwi­schen der Oise und Arsne richtete, brachte ihm nur einen geringen Eeländegewinn. Er mußte sich mit einer geringen Einbuchtung der deutschen Linie südöstlich Coucy-le-Chateau bis zu dem auf der Höhe der Straße Coucy-Soiffons gelegenen Oertchen Terny- Sarny begnügen und dafür eine Menae zerschossener Tanks und Toter auf dem Kampfplätze lasten. Auch der Einsatz von Ame­rikanern. Italienern und Marokkanern, die den Anstürmen neue \ Kraft und Elan verleihen sollten, konnte den Erfolg nicht er. ' weitern. Am Nachmittag des 3. September versuchte er, die kleine Beute in der Richtung auf Dauxaillon zu erweitern und zur selben Zeit das südlich von Laffaux nach der Aisne zu aus- laufende Höhengelände zu gewinnen. Wie an den vorhergehen­den Tagen war der Himmel mit schweren Regenwolken über­zogen. Ein plötzliches Aufhellen gegen Mittag gestattete den , eigenen Truppen Einsicht in die feindlichen Absichten, fodaß der . Ansatz zu einem Angriff in dem zusammengefaßten Artillerie- » feuer, das hartnäckig auf den Bereitstellungsräumen lag und den Gegner beträchtlich zu stören vermochte, nicht in der beab­sichtigten Weife zur Entwicklung kommen konnte.

Die Zerstörung von Douai.

Berlin, 5. Sept. (WB.) Die Engländer beabsichtigen of­fenbar dem schön gelegenen und wobUwbenden Städtchen Douai dasselbe Schicksal zu bereiten, das St. Quentin und viele picar- dische Orte ausgelöscht hat. Ihre Fliegergeschwader nehmen es feit einiger Zeit systematisch unter Feuer und verwüsten es mit schweren Geschosten. In den letzten Tagen warfen sie über hun­dert Bomben und sechzig schwere Granaten auf die Stadt, die 27 Häuser vollkommen zerstörten, 50 bis zur Unbewohnbarkeit demolierten. Eine dieser Fliegerbomben traf die Peterskirche und sonderte zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung. Die meisten Toten sind Frauen und Kinder.

Ne Leiknngen der ^ntlstren Sgmbkri'iMMrr.

Berlin, 4. Sept. (MB.) Im Kampfe gegen militärische Ziele hinter der feindlichen Front warfen unsere Bombenge­schwader im August die bisher unerreichte Menge von 1157 957 Kilogramm Sprengstoff ab. Die Wirkung der vielfach aus nied­rigsten Höhen durchg-eführten Angriffe wurde in den meisten Fällen durch Augenbeobachtung erkannt und durch Bildaufnah- men bestätigt. Volltreffer auf die Flughäfen von Matougues und Esquerder vernichteten mehrere Hallen mit Flugzeugen. Auf dem Flughafen von Ochey riefen wiederholte Angriffe starke j Brände und äußerst heftige Explosionen hervor. Langanhaltende Brande kennzeichneten als besonders wirkungsvoll die Angriffe j gegen Munitioaszüge auf den Bahnhöfen Epernay und Erepecüeur, Munitionslager südlich Ehalons und die Spreng- stoffabrik Oiesiel für Seine; das große Munitionslager Vailly südlich Arras flog am 25. August in die Luft. Sehr starke, lang- andauernde Brände entstanden außerdem in Ortsunterkünften oder Lagern in Ehalons, Epernay, Amiens. St. Pol und Villers- Cotterets. Wähl end der Großkämpfe zwischen Arras und Reims ' verursachten Volltreffer in die dichten Ansammlungen von Trup­pen und Kolonnen in und hinter den Schlachtfronten schwere blutige Verluste und starke Verwirrung.

Auch Mit Amerika werden wir fertig!

Berlin, 5. Sept. Ans einer Unterredung, die der Ber­liner Korrespondent desAz Est" irn Großen Haupt­quartier gehabt hat, mögen folgende Äußerungen des Generals Ludendorff mitgeteilt sein:

Wir haben das erbitterte Ringen bisher in Ehren be­standen und sind zuversichtlich, daß wir dies auch weiter tun werden. .Wir alle können dankbar dafür sein, daß der Krieg in den gönnen, die er annahm, unseren Heimatgebieten im allgemeinen erspart geblieben ist. Die Heere der Mittel­mächte sichern ihre Heimat, das darf aber das Volk zu Hause bei uns ebenso wie bei Ihnen rricht verleiten, den Krieg zu vergessen oder zu glauben, daß der gegen uns gerichtete Vernichtungswille des Feindes schon gebrochen sei. Im Gegenteil. Die Amerikairer sind da und leisten keine unbe­deutende Hilfe an Menschen und Material. .Daß aber die amerikanische Hilfe ausschlaggebend für das Schicksal des Krieges sei, das ist eine eitle Hoffnung der Entente. Die Franzosen haben immer von Hoffnungen gelebt, erst von der

Hoffnung aus Rußland und fetzt von der auf Amerika. Wir sind mit der russischen Danrpswalze fertig geworden und wer­den auch mit Amerika fertig werden. Unser Wille zum Sieg bleibt ungebrochen und wir werden den Vernichtungswille.: des Feindes brachen. Wenn Sie in ihre Heimat schreibe.:, grüßen sie Ihre ungarischen Truppen von den de:'üi Kameraden".

KcügW-VorKcck nie Jwwitfr.

London, 2. Sept. (WB.) Der englische Bericht aus Ost- ofrika beschreibt die scharfe Verfolgung der Ueberbleibsel der deutschen Streitmacht in Ostafrika durch verschiedene britische Heresabteilungen, denen die Deutschen sich nordwärts gegen das Duria-Tal hin zu entziehen suchen. Die deutschen Truppen er­reichten am 30. August Lioma, gleichzeitig mit den Vortruppen der britischen Abteilungen von Norden und Osten. Am 31. Aug. griff der Feind an. Er wurde abgewiesen und nach Süden ge­trieben, nachdem ihn nachträglich von Osten her eingetroffene britische Abteilungen in der Flanke gefaßt hatten. Er hielt fünf Meilen südöstlich von Lioma und wurde dort von unseren Ab­teilungen angegriffen, die ihm schwere Verluste beibrachten und viel Gepäck, zahlreiche Bagage und zurückgelasiene Lebensmittel erbeuteten. Die Verfolgung wird scharf fortgesetzt.

Fransgßjche ZchlaM in Marokko.

Das ^.Echo de Paris" meldet: In Marokko haben schwer? Kämpfe stattgefunden. Bei Tafilelt drangen von der Wüste her völlig unerwartet beträchtliche Streitkräfte von Aufrührern vor. Es gab eine große Anzahl von Toten und' Verwundeten. Erst nach furchtbaren Kämpfen ist es gelungen, sich der Aufständischen zu erwehren. Doch sind Verstärkungen dringend erforderlich.

Rußland.

Eine Gntrntevrrschwöruirg nufgedeckt.

Moskau, 3. Sept. (WB.) DiePrcuvda" bringt unter dem 3. September in großen Lettern einen Ausruf an das Pro­letariat über die Aufdeckung des Hauptquartiers der Gegen­revolution in der englischen Gesandtschaft. Das Blatt veröf­fentlicht folgende Mitteilungen der außerordentlichen Kommis­sion über die Vorbereitung des Aufstandes in Moskau:

Die Organisation der Finanzierung lag in den Händen des englischen Konsuls Lockhart. Dis Kommission stellte bereits vor längerer Zeit Versuche der englischen diplomatischen Ver. tretung in Nußlaird mit Truppenteilen der Räterepublik in Ver­bindung zu treten, fest, um die Besatzung der Hauptstützpunk! e in Moskau zu organisieren und den Rat der Volkskommisiare zu verhaften Anfang August führte ein Agent eine Unter­redung Lockharts mit dem Kommandeur eines Truppenteils, welchem die englischen Behörden den Auftrag gaben, sich direkt des Rates der Volkskommisiare zu bemächtigen. Die Zusam­menkunft fand in einer Privatwohnung am 14. August statt In dieser Besprechung wurde die Möglichkeit erörtert, ungefähr am 10. September in Moskau einen Aufstand gegen die Räte- gewalt im Zusammenhang mit dem Vorgehen der Engländer im Murmangebiet zu organisieren. Man vereinbarte auf den Vorschlag Lockharts hin, daß der weitere Verkehr mit dem er­wähnten Konrmandcur des Rätetruppenteils durch den eng. lischen Leutnant Sydney Raily geführt würde. Bei einer wen teren Zusammenkunft wurde die Frage beraten, nach Wologda Truppenteile zu dirigieren, die verräterischerweise Wologda den Engländern übergeben sollten. Der Umsturz in Moskau sollt» am 10. September stattfinden. Die Engländer waren darum besorgt, daß in der an diesem Tage stattsindenden Plenarsitzung des Rates der Volkskommisiüre Lening und Trotzkij anwesend seren. Es war beabsichtigt, gleichzeitig die Reichsbank, die Zen« traltelephonftation und den Telegraphen zu besetzen, ferner die Militärdiktatur eiuzuführen mit dem Verbot, irgendwelche Ver. sammlungen bis zum Eintreffen der englischen Mllitärgewalt abzuhalten, unter Androhung der Todesstrafe. Auch die Ver­anstaltung von Bittgottesdiensten und Kircheupredigten zur Ver­teidigung des Unrsturzes mit Hilfe von Vertretern der höchsten Geistlichkeit wurde beraten. In der gleichen Sitzung wurde dcnr erwähnten Kommandeur gemäß dem Versprechen Lockharts 700 000 Rubel übergeben, um den Ausstand zu organisiere». T» 22. August fand eine neue Versammlung statt, in der Üb feu» selben Zweck weitere 200 000 Rubel übergeben und et» crusgearbcitet wurde, die Arbcitsräume Lenins. Trotzkij». A»N zows und des obersten Rates für Volkswirtschaft zu ««5