Nummer 208 Cinstlpreis b )° e LL
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Stärkere Angriffe beiderseits Uoyou ubgemiesen. — Eine österreichische Waffentat im Hochgebirge.
11000 Tonnen versenkt.
Der deutsche Generaistab 8: - ;== meldet: ==»
W. T. K. Großes AlNtpIqrrartier, derr 4. Kep-embrr Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
'Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und B o e h n.
Beiderseits der Lys hat sich der Feind in ständigem Kampf Mlt unseren Vortruppen bis in Linie Wulvergem-Nieppe-Mac- 6t. Maur-Laventie-Richebourg vorgearbeitet. Unsere gemischten Abteilungen haben ihn in diesen Kleinkämpfen wirksam geschädigt und ihm durch Vorstoß und Einbruch Gefangene abgenom. «uen.
An der Schlachtfront zwischen Scarpe und Somme verlief der Tag ruhig. Wir hatten während der vorletzten Nacht unsere Truppen in Linie Arleux-Moeuvres-Manancourt zurückgenommen. Diese seit einigen Tagen vorbereiteten Bewegungen wurden plangemäß und ungestört vom Feinde durchgesührt. Der Gegner ist erst am Nachmittag zögernd gefolgt. An der Front zwischen Moislains und Peronne hat der Feind seine Angriffe gestern nicht wiederholt.
Beiderseits von Noyon führte der Franzose stärkere Angriffe, die sich in besonderem gegen das Höhengelände zwischen Champagne und Bussy richteten. Der Feind, der hier vier Mal am Vormittag und am Nachmittag vergeblich gegen die bewährte 281. Infanterie-Division anstürmte. wurde, ebenso wie an den Ädrigen Augriffsabschnitten. restlos abgewiesen.
An der Ailette Erkundungs-Gefechte. Vorstöße des Feindes gegen Coucy-le Chateau scheiterten. Zwischen Ailette und Aisne setzte der Franzose im Verein mit Amerikanern und Italienern nach stärkster Feuerwirkung zu erneuten Angriffen an Eie wurden» vielfach nach erbittertem Nahkampf, abgewiesen.
Wir schossen! gestern 22 feindliche Flugzeuge und 7 Fesselballone ab. Leutnant Rumey errang seinen 30. Luftsteg.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Südlich von Rieponl brachten wir von erfolgreichem Vorstoß in die französischen Graben Gefangene und Maschinengewehre zurück.
Der Erste Gcncrnlquartiermeister: Luden dorfs»
Abendbericht.
^ Berlin, 4. Sept. (WTB. Amtlich.) Bisher sind keine größere Kampfhandlungen gemeldet.
Zwischen Scarpe und Somme fühlte der Feind an unser^ ncw?n Linien heran. Zwischen Ailette und Aisne wurden erneute Angriffe der Franzosen abgewiesen.
Der österreichische Generalstab £
•====== meldet: ==v
Wien, 4. Sept. Amtlich wird verlautbart:
Im Norden des Tonale-Passes entrissen unsere Ho'ch- gebirgsabteilungen dem Feinde durch überraschenden Angriff den Puntosan Mattes (3692 Meter), den Monte Mantello (3636 Meter) und den Gletschergipfel (3602 Meter). Diese Wafsentat im ewigen Eise und Schnee stellt der Kampf- tüchtigkeit der den sckttversten alpinen Verhältnissen ge- wachsenen Angreifer ein besonderes Zeugnis aus.
In de» Sieben Gemeinden lebhaftere Erkundungstätigkeit.
Sonst nichts von Blang.
Der Chef deö GcneralstabeS.
Der balkarische Generalftab ——— meldet: =====
Sofia, 1. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Genecalstabs-
bericht.
Mazedonische Front: Westlich des Ochridasees zer
streuten wir feindliche Erkundungsabteilungen durch Feuer. Zwisclien Ochrida- und Prelpasee drang einer unserer Erkundungstrupps in feinMtete Gräben ein, von wo er frarizo- jifdie Gefangene, ein Maschinellgewehr und anderes Kriegs- >
gerät zurückbrachte. In Gegend Bitolia, an mehreren Stellen im Cernabogen "nd westlich des Dobropolje war das Artil- leriefeuer auf beiden Seiten zeitweise lebhafter. Südlich Huma auf beiden Seiten mäßige Feuertätigkeit, die nur zeitweilig ziemlich heftig war. Nördlich der Ljumnitza drang eine unserer Angriffsabteilungen in feindliche Gräben ein und nahm mehrere Griechen gefangen. Bei AltschakMaüle nud westlich von diesem Dorfe wiesen unsere Posten mehrere feindliche Sturmabteilungen zurück.
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Sofia, 2. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.
Mazedonische Front: Nördlich Bitvlia drang eine unserer Stoßgruppen -in die feindlichen Gräben und machte Franzosen zu Gefangenen. Im Cernabogen und westlich Dobropolje war das Artilleriefsuer auf beiden Seiten lebhafter. Eine feindliche Sturmabteilung versuchte an unsere Gräben bei Gradesnitzo heranzukommen, wurde aber durch Feuer zerstört. Sirdlich Huma, bei Altschak Mahle und östlich des Wardar hielt das Artilleriefeuer auf beiden Seiten mit verschiedener Stärke an. Nördlich Altschak Mable scheiterte der Versuch einer englichen Infanterie- Einheit, gegen unsere Gräben vorznstoßen in unserem Feuer. In den Tälern des Wardar und der Struma lebhafte Ar- tillerietätigkeit.
14060 Tonnen oerftnkt.
Berlin, 4. Sept. (WTB. Amtlich.) Unsere Untersee- boote versenkten im westlichen und mittleren Mittelmeer 14,000 Bruttoregistertonnen Schiffsraum.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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Per Seekrieg.
Zürich, 4. Sept. Ha.vas meldet: Der französische
Dampfer „Palman" wurde in der Nacht zum 27. August auf der Fahrt von Biserta nach Saloniki torpediert und versenkt. Er hatte 369 Menschen an Bord.
Rotterdam, 2. Sept. (WB.) Der englische Dampfer „Sung Kiang" (1622 Brt.) ist verloren geangen. Der von der englischen Negierung beschlagnahinte Dampfer „Prunelle" wurde torpediert und sank. Der schwedische Dampfer „Tyr" ist mit Besatzung gesunken, ebenso der portugiesische Dampfer „Lisboneuse". Der belgisck)e Dampfer „Moghrab" (1087 Brt.) ist gesunken.
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Gin dentscher HUfskrenrcr.
Wie der „Malin" meldet, hat der kanadische Dampfer „Triumph", der an der Küste Neuschottlands als deutscher Hilfskreuzer tätig ist, bereits eine große Anzahl Handelsschiffe versenkt. U. a. versenkte er den norwegischen Dampfer „Bergsdale" mit 2655 Tonnen. Die Besatzung von 25 Mann wurde gelandet.
Eine Kmidzkliliiig Küh?»bmgs.
Berlin, 4. Sept. (WB. Amtlich.)' „Wir stehen in schwerem Kampf mit unseren Feinden. Wenn zahlenmäßige Ueberlegen- heit allein den Sieg verbürgte, läge Deutschland längst zer. schmettert am Boden. Der Feind weiß aber, daß Deutschland und seine Verbündeten' mit den Waffen allein nicht zu besiegen sind. Der Feind weiß, daß der Geist, der unsere Truppe und unserem Volke innewohnt, uns unbesiegbar macht. Deshalb hat er neben dem Kampf gegen die deutschen Waffen «- ^,
den Kampf gegen den deutschen Geist *
ausgenommen, er will unseren Geist vergiften und glaubt, daß auch die deutschen Waffen stumpf werden, wenn der deutsche Geist zerfressen ist. Wlr dürfen diesen Plan des Feindes nicht leicht nehmen.
Den Feldzug gegen unseren Geist führt der Feind mit verschiedenen Mitteln: überschüttet unsere Front nicht nur mit einem Trommelfeuer der Artillerie, sondern auch mit einem Trommelfeuer von bedrucktem Papier. Seine Flieger werfen neben Bomben, die den Leib töten, Flugblätter ab, die den Geist töten sollen. Unsere Feldgrauen lieferten an der Weststont von diesen feindlichen Flugblättern im Mai 84 000, im Juni 120 000 und un Juli 300 000 ab. Eine gewaltige Steigerung. . Im Juli -
10 000 Giftpfeile täglich. 10 000mal täglich der Versuch, Einzelnen und der Gesamtheit den Glauben an die (berechtigt 6! unserer Sache und die Kraft und die Zuversicht zu dem Endsir.z zu nehmen. Dabei können wir damit rechnen, daß ein großer Teil der feindlichen Flugblätter von uns nicht aufgefunden wird — Der Feind begnügt sich aber nicht nur damit, den Geist uu'e- rer Front anzugreifen, er will vor allen Dingen auch den G in der Heimat vergüten. Er weiß, welche Quellen der Kr t für die Front in der Heimat ruhen. Seins Flugzeuge und Ballons tragen zwar die angehängten Flugschriften nicht weit in unsere Heimat, fern von ihr liegen ja die Linien, in denen der Feind vergebens um Waffensieg ringt. Aber der Feind Hof t, daß mancher Feldgraue das Blatt, das so harmlos aus der Lust heruntergeflattert ist, nach Hause schickt. Zu Hause wandert es dann von Hand zu Hand, am Biertisch wird es besprochen, in den Familien, in den Nähstuben, in den Fabriken, auf der Straße. Ahnungslos nehmen viele Tausende den Giftstoff in sich auf; Tausenden wird die Last, die der Krieg ihnen ohnehin bringt, dadurch vergrößert und der Wille und die Hoffnung auf den siegreichen Ausgang des Krieges dadurch genommen. All diese schreiben dann wieder von ihren Zweifeln an die Front, und Wilson, Lloyd George und Elemenceau reiben sich die Hände? Der Feind greift den Geist der Heimat auch sonst noch an. Die unsinnigsten Gerüchte, geeignet, unsere innere Widerstandskraft zu brechen, werden in Umlauf gesetzt. Wir stellen sie gleichzeitig in der Schweiz, in Holland und Dänemark fest. Von dort breiten sie sich wellenartig über ganz Deutschland aus. Oder aber sie tauchen gleichzeitig, in unsinnigen Einzelheiten übereinstimmend, in den entlegensten Gegenden unserer Heimat auf, in Schlesien, Ostpreußen und im Rheinland, und nehmen von da aus ihren Weg über das übrige Hejmatgebiet. Auch dieses Eist wirkt auf Urlauber und fließt in Briefen zur Front. Und wieder reiben sich die Feinde die Hände! Der Feind ist klug. Er weiß für jeden das Pülverchen zu mischen. Die Kämpfer an der Front lockt er. Ein Flugblatt lautet: „Deutsche Soldaten? Es ist eins schändliche Lüge, daß die Franzosen die deutschen Gefangenen mißhandeln. Wir sind keine Unmenschen. Kommt nur getrost zu uns herüber? Hier findet ihr rücksichtsvollste Aufnahme, gute Verpflegung und stiedliche Unterkunft." Man frage hierzu die tapferen Männer, denen es unter un. fäglichen Mühen gelang, der stindlichen Gefangenschaft zu ent. rinnen. Ausgeplündert bis auf das letzte, im Drahtpferch ohne Obdach, durch Hunger und Durst für verräterische Aussagen gefügig gemacht oder durch Schläge und Bedrohung mit dem Tode zum Verrat an den Kameraden gezwungen, auf dem Transport zur schweren Arbeit von der französischen Bevölkerung bespien, mit Unrat beworfen?
So sieht in Wahrheit das Paradies aus, das der Feind vorgaukelt.
Auch nachgedruckte Originalbriefe von Gefangenen werden abgeworfen, in denen diese schildern, wie gut es ihnen gehe. Gottlob wird es in England und Frankreich auch noch anständige und menschliche Kommandanten von Gefangenenlagern geben; sie sind aber die Ausnahme. Und die Briefe, die der Feind abwirft, sind nur 3—4 verschiedene. Diese aber sendet er in vielen Tausenden von Exemplaren vervielfältigt.
Kleinmütige schüchtert der Feind ein: „Euer Kampf ist aussichtslos. Amerika wird Euch den Garaus machen. Eure U- Boote taugen nichts. Wir bauen mehr Schiffe als sie versenken. Euer Handel ist vernichtet. Wir sperren Euch nach dem Krie^ die Rohstoffe ab: dann muß Deutschlands Industrie verhungern. Eure Kolonien seht Ihr niemals wieder" So klingt es aus seinen Flugblättern, bald Lockung, bald Drohung. Wie steht es in Wirklichkeit? Wir haben im Osten den Frieden erzwungen und sind stark genug» es auch im Westen zu tun, trotz der Amerikaner.
Aber stark und einig müssen wir sein!
Das ist es, wogegen der Feind mit seinen Zetteln und Eerüchteff kämpft.
Er will uns den Glauben und die Zuversicht, den Willen und die Kraft nehmen. Warum sucht der Feind immer noch nach' Bundesgenossen im Kampf gegen uns? Warum trachtet er. die noch neutralen Völker zum Kampfe gegen uns zu pressen? Weil wir ihm an Kraft gewachsen sind. Warum hetzt er schwarz« und andere Farbige gegen deutsche Soldaten? Weil er uirff vernichten will!
Wieder anderen sagt der Feind: „Ihr Deutschen, Eure giernngsform ist falsch? Kämpft gegen die Hohenzollern, gegeM den Kapitalismus, helft uns, — der Entente —, Euch eine bessere Staatsform zu geben!" Der Feind weiß genau, welch« Stärke unserem Staat und unserem Kaiserreich innewohnt. Alxr gerade eben deshalb bekämpft er sie.


