Meinung gebildet, Herr o. KÄhlmann Habs weichen müssen, weil sr friedensfveun'dlich und zu offenherzig gesprochen habe. Derselbe Glaube wird von den Urlaubern von der Front gemeldet.
Die Freude, in solcher Weise nicht nachträglich» sondern i« Verechnung für die Zukunft Stimmung iur Herrn von Küht- mann zu machen, ihn sogar für den Frieden mit Rumänien zu küben, bei dom wir nicht nur vom Feinde, sondern auch von unseren sogenannten Freunden übers Ohr gehauen worden sind, wollen wir Herrn Conrad Hauhmann umso weniger verderben, als er ja für einen verflossenen Gesinnungsgenossen und M- künftigen Parteifreund plaidiert, aber über die Merkwürdig, keit, datz der Pariser „Tempo" vor der Veröffentlichung Hautz. wanns sich füt das Wiederkommen Kühlmmms in besonderer Weise kapriziert hat, kommen wir nicht ganz hinweg. Der Artikel Hauß'nanns datiert vom 30. Juli, bereits am 19. Juli ober war im „Temps" zu lesen:
Kühlmann erwartet mit Sicherheit in 6 oder 7 Monaten als Kanzler wieder zur Regierung zu gelangen. Er glaubt, datz er dann Gelegenheit haben werde, sein Friedensprogramm zu verwirtlichen.
Und in seiner Nummer vom 22, Juli schreibt der „Temps" wörtlich:
Herr von Kühlmann wird wieder in die Diplomatie evn- treten. Der Besprechung von Prestekommentaren. laut wel. chen die ReichstagsmehrhLitsparteieu Herrn von Kühlmann die Kandidatur für das Reichstagspräsidium angebpten hätten, besagen mehrere Organe, daß diese Nachricht für den Augenblick nicht bestätigt sei. Die Presseagentur fügt hinzu: Man vermutet, daß Herr von Kühlmann nicht die Absicht habe, die Kandidatur für das Reichstagspräsidium anzunehmen, umso mehr als es nicht unmöglich ist, datz er in Bälde eine Funktion im diplomatischen Dienst wieder übernehmen mutz.
In der „Reuen Zürcher Zeitung" vollends, deren notorische Dsutschfeindlichkeit selbst vom ..B-obachter" wiederholt festge- worden ist, wird mit allein Nachdruck für Kühlmanns Wiederkehr eine Lanze gebrechen. Conrad Hautzmann, der „Temps" und die „Neue Zürcher Zeitung" für Herrn von Kühl- mann — der Verabschiedete kann sich wirklich nicht verlassen fühl ent
ftitoitflifcfftfiifit Mn mid hM-mle.
Kürzlich besprach die „Frankfurter Zeitung" die Organisierung' der Kriegswirtschaft in Deutsch e Ostafrika. Sie schilderte dabei eingangs zunächst die Lage der Lebensmittelversorgung, die sich infolge der alsbald einfetzen-den Absperrung der Kolonie im wesentlichen völlig mit der des Mutterlandes deckte:
„Für die eiste Mobilmachungszeit war zwar durch die verhältnismäßig bedeutenden sichtbaren Vorräte der Kaufleute und Händler die Deckung des Bedarfs gewährleistet, — für eine nicht allzu ferne Zukunft erhob sich aber alsbald die Frage, woher die zur Ernährung der Truppe, des ungeheuren Trostes von farbigen Trägern und der hinter den Fronten arbeitenden Zivilbevölkerung erforderlichen Lebensmit- lelmeny-en beschafft werden sollten. Es galt, bei de» Stämmen des Innern den Anbau von Reis, Hirse, Mais, Kartoffeln. Weizen in jeder nur ordentlichen Weise zu steigern, durch eine vernünftige Preispolitik das Interesse des Er- zeugers an der Hebung der Produktion zu fördern und gleich, zeitig den Verbraucher vor Uebervorteilungen und wucherischer Ausbeutung zu schützen."
Dieses Ziel: Hebung der Produktion und Sckutz d« Konsumenten wurde erreicht durch „unmittelbar nach Kriegsausbruch erlastene und entsprechend den wechselnden Bedürfnisten geänderte Höchstpreisverordnungen". Die „Frankfurter Zeitung" gibt ftir die Entwicklung der Höchstpreise keine Ziffern- mäßigen Belege, aber es ist ja selbstverständlich, datz sie sich den Produktronsbedingungen angepatzt haben mästen, entsprechend der Absicht, ,>as Intereste des Erzeugers an der Hebung der Produktion zu fördern". Es ist bemerkenswert, datz das demokratische Blatt dieses Vorgehen der Schutzgebietsbehörden als durchaus gerechtfertigt und geboten betrachtet, bemerkenswert um deswillen, als man bekanntlich iw eigenen Lande ein anderes Verfahren für richtig hält. Hier wird als geeignetes Mittel zur Förderung des Interestes der Erzeuger an einer Produktionssteigerung der Arbeitszwang betrachtet und jeder Versuch, die Gestehungskosten landwirtschaftlicher Produkte mit den Höchstpreisen in ein einigermaßen erträgliches Verhältnis zu bringen, als wucherische Ausschreitung des „Agrariertums" gvr weiteren Aufhetzung der Stadt gegen das Land ausge. schrien. Als die mehr als-bescheidene Erhöhung der Getreide^ preise kam. wurde sie von der Sozialdemokratie zu „Millionen- Verdiensten der Landwirtschaft" umgcfälscht, und von der Reichstagstribüne herab vernahm man aus sozialdemokratischem Munde den Satz: „Trotz der allgemeinen Teuerung fordert
dt- Landwirtschaft höhere Preise." Dieses „trotz" ist bezeich- r.-end für die wirtschaftlichen Einsichten, die jenen nur auf Demagogie gestellten Kreisen eigen sind. Rings um die Landwirtschaft bestecht freie Preisentwicklung: die Förderung der Produktion in der Industrie ist von der Militärbehörde in weitsichtiger Weise und in richtiger Erkenntnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge von vornherein dadurch erreicht worden, datz ickan durch die Behandlung der Preise als einer absolut sekun- dären Frage den wirksamen Anreiz zur Prodickttonsoermehrung schuf: die Preisentwicklung auf allen Gebieten ist von Jahr zu s^ahr, von Monat zu Monat, manchmal sprunghaft, eine gewaltig auffteigende gewesen; niemand wundert sich, wenn er für Handwerk er l eistn n gen. wenn er.für sonstige Vediirfniste das Vielfache des früheren Preises bezahlt. Nur die Leistungen der Landwirtschaft wurden eingeschnürt in das System der Höchstpreise; nur sie konnte nicht der Preisentwicklung rings um sie her sich anpasten. nur ihr blieb der Anreiz zur Produktionsförderung durch eine „vernünftige Preispolitik" vorenthalten. Von ihrem Patriotismus wird erwartet, und bezeichnenderweise bisher im grotzen und ganzen mit Erfolg, datz sie, auch ohne dis
der Iuoufttte gewährten hohen Preise, auch ohne die den Mn* nittonsarbeitern für reguläre Arbeitsleistung bewilligten Lohn- steigerungen. ihre vaterländische Pflicht in der Produktion der Ernährung erfüllen würde, selbst angesichts der Notwendigkeit, in steigendem Matze unter den Selbstkosten zu produzieren^ Statt datz die Einsicht der grundsätzlichen Gegner der Landwirtschaft so weit gereicht hätte, um zu begreifen: wegen der allgemeinen Teuerung mutz die Landwirtschaft höhere Preise fordern, verschließt man die Augen vor der Vernunft, sagt „trotz", und schreit die bares Geld auf ihre Pflichterfüllung noch obenauflegende Landwirtschaft als wucherische« Schädling aus.
Innerhalb der einzelnen Wirtschaft hat naturgemäß das System der ungenügenden Höchstpreise dahin geführt, daß ein krastes Mißverhältnis eintrat zwischen dem Wort der Pro. dukte bei der Ablieferung, und dem Wert, den sie beim Gebrauch in der eigenen Wirtschaft haben. Das mutzte notwendigerweise von vornherein dir Zwangsbewirtschaftung mit ihrer restlosen Erfastung illusorisch machen Sehr treffend kennzeichnet die naturnotwendige Folge dieser falschen Politik Dr. Schiele in einem Aufsatz des „Größeren Deutschland", wo er schreibt:
Der Hauptfehler unseres gegenwärtigen Wirtschaftssystems ist, datz wir dem Landwirt seine Ernte zur Hälfte des Produktionspreises abdrücken, zur Hälfte desjenigen Wertes, den sie im engen Kreisauf seiner eigenen Wirtschaft für ihn selbst bedeutet. Der wirkliche Wert entsteht außerhalb aller Willkür in einer genauen Schweiß- und Arbeitsrechnnug, dis der Bauer mit seinem Widerpart, der kargen Mutter Erde, führt. Nun ist es durchaus berechtigt, datz der Dauer auch die Kriegsnot fühlt. Krieg ist Vauernplage, und der Bauer will kein Kriegsgewinner sein. Das haben die deutschen La dwirte am Anfang des Krieges bewiesen, als sie sich selbst unter das Gesetz der festen Preise stellten. Der «Landwirt soll und will Opfer bringen. Aber das gefährliche ist die völlige Beschlagnahme aller Arbeitsfrüchte zu ernem falschen Preise. Sie ist Raubbau an der Arbeit: sie unterbricht die regelmäßige Wiederkehr des Wertes der Anstrengungen im ewigen Kreislauf der Arbeit mit der Natur. Wenn nun die Kräfte erlahmen. so ist die Folge: Der Boden entzieht sich langsam immer mehr dem Getreidebau und die tätigen Arme entziehen sich langsam immer mehr dem Landbau. Die Ernte wird kleiner statt größer, weil die Anstrengungen kleiner statt großer werden, weil die Ansttengungen in ein immer größeres Mißverhältnis zum wiederkehrenden Wert geraten. Wir erleben das, was in unserer Kriegslage das allerverkehrteste ist: der Boden wendet sich dem Gemüsebau zu, das Geld wcrn. dett zum Bankier oder in die Kriegsanleihe und die Arbeitskraft wendet sich irgendwelcher Selbstversorgung zu. Ohne Boden. Geld und Arbeit gibt es aber kein Vrotkorn.
Und der Standpuntt, den die „Frankfurter Zeitung" für die ostaftitanffche koloniale Landwirtschaft als durchaus richtig anerkennt, während sie für feine Anwendung auf die deutsche Landwirtschaft bisher noch keine Lange gebrochen hat, der Standpunkt der „vernünftigen. Preispolitik wird von weiten Kreisen Sachverständiger und Einsichtiger als das A und O der ganzen Frage größtmöglicher Ausnutzung unserer Ernährrmgs- basis erkannt.
Jever Bauer erfahrt jeden Tag. datz es außerhalb seiner eigenen Produktion nichts gibt, auf das der ftoie Verkehr nicht vielfach preissteigernd gewirkt hat. Ihm aber wird für jedes Ei und jedes Pfund Obst und jeden Kohltopf der Preis toi Amtsblatt vorgeschrieben, nebst der notigen Strafandrohung bei lleberschreitung. Daß dabei die Produktionsfroudigkeit eine Förderung erfahren sollte, können am allerwenigsten die Kreise erwarten, die für die Bezahlung gesunkener Arbeitskraft in der Industrie ein Vieffaches der früheren Entlohnung als eine Solbstoerständlichkeit fordern. Wenn sich die Folgen einer solchen widersinnigen Preispolitik in ihrer Wirkung auf die Produktton, in ihrer Nebenwirkung auf die Zwangsbewirtschaftung der Nahrungsmittel nicht in steigendem Matze bis zu schließlich katastrophalem Umfang auswachsen sollen, dann fft es Zeit, daß man wieder die Vernunft in ihre Rechte setzt, und daß man die deustchen Landwirte nicht schlechter behandelt, als die ostafrika- mschen Farmer und Eingeborenen, denen selbst die „Frankfurter Zeitung" den Anspruch auf eine „vernünftige Preispolitik,, konzediert.
Uom Felde
der Ehre.
Friedberg. Dem Kanonier Mar Kühner wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasie verliehen wegen besonderer Tapferkeit vor dem Feind. Die Hessische Tapserkeitsmedaille besitzt er schon.
Getttnau. Dem Unteroffizier Wilh. O st h e i m VIH. in einem Landst.-Jnft.-Regt., vor kurzem zum Sergeanten befördert, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen.
Aus der Heimat.
Friedberg. Freunde gediegener Dkusik seien auf das nächsten Mittwoch Abend toi Saale der Erotzh. Blindenanstalt statffindende Künstlerkonzert aufmerksam gemacht. Die Mitwirkung bedeutender künstlerischer Kräfte (Frl. Margit Laratz vom Stadttheater Düsseldorf. und Herr Ferd. Kaufmann (Violine), sowie das musikalisch gediegene Programm versprechen besonderen Genuß. Frl. Lavatz ist eine Künstlerin von a usge.ze ich nett r Begabung, bedeutenden Stimmitteln und ftar- lein künstlerischem Temperament. Sie wird u. a. auch drei neue Lieder to nun gen des Herrn Musikdirektor Höcker zu,n ersten Male singen, darunter die Eoethe'sche Hymnus.„Ganymed". Hr. Ferd. Kaufmann steht aus der Zeit seiner Wirksamkeit als erster Konzertmeister des Windersteins-Orche,ters hier noch in bestem Andenken, und man wird dem vortrefflichen Künstler gerne hier wieder einmal begegnen. Der Besuch des Konserts tmn <
jedenfalls allen Verehrern guter Musik warm empfohlen werden. Näheres im Annoncenteil des Blattes.
Friedberg. Orgelkonzert des Hoforganisten Heinrich Müller von Darmstadt. Es hat gehalten, was es versprach. Die Abendstunde am verflossenen Freitag, in der eine zahlreiche und dankbare Zuhöverschaft in der Stadtkirche versammelt war, bot hohen Kunstgenuß. Die Meister des Orgelsatzes: I. S. Bach. F. Mendelssohn-Bartholdy, Franz Liszt, G. A Thomas kamen, von den Meisterhänden des Konzertgebers sicher und mit reicher Klangfchattierung gespielt, vollendet zu Gehör. De« mittvirkendmr Konzertsängerin Frau Hedwig Müller« B a n g e rt von Gießen verdankten die Zuhörer den wirkungsvollen Vortrag sehr schöner Gesänge von I. S. Dach, Friede- mann Bach, F. Mendelssohn-Barlholdy, Beethoven und Ioh. Woffg. Franck. Die Vollkraft der Orgel kam zu glänzend^ Entfaltung in dem Schlußsatz von G. A. Thomas: Fantaisi-
für Orgel (Choral „Eine feste Burg ist unser Gott").
Hamsterfahrten in die Umgebung, namentlich in die Wetterau, nehmen einen Umfang an. der die bedenklichsten Miß- stände zur Folge hat. Es bleibt nicht dabei, datz die in Scha. ren mtt der Bahn ankommenden Städter einige Pfund Kartoffeln oder Nahrungsmittel erwerben, die Leute gehen oft eigenmächttg vor und nehmen mit. was sie finden. Die wenigen Aepfel werden von den Bäumen, unreife Spätkartoffeln <buö den Feldern gerissen, auch Körnerfrucht den aufgestellten Haufen entwendet. Selbst Achren werden vom Halme abgerissen und so den Landwirten schwerer Schadenzugefügt Diese für die Landbevölkerung ganz unerträgliche und die geregelte Versorgung der Stadtbevölkerung direkt gefährdeten Zustände machten strenge Maßnahmen notwendig. Auf den Stattonen werden nunmehr militättsche Kommandos ausgestellt, die angewiesen sind, aufs schärfste gegen diesen Unfug einzuschreiten. Jedem, der sich nicht großen Unannehmlichkeiten und eventl Besttafung aussetzen will, ist deshalb anzuraten, Hamster» führten auf's Land zu Unterlasten.
Aus dem Grctzherzogtum Hesten, 2. August. Eine ganz bedeutende Anzahl von Schenkungen in teilweise aus recht namhaften Beträgen wurden nach dem soeben erschienenen Regie- rungsblatt für das erste Halbjahr 1918 vom Erotzherzog genehmigt: Darunter sind Mk. 500 000 von Dr. L. Opel in Rüstelsheim zu Gunsten der Stadt Rüstelsheim, Mk. 165 000 der Frau Anna Maria Weißmann geb. Büttner in Mainz zu Gunsten der Stadt Mainz für Erziehung von Kriegswaisen. DU. 50 000 von Fabrikant H. Busch-Mainz für Tages- und Nachtheime für Kinder in Mainz. Superior Dr. W. Hubert in Mainz an di« katholische Kirche von St. Quentin in Mainz. Weitere Sttß, tunyen sind zu Gunsten der Städte Gießen, Mainz, Kriege»» Heimstätten in Darmstadl usw. erfolgt, zusammen etwa \Y% Mikl. Mark.
Frankfurt a. M., 2 . August Einem Hamsterer von Eier^ dem Heinrich Zimmer zu Frankfurt a M.. der sich in Oberheste« zur Erholung aushielt, diese aber benützte, um eine größere Am zahl von Eiern unter lleberschreitung der Höchstpreise aufzu- kaufen, wurde nach einer Bekanntmachung des Kreisblattes to Schotten in Obechesten der weitere Aufenthalt an Erholungs- Plätzen des Erotzherzogtums Hesten untersagt, weil er durch Uebertretung der für den Nahrungsmittolverkchr gettoffenen Anordnungen die Allgemeinverforgung mtt Lebensmitteln gefährdet hat. — Im Fall« Mitteldorf ist, wie mitgeteilt wttd, die Voruntersuchung nach Vornahme der notwendigen Feststellungen soweit abgeschlossen und wurden die Akten zur Er- Hebung der Anklage der Staatsanwaltschaft übergeben. M. er- hielt die Mitteilung, daß er gegen Stellung einer entsprechenden Sicherheit aus der Untersuchungshaft, in der er über 7 Monate verbrachte, entlasten werden kann. Er hat aber diese Sicherheit bis jetzt nicht gestellt.
Aus dem Kreis Alsfeld. 2. August. In Anerkennung der von ihm mit eigner Lebensgefahr mutvoll ausgeführten Errettung des F. W. Eckstein vom Tode des Ertrinkens wurde dem Realschüler Hans Eckstein aus Wahlen (Kreis Alsfeld) vom* Großheizog die Rettungsmedaille verliehen.
FC - Frankfurt a. M., 2. Aug. Der Mittelschullchrer Oskar Wolf, der seither hier amtierte und als Oberleutnant d. R. int Felde steht, erhielt das Kreuz der Ritter des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern.
Aus Starkenburg.
FC. Darmstadt. 2. Aug. Generalstaatsanwatt Dr. Pretorius erstattete in der Generalversammlung des hessischen Schutzvereins ftir entlassene Gefangene einen Bericht, atls dem folgendes hervorgehoben zu werden verdient: Die Zahl der bürgerlichen, — besonders der männlichen — Strafgefangenen ist zurück gegangen, die der jugendlichen aber gewachsen. Die seit 1910 in der Zellenstrafanstalt Butzbach eingerichtete besondere Jugendlichenabkeilung, die iw Durchschnitt mit 11—12 Personen belegt war, ist heute von 70—80 Personen belegt. Die Zahl der weiblichen Straft gefangenen zeigt eine erheblich Zunahme.
Aus Rheinhesten.
Ans Rheinhesten, 1. August. Erntestan 8. Die ergiebigen Regengüsse der letzten Tage kamen der gesamten Vegetation sehr zustatten. Besonders haben die Spättartvffeln einen kräftigen Regen nötig, aber auch das Gemüse, vornehmlich die Bohnen, bedurften der Feuchtigkeit. Durch die Niederschläge haben sich die Hoffnungen um eine gute Kartoffelernte aufneue gefestigt. — Die Getreideernte ist in vollem Gang. Im nördlichen Rheinhesten ist der Korn» und Gersteschnitt nahezu beendet. Die Fnicht sitzt zumeist in Garben gebunden auf den Feldern, zum Teil ist sie auch schon unter Dach und Fach, der Stroh und Körnerertrag befriedigen sehr. — Der Stand de« Weinberge ist vortrefflich. Die Blüte ist gut verlaufen ander Behang äußerst zahlreich, am besten schneiden die Oester- reicher ab.
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Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n e r. i ÜTiedberg, Druck und Verlag der „Reuen Lageszeitunü*, A- G^Friedbara L >2 -


