Ausgabe 
3.8.1918
 
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Die Entente die Mordanstifler.

Berlin» 31. Juli. Ein schlagender Beweis dafür, daß die Entente von dem Mordanschlcvg gegen den Generalfeldmarschall 'von Eichhorn vorher gewußt hat. ist derMalin" vom 29. Juki '1918, der bereits am Vorabend des Attentats meldet:

Auf die Köpfe von Mumm und Eichhorn sind von dem Ceheimbund der ukrainischen Patrioten Preise ausge« fetzt."

In dieser früheren Veröffentlichung liegt gleichzeitig der Versuch, die Mordtat auf die Ukraine abzuschieben, obwohl 'sichere Nachrichten bestätigt haben, daß die Urheberschaft in Groß-Rußland unter dem Einfluß der Entente §u suchen ist.

Rußland.

Die Kämpfe im Innern.

Moskau. 31. Juli. (WB.) Die Preffeabteilung hat das Erscheinen aller nichtbolschewistischen Zeitungen für so lange Verboten, als dis Sowjet-Regierung nicht absolut gefestigt ist.

Die Reise nach Jaroslawl ist verboten. In Perm werden die Biicgerlichen zu Befestigung ^arbeiten an der Tfchecho°Slo- waken-Front mobilisiert. Ataman Dutow ist mit Stab in Sa­mara eingetroffrn. Er spricht sich für die Wiederherstellmrg der Monarchie aus.

In Richtung Jnsa 1130 Kilometer südwestlich von Sim- birsk setzen die Tschechen den Vorm/rsch fort. Sie zerstörten einen Teil der Bahn SimbirskJnsa.

B-'i der Militärbehörde sind Nachrichten eingegangen über ein Abkommen zwischen Anglofranzosen und Japanern über Einmischung Japans an der Tschecho-Slowakifchen Front. In Samara und anderen gegenrevolutionären Orten sollen einzelne Japaner gesammelt und aus ihnen dann allmählich Abteilungen formiert werden. Das Risderwerfen der Tschechen ist eine Le­bensfrage für Rußland.

330 Teilnehmer am Aufstand in Jaroslawl wurden erschos­sen. es waren meistens Offiziere und Weißgardisten, sie hatten Fühlung mit den Tschechen.

Im Kubangebiet überfielen und zerstörten Kosaken die Station Erematschaja (170 Kilometer südwestlich von Zarizyn).

Moskau, 31. Juli. (WB.) Die in Moskau erscheinende französische ZeitungJournal de Russie" ist wegen ihrer Pro­paganda gegen die Rätegewalt und wegen der Rechtfertigung der Landung an der Murmankriste geschlosse-n worden.

Die Beziehungen zur Entente.

Moskau, 1. August. (WV.) Die Ententekonsuln teilen mit, baß die politische Lage durch die Abreise der Gesandten aus Wologda nicht beeinflußt zu werden braucht. Solange noch 'Verbindung mit ihren Regierungen besteht und von dort keine anderen Weisungen eintreffen, wurden auch die Vertreter in Moskau bleiben.

Das Kreisgericht in Trantenau.

Wien. 1. August. (WB.) DieWiener Zeitung" veröffent­licht eine Verordnung des Iustizministers über die Errichtung eines Kreisgerichts in Trautenau in Böhmen. Damit ist eine wichtige Forderung der Deutschen in Oesterreich erfüllt.

Keine Mlaffnns des Jahrgangs 1870.

Berlin, 8. August. (WB.) Amtlich wird mityeteilt, daß die schon mehrfach besprochene Entlassung des Jahrgangs 1870 noch nicht möglich ist. Auch einer teilweisen Entlastung dieses Jahrgangs kann zur Zeit noch nicht näher getreten werden. An­ordnungen, die von einigen Dienststellen in dieser Richturrg ge­troffen worden waren, sind wieder rückgängig gemacht worden.

Ans der Heimat.

Bruchenbrücken. Der Krieg forderte aus hiesigem Orte das 17. und 18. Opfer. Karl Michel, Sohn des Schlostermeisters Philipp Heinrich Michel, und Assistenzarzt Heinrich Kn ab, Sohn unseres Herrn Pfarrers, starben den Heldentod für das Vaterland.

Ober-Erleubach, 2. August. Die Hamsterei nimmt eben bedenkliche Formen an. Am vergangenen Sonntag wurde ein Arbeiter der Adlernerke von dem H'rlfsschütz Ries dabei betrof­fen, wie er auf dem Acker eines Arbeiters Spätkartoffeln raus- raufte. Mit Hilfe zweier hinyugekommener Arbeiter gelang es dem Feldschütz die Personalien festzustellen. Ein Einzelner ist den Leuten gegenüber machtlos. Ein anderer reklamierter Arbeiter schimpfte wütend, als er feine Kartoffeln bekommen konnte und sagte u. a.:Ihr ausgeftessene Bauern mit samt dene Menscher, die bei Euch schaffe, müßt^ncch rationiert wer'n", worauf ihm der Bauer erwiderte:Dann bvaache mer auch blos noch ocht orrec zehe Stunn zu schaffe, unn kenne wenigstens aach e wing spazieren gieh, do wern sich unsere Weiwer cwer freust." Eine andere Gesellschaft wünschte, daß ein Flieger eine Bombe mitten in d-n Kartoffelacker würfe, damit der Bauer mitsamt seine Menscher und Kartoffeln verrecken müßt. Die Aepsel an den Straßen werden nicht nur aufgelesen, sondern auch rücksichts­los heruntergerissen, einerlei, ob auf dem Acker Frucht steht, ob sie zusaininengetrampelt wird oder nicht. Vorgestern wurden zwei Frauen angetroffen, welche einen Sack mit Aepsel abge­rupft hatte::. Als sie zu Rede gestellt wurden, antworteten sie mit dem bekannten Spruch des Eötz von Verlichingen. Die Re­gel ist, nur wenige ausgenommen, daß, wenn der Bauer kerne Kartoffeln hat, er gesagt bekommt, er soll sie selber freste und verrecke dran. Gewiß ist die Rot in den Städten groß, aber daran ist doch nur die kommunistische Bewirtschaftung schuld, warum wird hier nicht bester vorgeforgt? Der Prügeljunge bleibt immer der Bauer, auf der einen Seite soll er nur an den Kommunalverband abliefern, gibt er den Leuten, die ihn dauern, dann ist er ein Schleichhändler und Schwerverbrecher, gegen den man nicht genug Gesetze und Strafen ansetzen kann, gibt er nichts, dann wird er verflucht und verwünscht. Die Be­hörde aber sieht diese Zustände stillschweigend zu.

FC. Wehrheim. 1. August. Die Metzgerei des Wilhelm Sommer dahier wurde wegen Unzuverläßlichkeit des Inhabers bis zum 1. Oktober d. I. gefchlosten.

FC. Bom Main, l. August Von der Polizei wurde auf dem Bahnhof Asthaffenburg ein Feldgrauer festgenommen, der sich als Kontrollkeamter des Kriegswucheramtes ausgab und rn den Schnellzügen auf der Strecke AschaffenburgWürzburg und auf der Station Aschaffenburg Kontrollen von Handgepäck vornahm. Irgend einen Ausweis hatte der Feldgraue nicht. Er wurde der Militärbehörde übergeben.

^ FC. Idstein, 1. August. Weil er über 40 Zentner Roggen. Weizen, Hafer und Mehl, welche beschlagnahmt waren, beiseite zu schaffen suchte, 96 Pfund Hafer. 4 Zentner Roggen und Wei­zen an einen Bewohner in Niederreifenberg abgegeben, sowie fortgesetzt Hühner mit Weizen gefüttert und eine Menge Raps nicht angemeldet hatte, wurde der Landwirt und frühere Bllr- germsister in Bernbach vom hiesigen Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 1600 Mark verurteilt Der Amtsanwalt hatte einen Monat Gefängnis und 1100 Mark Geldstrafe beantragt.

FC. Usingen. 1. August. Der Kreisausfchuß erhöhte den Preis für das Pfund Butter für den Erzeuger auf drei Mark. Der Landrat ersucht die Bürgermeister des Kreises, keine Nr- sprungssheine für Ochsen zum Auftrieb auf den Markt mehr auszustellen, da auf den Viehmärkten sich ein Handel mit Ochsen entwickelt hat, der zu einer schweren Schädigung unserer Land- Wirtschaft und unserer' Fleischversorgung zu werden droht.

Eberstedt, 1. August. Bei einem hiesigen Einwohner fand dieser Tags wegen Verdacht des Feldfrevels eine Haussuchung statt, doch fand die Gendarmerie anstatt der erwarteten Feld* fruchte, Kartoffeln, eine ganze Anzahl neuer Schuhe, Loder­riemen, Werkzeuge usw., die anscheinend, ebenso wie eine Eisen­bahnwage nschutzdecke, einen Wert von 1600 Mk darstellend, aus dem Artilleriedepot dahier gestohlen sind. Der Verdächtige wurde in Untersuchungshaft abgeführt.

FC. Wiesbaden, 1. August. Die Teilnahme an den hie­sigen Ferie".spaziergängen hat seit Beginn dieser Woche nachge lasten.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

10. Sonntag nach Trin., 4. August 1918.

Gottesdienst in der Stadtkirche.

Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer D i e h l.

Abends &A Uhr: Herr Pfarrer Kleberger. Kolleki, für das Note Kreuz.

Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.

Vormittags 10 Uhr. Anschließend Katechismuslehv. für die Mädchen.

*

Katholische Gemeinde.

Sonntag, den 4. August 1918, 11 Sonntag nach Pfingsten«

Beichtgelegenheit am Samstag von 6 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an

y<£l Uhr Frühmesse.

8 Uhr Militärgottesdienst (Singmesse mit Predigt^.

,%10 Uhr Hochamt mit Predigt.

Nachmittags 2Z4 Uhr: Rosenkran^Bruderschasts-An-« dacht nrit Segen und Umgang.

Um 4 Uhr: Versammlung des Fünglingsvereins.

Während der Woche: Um 7 Uhr hl. Messe

Freitag, abends 8 Uhr: Kriegsandacht.

Nach dem Hochamt keine Ausgabe von Mchern aus der Borromäus-Bücherei.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyner. Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung" A- G.. Friedberg i H

v Mötzlich und unerwartet traf uns heute die schmerzliche Nach, richt, daß unser lieber, braver Sohn, Bruder, Neffe. Enkel, mein unvergeßlicher Bräutigam

HSernhai'dt ileycr

Sergeant in einem Jnf.-Rgt., Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klaffe

im Alter von 24 Jahren im siebenten Dienstsahre nach gewiffenhaster Pflichter- erliUen hat.'^ Abwehr eines feindlichen Sturmangriffs den Heldentod

Die tieftrauernden Hinterbliebenen:

Friedbsry-Fauerbach,

den 2. August 1918.

Bernhardt Meyer Lina Meyer geb. Alles Karl Meyer, Zahlmeister-Stello., z. Zt. im Felde Berta Meyer Wilhelmtne Alles Hrrlanda Schiwy, Braut.

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Wiedersehen war seine * und unsere Hoffnung.

Wir erhielten die traurige Nachricht, daß unser lieber unvergeßlicher Sohn, Bruder und Neffe

Karl Michel

Musketier im Jnf.-Neg. Nr. 221,

Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Kl. der Hessischen Tapferkeitsnredaille und des Kriegsehrenzeichens,

nach seiner Verwundung im September einer Sanitäts­kompagnie zugeteilt, nach fast vierjähriger treuer Pflicht­erfüllung am 21. Juli ein Opfer dieses schrecklichen Krieges geworden ist.

Bruchenbrücken, den 3. August 1918.

Die jitstranern-e Familie.

' I. d. R.:

Philipp Heinrich Michel.

Statt besonderer Anzeige,

Rach Gottes unerforschlichem Ratschluffe ent­schlief heute Nacht nach kurzer schwerer Krankheit unser lieber, guter Gälte, Vater, Großvater, Schwa- Ser und Onkel

Karl Wirth

Veteran von 1870/71

im 71. Lebensjahre.

Um stilles Beileid bitten

Sie tiestranmibkil Hinterbliebenen.

Leidhecken, den 3. August 1913.

Die Beerdigung findet statt: Montag, den 5. August nachmittags 2 1 /» Uhr.

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