Nummer 173
Freitag, den 26. Inli 1618
11. Jahrgang.
Die .,Z ene Tageszeitung" erjchemt ,eden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Dauer aus Hellen", „Die Spinnltube< Sezugspreia: Bei den Postanstalten vieriel . urb ,i it. 2.4C : hinzu tritt noch das Bestellgeld: i e, den Älnenten monatlich 85 Pfg. einschliehlich Trägertotin. Anzeigen: Grundzeile 25 Pfg.. totale 20 ptg., Anzeigen von auswärts merden durch 'io tnahno nu erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Hchriftleituny und r-erlag ^riedberg sHessen,. panauerüratze 12. Fern'pcecher 48. Post, het- Loato Rr. 1859. 'l-nt Frankfurt a. Jl.
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Feindliche Angriffe bei Kncqnay und Kevnterne abgewielen. — Kämpfe in Albanien; der Llrbergang über den Semeni erkämpft. — 13000 Tonnen verdenkt. — Der Kaiser und Hindrnknrg.
j| Der deutsche Generalftak « r—-_ meldet: -
W. T. S. Großes HairptqrmrLier, den 23. Inli. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprechb
Zwischen Bucquoy und Hebuterne griff der Feind am Abend unter starkem Feuerschutz an Er wurde abgewiesen. Ebenso scheiterten Vorstöße, die der Feind westlich von Albert und aus Mailly heraus führte.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
An der Schlachtfront zwischen Soissons und Reims ließ die Kampftätigkeit gestern nach. Kleinere Infanterie- gefechte im Vorgelände unserer Stellungen. Südlich des Ourcq und südwestlich von Reims führte der Feind heftige Teilangrifse. die wir in Gegenstößen zurückschlugen.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
In den Vogesen brachte bayerische Landwehr von ei- rrem schneidig dnrchgesiihrten Unternehmen Gefangene zurück.
Der Erste Generalquarkiermeister: Ludendorff.
Abendderilht.
. Berlin, 25. Juli, abends. (WTB. Amtlich.^ Heftige Teiliämpfe auf dem Schlachtfelde zwischen Soissons und Reims.
I Der österreichische Generalftak » =■- 1 meldet: === <
Wien, 25. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Aus dem italienischen Kriegsschauplatz keine besnderen Ereignisse. In Albanien haben unsere Truppen gestern früh bei Ktici den Uebergang über den Semeni erkämpft. Unsere tapferen Bataillone.hatten heftigen feindlichen Widerstand zu überwinden. Es wurden zahlreiche Gefangene eingebracht. Auch zwischen Kuci und dem Meere führten erfolgreiche Vorstöße zu Geländegewinn.
Der Chef des Generalstabes.
Sofia, 24. Juli. Generalftabsbericht vom 23. Juli.
Mazedonische Front: An bestiinmien Punkten der
Front war die Artillerietätigkeit zeitweise lebhafter. Im Cernabogen entzündete unsere Artillerie eilt feindliches Munitionsdepot. Oestlich des Dobropolje und südwestlich von Huma wiesen wir durch Feuer feindliche Patrouillen ab, die sich unseren Sickrerungsttnien zu nähern versuchten. Westlich des Wardar drang einer unserer Stoßtrupps bei Altschak Mahle in den Graben ein und nachdem er die Verteidigung niedergentacht hatte, kehrte er mit verschiedenem Kriegsmaterial zurück.
! Das türkische Kmrptqnariier ] ===== meldet: ==J
Konstantinopel, 23. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Gene- ralstabsbericht.
Palästinafront. Im Küstengebiet wurden Vorstöße starker feindlicher Aufklärungsabteilungen im Handgranatenkampf von uns abgewiesen und Gefangene eingebracht. Das beiderseitige Artilleriefeuer hielt an der ganzen Front in ntäßigen Grenzen an. Die Fliegertätigkeit blieb rege. Am 21. Juli scheiterten wiederholte Angriffe der Aufständischen auf Maan an der tapferen Haltung der erprobten Besatzung der Stadt. Die Rebellenlager in der Gegend von Tafile waren das Ziel für die Bombenabwürfe unserer Flieger, Auf den übrigen Fronten nichts Neues.
Konstantinopel, 24. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.
Palästinafront: Außer geringem Artilleriefeuer und
Patrouillengeplänkel herrschte an der ganzen Front Ruhe. Gleichzeitig mit dem Angriff auf Maan haben sich weiter nördlich bei Dschardnn erbitterte Kämpfe zwischen starken, mit Geschützen und Maschinengewehren ausgerüsteten Rebellenhaufen und unseren Truppen abgespielt. In zähen wütenden Anstürmen versuchten dieAusständischen am 21. und 22. Juli unter Einsatz immer neuer Kräfte sich in den Besitz der Eisenbahn zu setzen. Unseren tapferen Postierungen und rasch herbeigeeilten Unterstützungen gelang es, alle Angriffe unter schweren Verlusten für den Gegner abzuschlagen. Allein am Bahnhof Dschardnn wurden 200 tote Rebellen gezählt.
Auf der übrigen Front keine Ereignisse von Bedeutung.
Sechs feindliche Flugzeuge warfen am 23. Juli nachmittags Bomben ans Konstantinopel, ohne nennenswerten Schaden anzttrichten. Fünf Personen wurden verwundet.
Die Schlacht im Westen.
Die Kämpfe um Reims.
Berlin, 25. Juli. (WB.) Uebermenschliche Anstrengungen macht der Feind, um uns das Höhengelände südwestlich von Reims zu entreißen und über das Bois des Reims hinaus weiter vorzustoßen. Der Zweck dieser Anstrengungen ist einmal, sich von der Umklammerung bei Reims freizumachen, andererseits im Zusammenwirken mit den bei Soissons eingesetzten englischen und amerikanischen Kräften zangenartig anzugreifen. Aus einem wahren Bölkergemisch bestehen die Angriffstruppen, die schon mehrere Tage gegart den rechten Flügel der Armee v. Mudra anrennen. Da die Franzoseit ihre gelichteten Reserven in den für sie so blutigen und verlustreichen Kämpfen schonen wollen, haben sie an beidett Schlachtfronten ihre Hilfsvölker ud Bundesgenossen eingesetzt. Neben englischen Divisionen, worunter sich die bewährte 51. Angriffsdivision befindet, kämpft an der Front zwischen Marsaux und Brigny auch eine italienische Division. Tankgeschwader stießen am 23. Inli in das Bois de Reims vor, wurden dort aber teilweise zusammengeschossen. Ein italienisches Stnruibataillen und französische Kolonialtruppen sind ebenfalls gegen unsere Linien angerannt. Acht Senegal-Bataillone wrirden immer wieder im wahren Sinne des Wortes in den Kampf getrieben. Bezeichnend für die Art der Behandlung der un- w'lssenden und vergewalffgten Söhne Afrikas sind die Aussagen eines senegalesischen Adjutanten (Offizierstellvertreter vom 64. Bataillon). Er berichtet, daß aus den vor Reims stehenden zwei Kolonialdivisionett, die größtenteils nicht eingesetzt sind, nur die Senegal-Bataillone in den Kampf getrieben werden. Man habe ihnen Schreckliches über die grausame Behandlung der Deutschen erzählt, die ihrer harre, falls sie lebend in deutsche Hand fielen. Hinter diesen Bataillonen, die dein Tode geweiht sind, haben die Franzoseit Maschinengewehre und Batterien ausgestellt, welche Befehl haben, auf die Schwarzen zu schießen, falls sie Miene machten zurückzugehen. Dies sei auch geschehen. Infolgedessen seien die Verluste dieser Bataillone sehr hoch. Seit zwei Jahren so lange das 64. Bataillon in Frankreich weile, habe niemand Urlaub in die Heimat erhalten. Nur einmal im Monat dürften die Leute eine Postkarte mit Nachrichten in die Heimat senden. Alle Gefangenen sind gleichmäßig empört über diese gewaltsame rohe Behandlung, die dent von den Franzosen so laut verkündeten Prinzip von Freiheit und Recht der Selbbestimmung Hohn lacht.
Kopfpreis für Italiener.
Berlin. 25. Juli. (WB.) Bei Gefangenen der westlich Reims eingesetzt gewesenen italienischen Divisionen wurden Befehle vor- pesünden, aus denen hervorgeht, daß die italienischen Soldaten in großer Zahl sich von der Truppe zu entfernen suchten. Es mußte daher auf den französischen Bahnen ein vollkommener Ueberwachungsdienst eingerichtet weiden. Laut Befehl wird jeder Militär- oder Zivilperson, welche einen italienischen flucht- verdächtigen Soldaten archält, oder zur Meldung bringt, eine Belohnung von zwei Lire versprochen. Wie groß muß die Zahl der fortlaufenden Italiener sein, wenn man die Belohnung für die Entdeckung eines Flüchtigen nicht höher ansetzte. Dieser niedrige Kopfprels beweist schlagend, daß die Italiener in hellen
Scharen sich von der Truppe enffernen. Aus dem Befehl geh weiter hervor, daß die in Frankreich kämpfenden Italiener der deutschen Truppen gegenüber reichlich nervös geworden sind. Ir immer neuen Befehlen wird von den höheren Kommandostellen darüber geklagt, daß man in jeder sich nur näherndem deutsche» Patrouille schon einen Massenangrisf sehe. Jedes kleinste nächtliche Geräusch rufe eine solche Panik hervor, d ß oft ein stundenlanges Sperrfeuer angefordert würde. Die Truppe scheine vergessen zu haben, daß sie Gewehre und Handgranaten besitzt. Dich ängstliche Furcht vor den Deutschen müßte behoben werden.
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Die Schlacht sieht.
Rotterdam, 23. Juli. Der „Nieuwe Rotterdamschc Courant" meldet aus London: General Mauries schreibt
im „Daily Ehronicle" es sehe so aus, als beginne die Schlachtfront zu erstarren. Das Interesse richte sich hauptsächlich darauf, wo dje Linien der netten deutschen Stellungen liegen werde.
Die „Times" bemerken, die Meldungen über einen weiteren Rückzug der Deutschen sein durch die Ergebnisse der letzten Tage nicht bestätigt worden. Die Deutschen verteidigten sich jetzt derart, daß die Aussichten auf einen bab Ligen Rückzug fraglich geworden seien.
Ein Reuter-Privattelegramnt aus dem englischen HatrptquarLter gibt zu, daß die Englättder mit zwei Divisionen zwei Tage in eine verzweifelte Defensive verwickelt waren, schließlich konnten sie sich aber Lust macksen.
Fachs Fehlschlag.
Der „Züricher Anzeiger" meldet nach der „B. Z. L M.": Die Verstricktmg an der Westfront greift auf im« mer weiters Frontteile über. Die Schlucht ist noch nicht zu Ende. Von deutscher Seite kommen erst jetzt die großen Reserven zum Einsatz und unter deren Wirkung wttrde daS französische Vordringen bereits stark verlangsamt. Die Linie von Reims bis zur Marne hat bis jetzt den französischen Gegenstößen stand geh alten, wodurch die Möglichkeit, den deutschen Bogen Soissons—Marne—ReimS einzu? drücken, beträchtlich unsicherer geworden ist.
Die Furcht vor dem deutschen Schlag.
Rotterdam, 25. Juli. Die „Morning Post" meldet vos der Front in Frankreich: Die Vorpostenkömpfe leben
sprungartig bei Reims, Verdun und in den Vogesen auf. Unsere Gegenoffensive hat die Vorbereitungen des Feindes nur vorübergehend gelähmt, der jetzt allem Anschein nach zu einem neuen gewaltigen Schlag ausholt
13000 Tonne» versenkt.
Berlin. 2-1. Juli. (WB. Amtlich.) Auf dem nördliche« Kriegsschauplätze vernichteten unsere Unterseeboote 13 000 BrL
Der Chef des Admiralstabe- der Marine.
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Haag, 25. Juli. Reuter meldet aus Newport: Am 2t
Juli versenkte ein Unterseeboot an der Küste von Maine der Schoner „Robert Richard".
Zur |)frjlntfeHitg mies Wt'aidWpfrrg.
„Justitia* statt „Vaterland"?
Berlin. 25 Juli. (WB.) Aeußerungen der englischen und französischen Presse zufolge soll per am 20. Juli von einem deut- schen Unterseeboot nordwestlich Irland versenkte Dampfer nicht der Dampfer ..Vaterland", sondern der 1917 in England fertig- gestellte 32 120 Raumtonnen große Turbmendampser „Justitia" von der Wkntestarlinie gewesen sein. — Ehe zu dieser Moldun- von der amtlichen deutschen Seite Stellung genommen werde« kann, muß erst die mündliche Berichterstattung des beteiligt gewesenen U-Bootskommandanten abgewartet werden. Der kürz« tich über den Dampfer „Vaterland" ergangenen VeröffentlichunA lagen Funkenmeldungen zu Grunde.
Die leistmittü imicrer PannrjrtßtJflifijier.
Berlin, 24 . Juli. (WB.) Nachdem in letzter Zeit in de« AdmiraUtätsberickrten Leutnant zur See Sachsenberg und Leutnant d. R. Osterkamp anläßlich ihres 15. Luftsieges lobend er- wähnt wurdet:, konnte ein offizieller Bericht den 100. Luflsieq unserer Marinejagdgruppe melden. Entsprechend den Jagd- fliegenr der Armee an der Landfront sind die Marinejagdflieger


