Me Schlacht im Westen.
Die Amerikaner im Westen.
Veen, i. August. (WB.) In einem aus einem atlantischen (Hasen datierten Bericht aus der „Jtalia" heißt es u. tu, daß die aickommenden amerikanischen Tmppen zwar tadellos ausgerüstet Seien und ihre Organisation Erstaunliches leiste, man müsse aver offen sagen, daß, wenn die Deutschen diesen neuen Gegner auch ernstlich in Rechnung sehen müßten, die Amerikaner doch nur improvisierte Soldaten seien, die militärisch erst geschult und Mit Offizieren versehen neiden müßten. Trotz des unzweifelhaft guten Willens der Amerikaner sei ihrer Mitwirkrmg dadurch eine Grenze gesteckt.
Die Offensive Fachs.
Bern, 1. August. (WB.) Zur Borgeschichte der Offensive Jochs berichtet der an die französische Front entsandte Mitarbeiter des „Tariere della Sera" interessante Einzelheiten, die beweisen. Laß die deutsche Heeresleitung durch ihren Vorstoß südlich der Marne dem Fochschen Kriegsplan aufs wirksamste begegnet ist. Varzini sagt: Die Anfang Juli vom obersten
Kriegsrat in Aussicht genommene Offensive zwischen Soisions und Chateau Thierry wurde von Foch und Pctain am 22. Juli beschlossen und angeordnet. Sofort begannen Truppen, Tanks und Geschütze für die geplcmie große Aktion zuzuströmen. Aber durch den bedrohlichen Angriff der Deutschen am 15. Jubi mutzte das französische Oberkommando zur Sicherung große Verschiebungen vornehmen und jene Truppenmassen, die bereits für die Offensive zusammengezcgen waren, wieder mit unbekannten Zielen abschieben. Die neue Sachlage konnte eine Aenderung des französischen Planes notwendig machen, trotzdem hielt man den Gedanken einer Gegenoffensive in die deutsche Flanke bei und gab aus der ganzen Schlachtfront Befehl, um joden Preis bis Mir völligen Erschöpfung' anzugreifen. Gleichzeitig wurden neuerdings große Trupnenmaffen und Geschütze zu der geplanten Offensive zwischen Aisne und Marne Zusammengezogen. Am >17. Juli abends Zählte der Wald von Villers-Cotterets mehr Menschen als eine große Stadt. Am kommenden Morgen wurde dann ohne militärische Vorbereitung, aber mit Hunderten von Tanks auf der ganzen Linie gleichzeitig angegriffen. Die letzten Vorbereitungen konnten infolge des strömenden Gewitterregens Mchts über sicher erfolgen.
Erfolge unserer Fuftstreitkrasle.
Berlin. 2. August. (WB.) Unsere Luftstreitkräfte waren vom 28. bis Ende Juli weiter erfolgreich tätig. Trotz ungün. iiger Witterung griffen die Schlachtflieger wiederum in den krdkampf ein und hielten an -der Front zwischen Reims und Soisions den vorfuhlenden Gegner auf Am 28. Juli bekämpften sie in fünfstündigem Einsatz auf Fere-en-Tardencis anmarschierende Kolonnen mit sichtbarem Erfolg. Fern- und Nah
er!unDun fl sowie Insanterieflüge wurden bei Rogen und Sturm in oft niedrigsten Höhen ausgeführt. Unsere Jagdflieger vereitelten erneute Versuche des Feindes, mit Bomben urrd Erkundungsgeschwadern in unser Hintergelände vorzudringe-n, in heftigen für den Feind äußerst verlustreichen Luftschlachten. Die Vombengescchvader griffen Bahnanlagen, Unterkünfte und Flugplätze trotz schlechtestem Wetter an. In Epernay brach nach der ersten Explosion ein großes Feuer aus, das die ganze Nacht anhielt. Wir verloren vom 26. bis 31. Juli 21 Flugzeuge und vier Fesselballone. Die Verluste unserer Gegner betrugen 74 Flugzeuge im Luftkampf, 5"Flugzeuge durcb Abwehrkanonen und 2 Fcsielballone. An diesen Erfolgen sind Leutnant Löwenhardt mit seinem 45. bis 48., Leutnant Bolle mit seinem 27. und Fttegerschütze Dizeseldwebel Lehmann mit feinem 12. und 13. Luftsieg beteiligt.
Trinierskikr für ffibniarldjall Eichhorn.
Berlin, 1. Aug. (WB.) Heute vormittag fand in Kiew die Trauerfeier für den Generalfeldmarsckxrll v. Eichhorn und den Adjutanten Hauptnrann v. Dreßler in Kiew statt. Beider Särge wurden im Saale der Wohnung des Feldmarschalls aufgebahrt. Deutsche und ukrainische Offiziere hielten die Ehrenwacht. Zahlreiche Kränze waren von deutschen, österreich-ungarischen und ukrainischen Behörden, von dein bulgariscken und türkischen Vertreter und aus den Kreisen der Bevölkerung der Stadt Kiew gewidmet. Am Fußende des Sarges des Feldmarschalls unter dem Kissen mit den Abzeichen des hohen Ordens vom Schwarzen Adler und hohen Megsauszeicknungen lehnte der silberne. Kranz des Hetman als Ausdruck seiner treuen und dankbaren Verehrung für den Verstorbenen. Der Hetnian mit Gemahlin :md den Offizieren seiner Umgebung waren erschienen, ebenso an der Spitze der Minister der Ministerpräsident Lysogub. Das unkrainische Kriegsministerium und der ukrainisch Geeneralstab waren durch zahlreiche Offiziere vertreten. Boffchafter v. Mumm mit den Herren der deutschen Delegation und des k. u. k. Armeekommandos sowie Vertreter der bulgarischen und türkischen Verbündeten, ferner Vertreter der Krim- und Donkosaken nahmen ebenfalls an der Feier teil. Die gesamten deutschen und österreichisch- ungarischen militärischen Behörden der Stadt Kiew sowie Abordnungen der Truppenteile hatten sich eingefunden.
Die Trauerfeier wurde mit dem Choral „Jesus meine Zuversicht!" und einem Gebet eingeleitet. Geh. Konsistorial- rat Dr. Strauß gab in einer tiefempfundenen Trauerrede ein lebendiges Bild des großen Soldaten und gütigen Menschen und erinnerte daran, daß am Sonntag vorher der Feldmarschall nach denr Gottesdienst in der Kirche im Anschluß an einen der Predigt zugrunde liegenden Text über seine Lebensauffassung sich ausgesprochen habe, die in dem Bibelwort gegipfelt habe: „Klare Erkenntnis, ein fester
Wille und ein starker Glaube." Dies Wort sei der Leiffpruch
Ans meiner Dorfkirche.
* Vier Jahre Weltkrieg
Evang. d. Lukas Kap. 19, V. 41—44.
Und als er nahe hinzu kam, sah er die Stadt an, weinte über sie und sprach: Wenn doch auch d-u erkenntest zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient, aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen und dich belagern und an allen Orten ängsten, um keinen Stein auf dem anderen lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darin du heimgesucht bist.
Liebe Gemeinde!
Vier Jahre Weltkrieg! Ach. was für Erinnerungen steigen Aich vor unserer Seele bei diesem Wort. Stunden stolzer Erhebung, da das ganze Volk sich fühlte als ein einig Volk von Brüdern. Stunden, da wir in freudiger Erregung uns erzählten von großen ungeahnten Siegen, die unsere Tapferen drau. ßen errungen hatten — und Stmrden tiefsten Leides, da wir standen an den Gräbern unserer Lieben, oder da unser Herz in Sehnsucht die Erde durchwandern wollte, um nach einem zu suchen, der uns zu dem Linsten auf Erden zählte, und von dem kein Mensch uns sagen konnte, wo er geblieben war. Vier Jahre Weltkrieg — wieviel freudiges Hoffen, wieviel sehnsuchtsvolles Verlangen, wieviel Leid und tiefe Niedergeschlagenheit liegt in diesen drei kurzen Morten. Wir können jetzt in kurzer Stunde nicht alle die Bilder arrfzählen, die in vier langen Kriegsjahren an unserer Seele vorübergezogen sind, und das kann und soll ja auch hier im Gotteshaus nicht unsere Aufgabe sein. Wichtiger als alles andere ist für uns gerade am heutigen Tage die Frage nach Gott. Nach dem alten treuen Gott im Himmel, der unserer Väter und Vorfahren Gott gewesen ist, wollen wir Ausschau halten, nach den Spuren seines Fußes wollen wir suchen, auf seine Stimme wollen wir hören.
Es trifft sich eigenartig, daß gerade für den heuttgen Sonm- tag die Evangelienfolge der alten Kirche dieses Evangelium bietet, von dem Heiland, der weint über der Hauptstadt seines Volkes. - Es gibt wohl keine Stelle in den Evangelien, die es so deutlich zeigt wie diese, daß der große Heiland der Welt zugleich doch mit glühender Liebe an seinem eigenen Volk und Vaterland hing. Und zugleich zeigt uns diese Stelle, daß dieser Jesus, der nur für das Himmelreich lebte, doch auch einen ganz ungewöhnlich scharfen Blick bat für die Königreiche dieser Erde. Er sah damals schon, was kein Mensch im ganzen Judenvolt ^hen wollte: Sah, daß dies Volk untergeben mußte. Es waren tzeine besonderen steatsmärmischen Berechnungen, die ihm das -sfsinbarten, sondern es war das scharfe Eewisien des Eottge- fandten, das ihn erkennen ließ, daß dies Volk gerade das verloren hatte, wodurch es wert war zu leben: seinen inneren
Wert. Diese Menschen redeten große Worte von Gott und Vaterland, und äußerlich betrachtet, taten sie dafür auch große feiten: sie gäbe«, wie der Pharisäer im Gleichnis, dem Zehn
len von allem, was sie hatten ja sie gaben Blut und Leben in ihren Aufständen gegen die römischen Zwingherren. Aber in Wirklichkeit suchten sie nicht Gott, sondern ihre eigenen Wünsche. Und als Gott selber gewaltig in seinem Sohn in ihre Mitte trat, wandten sie sich von ihm ab, wollten ihn nicht sehen und hören, denn er paßte nicht in ihre selbstsüchtigen irdischen Wünsche 1 Wehe dem Volk, das die Zeit nicht erkennt, darin es heimgesucht ist. es muß unweigerlich sterben!
Und heute 9 Und wir? Und unser deutsches Volk? Es gibt in der Geschichte dieses Krieges ein Ereignis, das blitzartig den Abgrund beleuchtet, an dem wir stehen! Wir alle wißen noch, wie furchtbar unsere Entrüstung war, als das heimtückische Rumänien auf die Seite unserer Feinde trat, um uns, wie es glaubte, den letzten Fußtritt zu geben und uns dann in Sicherheit auszuplündcrn Furchtbar hat Gott durch unsere tapferen Heere dieses übermütige Volk gedemütigt, er hat es in unsere Hand gegeben, damit wir an ihm und seinem verkommenen Königshaus die Strafe vollziehen sollten, die es verdient hat! Was taten aber unsere Staatsmänner? Sie schloffen einen Frieden, der das rumänische Königshaus in all seinen Rechten ließ, der unseren Feinden in jenem Volk wieder obenauf half und unsere Freunde ihren Widersachern auslieferte, und der diesem ganzen untreuen Volk mehr Vorteil als Schaden brachte. Man hat versucht, das als christliche Milde und Friedferttgkett hinzustellen. Wir wollen als deutscher Mann offen mrd gerade sagen, was aus diesem „Frieden" spricht. Feigheit und Men- schenfurcht spricht daraus, die unseren Staatsmnänern den Mut nahm, zu tun, wor Gott und ihrem Volk ihre Schuldigkeit gewesen wäre. Unsittlichkeit spricht daraus, denn es zeigt einen erschreckenden Mangel an sittlichem Empfinden, daß man diese heimtückischen Verräter als anständige Menschen behandelt hat, und Untreue spricht daraus? Untteue gegen unsere Freunde in jenem Volk, die wir im Sttch gelaffen haben. Untreue, schändliche Untreue gegen unsere Landsleute und Soldaten, die dort für uns geblutet und ihr Leben gelaffen haben. Wir hätten die Pflicht gehabt, ihre Not und ihr Sterben zu sühnen, aber wir sind daran bei diesen Feinden vorübergegangen, als ginge es uns nichts an! Feigheit, Unsittlichkeit und Untreue, nein, das sind keine christlichen Eigenschaften^ und es sei hier offen ausgesprochen, daß dieser Friede nicht in Gottesfurcht, sondern in Gottvergeffenbeit geschloffen ist: unsere Reichslei
tung hat es in diesem Frieden gezeigt, daß sie die Stunde nicht erkannt hatte, darin unser Volk heimgesucht war!
Aber aus diesem rumänischen Frieden spricht noch mehr. Es fft eine geradezu enffctzliche Sache, daß die große Mehrheit unseres Volkes diesen Frieden hinaenommen hat, als sei er etwas Selbstverständliches, daß es nicht einmütig seine Sttmme erhoben hat, um seinen Staatsmännern zu sagen, daß es an dieser Sünde nicht teilhaben will. Es zeigt sich auch hier: daß jedes Volk, auch das deutsche, die Obrigkeit hat. die es verdient. Das deutsche Volk hat darum nichts gegen den rumänischen Frieden gesagt, weil es Frieden haben will um jeden Preis. Ja die haben recht, die da sagen, wir seien ein friedfertiger
seines Lebens gewesen. Mit herzlichen Worten gedachte de, Redner alsdann seines persönlichen Adjutanten, der übe, zwei ruhmvolle Kriegsjahre hindurch sein täglicher Begleiter und nun auch im Sterben sein treuer Gefährte er wesen sei. Nach einem Vaterunser und der Einsegnung schlof in ergreifender Weise die ernste Feier mit dem alter. Soldateuli^>: „Ich hat einen Kameraden, einen besserer
ffndst du nit". In tiefer Ergriffenheit nahm die Trauer Versammlung Abschied von den sterblichen Uebcrresten: di- am Abend in die Heimat übergeführt wurden. Um 9 Ub» abends setzte sich der Trauerzug von der Wohnung des Feld- marschalls aus in Bewegung. An der Spitze marschierte die ukrainische Ehreneskadron mit dem Musikkorps. Es folgte ein deutsches' Jnfanteriebataillon sowie eine deuffche Feldbatterie. Der Leichenwagen und die Särge ttugen reicknr Blumenschmuck. Hinter den Särgen schritten zahlreiche deutsche, österreichisch-ungarische und imkrainische Offiziere Der Zug bewegte sich mit Fakelbegleitung unter dumpfen Trommelwirbeln, Chorälen und Trauermärschen durch btt Hauptstraßen der Stadt zum Bahnhof. Eine dichte Menschen menge säumte die Straßen und ließ den Zug in andachtsvollem Schweigen, mit entblößten Häuptern vorüberziehen
Armeebefehl.
Berlin, 2. Aug. (WB.) Am gestrigen Lage schied Gene- ralfeldmarschall v. Eichhorn ü 1a suite des Leib- Grenadier-Regiments König Friedrich III. (1. Branden burgisches) Nr. 8, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Eich Horn, durch ruchlose Mörderhand aus einem,arbeitsreichen Leben. Mit ihm ging ein General dahin, der in laugen Jahren und bedeutungsvollen Stellungen jederzeit seiner Königen und dem Vaterlande vortreffliche Dienste geleistet hat. An der Spitze der 10. Armee war es ihm vergönnt, in siegreichen Schlachten auf dem östlichen Kriegsschauplatz ar der Verteidigung des Vaterlandes ruhmvollsten Anteil jr. nehmen. Tiefbewegt beklagen Ich und Meine Armee der Verlust des tapferen Generalfeldmarschalls, des in Kriegs- und Friedenszeiten bewährten Generals!
Um das Andenken an den Heimgegangenen zu ehren bestimme Ich: 1. Sämtliche Offiziere des Besatzungsheeres der preußischen Armee legen 3 Tage Trauer an. Bei der Truppen im Bereiche des Stellvertretenden Generalkom.- mandos XVIII. Armeekorps, beim Ersatzbataillon des Leib- Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm III (1. Brandenburgisches) Nr. 8 und bei den preußischen Trup- Pen in der Ukraine währt die Trauer 6 Tage. 2. An der Trauerfestliegkeiten in der Heimat nehmen teil: a) der Stellvertretende Kommandierende General XVIII. Armeekorps, d) der Kommandeur, ein Hauptmann und ein Leut nant des Ersatz-Bataillons des Leib-Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) Nr. 8.
Großes Hauptguartter, 31. Juli.
Wilhelm.
Volk. Wir wollen Frieden. Aber wir wollen den Frieden nicht aus Gottesfurcht, sondern aus Furcht vor dem Sterben, dem doch niemand entgehen kattn, wir wollen den Frieden nicht, um Gottes Werke zu tun, sondern um behaglich leben zu kennen. Es ist eben mit dem deutschen Volk, wie es mit dem Volk Jsr«k war, als Gott sie durch die Wüste in das gelobte Land führen wollte. Da jammerten sie, wir wollen nicht in die Wüste, rvtt wollen wieder zu den Fleischtöpfen Aegyptens. So will Gott heute unffr Volk auf harten Wea^ zur Höhe führen, aber das deutsche Volk will die hatten WeA nicht gehen, sondern- lieber im Sumpf sitzen bleiben. Seinem Volk Israel sagte damals Gott: Ihr sollt 40 Jahre in der Wüste bleiben, bis ein neues Geschlecht herangewachsen ist, und wir^ Gäben wir uns vor der Hoffnung auf ein baldiges Ende dieter Not, solange unser Voll noch nicht hören will auf Gottes Stimme.
Und mit dieser Abkehr von Gott stimmte zusammen der Dienst vor dem goldenen Kalb, vor dem Gott Mammon! Wir sind heute nicht mehr ein Volk von Brüdern, sondern ein Voll von Wucherern. Ich meine damit nicht, daß alle Preise in die Höhe gegangen sind — das liegt an der Entwertung des Geldes, sondern ich meine, daß das oute alte Wott: Ehre verloren,
alles verloren, verkehrt worden ist in das SRort: Gott gewon. nen, alles gewonnen. Es meint heute jeder, er käme zu kurz bei der Jagd nach Geld und Vergnügen, die unser Laud ttotz aller Kriegsnot beherrscht. Darum nenne ich uns sin Volk von Wucherern! Und es muß einmal gesagt werden; daß es die Nachkommen derer sind, die nach den Fleischtöpfen Aegyptens schreien, die Nachkommen derer, die den Heiland, der sein Volk vor dem Verderben warnen wollte, an's Kreuz schlugen, die auch heute wieder mit allen Mitteln zu verhindern suchen, datz unserem Volk die Augen geöffnet werden über den verderbliche« Weg, den es geht. Hat ihr Hauptblatt, die „Frankfurter Zeitung", sogar vor dem deutschen Kaiser nicht Halt gemacht, al- cr neulich sagte, daß es sich darum handle, ob englische Geldgier oder deutsche Eewiffenhaftigkeit aus Erden herrschen sollen. Wehe aber unserem Volk, wenn es die Stunde nicht erkennt, darin es heimgesucht ist.
Ein Trost ist uns gebliebne. Auch in unserem Ohr klingt das Wott, womit Gott den verzweifelten Eliu einst gettöstet hat: Ich will lassen überbleiben 7000 in Israel, alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal und allen Mund, der ihn nicht geküffet hat. Auch in unserem Volk leben noch verborgene Menschen, die „Gott fürchten, und scnst nichts ans dieser Welt!* Sie rufen wir heute auf zum Kampf gegen die Machte, die unser Volk zerstören wollen. Wer heute sagt: ich will mir meine Ruhe nicht stören kaffen, der macht sich mitschuldig. Vergeffen wir nicht, daß Jesus' gesagt hat: ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Heute mutz jeder von uns ein Prediger Gottes werden. Seine Gerechtigkeit und Wahrheit sollen wir predigen. Sie ist hart, aber sie macht selig. I« unserem Haus und in unserer Gemeinde, auf der Straße und in der Eisenbahn, überall muß es aus unseren Worten und Taten heraWch" o Land. Land, Land, höre des Herrn Worß,
Amen.


