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worunter er wohl die innere Disziplin, die Selbstzucht ver­stand dem russischen Volle vollständig fehlten, wie denn Ke­renski überhairpt nicht nur an persönlichen Größenwahn, son­dern auch an einer geradezu lächerlichen Ueberschatzung des eige­nen Volkes litt. Hatte er durch seine famosen Reformen im Heere die Gunst der nationalistischen Kreise verscherzt, die im. mer noch an die Möglichkeit einer Fortsetzung des Kriege» glaubten, so verlor er auch vollständig das Vertrauen der Masse, als er auf Befehl des eigentlichen Beherrschers des russischen Reiches, Sir John Buchanans. der schon lange voller Besorg­nis und Unruhe den Experimenten Kerenfns zugesehen hatte, im Sommer 1917 die kriegsmüden Scharen, die immer noch be- rau-scht ob den Errungenschaften der Revolution an alles an­dere eher als an Kriegführen dachten, persönlich wieder in den Kampf führte und damit die Schwenkung vom Sprecher des Volks zum gehorsamen Diener Englands vollzog. Daß die bürgerlichen Parteien auch angesichts dieser durch glänzende Reden eingeleiteten, mit pomphaftem Beiwerk inszenierten Revolutionsoffensive" nicht bereit waren, ihm zu verzeihen, daß er das Vertrauen des Volkes für immer eingebllßt hatte, das alles war für Kerenski unwichtig gegenüber der Tatsache, daß es ihm gelungen war, den Zorn Sir Buchanans zu beschwich­tigen. Hier bot sich die Aussicht auf weitere Lorbeeren. Die Losung war nun: Wiederherstellung der Disziplin in der Ar­mee. (Jetzt hieß es einfach Disziplin, nicht mehr revolutionäre Disziplin; die schien sich doch nicht bewährt zu haben.) Aber es war zu spät. DieDemokratisierung" war so gründlich, daß nichts mehr zu retten war. Die Armee war zwar revolutionär, im übrigen aber eine hungernde, raubende, plündentde Horde So kam es zur Schmach von Tarnopol. Was nachher von Ke­renski noch unternommen wurde, um die Kampffähigkeit der Ar­mee wiederherzu stellen: die außerordentliche Nationalversamm- lung in Moskau, die Berufung des sogenannten Vorparlaments nach Petersburg, glänzende Reden» Beteuerungen, Ermah­nungen, Drohungen, waren doch nur ohnmächtige Versuche, die Lawine aufzuhalten. Aus jeder Rede, dis Kewnsti in dieser letzten Woche seiner wenig rühmlichen Laufbahn gehalten, zit­tert die Furcht des von blinder Ehrsucht Besessenen hindurch, der die Macht seinen Händen entgleiten fühlt und nur noch ohn­mächtige Drohungen ausstößt. Als sein Sturz schon längst be- schlosien und nur noch eine Frage der Zeit war, schleudert er bei seinem letzten Auftreten auf der Tagung des Vorparlaments den Bolschewiki mit prahlerischem Pathos die Worte entgegen» er werde joden Versuch eines Umsturzes im Keime ersticken, die Urheber schonungslos zermalmen. Wenige Tage darauf bricht der Ausstand aus, und der erste, der sich feige verkriecht, rft Ke- renfki. Die Verachtung seines Volkes an den-Herfen, taucht er nun wieder an der Bildsläche auf. in England und Frankreich, frc« Ländern der Henker seines eigenen Volkes. Nicht genug, daß er, den ganz Rußlcmd ausgestoßen, und der höchstens noch auf dem Schreibtisch eines Petersburger oder Moskauer Back- fffches in effigie ein bescheidenes Dasein fristet, sich ordreistet, die Rolle eines Wortführers des russischen Volkes sich anzu- maßen, hat er die Schamlosigkeit, in den Mördern des Grafen Mirbach Helden zu sehen, von deren blutbefleckter Tat er den Beginn einer neuen Epoche der rusiischsn Geschichte erhofft! Vielleicht entsinnt dieser Elende sich noch, daß er es war im Jahre 1917 in einem Gespräch mit einem Bekannten des Verfassers dieser Zeilen die Ansicht vertrat. der deutsche Unter, seebootkrieg sei die durchaus berechtigte einzig richtige Antwort auf den englischen Aushungerungsvcrsuch! Das klägliche Schei­tern seiner angeblich aus Patriotismus unternommenen, in Wahrheit nur rühm- und rachgierigen Plänen dienenden Pro­pagandareise nach den Ententeländern wird dem verzogenen Liebling der russischen Revolution, der einst davon träumte, als Netter des Vaterlandes gefeiert zu werden, hoffentlich die Augen darüber öffnen, daß sein Schicksal endgültig besiegelt ist.

(Deutsche Zeitung.")

Was den S0|itö?!!tolirflf?ii inWllt.

Der neue StaLtssekretär des Aeußern sagte in einem Trink- spcuche, der Khedive sei der rechtmäßige Fürst Aegyptens, dis Augen des ägyptischen Volkes seien hierher gerichtet, es sähe der Wiederkehr des Fürsten hoffend entgegen. Es sei in Deutsch­land auch wohlbekannt, mit welcher Treue der Khedive vom ersten Augenblick an zur Sache des Vierbundes gehalten habe. Zum Schluffe sagte der Staatssekretär:In unerschütterlicher Zuversicht vertrauen wir auf unser Recht, dem unser Schwert zu,n Siege verhelfen wird." DemVorwärts" haben diese Worte sehr mißfallen und er hält es für richtig und nötig, gerade die. ^en letzten Satz seinen Lesern vonzuenthalten. Zuversicht auf den Sieg im Vertrauen auf unser Recht und das Schwert so etrvag Unsittliches darf die Seele desVorwärts"lesers nicht vergiften. Das Blatt übsrsthreibt feine Ausführungen:Hintzes antteirglischer Kurs" und spricht damit das Verdammungsurteil aus. Im Dafeinskriege gegen Großbritannien einen antieng­lischen Kurs zu steuern, ist in der Tat ein Verbrechen gegen die Menschheit und gegen die Kultur, besonders wenn dabei noch ge­sagt wird, das Deutsche Reich habe Zuversicht auf den Sieg.

Die Antwort des Staatssekretärs an die deutsch-irische Ge­sellschaft hat den ..Vorwärts" ebenfalls mit Mißfallen erfiillt. Da wird gesagt: Deutschland habe durch die Tat bewiesen, daß sein Daseinskampf und seine Siege der Freiheit der Welt dieu- teu und den unterdrückten Völkern zum Helle gereichtem Noch viel schlimmer in den Augen desVorwärts" ist allerdings die weitere Aeußerung: Deutschland sei sich bewußt,wieviel für

die künftige Sicherung und Erhaltung des Weltfriedens von dem Freiheitskampfe des tapferen Irland und den nationale;: Bestrebungen Indiens und Aegyptens abhängig." Die tatsäch­liche Richtigkeit dieser Meinungsäußerung läßt sich ebenfalls nicht bestreiten und ist eine auf der Hand liegende, oft erörterte Wahrheit-. Eine Erhaltung und Sichtung des Weltfriedens im Zeichen der Freiheit und Gleichberechtigung der Mächte und der unterdrückten Nationen ist nur auf Grund eines entgegenge­setzten Kriegsausganges möglich. DerVorwärts" mißbilligt streng diese Aeußerungen. weil er sie als gegen unsere britischen Feiivde gerichtet aisseht und lagt entrüstet:Das Telearamm

nrutz in England ähnlich wirten, wie wenn! ein englifcherMinister die Tschechen Oesterreichs oder die Polen Preußens zu Freiheäts. kämpfen anspornt." Der Vergleich ist beimVotrwärts" nicht überraschend, aber doch immer wieder lehrreich. Die preußischen Polen mit der Lage Zrlmrds, Aegyptens und Indiens zu ver­gleichen» zeigt ein sehr hohes Maß von Abneigung gegen die tat- sächliche Wahrheit, und außerdem das ebenfalls nicht über­raschende Fehlen jeder nationalen Gesichtspunktes. Alles tn allem: die angelsächsischen Mächte und ihre Gefolgemächte setzen ihre ganze Kraft und Ausdauer daran, uns zu vernichten, im Inneren der Vierbundsmächte Uneinigkeit. Unruhen, Verzagt- heit und Unzufriedenheit zu erreichen, aber die deutschen Sozial­demokraten verteidigen, verurteilen als antienglischer Kurs, wenn die von England ausgesogenen, durch Mord und Raub und eine lückenlose Reihe von Verbrechen unterworfenen und gehalte­nen Völker wie Irland, Aegypten und Indien, der Sympathie des Deutschen Reiches versichert werden. Daß derVorwärts" nicht begreift, richtiger, es als den sozialdemokratffchen Zielen zu wider laufend ansteht, daß das Deutsche Reich sich gegen Groß­britannien hindurchsetzen muß, ist der Hauptgrund der Derurtei. lung desairtienalifchen Kurses". Im feindlichen Auslande wird man den Kampf desVorwärts" gegenantionglifche" Po­litik befriedigt registrieren und nn stillen denken, wie gut es doch sei, daß die englischen und französischen Sozaldemokraten nicht so seien wie die deutschen.

Uom Felde

der Ghre.

Schwalheim. Musketier Ernst Kunz erhielt das Eiserne Kreuz ziveiter Klasse, die Hessische Tapferkeitsmedaille besitzt er schon. v

Rodheim v. d. H. Der Schütze Paul Stern, Sohn des Viehhändlers D. Stern, bei einer Maschinengewehr-Kompagnie, erhielt wegen tapferen Verhaltens bei der Offensive im Westen das Eiserne Kreuz zweiter Klaffe uird zu gleicher Zeit die Hess. Tapferkeitsmedaille. Wir gratulieren dem jungen Manne und wünschen ein gesundes Wiedersehen in der Heimat!

Niederwöllstadt. Landsturmmann Jakob Becker, z. Zt. iw einem Noserve-Lazarett in Baden-Baden, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille sowie das Eiserne Kreuz.

Ober-Widdershcim. Dem Fahrer Ludwig Pfeffer, Füf.- Regt. Nr. 80. 3. ALaschinengewchr-Konlpagnie, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klaffe verliehen. Die Hessische Tapferkeitsme­daille besitzt derselbe schon länger. Wir gratulieren!

Leidhecken. Dem Grenadier Karl Heß, Sohn des Maurers Karl Heß II., wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Herzlichen Glückwunsch!

Aus der Heimat.

Friedberg. Das Großh. Kroisamt Friedberg schreibt uns: Die Veröffentlichung des Reichsgerichtsurteils vom 11. d. Mts. bedarf insofern oiner Ergänzung, als die näheren Umstände des Unglucksfalles nicht ersichtlich sind, wodurch ein schiefes Bild entstehen könnte. Die leitenden Stellen hatten s. Zt. bei der Anfuhr der Materialien die richtigen Anweisungen gegeben. Auch der Wärter hatte sich befleißigt, streng diesen Anweisungen gerecht $u werden, und hatte bewiesen, daß er bemüht war, die Fahrbahn der Straße ftei zu halten. Der die Materialien ab- ladende Fuhrmann hatte jedoch an diesem Tage noch nach Feierabend Steine vorschriftswidrig abgeladen, so- daß dort die Fahrbahn etwas eingeengt wurde. Der inzwischen verstorbene Wärter gab s. Zt. aitz hiervon nichts gewußt zu haben. Die leitenden Stellen konnten hiervcn nichts wiffen, da diese nicht dauernd an einer solchen Arbeitsstelle und besonders nicht nach Feierabend fein können. Gerade an dieser Stelle begeg­neten sich dann in der Dunkelheit zwei Fuhrwerke, die sich, ob­wohl jedes mit Laterne beleuchtet gewesen sein will, merkwür­digerweise nicht bemerkten, (aus welchen Gründen wurde nicht festgestellt) und rannten zusammen. Der eine Wagen wurde <mf die Seite und in einen jener, ohne Wiffen der Organe der Straßenverwaltung nach Feierabend vorschriftswidrig abgelade­nen Steinhaufen gedrängt, kippte um und begrub den Lenker unter sich, sodaß er tätlich verunglückte. Für haftpflichtig wurde nun der Kreis Friedberg erklärt als Eigentümer und Unierhal- tmrgspfsichtiger der Kreisstraßen in deffon Aufttag die Mate­rialien abgeladen wurden. Daß Kreisdirektor, Kreisbauinspek- tor, Kreisstraßenmeister nicht ständig an einer Stelle, wo Mate­rialien ungefähren werden, und deren es im ganzen Kreise zu gleicher Zeit 30-40 sind, anwesend sein können, ist klar, ändert jedoch nichts an der Haftpflicht des Kreises."

^ 0- Dom Main, 26. Juli. Das achtjährige Söhnchen des im Felb; stehenden Schneidermeisters Gregor Sttihler in Ober, theres ertrank beim Baden im Main. Ein Eroßfeuer äscherte das Wohnhaus des Kohlenbrenners Peter Eohn in Seimbuchen­thal vollständig ein. Die Feuerspritze versagte und nur der kräf­tigen Hilfe der Frauen, Russen und einiger Urlauber gelang es, des Feuers Herr zu werden.

Aus Starkenburg. '

FC. Heppenheim. 26. Juli. Im Alter von 93 Jahren vcr- ! starb hier die älteste Einwohnerin de? Ortes, die Witwe Blu. mervschein.

Aus Hcssen-Rassau.

Griesheim a. M. Auf dem Werk Elektron kam der Maurer Kampfs aus Lindheim (Oberheessn) bei der Aus­führung von Maurerarbeiten mit der Hand der Starkstrom, leituug zu nahe und wurde auf der Stelle getötet. Der Ver- unglückte hinterläßt eine Witwe und 4 Kinder.

Höchst .a M. Beim Spielen am Mainufer fiel abends der 9 jährige Schüler Bartelmes in tiefes Wasser. Der Vorfall wurde von einen: hier vor Anker liegenden Schiffe ans bemerkt, von dem die junge Schwägerin des Schiffers, Betty Neuwinger aus Tuisburg-Ruhrort, in voller Kleidung ins Wasser sprang und den Jungen rettete^ Es soll nickt

das erste Mal sein, daß die mutige Sclt'fferin in gleicher Weise helfendeinsprang".

FC. Flörsheim, 26. Juli. Ein Schurkenstreich wurde in ei­ner der letzten Nächte auf dem Acker des Wilhelm Wagner dahier verübt. Biele hundert Stöcke Bohnen, Gemüse. Gurken, Zwie­beln usw die dort angepflanzt waren, wurden dicht am Bode» abgeschnttten irnlb liegen gelassen.

FC. Langenschwalbach, 26. Juli. Die Ausweiskarte de» Viehhandeilsverbandes wurde dem Jakob Heyum in Ruckerts- hausen entzogen.

FC. Dierstadt, 26. Iull. Die Feldgemarkung ist bis auf Weiteres von Abends 9 bis Morgens 6 Uhr gesperrt. Wer in dieser Zeit außerhalb des öffentlichen Weges getroffen wird, ge­langt zur Anzeige.

AuS Rheinheffen.

FC. Mainz, 26. Juli. Beim Einsteigen in die Dampf­bahn vergaß ein Landsturmmann aus einem benachbarten Orte, den abgelegten Rucksack, in dem er 10 Pfund Speck hatte, mitzunehmen. Als er im fahrenden Zug den Verlust bemerkte, und zurückeilte, war der Tornister verschwunden. Durch das offenstehende Fenster einer Paterrewohnung holte sich nächtlicherweile ein Spihbub aus dem Schlaf­zimmer mehrere Anzüge und Stiefel. Er wurde von den, Bewohner verfolgt, und warf auf der Flucht bis auf die Börse alles weg. Mit dem Verkauf der Kartoffeln neuer Ernte wird im Stadtteil Mainz am Freitag begonnen. Die Anneuer-Bufchbrauerei in St. Louis, Eigentum der von Mainz-Kastel gebürtigten Frau Adolphus Busch wurde vom Kurator fremden Eigentums beschlagnahmt. Die Brauerei ist die größte des Landes. Bereits vor Monaten wurde Frau Biffch, die im Verdacht stand, in ihrem Hause eine Funkspruchstatton unterhalten zu haben, verhaftet. Jetzt wird ihr vorgeworfen, mit deutschen Agenten Bezieh­ungen zu unterhalten.

Mainz, 24. Juli. Vorgestern abend versuchte ein bei einer Wirtin bedienstetes Mädchen, durch Lysolvergiftung sei­nem Leben ein Ende zu machen. Das Mädchen wurde durch die Sanitätswache nach dem Städttschen Krankenhaus ge« bracht.

FC. Wiesbaden, 26. Juli. Vor einigen Tagen wurde u. A. auch gegen den Arbeiter Heinrich Wüst von hier wegen Diebstahl von zwei Ballen Tabak bei der Firma Lauoens dahier und we­gen Hehlerei bei dem Verkauf gestohlener Sachen in Mainz ver­handelt. Drei Mitschuldige des Wüst wurden in der letzten Strafkammersitzung obgeurkeilt, gegen Wüst wurde die Verhand­lung auf heute ausgefetzt, um das Sachverständigenurteil über seinen Geisteszustand zu hören. Wüst, der für geistesminderwer­tig anzusehen ist, wurde wegen schweren Diebstahls und Hehle, rei unter Anrechnung mildernder Umstände zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Worms, 23. Juli. Am Freitag erschien in einem Tuch- und Seidenmanufaturgesckäft ein unbekannter Mann, der Stoff für eine Bluse zu kaufen verlangte. Man legte ihm verschiedene Sorten von Seidenstoffen vor, der Kauf wurd« aber nicht abgeschlossen, da der Mann d'e Dame, für die di« Bluse angeblich besttmmt war, selbst bringen wollte. Später bemerkte die Gefchäftsinhaberin, daß vier Meter Seidenstoff in: Werte von 132 Mark verschwunden waren. DerKäufer" ließ sich nicht mehr blicken.

Aus Kurheffen.

FC. Hersfeld, 26. Juli. Für wohltätige Zwecke hat der Lv derfabrikant Rehberg eine Schenkung von 20 000 Mark gemacht.

FC. Kirchham, 26. Juli. Auf den Kopf seines Haushalt» bekommt jeder Züchter laut Bekanntmachung des Landratsamte» nur Pfd. Frühkartoffeln bis zum 1b. September täglich ge­rechnet. Die ganze übrige Ernte ist beschlagnahmt.

FC. Eschwcge, 26. Juli. Durch das maffenhafte Auftreten der Blutlaus in den Obstkulturen sieht sich der Magistrat ver« aittaßt, zur Organisation einer Aufklärungsarbeit durch des Gartenbauverein,

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FC. Aus der Pfalz, 26. Juli. Schwere Gewitter uird Hagel sind in den letzten Tagen an verschiedenen Orten der Pfalz nie­dergegangen und haben namentlich auf den hochgelegenen Flä­chen großen Schaden angerichtet. Im Lauterthal sind in man­chen Feldern die Aehren vielfach abgeschlagen, sodaß die Halm» kahl da stehen, die Gerste ist zum Teil aus den Aehren heraus­geschlagen. Wegen Steuerhinterziehung wurde der Obsthänd­ler Heinrich Käßner in Freinsheim von der Strafkammer in eine Geldstrafe von 2000 Mark verurteilt, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens. Zu Hunderten wallfahren Frauen und Kinder in das FrankenthalerKartoffelparadies" und die nahe-gelegenen Ortschaften. Meist müssen sie die Kartoffeln selbst ausmachen, teuer bezahlen und bekommen sie schließlich noch am Bahnhof abgenommen. Zu einem unliebsamen Auftritt bei der Beschlagnahme kam es am Bahnhof Frankenthal. Bahn­angestellte und die Bevölkerung- nahm für die Kartoffelhamsterer Partei, sodaß der Hilfsschutzmann sich gezwungen sah. seinen Re« volver zu ziehen. - Die Frühkartoffelernte im Frankenthaler Bezirk ist dieses Jahr nicht so reichlich ausgefallen, wie im Vor< jahre. Verladen wurden fast keim Kartoffeln.

FC. Schwabcnheim. 26. Juli. Ein Wiesbadener Konsortium kaufte von per hiesigen Gemeinde die seither in ihrem Besitz ge» w-esem Budenhermer Mühle zum Preise von 20 000 Dtark.

FC. Fulda, 26. Juli. Ter hiesigen Polizei gelang es, eine Schwilüllerin im Ordenskleide festzunehmen. DieOrdens­schwester" hatte sich kürzlich in einer hiesigen Anstalt zeitweise niedergelassen, aber durch ihr Benehmen, das mit dem Ordens­kleide nicht in: Einklang stand, verdächtig gemacht. Eingezogen» Erkundigungen in ihrer Heimat Leckten den Schwindel auf.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ottch Hirsche!, Friedbera; für den Anzeigenteil: R. Heyn er. Friedberg. Druck und Verlag derReuen Tageszeitung", A- G., Friedbera st &