Ausgabe 
29.8.1918
 
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Uitmmer 202 Einstlpreis d,° SZ Donnerstag. den 29. August 1918

11. Jahrgang

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Die feindlichen Angriffe anfgefanaen, dev englische Dnrchbrnchsversnch gescheitert. Erneute Angriffe abgemiesen. Plannräszige Mstrnevlegnng dev Front bei Dorze. 18000 Tonnen versenkt.

Der deutsche Generalstob meldet: -

Der österreichische Generalftak = meldet:

M. T. K. Grotzesi Hattprquartiev, de» .23. August Amtlickf.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppen Kronprinz Nupprecht und B o e h n.

Bei Langemark und nördlich der Lys wurden feindliche Teilangriffe adgewiesen.

Die Armee des Generals v. Below (Otto) stand gestern wiederum in schwerem Kampf. Der Schwerpunkt der englischen Angriffe lag südlich der Scarpe. Durch Masseneinsatz von Pan­zerwagen. englischer und kanadischer Infanterie suchte der Feind beiderseits der Heerstraße ArrasCambray erneut den Durch­bruch zu erzwingen.

Unsere in der Linie Pelves östlich von Monchy kampfenden Truppen, pommorsche, westpreußische, Hessen - nas- sauische und elsässtsche Negimenker, haben den mit gewaltiger Uebevmacht an Menschen und Material am frühen Morgen ge. führten Stoß des Feindes in erbitterten Kämpfen bis östlich von Helves, bei Die en Artois und Groisilles aufgefangen. Im Verein mit württembergischen Bataillonen brachten sie am Nach­mittag mit erneuter Kraft in liefen Gliedern an der Heeres- straße vorgetragene feindliche Angriffe zum Scheitern. Auch Mehrfach wiederholte Anstürme des Gegners gegen Boiry-Notre Dame und nordöstlich von Groisilles brachen zusammen.

Der Feind hat gestern schwere Verluste erlitten. Viele Pan­zerwagen wurden durch Geschütze und Minenwerfer aus vorder­ster Linie vernichtet. Batterien des Reserve-Feldartillerie-Re- giments 26 feuerten, bei Vic offen vor unserer Infanterie auf. fahrend, aus nächster Entfernung in die dichten Linien des Feindes. Der Kampf griff gegen Mittag auch auf das Nordufer der Scarpe und nach Süden bis Mory über. Mehrmalige An­griffe des Feindes wurden hier abgewiesen.

Beiderseits von Bapaume blieb dte Kraft der feindlichen Angriffe gegen die Vortage zurück. Der Engländer, der beider­seits der Stadt überraschend und mit Artillerievorbereitung, aber ohne Einsatz von Panzerwagen mehrfach vorstieß, wurde überall zurückgeschlagen.

Nördlich der Somme führte der Engländer heftige Angriffe gegen unsere neuen Linien zwischen Flers und Eurlu. Wir wiesen sie ab und nahmen Flers und Longueval, wo der Feind vorübergehend eindrang, im Gegenangriff wieder. Südlich der Somme scheiterten Teilvorstöße des Gegners.

Zwischen Somme und Oise baben wir unsere Linien vom Feinde abgesetzt, die Trümmerfelder Ehaulnes und Noye ihm somit kampflos überlassen. Durch unsere erfolgreiche Ab­wehr war der Gegner seit dem 20. 8. zum Einstellen seiner An­griffe in dieser Front gezwungen worden. Dadurch wurde die reibungslose Durchführung unserer Bewegungen ermöglicht, die sich in den letzten Nächten vom Feinde völlig unoestört vollzog.

Zwischen Oise und Aisne blieb die Eefechtstätigkeit auf klei­nere Infanteriekämpfe beschränkt.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der Vesle brachten meklenburgische Grenadiere Donk hartnäckigem Eingreifen ihres Führers, Oberleutnant Vöhlke vom Grenadier-Regiment 89, einen Angriff der Amerikaner gegen Vazoches zum Scheitern. Badische Truppen erstürmten Fismette im Vesle-Tal. Bei beiden Unternehmungen erlitt der Amerikaner schwere Verluste und ließ mehr als 260 Ge­fangene in unserer Hand.

In den Argonnen wurden bei erfolgreichen Vorstößen Ita­liener gefangen.

Der Erste Generalguartiermeister: Ludendorff.

Aberrdbrrkcht.

Berlin, 28. Aug., abends. (WB. Amtlich.) Südöstlich kon Arras sind erneute Dnrchbrilchsversuche des Feindes ge­scheitert. Nördlich von Bapaunie und nördlich der Somine brachen englische Angriffe unter schweren Verlusten zusam- ,men. Zwischen Somme und Oise Vorfeldkämpfe vor unseren .neuen Stellungen. Französische Angriffe nördlich der Aisne !wurden blutig abgewiefen. jj

Wien, 28. Aug. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: An den Gebirgssronten rege Erkundungstätigkeit.

Albanien: In Albanien wurde unter Nachhutkämpfen neuerlich Bodengewinn erzielt.

Der Chef deS Generalstabes.

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Dos türkische Hauptquartier »== meldet: . «

Konstantinopcl, 26. August. (WB. Nichtamtlich) Gene- ralstabsbericht.

Palästinafront: Geringes beiderseitiges Artillerie-

teuer, rege Fliegectätigkcit. Westlich Mezcra und auf dem Ost-Jordanufer hatten wir erfolgreiche Vorfeldgettchte, in denen die Gegner vertrieben wurden. Einige Gefangene wurden eingebracht. Ein Vorstoß von Rebellen gegen die Hedschasbahn bei Zctt-el-Hatesch wurde von unseren Postier­ungen abgewiesen. Bei Maidan an der persischen Grenze wurde ein englisches Werbekommando aufgehoben. Es erlitt lllAvere Verluste. Der Führer, ein englischer Hauptmann fiel. Auf den übrigen Fronten ist die Lage unverändert.

Entgegnung auf den englischen Heeresbericht vom 13. ds. Mts. Die Engländer melden in ihrem Heeresbericht einen erfolgreichen Angriff in der Nacht vom 12. zum 13. August an der Straße JerusalemNablus. Worin dieser Erfolg besteht, wird verschwiegen. Durch Angabe der Zahl der gemachten Gefangenen unb erbeuteten Maschinengewehre soll der Mißerfolg versäffeiert werden. Tatache ist, daß wir die Engländer vor und in unserer Stellung zusammenschossen und daß wir ferner im vollen Besitz unserer Stellungen sind. Nach englischen Gew.ngenenäussagen sind bei dem Angriff allein 400 bis 500 Mann des Feindes gefallen. Unsere Ver­luste sind erheblich geringer.

Die Schlacht im Westen.

Die Kämpfe am 26. August.

Berlin, 28. Aug. (WB.) Schritt für Schritt mühen sich die Engländer ab. die SouFmewüste zurückzuerobern, woraus sie im März dieses Jahre? von übermächtigen deutschen An­stürmen so eilig herausgeworfen wurden. Anders als die Engländer versteht die deutsche Verteidigung die taktischen Vorteile der Trichter-Wildnis auszunutzen. Jedes gewonnene Dorf, das in Wirklichkeit ja seit langem aus nichts mehr be­steht als einer Tafel mit der Inschrift: Dies war Pozi^res oder: Dies war Martinpuich, muß vorn Feind mit empfind­lichen Opfern bezahlt werden. Jeder Weitermarsch führt dabei die Truppe immer nur weiter in die Wüste ohne Unter­kunft, ohne Wasser und ohne jedes Hilfsmittel.

Am 26. August setzten die Engländer ihre Angriffe aus der ganzen Front nördlich der Somme fort. Von 7 Uhr früh ab hetzte ein Ansturm den anderen. Artillerievorbereitung und Jnfanterieangriff gingen ineinander über. Um Mittag bog die deutsche Verteidigung einem starken englischen An­griff aus. Die Engländer kamen bis Longueval und Fel- ville-Wald,, aber der deutsche Gegenstoß warf sie wieder zurück Weiter südlich griffen sie wiederholt von Suzanne heraus an. Allein die flankierenden deutschen Batterien zerschlugen jeden englischen Angriff. Das stürmische Wetter behinderte die englische Fluatätigkeit erheblich. Die deutschen Jagd­staffeln fanden in der L"ft kaum Gegner. Sie gingen des­halb öoif hundert Meter herunter und nahmen die eng­lischen Gräben unter das Feuer ihrer Maschinengewehre. Infanterieflieger versahen die vordere deutsck)e Linie mit Munition. Auch Kratfwagengeschiitze griffen erfolgreich in den Kampf ein. Einzelne fuhren bis dicht hinter die Schützenlinien vor und beschossen die feindlichen Fessel­ballone und unterstützten mit ihrem Feuer wirksam die eigenen Vorstöße.

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Der deutsche Widerstand. {

Rotterdam» 28. August. DieTims" melden: Die Kämpfe v an der Westfront find derartig gesteigert, das uns jede nächste

Stunde eine große Entscheidung bringen kann. Die Heere der (Entente gehen methodisch vor, und überhasten nichts. Der Wi­derstand des Feindes ist aber so stark, daß es fraglich geworden ist, ob die Erzwingung aller unserer strategischen Ziele erreich­bar sein wird. Die Pläne des Feindes befinden sich in ein-- Uebevgangsstadiurn. Er hatte sich zu einer Offensive von< t let und ist zu einer Defensive gezwungen.

DieMorningpost" meldet von der Front in Frank' Unsere Verluste sind nicht gering, aber in den normalen Er­zen geblieben, die für die wichtigsten militärischen Handlungen vorgesehen waren.

Furcht vor einem Gegenstoß.

Genf, 28. August. Die PariserVictoire" bezeichnet die Frontlage als allgemein günstig. Sie verhehle.jedoch nicht ihre Besorgnis, daß die Fortsetzung der Offensive eine ungünstige Wendnng der Kriegslage bringen könne, da die Deutschen zwei, fellos einen großen Gegenstoß zum Spätherbst vorbereiteten und da die Franzosen und Engländer über namhafte Reserven in absehbarer Zeit nicht verfügen könnten. Die ganze Hoffnung der Entente beruhe auf dem raschen Tempo der amerikanischen Operationen, und daß bis zum Spätherbst noch eine weitere Million Amerikaner nach Europa komme.

Keine frischen Divisionen mehr.

Genf, 28. August. Servo spricht in derVictoire" von einer großen UngÄmld der Franzosen wegen des langsamen Dor. rückens der verbündeten Truppen. In dem Aufsätze heißt es: Der Oberstleutnant Fabry lobte gestern die Ungeduldigen, die der Ansicht sind, daß wir nicht schnell genug vorrücken, und die sich darüber nicht im Klaren sind, daß das französische und das englische Heer keine frischen Divisionen mehr besitzen, die man zu großen Schlägen heranziehen könnte. Sie beweisen, daß wenn auch die Engländer und wir keine großen Reserven mehr haben, das amerikanische Heer noch frische Truppen besitze, und es ist nicht erstaunlich, wenn sie das Eingreifen dieser neuen Truppen erwartet hätten, bevor die deutschen Verstärkungen an der Front eintreffen. Hervö schreibt zum Schlusie: Dem fran­zösischen Oberbefehl fehlt der Sinn für das kühne Manöver Seien wir auf unserer Hut. Man soll nicht wieder, wie schon so oft, sagen können, daß es leichter war, neues Gebiet zu neb» men, als es zu behaupten.

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Die größte bisher erzielte Ah^chntzrahi.

Berlin, 28. August. (WB.) Für die gewaltigen Verluste unserer Feinde bei ihren Massenangriffen bietet das Ergebnis der Flugzeugabschüsse am 8. August einen schlagenden Beweis. Wie der amtliche deutsche Heeresbericht vom 9. August ans Grund der ersten Frontmeldungen mitteilte, fielen am 8. Aug. ?0 feindliche Flugzeuge unserer Waffenwirkung zum Opfer. Spätere Feststellungen haben indes ergeben, daß allein auf der Hauptkampffront 68, und auf der Westfront zusammen 61 feind­liche Flugzeuge abgeschossen wurden, davon allein 19 durch Flug­abwehrkanonen. Das ist die größte Abschußzahl, die je an ei­nem Tage erzielt wurde. Die Engländer selbst geben in ihrem Heeresbericht vom 8. August an, daß 61 Ihrer Flugzeuge vorn Iagdfluge nicht zurückgekehrt, also über deutschem Gebiet abge­schossen wurden seien, die Zahl der über ihrem Gebiete abge­schossenen Flugzeuge wird von ihnen wie gewöhnlich verschwie. gen. Unsere gesamten Verluste betrugen nur 10 Flugzeuge, da­von 7 über feindlichem Gebiet. In dem Verhältnis 10 zu 61 Abschüssen kommt die überlegene Tüchtigkeit und Kampfstärke unserer Luststreitkräfte überzeugend zum Ausdruck.

18000 Tannen versenkt.

Berlin, 28. August. (MTV. Amtlich.) Im Sperrgebiet westlich England wurden durck unsere U-Boote

18 000 Bruttoregistertonnen

versenkt. u

Der Chef des Admiralstabcs der Marine-

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Die Versenkung norwegischer Schiffe.

Kristiania, 28. August. (WB.) Die norwegischen Dll!kk«W veröffentlichen folgende amtliche Verlautbarung: Der nornM gische Gesandte in Berlin, der weisungsgemäß sich aus Anlatz der Versenkung des DampfersCommerstad" an das deutsch«! Auswärtige Amt wandte, hat von diesem die Zusicherung er­halten. daß die deutsche Regierung selbstverständlich keineswegs die Absicht habe, Norwegens Lebensmittelzufuhr außerhalb der Sperrzone zu verhindern, und daß alle nötige Genugtuung ge­leistet werden würde, falls dar Fahrzeug, was jedoch für un.