Dummer 182
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Dienstag, -en 6. August 1918
Ueue TageszeM
11. Jahrgang.
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Steüenweis anflrveude Fenertätigkeit. — 16090 Tonnen versenkt. — 5915 feindliche Flugzeuge
seit Kriegsbeginn vernichtet und erventet.
Der deutsche Generalstnk ll meldet:
M. K. Großes KttupLzttartter, de» o. August AurtlLch.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz NrrppreHt.
, An der Front zwischen Ypern und südlich von Moni- didier nahm die Feuertätigkeit am Abend zu und blieb auch die Nacht hindurch lebhaft. In Flandern, nördlich von Albert und beiderseits der Somme wurden Vorstöße des Feindes abgewiesen. Nördlich von Montdidier nahmen wir unsere ans dem Westufer der Avre und des Dom-Baches stehenden Kompagnien ohne feindliche Einwirkung hinter diese Abschnitte zurück. Bei kleineren Unternehmungen südwestlich von Montdidier machten wir Gefangene.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
An der Besle hat die Feuertätigkeit zugenommen. Er- Älgreiche Vorfeldkämpfe südlich von Conde und westlich von Reims. Nach Abwehr feindlicher Teilvorstöße wichen unsere Nachhuten stärkerem Angriff des Gegners auf Fismes öe- fehlsgemäß auf das nördliche Vesle-Ufer aus.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Westlich der Mosel, in den mittleren und oberen Vogesen wurden Vorstöße des Feindes abgewiefen. Im Sund- aau machten wir bei eigener Unternehmung Gefangene.
jfi , jt -
Dizefeldwebel Thom errang seinen 27. Luftsieg.
Der Erste Generalquartiermcistcr: Ludendorff.
Abendberkcht.
Berlin, 8. August, abends. (WB. Amtlich) Oertliche Kanipfe an der Vesle,
Der österreichische Generalstak —— 1 - ■ meldet: == 3
Wien, 5. Arrgust. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Nirgends größere Kampfhandlungen.
Der Chef des Generalstabes.
Das türkische Hauptquartier
meldet:
Konstantinopel, 4. August. (WB. Nichtamtlich) Generalstabsbericht.
Palästinafront: Unsere Stellun gen und das Hai Mt'
gelände lagen auch gestern stellenweise unter heftige i- feindlichen Artilleriefeuer, das von uns kräftig erwidert wurde.
Afrikanische Front: Bei Dfchesara östlich Tripolis
stürzte ein feindliches Flugzeug ins Meer. Die Insassen wurden gefangen genommen. Das Flugzeug wurde eingebracht. Am 4. Juli belegten drei feindliche Flugzeuge M"- rata mit Bomben. Zwei feindliche Torpedoboots befeuerten die Küste. Es sind keine Verluste und keine Schilden zu verzeichnen.
Die Schlacht im Westen.
Der Gegenstoß Foch's nur eine Zwischenhandlung.
Und das Ergebnis der Schlacht und damit die Kennzeichnung de: Lage am Ende des vierten Kriegsjahres? Sie ist ans der ganzen Presse Frankreichs und Englarrds erkennbar. Niemand erwartet, wie nun Fr--H den errungenen Erfolg aus- niitzen, wie und wo er seine Offensive sortsetzen werde, sondern alle fragen mit einer gewissen Unruhe, wen wird der nächste Schlag der Deutschen treffen? Niemand glaubt im Ernste da- «rn, daß die letzten Kämpfe zwischen der Marne, SoissoNs und Reims die deutschen Reserven aufgebracht haben, sondern jedermann weiß, daß der Gegenstoß Fochs nur eine Zwifche-nhand- lung war, trotzdem darin der Gewalt-Haufe der Angrisfstruppen der Alliierten eingesetzt worden ist. Es ist dem Oberbefehls-
Haber der Alliierten nicht gelungen, der deutschen Obersten Heeresleitung die Freiheit des Entschlusses und des Handelns zu entreißen.
Die Frontri-cknal.me hn Reims.
Berlin, 5. August. (WB.) Die Ausführung unserer Bewegungen in der Nacht zum 2. August erfolgte wie an der, Hauptfront auch südwestlich Reims, nachdein alles, was dem Feinde hätte zweckdienlich sein können, zurückgeschafft oder zerstört worden war. Alle vorhandenen Bestände und Munitionsdepots waren beizeiten zurückgesührt; auch, die Ernte war zum großen Teil eingebracht. Der Abmarsch der Truppen, die in der vordersten Linie gestanden hatten, geschah ohne einen Mann Verlust in der Nacht. Am Morgen beschoß der Feind noch mit seiner Artillerie ausgiebig die Höhe 240 westlich von Vrigny und die Talmulden unseres alten Kampfgeländes, die längst von uns geräumt waren, ein Beweis, daß er nichts gemerkt hatte. Am Nachmittag des 2. August fühlte er vorsichtig mit Patrouillen an unsere zurückgelassenen Postierungen heran und folgte dann in Marschkolonnen über Merry in der Richtung Germigny und Janvry und auf Gueur. Dies war der willkommene Augenblick für unsere Artillerie, dem Gegner durch zusammengefaßtes Vernichtungsfeuer schwere Verluste zuzufügen. Er wurde zur Entwicklung und zum Angriff gegen unsere Nachhutstellung gezwungen. Oestlich Gueur vorgehende Kavallerie wurde in alle Winde zerstreut. Auf dem linken Flügel kam ein feindlicher Angriff auf die Höhen bei Germigny zum Stehen. Durch das tapfere Aushalten des deutschen Artillenebeobachters bei der Rosnay Ferme, welcher das deutsche Feuer auf die nachfolgende französische Infanterie hervorragend leitete, wurde der Feind gegen Abend von den Höhen bei Germigny wieder zur Umkehr gezwungen Ebenso flutete die bei Moizon vorgehende Infanterie zurück. Unsere Nachhuten bei Thillois verwehrten dem Gegner dort das Ueberschreiten der Reimser Straße. Es endete der Versuch des Feindes, die Zurücknahme unserer Nachhuten zu stören, am 2. August abends unter schwersten Verlusten für ihn selbst. Er wagte nicht weiter vorzudringen. Auch unsere Nachhuten lösten sich nach vollständiger, gelungener Durchführung ihrer Aufgabe in der Nacht zum 3. August unbehelligt vom Feinde los. Unsere noch vor denselben ausharrenden Patrouillen und Maschinengewehre fügten heute Vormittag dem Feinde bei seinem Vorfiihlen weitere Ver- Inste zu. So trug auch diese Opration wesentlich dazu bei, den Feind in seiner Kampfkraft zu schwächen.
16 000 Tonnen versenkt.
Berlin, 4. August. (WB.) In den Gewässern um England vernichteten unsere Unterseeboote 16 000 Brt.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Die feindlichen Flugrengverlnste.
5915 Flugzeuge.
Berlin, 6. Aug. (WB.) In den vier Kriegsjahren verlor der Verband nach den bisherigen Feststellungen 5915 Flugzuge, während Deutschland bisher nur 1927 einbüßte. Allein im letzten Jahr sind von den Deutschen 3617 feindliche Flugzeuge vernichtet worden, das heißt fast das Doppelte der in den gesamten ersten drei Kriegsjahren abgeschossenen Flugmaschinen des Verbandes. Neben der rasch steigenden Bedeutung der Luftwaffe zeigen diese Abschußzahlen, wer in Wirklichkeit die Luft beherrscht. 430 abgeschossenen Fesselballonen der Entente stehen 163 vernichtete Ballons auf deutscher Seite gegenüber.
Die Beschießung von Parts.
Genf, 5. Aug. Wie Havas meldet, ist Paris heute wieder aus weittragenden Kanonen beschossen worden.
Die GejWlkojieil -cs Weltkrieges.
Berlin, 5. Aug. (WB.) Die Gesamtkosten des Weltkrieges für die vergangenen vier Jahre sind airf 650 bis 700 Milliarden Lu veranschlagen. Von dieser Riesensumme
entfällt noch nicht retn Drittel auf die Mittelmächte. Am Ende des vierten Kriegsjahres betrugen die monatlichen Kriegskosten der Entente 15.3 Milliarden Mark gegen nur 5,8 Milliarden Mark Kriegskosten der Mittelmächte. Nach dem Ausscheiden Rußlands und Rumäniens erreichen die nwnatlichen Kriegskosten der Entente also fast das Dreifache der Vierbnndskosten. Auch die Anleihepolitik der Mittelmächte ist vielfach erfolgreicher als die der Entente. Bisher hat die Entente von den 500 Milliarden Mark Kriegskosten nur 125,6 Milliarden fundiert, die Mittelmächte von den 186 Milliarden Kriegskosten aber 134,5 Milliarden Mark. Deutschland brachte mit acbt Kriegsanleihen -88 Milliarde» oder 71 Prozent seiner Knegsanleihen langfristig auf, gegen 32 Prozent in England und 30 Prozent in Frankreich. Die Mittelmächte deckten ihren Anlerhebedarf ausschließlich im eigenen Lande, während Frankreich und England gewaltige Summen im Anslande ausgenommen haben.
Gine Frontreile Wilsons?
Bern, 5. Aug. (MB.) „Popolo d'Jtalia" teilt mit, . Präsident Wilson werde in absehbarer Zeit in Begleitung mehrerer Mtglieder der amerikanischen Regierung und des amerikanischen Senates die Front der Alliierten besichtigen.
Innerhalb Jahresfrist ;n Ende?
Rotterdam, 5. August. George hat am letzten Tage vergangener Woche Vertreter des Hafenarbeiterverbandes in Liverpool empfangen, die unter ihrem Vorsitzenden Wilson bei ihm erschienen. George verbreitete sich ausführlich über die allgemeine militärische und politische Lage und sprach die Ueberzeugung aus, daß der Weltkrieg nunmehr innerhalb Jahresfrist zu Ende gehen würde. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß das bevor^ stehende Jahr das letzte des Weltkrieges fei und daß man der Entscheidung nicht mehr fern stehe.
In ähnlicher Weise hat sich der französische Kriegssekre- tär dafür eingesetzt, daß der Krieg im Frühling 1919 seine Entscheidung finden werde. Bemerkenswert ist, daß Abrami gleich seinen französischen Kritiker stndet, denn Renaudel erklärt in der „Humanite". Frankreich habe ein Anrecht darauf, zu wissen, worauf die Regierung ihre Versicherung gründet, daß das Frühjahr 1919 die entscheidende Wendung bringen werde. Es wäre eine schwere Verfehlung, wenn man solch Hofnnngen nur erregte, um das Mißvergnügen wegen der Einziehung der Achtzehnjährigen zu dämpfen
Rußland.
Erfolge der Tschecho-Slowaken.
Karlsruhe, 5. August. Das „Berner Jntelligenzblatt^ meldet aus Kopenhagen: Hier eingelaufene Telegramme
besagen, daß die Tschecho-Slowaken Orenbnrg eingenommen haben. Orenbnrg ist eine wichtige Stadt im südlichen Ural an der Bahnlinie nach Afghanistan.
„Central News" meldet, es sei den Tschecho-Slowake« gelungen, durch Ueberraschung sich der großen Eisenbahn* brücke von Syzran zu bemächtigen. Auf diese Weise haben die Tsckjecho-Slowaken die Verbindung mit dem äußersten Osten wiederhergestellt.
Das Verhältnis zwischen Sowjetr-gierung und Entente.
Wien, 4 . August. (WV.) Die „Neue Freie Presse" schreibt? In den letzten Tagen waren Gerüchte verbreitet, daß zwische« England und den Bolschewiki der Kriegszustand eingetreten sei. In politischen Kreisen ist eine solche Nachricht nicht eingetroffen. Das Gerücht ist dahtzr mit starkem Vorbehalt anfzunehmen. Da« Verhältnis zwischen der Sowjetregierung und der Entente ist naturgemäß sehr gespannt, da die tschecho-flowakischen Brigade» in Wirklichkeit Ententetruppen sind und die Regierung in Moskau sich in vollem Kampfe mit diesen Aufständischen befindet. Beide Teile — die Entente und die Bolschewiki — • haben e» jedoch bisher vermieden, diesen tatsächlichen Zustand auch wirk» lich und rechtlich hervortrcten zu. lasten, und rechtlich hcrrcrtreten zu lasten.
Das „Neue Wiener Tageblatt" schreibt zu derselben Mela düng: Die Zentralmächte haben bisher leine Ursache, ander»
als mit Gewehr bei Fuß die ebenso sonderbare wie beklagen« werte Entwicklung der Dinge in GroßRußklnd zu betrachte».


