Erde geschossen sind, haven ihre kv.-Männer unbedingt zur Verfügung zu stellen. Es wimmelt dort noch von kv. und feldverwendungsfähigem Personal aller Altersklaffen. Ein großer Teil von diesen ist noch nicht im Felde gewesen, die ^meisten haben überhaupt noch nicht gedient. Es sind dies die sogenannten Unentbehrlichen und Unersetzlichen, die der Volksmund oft richtiger mit „Drückeberger" bezeichnet. Es sind in die Hunderttausende gehende Reklamationen und Zurückstellungen von ko. und feldverwendungsfähigen Personen, die für den Heeresdienst ohne weiteres herangezogen werden können. Wenn Personen, die als unentbehrlich gelten, eingezogen werden sollen, 'dann sträubt man sich mit Händen und Füßen dagegen, ohne ffe gehts nicht, wenn sie aber längere Zeit in die Sommerferien gehen, dann nnö sie es nicht, dann stürzt der Betrieb infolge ihres Fehlens nicht zusammen. Ein Bismarck konnte s. Zt. ersetzt werden. Wenn Herrführer, Minister und andere Persönlichkeiten ft leitenden und hockwichtigen Staats-Stellungen wechseln ^konnten, ohne daß fühlbare Stockungen oder Nachteile entstanden, dann muß es bei jedem Einsichtigen nicht nur Staunen, sondern Zorn erregen, daß gerade kv.-Personen nicht erseht werden können, daß ohne ffe der Betrieb ins Wanken geraten soll. Schwatzerei ist das, Drückebergerei tollster Art. an der die die Reklanrationen Befürwortenden die Hauptschuld haben. So wie das Kriegsministerium in treuester Zeit AnsgleichÄkommiffion eingesetzt hat, welche die Aufgabe haben bei den Militärbehörden die feldver- wendungsiähigen durch Allstausch mit gv. oder av. usw. Personen für den Frontersatz freizumachen, so müßte es auch bei Men Heimatsbehörden, Betrieben und Gesellschaften geschehen bei rücksichtsloser und konsequenter Durchführung der Freimachung der „Befreiten" aus ihren Hei matsstellen. Das Geschrei wird sickUrlich groß werden, der Erfolg wird natürlich trotz aller Bemühung nicht zu beschaffen gewesen sein — aber trotzdem wird dann doch kein Betrieb stillstehen
Ernst der Stunde gebietet ernste Maßnahmen und verbietet jede Weichlichkeit und falsche Rücksichtnahme.
U»m Felde
der Ehre.
Rodheim v. d. H. Dem Gefreiten Karl Eberhard, bei einer Funkerabteilung im Westen, Sohn des Landwirts Heinrich Eberhard, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse
verliehen. Herzlichen Glückwunsch!
Ans der Heimat.
Oelschlagscheine. Die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft Friedbcrg bittet uns, der Oeffentlichkeit bekannt zu geben, daß infolge eines in böswilliger Absicht verbreiteten Gerüchtes als würden Oeffchlag. und Oelbezugsscheine nicht mehr ausgestellt, eine große Beunruhigung unter die Anbauer von Oel- früchten getragen worden fft. Es wird ersucht, diesen haltlosen und durch nichts begründeten Schwatzereien keinen Glauben zu- zumesien. Die eingereichten Schlagscheine werden wie bisher, sobald deren Richtigkeit festgestellt ist, der Reihenfolge nach durch die oben genannte Stelle abgefertigt.
sr. Hanau, 28. August. Auf dem Wagen des Landwirts Stieb aus Somborn fand die Polizei in Kisten und Säcken untevgebracht das Fleisch zweier Rinder, sowie ein geschlachtetes noch ungehautetes Kalb. Das Fleisch sollte nach Offenbach gebracht werden, es stammte aus einer Eeheimschlachtung in Somborn.
Aus Starkenburg.
FC. Erstz-Eeran, 28. August. Die Arbeiterin Creszentia Frohnwieser war mit einem französischen Kriegsgefangenen in Rüsielsheim beschäftigt. Es entspann sich zwischen beiden ein Liebesverhältnis, das nicht ohne Folgen blieb. Sie erhielt von dem hiesigen Schöffengericht eine Gefängnisstrafe von einem
oder zu Grunde gehen, wenngleich es an derartigen Be- Häuptlingen nicht fehlen wird. Einige ganz geringe Ausnahmen werden und können vielleicht Vorkommen, sie können aber dann nur die Regel bestätigen, daß alles, was cm kv. und feldverwendungsfährg auf Büros usw. noch steckt, an die Front gehört. Tie Prüfungs-Ergebnisse seitens der Kriegs- umtsftellen, Kriegswirtscknftsämtern und der Rekla- nrationsabteilungen bei dem stellvertretenden Generalkommando sind revisionsbedürftig, weil diese Stellen durch die zivilen Organe nicht hinreichend nach dieser Richtung hin unterstützt werden. Es muß eine völlige Abkehr, auch der zivilen Behörden und Betriebsleiter von der Aufsaussung, daß kv.-Personen reklamiert werden können, erfolgen. Die Unzufriedenheit, über die bisherigen diesbezüglichen Zustände ist allgemein. Sie werden besonders im Heer als schreiende Ungerechtigkeit und Driickebergerei empfunden. Durch die Einstellung dieser fronttauglichen Reklamierten und Zurückaeftellten werden noch Armeen hervorgezaubert werden kömnrn und die Schar der Flaumacher und derjenigen. die Frieden unter jeder Bedingung haben möchten, wird sich wesentlich verringern, denn gerade unter den Reklamierten sind di eie besonders viel anzutreffen, da ste immer unter der jämmerlichen Befürchtung leben, bei noch langer Dauer des Krieges doch noch eingestellt zu werden. Es muß endlich energifch durchgegrrffen werden. Der unbedingt nötige Frontersatz muß und kann bereit gestellt werden, der
Monat uno 3 Tagen.
FC. Dieburg, 2S. August. Wahrend eines Gewitters schlug der Blitz in das hiesige Elektrizitätswerk. Mehrere Sicherungen
wurden nur beschädigt, sodaß im Betriebe keine Unterbrechung eintrat.
Aus Rheiuhcffen.
FC. Mainz, 29. August. Der Anhängewagen der Elektrischen erfaßte an der Ecke Augustiner- und Strickergaffe einen einspännigen Kastenwagen und schleifte ihn eine Strecke weit'mit. Als die Elektrische zum stehen kam, wurde festgestellt, daß zwischen dem Kastenwagen und dem Anhängewagen ein etwa achtjähriger Junge sich befand, der zermalmt und tot war. Wie de-r Junge zwischen die Elektrische und das Fuhrwerk geraten konnte, ist bis jetzt nicht festgestellt worden. — In einem hiesigen Zigarrenbetrieb wurden feit geraumer Zeit größere Mengen Zigarren im Werte von mehreren tausend Mark gestohlen. Drei Arbeiterinnen in dem Betriebe wurden jetzt der Diebstähle überführt. Eine Wirtin in der Schottstraße war die Abnehmerin der Zigarren. Alle vier kamen in Untersuchungshaft.
FC. Oppetzheim, 29. Aug. Die Leiche des beim Baden ertrunkenen 18 jährigen Kork Wolpert von hier wurde ge-- ländet. — Infolge Betriebsstörung im hiesigen Elektrizitätswerk war vorgestern die Stadt ohne Licht und Kraftstrom, sodaß die dem Werke angesckrloffenen gewerblichen Betriebe still liegen niußten. Am nächsten Vormittag war die Störung erst beseitigt.
Ans Hessen.Naffau.
Homburg v. d. H., 30. August. Kaiser'Wilhelm und der König von Bulgarien trafen gestern auf dem hiesigen königlichen Schloß ein, wo sie den Tee einnahmen Nach Besichtigung der Erlöserkirche fuhren die Herrschaften nach Wilhelmshöhe resp. Nauheim zurück.
FC. Wiesbaden, 29. August. Einem französischen Kriegsgefangenen hatte die Stepperin Lina Rodigast in der Mauri- tiusstraße vor einiger Zeit Stachelbeeren zugesteckt und sich noch weiter in Aergernis erregender Weise mit dem Gefangenen unterhalten. Die Schöffen erkannten gegen die Stepperin auk eine Geldstrafe von 30 Mark.
FC. Vom Westerwald, 29. August. Nach kurzem, schweren Leiden starb im 5L Lebensjahre Bürgermeister Klarier in Mo- gendorf bei Selters, der nahezu 23 Jahre der Gemeinde vorge- standen.
FC. Marburg, 29. August. Bei einem Gewitter fuhr ein kalter Schlag in das Haus eines Landwirts in Hermershausen' und richtete lediglich in den Schranken, in denen Kleider aufbe- wahrt waren, Schaden an.
Kirchliche Pachrichten.
' f Evangelische Gemeinde.
14. Sonntag nach Trin., 1. Septenrber 1918.
Gottesdienst in der Stadtkirche.
Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Kleberger.
Abends 8% Uhr: Herr Pfarrer Ritter.
Gottesdienst in der Burgkirche.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarrer D i e h l.
Nachmittags 2 Uhr: Katechismuslehre für die weibliche Jugend. Herr Pfarrer Ritter.
Nachm. 3 Uhr: Taubstummengottesdienst. Herr
Pfarrer D i e h l.
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.
Vormittags 10, Uhr. Anschließend Katechismus lehre für die Mädchen.
•
Katholische Gemeinde
Sonntag, den 1. September 1918. Hl. Firmung.
Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an.
6 Uhr Frühmesse.
7 Uhr Bischöfliche hl. Meffe (Gemeinsame hl. Kam nrunion der Firmlinge"».
8 Uhr hl. Meffe.
4/ a 10 Uhr: Feierliches Hochamt mit Segen und Predig» des Hochwürdigsten Herrn Bischofs.
Nachmittags %4 Uhr Andacht mit Predigt des Hochw. Herrn Bischofs.
Während der Woche: Um %7 und 7 Uhr hl. Meffe.
Mittwoch um 7 Uhr bl. Messe in der St. Georgskapelle.
Freitag, abends 8 Uhr: Kriegsandacht.
Nach dem Hochamt keine Alls gäbe von Büchern aus der Dorromäus-Bücherei.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: ffir den Anzeigenteil: R. H e v n e r. Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A- G.. Friedbera r *
Kekamrtmachmrg.
Nächsten Montag, den 2. Sept., verteilen wir in der alten Post durch die hiesigen Kolonialwarenhändler
Käse*
Zeiteinteilung wie bei der Butterverteilung.
Für jede auf der Lebensmittelkarte verzeichnete Person werden 20 Gramm zu 22 Pfennig
verabfolgt.
Friedber,, den 30. August 1918.
Der Bürgermeiste, I. V.: Damm.
Kekanutmachuug.
Von nächsten Montag, den 2. September ab, verkaufen wir
ln den hiesigen Koloniaiwarengeschäften
M ar ist els&t 1 ©*
Auf jeden Abschnitt „ 12 a“ der Brotkarte wrd % Pfund z» 46 Pstnnrg abgegeben.
Fnedberg, den 30. August 1918.
Der Bürgermeister
1. V.: Damm.
ZrKaurrtmachm'-K.
G"mäß § 5 der Bekanntmachung über die Verbrauchsregelung der in die öffentliche Bewirtschaftung genommenen Nährmittel vom 23 Mär^ 1917 wird für die Stadt Friedberg folgendes bestimmt:
Es sollen ausgegeben werden:
L für bro getreioeverjorgungsberechtigte Kinder bis zu 12 Zähren
(rote Karten)
auf Nährmittelkarte 9 (rot) Marke 49 Erbsen.
L für die übrige vefforgungsberechtigte Bevölkerung (blaue Karten) auf Nährmittelkarte C (blau) Marke 58 Erbsen.
Wer die auf ihn entfallende Ware — die genaue Menge wird später festgesetzt — zu beziehen wün cht, hat unter Vortage seiner Karre bei einem hiesigen Kleinhändler bis zum 4. September eine Bestellung aufzugeben. Dabei ist darauf zu achten, daß der Kleinhändler nur die betreffene Bestellmarke abtreuut und auf der gleich- ziffrigen Quittungs- und Bezngsmarke die Bestellung bestätigt. Wer'die vorgesehene Frist für die Bestellung nicht einhält, vertiert den Anspruch auf die thm zustehende Ware.
Die Kleinhandelsgeschäste haben die Bestellmarken auf die in Betracht kommenden Bestellbogen getrennt auszukleben und an dem dem Abtauf der Bestellfrist folgenden Werktage, also am 5. September an uns einzusenden. Nichteinhaltung dieser Frist zieht den Ausschluß des betreffenden Kleinhandersgeschäftes von der Beteiligung an dem Vertreib der Nährmittel nach sich.
Frtedberg, den 30. August 1913.
Der Bürgermeister
2. V.: Dam m.
Keiraimtmachmrg.
Nächsten Dienstag, den 3. Sept., nachmittags von 3 bis 4 Uhr, verteilen wir in der alten Post, Zimmer Nr. 2, an Kranke
Land-Eier.
Gegen Vorlage der kreisamtlichen Bescheinigungen, auf Eicr- karten rot, Marke 4, wird 1 Ei zu 32 Pfennig veiabfotgi.
Eierkarten und kretsamtkiche Bescheinigungen sind vorzulegen. Eierkarlen ohne die betreffenden Marken berechtigen nicht zum Bezug: einzeln abgetrennte Marten sind wertlos.
Friedberg, den 30. August 1918.
Der Vürgermeister.
_ 2. V.: Dam in.
Kebanntmachmig.
Am 31. August 1918 ist eine „Nachtragsbekannt- machung Nr. W.' M. 1000/8. 18. K. N. A. zu der Bekanntmachung Nr. W. M. 1000/11. 15. K. R. A. vom 1. Februar 1916, betreffend Beschlagnahme und Vestanos- erhebung von Web-, Wirk- und Strickwaren", und eine „Nachtragsbekanntmachung Nr. W. /VI. 1300/8. 18. K. R. A. zu der Bekanntmachung Nr. W. M. 1300/12. 15. K. R. A. vom 1. Februar 1916, betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Vekleidungs- und Ausrüstungsstücken sür Heer, Marine, und Feldpost" erlassen worden.
Der Wortlaut der beiden Nachtragsbekanntmachungen ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.
_Steil» . CtsmlkWNm Ls 18. AmttksO.
Betr.: Impfung der Schweine gegen Rotlauf.
Bekanntmachung
Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß am Montag, den 2. September d. 2s., mit dem Impfen der Schweine gegen Rotlauf in hiesiger Stadt begonnen wird.
Die Besitzer der Tiere werden ersucht, darauf zu sehen, daß sich dieselben in möglichst reinem Zustande befinden.
Fnedberg. den 31. August 1918.
Der Bürgermeister 2. V.: D a m m.
Einkochapparate, Einkochgläser, Gummi-Ringe (lose). Einkochglasöffner
zu billigen Preisen noch zu haben bei
Willi. Lohrey Nieder-Florstadt.
Sanaiag, den 1 September 1918, ml Mlreiiwelfifag m Ocrsasseaheim,
spielt Köhlers
Doppei-Karusss
Uw zahlreichen Besuch bittet
Der Besitzer.
IPiersIe-^f tiFlst
i^rasikJiaH g.?3ai»)
auf dem Gelände gegenüber dem Ostbahnhof (Empfangsgebäude)
Mittwoch, den 4. September 1918.
Ein Gespann junge, im Wagen und im Pflug gut eingejahrene
Simmentaler
Ochsen
mit aller Garantie zu verkaufen.
Hermann Ostheim II.
Gettenau.
Für un eieri m der , ... Stmße errichteten Betr»^ nötigen wir
u. letaädcliea
zum baldigen Eintritt gesucht.
ciemLnkns Stern,
^riedberg,
gegenüb. d. Engelapotheke.
sowie
I m 8 «cht»
für leichte Arbeit.
Zu melden Fauerbacherstr. 7.1. täglich von 12 bis 2 Uhr mittags
I. Reif & Go., FrieLdcrz.
Branntweinbrennerei.
in braves »M
für 1v>. September sucht
Frau Tina Schmittner.
Friedderg, Apothekergaffe.


