Ausgabe 
19.8.1918
 
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Uexfemt.

Nomanvon Anny W o! h e. ^

Nachdruck verboten.

Sparen Sie sich alle überflüssigen Redensarten, Herr Eraf, entgegnete Aga kühl,und sagen Sie mir unumwunden, was Sie zu mir führt."

Die Liebe, mein gnädiges Fräulein," ga-b Horst mit einem l-sisen Lächeln zurück, und dieses Lächeln stand ihm gut. sehr gut. Die etivas schlaffen, matten Züge des blaffen Gesichtes belebten sich die feinen Nasenflügel zitterten leicht und aus den Augen brach ein schimmernder Funke, dem. wie er selbst oft lachend be­hauptete, keine Frau widerstehen konnte.

.Darf ich Sie um Aufklärung bitten, mein Herr."

Gewiß, mein gnädiges Fräulein, wenn Sie mich anhören wollen."

Aga deutete leicht mit der Hand auf einen Seffel und sich langsam, Horst gegenüber niederlaffend, sagte sie müde:

Wollen Sie zur Sache kommen/Herr Graf."

Ich bitte Sie dringend, mein gnädiges Fräulein, nicht diese förmliche Anrede. Es gab eine Zeit, wo wir uns anders nannten, und wenn ich jetzt auf diese Zeit zurückkomme, so möchte ich Sie bitten, nur das nicht als eine Taktlosigkeit zu deuten, sondern als eine Notwendigkeit, der ich mich leider beu­gen muß."

Wollen Sie fortfahren. Graf Nordkirch?" sagte Aga rachig, als er plötzlich schwieg und ihr, als erwarte er eine Antwort von ihr. forschend ins Antlitz sah.

Ich bitte, Herr Graf," sagte Aga verbindlich, und es war, als spiele jetzt ein leises Lächeln um ihre Lippen.

Horst senkte die Augen zu Boden. Dieses Mädchen mit dem durchdringenden lick war wirklich höchst unbequem.

Mit einem tiefen Atemzug warf er das dunkelblonde Haar, das ihm in einer dicken Locke genial in die Stirn fiel, zurück und sagte, mit der feinen Hand leicht über den dunklen Soitz- bart streichend:

Sie haben noch nicht vergeffen. mein Fräulein?"

Nein." gab Aga zurück,und ich werde nicht vergeffen."

Ein leichtes sarkastisches Lächeln flog über die Lippen Ncrdkirchs, so daß die weißen, breiten Zähne leuchtend unter uem dunkelblonden, dichten Schnurrbart hervorblttzten.

Mein Fräulein." sagte er mit einem so warmen Laut in der Stimme, von dem er auch gern behauptete, daß er den Frauen gefährlich war,verzeihen Sie. wenn ich ein wenig

lache.

Das Pfarrcrstcchterleln vom Müggelsee, das konnte so sprechen, aber Aga Holsten, die geftierte Künstlerin, nicht. Wä­

ren Sie noch die Aga von rfrtfc bei Gott, ich wSre nicht zu sekommen. aber die Aga von heute ist groß genug, mn -u verstehen, zu begreifen und zu verzeihen."

Sie überschätzen mich. Graf Nordkirch Aga Holsten ist noch immer die Aga. die sie einst war. Cie hat genau dieselbe spießbürgerliche Ansicht über Liebe. Ehre. Pflicht und wie sonst die schönen Dinge alle heißen, und Aga Holsten kann Ihnen heute nur ebenso wie früher sagen, daß unsere Lebenswege weit aus ei nand er g ehen."

Darin täuschen Sie sich, mein gnädiges Fräulein," errtge-g- nete Horst mit unerschütterlichem Gleichmut,unsere Wege gehen zusammen. Wissen Sie, was mich hergefiihrt?"

Meine kleine Schwester hat mich verständigt, aber ich bin natürlich weit davon entfernt, diese Kinderei ertfft zu nehmen, und ich hätte Sie. Herr Graf, gewiß nicht empfangen, wenn ich rncht die Gelegenheit wahrnrhmen wollte, endgültig mit Ihnen abzurechnen."

Ah? Also doch?"

Eifersüchtig, mein Herr Graf, wollten Sie sagen? Bitte, leugnen Sie nicht. Die Selbstgefälligkeit, die Ihnen diese Aus- saffung diktiert, ist ja wirklich zu bescheiden, aber ich bin so un­glücklich, nach dieser Seite hin Ihre Illusionen völlig zerstören zu müssen"

Laffen Cie den Spott. Aga. er steht Ihnen nicht, und ich möchte Sie nicht gern häßlich sehen. Sie. die ich einst geliebt und verehrt habe, wie man einen Gott verehrt."

Jetzt lachte Aga. Es klang so lustig, so herzsroh, so launig, daß es Horst war, als höre er Märchengeflüster und doch durste das nicht sein, nie mehr.

Sie find ein Phantast, Graf Nordkirch. denn sonst hätten Sie nicht vergeffen. daß ich zur Zeit Ihre Verehrung mit einer Ballerina der Hofoper, die Ihr Vermögen vergeudete, und der armen Müllerliese, die Sie in den Tod gehetzt haben, teilen mußte. Ich war nur so anspruchsvoll, keine anderen Götter En mir dulden zu wollen allerdings eine maßlose Arro. ganz von so einem dummen Pfarrerstöchierlern, das noch an Liebe und Treue glaubte wie an den Heiland. Doch nun ohne alle Umschweife. Graf, was wollen Sie hier?"

Ich bitte Sie um die Hand Ihrer Schwester Hansi." Aga schloß die Augen Nie, nie. schrie es in ihrer Seele. Sie antworten mir nicht, meine Gnädigste?"

Nie?" Aga hatte es jetzt fast laut geschrieen.

Doch, ganz gewiß, mein Fräulein," gab Horst von Nord- kirch mit fester Stimme zurückHansi wird mein, ob mit oder gegen Ihren Willen, das überlaffe ich ganz Ihrer Einsicht. Ich liebe Hansi, und ich will sie besitzen. Binden Sie dem Kinde die Hände, und ich werde die Ketten zerreißen. Daß ich die

Macht habe, weiß ich. Sie haben mich schon einmal im eencrtt. Sie waren die einzige der Frauen, die ich gekannt und begehrt hatte, die es gewagt hat, mich abzutun. Darum rache ich mich jetzt, meine schöne Feindin, ober nichts Böses will ich Ihnen tun. sondern das Liebste, was Sie haben, will ich glücklich machen."

Teufel, sagte Aga verächtlich,Sie überschätzen Ihre Macht. Ich weiß es wohl, daß Sie mit greulicher Bosheit dem Kinde nachschlichen, um sich durch tausend Schmeicheleien in das un­bewachte Herz des jungen Geschöpfes zu stehlen, aber ich weiß auch, daß ich Hansi lieber mit eigener Hand töte, ehe ich sie Ihnen ausliefere."

Gemach, gemach, mein Fräulein. 'Wie theatralisch dar klingt. So was bestraft das Gesetz, das wiffen Sie ja. Inl übrigen ist die Sache viel einfacher als Sie denken."

Ich weiß zwar, daß Sie meinen Versicherungen wenig Glauben schenken, und wie könnten Sie auch, aber es ist wirk lich ft, ich liebe das reizende, hübsche Kind und will es haben. Natürlich habe ich sie nur gern, weil sie Ihnen, Aga, so ähnlich ist Eine neue Ausgabe des einstigen schwarzhaarigen Piacrc.' - töchterlein in blond. Alte Zeiten werden da lebendig. Aga. süße, alte Märchenbilder. Ich sehe die Heide, den Miftacg." und den Dämmeritzsee. Ach, wie wir lustig mit weißen Segeln über die krausen Wellen flogen. Und ich sehe die Birken mn dem leise rauschenden Gezweig, und Träume werden wcrck. Träume, Aga!"

Genug, mein Herr. Spinnen Sie Ihre Märchemrän' allein, soweit und soviel Sie wollen, aber Hansi soll lein Obftlt für Ihre nimmer rastende und begehrende Seele sein. Hansi wird nie Jh: Weib, ft lange noch ein Atemzug in mir ist."

So wird sie es gegen Ihren Willen, verlassen Sie sich da­rauf."

Hansi steht unter meinem Schutz und unter denn ihres Vormundes. Das ist vorläufig genug."

Nordkirch lachte, ein häßliches, hartes Lachen, dann aber sagte er, sich von ftinem Sitze erhebend, und ein paar Schritte aus Aga zutretend:

Liebe und Leidenschaft, verchrteste. haben Sie nie gekannt, aber dieses Kind, das Sie glauben zwingen zu können, wird es Ihnen zeigen, was Liebe ist. Nur noch eine Frage beantwor­ten Sie mir. Wollen Sie Frieden oder Krieg? Ich kämpfe um mein Pfarrerstöchterlein, und Sie?"

»,>Zch kämpfe nicht, mein Herr," sagte Aga hoheitsvcll und wies mit unzweideutiger Gebärde nach der Tür.Ich kämpfe nicht, mit Ihnen nicht!"

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