Ausgabe 
29.8.1918
 
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Rußland zu schützen Zmb zu versorgen und ihren Rücktransport nach Möglichkeit zu beschleunigen.

Das längere Ausbleiben von Nachrichten kriegsgefcmgener Deutscher aus England hat in letzter Zeit vielfach Bvunruhigi- ung in der Bevölkerung hervorgerufen. Ein Grund hierzu lieg- nicht vor. Die Unregelmäßigkeit der Sendungen in den letzten Monaten ist zum Teil auf den Mangel an Veförderungsgelegen- heit zurückzuführen. Die Briefe treffen in Sammelsendungen ein. Da diese gelegentliche bis zu 1 Million Briefe enthalten, häufen sich nach ihrem Eintreffen die Postsachen derart, daß ihre Meiterleitung nur mit einer gewissen, unvermeidlichen Ver­zögerung möglich ist. Ob die angestrebte Besierung dieser Ver­hältnisse in abse^arer Zeit zu erreichen ist, läßt sich noch nicht übersehen.

Ililffiffrn dkirKMe ZöfeOmMgüls.

Dr. Ludwig Qucffel veröffentlicht einen Aufsatz in dem 18. Heft der Sozialistischen Monatshefte überDefaitismus und Randstaatenpolitik", in dem er die deutsche Oststaatenpolitik stark kritisiert. Er führt in diesem Aufsatz u. a. in bezug auf Herrn v. Kühlmann aus:

So groß Herr v. KüHlmann gegen Rußland und Frank­reich tat, so klein fühlte er sich gegen England und Amerika. Der defaitistifche Zug seiner Politik gegenüber dem Angelsach- sentum war ein notwendiges Korrelat seiner Nordstaaten­politik."

An einer anderen Stelle sagt er:

Nachdem Kühlmann solchermaßen die Früchte seiner Rand- staatenpolitik geerntet hatte, blieb ihm natürlich gar nichts ärgeres übrig, als Deutschland zu seiner defaitistischen Doktrin, die stets den Kongreß seiner Politik bildete, zu bekehren oder abzutreten. Da ihm das eine nicht gelang, konnte er nichts anderes tun, als sein Amt niederlegen."

In derselben Nummer schreibt der sozialdemokratische Ab­geordnete Max Cohen in einem Aussatz:Wo steht Deutschland nach vier Kriegsjahren?" zu der Frage des unbeschränkten Un­terseeboot-Krieges u. a. folgendes:

Daß man so lange zögerte, ihn (den Unterseebootkrieg) zu eröffnen und kostbare, unwiederbringliche Zeit verloren gehen ließ, beweist, daß man solange wie möglich den Charakter die­ses Krieges als eines Entschcidungskampfes zwischen Deutsch­land und England nicht erkennen wollte." Gegenüber der Be­hauptung. daß nur der unbeschränkte Unterseebootkrieg Amerika in den Krieg getrieben hätte, betonte Cohen,daß Amerika obilehin unser Gegner gewesen wäre und früher oder später militärisch eingegriffen hätte, da es durch sein weltpolitisches Interesse auf ein Zusammengehen mit dem blutsverwandten England angewiesen wäre."

Getreide als Krennhol?.

DerVerl. Lokalanz." meldet aus dem Haag: DieTimes" berichtet aus Buenos Aires: Nachdem über zwei Millionen

Tonnen Getreide durch die argentinische Kommission nach Europa verschifft worden sind, fehlt es auf dem Markt cm wer. teren Käufern. 2^ Millionen Tonnen blieben übrig und da es gleichzeitig überall in Argentinien an Brennmaterial fehlte, hat man jetzt einen großen Teil des Überschusses als Kohlen verbrannt, mit einem Verlust von 100 Millionen Dollars am Nationalvermögen.

In Europa hungern die Menschen, Unterernährung verkürzt vielen das Leben und in Amerika wird die Vrotfrucht ver­brannt: so will es der Kriegswahn Englands und feiner Va­sallen. Und alle Aussicht besteht, daß nach dem Krieg der Zu­stand dauert, denn der knappe Schiffsraum wird die Getreide- verfchrffung unrentabel wachem

Crntelchatznngen.

Ueber das voraussichtliche Ergebnis der diesjährigen Ernte liegen jetzt einige genauere Angaben vor. Wen-n man für das Ernteerträgnis die statistisch, ermittelten Zahlen für die An­bauflächen zugrunde legen wollte, so könnte man in Anbetracht der Erhöhung der Anbaufläche für Roggen und besonders für Kartoffeln zu leicht zu dem Schluffe sich verleiten laffen, daß für dieses Jahr mit einem bedeutertd höheren Erträgnis für unsere hauptsächlichsten Nahrungsmittel zu rechnen wäre.

Für die Kartoffeln können wir bei Fortdauer der guten Witterung mit annähernd dem gleichen Erträgnis der guten vorigen Ernte rechnen. Die Ernte an Brotgetreide verspricht ein Erträgnis, das 1018 Proz. bester ist. als das vorjährige. Der Winterroggen ergab nach den bisherigen Schätzungen einen guten Körner- und Strohertrag. Teilweise hat sich das Ein­bringen der Ernte infolge der voriger nassen Wochen in ein. zelnen Gegenden verzögert und auch einigen Abtrag getan. Die Sommerung des Roggens hat aber durch die große Trockenheit des Vorsommers gelitten.

Für den Hafer sind die Niederschläge des Juni noch recht­zeitig gekommen, so daß auf eine Steigerung des Erträgniffes ?u hoffen ist. Wenn auch voraussichtlich nach diesen von amt­lichen Stellen gemachten Angaben mit einem höheren Ertrage der Brotfruchternte zu rechnen ist. so muß damit jedoch sehr haushälterisch umgegangen werden, da wir im letzten halben Jahre unsere Reserven stark angreifen mußten und für das kommende Jahr infolge der rumänischen Mißernte mit einem sehr kleinen Zuschuß zu rechnen haben.

Milchverjorgnng.

Ueber die Milchversorgung von Köln a. Rh. schreibt das Köln. Tagebl.":Die Milchversorgung im kommenden Win­ter gehört zu den größten Schwierigkeiten, vor denen unsere Stadtverwaltung steht. Selbst am Niederrhein, in Ostfriesland «n?d Oldenburg besteht eine große Knappheit an Milchvieh. Wegen des großen Verlustes beim Verkauf einer abgemolkenen Kuh (bis zu 1000 Mark) haben die Landwirte wenig Lust, die Milchdestände aufrecht zu erhalten. Ohne Unterstützung der Ge­

meinden, denen die Milch geliefert wird, wäre es auch kaum Möglich. Im vorigen Jahr hat die Stadt Köln Milchlieferungs­verträge Mil Landwirten (^geschlossen, denen sie 300 Mk. Ver­gütung bei Anschaffung einer neuen Milchkuh, sowie Zuschüffe von 10 Pfg. für das Liter Milch gewährte. Dieses Verfahren ist weiter ausgebaut worden. Entsprechend den gestiegenen Milchgestehungskosten hat man bei den neuen Milchlieferungs- verträgen vom 1. Juli 1918 ab die Vergütung bei Anschaffung einer neuen Kuh auf 30 v. H. des Kaufpreises erhöht, was im Durchschnitt 510 bis 600 Mark bei einer Kuh ausmacht, eben­falls ist die Literprämie auf 12^ Pf. bei 8 bezw. 7 Liter täg- licher Abgabe, und auf 18 Pf. bei 9 bezw. 8 Liter erhöht wor­den. Trotz dieser Erhöhung der Unterstützung haben von den früheren 298 Milchlieferern erst 200 Landwirte den neuen Ver­trag unterzeichnet, 25 scheiden aus, weil sie sich zu Genossen­schaften zusammengeschlosten haben. Weiter soll auch wieder der eigene Abmellestall im Schlachthof betrieben werden; 280 Kühe für diesen Zweck werden zurzeit auf Weiden gehalten. Ob es gelinge, den Abmelkeftall wieder auf 400 Kühe zu bringen, ist fraglich. An dritter Stelle werden auch wieder Milchkühe oer Stadt Köln leihweise bei Landwirten eingestellt; ihre Zahl beträgt bisher 912; sie soll nach Möglichkeit auf 1500 gesteigert werden. Jedenfalls hat die Stadt Köln alles mögliche in die Wege geleitet, um auch im kommenden Winter und Frühjahr trotz der schwieriger gewordenen Verhältnisse die Milchversorgung der Kinder, Kranken und Frauen sicherzustellen. Bis zum 1. Juli d. I. hatte die Stadt Köln für diesen Zweck 1600 000 Mk. aufgewandt; die Summe wird sich infolge des neuen Vertrags für das laufende Jahr auf 2 Millionen stellen, wozu noch die Kosten des eigenen Abmelkestalls kommen"

IchlichM f)ür?!nitwr hsicls.

Auf Anordnung der herzoglichen Kreisdirektion in Wolfen­büttel ist nach einer Meldung desVerl. Tagebl." die Schlie­ßung von drei der größten Hotels in Bad Harzburg verfügt worden. Am 31. August, mittags 12 Uhr, müsten derHabs­burger Hof",Schmelzers Hotel" undPalasthotel Kaiserhof" ihren Betrieb schließen. Die Schließung von drei anderen Ho­tels steht noch bevor. Die Maßnahme hat unter den Badegästen große Aufregung hervorgerufen. Sie ist angeordnet worden, weil die Inhaber der Hotels.in mehreren Fällen gegen die Kriegsverordnungen verstoßen haben sollen. Auch Geheimschlach­tungen sollen vorgekommen sein. Den äußeren Anlaß haben die Beschlagnahmen ergeben, die in den letzten Tagen auf dem Bahnhof Harzburg vorgenommen wurden. Es wurden dabei hauptsächlich Fleisch- und Butterseudungen für die Hotels ge­funden. Darauf vorgenommene Durchsuchungen der Hotels führten zur Auffindung größerer Mengen Lebensmittel. In der Stadtverordnetenversammlung von Bad Harzburg wurde die Schließung der Gaststätten lebhaft erörtert. Es wurde darauf hingewiesen, daß fast sämtliche Hotels, nicht nur in Bad Harz, bürg und im Herzogtum Braunschweig, sondern in allen Bade­orten des ganzen Reiches geschloffen werden müßten, wenn man so scharf Vorgehen wolle.

Ans der Hemmt.

Friedberg. Gold - und Silberankäufsstelle. Morgen, Freitag, den 30. ds. Mts., findet nachmittags von 38 Uhr im Grrßh. Hochbauamt, Schützenrain 5, Ankaufs- tag statt.

* Betreffend Meldepflicht von Emrichtungsgegenständcn aus Kupfer usw. Um Jrrtümern vorzubeugen, wird darauf hinge­wiesen, daß nur die Gegenstände der laufenden Nummern 44, 45, 48, 49 und 55 § 3 Reihen III und IV der Verordnung vom 26. 3. 1918 zu melden sind, dies sind Gewichte, Hohlmaße, Tür- und Fenstergriffe, soweit sie zur Betätigung eines Verschlustes dienen, und Brauseköpfe von öffentlichen Badeeinrichtungen und gewerblichen Betrieben, da nur für diese eine behördlche Ersatz­beschaffung vorgesehen ist. Dagegen kommt eine Ersatzbeschaffung behördlicherseits nicht in Frage für Brauseköpfe von Bädern in Haushaltungen, siehe laufende Nummer 34, Fenster und Türgriffe siehe laufende Nummer 35 und 42 Reihe II, die nicht zur Be­tätigung eines Verschlustes dienen. Diese Gegenstände sind, so­wie auch alle anderen durch die Beschlagnahme vom 26. 3. 1918 betroffenen Gegenstände in den demnächst stattfindenden Ter­minen bei der Metallsammelstelle, Haagstraße 16, abzuliefern.

Bad-Nauheim. BeethovenWagner-Abend der Kurkapelle Donnerstag, den 29. August im Konzepthaus. Leitung: Hofrat Prof. Hans Winderstcin. Solist: Konzertmeister Otto Drumm (Violine). Der erste Teil der Vortragsordmmg bringt von Beethoven die Ouvertüre zuEgmont" und das Molinkonzert, mit welchem sich Herr Drumm, der am 1. September feine neue Stellung in Darmstadt antritt, verabschiedet. Der zweite Teil ist dom großen Bayreuther Meister gewidmet und enthält fol­gende Werke: Ouvertiire zur OperDer fliegende Holländer", dasWaldweben" aus Siegfried und Vorspiel (Liebestod) und Verklärung" aus Tristan und Isolde. Somit kommen sowohl die Freunde der klassischen Musik, als auch die Anhänger Richard Wagners auf dis Rechnung.

FC. Butzbach, 27. Aug. Im nahen Oppershofen schlug der Blitz in den Kirchturm, deckte den Turm zum Teil ab und be­schädigte sehr den Elockenstuhl.

w. Büdesheim. Zur Kolonialkriegerfpende sind aus den Orten des Bezirks Vilbel eingegangen: 3083 Mark. Herzlichen Dank allen Gebern, sowie den Sammlern und Sammlerinnen.

FC. Vom Maiu, 27. August. Ein schon seit langem betrie­bener Schleichhandel wurde in Lcchr aufgedeckt und ein junger Mann inhaftiert. Die Waren gingen nach Frankfurt zu ganz enormen Preisen. So zum Beispiel Eier das Stück zu 1.60 M., 30 Psd. Kalbfleisch wurden beschlagnahmt. Beim Baden im Main kam der neunjährige Karl Stock von Großwelzheim in eine Untiefe des Mains und verschwand in dem Fkuffe. Mit eigener Lebensgefahr rettete der 15jährige Karl Heßbergev ebenfalls von dort den Kameradem ' '

Aus Starkenburg.

Darmstadt, 25. August. Eine umfangreiche Verhandlung wegen Befreiung vom Militärdienst, die einerseits wohl etwas cvufgebauscht war, auf der anderen Seite in allen ihren Einzel, heiten wohl volle Aufklärung nicht gefundeu hat, wickelte sich vor der hiesigen Ferienstrafkammer ab, welche zwar sechs An­geklagte, aber kaum die gleiche Zahl von Zeugen vor die Rich­ter führte, aber trotzdem den ganzen Verhandlungstag bis zuw späten Abend 9 Uhr in Anspruch nahm. Die Verhandlung wurde aus Gründen des öffentlichen Wohles unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt. Als Hcmptangeklagter hat sich der etwa 30 Jahre alte Kaufmann Fr. Adolf Erunebaum aus Of­fenbach zu verantworten, der während des Krieges durch un­geheure Lederfpeku lat inen sehr reich gewxden und wegen Wu­chers ufw. zu 2 Jahren Gefängnis bestraft, die er inzwischen verbüßt hat, sich alsbald mit den Beamten des Offenbacher Bezirkskommaudos in Verbindung setzte, um vom Militär frei zu kommen. Er erreichte dies auch mit dem inzwischen verur­teilten Bezirksfeldwebel V., den er mit großen Summen be. schenkte. Schließlich kam aber die Sache doch ans Tageslicht. G. ist heute geständig und wird wegen Veamtenbeftechung zum Zwecke der Befreiung vom Militärdienst zu 1 Jahr Gefängnis, abzüglich 6 Monate Untersuchungshaft verurteilt. Der Techniker I. Mack aus Offenbach besten Verfehlung nicht fo scharf liegt, erhält eine Geldstrafe von 1500 Mark, von denen 300 Mark als verbüßt angerechnet werden und der Dentist Hans Metzler aus Offenbach 400 Mark Geldstrafe, von denen 300 angerechnet wur­den. Die geschenkten Gelder werden eingezogen. Drei weitere Angeklagte werden mangels Beweises frei gesprochen.

FC. Vom Odenwald, 27. Aug. Bürgermeister Schäfer in Unter-Mostau feierte heute fein 25jcchriges Bürgermeister- Jubiläum.

Aus Rheinbesten.

FC. Mainz, 26. August. Die Frau Schon aus Laubenheim wurde von einem Infekt am Arme gestochen. Die Frau, beach. tete die Wunde anfangs nicht. Nachdem aber der Arm sehr anfchwoll, suchte die Frau das hiesige Krankenhaus auf, wo eine starke Blutvergiftung festgestellt wurde. Beim Ausspan­nen der Pferde schlug dem Fuhrmann Karl Engel aus Bretzen­heim die Wagendeichsel derart gegen den Leib, daß er lebens. gefährlich verletzt ins Krankenhaus transportiert wurde.

Das war einmal! Vor 22 Jahren war's, so lesen wir in denFrankfurter Nachrichten", da konnte man zum Jngelheimer Kirchweihfest im dortigen Lokalbatt folgende Anzeige lesen: Jakob Müller, der Rothe, unterer Zwergweg. verpflichtet sich hiermit, im Abonnement zu 3 Mark jedem seiner Gäste wah­rend der Markttage täglich soviel Naturwein zu verabfolgen, als er vertragen kann. Meine Freunde und Gönner zu zahl­reichem Besuch einlcwend, zeichnet .... Wie hoch müßte Herr Müller wohl 1918 dasAbonnement" ansetzen?

FC. Worms, 27. Aug. Die Gendarmerie nahm gestern in der Nähe von Herrnsheim zwei Spitzbuben fest. Beide waren zu Rad von Griesheim a. M. nach hier gekommen und hatten etwa 80 Pfund Zwiebel von den Zwkebelbeständen die auf dem Rathaus in Herrnsheim aufbewahrt werden, stibitzt.

FC. Oppenheim, 27. Aug. Beim Baden im offenen Rhein ertrank der 18 jährige Karl Molpert von hier.

Ans Hessen.Nassau.

FC. Wiesbaden, 26. Mlguft. Weil er Pveimal von seinem Acker grüne Frucht zu Futterzwecken ohne Genchmigung geholt, erhielt der Landwirt Christian Storch in Biebrich einen Straf­zettel in Höhe von 70 Mark. Dieser war ihm zu hoch und er verfolgte Berufung gegen denselben. Die Schöffen setzten für diese beide Vergehen die Geldstrafe auf je 3 Mark, insgesamt auf 6 Mark herab.

FC. Wiesbaden, 27. August. Von einem schweren Unfall betroffen wurde in vergangener Woche ein kleiner Junge, der auf dem Reitweg im Nerothal eine Geschoßkapsel gefunden hatte. Er brachte diese mit nach Hause und gab sie seiner Mut. ter. Mit einem Messer versuchte diese das Pulver, das noch in der Hülse war, zu entfernen, worauf sie dem Jungen die Kapsel zurückgab mit dem Bemerken, das fei Gift, was darin fei. In diesem Augenblick explodierte die Kapsel und riß dem Jungen die linke Hand und zwei Glieder des rechten Zeigefingers ab. Anscheinend handelte es sich um einen Zünder von einer Hand, granate.

FC. Usingen, 26. August. Dis Mühle des Mühlenbesttzers Fritz Waeppler in Nvd a. d. W. wurde infolge Vorgefundener Mängel bezw. Uebertretungen der einschlägigen Verordnungen bis zum 30. November d. I. geschloffen. In diesen Tagen waren es 25 Jahre daß mit den Arbeiten an der Bahnstrecke UsingenBad-Homburg begonnen wurde.

FC. Vom Taunus, 26. August. Zwischen Brandoberndorf und Michelbach begegneten nachts der Theodor Balzer urü> der August Schütz von Michelbach im Walde zwei russischen Kriegs­gefangenen, die sich in der Umgegend vagabundierend herum- trieben, und nahinen sie fest. Auf die Wache nach Brandobcrn- dorf gebracht, wurde festgestellt, daß die Beiden viele L^ens- mittel, Butter und Geld bei sich trugen, die von einem Ein­bruchsdiebstahl in Hundstadt herrührten und, daß die Rüsten das Geld einer Frau in Schwalbach auf der Straße abgenom­men hatten.

FC. Amöneburg 27. Aug. Während eines heftigen Gewit­ters schlug der Blitz in den Turm, der hiesigen weithin sichtbaren Kirche, besten Gebälk bald in Flammen stand. Die Ferwrwehr löschte den Brand ehe er weiter um sich griff.

FC. Nievern, 27. August. Der 19jährige Feldgraue Zeitz von hier sprang aus einem Lazarettzug, der nach Gießen fuhr, zwischen der Station Lindenbach und Ems, und eilte der Lahn zu, in der er ertrank. Die Tat soll er in geistiger Umnachtung begangen haben. Die Leiche wurde bald geländet und nach Ems überführt.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otta Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: N. He yne r, Frirdberg. Druck und Verlag der ».Neuen Tageszeitung, ^ A- G.. Friedbera l QJ