Ausgabe 
30.8.1918
 
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Uitmmer 303 ßinselpreis LL . Freitag. deirNO. A ug-E 1918__11. Jahrgang

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Kchejchle jchiikre KWpie im Mm

CttKlijche Angriffe südwestlich Arras und besonders starke franchstlch-amerikanischs Angriffe zwischen Ailette und Aisne. Keine Erfolge, aber blutige Kerlnste der Feinde. 17V0V Tonnen versenkt. Kindenbnrg kerngesund!

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Der deutsche Generalstab meldet: =======«

W. T. o. Kratzrs Kauplqnactier. Le» SS. Augnst Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und B o e h n.

Auf dem Cchlachifelde südöstlich von Arras brach am frühest borgen dicht südlich der Scarpe ein englischer Angriff im Feuer zusammen. Um Mittag nahm der Feind seine Durchbruchsver­suche mit neuer Wucht wieder auf. Zwischen Scarpe und Sensee. Bach fetzte er fünfmal zum Angriff an. Pommersche und west- preußische Regimenter brachen auch gestern wieder den Ansturm des Feindes. Durch flankierendes Feuer ihrer Artillerie wirk­sam unterstützt, warfen sie jedesmal den Feind zurück. Boiry- Rotre Dame war Brennpunkt erbitterten Kampfes. Dreimal wurden die Trümmer des Ortes im Gegenstoß dem Feinde wieder enttiffen. Bei erneutem feindlichen Angriff am Abend blieb der Ort in Femdeshand. Der Hauptstoß des englischen Angriffs traf württembergifche Regimenter beiderseits der Straße Arras- Cambrai. Siebenmal stürntte der Feind vergeblich an. Panzer­wagen fuhren auf und neben der Straße immer wieder von neuem heran; in tiefer Gliederung folgte die Infanterie. Cie blieb im Feuer unserer Maschinengewehre und in vorderster Linie auffahrender Geschütze liegen. Wo der Feind in unsere Stellung eindrang, warf ihn unser Gegenstoß wieder völlig zurück. Südlich von Croisittes und südöstlich von Mory wurden englische Angriffe abgewiesen. Cüdwefttich von Bapaume keine In- fanterietättgkeit. Auf der Stadt selbst lag schweres englisches Feuer. Bei den Kämpfen am 27. 8. um Thilloy tat sich das In. fanterie-Regiment Rr. 206 besonders hervor. Seine 9. Kom­pagnie hielt den Westrand des Ortes, obwohl sie durch feind­lichen Einbruch nördlich von ihr im Rücken bedroht war. bis zur letzten Patrone und dann mit den: Bajonett. Aus selbständigem Entschluß kam ihr die 3. Kompagnie desselben Regiments zur Hilfe und warf den Feind aus dem Orte wieder heraus.

Nördlich der Somme erneuerte der Feind am frühen Morgen feinen Angriff zwischen Flers und Turlu Bei Hardecourt drang er in nufere Linien ein. Im Gegenangriff warf ihn das Kaifer- Frang.-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 unter Führung seines Kommandeurs, Major Otto, im Verein mit hessischen Kompagnien wieder zurück.

Zwischen Somme und Oise blieben Vortruppen vor unseren neuen Stellungen in Gefcckttsfüblung mit dem Feinde, der am 27. 8. nur zögernd, gestern schärfer über Dompierre-Velloy-Nesle- Baulieu-^azov folate. Sie zwangen ihn mehrfach zu vertust, reichem Angriff und wick>en dam: aus. Südwestlich von Nonon griff der Feind nach stärkster Feuervorbereitung unsere alten Linien an: sie waren von uns nicht mehr besetzt. Noyon lag unter lckvmerl>em Feuer der Franzosen. Die Stadt liegt vor un­serer Kampffront.

Nördlich der Aisne nabin der Franzose unter Heranziehung von Amerikanern seinen Angriff wieder auf. Unter schweren Verluden wurden sie abgewiesen. Am Pasln-Kopf schlugen Kavallerie ^^'"'^'»nre^'^enttr ll'nkmaliaen Ansturm des Fein­des zurück. Mehrere Panzerwagen wurden zerschossen.

Der Erste Generalguartierweister: Lndendorff.

Abendlier: !-l.

Berlin» 29. August, abens. (WTB. Amtlich.) Südöstlich Arras haben sich am Nachmittage neue Kämpfe entwickelt. Vorfeldgefechte vor msteren neuen Linien: Oestlich Bapaume- Peronne, östlich Noyon. Infanteriekämpfe an der Ailette. Zwi­schen Ailette und Ancre sind besonders starke Angriffe von Franzosen und Amerikanern unter schwersten Verlusten für den Feind völlig gescheitert. Bisher sind mehr als 00 zerfchosiene Panzerwagen gemeldet worden.

Der österreichische Generalstak ? ~ meldet:n=L

Wien, 29. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ^verlautbart:

Italienischer 'Kriegsschauplatz: In den Iudicarten bei Vez-

zecca und auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden Erkun. Lungsgefechte. Sonst nichts von Belang.

Albanien: Zwischen Ianica und Vojusa sowie im Südteil des Tomor-Gebirges nahm der Feind erneut Stellung.

Drr Chef dcs GencralstabeS.

Der bulgarische Generaistak meldet: :=^===

Sofia, 26. August. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs­bericht.

Mazedonische Front: Von Huma bis zum Wardar hält das heftige feindliche Feuer an. Unsere Artillerie erwiderte lebhaft. Englische Abteilungen griffen nach Artillerievorbereitung unsere vorgeschobenen Posten bei Altschakmahle. südlich von Schovo, an. Sie wurden durch Feuer zersprengt, bevor sie unsere Drahthin- dernisie erreichen konnten. Oestlich des Wardar dauern die beiderseitigen Feuerüberfälle an. Südlich von Doiran vertrie­ben unsere Posten eine englische Infanterieabteilung, die an unsere Gräben heranzukommen suchte.

Sofia» 27. August. (WB. Nichtamtlich.) Eeneralstabs- bericht.

Westlich Bitolia versuchte:: feindliche Sturmtruppen nach Artillerievorbereitung sich einem unserer vorgeschobenen Posten zu nähern, wurden aber durch Feuer zersprengt. Südlich Huma und Cewgheli hielt das heftige Artilleriefeuer des Feindes mit wachsender Stärke an. Unsere Artillerie beschoß die feind­lichen Bereitstellungen und fetzte ein Munitionslager beim Dorfe Mayadag in Brand. Im Vorgelände nördlich des Ta- hinos-Sees fanden Patrouillen-Zufammenstöße statt, in deren Verlauf unsere Erkundungstruppen griechische Gefangene mach­ten. Oestlich Valandoro warf ein feindliches Geschwader Bom­ben auf unsere Militärlazarette, obwohl diese ganz sichtbar waren und die üblichen Abzeichen trugen.

Das türkische Hauptquartier meldet: ....

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Konstantinopel, 28. August. (WB. Nichtamtlich.) Eene- ralstabsbcricht.

Von der Küste bis zum Jordan nur geringe Eefechtstätig- keit. Auf dem Ost-Iordanufer lag hefttges feindliches Artille­riefeuer in der Gegend Tell Rimrin. Reger Verkehr beim Gegner an der Iordanmündung. Feindliche Aufklärungsabtei­lungen wurden von uns vertrieben. Der Rebellenvorstoß süd­lich Tebuk scheiterte nach langem Kampf an der tapferen Hal­tung unserer Postierungen und der herbeigeeilten Verstärkungen. Von den übrigen Fronten nichts Neues.

Feindliche Flieger warfen in der Nacht vom 27. zum 28. August Bomben sowie Flugblätter aufhetzenden Inhalts auf Konstantinopel. Durch die Bomben wurde sehr geringer Sach, schaden verursacht, ein Kind getötet und elf Personen verwun­det.

Die Schlacht im Westen.

Berlin, 29. August. (WB.) Die große Schlacht im Westen dauert mit unverminderter Heftigkeit an uni) zwingt den Feind tagtäglich, seine durch die blutigen Kämpfe gelichteten Verbände frisch aufznfüllen. Den Engländern brachte auch der achte Großkampftag trotz ihrer Massenangriffe an keiner Stelle einen nennenswerten Erfolg.

Die Eigenart der Kämpfe bringt es mit sich, daß die Eng­länder nie wissen, ob die Deutschen gewillt sind, ihre Angriffe anzunehmen oder kampflos taktisch wertloses Gelände preiszu­geben. In längst von den Deutschen aufgegebenen Abschnitten fühlen die Engländer nur vorsichtig nach und lasten sich halbe Tage von schwebenden deutsche Patrouillen mit wenigen Ma­schinengewehren aufhalten. Andererseits prallen ihre Kolonnen gegen vorbereitete deutsche Stellungen und erleiden im Feuer der Maschinengewehre und Lauer-Batterien schwere Verluste. Das LlZenige, was sich die Deutschen in der Sommewildnis wäh­rend ihres letzten Durchmarsches neu gebaut hatten, wurde plan­mäßig - zerstört. Die Kunstbauten der Bahnen und Straßen werden gesprengt.

Die Hauptlast der Kämpfe um diese für uns bedeutungslose Einöde tragen nach wie vor die australischen Divisionen. Sie alle sind zwischen der Somme und Chaulnes. oft sogar zum zweiten oder dritten Mal, eingesetzt. Südlich Ehaulnes mußten bereits Franzosen die Engländer ablösen.

Ebensowenig Erfolg wie die britischen Truppen hatten am 28. August die mit Unterstützung der Amerikaner angreifenden Franzosen nördlich der Aisne.

Der Masteneinsatz der in Reihen von Hunderten wahrend des vergangenen Jahres fertiggestellten Panzerwagen sollte die Erfolge sichern. Es zeigt sich jetzt, daß die auf die Tanks ge. fetzten großen Hoffnungen sich nicht erfüllten. Die deutsche Vee- teidtgung wird der Sturmwagen täglich besier Herr. Infan­terie, Tankabwehrgeschütze und Kraftwagen haben sich in der Abwehr und Erledigung des neuen feindlichen Kampfmit e-^ vervollkommnet.

Der deutsche Gegendruck.'

Haag, 29. August. Aus London wird gemeldet: Rc *

berichtet: Kräftige Gegenangriffe der Deutschen bei Oppy i - ben veranlaßt, daß die Briten nicht allen Terraingewinn, den üe am Montag nördlich von der Scarpe gemacht hatten, haben halten können. Die Deutschen haben Verstärkungen herange­zogen und sie in die Schlacht geworfen mit dem Erfolg, daß die Briten an verschiedenen Stellen zurück mußten..

Der deutsche Rückzug.

Haag, 29. Aug. Die Lage an der Westfront beurteilt derNieuwe Rotterdamsche Courant" wie folgt: Die Deut- schen haben die Somme überschritten. Gestern schien es nur, daß Chaulnes und Roye geräumt würden. Heute ist die Räumung bereits Tatsache. Die verblüffende Schnelligkeit, mit der die Deutschen diese gefährliche Bewegung ausgeführt haben, beweist, daß sie die Kunst, schnell zu manövrieren, nocb nicht verlernt haben. An dem südlichen Teil, wo der Ilcber- gang des Flusses am gefährlichsten war, wurde er zuerst unternommen, lveiter nach Norden zu, wo die Deutschen in dein von den Granaten dnochwühlten Trichterfeld der Sommeschlacht eine gute Deckung hatten, sind die Truppen bei Peronne und Brie beschäftigt, den Fluß zu überschreiten, wodurch für die Entente die Möglichkeit verloren ging, dem deutschen Heere hier bevor es die Somme überschritt, eine große Schlappe zuznfügen. Die Deutschen waren, so lange sie unter starkem feindlichen Druck standen, für die Entente zu langsam zurückgegangen, und jetzt, wo der Druck sich ver­ringerte, wieder zu schnell. Der Rückzug hat sich also für die Deutschen zu einem Erfolg entwickelt.

1?000 Tonnen versenkt.

Berlin, 29. August. (WTB. Amtlich) Auf den Tamp- ferwegen zwischen Port Said und dein westlichen Mittel» meer versenkten unsere U-Boote neuerdings über 17,000 Bruttoregistertonucn

Schiffsraum, darunter einen neuen englischen Dampfer von über 8000 Bruttoregistertonnen, der Reis und andere Landes­produkte aus Indien ffir England geladen hatte.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

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Der Seekrieg.

Versenkung eines französischen Truppentransporters.

Bern, 29. Aug. (WB.)Journal" meldet aus Port Vendres: Durch ein U-Boot wurde auf der Höhe von Port Vendres ein ungenannter französischer Truppentrausport- dampfer versenkt. Besatzung und Truppen seien gerettet- nur Sachschaden sei angerichtet worden.

Zwei amerikanische Truppeniransportdampfer versenkt.

Wie der Londoner Gewährsmann derB. Z. a. M." io Rotterdam meldet, sind zwischen dem 12. und 23. August zwe< amerikanische Transportschiffe torpediert worden. Auf einem kamen 264 und auf dem anderen 619 Soldaten ums Leben. Dtt Dampfer fuhren in getrennten Eeleitziigen, worauf noch ein dritter, mit Munition beladener Dampfer versenkt wurde. Dis Versenkung der Truppendampfer wurde von den: amerikanischen Nachrichtendienst gcheimgehalten. Der Zensor ließ n:rr die An­gabe der Opfer unter der Schiffsbemanmmg durch, die auf dem einen Schür 9. auf dem anderen 16 Mann betrugen. Der Geü