fton, bi* immer wieder Irt das deutsche Feuer vorgeschickt wur» den. Seit dem 28. August holte die feindliche Führung M ihren bisher stets vergeblichen Durchbruchsversuichen zwischen Ailette und Aisne die Amerikaner zu Hilfe. Diesmal konnte auch deren Einsatz den Franzosen keinen Erfolg bringen. Lm 29. August wiederholten sie abermals mit Unterstützung der Amerikaner ^am ganzen Tag unter de?n Einsatz dichter Massen Infanterie, Tanke und Fliegergeschwadern bis zu 50 Einheiten rhre Durchbruchsversuche. Unter ungewöhnlich hohen Verlusten brachen hier die feindlichen Massenstürme nach heißem Ringen ohne jeden Geländegewinn zusammen. So wurde der 29. August zu einer schurren gemeinsamen Niederlage der zahlenmäßig weit überlegenen Franzosen und Amerikaner.
Die Zurückverlegung unserer Front in die Linie östlich Da- paume und nordwestlich Peronne wurde entsprechend einem be- rerts seÄt längerem gefaßten Entschluß planmäßig und ohne feindliche Einwirkung durchgefüchrt. Dem nur zögernd folgenden Cegiier fügten unsere schwachen Nachhuten und aufmerksamen Batterien aus vorbereiteten Stellungen empfindliche Verluste zu.
Tic Amerikaner im Kampf.
Bafel, 28. Aug. „Secolo" meldet, daß Reims nunmehr von den Amerikanern verteidigt werden soll, die in die Festung eingerückt sind. Heime schreibt in der „Dictoire", daß die Amerikaner noch nicht vollständig in den Kampf eingegriffen haben. Nur kleinere Abteilungen hätten sich bisher beteiligt. Jetzt würden aber die Amerikaner soweit sie verfügbar sind, herangeführt.
Kättitt Ammklis ;ina Flmdsikn IlfrirM.
Ääln, 30. August. (WB.) Rach der „Köln. Ztg." berichtet die „Neue Korrespondenz" aus Bern, daß in dortigen politischen Kreisen das Gerücht umgehe, die amerikanische Regierung werde nächstens eine Erklärung veröffentliHen, die einer Zustimmung zum Londoner Vertrag gleichkomme. Mit großem Nachdruck wird seit einiger Zeit in den italienischen Blättern, namentlich im „Eorriere della Sera" gefordert, daß über die Stellung Amerikas zum Londoner Vertrag Aufklärung gegeben werde.
Sine fuinjinu krMriuig brr fnfrnfr ?
30. August. Aus London berichtet der „Telegraaf": „Evening Standard" meldet, daß in den nächsten Wochen die alliierten Regierungen gemeinsam eine politische Erklärung über dre in London von den Alliierter abgehaltene Konferenz abgeben werden.
Untergang eines itarienitihen Mlchissrs.
Rom, 30. August. Das Luftschiff 11, das am 16. August avends zu kriegerischer Verwendung in der unteren Adria abgefahren war, ist nicht an seinen Stützpunkt zurückgekehrt.
Rußland.
Die Intervention der Entente.
Haag, 30. Aguft. Reuter berichtet aus Wladiwostok: Aus Charbin kommt die Meldung, daß Kamenew verrückt und die Station Dauria genommen hat.
Bolschewistischer Sieg am Ussuri.
Berlin, 30. August. (WB.) Die Petersburger „Prawda" vom 28. August schreibt: „Ein glä^ender Sieg der Sowjettruppen am Ussuri. Ganze Abteilungen Tschecho-Slowaken. Engländer, Franzosen und Japaner sind geschlagen und zum Rückzug gezwungen worden. Im Aschahadgebiet ist der Gegner ebenfalls^ geschlagen. Wir haben die Städte Tadschen und Merv besetzt. Dce dritte Armee geht erfolgreich vor. Das befestigte Gebiet der Hauptlinie Bera—Jekaterinburg ist in unserer Hand. Bei den Sylvinsk-Werken geht der Gegner, von Pa- nu etßiiüen, zurück.
Rrminürr.
D-karest, 30. Aug. (WB.) In der gestrigen Sitzung der rumänischen Kammer antwortete der Minister des Auswärtigen Arion auf die Interpellation des Deputierten Sefeioreanu über die Verzögerung des Autausches der Ratifikationsurkunden. Arion sagte, die Verzögerung sei unter anderem der Taffache zuzuschreiben, daß das Parlament noch über das Gesetz, das mit dem Friedensvertrag in Verbindung stehe, und zwar über das Amnestiegesetz abzustim- men habe. Gr drückte die Ueberzeugung aus, daß er aus Seiten der Mittelmachte betreffs beschleunigter Erledigung dieser Formalitäten das größte Entgegenkommen finden werde. Auf die Frage Seieioreanus über die Requisitionen antwortete Arion, ihm sei von seiten der Vertreter des Besatz- ungsheres die Versicherung gegeben worden, daß keine Requisitionen voraenonimen würden, die im Friedensvertrag nicht vorgesehen seien. Die Verhältnisse im besetzten Gebiet seien schwierig, aber es seien Verhältnisse, wie sie jede fremde militärische Besetzung mU sich bringe. Schuld daran seren nrcht Deutschland oder Oesterreich-Ungarn, son- dern jene, die diesen unglücklichen Krieg entfesselt Mitten. Der Minrster schloß mit dem Ausdruck seines vollen Vertrauens zur Loyalität der Mittelnrächte, womit Rumänien durch gemeinsame Interessen verbunden sei. „Wir werden", sagte Arion, „die übernommenen Verpflichtungen durchaus loyal erfüllen." Den Erklärungen des Ministers folgte leb- .Hafter Beifall.
i Bukarest, 29. Aug. (WB.) Der bei der jüngsten Ersatz- iücS)1 in Jassy gewählte Vessarabier Pelivan ist neben den beiden bessarabischen Ministern des Kabinetts, 'die gleichzeitig Abgeordnete sind, der dritte Brsiarabier im rumä- Nischen Parlament,
Unruhen in Kestarabierr.
Basel, 28. August. In Bessarabien steigern sich die Un- ruhen, die einerseits darmrs zurückzuführen sind, daß die rumänischen Behörden zu viel Lebensmittel aus dem Lande ftehen, andererseits versucht wird, das Land zu romanisieren. Jnr Geheimen bilden sich Vereine, die den Wiederanschluß an Rußland fordern. Die Unsicherheit wird immer größer. In den letzten Tagen sind zahlreiche rumänische Offiziere ermordet worden. Munitionshäuser sind in die Luft gesprengt worden.
Wik die ssriglWer in Afrika hankn.
Halbamtlich wird gemeldet: Es liegt ein ausführlicher Bericht übu die Zustände vor, wie sie sich bis zum Ende des Jahres 1917 in Deutsch-Oftafrika unter der englischen Besetzung entwickelt haben. Dieser Bericht ist gerade zur rechten Zeit eingetrossen. um die.englische Behauptung von der durch den Krieg und die feindliche Besetzung hervorgarufenen „Befferung" der Verhältnisse in den deutschen Kolonien, insbesondere in Deutsch-Oftaftika in das rechte Licht zu setzen. In dem Bericht heißt es u. a.: Der Krieg räumt unter den den tsch-osta fr iranischen Eingeborenen erschreckend aus. Genickstarre, Schlafkrankheit, Pocken wüten überall. In Urrundr herrscht eine Seuche, deren Ärt den Aerzten noch unbekannt ist. Die Eingeborenen kommen am Morgen noch frisch zum Akattte, fangen plötzlich aa zu taumeln und sind meist abends tot.
Wie ich amtlich erfahren Hab-, ist der Trägerverbrauch be. sonders der Engländer ungeheuer. 30 000 tote Träger ist der Monatssatz der beiden Verbündeten. Einen Teil trägt Brittsch- Ostafrika, Portugiesisch-Ostafrika und der Kongo. Die größere Anzahl stammt sber aus Deutfch-OftascikL. Ich habe krank zurückkehrende Träger in großen Scharen gesehen, die wohl nie wieder g^urrd werden. Deutsch-Ostafrika wird durch den Kri^g so völlig zerrüttet, daß es fraglich ist, ob es wieder hochaebrachl werden kann. Dazu kommt, daß nahezu alle den Deutschen gehörigen Pflanzungen verkommen. Auch hier muß alles von vorn angefangen werden. Die Personen- und anderen Magen der Eisenbahn starren von Schmutz, obgleich genug Angestellte vor. Händen sind, geschieht nichts. Der Bericht verrät dann noch weiter, daß von den Belgiern in Masten Schlachtvieh aus Deutsch-Oftafrika nach dem Kongo geschafft wird, und daß für Lies, den Eingeborenen weggenommene Vieh nur ganz geringe Preise gezahlt werden.
Werter wird in dem Bericht auf das schon wiederholt in der deutschen Presse erwähnte völkerrechtswidrige Verfahren der Engländer aufmerksam gemacht. Eingeborene aus Deutfch-Ost- aftika, insbesondere Askaris und die Diener der deutschen Offiziere, Beamten und Zivilpersonen in -die fechtenden Truppen eidstellen. Mit Rücksicht auf das angekündigte englische Vlcm- buch über die angeblich schlechte deutsche Verwaltung in Ost- afrrka ist es nicht uninteressant, daß der Berichterstatter in seinem Bericht erwähnt, daß sowohl von englischer als auch von belgischer Seite in Deutjch-Oftaftika während des Jahres 1917 lügenhafte und den Tatsachen offensichtlich Hohn sprechende Aus- agen von Eingeborenen gesammelt wurden, insbesondere von solchen Eingeborenen, die Beziehungen zu den Fremden, d. h. zu den englischen, belgischen oder französischen Mistionen hatten.
Uerlenmdnng Wilsons.
Präsident Wilson konnte sich in seiner Botschaft an das amerikanische Volk gegen die Lynchjustiz nicht enthalten, die deutschen zu verleumden. Nachdem er öffentlich Zeugnis davon abgelegt hat, daß in allen Teilen Amerikas die entsetzlichsten Greuel verübt worden sind, macht er einen schwachen Verteidigungsversuch deiner „Lyncher" dadurch, daß er behauptet, die Lyncher folgen dem schmachvollen Beispiel Deutschlands. Gegen diese wider besseres Wiffen in die Welt geschleuderte Behauptung gibt es einen Kronzeugen, der sicherlich für Wilson hätte maßgebend sein müssen, eine höchst offizielle amerikanische Persönlichkeit, den Genera! Pershing. Am 11. Juli hat General Pershing einen ^ harnischten Einspruch gegen einen ddr Erzlügner aus seinen Reihen nach Amerika gekabelt. Dieser Erzlügner batte den Deutschen die schlimmsten Greuel gn gedichtet. Der ame- Manische Höchstkommandierende ’tn Frankreich tele= graphirte:
bekanntlich nicht die geringste auf irgend einer Erfahrung beruhende Unterlage für solche Aussagen vor- Händen ist, empfehle ich, daß dieser Sergeant, falls seine eben wiedergegebenen Mitteilungen von ihm wirklich ge- macht worden sind, sofort zur Dienstleistung hierher zurückgeschickt werde und daß seine Aussagen widerrufen werden."
Somit stehen jetzt drei Tatsachen fest, die sich nicht mehr deuteln lassen. 1. Die Berichte über die deutschen Greuel sind erfunden, das sagt der Höchstkommandierende der amerikanischen Armee in Frankreich. General Pershing. 2. Trotz dieser Erklärung des General Pershing erhebt Wilson'Wider besseres Wissen seine verleumderische Anschuldigung. Z. In Amerika werden nach dem eigenen Zugeständnis des Präsidenten der Vereinigten Staaten die furchtbarsten Greuel durch Lynchen verübt.
Japans Truppen.
Rotterdam, 28. August. Wie aus Tokio gemeldet wird, hat Japan seit Beginn des Krieges ein Heer von zwei Millionen Mann auf die Beine gebracht. Es teilt sich in drei Gattungen. In aktive Truppen, die sich unter den Waffen befinden, in Reserve, die jeden Tag einberufen werden kann, und solchen Leuten, die sofort zu kriegerischen Maßlrahmen zur Verfügung stehen.
Die frifbrnökoiiferfn? brr ZrMliocn.
8urich, 28. August. In Jnterlaken begann heute eine Konferenz, die von zahlreichen Sozialisten des In- und Auslandes besucht ist. Es sinden Besprechungen über die Friedensfrage statt. Näheres war bisher über die Vorhand» lungen nicht zu erfahren.
Hoch lebe die Knreankratie.
In der „Deutschen Zeitung" lesen war:
Zum Durchhalten gehört Stimmung; auch für das Heimatsheer ist sie eine Notwendigkeit, und sie strahlt zurück bis zur Front. Daß unsere Feinde alles daran setzen, durch Ausstreuung von Gerüchten, durch Flugblätter, die von Geheimagenten in Umlauf gesetzt werden, Verwirrung im deutschen Volke zu erzeugen, ist bekannt. Diese Bazillen des T ßtrauens und Zweifels vermögen aber nur dann Schaden zu stiften, wenn sie den Nährboden der geschwächten Willens- kraft ffnden. Unsere maßgebenden Stellen müßten deshalb darauf bedacht sein, diese stark und gesund zu erhalten. Leider mangelt es aber an der richtigen Erkenntnis. Vier entbehrungsreiche Kriegsjahre haben die breiten Massen — allerdings nicht nur bei uns sondern in aller Welt — arg mitgenommen, un6 körperliche Erschlaffung wirkt schließlich trotz aller Ermunterung auf die Geistes- und Gemütsverfassung ein. Enttäuschungen traten hinzu. Welche Hoffnungen flammten aus, als der Frieden mit Rumänien und der Ukraine geschlossen wurde. Es war Strohfeuer. Die Besserung des Ernährungszustandes blieb aus. und den knurrenden Magen suchte man mit der Blödheit zu beruhigen, daß die Valutaverhältnisse Mäßigimg erheischten. Als ob damit das Begehren nach Zucker und Fett gestillt werden könnte. Andere verfehlte Maßnahmen zogen uns die fleisch- losen Wochen zu. Vor allem stellt sich leider, sobald vom Ailslande Lebensmittel zu erlangen waren, fast regelmäßig die Rücksicht aus die Valuta dazwischen. Das mag fincinz» technisch unanfechtbar sein, wir können wir unser zurückbehaltenes Geld nicht essen, und diejenigen scheinen volkswirtschaftlich und innerpolitffch richtig zu 'handeln, von denen der Stand der Valuta als nebensächlich angesehen wird, da sie sich von selbst später erholen werde, während die Haupt- ftage, das Nächstliegende, die Sättigung des Magens sei. Aber sie predigen tcncken Ohren. Der großen Menge ist es sehr gleichgültig, wie viel unsere Mark in der Schweiz oder in Holland gilt, und deren Aufbefferung sieht sie als eim. Prinzipienreiterei von Fachleuten an, die vermöge ihrer Stellung selber nicht Not leiden. Das verschlechtert die Stimmung, und dazu kommt die hartnäckig durchgesührte Höchstpreispolitik. Daß diese dem Schleichhandel zur Blüte verholsen und die weitesten Volkskreise benachteiligt hat. liegt klar zu Tage. Gleichwohl werden alle Aenderungsvor- schläge kurzer Hand abgelehnt, und eine paragravhenwütige Bureaukratie beharrt aus ihren Fehlern, anstatt sie ange- sichts ihrer Folgen zu beseitigen. Wird auf die Bolksstim- mung gar kein Wert gelegt? Dan man dieses unersetzliche- Gut in Grund und Boden wirtschaften? Die jüngste Frucht biriraukratischer Mißwirtschaft ist die Vereitelung der Gänseeinfuhr aus Polen und dem besetzten Osten. Was die Gans vermöge ihres Fettgehaltes siir die Ernährung bedeutet, braucht nicht gesagt werden. Jetzt hören wir, daß statt der erwarteten 400 000—800 000 Gänse noch nicht 50 000 gelifert werden können, weil der Höchstpreis die Verkäufer abschreckt. Die Einfuhr aus der Ukraine soll ails demselben Grunde völlig gescheitert sein. Wir behalten unser Geld, das Ausland seine Gänse. Selbst wenn man an- nimntt, daß dies Geflügel nur auf die Tafel der Wohlhabenderen gelangt wäre, würden dadurch doch für den Fleischverbrauch der Minderbemittelten große Mengen frei geto: sein. Das kann sich jeder leicht ausrechnen. Die
englische Hungerblockade ist in der Hauptsache gescheitert, aber man hat die Empfindung, daß sie um so erfolgreicher von unserer Bureaukratie betrieben wird, die mit unerhörten Machtmitteln ausgcstattet, nichts weiter als den Schleichhandel großzüchtet, unbekümmert um die wachsende Miß- stimmung. Die Negierung betont fortgesetzt, sie lege den größten Wert auf die Haltung der Presse, nur scheint ihr zu entgehen, daß diese Presse nahezu einmütig das herrschende System verurteilt und damit die Dolksmeinung wider- spiegelt. Es ist die höchste Zeit, daraus den richtigcn Schluß zu ziehen,
Kv.-Mannrr.
Das Kriegsministerinm, Kriegsamt, gibt bekannt, daß für die Zukunft die Franen-Arbeit in der Etappe und im besetzten Gebiet in größerem Umfange als bisher durchgeführt werden müsse. Es sind eine Anzahl Leiffätze ausgestellt worden, nach denen die Anwerbung durch das Kriegsamt erfolgen wird. Als erster Leiffatz ist folgende Feststellung getroffen worden:
Die Notwendigkeit der Beschäftigung von weiblichen Arbeitskräften in der Etappe und im besetzten Gebiet erwächst aus der Forderung, kv.-Männer in größtem Umfang für den Dienst an der Front sreizumachen.
Bisher nicht berufstätige Frauen sollen in erster Linlk angeworben werden, um kriegswichtigen Bettieben int Heimatsgebiet z. B. der Munitionsindustrie, keine Arbeite kräfte zu entziehen. Das Gebot der Stunde ist: Alle wehrfähigen Männer für den Heeresdienst freizlimachen. Die Heeresverwaltung ist in ihrem eigenen Bereich darauf bedacht, klare Verhältnisse zu schaffen, alle Druckposten zu beseitigen, Reklamationen, die nicht berechtigt sind, für die Zu. kunft unmöglich zu macken. Aber auch die kaufmännischen und industriellen Betriebe sowie die Zivilbehörden, ganz besonders die Kriegsgesellschaften, die lvie Pilze aus dev.


