Einzelbild herunterladen

große Rolle. Wäre es möglich, den gesamten Schiffsvrekehr durch den U-Boot-Krieg zu erfassen, so würde er seine Auf. gäbe in wenigen Wochen erfüllt haben. Daß das unmöglich ist, und daß nur ein bestimmter Teil des Seeverkehrs gefaßt wird, haben die deutschen führenden Marinekreise von An­fang an erkannt und daher keine phantastische Rechnung auf. gestellt, die sich nie erfüllen kann, sondern von Anfang an nur mit einem bestimmten Monatsergebnis gerechnet, das für den Anfang, wo die größte Ernte zu erwarten war, auf 600 000 Tonnen geschätzt wurde. Daß man sich verschätzt hatte und daß das wirkliche Ergebnis die Erwartungen weit iiöertroffen hat, stellt der Vorsicht der leitenden Kreise und der Züchtigkeit unserer U-Boot-Konnnandanten wie der U-Boot-Mannscbaften das beste Zeugnis aus. Daß aber das tasächlich gesteckte Ziel erreicht und der Feind durch die allmähliche Vernichtung der für ihn tätigen Schiffsräume zum Frieden gezwungen werden wird, dafür bürgt das bis- herrge Ergebnis des U-Boot-Krieges, das bereits achtzehn Millionen Tonnen mit einem GesanrtwerL von rund 50 Milliarden Mark iiberschritten bat, mW ferner die Ergeb­nisse des feindlichen Schiffsbanes, die hinter den amtlichen unserer Feinde noch weit mehr zurück- gebliehen sind, als die deutschen U-Boot-Ergebnisse die deutschen amtlichen Voraussagen übertroffen haben.'

die wie die Vestwortschafte« auf vulkanischer Lava entstehen. Ueberall brausen Schlachten, SchiffbrÜche lösen einander ob, Katastrophen, Massenopfer. Der gute Bürger aber seufzt, indem er ein Gähnen unterdrückt:üDfrht Gott, wie eintönig ist das alles!-

Amerikanische Grenelhetze.

Rußland.

Die Kämpfe im Innern.

. /Moskau, 26. Juli. (WB.)Jswestija" meldet einen durch . Ratetruppen abgeschlagenen Angriff in Richtung Poworrno.

^ad) einem Armeebefehl Trotzkis ist der Aufstand in ^zaroslaw unterdrückt. Dabei sind Hunderte von Ge- fangenen gemacht worden. Die Eisenbahnverbindung zwischen Wologda und Moskau über Jaroslaw ist wieder hergestellt. '

Die Bildung einer starken Wolgaflotte ist im Gange, um den Fluß von Gegenrevolutionären zu säubern. Ein Auf. ruf fordert alle Matrosen auf, einzutreten.

. In Sibirien soll eine amerikanische Eisenbahnkonr- mlsston erngetroffen sein, welche die Leitung der sibirischen Bahnen überninrmt.

M (torbiüifli dkg Crchn pirliai

Moskau, 25. Juli. (WB.) Die Beweise u.ehren sich Sah zwischen Ler Ermordung des Grafen Mirbach und den gleichzeitig in Moskau wie in anderen rusnschen Städten ver­anstalteten Umsturzverkuchen, die sämtlich die Wiederaus- nähme des Krieges mit Deutschland zum Ziele hatten, ein enger Zusammenhang besteht. Das Attentat gegen deu Grafen Mirbach fand am 6. Juli nachmittags statt. Anr gleichen Tage,. fast zur gleichen Nachnüttagsstunde begann der Aufstand in Jaroslaw. nachdem dort am vorhergehend den Tage ein serbischer Major und zwei andere Entente- offiziere, sowie gegen Mittag des 6. Juli 106 Mann, soge­nannte Freiwillige des Nordens, aus Wologda eingetroffen waren. Von. den Agenten der Entente wurde den auf­ständischen weißen Garden in Jaroslaw nntgeteilt, daß sie sofort losschlagen könnten; starke Truppentransporte seien von Norden her bereits im Anrollen. Während der Kämpfe der folgenden Tage erklärte sich in Jaroslaw der Stab dec weißen Garde in einer offiziellen Bekanntmachung als mit Deutschland im Kriege befindlich und setzte die deutsch Jürsorgekommission mit ihren etwa 2000 Schutzbefohlenen (Kriegs- und Zivilgefangenen) im dortigen Theater ge- fangen. Als die weiße Garde ihre Sache verloren sah, lieferte sie an den befehlshabenden deutschen Offizier, Leut­nant Balk, die Waffen ab, gab sich also in Gefangenschaft der deutschen Kriegsgefangenen und wurde später von diesen an die Räte-Truppen ausgeliefert.

Der bekannte Zwischenfall Murawjew, der den Rückzug der Rätetruppen zur Folge hatte, ereignete sich am 8. Julü Murawjew war Befehlshaber der gegen die Tschecho- Slowaken openerenden Rätetruppen. Er war Abenteurer nnd für Bestechung notorisch zugänglich. Es war der Entente gelungen, ihn für ihre Zwecke zu gewinnen. Murawjew proklamierte nicht nur seine Vereinigung mit den Tschecho-Slowaken, sondern gleichzeitig auch den Krieg an Deutschland, was ja auch die Mörder Mirbachs als Zweck ihres Attentates die Herbeiführung des Krieges mit Deutschland an gaben. Der Zweck der gesamten Macki- Nationen war der Sturz der Bolschewik! und die Aufhetzung der Leidenschaften gegen Deutschland bis zum Wiederbeginn des Krieges mit Deutschland. Die räumlich getrennten aber zeitlich Zusammenfallenden Aktionen weisen deutlich aus eine einheitliche Leitung.

*

Berlin, 27. Juli. Das hiesige Büro der P. T. A. meldet: ^lie von den örtlichen Behörden gemeldet wird, sind Blum- n und andere Teilnehmer an dem Morde des Grafen Mir- ich nach der Ukrainer Grenze geflüchtet; ihre Spur ist in n Ukraine verloren gegangen.

Nichts Kejouderes".

Im PariserJournal" veröffentlicht Clement Bautet eine Plauderei, aus der auch mancher Nichtfranzose etwas lernen kann. Er schreibt u. a.: Gestern hörte ich folgendes Gespräch zwischen zwei Parisern, von denen einer soeben eine umfang­reiche Abendzeitung studiert hatte:Nun, was steht in Ihrer Zeitung?"Nichts Blonderes." Diesesnichts Besonderes" sind hundert Riejenereigniffe, von denen vor 1914 ein einziges genügr hätte, um die öffentliche Meinung acht Tage lang aufzu­regen. Wir find wirklich sehr anspruchsvoll geworden. Alle» Völker des Erdballs bekämpfen einander, große Reiche werden Wn Revolution«» erschüttert, ein« neue Welt wird geschaffen.

Achtung vor dem Kolk.

}

3n Frankreich hat Clemenceau sein Leben dadurch aus einer sehr peinlichen Lage gerettet, das; er der Kammer, die ihn über die Kriegslage ausftagen wollte, rundweg jede Aus­kunft verweigerte. Und di« Kammer hat ihm das mit dem Ausdruck ihres Vertrauens gelohnt. Bon besonderer Hoch, achtung vor der Volksvertretung zeugt die Weigerung Cleinen.

Mit dem Eintritt der amerikanischen Eoldbestten in den Bund unserer Feinde, brauchen wir nicht mehr hn Zweitel zu fein, wo unsere gemeinsten und niederträchtigsten Feinde sind. Dem­gemäß ist auch die Art. wie in Amerika durch die gemeinsten Mittel der Verhetzung das Volk zum Kriegswillen aufgepeitscht werden soll Neulich brachte die Newyork-Times" ein Bild, das einen Amerikaner vorstellte, der von deutschen Soldaten gekreuzt gt wurde, diese umstanden den Gemarterten und weideten sich an dessen Oualen. Dieses Machwerk sollte aneifern zur Zeichnung der ..Freiheits-Anleihe" Heute lesen wir in der Frankfurter Zeitung" folgende weitere Glanzleistung desselben Blattes:

Herbert L. Pratt. Vizepräsident der Newyorker Standard Oil Company, der nach mehrwöchigem Aufenthalt in Frank­reich zurückgekohrt ist. erzählte gestern, ihm sei in der Front- gcgeud um Toul wieder und wieder gesagt worden, die Ame­rikaner hätten bei einem Angriff auf deutsche Schützengräben zwei oai Bäume gekreuzigte Amerikaner gesun­dem Ferner sei ihm gesagt worden, daß viele amerikanische Soldaten mit abgeschnittenen Köpfe-n gefunden wurden. Mr. Pratt verbrachte an jenem Frontabschnitt mehrere Wochen im Verkehr mit amerikanischen Soldaten und er sagte gestern, daß er diese Geschichten von so vielen verschiedenen Seiten hörte daß er nicht an ihrer Wahrheit zweifle. Immerhin bemerkte er, daß er keinen Bericht von Augenzeugen er­hielt. Diese Geschichten hätten, sagte er. die Wirkung, die ame­rikanischen Soldaten mit kochender Wut zu erfüllen, sodaß der Krieg in jener Gegend tatsächlich ohne Pardon geführt würde. Er sagte, daß die Amerikaner es vorzichen. die Deutschen niederzuschießen, anstatt ste zu Gefangenen zu machen, außer wenn sie in größeren Mengen die Hände er. heben und um Gnade flehen.

Die NewvorkerWorld" (6. Mai) berichtet wie einem ame­rikanischen Arzt, der von den Deutschen gefangen genommen und dem die Zunge ausgeschnitten worden wäre. Nicht un­interessant bemerkt dieFrankfurter Zeitung" dazu-

... ist der Zweck einer solchen wahnsinmgen und ge- willenlosen Hetze, deren Lügenhaftigkeit doch mindestens der Redaktion derTimes", aber eigentlich auch einem großen Truistirasidenten sichtbar fein muß? Offensichtlich die Auf- pekffchung eines Volkes, um dessenFreiheit es so bestellt ist.

o l ^ m bmn des Krieges, in den es hineingezogen wurde, f öu Gemüts geführt werden muß. Dieses

freie Volk, das auf die Entscheidung über Krieg und Frie­den ke. neu Einfluß gehabt hat. muß doch auch wissen, wofür es kämpft, denn sonst wäre es ja keinfreies" Volk und in mchts von den Senegalnegern unterschieden, die einfach auf Befehl ihrer Herren marschieren."

D--Frankfurter Zeitung" hätte aber hinzufügen muffen, daß diesesfreie Amerika" ein demokratisch regiertes Land ist.

Warum denn immer Rußland.

- ** * "Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" wurde !« n ir^ 1 ^ Zeugnis zur Vorgeschichte des Krieges" ver- E'^^llcht das von dem Balten Freiherrn H. von Rosen, der der Neichsduma und dem russisckien Reichsrat angebörte. ver­löt rst. In den Erinnerungen, die Herr von Rosen ver- »d*, stellt sich Rußland als der eigentliche Kriegs- Mildrge dar, und es säzeint in der Tat, daß die Aus- ftrhrungen Herrn von Rosens durchaus überzeugend seien. Daß man m Rußland den Krieg mit Deutschland vorbereitet hat, und wie weit die Partei der russischen Großfürsten für den Ausbruch des Krieges verantwortlich ist, haben wir sehr eingehend bereits früher dargelegt, und das ist auch in der deutschen Öffentlichkeit zur Genüge bekannt. Heute haben wrr es nicht mehr mit dem zaristischen Rußland zu tun und es ist eigentlich nickt recht ersichtlich, weshalb dieNord­deutsche Allgeineine" nicht dieses Dokument der Erin­nerungen des Barons von Rosen benutzt, um darauf Hinzu­welsen, daß erst durch die Dazwischenkunft Englands und das Zusamnieugehen englischer und russischer Pläne es zu deui Weltkrieg gekomnren ist. Gewiß hat Rußland sehr viel Pulver zusammengetragen, aber England war es, das inuß immer gesagt werden, das die Lunte an das Pulver- faß legte. Ohne einen solchen Zusatz muten die Aus- Führungen derNorddeutschen Allgemeinen" an wie eine Entlastung^ fl ensive für England, sind sie heraus geboren aus dem Geiste jener verhängnisvollen Kühlmann-Rede itnt> oer sogenannten Jrrtümer der Bethmann-Hollwegschen Politik. Jrrtümer. die man besser mit England-Furcht be­zeichnet. Wir dockten, gerade in der Zeit des gegenwärtigen Ringes wäre es angebracht, dem deutschen Volke immer wieder den Gegensatz zwischen anglikanischen! und deutschem Wesen vor Augen zu stellen, in dem Sinne, wie das vor kurzem der Kaiser getan hat. Damit, daß man einen Toren nach toter macht, kann inan keine politischen Erfolge er- ringen, weder nach außen, noch im Innern. Eine solche Methode ist allerdings billig, sieht nach etwas aus, lenkt aber von der Hauptsache ab und scheut sich vor den zu über­windenden Schwierigkeiten.

ceaus gewiß nicht. Wenn die Kammer in einer so kritisch«'« Lage, wo es für sein Land und Volk um das Höchste Letzte geht, ein sach ausgeschaltet wird und man ste nur für gut genuz halt, der Regierung ihr klares Vertrauen auszudrucken, dann scheint umgekehrt das Vertrauen der Regierung zu den auser­korenen Vertretern des Volkes doch recht minderwertig. Mai behandelt sie wie eine Herde unreifer Kinder, von denen man in der Stund« der Gefahr verlangt, daß sie sich im gläubigem Vertrauen unter den Rockschößen des Herrn Papa verkriechen und sich mit dem Gedanken beruhigen, daß dessen vielerprobte Weisheit schon einen Ausweg finden werde.

Die Kammer hat sich dies Verfahren nicht nur gefallen las- sen: sie hat es sogar, wie man von ihr verlangte, mit dem Aus- druck ihres Vertrauens erwidert. Die Abgeordneten haben also von sich selbst offenbar dieselbe geringe Meinung, die Clemen­ceau und seine Mitschuldigen von ihnen hegen. Und dabei gilt Frankreich neben Amerika bei unseren Demokraten für das Mufterlanid des Parlamentarismus, nach dessen glorreichem Vor. bilv auch unsere Verhältnisse umzugesialten, unserem Volk nur Heil und Segen bringen soll. In Wahrheit ist der Präsident Wilson in seiner Selbstherrlichkeit ein größerer Verächter des Volkes als es jeder autokratischsteSelbstherrscher aller Reußen" gewesen ist. Und den französischen Parlamentarismus llir vorbildlich holten. ist auch nur bei uns in Deutschland mög­lich. Tatsächlich hat dort von jeher weder Volk noch Regieruna auch nur eine Spur von Achtung vor dem Parlament gehabt Hätte sonst ein ftanzösischer Minister es wagen dürfen, die Ab­geordneten mit den Worten zu begrüßen, die ihnen Thiers ein­mal zurief:Meine Herren' Das Land befindet sich allemal dann am wohl st en. wenn Sie nicht bei­sammen sin d." Man denke sich, das Wort von einem deut­schen Reichskanzler gesprochen und kann sich die Entrüstung vor­stellen. die in unserer demokratischen Presse losbrechen würde. In Frankreich nimmt man so was mit Gleichmut hin und läßt'- an sich ab laufen.

Bei uns ist man weit empfindlicher. DisDeutsche Zeitung­hat dieser Tage an das genannte Wort von Thiers erinnert und gemeint, es finde sich kein Minister, der dem deutschen Reichstag etwas derartiges zu sagen wage. Schon diese bloße Erinnerung bringt denVorwärts" gewaltig in Harnisch. Wenn er aber meint, man könne daraus schließen,wieviel Achtung die All­deutschen vor dem deutschen Volk selber haben", so verrät das eine sehr schwache Logik. Gerade weil dieAlldeutschen"

- die in diesem Falle Gesinnungsgenossen bis weit in die Kreise der liberalen Parteien hinein hoben vor dem deutschen Volk und seiner beispiellosen Tüchtigkeit die allergrößte Hoch, a ch t u n g haben, sind sie der Meinung, daß der heutige Reichs­tag nicht die geeignete Vertretung dieses Volkes ist und daß er sich gerade bei den Kundgebungen, die uns fortgesetzt alsstaats- männische Taten ersten Ranges" augcpriefen werden, in den allerschärfsten Gegensatz zu der wahren Meinung des Vslles gestellt hat. Natürlich kennt derVorwärts" diese Zu­sammenhänge sehr gut; aber um denAlldeutschen" eins anzuhängen. darf man keine Gelegenheit vorübergehen lassen. Daß er die sozialdemokratischen Wahlsiege als Beweis anführt, wie sehr das Volk hinter der heutigen Volksvertretung stehe, ist mehr als kindlich. Was beweisen die paar Wahlkreise für das ganze Volk? Wenn die Gesamtheit des Volkes beftagt würde und auch alle die mitreden könnten, die an den Fronten wach, halten, die Siegesgewißheit desVorwärts" würde bald zer. flattern! S. D.

Mn Appell an den Reichstag.

Berlin. 25. Juli. Wie der Re-ichstagsabgeordnete Wilhelm Bruhn in der von ihm herausgegebeneaWahrheit" mitteilt, ist den Mitgliedern des Reichstages am letzten Dienstag eine Denkschrift" übersandt werden, die alsEine notwendige Rich. tigstellung des deutschen Weißbuches" bezeichnet wird. Diese Richtigstellung" trägt die Unterschrift des in der Lichnowsky* Affäre vielgenannten Hauplmanns im Großen Eeneralstabe von Beerfelde. Inhalt und Tendenz des umfangreichen Schrift­stücks find eine vergröberte Fortsetzung der Lichnomsky'schen D.nkschrift, die zetzt den Gegenstand einer gerichtlichen Unter­suchung bildet. In diese ist bekanntlich auch der Hauptmann v. Beerfelde verwickelt, da ihm zur Last gelegt wird, die Schrift des Fürsten Lichnowsky, in der dieser Deutschlands Schuld am Ausbruch des Krieges nachzuweifen sucht, in die breitere Oef- fentlichkeit gebracht zu haben, nachdem sie ihm vom Eeheimrat Mitting, dem Bruder Maximilian Hardens und Aussichtsrats- Vorsitzenden der Nationalbank, angeblich nur zur eigenen Kennt­nisnahme übergeben worden war. Der Appell Veefeldens an den Reichstag verlangt rücksichtsloses Einschreiten gegen die lei­tenden Männer, die im August 1914 das Staatsruder in Händen hatten.Verbrecherische Fälschungen, größtes Verbr»?chen, grauenvollster Betrugs knechtische Geistesverfassung, Verräter und Verbrecher" und andere ähnliche Kraftausdrücke lassen den Leser ahnen, in welchem Tone der BenftMsche Appell an den Reichs­tag gehalten ist. der in vier Forderungen gipfelt, darunter die uingehsnde Verhaftung des ehemaligen Reichskanzlers von Veth- mann-Hollweg verlangt. Erfülle der Reichstag diese Forde­rungen nicht, dann müsse er sich sagen lassen, daß ihn bei seiner feigen Pslichtoergessenheil der Fluch dieses und aller kommerÄer Geschlechter treffen werde. Dann werde er von Beerfeld« für sich und seine Angehörigen aber umgehend um Passe nach der Schweiz bitten, weil es im deutschen Vaterlande nicht mehr auszuhalteu fei undweil wir seine Schmach und Ehrlosigkeit nicht zu der Unftigen machen wollen."

Aus dem Druckvermerk dieser neuesten Skandalschrift geht hervor, daß ste am 1. Juli d. Js. abgeschlossen wurde, und aus dem Text ist ersichtlich, daß der Verfasser von dem Reichstag die Erledigung seinerForderung" noch vor seinem Auseinander- gehen erwartet. Da der Reichstag sich am 13. Juli vertagt hat und dieDenkschrift" erst am 23. Juli versandt wurde, ist die Vesprechnng nicht mehr gut möglich gewesen. Trotzdem, so be­schließt der Abgeordnete Bruhn seine Mitteilungen, werde hof­fentlich recht bald mitgeteilt werden, daß der Verfasser dingfest gemacht und hinter Schloß und Riegel gebracht worden ist.