Ausgabe 
20.8.1918
 
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ist man damit um nichts näher gekommen, höchstens, Wa­rna n erreichte, ist, daß man die Deutschen wieder in die Defensive gezwrmgen hat. Was es heißen würde, ste in die­ser zu überwältigen, hat man in Flandern, in der Cham­pagne und in den Argonnon erfahren. Es wird zwar neue Berge von Leichen neue Heere von Krüppeln geben; aber t»ie entscheidende Niederlage der Deutschen nach menschlichem Ermessen kaum, sofern dieinnere Front" in Deutschland '.sich ebenso stark zeigt wie seine militärische.

Daß das geschehen dürfte, dafür hat der englische Außenminister Valsour mit seiner Rede am Donnerstag ge­sorgt, die jedem Deutschen zeigt, daß England nicht eher die Hand zum Frieden ansstrecken wird, bis Deutschland auf die Knie gezwungen und zur künftigen Ohnmacht ver- urteilt ist.

Mas ste gelernt haben.

Die Rückbeförderung der litauischen Gefangenen aus Deutschland ist bekanntlich seit einiger Zeit im Gange. Man begegnet jetzt bereits, wie dieWilnaer Zeitung" mitteilt zahlreichen ehemaligen russischen Heeresangehörigen, die nach jahrelangem Aufenthalt in Deutschland ihren Auge- hörigen wiedergegeben sind.Dabei ist es erfreulich," sagt das Blatt, festzustellen, wie die meisten dieser Zurückgekehr­ten ihrer Anerkennung über das in Deutschland Gesehene und Gelernte Ausdruck geben. Sie haben in deutschen Guts- Höfen gearbeitet, bei deutschen Bauern die hochentwickelte Kultivierung des Ackers kennen gelernt, sind bei großen Entwässerungsanlagen mit Drainage vertraut gemacht, haben die Sauberkeit des deutschen Bauernhofes schätzen gelernt. Diele versuchen, die deutschen Erfahrungen nun hier zu verwerten. Menthalben sicht man die Neubautätigkeit. Kleine Ziergärten entstehen vor den Häusern, saubere Zäune werden gezogen, kurz, man merkt so etwas wie deutsche Kultur arg verschriene deutsche Kultur. Bemerkenswert ist auch, daß viele Zurückgekchtte in den Dienst der neti-en Behörde treten."

WttdrijljriW der iMmichMeil JatiovaliMn

In Paris wird eine zweite Tagung der Emigranten oerunterdrückten" österreichischen Nationalitäten vorbe­reitet als Seitenstück zu der in diesem Frühjahr in Rom ab­gehaltenen. Es soll da der Welt glaubhaft gemacht werden, daß in Oesterreich die deutsche Knute über alle Anders­sprachigen gesäMnngen wird.

Wie stcht es damit in Wirklichkeit? Die Slawen haben chre eigenen Volks-, Mittelschulen, und Universitäten, fis können ihr Volkstum pflegen, wie es ihnen beliebt, nirgends werden sie im Gebrauch ihrer Sprache behindert, sie können im Abgeordnetenhause sprechen, was und wie sie wollen, und man kann nicht sagen, daß sie sich dort bescheiden und gedrückt in den Winkel stellen. Wie ist es vergleichsweise in Amerika das von den Tschechen dies- und jenseits der Front als das Land der Freiheit" gepriesen wird? Dort gibt es ja Städte in. denen die Zahl der Tschechen größer ist als in Prag. Chikago gilt nicht mit Unrecht als die größte tschechische Stad* .der Welt Freilich dürfen die Slawen auch dort ihr Volks­tum pflegen, aber nur aus eigener Tasche. Die Universität in Prag, die Technischen Hochschulen in Prag und Brünn .dagegen erhält der österreichische Staat. Allerdings kann auch in Amerika ein Tscheche in einen Verwaltungskörper gewählt werden, aber er muß englisch sprechen. Und doch ist es keinem eingefallen, deswegen über nationale Unter- örückung zu schreien. Was würde Wilson sagen, wenn auf Grund seinesSelbstbestimniungsrechtes" die Tschechen der Union verlangten, im Repräsentantenhause tschechisch reden SU dürfen, daß die Gesetze in tschechischer Sprache erscheinen müßten, daß Beamte, an die ste sich wenden, in tschechischer Sprache Bescheide zu erteilen haben? Alles Dinge, die in Oesterreich, dem angeblichenKerker seiner Völker", als selbstverständlich gelten.

Sehen wir nun, wie es demgegenüber dem deutschen Herrenvolke" ergehtl Vor dem Kriege betrug der Anteil der Deutschen an der BEkerung Böhmens 36 v. H., ihr Anteil an den Steuetzteiftungen des Landes aber 68 v. H. An öffentlichen Abgaben entfielen in Oesterreich rm Jahres- durcl'schnitt auf einen Deutschen 123 Kronen, auf einen Nichtdeujfchen nur 32 Kronen. Und wie wurden diese Gelder verwandt? Der Staatsvoranfchlag für 1913 sah für die Mittelschulen in Oesterreich 67 neue Lehrerstellen vor. Davon bekamen die tschechischen Mittelschulen Böhmens 34, die deutschen 12. Mährend aus 1000 Kronen Schulgeld tu' ganz Oesterreich 19,1 ©efrorrrrflPi? an Gymnasien entfielen, stellte sich dieses Verhältnis in Niederösterreich ans 9,9 in Böhmen auf 26, in Mähren »nd Galizien auf 31 und in Dalmatien auf 36 An Volksscbnlneubauten in Böhmen wurden von 1904 bis 1908 vorgenommen im deutschen Ge' biet 152, im tschechischen 211. Unter den rmtd 25000 Staatsangestellten waren nur 5000 Deutsche, während ihnen nach dem Bevölkerungsantei! 10000 zukamen, ein- Ver­kürzung, die einen sährlicknn Getmltsentgang von 15 Mil/ lionen bedeutet. Insgesamt zahlten die Deutschen Oester­reichs im Jahre 534 Millionen Kronen mehr an den Staat, als sie von ihm erhielten. 534 Millionen Kronen Jahres­geschenk für dieUnterdrückten"!

So sieht es in Wahrheit mit denarmen, unter­drückten" Tschechen und Südslawen aus. Mit diesem Schlag­wort stacheln die Demagogen von Prag und Laibach die Massen auf und treiben ihre Helfershelfer in Rom, Paris, London und Washington Bauernfang. Was bliebe ihnen Luch sonst als Grundlage ihrer maßlosen Politik, wenn sie sich nicht alsVerfolgte",Unterdrückte",Opfer von Persekutionen" hinstellen könnten?

AsjialtW»«gkn in Ae»Wa,d mi> Animlra"

Der Ausbau unserer Sozialversicherung hat Riesen­fortschritte gemacht. In den Jahren 1885 bis 1913 betrugen die Aufwendungen der Krankenversicherung für die Ar­beiter 5}4 Dkilliacden Mark, in der Unfallversicherung 2*£ Milliarden. Die Invalidenversicherung hat 1891 bis 1913 2% Millionen Invalidenrenten im laufenden Betrage von 1,8 Milliarden Mark bewilligt. Im ganzen haben die sozialen Versicherungen bei »ns bisher ( 1913 ) die Summe von rund 11 Milliarden an die Arbeiter ausbezahlt. Daneben sorgen Arbeiterschutzgesetzgebungs-Bestimmungen über die Arbeitsdauer der Jungarbeiter (und Frauen) und über Nücht- und Sonntagsarbeit für die soziale und gesund­heitliche Wohlfahrt unserer Arbeiter.

In Amerika ist das alles unbekannter Begriff (bei den andern sog. Entente-Kulturnationen auch. D. R.), jeder Ar­beiter und seine Familie kann dort täglich dem härtesten Elend anheimfallen. Die Stahlwerke in Pennsylvanien wurden im amerikanischen Senatsausschuß ganz zutreffend Schlachthäuser für Menschen" genannt, und in andern derartigen Industriezweigen sieht es ebenso schlimm aus. So find z. B. im amerikanischen Kohlenbergbau von 190019 i'.ber 25 000 Arbeiter ums Leben gekonimen und bei Be- trievs^äüen auf den Eisenbahnen (18901900) nicht weniger als 100 000 Arbeiter getötet, 250 000 erwerbs­unfähig geworden, ohne daß sie Anspruch auf soziale Für- sorge hätten.

Unsere Leser werden es kaum für möglich halten, daß wir vorstehende bedeutsamen Vergleiche zwischen deutscher und amerikanischer Arbeiterfürsorge demVorwärts" Num­mer 217 vom 9. 8. entnommen haben, dem Zentralorgan einer Partei also, die die deutschen Arbeiter immer als be­dauernswerte Ausbeutungsobjekte derherrschenden Klas- fen" und als Bürger minderen Rechts hinzustellen beliebt. Einer Partei, die jetzt mitten im Weltkriege um Sicherung unserer wirtschaftlichen Fortentwicklung gegen die Ver- nichttmgsabfichten unserer in sozialer Arbeiterfürsorge so rückständigen Feinde die so gut bewährte Verfassung des deutschen Bundesstaates umzuändern und nach dem Vorbild jener feindlichen Staaten umzumodeln bestrebt ist. Müßten alle selbständig denkenden Arbeiter beim Lesen dieser Ver­gleiche zwischen den sozialen Leistungen zugunsten der Ar­beiterbevölkerung bei uns und in Amerika, wie bei seinen auch parlamentarisch regierten Verbündeten nicht die Frage 'aufwersen, ob diese angestrebte Verfassungsänderung sich nicht als verderblich für die Aufrechterhaltung und den weiteren Ausbau der sozialen Arbeiterfürsorge, wie ste nur in. Deutschland besteht, erweisen werde? Müßten sie nicht zu der Ueberzeugung kommen, daß nur ein voller Sieg Deu^ch- lands über seine Feinde gekrönt durch einen Hindenburg. Friedensschluß dem deutschen Wirtschaftsleben für die Zu­kunft eine so kräftige, freie Entwicklung sichern kann, wie sie als Grundlage jener starken Belastung durch die sozialen Leistungen für die,Arbeiterschaft neben den nun neu hinzu­kommenden für unsere Kriegsinvaliden und Kriegerwitwen und -Waisen notwendig sein würde?

Unreitiges Kestrebe».

Von geschätzter Seite wird uns geschrieben:

Von Berlin aus wird eine Druckschrift verbreitet, die tur die Errichtung eines Riesendenkmals zur Erinnerung an die ungeheuren Leistungen des deutschen. Volkes in dem gegenwärtigen Kriege wirbt. Auch in Tageszeitungen wird bereits für den Gedanken Stimmung gemacht. Das zu schas- sende Denkmal soll geradezu ungeheure Ausmaße erhalten und alle bisher errichteten Werke gleicher Art, insbesondere auch das Völkersch'acbtdenkmal zu Leipzig, der räumlichen Ausdehntmg und-seinem künstlerischen Aufbau nach in den Schatten stellen. Für den Bau des Denkmals sind ge­waltige Mitte! erforderlich; wie sie zu beschaffen find, verrät der Verfasser nicht. Gerade diese Frage ist aber für die Oeffentlichkeit von außerordentlicher Bedeutung. Der Krieg hat das deutsche Volk vor ungeheure Aufgaben gestellt. Es gilt zunächst, die vom Krieg geschlagenen Wunden zu heilen. Dazu sind ganz außergewöhnliche Anstrengungen erford/r- lich und alle Kräfte und Mittel müssen zunächst zur Er­reichung dieser Ziele, namentlich im Interesse der Kriegs­beschädigten, der Witwen und Waisen, vereinigt werden. Erst wenn diese Ausgabe erfüllt ist, ist die Aufwendung großer Summen für Gedächtniswerke gerechtfertigt. Der Kampf gegen tmzeitige Bestrebungen der gedachten Art darf aber nicht einzelnen überlassen werden. Das ganze deutsche Volk muß einmütig in ihrer Ablehnung sein."

Dos Gejchrer der Korse.

In Siegfried JacobsohnsWeltbühne" beschäftigt sich Alfons Goldsckrmidt mit der Börsensteuer und dem Geschrei, daß die Spekulanten darob erhoben haben. Die Schilderung die er gibt, ist so treffend, das ihr weitere Verbreitung ge- geben werden soll:

... Keiner sprach ein ausrichtiges Peccavi. Aber sie haben doch gesündigt, sie haben entsetzlich gesündigt. Das mit den: natürlichen Kapitalsdrang ist ja nicht wahr. Effektenknappheit, Jnflaktion, Jndustriegewinne, Geld- ftüssigkeit; alles das trifft zu. Aber damit ist noch nicht die Peitsche entschuldigt, die Neberheizung, die Fieberinfizierung des Publikums, das Hjneinjcrgen der Witwen, Lehrer, Aerzte, Handwerker, all der Laien und Gimpel, die in der Börse ein Klondyke sehen. Etwas mehr Selbstkritik, meine Herrschaften. Hunderttausende habt Ihr geschluckt, Millionen t>abt Ihr geschlE, fett seid Ihr geworden!

Wie ist es nun mit der Erdrosselung? Noch keines StMer hat die Börse erdrosselt, so sehr die Börse auch geschrien hat. Auch die Kriegseinengung hat rhr nicht den Atem geraubt. Im Gegenteil: sie

hat sich gedehnt, sie hat die Wollust einer fast ungehemmten Spekulation bis zur Neige gekostet. Will man uns weis­machen, der GroebeEtempel würde sie erdrücken? Das glauben wir nicht... Man spricht von der Notwendigkeit des Gewinn- und Preiskletterns. Ja, wenn alles steigt: wes- halb Tollen die Stenern unten bleiben? Wenn alle Berufs­gruppen höhere Stenern bezahlen müssen: weshalb die Börsengruppe und ihre Genossen nicht? Man mag über die Steuermethode streiten, man mag den Stempel nach den Gewinnen staffeln: aber man soll das Grund sah ge schrei

lassen. Das wirkt höchst peinlich.

. Einige sagen, der Staat sei der Verbrecher. Er habe die Aktiengesellschaft fettgentacht. Hat er; wenn sich auch die Gesellschaften gerne nudeln ließen. Aber was kehrt sich denn die Börsenspekulation noch an Geschäftsentwicklungen und Gesckäftsmöglichkeiten? Das ist es ja gerade. Sie hat keine Verbindung mehr mit dem Geschäft. Sie hat drauflosgespielt und die faulsten Werte dieNonvaleurs" unheimlich über­wertet. Sie hat keinen Unterschied getnacht zwischen fundierten und nichtsundierten Unternehmungen, hat sich nicht um Sicherungsnotwendigkeiten und Umschwungsgc- fahren gekümmert. Sie hat nur gespielt... Rücksichtslos hat die Börse gespielt.

Leider gibt es auch eine Börsenpreße.

Eine Börsenpresse sollte es nicht geben. Eine Wirt- fchaftspresse muß es sein. Leider gibt es in der Börsenpresse Leute, die mit sonderbaren Waffen streiten ..

Wer die Dinge kennt, weiß, daß Goldschmidt kein Wort zuviel gesagt hat.

Wenn der Landwirt kaust!

Mir lesen in derDeutschen Tageszeitung":

Am die hohen Preise, die die Landwirte für alle Gegen- stände, die sie selbst für ihre Wirtschaft und zu ihrem persön- lichen Gebrauche zu kaufen haben, zahlen müssen, haben wir scbon des öfteren hingennesen. Manche dieser Fälle können wir nicht gut veröffentlichen, da es sich zum Teil um amtliche Stel­len handelt, die diese Preise vorschre'ben. Einen besonders be­merkenswerten Fall aber, der vor allem zeigt, wie der Tausch­handel heute sich entwickelt hat, der gleichzeitig bekanntlich als Zuflußkanal für den Schleichhandel dient, entnehmen wir der Lüchower Kreiszeitung" vom 13. August. Das Blatt berichtet wie folgt: ,

In welch skandallöser Weise oftmals unsere Landleute von manchen Geschäftsleuten übers Ohr gehauen werden, das möge ein Fall illustrieren, der uns berichtet wird: Eine Landwirts- familie aus dem Kreise Lüchow kaufte am Samstag in einem Schuhgeschäft in Salzwedel wir nehmen keinen Anstand, dasselbe zu nennen: es ist die Firma N. Dehr drei Paar Schuhe (davon waren zwei Paar Halbschuhe). Kriegsware, also Segeltuch mit diinnem Lederbezug, und mußte für jedes Pdsr 65 fünfundsechzig Mark bezahlen, dabei nahm der Geschäftsinhaber die mitgebrachten Lebensmittel, ohne die ja de: Bauer, leider, selbst die notwendigsten Gebrauchsgegen- nicht mehr kaufen kann, und die in diesem Falle aus VA Pfund Butter, 2 Pfund Speck und 50 Eiern bestanden, nicht etwa in Zahlung, sondern verlangte ste als selbstverständliche Zugabe! Es gibt viele Leute in der Stadt, die recht schnell bei der Hand sind, den Landwirt für hohe Preise der Erzeugnisse seiner Wirt­schaft verantwortlich zu machen, oft ungerechtfertigterweise, da der einzelne nicht schuld ist an den Berhältniffen in welch unverantwortlicher Weise ober manchmal dem Bauern das Fell über die Ohren gezogen wird, kommt in der Regel nicht an die Oeffentlichkeit. Man darf erwarten, daß sich der Staatsanwalt mit dem obengeschilderten Fall beschäftigen wjrd.

Lohnende Hausluchnngeu.

Erbitterte Klagen werden alle Tage vom platten Lnndr über die ehrenkränkende peinliche Durchforschung der Bauern­gehöfte nach etwa verheimlichten Nahrungsmitteln laut. Wir haben diesen berechtigten Beschwerden oft schon Ausdruck gegeben und gefordert, daß man schon um der ausgleichenden Gerech­tigkeit willen dann auch vor den Haushaltungen der Städte nicht haltmachen, sondern auch hier mit gleichem Eifer an ge­eignet erscheinenden Stellen nochforschen solle, dann werde man hier viel größere Erfolge haben, als draußen auf dem Lands» und es werde die hier notwendig verbitternd wirkende An­schauung verwischt werden, als wb man nur in jedem Land, mann einen geborenen Berstindiger gegen die zahllosen Nah­rungsmittelverordnungen erblicken müsie. Wie gut begründet diese unsere Auffassung ist, das scheint folgende derVoss. Ztg." (394) aus Schwerin i. M. zugegangene Drahtnachricht zu be­stätigen:

DieMecklenburgische Zeitung" berichtet, daß in den Ostseebädern Arendsee und Bvunshavpten ein Riesen-Schleich- handel aufgedeckt wurde, an dem fast alle Gasthöfe und Ve- wirtungshäusr': der beiden Orte beteiligt sind. Die Rostocker Staatsanwaltschaft hielt jetzt Haussuchungen in allen Frem« denhäusern ab. Tie Vorräte an Lebensmitteln sind so groß, daß nicht soviel Beamte auszubringen sind, um gründlich durchzugreifen. (Wohl, weil zu viele von chnen mit den Haussuchungen in den zerstreut lugenden Bauernhäusern be­schäftigt sind. D. R.) Die großen Wirtschaften hatten sich z. T. mit 510 000 Eiern ein gedeckt; Schinken, Speck, Mett­würste, Butter waren in großen Mengen vorhanden. Sie wurden durchschnittlich mit 1520 Mark das Pfund bezahlt. Zentnerweise waren Mehl, Grieß, Grütze, Graupen, Roggen und vor allem Zucker eingehamstert Phantasiepreise wurden für Kakao und Honig gezahlt. Kücken. Hühner, Enten gab es in großer Anzahl. Zahlreiche Fremdenhaufer hoben sich außerdem mit dem doppelten und dreifache» Fleisch ibres An»