Einzelbild herunterladen

lUciü nie durch Liebe Leid gejchnh.

Roman von Courthß-Mahler.

66) Flachdruck verboten

O mein Gott," sagte sie und sab ihn mit einem unbeschreib­lichen Blick an, in dem all ihre Liebe, all ihr Jammer lag.

Von diesem Blick überwältigt, breitete Hans Ullrich seine Arme aus.

..Chri'in'"

Da nor> fre sich ausschluchzend in seine Arme.

Hans Ullrich'"

✓Mt bi.'l'.'ii sie einander umschlungen, und ihre Lippen san­ken sich in e>'>em langen Kuh. Und dann sah er in ihre schönen Augen, die seinen Himmel bargen.

Meine Christa meine angebetclc Christa du weißt, wie sehr ich dich liebe, und wie schwer mir der Abschied von dir wird! Habe Dank, daß du in dieser Stunde alle Bedenken von dir warfst und mir deine Liebe ohne Rückhalt zeigst. Das wird mich wie ein süßer Trost begleiten. Du ahnst ja nicht, wie sehr ich dich liebe. Und ich hatte in letzter Zeit eine leise Hoffnung Dich mir allen Hindernissen zum Trotz zu erringen. Zum Her­zog wollte ich gehen er ist mein Freund und wollte ihn bitten, ein Machtwort zu sprechen, das uns die Hinderniffe aus dem Weg räumt. Meiner Mutter Einwilligung dazu habe ich gestern erhalten. Und nun kann ich nichts mehr tun. Ich muß fort, muß dich allein lasten fühlst du, wie mich das quält?"

Sie sah ihn mit ihren wunderbaren Augen tief in die seinen.

Wenn ich dich doch halten hönnte, mein Hans Ullrich!"

Er küßte ihre Hand und drückte sie an seine Augen.

Das vermag keine Macht der Welt, mein Liebling, auch deine Liebe nicht, an deren Wunderkraft du so fest glaubtest. Auch die heißeste, stärkste Liebe kann machtlos sein. Wenn ich dich doch wenigstens mein eigen nennen könnte! Frohen Herzens wollte ich dann in den Kampf ziehen und an Wunder glauben."

Cie nahm seinen Kopf in die Hände und sah ihn leuchtenden Auges an.

Glaube an Wunder, mein Hans Ullrich: Wenn du mich dein eigen nennen willst nichts wird dich hindern. Du kannst mich zu deiner Frau machen, wann du willst."

Er seufzte.

Mein L'ebling noch bin ich ja an die Majaritätsbestim- mungen gebunden. Rur die Gnade des Herzogs kann mich da­von lösen."

Ein süßes Lächeln lag auf ihrem Antlitz, das Lächeln, das sich ihm ins Herz gestohlen hatte.

Hans Ullrich uns brauchen keine Majoratebestimmungen zu trennen. Du weißt doch, daß ich nicht Christa Hellmut bin. Bevor ich meine Mission nicht erfüllt hatte, konnte ich mich dir nicht zu erkennen geben. Jetzt ist das aber geschehen. Und nun kannst du wissen, daß ich die Freiin Christa von Platen bin, die Tochter des Freiherrn von Platen, der deines Vaters Freund war, und Maria von Birkenheims. Ich bin die Nichte des 5>errn von Birkenheim - und gottlob im Besitz einer laugen Ahnen- reihe, so lang du sie nur wünschen kannst. Willst du nun an Wunder glauben?"

Ein halbunterdrffckler Ausruf entfloh feinen Lippen, vnd Ein Helles Leuchten brach aus seinen Augen, ein Blick, der sie

erschütterte und znglet'ch Unsagbar beglückte. Mrk effnem festen, schmerzhaften Druck zog er sie ln seine Arme, und die Qual seines Herzens löste sich in einem befreiten Atemzug.

Liebste, ist das wahr?" Darf ich es glauben, daß nichts mehr zwischen dir und mir steht?"

Sie nickte lächelnd.

»,Ja, Hans Ullrich, du darfft es, Sieh deshalb war ich ja so llegesfroh und unbekümmert. Meinst du, ich bätte dir meine Liebe so offen gezeigt, wenn ich nicht gewußt hätte, daß eine Bereinigung zwischen uns möglich wäre?"

Er küßte sie stürmisch. Und dann sagte er seufzend:

Und nun soll ich dich lasten, soll fortgehen von dir, viel­leicht für immer, ohne dos höchste Glück bescsten zu haben, das die Erde für mick birgt?"

Du wirst wiederkommen: mein Hans Ullrich, meine Liebe wird mit dir gehen wie ein Schutzengel."

Er küßte ihre Augen.

Deine Zuversicht kann wirklich Wunder tun, meine Christa. Ich will nicht kleinmütiger fein als du Aber trotzdem wenn du wüßtest, wie unsagbar ich mich nach deinem Besitz gesehnt habe, wenn du wußtest, was es mich kcstet, dich jetzt, gerade jetzt aus meinen Armen zu losten!? Chdsta wenn ich dich bitte mit aller Inbrunst meines Herzens da das Schicksal die Hin­derniste zwischen uns beseitigt hat werde mein Weib ehe ich von dir gehen muß. Als Soldat Hab ich die Erlaubnis zur Kriegstrauung. Zu jeder Stunde, heute oder morgen, kannst du mein Weib werden. Sog willst du mein eigen fein?"

Sie strich sich das Haar aus dem heißen, glühenden Gesicht. Er hielt ihre Blicke fest. Seine Augen baten noch viel heißer und dringender als feine Worte. Da schmiegte sie sich an ihn.

Wie könnte ich dir jetzt einen Wunsch versagen, tm mein geliebter Mann?! Ich will, was du willst. Wir wollen zu Onkel Heinz gehen und ihm alles sagen."

Er riß sie aufjauchzend in seine Arme, und seine heiße Zärt­lichkeit strömte über sie dahin. So standen sie lange Zeit und hielten sich sanft umschlungen. Und dann gingen sie. dicht an­einander geschmiegt, durch den Wald nach Birkenheim. Unter­wegs erzählte Christa, wie sie nach Birkenheim gekommen war und welche Mission sie da erfüllt hatte.

Nun wußte Hans Ullrich, weshalb die Baronin und ihre Tochter so plötzlich abgereist waren.

Der Weg bis znm Birkenheimer Herrenhaus wurde den Liebenden viel zu kurz, trotzdem ste immer wieder stehen blieben, um zärtliche Küste zu tauschen.

Als sie ihr Ziel endlich erreichten, wurde Christa schon Ähn­lichst von ihrem Onkel erwartet.

Christa trat mit Hans Ullrich bei ihm ein.

Dieser begrüßte Christa sehr zärtlich und Hans Ullrich herz, lich und erfreut.

Was bringen Sie mir, Hans Ullrich?" fragte er.Sie waren doch sicher auf der Post."

Herr von Birkenheim und ich bringe Ihnen eine gute und eine böse Kunde. Zuerst die böse: Der Krieg ist da! Ich muß in drei Tagen ins Feld. Aber vorher will ich mir mein Glück sichern. Und damit komme ich zum Guten. Here von Birkenheim. ich habe nicht Zeit zu einer formellen Wer­bungsvisite. Ich weiß jetzt, daß Christa Ihre Nichte ist. Und

sch bitte Sie hiemit um die Hand Ihrer Nichte. Christa will meine Frau werden. Ich liebe sie schon, so lange sie in Bttken- heim ist. aber ich wußte ja nicht, daß sie mir nach den Gesetzen unseres Hauses ebenbürtig war. Nun werß ich es. Bitte Geben Sie mir Ihre Einwilligung."

Herr von Birkenheim mar nicht so überrascht, als die Lie­benden geglaubt hatten. Er faßte ihre Hände und legte sie zu­sammen.

..Ich sehe es euren Augen an. ihr habt euch, trotzdem die Kriegsglccken klingen, das Glück eingefengen. Nun haltet es fest für alle Zeit. Gott mag es euch erhalten und jeden Schatten wehren, der darauf fallen will."

Christa umarmte den alten Herrn.

Onkel Heinz, nun kann ich doch immer in deiner Nähe bleiben."

Er nickte.

Gottlob. Da hat es das Schicksal einmal gut mit mir ge­meint. Ich hätte es mir gefallen lüsten müssen, wenn dich ein fremder Mann von Vnkenbeim fcrtgeholt hätte. Und ich glaube, meine Christa, das hätte mir wehe getan."

Hans Ullrich drängte es aber nun, zu seiner Mutter zu eilen Vielleicht war die Kunde vom Ausbruch des Krieges schon nach Frankenau gedrungen. Er sprach das aus, und Herr von Bir­kenheim und Christa waren sogleich bereit, ihn zu tu gleiten. Hans Ullrich ließ fein Neitpserd verführen, und Herr von Bir­kenheim und Christa fuhren im Wagen.

Die Sonne war schon am ttntergehen, und die Schatten fie­len lang über den Weg. So still und friedlich lag der Wald vor den Blicken der drei Menschen, und draußen in der Welt lohten die Kriegsfackeln empor.

m

Tic Kunde vom Ausbruch des Krieges war wirklich schon nach Frankenau gedrungen. Der Verwalter hatte sie mitge- bracht, und Frau von Frankenau hielt nun die weinende Ursula im Arm, um sie zu trösten, während ihr eigenes Herz in Angsj und Not um ihren Sohn schmerzhaft zuckte. Innig umschlungen saßen Mutter und Tochter auf dem Divan, in ihr Herzeleid ver- funken Da trat Hans Ullrich ins Zimmer. Er führte Christa an der Hand und trat mit ihr hin vor die Mutter.

Da bringe ich dir mein Glück, liebe, teure Mamma. Christa ist meine Braut ste ist das Mädchen, das ich liebe. Erschrecke nicht, liebe Mamma meine Braut ist nrcht, wie wir alle dach­ten, die bürgerliche Christa Hellmut, sondern sie ist die Tochter Marias von Platen. Alle Hinderniste zwischen uns sind befei^ tigt. Christa will meine Frau werden, noch ehe ich in den Krieg ziehe. Gib uns deinen Segen meine liebe Mutter."

Frau von Frankenau hatte sich erhoben. Sie war bleich geworden vor Erregung, und Tränen blinkten in ihren Augen. Die Nachricht überwältigte sie. Fassungslos umarmte sie Hans Ullrich. :;

..Mein lieber Sohn, du kannst dir denken, wie es in meinem Herzen aussieht. Die Angst und Sorge um dich will kein Glück in meinem Herzen aufkcmmen lasten und doch wie will ich es Christa danken, daß sie dich glücklich machen will? Komm an mein Herz, meine liebe Tochter. Du warst mir lieb und wert, als die schlichte Christa Hellmut, ehe ich ahnte, daß du meinem Cohn teuer warst. Nun sollst du mir ans Herz wachsen wie ein eigen Kind." _ <Iortsehimg folgt.)

Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung.

Tieferschüttert und unerwartet erhielten wir die die schmerzliche Nachricht, daß unser innigstgeliebter treuer un­vergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe

Dssin Wilhelm Blink

Feld-Art.-Neg. 247. III. Abt., 9. Batterie

infolge Rückenschusses am 16. Juli nach vierjähriger treued Pfticht- erfüllung im Alter von 25 Jahren sein blühendes L.ben dem Vaterlande opfern mußte.

Wölfersheim, den 29. Juli 1918.

In tiefem Schmerz:

Familie Ludwig Brink

nebst Angehörigen.

El» gebrauchte

UiD Srcn!

zu verkaufen bei _Adolf B-renz, Bönstadt.

Hoehträchtiges

WiG-Mlkrchiick

anler zwei die Wahl, zu verkaufen

^heodor Keller, Gettenau.

Cin e frischmellende

Fahrkuh

mit Mutterkalb zu verkaufen bei

Wilhelm Sclomitt,

D ornassenheinr.

Weukartlil li 5 M? r

fimt ssagksnitm-a Srnckk», o. ffn l.A-K

Krkanntmnchnng.

Bei I. E. Michel ist noch

Kunsthonig

Bekanntmachung.

Nächsten Mittwoch, den 31. Juli, vetteilen wir in der alte« Post

Land-Eier.

Zeiteinteilung wie bei der Butteroerteilung.

Cs werden abgegeben: Auf Eiertatten gelb, Marke 83, 1 Ei zu 30 Pfennig, auf adgestempette rote Eierkarten. Marke 34, 1 Ei zu 3V Pfennig, und gegen Vorlage der kreisamtlichen Bescheini­gungen auf abgestempelte rote Eierkarten, Marke 37. 1 Ei zu 30 Pfennig.

Die Eierkarten sind vorzulegen. Nicht abgestempelle rote Eier­karlen sind ungültig. Eierkarten ohne die betreffenden Marken be­rechtigen nicht zum Bezugs einzeln avgetrennte Marken sind wertlos. Friedberg, den 27. Juli 1918.

Der Bürgermeister

__ 2. B.: Damm.

BeKanntmachnng.

2n den Kolonialwarengeschäften von

, Fr. Michel, Fr. Wagner und A. Schmidt

bringen wir von heute ab

kondensierte Vollmilch

zum Verkauf.

An jede auf der Lebensmittelkarte verzeichnete Person des Bezirks II werden

50 Gramm zum Preise von 25 Pfennig abgegeben. Gefäße sind beim Abholen mitzubringen.

Die Lebensmittelkarte ist als Ausweis vorzulegen.

Friedberg, den 29. Juli 1918.

Der Bürgermeister

2. V.: Damm.

! Achtnngt KllllSftlNikl!, keine WMiiot mehr!

(6

vorrätig.

Auf ife

Friedberg. den 27. Juli 1918

« 1 * jeden Abschnitt der Brotkarte wird 1 J 2 Pfund znm Preise von 37 Pfennig verabfolgt. 2 4

Der Bürgermeister

2. V.: D a m m.

Bekanntmachung.

^r®°V n , äc ^ tcu Mittwoch, den 31. Juli ab, gelangt in den hiesigen Kotomalwarengeschäflen ' ü ü

Marmelade

Zum Verkauf. Preis per Pfund 92 Pfg.

Friedberg, den 27. Juli 1918.

Der Bürgermeister

2. D.: Damm.

Bekanntmachung.

2n den Kolonialwarengeschäften von

E. Mörschel, F. Damm Nachf. und K. Brand bringen wir von heute ab

Gemüsekonserven

für die Nummern 651 aufwärts des Bezirks II zum Verkauf. Auf jede vorzulegende Lebensmittelkarte wird

1 Dose junge Erbsen zu Mk. 1.60

oder Suppenerbsen oder Schnittfpargel, stark,

abgegeben.

Friedberg, den 29. Juli 1913

1.55

2.20

Der Bürgermeister

2. V.: Damm.

in versc hiedenen Aus- km I || Sp führungen hält vorrätig;

Heinrich iMÖiler, Schreinermeister,

SchUtzenrain 11 Friedberg 1. H. Schützenrain II

Sauerflofl-Kleiche,

das 2deal-Waschmittel.

2n Orlginaldosen zu haben int

Hessischen

Versandhaus

Pli. Diener,

A riedberg i. Hessen,

gegenüber d. L ebensmittelausschust

Ulfißr Wmm

lange und runde,

IliäMIteieii

empfiehlt

Jacob Hem,

Inh.: Balthasar Schneider,

Friedberg i. H.,

Kaiserstraße 93.

Herr mit iMMhlt

mit guter Verpflegung. Preis­angebote an W. Warnte, Hom- bürg v. d. Höhe erbeten.

Zu verkaufen: ^

Prima Kefanchenr- |0n»ie Stockflinte \

und einige andere Gewehre. Za

erfragen in der Geschäftsstelle der Neuen Tageszeitung".

Drucksachen

liefert schnell und billig

Meoe Taoeszeitiino. Druckerei u. Verlas i-i