Ausgabe 
3.8.1918
 
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Unurnier 180

Kamstag, den 3. August 1918

11. Iahryon§.

Uerre Tagesseitun

SMe CMC - * I iöer Werttag. Regelmäßige BeilagenDer Kauer au« Kessen".Die Spinnssude". Sesl.zspr.is: Bei den Paftanstaltenetteliätzklich Mk »«»

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Ich höbt die pidjt, hinchiiltenjch lii dem Mell mcker Triiffkir nnpgeljeii

Vene Angriffs im Westen abgeschlagen. Weiteres Vordringen in Albarüen.

16 000 Tonnen verdenkt. jUümtvitt Kolhendorff's.

fiinöfii&iirß und fitknlusrf p A-e.

Verschiedene Kriegsberichterstatter melden von einem Emp­fang der Kriegsberichterstatter, bei denen die beiden Heerführer ihre Ansicht über die Lage kuabgegeben haben. Ludendorff meinte im weseirtlichen:

Diesmal ist unser strategischer Angriffsplan nicht geglückt. Das muß offen ausgesprochen werden. Er blieb auf einen tak- . tischen Erfolg beschränkt. Der Feind wich, besorrders in der Champagne dem Schlage aus. So mussten wir die Fortführung unseres Angri-fs aufgeben. Er hätte uns zu große Opfer ge­kostet. Bereits am 16. Juli abends wurde die allgemeine An. griffsoperation eingestellt. Auf diese Wechselfälle muß man im Kriege gefaßt sein, um bei allen nur von den Gesehen eines weit vorausschauenden Handels diktierten Maßnahmen muß uns das verständnisvolle Vertrauen der Heinrat zur Seite stehen. Dem Entschluß und den Maßnahmen des französischen Ober- 'fce;d; , .A kann man die.Anerkennung nickt versagen. Wir hatten sie als richtig vorausgesetzt und erwartet. Dieselben Truppen, die am ersten Schlachtmorgen, durch den ungeheuren Tankeinsatz überrascht, z-.rückgewiesen waren, kämpften schon am selbeir Abend wie die Löwen. Am zweiten Tage waren wir wieder vollständig Herren der Lage. Besonderes Lob verdient die Füh­rung der 7. und 9 Armee. Sie schlugen den Fochfchen Angriffs- plan, den bis zur Marne ausgreifenden Vogen abzufchnüren, entzwei. Der mit dem Einsatz eines großen Teiles seiner Kampfkraft gesuchte entscheidende Erfolg blieb dem Feinde ver­dat. Nutzlos hat er feine Divisionen und rücksichtslos feine dllfsvolker geopfert.

H i ndenburg fügte hinzu:Ich habe die Pflicht, haus­hälterisch mit dem Leben der Truppen umzugehen," sagte der Feldmarschall. Hauptsache ist, daß die Führung die Lage klar überblickt, was sich nicht von Schlaaworten beeinflusien läßt. Gelandeaewinn" oderMarne" sind solche Schlagworte, sie sind geeignet, augenblicklich Stimmungen zu erzeugen, haben aber für den Ausgang des Krieges kernerlei entscheidende Bedeu­tung. Wenn wir dem Feinde Gelände überlasten, so tun wir es planmäßig. Wir können Ms das leisten, denn wir stehen in Feindesla-rd. Stünden wir in Deutschland, so wäre es etwas anderes" ^Operieren heißt bewegen", erklärte Ludendorff. Die Verstärkung des Feindes durch amerikanische Truppen und afrikanische Hilfsvölker unterschätzen wir nicht, um so wichtiger ist die Einbuße, die der Gegner jetzt durch seine erfolglosen Opfer erleidet."

Hindenburg kam auch auf die» Gerüchte, die über ihn im Umlauf seien, zu sprechen und fügte hinzu, daß er sich körperlich .rüstig und gesuitd fühle wie noch nie. Er schloß: Wir haben vier Kriegsjahre hinter uns. das ist keine Kleinigkeit. Nach­dem Frieden sehnen wir uns alle, aber es muß ein Friede in Ebren sein, und das wird er auch, bis dabin müssen wir durch­halten mit altpreußischer, mit deutscher Kraft. Die Leistungen der Truppen und die Heimat geben uns ein Recht auf diese Zu­versicht.-

P** deutsche (§e»nmÜTiiF !j = meldet: °

>* ff Großes Hauptquartier, dsu

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz N up p r e ch t

Die Arlkgerretätigkeit lebte am Abend vielfach auf. Nc^ge Erkundnngstätigkeit während der Nacht.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Z'r! ich^n S o i s s o n s und Fere-en-Tardenois setzte der Feind gestern seine vergeblichen Angriffe fort. Nach lOrcr Abwehr und nach Aufräumen des gestrigen 'Sch:achtjeides haben wir während der Nacht in der großen Nachhutschlacht unsere Bewegungen Planmäßig fortgesetzt-

Starker Artilleriekampf ging den feindlichen Angriffen voraus, die sich am Vormittage gegen unsere Front beider- seits von Villemontoire richteten und sich am Nachmittage bis südlich von Hartennes ausdehnten. Sie wurden vor unseren Linien teilweise im Nahkampf abgewiesen. Ohne jeden Geländegewinn hat der Feind hier wiederum einen vollen Mißerfolg erlitten.

Unter Einsatz stärkster Kräfte griffen englische und franLösjsche Divisionen am frühen Moraen aus der Linie

nördlich von Grand PozoyFere-en-Tardenois a^. Beider­seits von Bengneux konnten ihre Panzerwagen über un­sere vordere Linie hinaus die Höhen nördlich des Ortes ge­winnen. Hier schoß unsere Artillerie sie zuDmmen. Nach erbittertem Kampfe wurden auch die Jnfanterieangriffe des Feindes an den Nordhängen der Höhen zum Scheitern ge­bracht. Auch am Nachmittage erneuerte feindliche Angriffe wurden hier blutig abgewiefen. Zwischen Cramaille und Fere-en-Tardeois brachen die ebenfalls sehr starken Infan­terie- und Panzerwagenangriffe des Feindes bereits vor unseren Linien zusammen. Starkem feindlichen Feuer . zwischen Fere-en-Tardenois und dem Menniere-Welde.folg- ten Jnfanterieangriffe nur nördlich von Gierges. * Sie wurden abgewiesen. An der übrigen Kampffront herrschte Ruhe.

In der Champagne, erfolgreiche Vorfeldkämpfe südlich vom Fichtelberge und östlich des. Suippes. Nordwestlich von Perthes drängten wir im örtlichen Vorstoß den Feind aus seinen vorderen Linien zurück und wiesen nördlich von Le Mesnil Teilangriffe des Feindes ab.

Heeresgruppe Herzog Alb recht.

ErfolgreicheInsanteriegefechte westlich der Mosel und an der Selle.

»

Wir schossen gestern 14 feindliche Flugzeuge und vier Fesselballone ab. Hcmptmann B e r t h o l d errang seinen 40. Luftsieg. Unsere Bombenflieger waren während der Nacht sehr tätig und vernichteten u. a. ein großes franzö­sisches Mnnittonslager nördlich von Chalons.

Der Erste Gencralquartiermcistcr: Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin, 2. August, abends. (WTB. AmtliW An der Kampffront lockere Gefechtssühlung mit dem Feinde.

Der österreichische Generalstab

meldet:

Wien, 2. August. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: Geschütztätigkeit an vielen

Stellen andauernd rege. In den Jndikarien bei Bezacca, südwestlich von Asiago und südlich von Ouero wurden ita­lienische Erkundungen vereitelt.

^Albanien: Beiderseits des Seremi-Kmes ringende Truppen des Generalobersten Frhrn. v. Pflantzer-Ballin ge. langten in der Verfolgung bis glatt an die Linie Fieri-Vrei. Weiter östlich am oberen Devoli-Tal und auf dieses beglei­tenden Höhen stießen unsere tapferen Bataillone auf hef­tigen Widerstand. Mehrere Stützpunkte wurden im Sturm genommen. Der Feind weicht auch hier zurück.

In den Kämpfen der letzten Tage hat sich das Bos- nisch-Herzegowi irische Feldjäger-Bataillon 4 besonders aus­gezeichnet. Unter den anderen braven Truppen heben die bisherigen Meldungen das Bosnisch-Herzegowinische Jäger- bataillon 2 und Abteilungen der Regimenter Bosnisch 7, Oesterreichischer Landsturm 32, ungarischer Landsturm 4. Wwie Batterien des Gebirgsartillerie-Regiments 5 und 13 hervor.

Der Chef de§ GeneralstabeS.

Der bulgarische Generalstab meldet:

Sofia, 1. August. (WB. Nichtamtlich.) Amtlicher Be­richt vom 31. Juli. Mazedonische Front: Südwestlich der Quellen des Skumbi vertrieben unsere Jnfanteriegrnppen tnehrere feindliche Posten. ZwischM Ochrida- und Prespa- See zerstreuten wir durch unser Feuer französische Sturm­abteilungen. Im Cernabogen bei Dobropolje war die Feuer- tätigkeit beiderseits zeitweilig lebhafter. Südlich vou Gewg- heli drangen unsere Sturmgruppen in die feindlichen Grä­ben. Oestlich des Wardar wurden feindliche Sturmabtei­lungen, die sich nach Arttllerievorbereitlmg unseren Gräben zu nähern versuchten, Vertrieben. Bei Dojran kurze Feuer- angriffe des Feindes vor unseren Stellungen. Westlich von Serres zerstreute unsere Artillerie mehrere griechische Erkundunasableilunaerr

Das türkische Hauptquartier

meldet:

Konstantinopel, 31. Juli. (WB. Nichtamtlich.) General­stabsbericht. Palästinafront: Geringe EefechLstätigkeit. Pa­

trouillenvorstöße brachten uns einige Gefangene ein.

Dardanellen'. Am 20. Juli fiel ein englisches Wasserflug­zeug in unsere Land. Die Besamung zwei englische Offizterc wurde gefangen genommen. Von den übrigen Fronten keine bedeutenden Ereignisse.

16 000 Tonnen versenkt.

Berlin. 1. August. (WV. Amtlich.) Im Kanal nnd an der Westküste Frankreichs wurden fünf Dampfer aus teilweis«, starken Geleitzügen herausgeschosten. zusammen 16 000 Brt.

Der Ehes des AdmiralstabcS der Marine.

Die Derliiße der skiMchlli Flotte.

Berlin. 1. August. (WV.) Im Verlaufe dieser vier Kriege fahre haben die feindlichen Flotten verloren: 25 Linienschiffe, 26 Panzerkreuzer. 45 geschützte Kreuzer. 187 Zerstörer und Tor­pedoboote. 87 U-Boote, 23 Kanonenboote und Monitore und 75 Hilfskre-uzer. Das sind weit mehr Schiffseinheiten, als unsere Hochseeflotte bei Kriegsausbruch besessen hat. Sie bestand am 1. August 1914 aus: 33 Linienschiffen, 12 Panzerkreuzern, 33 geschützten Kreuzern, 19 Kanonenbooten. 166 Torpedobooten und 2 U-Booten. Gegenüber den großen Verlusten der 'Gegenseite braucht nur darauf hingewiesen zu werden, daß Deutschland seit Kriegsbeginn nur ein Linienschiff verloren bat, die i« der Ska- gerakschlacht gefunkenePommern". Des weiteren ist die große Zahl verlorener feindlicher Hilfskreuzer, Zerstörer und U-Voote bemerkenswert. Von ihnen wurden allein im vierten Kriegs« jahr von den Flotten der Mittelmächte oder durch andere Ur­sachen versenkt' 63 Zerstörer. 35 U-Boote und 24 Hilfskreuzer. Der Unterseebootkrieg macht sich also besonders in diesen Ein­heiten der uns gegenüberstehenden Flotten bemerkbar.

Mechlkl im deiitlchkii Admmlßül!.

Berlin, 2. August. (WB.) Wie wir hören, hat der Leiter des Admiralstabes Admiral von Holtzendorsf sich aus Gesundheitsrücksichten genötigt gesehen, den Kaiser um seinen Abschied zu bitten. Als Nachfolger ist der Be- fehlshaber der Hochseestritkräfte Admiral S che er auser­sehen.

w

Der Sieger von Skagerrak hat der Flotte in der glei­chen Stellung wie der Sieger von Tannenberg beim Heere; das bedeutet eine kaiserliche Wahl, die der freudigsten Za stimmung int deutschen Volke gewiß sein darf.

*

Der Dank des Kaisers.

Berlin. 2. August. (WV.) Der Kaiser hat folgend« Ordre an Großadmiral v. Holtzendorsf gerichtet:

Durch Ihren Gesundheitszustand gezwungen, um Ihre Ent» Hebung von der Stellung als Chef des Admiralstabs zu bitten, hielten Sie mir heute zusammen mi*1 dem von Ihnen selbst in Vorschlag gebrachten Nachfolger den letzten Vottrag. Ich be» nutze diese Gelegenheit, Sie zum Großadmiral zu befördern, um Ihnen auf diese Weise, für weite Kreise sichtbar, zum Ausdruck zu bringen, wie hoch ich Ihre Dienste in den ersten Stellen der Marine, im Frieden als Flottenck-ef und jetzt während fast dreier Krisgsjahre als Chef des Admiralstabs bewerte Sie waren mir als Admiralitätschef ein kluger und treuer Berater, der, auf die gründlichen Vorarbeiten seiner immer bester auf den Krieg eingestellten Behörde fußend, den offensiven Grund« gedanken für die Verwendung der Kriegsmtttol stets hochgehal- ten und dabcr doch irüchtorn die eutgegensteHonrden Kräfte, auch die politischen, abwog. Der Erfolg blieb nicht ans. Der Un­terseebootkrieg, die Tätigkeit der Hilfskreuzer rwd dte gemein­samen Unternehmungen von Armee und Mari« ftnd auch sllv Sie und den Admiralstab Ruhmesblätter. Mög, «* Zhaen vor« gönnt fein, auch noch im Ruhestände Freud« -» ctUtau an be* Taten der Marine, der Ihre ganze LebeusardHI «ywSunet gs« wesen ist.

Großes Hauptquartier, 81. Juli 101S. ^

Ihr dankbarer und wohlgenetLkek

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