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RomanvonAnnyWothL \ ^ ^ *7.
15) Nachdruck verboten.
Mirena stand im Augenblick neben ihm und f^t« ihren ssroßen Hut auf die rotschimmernden Locken.
Uebermütig griff sie nach dem blühenden Erdbeerkranz, den sie gewunden und warf ihn über den Weg hin in die blauen Wellen.
„Wenn der Kranz verblüht, wenn mein Herz gebrochen.
Hab ich Wiederkehr versprochen!" zitierte sie leise auflachend. „Sehen Sie nur, wie die Wellen die schimmernden, weißen Blüten forttragen. Lauter Glückssterne!"
Holger folgte mit stillen Augen der duftenden Spende, die auf den Wellen trieb, dann aber reichte er Mirena ausatmend die Hand.
„Also: Auf Wiedersehen. Frau Gräfin," verabschiedete er sich, tief den weißen Strohhut ziehend.
„Auf Wiedersehen," lächelte sie, „bei Mondenschein und Sternenlicht!" Noch ein strahlender Blick, und Holger schritt von dannen, den Weg entlang, der am Ufer hinführte, seiner Behausung zu. Mirena sah ihm lange nach.
Wie herrlich war doch Holgers Gestalt anzusehen, als er so sicher, so stolz, so hoch von dannen schritt. Ein Bild urwüchsiger Kraft und. Männlichkeit.
Mirena nahm lächelnd ihren roten Sonnenschirm auf, dann wandte sie sich und schritt den Weg. der nach dem anderen Ufer des Sees führte, wo ihr neues Heim lag.
Kein Blick mehr flog zum anderen Ufer, an dem Holger dahinschritt, hinüber. Sie fühlte aber immer den Blick, den Holger zu ihr herüber senden mußte.
Und tiefe schweigende Mittagsruhe ringsumher. Die Schwäne auf den blauen Wellen, die den Kranz forttrugen und Schwüle, bleischwere Schwüle in der zitternden Lust.
Was übte die Mark, dis sandige Mark mit ihren stillen, blauen Seen und duftigen Moosen doch für einen berückenden Zauber. —
Schwalben schoflen durch die Lust und kühlten ihre gkut- heisien Schwingen in der blauen, klaren Flut des Sees, als Mi
rena ln thv Haus *r<4 kas Haus» in Sm sle tzolger erwartete beim Mondenlicht.
Und jetzt brannte in dumpfer Schwüle die Mittagssonne.
12. Kapitel.
Holger Thoresen war, ohne den Blick noch einmal zu wenden, seinem Hause zu geschritten. Jetzt trat er langsam in den Garten. Beim Schließen der Pforte blickte er noch einmal über den See hinweg nach der kleinen, weißen Billa hinüber, die sich heiter in der blauen Flut spiegelte. Umsonst spähte er nach dem weißen Kleide Mirenas, dom lichtroten Schirm. Still lag das Haus, wie ausgestorben der Weg, nur ein schwarzer Schwan zog jetzt leise auf den blanken Wellen seine Kreise.
Holger trat tiefer in den Garten und nahm den Strohhut von der erhitzten Stirn. Noch hing fein Blick drüben an dem kleinen Hause der Gräfin Berghausen.
Ein Räuspern ihm zur Seite ließ ihn zusammenschrecken.
„Sind Sie verrückt, Pufemeyer," herrschte er einen älteren Mann an, der mit einer blauen Schürze angetan, sein rotes, von einem grau melierten Stoppelbarl umrahmtes Gesicht ihm voll zuwandte, während er eifrig benrüht war, mit einer blanken Sichel das Gras am Wege zu schneiden, „wie können Sie sich unterstehen, hier Maulaffen feil zu halten und mich zu beobachten."
„Habe ick jar nich jemacht," sagte Pufemeyer, bedächtig seinen grauen Kops schüttelnd, „ick wollte Ihnen man uff mir uffmerksam machen, denn sonst wären der Herr Thoresen jrade- weg über mir wegjestolpert, und da hätten wir uns beede Beene brechen können."
„Alter Quatschkopf." murmelte Holger grobs und schritt dem Hause zu, während der Alte zögernd mit schlürfendem Schritt nachfolgte.
Eine schlichte, kleine Brandae. von weißem blühendem Jasmin umwuchert, nahm Holger auf. Mißmutig warf er seinen Hut auf den Tisch und einige weiche Kiflen. die einen sogen ann- Faullenzor schmückten, durch das offene Fenster in das Parterrezimmer, das hinter der Veranda lag. Sich selbst aber streckte Holger tief aufseufzend in den behaglichen Stuhl und blickte dem langsam näherkommendeu Alten nicht gerade freundlich entgegen
„Det Mittageflen is lange fertig, un Stine schimpft wie
besessen," rapportierte der Alte, „weil ooch noch Besuch jekoms men ts, der durchaus bei uns eflen will, und Stine nich weeh, ob et ooch recht is, un ob et reicht."
„Pufemeyer, Sie werden in Ihrem ganzen Leben nicht klug und Stine noch viel weniger," sagte Holger seufzend. „Was faseln Sie nun bloß wieder von Besuch. Wo ist er denn?"
„Er schläft," sagte Pufemeyer bedächtig, und in seinen hellen, klaren, alten, blauen Augen blitzte es schalkhaft auf.
„Er schläft?" Hier bei uns? Wo denn?"
„Uff de Fremdestube, Herr Thoresen, da hat er sich jleich ' inquartiert."
„Er? Wer denn? Wie heißt denn der Kerl?"
„Heißen? Det hat er nich jesagt," entgegnete Pufemeyer, mit ganz unschuldigen Kinderaugen seinen Herrn ansehend, „ee meente man, er fei een alter Freind, und sticker vier Wochen bleibe er hier."
„Menschenkind, wie können Sie sich unterstehen, hier ohne meine ausdrückliche Erlaubnis jemand aufzunehmen, und noch dazu einen, den Sie noch nicht mal kennen. Sie sind doch wirklich noch diimmer, als die Polizei erlaubt, Pufemeyer."
„Det stimmt," entgegnete der alte Gärtner, Diener und' Kuffcher in einer Person, bedächtig, „denn de Polizei erlaubt jar nrscht, nich nwrf meine Dummheit, aber ick hätte mal sehen mögen, wie Sie det jemacht hätten, wenn hier plötzlich een piek, feiner Herr steht un sagt: Oeffnen Sie man die Bude, verehrtes, altes Haus, Ihr Herr und ich gehören zusammen roN Jagend an und die da, des Haules freundliche Hüterin" — damit meinte er Stine — ste „richte den Männern das Mabl,* indes ich Rast halte am Hevdfeuer der gastlichen Hütte." Ick bitte Ihnen nun, Herr Thoresen, det nennt er ne Hütte, und Feuer bei die Hitze hatten wir doch ooch nich. Mir war janz verwirrt und ick schloß ihm dann ooch de Fremdenstube uff, und da liegt er schon zwee Stunden und schläft. Ick hör et an'd Schnarchen und Stine meent, „der kann's jut" Un Stine hat nun hier den Tisch jedeckt und se meent, wenn der Mensch wirklich bleiben düt. dann kann er ja miteflen, und ick sollte mall fragen, ob ick vielleicht ene Pulle Roffpon oder ne alle Rüde^ heimer ruffholen soll."
Fortsetzung folgt.
sowie alle Drucksachen für behördlichen und familiären Gebrauch fertigt schnell, sauber und geschmackvoll an die
Neue Tageszeitung
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und um 47 2 Uhr an der Kirche des Stadtteils Fauerbach
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versteigert.
Friedberg, den 26. Aug. 1918. Der Bürgermeister 2. V.: Damm.
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In der Zeit vom 26. August bis 15. September 1918wird gegen die Lieferungsabschnitte 18 und 19 der Süßstoffkarien „H" (blau, und gegen die L»e>e run«,sabschmtte 3 und 4 der Süßstoffkarten „G" (gelb) von den Süßstoffabgabe- stellen Süßstoff abgegeben.
Es gelangen auf Abschnitt 18 und 19 je ein Briefchen bezw. 3 und 4 je eine Schachtel zur Ausgabe. Mit dem 15. September verlieren die Abschnitte 18 und 19 bezw. 3 und 4 ihre Gültigkeit. Nach diesem Zeitpunkt nicht abgerufene Sützstoffmengen dürfen von den Abgabestelleu frei verkauft werden.
Friedberg, den 26. Aug. 1918. Der Bürgermeister ,_ 2. V.: Damm.
Dekan,,trnachung
. Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der Friseur Friedrich Fürder inFried- berg als Hilfsfeldschütz für die Gemarkungen der Stadt Friedberg und des Stadtteils Fauerbach in Pflicht genommen worden ist und daß die er seinen Dienst als solcher angelreten hat.
Friedberg, den 26. August 1918. Der Bürgermeister
_2. V.: Damm.
Betr.: Vereidigung von Kon roll- beamten des Milchnezirks der Oberhejstchen Mttch- zenlrate.
Bekanntmachung
Ich bringe hierdurch zur öffeni- lichen Kenntnis, dag der Friedlich Joseph Glück zu Friedberg als Koittrollbeamter für den Bezirk der Oberhe,siechen Milchzen- trale durch Großh. Kreisamt Friedberg eidlich verpflichtet worden ist.
Frie-öerg, den 26. Aug. 1918. Der Bürgermeister 2. V.: D a m m.
der Gräflichen Glierfärflerei Arusdurg
im Fcldhcimer Waid bei Hungen, Dienstag, den 3. September 1918 nach Zusammenkunft 10 Uhr auf dem Antrieb im Hinterwald:
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