Ausgabe 
4.9.1918
 
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sollen die Schafhalter nach Zahl der Schafe wieder so und soviel Pfund Strickgarne L Pfund 6 Mark wieder zurückerhalten. Nun fragt man sich, warum läßt man den Schafhaltern nicht ein Le- stimmtts Quantum Wolle zur eigenen Verarbeitung? Auf dem Lande können die Frauen noch spinnen, wodurch sich das Garn billiger stellt und auch dauerhafter ist als das schlechte Fabrik- garn, welckjes sich teuerer stellt und des Strickens nicht wert ist. In diesem Merkblatt ist auch nicht der Preis angegeben wieviel für das Pfund Wolle bezahlt wird. Wie ich vernommen habe soll der Preis bloß 3 Mk. bis 3.50 betragen. Also die Ausläufer die Wcllkaufsgenossenschaft in Berlin und die Fabriken müssen erst wi^er an diesem landwirtschaftlichen Produkt ihre Gewinne machen und der Schafhalter wird gezwungen, von seiner eige­nen Wolle, die er im Garn zurück erhält, diesen Herrschaften Profit zu zahlen.

Warunr, muß man sich weiter fragen, sind den Aufkäufer der Wolle wieder jüdische Firmen? Haben wir denn keine christ­lichen Geschäftshäuser, welche solches auch besorgen könnten? Muffen die Juden, die überall in den Kriegsgesellschaften tätig sind, denn allein die Gewinne von den landwirtschaftlichen Pro­dukten einstecken? Die landwirtschaftliche Bevölkerung muß dar­über erbittert werden, wenn sie sieht, wie sie mit hohen Strafen bedroht wird, wenn sie noch Gegenstände und Sachen für sich zurück behält, welche sie unmöglich entbehren kann und dann Andere wieder sich daran bereichern.

Wenn die Schafhalter gezwungen sind, ihre sämtliche Wolle abzuliefern und ihren Bedarf nicht behalten dürfen, dann wer­den sie genötigt sein, die Schafzucht wieder aufzugeben und das mit Recht. Jeder Schafhaltsr wird ja auch die Einsicht haben, die Wolle, wenn er über viele Schafe verfügt, abzuliefern, da­mit das Heer und die Bevölkerung nicht barfuß zu gehen braucht. Auch sollte den Schafhaltern ein angemessener richtiger Preis für die Wolle bezahlt werden, weil an sich die Schafe schon Leuor sind und auch das Futter, das sie im Winter nötig haben.

Ich möchte deshalb alle Landwirte bitten, welche Schafe haben, sich mit aller Macht dagegen zu wahren, daß ihnen der Bedarf an Wolle, den sie im eigenen Haushalt nötig haben, gelassen wird. Dann wird jeder Freude an der Schafzucht haben und dieselbe auch mehr fördern und mehren. Möchte das die höhere Behörde einfehen.

Dte Landwirtschaftskammer aber sollte auch dafür eintreten. ! daß das Gebot der sämtlichen Wolleablieferung fallen gelassen wird.

KrotmarKendiebstahle.

Eine längere Zeit hindurch waren die Diebstähle großer Mengen von Brot- und anderen Nahrungsmittelkarten an den v rschiedensten Orten so an der Tagesordnung, daß schon der Verdacht auftauchte, es handle sich hier vielleicht um eine von unteren Angestellten bestellte oder begünstigte Arbeit, um durch die großen Diebstähle zahlreichere kleine Veruntreuungen zu verdecken. In letzter Zeit war scheinbar eine Besserung in der Aufbewahrung dieserWertpapiere" eingetreten, wenigstens las man in den Zeitungen weniger von Verlusten. Nun berichtete aber wieder einmal dieFreis. Ztg.« über einen am 23. v. M. in der Breslauer Brotmarkenstelle erfolgten Einbruch, bei dem de» Spitzbuben 25 000 Reifebrotmarken, 9600 Einkochzuckerm ar­ten über fe ein Pfund, 1826 Kartoffelmarken. 8194 ganze Le­bensmittelkarten, ferner zahlreiche Butter, und Gastbrotmarken in die Hände gefallen seien.

Ohne Kenntnis der näheren Umstände läßt es sich nicht be­urteilen, ob hier wirklich gewiegteschwere Jungen" am Werke gewesen sind, oder ob wie in friiheren Fällen zum mindesten all­zu große Sorglosigkeit in der Kartenaufbewahrung das Gelingen des doch ziemlich folgenschweren Verbrechens ermöglicht hat. Stellen doch die gestohlenen 25 000 Reifebrotmarken allein einen Verlust von 2500 Pfund Brot, die Zuckermarken einen solchen vcn 9600 Pfund Zucker, die gestohlenen Lebensmittel- und üb­rigen Karten einen vielleicht noch größeren Verlust für die not­gedrungen knapp bemessene gleichmäßige Volksernährung dar. Da gehören schon viele Hunderte oder Tausende von verbitternd wirkende Haussuchungen bei den Lrndleuten oder Durchforsch­ungen von Reise- und Postgepäck dazu, um die gleiche Menge für die allgemeine Versorgung zu reiten, wie sie hier wieder in einem Falle verlorengegangen ist. Es muß deshalb immer wie­der gefordert werden, daß die heute so wichtigen Nahrungsmit­telkarten unter strengster und sorgsamster Aufbewahrung und Kontrolle gehalten werden sollten und daß Verstöße gegen diese pflichtgemäße Sorgfalt zu entsprechender Bestrafung der verant­wortlichen Personen führen müßten.

Familikn-ünjcriijitzMg hx in dkil MliMünst fitiartrrtrnru Maunichattrn.

Beim stellvertretenden Generalkommando wie auch bei der stellvertretenden Intendantur gehen beinahe täglich Beschwerden über angebliche Benachteiligungen bcziiglich der Gewährung der sog. Familienunterstützungen ein. Zur Aufklärung sei hier fol­gendes ausgeführt:

Auf Grund des Reichsgesetzes vom 4. August 1914 erhalten die Familien der in den Militärdienst eingetretenen Unteroffi­ziere und Mannschaftenim Falle der Bedürftigkeit" Unter- stützung. Unter Bedürftigkeit ist hierbei nicht eine armenrecht­liche Hilfsbedurftigreit zu verstehen, sondern es genügt eine ver­hältnismäßige Bedürftigkeit im sozialen Sinne des Wortes. Zur Gewährung der Familienunterstützung sind die sog. Lieferungs. verbände verpflichtet, in welchen die nachsuchcnden Familien chren gewöhnlichen, also nicht nur vorübergehenden Aufenthalt (Wohnsitz) haben. Lieferungsverbände sind in Preußen wie int lbroßherzogtum Hessen die Kreise (Kreisausschüsse als verwal­tende Behörden der Kreise), bczw. solche größeren Städte, welche eigene Kreisverbände bilden (Magistrate als Verwaltungsbe­hörden). Die Vorermittelungen für die Unterstützungsgesuche werden gewöhnlich von den Gemeindevorstehern, Bürgermeistern ufw. in den Landgemeinden vorgenommen, welche auch die Un­terstützungen zur Auszahlung bringen. Die Entlckeidunaen da­

gegen über die Unterstütz ungsbedürftigleit, sowie die Art und den Umfang der Unterstützung treffen und zwar endgültig die bei jedem Lieferungsverband gebildeten sog.Unterstützungs­kommissionen". Gegen deren Beschlüsse ist kern Rechtsmittel ge­setzlich gegeben, mit einziger Ausnahme in solchen Fällen, in denen anzunehmen ist, daß ihre Entscheidungen gesetzwidrig seien, was wohl kaum in der Praxis Vorkommen dürfte. Soll­ten aber derartige Beschwerden in Frage kommen, so find sie an die Zivil-Aufsichtsbehörden zu richten, d. s. in Preußen die zuständigen Regierungspräsidenten und in Hessen das Großh. Ministerium des Innern. Die vielen beim Generalkommando und der Intendantur täglich eingehenden Beschwerden in Fa- milienunterstützungsangelegenheiten find vollkommen zwecklos und müssen ohne jede Stellungnahme der Zivilbehörde übergeben werden.

Es wird daher dringend ersucht, von derartigen ganz und gar zwecklosen Eingaben an die militärischen Behörden in Zu­kunft obzufehen, und hiervon in weitesten Kreisen, besonders auch auf dem Lande, dem Publikum Kenntnis zu geben.

Ans der Heimat.

Hessisches Geschlechterbuch. Der Bau der deutschen Zukunft darf nicht bis nach dem Krieg verschoben werden, er muß schon jetzt in Angriff genommen werden. Dabei wird der Schutz der Familie als die Keimzelle des Staates und die Bekämpfung alles dessen was sie untergräbt, an erster Stelle stehen. Gesun­der deutscher Familiensinn und seine bewußte Pflege ist die sicherste Gewähr für eine lebensstarke deutsche Zukunft. Dieser mächtigen Erkenntnis will auch dasHessische Geschlechterbuch" dienen, in dem die Familiengeschichten und Stammtafeln hes­sischer Geschlechter zur Zeit gesammelt werden, einerlei ob sie gedruckt oder handschriftlich vorliegen. DasHessische Geschlechter- buch" ist eine Teilausgabe des bekannten, von Regierungsrat Dr. Koerner herausgegebenenDeutschen Geschlechterbuchs" u. wird von Oberpfarrer Knodt in Schlitz (Oberh.) bearbeitet, an den alle Anftagen betreffend Aufnahme zu richten sind. DasHess. Geschlechterbuch", zu dem bereits über 40 Anmeldungen vürlie. gen, enthält außer den Personalien der Lebenden, zahlreiche überaus wertvolle biographische Nachrichten aus der Vergangen­heit, Bilder Lebender und Verstorbener, z. T. hervorragender Persönlichkeiten auf allen Gebieten, Familienwappen in Schwarz- und Farbendruck und gibt so einen trefflichen Ueberblick über einen großen Teil des geistigen Lebens beider Hessen.

Vad-Nauhe'lw. 2. Sept. Seine Majestät der König der Vulgaren hat dem PosttürBtor Zimmer in Bad-Nauheim das Ritterkreuz des bulgarischen Zivil-Verdienst-Ordens mit der Krone und dem Ober-Leitungsauffeher Seipp in Vad-Rauheim die silberne Verdienstmedaille verliehen.

Bad-Nauheim. Achtes Sinfomekonzert der Kurkapelle, Donnerstag, den 5. September, abends im Konzerthaus. Leitung: Hofrat Professor Hans Winderftein. Beethoven's hier lange nicht zu Gehör gebrachte zweite Sinfonie in D-dur bildet das Hauptwerk der Vortragsordnung. Das noch in Mozart'schen Bahnen wandelnde Werk erfreut sich bekannt­lich großer Beliebtheit in mirsikalischen Kreisen; namentlich das himmlische Largetto (2. Satz) gilt als eine der schönsten Inspirationen des großen Meisters. Den zweiten Teil des Abends eröffnet Carl Reinccke mit der Ouvertüre zu einer OperKönig Manfred"; ihm folgt Robert Volkmapp.mit der Serenade in D-moll' für Streichorchester mit obligatem Violoncell (Herr Gutia Casini). Den Schluß bildet die effektvolle. Valletmusik aus der OperDer Cid" von Jul. Massenet, welcke meist aus spanischen Motiven (Castilians, Andalouse, Navarraise. Madrilena etc.) zusammengesetzt ist.

Nidda, 2. Sept. In der Speiseanstalt des Sägewerks Him­melsbach wurde vorletzte Nacht ein Doppelmord verübt. Da dort für eine größere Anzahl Gefangene gekocht wird, und in letzter Zeit wiederholt Lebensmittel entwendet wurden, ent­schlossen sich die in der Küche beschäftigten ledigen Jda Enders, etwa 25 Jahre alt, und Lina Lotz, etwa 50 Jahre alt, die Küche zu bewachen. Gestern in der Frühe fand der Plameister Bühler die Enders tot auf, während die Lotz, die noch lebte, erst später ebenfalls an den erhaltenen Verletzungen verschied. Der Mör­der, offenbar überrascht, hat die beiden Opfer mit einem Holz- siück erschlagen. Zur Stunde sind die staatsanwaltlichen Er­mittelungen im 'Gang, doch lassen sich wegen der Täterschaft noch keine bestimmten Angaben machen.

Frankfurt a. M., 4. Sept. Totschlag. Gestern gerieten im Stadtteil Dornheim die Frau Oberpostschaffner Stock und die Frau des Postschaffners Schmidt in Streit, in dessen Verlauf die Letztere der Frau Stock einen Hieb über den Kopf mit einem Besen versetzte, die Getroffene sank sofort tot zusammen. Jedenfalls ist ein Herzschlag infolge der Erregung die Ursache ihres Todes gewesen. Die Schmidt wurde sofort verhaftet.

FC. Frankfurt a M., 2. Sept. Beim Felddiebstahl wurde ein höherer Eisenbahnbeamter der Station Rödelheim, wie der Main-Nidda-Bote" zu melden weiß, überrascht. 53 Pfd. Wei­zenähren, die er bereits abgefchnitten hatte, wurden bei ihm vorgefünden. Ferner beging ein langjähriger Ehronfeldhüter einen Felddiebstahl.

AuS Starke nburg. * t

Darmstadt, 2. Sept. Ein Einbruch in die Bürgermeisterei O b e r - R a m st a d t ist in der Nacht von Samstag auf Sonn­tag erfolgt. Die Diebe verschafften sich durch Erbrechen der Türen und Fenster gewaltsamen Eingang. Sie erbrachen die verschlossenen Schubladen und fanden ungefähr 250 Mk. Wech­selgeld. Bis jetzt konnte man die Täter nicht feststellen.

Darmstadt, 2. Sept. Auf einem Handgranaten-Wurfstand hat sich kürzlich ein schwerer Unglücksfall dadurch ereignet, daß ein 15jahriger Knabe sich durch die Postenabsperrung geschlichen und im Schützengraben verborgen gehalten hatte. Durch eine deto­nierende Handgranate wurde dem Knaben das inke Auge aus­gerissen: außerdem erlitt er schwere Verletzungen am Kopf. Dieser Vorfall gibt Veranlassung, erneut darauf hinzuweisen, daß das Betreten des Truppenübungsplatzes Darmstadt, auf welchen! sich zwei Handgranaten Wurfftände befinden, die fast

täglich zum Werfen scharfer Handgranaten benutzt werden, dilrif die Polizeiverordnung des Kreisamtes Darmstadt vom 10. März 1908 grundsätzlich verboten ist und daß dieses Verbot mit Rück­sicht auf dre mit dem Betreten des Platzes verbundene große Lebensgefahr auf das genaueste zu beachten ist.

FC. Von der Bergstraße, 1. Sept. Mit dem Brechen des bei der trockenen Witterung rasch herangereiften Frühtabaks wird bereits begonnen. Man rechnet qualitativ auf einen mittel, mäßigen bis guten Ertrag. In Wachstum und Blüte würde ei» ergiebiger Regen dem späten Tabak nützen.

Aus Rhcinhessen.

Mainz, 2. Sept. In einem hiesigen Zigarrenbetrieb wur­den fortgesetzt größere Mengen Zigarren gestohlen. Der Wert der gestohlenen Ware beziffert sich auf mehrere lausend Mark. Nunmehr wurde festgestellt, daß drei in dem Bettiebe tätig» Arbeiterinnen die Diebstähle ausgeführt haben. Die gestohlenen Zigarren verkauften sie an eine Wirtsfrau. Die Diebinnen und die Hehlerin kamen in Untersuchungshaft.

FC. Aus Rheinhrssen, 2. Sept. Bei den jüngsten Wein, vekaufen wurden für sieben Stück 1917er Wein in Nierslein je 12 000 Mk., für vier Stück je 12 500 Mk.. sodann für zehn Stück Bechtheimer je 10 000 Mk. angelegt. In Niedersaulheim kostete das Stück 1917er 10 000 Mark.

Aus Hessen.Nassau.

FC. Wiesbaden, 2. Sept. Von den sechs am vergangenen Samstag aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis ansg-ebrochenen Gefangenen, hat sich einer im Gefängnis wieder gestellt. Es ist dies der Gelegenheitsarbeiter Dietz aus Biebrich. Die Biebricher Polizeiverwaltung veröffentlicht die Namen von fünf Feldfrevlern.

FC. Wiesbaden, 1. Sept. Sechs Untersuchungs- und Straf­gefangenen im hiesigen Eerichtsgefängnis gelang es den Wärter zu überfallen, indem sie ihm Sand in die Augen streuten, und mittels einer Leiter überstiegen sie sodann die Eesängnismauer und entkamen. Alle sechs sind schwere Verbrecher.

FC. Schierstein, 2. Sept. Sein 40jähriges Arbeitsjubiläum feierte bei der Firma Dyckerhoff &. Söhne Herr Leonhard Ries vcn hier.

FC. Eltville, 1. Sept. Ueber die Erhebung eines Zuschlags auf den Strompreis mit Rückwirkung vom 1. August 1917 an infolge des an diesem Tage in Kraft getretenen Kohlensteuer­gesetzes erlassen die hiesigen Rheingauer-Elektritizitätswerke eine Bekanntmachung, in der angekundtgt wird, daß die Höhe des Zuschlags für die Zeit vom 1. August 1917 bis 30. Juni 191» 10 Prozent des von den Abnehmern gezahlten Sttomgeldes be­ttagt, die erstmalig mtt der Einziehung des Sttomgeldes für August d. I. erhoben werden.

FC. Eltville. 1 . Sept. Bei der Schiffahrtsftockung i« Dingerloch befindet sich auch ein Kohlenschiff für das Rhein, gauer Elektrizitätswerk. Dies macht nun bekannt, falls es nichi möglich fein solltt, die Stockung Westens zu heben, fei es nicht ausgeschlossen, daß Betriebsstörungen des Werkes infolge Koh. lenn.angels eintreten müßten.

FC. Nüdeeheim, 1. Sept. Als Gemeindesteuer werden laut Bekanntmachung des Magistrats im Rechnungsjahr 1918 200 Prozent der Staats-Einkommenssteuer, sowie der Grund-, Ge- väude-, Gewerbs- und Bettieössieuer erhoben.

Aßmannshausen, 1. Sept. Ein Einwohner aus dem benach­barten Aulhausen hatte sich von dem in dem Becken des Binger Lochs gesunkenen SchleppkahnesMax" Kohlen geholt. Er nahm seinen jugendliechn Sohn mtt und fuhr mit einem Nachen an Ort und Stelle. Nach der Abfahrt vom Schiff nahm der schwerbeladene Nachen Wasser über und sank in der reißende» Strömung. Der Sohn vermochte das Ufer schwimmend zu er­reichen. der Vater ertrank. Er hinterläßt 7 Kinder.

FC. Camp, 1. Sept. Die Wespen treten in hiesiger Ge­markung massenhaft auf. sie haben den ganzen. Erttag an Früh­trauben schon vernichtet. Die Besitzer von Hausstocken brauchen keine Lese mehr zu halten. Jetzt beginnt die Zerstörung be.' reits bei den roten Trauben. Dis zu 50 Prozent find die reifen Beeren bereits vernichtet.

FC. Dillenburg. 1 . Sept. Am 1. Oktober d. I. wird ttn Bezirk des Dillkreises mit dem Sitz in Dillenburg eine Zwangs» tnnung für das Tüncher., Maler- und Lackiererhandwerk er- richtet.

Aus Kurb essen.

FC. Kassel, 2. Sept. Im Alter von 65 Jahren verschied hier plötzlich infolge eines Herzschlages der Stadtverordnettn. Vorsteher Iustizrat Dr. Heinrich Schier. 24 Jahre lang halt» der Verstorbene den städtischen Körperschaften angehört, sech« Jahre lang war er Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung.

FC. Aus dem Regierungsbezirk Kassel, 2. Sept. Bei der Versteigerung des Gemeindeobstes wurde in Wolfsanger der seither noch nie erreichte Bcttag von 10 000 Mk. erzielt. Der Obstverkauf 1917 erbrachte kaum die Hälfte des Vettages. Zu der Versteigerung waren nur Ortsbewohner zugelassen und jeder durste nur einen Posten erwerben. Durch hühner-Ei- großen Hagelschlossen wurde in der Gegend von Rosenthal an den Obstkulturen großer Schaden angerichtet. Dem Lokomotiv. führer Menge! in Eschwege wurde von der Königl. Eisenbahn- dircktton eine Belohnung bewilligt, weil er einen Perscmenzug' bei Posten 34 auf der Strecke TreysaLeinefeld fahrend, durch besondere Aufmerksamkeit das Ueberfahren eines Fuhrwerks ver­hütet hat.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdien st in der Stadtkirche. Mitttooch, 4. Sept., abends 8*4 Uhr: Kriegsanöackck. Herr Pfarrer Ritter.

Gottesdien st im Stadtteil Fauerbach. Mittwoch, 4. Sept., abends 9 Uhr: Kriegsandackck.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n c r, Friedberg. Druck und Verlag derReuen Tageszeitung". A. G.. Friedberg i. tz.