Dummer 201 Einjklpreig Z f£ B j,
Millmoch, den 28. August 1918
11. Jahrgang.
Ueue Tageszeit
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Schwerer Kampf zwischen Arras und der Somme. — Oesterreichst che Slurmerfolge in Albanien. 220V0 Tonnen versenkt. — Erfolge der Sowjettruppen. — Auch der Zarewitsch ermordet?
Der deutsche Generalstab ■ meldet:
W. T. K. Großes Aa-rpiquartLer. den 26. August Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppen Kronprinz Nupprecht und B o e h n.
Tagsüber schwerer Kampf zwischen Arras und der Somme, westlich von Arras jyrtff der Feind beiderseits der Scarpe an. Nördlich des Flusses blieben seine Angriffe vor unserer auf Noeux zurückgebogenen Kampflinie im Feuer liegen. Südlich der Scarpe wichen unsere Vortruppen den mit zahlreichen Panzerwagen und starker" Infanterie vorgetragenen feindlichen Angriffen auf Befehl auf die Höhe von Mouchy aus. Dort empfing den Feind das Feuer unserer zur Abwehr bereitstehenden Infanterie und Artillerie. Nach erbittertem Kampfe drang der Gegner über Mouchy und Gurmavpe vor. Unser Gegenangriff warf ihn an die Ostränder der Orte wieder zurück. Mehrfach gegen Ch-erisy gerichteter Ansturm brach vor den 'Orten zusammen. Unter starkem Einsatz von Panzerwagen setzte der Feind seine Angriffe beiderseits von Bapaume fort.
Nördlich von Bapaume waren die Höhe südöstlich von Mory und Bongnatre Brennpunkte des Kampfes. Auf der Höhe faßte der Feind nach mehrfachem vergeblichen Ansturm am Abend Fuß. Bengnatre blieb nach langem Kampfe in unserer Hand. Südwestlich von Bapaume setzte sich der Feind in Thilloy und Martinpuich fest. Im übrigen brachen die stier auf breiter Front bis zum späten Abend widevholten Angriffe des Feindes blutig zusammen. An ihrer erfolgreichen Abwehr staben preußische, bayerische und sächstsche Truppen gleichen Anteil. Bor und hin» ter unseren Linien liegen die zerstörten Panzerwagen des Fein, des. Leutnant Spielhoff schoß mit seinem Kraftwagengeschütz vier Wagen zusammen.
Südlich von Martinpuich drang der Feind über Dazentin ln Montauban ein. Im Gegenangriff warfen wir ihn aus Montauban wieder hinaus. Auch südlich von Montauban scheiterten feindliche Angriffe. Unsere Linie verläuft jetzt westlich von Flers, westlich von Longueval auf Maricourt.
Zwischen Somme und Oise lebte die Gefechtstätigkeit nur beiderseits der Avre auf. Bei örtlichen französischen Angriffen blieben Fresnoy und St. Mard in Hand des Feindes.
Nördlich der Aifne machten wir bei einem Vorstoß westlich von Estauvigny 100 Gefangene. Feindliche Angriffe brachen hier und nördlich von Pafly verlustreich zusammen.
Oberleutnant Lörzer, Leutnant Könnecke und Leutnant Holle errangen ihren 31., Leutnant Tstuny seinen 26., 27. und 28., Leutnant Laumann seinen 23., Oberleutnant Ereim seinen 21. und Leutnant Blume seinen 20. Luftsieg.
Der Erste Generalgnartierineistcr: Ludendorff.
Akrendbericht?
Berlin, 27. August, abends. (WB. Amtlich.) Schwerpunkt der heutigen Durchbruchsversuche der englischen und kanadischen Truppen lag südlich der Scarpe. Der Stoß ist beiderseits der Straße Arras--Eambrai in unseren Stellungen aufgefangen. Beiderseits Bapaume liitfc nördlich der Somme blieb die Kraft der feindlichen Angriffe gegen die Vortage zuriick: der Feind wurde überall abgewiesen.
Der österreichische Generalstab
meldet: =. .=
Wien, 27. August. (WB.) Amtlich wird verlautbart:
An mehreren Stellen der italienischen Front Artillerie- Äampfe und Patrouillengesechte. Vozen und Gries waren neuerlich drs Z'el feindlicher, aber si'-adloscr Fliegerangriffe.
Aus dom albanischen Kriegsschauplätze staben unsere siegreichen Truppen in Verfolgung des geworfenen Gegners südlich von Fieri und Berat Raum gewonnen: auch beiderseits des Torica-Tales (ein Nebenfluß des oberen Devoli), wo französische Abteilungen hartnäckigen Widerstand leisteten, wurden feindliche Stellungen erstürmt mrd der Feind zum Rückzug ge- Lwrmgen. ' ^
Der Chef deS GeneralstabeS.
!! Der knlgarische Generalstab '——— meldet: ———-
Sofia, 25. August. (WB. Nichtamtlich.) Eeneralstabsbe- richt.
Mazedonische Front: Im Westen des Ochridasees und im
Eernabogen kurze Feuerüberfälle auf beiden Seiten. Oestlich des Dopropolje beschoß eine feindliche Batterie eins unserer deutlich, gekennzeichneten Mikttärhospitäler. Nach Artillerievorbereitung griffen englische Infanterietrupps vor Tagesanbruch unsere vorgeschobenen Posten auf beiden Wardarufern an. Sie wurde aber durch Feuer zerstreut und erlitten ziemliche Verluste. Während des Tages war die Feuertätigkeit südlich Huma und beim Wardar, besonders nördlich des Dorfes Patul- bukowo, ziemlich heftig. Auf dem Vorgelände südlich von Va- rakli Dfchumaja griffen unsere Angriffstrupps zwei griechische Infanteriekompagnien an und zerstreuten sie trotz ihrer Ueber- zahl, wobei sie mehrere Gefangene machten.
Die Schlackt im Westen.
Berlin, 27. August. (WB.) Die neue deutsche Verteidigungsstellung zwischen der Oise und Aisne, gegen die sich die vergeblichen Anstrengungen der Fcanzoien 'n den letzten Tagen richteten, verläuft von Manicamp in südöstlicher Richtung durch das sumpfige Niederungegebiet der Ailelte und des Aisne- und Orsekanals bi« Pont St. Mard, zieht dann in östlicher Richtung über die unbewaldeten Höhenrücken westlich an Juvigny und Ehavigny vorbei uird wendet sich nordöstlich Asly nach Osten, um den das Aisnetal säumenden Hängen zu folgen. Am 25. August war besonders das Frontstück von Pont St. Mard, Pasly der Schauplatz erbitterter Kämpfe. In schneidig ausgeführten Gegenangriffen entrissen wir dem Gegner die am Vortage noch verbliebenen Stellungsteile ud stielten^sie gegen die immer wie- der voibrechenden Gegenangriffe. So wurde am frühen Morgen, noch ehe sich der dichte Nebel verflüchtigt statte, der Inselberg, südöstlich Pont St. Mard im Sturm genommen, ebenso die Ferme Malhotel südwestlich Erecy au Mont. Südlich von diesem Ort traf der deutsche Angriff auf einen von schwarzen und weißen Franzosen ausgeführten in dichten, liefen Wellen sich entwickelnden Angriff. In heftigem Ringen wurde er niedergeschlagen. Mehrere hundert Franzosen von vier verschiedenen Divisionen wurden als Gefangene eingebracht. Auch auf den Höhen südwestlich von Erecy au Mont wogte der Kampf hin und her, doch vermochten die Franzosen, trotz Einsatzes stärkster Kräfte in wiederholten Anstürmen keinen Geländegewinn zu erzielen zur Unterstützung der Angriffe nordöstlich Pasly. An dieser Stelle war in Soissons neben der Kahedrale Artillerie aufgefahren, ähnlich wie seinerzeit in Reims unter dem Schutze des ehrwürdigen Bauwerks. Bon allen Seilen wurde am 23. und 24. August das Artilleriefeuer auf die Angriffsstelle vereinigt. Welle auf Welle der französischen Sturmtruppen brach sich an dieser Ecke. Die Verteidiger erwarteten trotz des schwersten Feuers, das sie zermürben sollte, kaltblütig den Augenblick zum ülutign Empfang der immer wieder aus den Schluchten von Vauxrezis und Pommlers anlaufenden Franzosen. Restlos wurden sie abgewiefen. Im Anschluß an diese Abwestrkämpfe brachte uns am 25. August ein deutscher Vorstoß nördlich Pasly den Gewinn einer kleinen Geländeerhebung auf dieser Hochfläche.
Berlin, 27. August. (WV.) Die Zahl der bei den Kämpfen am 25. August zwischen Ailette und Aisne eingebrachten Gefangenen hat sich auf 650 erhöht. Nach dem westlich Clavigny am 26. August erfolgten neuen deutschen Vorstoß wurde die hierbei gewonnene Linie gegen zwei feindliche Angriffe voll gehalten.
Berlin, 27. Aug. '(WV.)' Die schweren Kämpfe zwischen Arras und Somme brachten den Feind am 26. August trotz erbitterter Anstrengungen und trotz Einsatzes aller Kampfmittel und frischer Truppen seinem Durchbru>chsziel nicht näher. Die deutsche Führung ffigte dem Feinde durch rechtzeitiges Ausweichen und unerwartete Gegenstöße immer wieder schwere Verluste zu.
Die Verbreiterung des englischen Angriffsraumes nach Norden über die Scarpe hinaus zwingt die britische Führung zu immer umfangreicherem Einsatz. Dennoch ringt sie seit dem 21. August, also bereits eine volle Woche, vergebens um die Enffcheidung. In genau derselben Zeit, das heißt vom 21. bis 27. März d. Js., hatten die Deutschen bei ihrem Angriff ans der Linie Mouchy—La Ferk den Feind bis über
Albert—Pierremont—Montdidier—Noyon hinaus vor sich Hergetrieben und ihm allein hierbei 90 000 Gefangene und mehr als 1300 Geschiitze abgenommen. Jetzt känrpfen viele Hunderttausende englischer Soldaten im gleichen Gelände. Trotz zahlenmäßiger Ueberlegenheit gewinnen sie unter schweren Verlusten nur langsam an einzelnen Stellen Raum, da die wuchttgen deutschen Gegenstöße sie immer wieder zurücktreiben und dem Verfolgungsfeuer unserer Batterien und Maschinengewehre aussetzen. Nach wie vor kann die auf französischem Boden käinpfende deutsche Führung nach Be- lieben die feindlichen Angriffe annehmen oder den Kampf ablehnen Der durch unsere siegreichen Offensiven geschaffene Spielraum bezahlt sich auch in dieser großen Be- wegungsschlackt. Er erleichtert den Deuffchen ihr einziges Vorhaben, eigenes Blut zu sparen und trotzdem die Kampf» kraft des Gegners erheblich zu schwächen.
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Ungeheure Verluste der Feinde.
Haag» 27. August. (D. D. P.) Die französisch-britischen Verluste sind infolge der fortgesetzten Angriffe ins Riesenhafte gewachsen. Man spricht in Londoner Militärkreisen offen davon, daß seit dem Beginn des Gegenangriffs, seit der „Eroberung der Handlungsfreiheit" rund 300 000 Briten und Franzosen, außer den Farbigen, teils tot, teils schwer verwundet find. Es stellt sich heraus, daß die Sturmwagenangriffe für die Mannschaften sehr unheilvoll sind, insofern als leichte Verwundungen viel geringer sind als schwere Schußverletzungen. „Der Sturmwagen hat sich ein Bein gebrochen, die Mannschaften» die unter seinem Schutze vorgingen, gehen kläglich zu Grunde/ so lautet ein aus London herübergelangter Frontbericht. Die Soldaten sind weit davon entfernt, den „Windhund" in der gleichen Weife zu preisen, wie es die englischen Zeitungen tag. lich tun. llebrigens schleichen sich auch in die Blätter und sogar auch in die Blätter Northcliffes die Klagen über de» Sturmwagen ein.
Luftangriff auf Smcm nng.
Berlin, 27. Aug. (WB.) Am frühen Nachmittag des 25. August griffen sechs Flieger des Vierverbandes Stadt und Bahnhof Luxemburg mit elf Bomben an.' Der Sach- ichaden ist gering. Verluste sind nicht zu beklagen.
32000 Tonne« versenkt.
Berlin, 27. August. (WTV. Amtlich.) In den Gewässern westlich von England versenkte eines unserer U-Boote fünf Fahrzeuge von zusammen
22,000 Bruttoregistertonnen.
Der Chef des Admiralstabcs der Marine.
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Der Seekrieg.
Bern, 27. Aug. (WB.) Der Lyoner „Nouvelliste" meldet aus New Bork: Der oon einem deutschen U-Boot aufgebrachte kanadische Dampfer „Triumph" fährt mit einer 46 Mann starken Prisenbesatzung des U-Bootes an Bord, mit zwei Kanonen bewaffnet und einem Funksprnchapparat berschen, in den Gewässern um die Küstenbänke Neuschottlands. Er versenkte bereits mehrere Fischerschiffe, deren Besatzungen in kandischen Häfen gelandet wurden.
Bern, 27. Aug. Nach einer Meldung der „Neuen Korre« spondenz" aus Madrid teilte eine Note des spanischen Staats-- Ministeriums mit, Deuffchland gewähre der Famllie des bei girier Schisfsversenkung umgekommenen spanischen Komi- ponisten Grenados eine Enffchädigung von 600 000 Pesetas. Die Entschädigungssumme sei durch einen notariellen Akt überwiesen worden.
Amsterdam, 27. Aug. '(WB.) „Algemeen Handels« blad" erfährt, daß heute früh von einem englischeil Flugzeug zwei Bomben auf ein holländisches Wachtfchiff in den Wielingen abgeworfen wurden. Die Boniben sielen unmittelbar neben dem, Schiff ins Wasser,,
- T v. ‘
Die Kriegsereignisse im Westen.
(Abgeschlossen am 23. August 1$18.) '■
Auf dem westlichen Kriegsschauplatz stand die abgelaust NS Woche unter dein Zeichen der außerordentlichen Vorbereitungen des Feindes zu dem erneuten Durchbruchsverfuch zwischen Oise, und Aisne, der sich in erster Linie taktisch gegen Sloyon, st rate-.


