Persern t.
Roman von Anny Wothe. ] '
3) Nachdruck verboten.
Das Antlitz Agas, auf welches letzt voll das Licht der großen gelbverhängten elektrischen Lampen fiel, wurde noch um einen Schein bleicher, als sie mit kühler Hand über das erregte Eesichtchen d>sr Kleinen strich und zärtlich sagte'
„Träume sind Schäume, Haust. Warum sollte dir Graf Nordkirch nicht mal Rosen schenken, das tun ja andere Herren bei paffender Gelegenheit auch."
Haust sah schwärmerisch die Atelievd-ecke an und dann der Schwester? in die grauen Augen. „Ach weiht du, Aga, aber Rordkirch — der ist doch so ganz besonders, denke mal, zweimal habe ich ihn schon getroffen, wenn ich des Morgens in die Malstunde ging. Grüßen tut er, sage ich dir. als wäre ich eine .Königin, und Augen macht er dann immer, sieh mal, so — das ist ganz fürchterlich schön?"
Aga zag schützend den blonden Kops des jungen Mädchens an ihre Brust. Eine unsagbare Angst um das junge Geschöpf dort zog in ihre Seele — sie wußte es selbst nicht, warum. Dieses Kind zu hüten und zu beglücken, war doch die höchste und schönste Aufgabe ihres Lebens.
,.Drr, Aga, was denkst du? Meinst du, daß ich ihn morgen sehe?"
„Wo hast du ihn denn getroffen, Hansi?"
„Ach. immer in der KöniggrÜtzerstraße, in der Nähe des Brandenburger Tores."
..So wirst du von morgen ab die Bellevuestroße entlang gehen. Hast du verstanden, Hansi?"
Das junge Mädchen sprang erzürnt auf und stand nun mit blitzenden Augen der Schwester kampjbereit gegenüber.
„Du gönnst mir auch rein gar nichts," sagte sie und stampfte zornig den kleinen Fuß auf, und die blonden Locken aus dem glühenden Gesicht streichend, fuhr sie fort: „Meinst du viel- lercht, ich will auch so eine alte Jungfer werden, wie du? Nein, das fallt mir gar nicht ein, ich will mein Leben genießen und nuch freuen. In der Malstunde haben sie alle einen — einen Verehrer nämlich - und wo mal so 'n rares Huhn wie ein Verehrer auftaricht, do soll ich ihm noch ausweichen. Nein Aga, das tue ich nicht. Ich will auch Rosen und Liebe im) nttes das, was in den Büchern steht. Du" — sie stockte — wie bleich und gebrochen die Schwester doch ausfah — „du freilich" -- fuhr sie zögernd fort, „du kennst und brauchst so was alles nicht. Du hast deine Kunst und -ie genügt dir und wenn es dir nur .zu langwellig wird, berauscht du dich an Freund Hol- gers Dichtungen und weiter — siehst du - weiter geht's nicht!"
Kehannimachmig
Die zur Zeit im Umlauf befindlichen
Gierkarten
werden vom 7. ds. Mts ab für ungültig erklärt. Sie werden zu folgenden Zeiten in Zimmer 9 des Stadthauses umgetauscht:
Bezirk I Nr. 1—450 Mittwoch vormittag ;
Bezirk I Nr. 451 und höher Mittwoch nachmittag,'
Bezirk ll Nr. 1—450 Donnerstag vormittag;
Bezirk 11 Nr. 451-900 Donners-
T)as große blaffe Mädchen, das mehr als zehn Jichre alter mar, als das junge, gliückoerlangende Geschöpf, legte zärtlich iund ohne eine Spur von Bitterkeit den Arm um die schmalen Schultern der Kleinen. Wohl war es in ihrem Herzen soeben heiß aufgewallt bei den schomingslosen Worten Hansis, aber sie zwang sich doch zur Ruhe und sagte freundlich-
„Mein armes, dummes Kleinchen. Du wirst noch so gut wie ich einsehen, wie schnell die Rosen des Glückes entblättern, aber ich möchte dich gern davor bewahren, daß du selbst als entblätterte Rose in den Staub sinkst. Vater und Mutter habe ich es einst gelobt, über dich zu wachen, und nichts, Hansi, nichts wird mich davon zurückhalten, mein Gelöbnis zu halten."
Wie hart und fest die stahlgrauen Angen blicken konnten, und Hansi kannte den Blick. Scheu legte sie das weiße Kinderhändchen in die große, weiße, kühle Hand der Schwester.
„Du, Aga, ich will ja auch durch kve Vellevuestraße gehen," sagte sie halb trotzig, halb zärtlich, „aber weißt du, Augen hat der' Rordkirch, Donnerwetter, ich finde sie bildschön! Du auch?"
"Ja", — sagte Aga gedankenvoll. „Als ich so alt war wie du, da habe ich sie auch sehr schön gesunden."
Hansi sperrte das rosige Mäulchen weit auf und starrte entsetzt in das Gesicht der Schwester-
„Du — du auch?"
„Natürlich " lächelte Aga müde. „Er war ja früher oft in Verghausen. Das weißt du ja."
Eine Weile schwieg die Kleine, dann aber sah sie schelmisch lächelnd zu der Schwester auf und sagte treuherzig:
„Du, Ag.a, wenn du ihn vielleicht willst — ich gebe ihn dir!"
Nun lachte auch Aga. Wie das klang! So glockenrein, so früh! ings frisch.
„Du willst nicht?"
„Nein, Hansi, ich verzichte dankend, aber nun geh schlafen. Schatz, es ist spät, und du mußt morgen früh in die Malstunde. Mirena scheint uns unnötig in Angst versetzt zu haben — es ist mehr als zwei Uhr. Der Zug, der sie von Verghausen hätte herführen können, muß längst hier sein. Vielleicht kommt sie morgen."
„Ach. die," entgegnete Hansi geringschätzig, ihre goldblonde Haarmasse zusammetlrasfend und am Hinterkopf leicht mit einem goldenen Pfeil aufsteckcnd, „ich mag sie nicht, deine Mirena. Immerzu tut sie totunglücklich und unzufrieden, und dabei hat sie das süße kleine Kind und sonst noch tausend schöne Dinge, die andere nicht haben".
„Das verstehst du nicht, Kleines, geh jetzt schlafen, ich
Danksagung.
ÄM Um
in Batist, Wolle u. Seide, in allen Grössen.
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Bezirk II Nr. 901 und höher Freitag vormittag;
Bezirk III Freitag nachmittag. Friedberg, den 3. August 1918. Der Bürgermeister _ I. V.: Damm.
Impfung 1918.
Die diesjährige Impfung der imp>pstichligen Kinder in der Stadt Friedberg findet statt am Mittwoch, den 7. und Mittwoch, den 14. August in der Musterschule, nachmittags 4V 2 Uhr Es können gebracht werden: 1. Alle im Jahre 1917 geborenen Kinder. 2. Die noch aus früheren Jahren rückständigen Kinder. 3. Kinder aus den ersten Monaten des Wahres 1918. 4. Kinder, die auswärts geboren und ungeimpft hier zugezogen find.
Aus Familien mit ansteckenden Krankheiten dürfen Kinder nicht vorgestellt werden.
Fri-chberg, den 5. August 1918. Der Bürgermeister.
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wache noch eine Stunde. Mirena kommt noch heute, ich fühks es, «nt» ich möchte nicht, daß sie mich schlafend findet, wo ihre Seele vielleicht in Angst und Not fft, und sie meine Hilfe bedarf."
Hansi schnippte etwas wegwerfend mit dem Finger.
„Ach bitte, Aga, werde nicht cruch sentimental. Ich kann es bei dir absolut nicht leiden, du. die Große. Ruhige, Feste und dann mit Mirena um die Wette jammernd über alles Unverstandensein, nein. Aga, das tue nicht."
Wieder das klare, helle Lachen. „Nein. Hansi, habe keine Sorge. Mirena und ich, wir sind grundverschieden, daß wir wohl niemals gleiche Wege gehen können. Du weißt aber, wie sehr sie auch unserm guten Vater ans Herz gewachsen war^ und daß ich in guten und bösen Tagen ihr stets treu zur Seite gestanden habe. Schlaf wohl. Hansi."
Das zunge Mädchen küßte die ältere Schwester stürmisch und eilte hinaus. Wie ein weißer Schmetterling flatterte sie von dannen, und als die dunkle Samtportiers schon lange hinter der jungen Gestalt gefallen, stand Aga noch und starrte der Schwester nach.
Da schob sich dann auch noch einmal der blonde Lockenkopf zwischen den dunklen, grünen Vorhängen hindurch und mit einem reizenden Lächeln um den rote« Wund rief Hansi der Schwester zu:
„Du, ich gehe auch morgen ganz gewiß durch die Bellevue- stvaße."
„Sie ist ein Kind, ein süßes Kind." sagte Aga gedankenvoll, das weiche zur Erde geglittene Vä'.enkell wieder über das Lager breitend, dessen goldene Säulen oft brennende Fackeln schmückten, während heute das Lager ttef im Schatten lag. nur matt von den gelb verhangenen Lampen beleuchtet. Schon streckte Aga die Hand aus, auch heute die Fackeln zu entzünden. Es sollte bell und licht sein überall, festlich, wenn sie kam/"die Müde, Gebrochene. Verirrte, aber gleich darauf ließ Aga die Hand wieder sinken.
„Rein, Mirena muß erst lernen, das Licht zu schauen," sagte sie recht gedankenvoll.
Dann trat sie hier und da an eine Lampe heran, dieselben löschend. Der große, weite Raum, das Atelier lag nun im Dämmerlicht. Die großen Wandgemälde, welche die beiden Längsseiten des Saales Einnahmen, v aren im tiefsten Dunkel. Nur die weißen Marmorgruppen, die hier und dort standen, glänzten gespenstisch zwischen den dunkel verhüllten Staffeleien, Vildstudien und Skizzen cmf. Langsam zog jetzt auch Aga den weißen Malkittel, den sie trug, von den Schultern.
Fortsetzung folgt.
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