Ausgabe 
20.8.1918
 
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Nummer 19^ Gnstlpreis

10 Pfennig die Nummer

Dienstag, den 20. August 1918

11. Jahrgang.

Ihn? Tageszertun

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Zwischen An re und Oise heftige Kämpfe. Scheitern aller Angriffe; fchmere Verluste der Feinde.

13000 Tonnen verdenkt.

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Der deutsche Generalstad m=~^= meldet: =====^_iaj

W. T. K. Gvaßes H»»ttptqirartLev» den

19. August Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Ruppre'chk.

Südwestlich von BailleuF folgten stärkstem Feuer englische Angriffe zwischen Meieren und Merris. Sie wur­den in unseren vorderen Kcnnpslinien abgelviesen. Beider­seits der Lys rege Erkundungstätigkeit des Feindes. In irrtlichen Gefechten nördlich der A n c r e schoben wir unsere Linien vor und machten Gefangene.

Heeresgruppe Generaloberst v. Boehn.

Zwischen Ancre und Oise am frühen Morgen hef­tiger Feuerkanrpf. Der Feind stieß mehrfach zu starken Teilangriffen vor.

Südlich der Somme scheiterte ein Angriff australi­scher Truppen gegen Herleville. Nordwestlich von Roye hatte ein eigener Vorstoß Erfolg. Französische Angriffe beiderseits der Straße AmiensRoye wurden überall, teilweise im Gegenstoß, abgewiesen. Mehrere Panzerwagen wurden zerschossen, einige von unsrer Infantrie durch Hand­granaten außer Gefecht gesetzt. Ebenso brach dicht südlich der Avre mehrfach wiederholter Ansturm des Feindes zu­sammen. Der Gegner drang in den Westteil von Beuv- reignes ein; wir nahmen die dort kämpfenden Truppen an den Ostrand des Ortes zurück. Nordwestlich von Lasstgny schlugen wir feindliche Teilangriffe und mehrfach wieder­holte Vorstöße ab. Weitere Angriffsversuche hielt unser Feuer nieder.

Zwischen Oise und A i s n e begann am frühen Nach­mittage starker Artilleriekampf. Gegen Abend griff der Feind nach stärkster Feuersteigerung zwischen Carlepont und südöstlich von Nouvrou an. Unsere vorderen Truppen hiel­ten in mehrstündigem erbitterten Ringen den feindlichen Ansturm auf, der überall vor unseren Kampfstellungen zn- sani men brach.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der V e s l e beiderseits von Braisne bei aufleben- dem Feuerkampf kleinere Infanteriekämpfe.

Der Erste Generalguarliermcister: Ludendorff.

Abendberichl.

Berlin, 19. August. nb-ndZ. (WTB. Amtlich.) Westlich von Chaulnes und nördlich Roye sind feindliche Angriffe gescheitert. Zwischen Avre und Oise tagsüber heftiger Kampf. Französische Angriffe auf breiter Front brachen unter schweren Verlusten zusammen. Zeittoeilig Artillerie- iätigkeit im gestrigen Kampfabschnitt zwischen Oise und Aisne.

Der österreichische Generatstab 1======== meldet:

Wien, 19. August (WB.) Amtlich wird vcrlantbart: An der Piave wurden italienische Erkundungsversuche ver­eitelt.

Der Chef des GencralsiabeS.

Der bulgarische Generalstab meldet: ==i

Sofia, 16. August. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs­bericht.

Mazedonische Front! Nördlich von Bitolia und im Cernabogen war die beiderseitige Feuertätigkeit zeitweise lebhafter. Westlich von der östlichen Eerna vertrieben wir durch unser Feuer feindliche Jnfanteriegruppen, die sich unserer Sicherungslinie zu nähern versuchten. Nördlich von Makovo und in der Moglena-Gegend für uns günstige Pa- trouillengefechte. Im Wardar- und im Strunra-Tale lckIvache Feuertätigkeit

Vizefeldwebel Fizeler schoß im Luftkampf ein feind­liches Flugzeug nördlich von Bitolia ab.

Sofia, 19. August. (WB.) Generalstabsbericht.

Mazedonische Front- Int Tale des oberen Skumbi zer­streuten unsere vorgeschobenen Posten nach Nahkampf meh- rere französische Sturmabteilungen. Bei Bitolia, im Cerna­bogen, westlich deS Tobvopolje und auf beiden Seiten des Wardar war di? beiderseitige Feuertätigkeit zeitweilig ziem­lich lebhaft. Oestlich des Wardar wurden englische Jn- fanterietrupps, die sich an ntehreren Stellen unseren vorge­schobenen Posten bei dem Dorfe Natschukowo zu nähern ver­suchten. durch Feuer zerstreut. Im Wardartale beiderseits lebhafte Fliegertätigkeit.

Das türkische Hauptquartier -- meldet:-

Konstantinopel, 18 .August. (WB.) Amtlicher Tages­bericht.

Paläftinafront: Stellenweise erhöhte beiderseitige Ar­tillerietätigkeit. Auf dem östlichen Iordanufer wiesen wir einen feindlichen Erkundungsvorstoß ab. Zwischen Jeru­salem und d?m Jordan viel Bewegung beim Gegner. Un­sere Flieger warfen rn.it Lutem Erfolge Bomben auf Rebellen­lager bei Tafile und Maan. Auf den übrigen Fronten nichts von Belang.

13000 Tonnen versenkt.

Berlin, 18. August. (WB. Amtlich.) Unsere U-Boote haben im Kanal und westlich davon feindlichen Schiffs­raum von 13 000 Brt. versenkt.

Der Chef des AdmiralstabeS der Marine.

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Stockholms Tagbladet" schreibt über die britischen U- Bootsfallen: Daß dieBaralong" als der Typ dieser Fahr­zeuge hingestellt wird, macht Großbritannien wenig Ehre; und verschiedene Kriegslisten, die von den U°Bootsfallert angewandt wurden, tragen in hohem Grabe zur Verwilde­rung des Seekrieges bei. Dies gilt vor allem für'die Anek­dote, mit der dieTimes" ihre Schilderung beschließt, die übrigens nicht den ersten Fall darstellt, in dem deutsche U- Boote bei der Rettungsarbeit beschossen wurden. Natürlich tragen derartige Erfahrungen dazu bei, die also Bedrohten immer weniger geneigt zu machen, denen, die sich den An­schein geben, Schiffsbrüchige und Nichtkämpfer zu sein, zu helfen.

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Amsterdam, 17. August. (WB.) Nach einer Angabe des Telegraaf" berichtet der Führer des Fischerfahrzeuges Scheveningen 84" noch über die Versenkung zweier eng­lischer Zerstörer vor der holländischen Küste, daß von dem zuerst torpedierten Schiffe ein kleiner Teil der Besatzung, von dem zweiten wahrscheinlich die ganze Besatzung er­trunken ist. Nach der Torpedierung suchten französische Wasserflugzeuge die See nach Unterseebooten ab, ohne aber etwas zu finden. Gegen mittag fuhr ein englischer Geleit­zug aus dem Wasserweg aus. Die ihn begleitenden Torpe­doboote schienen ein U-Boot entdeckt zu haben, denn es wurde heftig ins Wasser gefeuert.

Erfolge nn lerer Fuftstreitkrirfte.

Bern, 18. August. (WB.)Petit Paristen" meldet aus Rouen: Stadt und Weichbild von Rouen sind in der Nacht zum 17. August von deutschen Flugzeugen angegriffen wor­den. Calais ist in der Nacht zum 17. August mit etwa 50 Bomben belegt worden. Einige Häuser wurden schwer be­schädigt. Menschenleben sind nicht zu beklagen. In der gleichen Nacht wurde mich Dünkirchen von deutschen Fliegern bombardiert-

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Fliegerangriff auf Donen.

Berlin, 19. August. (WB.) Unsere Luststreitkräfte Wäret: in den Tagen vom 13. bis 16. 8. wieder außerordent­lich tätig. Trotz teilweiser ungünstiger Witterung wurden

u. a. die Städte Dünkirchen, Calais, Voulogne, RouM, Amiens und Epernay mit 250,349 Kilogramm Bomben, so­wie Truppenansammlungen im Sommegebiet mit Wurf­granaten und Maschinengewehren angegriffen. In der Nacht vom 15. zum 17. flog infolge Bombenabwurfs das Munitionslager von Veuvry unter ungeheuren Explosionen in die Lust. Es entstand ein Brand, der weitere Explosionen, zur Folge hatte.

Der Gegner verlor in diesen vier Tagen 87 Flugzeuge , und zwar 79 im Luftkampf und 8 durch die Flak. Acht 1 Ballone wurden von unseren Fliegern brennend zum Absturz gebracht.

Oberleutnant Loerzer errang seinen 29. und 30., Leut­nant Bolle seinen 30., Leutnant Könnecke seinen 30., Leuts nant Udet seinen 54., 55. und 56. Lustsieg.

Rußland.

Die Tschccho-Slowakcn in Irkutsk.

Basel, 19. August. Nach einer Havasmeldung berich­ten die französischen Zeitungen aus Washington: Das

Staatsdepartement kündigt an, daß die Tschecho-Slowaken und die sibirischen Truppen Irkutsk genommen und dort eine Regierung errichtet haben, die sich an der Seite der Entente für den Krieg mit Dentlchsand erklären wird. Bei der Einnahme der Stadt wurden 250 Tschecho-Slowaken getötet, 11 verwundet.

StratzenkLylpfe in Petersburg.

Stockholm, 19. August. In Petersburg sind die Verhältnisse äußerst gespannt. Am Doniwrstag haben, nachdem die Bevölke­rung wieder drei Tage ohne Brot geblieben war, ernste Un­ruhen begonnen, Große Umzüge wurden von den Arbeiter­vierteln nach der Mitte der Stadt veranstaltet und gipfelten in dem Rufe:Nieder mit dem Kreml, nieder mit den Deutschen!" Zwischen dem Alexander-Newski-Kloster und dem Smolny-Insti, tut kommt es täglich zu Strahenschlachten zwischen den Kund­gebenden und der lettischen Schützengarde. Die Donnerstags­schlacht allein forderte gegen 100 Todesopfer. Bis Frei­tag abend war Petersburg fest in den Händen der Bolschewisten. Den Ruf:Wenn nur die Deutschen erst kämen!" hört mal»

hier auf Schritt und Tritt.

Kriegszustand?

Moskau. 19. August. Im Moskauer Kreml findet: unter dem Vorsitze Lenins dauernd Beratungen statt, die sich mit der durch das japanische Eingreifen geschaffenen Lage besoffen Le­nin hält an seinem Entschlüsse fest, keinen Krieg zu führen. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß die Regierung durch den Gang der Ereignisse gezwungen sein wird, an Ja­pan den Krieg zu erklären. Die Bevölkerung stcht NEN krie» getuschen Verwicklungen durchaus feindlich gegenüber.

Zürich, 19 August. DieReue Korrespondenz" meldet aus Paris, daß nach einer Erklärung des Amtsblattes vom 16 Aug. der förmliche Kriegszustand Rußlands mtt Eng­land und Frankreich eingetceten fei. Gleichzeitig wird aus Rewyork gemeldet: Die Vereinigten Staaten erkläre«

amtlich den Abbruch aller Beziehungen zu der Regierung der Bolschewisten in Rußland. (An den Berliner amtlichen Stel« len liegt keine Bestätigung dieser Meldung vor.)

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Kiew, 16. August. (WB.) Aus Samara wird berichte^ daß sich dortselbst ein Komitee der Mitglieder der konstituie« renden Nationalversammlung bildete, das sich als allrussische Regierung ansieht. Die Majorität besteht aus Sozialrevo- lutionären. Die Militärgewalt liegt in den Händen der Tschecho-Slowaken, denen in militärischer Hinsicht auch das Komitee unterworfen ist. Dem Komitee ist ein Vertreter, der Entente zugeteilt.

Bedrohlich ist die Lage nicht.

DieNeue Zürcher Nachrichten" schreiben zu den jüng< sten Erfolgen unserer Feinde:

Eigentlich bedrohlich ist aber darum die Lage der Deut» scheu noch lange nicht. Um das zu wissen, genügt schon ein Blick ans die Frontkarte. Uebrigens ist es cubch im freudigen Betonen der anderen S<:te enthalten, Paris und Amiens seien jetzt entsetzt. Gewiß ist das etwas, sogar viel. Aber dem großen Ziel, dem eigentlichen Ziel der E:ttente, dev Vertreibung der Deutschen aus Nordfrankreich und BelgieL»