Ausgabe 
31.8.1918
 
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Nummer 204 Kilijtlpreis d,° RmÄ- Samstag, den 31. August 1918 11. Itchrgan^.

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Urne kitzlistzk Iiigrißr bei Arms gf|djritrvt.

Schwere Niederlage der Franroftn, 72 Panzerwagen zerlchaßen. Italienische Stürme a gemlc

Sieg der Sowfettrnppcn. 10 500 Tonnen versenkt.

Der deutsche Generalstak _ meldet:

W. T. K. Gfaße» Hattptqnartiev, den 30. August Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und

B o e h n. [

Vorfeldkämpfe beiderseits der Lys und nördlich der Scarpe. Südöstlich von Arras wurden Infanterie und Panzerwagen des Feindes im Anmarsch auf das Schlacht­feld von Artillerie und Schlachtfliegern wirksam gefaßt. Gegen Mittag nahm der Feind seine Angriffe wieder auf. Ihr Schwerpunkt lag gestern südlich der Straße Arras Cambrai. Den aus Charisy und von Fontaine heraus und gegen Geudecourt mehrfach anstürmenden Feind schlugen wir in hartem Kampfe zurück. Weiter südlich drang der Engländer in Bullecourt und Riencourt ein. In dem Grabengewirr und Trichterfeldern früherer Schlachten spiel­ten sich hier erbitterte Kämpfe ab. Riencourt wurde dem Feinde wieder entrissen, auch der Ostteil von Bullecourt wieder genommen. Am Nachmittag dehnte der Feind seine Angriffe bis nordöstlicb von Bapaume aus; sie brachen meist schon in unseren: Feuer zusammen. Aus St. Leger und Morry heraus griff er fünf Mal vergeblich an. Zahl­reiche Panzerwagen wurden vernichtet.

Nördlich der Somme haben wir in Verbindung urit den südlich des Flusses durchgeführten Bewegungen die Vertei­digung in die Linie östlich von Bapaume nordwestlich von Peronne verlegt. Der Feind ist gestern zögernd über BapaumeEombles-Maurepas gefolgt.

Zwischen Peronne rmd der Oise Jnfanteriegefeäste auf dem Westufer der Somme und des Kanals. Starke An­griffe, die der Feind südöstlich von Vesle und aus Noyon heraus gegen unsere neuen Linien nordöstlich der Stadt führte, wurden abgewiefen.

An der Aiette faßte der Franzose westlich von Folem- tray in geringer Tiefe auf dein östlichen Ufer Fuß. Zwi­schen Aiette und Aisne nahm er im Verein mit Amerikanern feine Angriffe wieder auf. Zwischen Pont St. Mard und Chavigny stürmte er seit frühem Morgen gegen unsere Li- .nien an. Panzerwagen führten immer wieder von neuem Infanterie vor. Magdeburaische, Hannoversche, Thüringische und Garde-Negimenter brachten die mit doppelter Ueber- rnacht geführten schweren Angriffe des Feindes völlig zum Scheitern. 72 ^Panzer-Wagen wurden zerschossen. Unter­offizier Cropmeier, Gefreite Langsdorf und Schlottau von der 1. Maschinengewehr-Kompagnie des 1. Garde-Negts. zu Fuß haben gemeinsam fünf Panzerwagen vernichtet. Vom Infanterie-Regiment 165 wurden 20 Panzerwagen zerstört. Der Franzose hat hier gestern eine schwere Niederlage er­litten, seine Verluste sind ungewöhnlich hoch. Wir machten Gefangene von vier verschiedenen Divisionen.

Der Erste Generalyuartt'ermeister: Ludendorff.

Aiicudiirricht.

Berlin, 30 August, abends. (WB. Amtlich.) Große englische Angriffe auf breiter Front südöstlich von Ar­ras sind gescheit er.t. Oertliche Kämpfe nordöstlich Noyon und an der Ailette.

fl Der österreichische Geireralstak »- meidet:

Wien. 30. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart i

Italienischer Kriegsschauplatz: Südlich von Meri überfie­

len Kavallerie-Sturmtrupps einen feindlichen Stützpunkt und hoben einen Teil der Besatzung aus.

Auch im Concei-Tal betätigten sich unsere Sturmtrupps mit Erfolg.

Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden lebte die Ee- ,fechtstätigkeit beträchtlich auf. Bei Asiago und nördlich des Col del Rosso unternahm der Feind nach heftiger Artillerievorberei­tung mehrere Vorstöße, die teils durch Feuer, teils im Eegen-

znrückgefchUrMH wurden.

Gestern früh griffen unsere Großflugzeuge den Bahnhof Monte Bellune an und belegten ihn mit 56 Bomben. Albanien: Keine größeren Kampfhandlungen.

Der Ehes des GeneralstabeS.

Sofia, 28. August. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs­bericht.

Mazedonisck>e Front: Bei Bitolia, an verschiedenen Orten im Cernabogen und östlich des Dobropolje wurde das beiderseitige Artilleriefeuor von Zeit zu Zeit stärker. Vom Huma bis zum Wardar nahm die Kampftätigkeit an Heftig­keit zu. Eine griechische Sturmabteilung versuchte sich un­seren Gräben südlich Huma zu nähern, wurde aber durch Feuer verjagt. Kompagnien englischer Infanterie griffen tiesgegliedert mehrmals nacheinander nach heftiger und langer Artillerievorbereitung unsere vorgeschobenen Posten bei Altschak Mahle und beim Dorfe Sehovo an, wurden aber jedesmal, bevor sie die Drahtverhaue erreichten, durch die Wachsamkeit der Verteidiger verlustreich zersprengt. Oest- lich des Wardar, bei dem Dorfe Matschukowo. heftiges Ar­tilleriefeuer, auf das unsere Batterien lebhaft antworten.

Das türkische Hauptquartier »===== meldet: _

Konstantinspel, 30. August. (WB. Nichtamtlich.) Gene, ralstabsbericht.

Palästinafront: Auf unserem rechten Flügel machten wir

in breiter Front mit wertvollem Ergebnis Patrouillon-Vor- stöße gegen die feindlichen Linien. Infolge dieser Unterneh­mung steigerte sich das feindliche Artilleriefeuer im Aüstenab- ichnitt stellenweise zu großer Heftigkeit. Auf dem Ostjordanufer lag auch gestern die Gegend von Tell Nimrin unter heftigem Feuer mit Fliegerbeobachtung. Am 25. August wurde bei Dir Hermas ein Anschlag der Rebellen gegen die Hedschasbahn ver­eitelt.

Afrikafront: Ein Ausfall italienischer Kräfte aus Homs

wurde abgeschlagen. Von den übrigen Fronten nichts Neues. Nachträglich wird bekannt, daß eins der feindlichen Flugzeuge, welche in der Nacht zum 28. August Bomben auf Konstantinopel warfen, durch unser. Abwehrfeuer zur Landung in der Nähe von Konstantinopel gezwungen wurde. Das Flugzeug ist verbrannt. Der Führer, ein englischer Hauptmann, wurde verwundet und gefangen genommen.

10 500 Tonnen versenkt.

Berlin, 30. August. (WTB. Amtlich.) Auf dem nördlichen Seekricgsschauplatz wurden durch unsere U-Boote rund 16,500 Bruttoregistertonnen

versenkt, darunter im Artilleriegefecht eine U-Vootfalle in Ge­stalt eines Seglers.

Der Chef des Admiralstabcs der Marine.

Nie Schlacht im Welten.

Die Kämpfe zwischen Ailette und Aisne.

Berlin, 30. August. (WB.) Bei regnerischem Wetter und westlichen Winden kam es am 28. August zwischen der Ailette und der Aisne wieder zu erbitterten Kämpfen. Bereits am 27. August abends ließ das zu großer Heftigkeit anwachsende Ar­tilleriefeuer weitere französische Angrifssabsichten erkennen. Die deutsche Artillerie nahm den Kampf mit voller Kraft auf und sandte vernichtende Feuerwellen in die Artillerienester und in die Bereitschaften des Feindes und zerstreute Ansammlungen seiner Infanterie, so daß der beabsichtigte Angriff nicht zur Ent­wicklung kam. Am 28. August gegen 8 Uhr vormittags setzte stärkstes Trommelfeuer ein. Eine halbe Stunde später ging die französische Infanterie, durch Amerikaner unterstützt, von den Höhen westlich von Invigny, Chavigny und Pasly zum Angriff vor. Den mehrfachen, mit starken Kräften ausgeführten An­stürmen gab, unter zähen Kämpfen, die deutsche Linie zunächst etwas nach, so daß der Feind das Dorf Chavigny erreichte. In einem energischen Gegenstoß wurde der Ort wieder gesäubert. Besonders starke, von zahlreichen Tanks angeführte Angriffe

gegen die Hohen von Pasly wiederholten sich während des gan­zen Vormittags. Sie scheiterten völlig an der unerschütterlichen oft bewährten Verteidigung dieses Frontwinkels. Mehrere Tanks, durch Maschinengewehrfeuer und geballte Ladungen zer« schossen, liegen hier vor unserer Front. Gleichzeitig versuchte der Franzose dieses Mal auch östlich Soisions die Aisne zu über­schreiten und hier den nach Norden vorspringenden Medard. Bogen in seinen Besitz zu bringen Hierzu hatte er starke Ar. tillerie vereinigt. Unser zusammengefaßtes Artilleriefeuer -er» schlug seine Absicht.

Die Engländer in der Somme-Wildnis.

Berlin, 30. Aug. (WB.) An der Somme herrscht feit einigen Tagen dunstiges Wetter mit häufigen heftigen Regengüssen. Die Somiuewildnis, in welche die Deutschen die Engländer wieder hineinziehen, wird durch dieses Wetter noch schauerlich-er. Die Operationen wickeln sich ohne Reibung ab. Südlich der Somme blieb die in der Nacht vom 27. zum 28 August durchgeführte Absetzung der Linien den Engländern verborgen. Erst von mittag ab begannen sie gegen die bis im Vorfeld zurückgebliebenen deutschen Patrouillen stärker vorzudrücken. Nördlich der Somme da­gegen mochten die Engländer wohl ein Nachlassen des deut- ichen Widerstandes annehmen, denn sie gingen in der Morgenfrühe vom Troneswald bis an die Somme in dichten Linien vor, denen geschlossene Kolonnen folgten. Die deut­schen Verteidiger ließen die Engländer bis auf die nächste Nähe herankommen. Dann fetzte rasendes Maschinengewehr- feuer ein. Mit einem Schlage stockte der englische Angriff. Nur Bruchteile des Feindes erreichten die Ausgangs­stellungen wieder.

Die englisck)en Truppen dringen nur ungern weiter in die Sommewüste ein. Offen äußern sich Gefangen!.' darüber, daß Soldaten und Offiziere entsetzt über die Aus­sicht sind, womöglich wieder monatelang in diesem vollkom- men zerstörten Gelände liegen zu müssen.

Heldenmütige Abwehr.

Berlin, 30. Aug. (WB.) In schweren Kämpfen südlich Arras schlugen sich die deutschen Trrrppen aller Waffen und Stämme in Abwehr der immer wieder von den besten eng­lischen Divisionen mit unerhörter Wucht und einem nie ge­sehenen Aufgebot von Tanks vorgetragenen Angriff mit einen: Heldenmut, der nie.vergessen werden wird. Aufs neue beweisen sie. daß noch der Geist der ersten Kriegstage in ihnen lebendig ist. Ans der Fülle dieser tapfersten Taten seien einige kurz geschildert. Bei dem am 27. von Monchy und Cherisy gegen Vis-en-Artois vorbrechenden schweren Angriff des Gegners feuerten drei Batterien eines wärt- tembergischen Felda:tillerie-Regiments, zeitweise vor un­serer vordersten Jnfanterielinie auffahrend, aus nächster Nähe bis zum letzten Schuß in die eindringenden Feinde. Als dann die Engländer schon von Süden in ihrem Rücken standen, gelang es der Umsicht des schneidigen Führers. - Leutnant Schräg, der die Batterie befehligte, im letzten Augenblick diese zu bergen. Die Geschütze der 3. Batterie mußten nach tapferster Gegenwehr in gänzlich unbrauch­barem Zustande dem Feinde überlassen werden.

Am gleichen Tage vernichtete das Tankgeschütz des Leut­nants Schwenker zwei Panzerwagen und am Morgen des ersten Angriffstages, am 21., brachte das Flakkraftwagen­geschütz des Leutnants Cuwie bei Ach-iet le Grand zwei nörd­lich über den Bahndamm vorbrechende und fünf von Achiet- le-Petit herankommende Tanks zur Strecke. Zwei weitere zwang er in schwer beschädigtem Zustande zur Umkehr.

Der feindliche Krästceinsatz.

Berlin, 30. August. (WB.) Dis große Schlacht zwischen Arras und Soisions wird von den Franzosen und Engländern ohne Unterbrechung weitergeführt, ohne daß sie den: Feind bis. her einen entscheidenden Erfolg gebracht hat. In ihr sind vom 21. August bis 28. August zrvischen Arras und Aore 28 eng­lische Divisionen, davon etwa 10 mehr als einmal, und zwischen Aore und Aisne 40 französische Divisionen, von ihnen etwa 5 zweimal eingesetzt worden. Mit Hinzurechnung der beteiligten feindlichen Artillerieformationen und Heeresttuppen rannten rund VA Millionen Mann innerhalb einer Woche gegen die deutschen Fronten an. Alle diese Divisionen traten voll ausge­füllt und ausgeruht in den Kampf. Sie warne den besten Ver­bänden der Entente entnommen. Auf englischer Seite waren es besonders die erprobten kanadischen, schottischen und neuste» . ländischen Truppen, sowie die .Garde und dt- fia. Marine-Dtvia