Ausgabe 
25.7.1918
 
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Rußland.

Die Engländer im Norden

Moskau, 21. Juli. (WB.) Die Engländer Haben in Archangelsk gewaltsam ihre Mission gelandet.

Mit der Ueborsiedelung der Entente-Botschafter auS Wologda nach Archangelsk muß gerechnet werden.

Die Engländer räumen beschleunigt das Gesandt­schaftsarchiv in Wologda.

Die Engländer erschossen in Kem das Präsidium des Kriegsexekutiv-Komitees.

Kampfe gegen Tschechvslowaken und Kosaken.

Moskau, 21. Juli. (WB.) Die hiesige Presse meldet: Der Nordzipfel des Tongebiets ist von den Kadettenbanden befreit. Die Station Oij Nodwogskoi soll genommen worden sein. Die Wladikawkas-Bahn ist von den Kadetten geräumt.

Am 17. Juli begann die allgemeine Mobilisierung der Arbeiter. Die Angeworbenen werden auf vier Tage ent- lassen, dann den Truppenteilen zugewiesen.

Aus Baku wird mitgeteilt, daß die Sowjettruppen im Kaukasus Vorgehen: die Station Awlach ist genom- men.

Generalleutnant Birjukow wurde wegen Organisierung der Kosaken in Astrachan gegen den Sowjet zu fünf Jah­ren Gefängnis verurteilt.

Auf der östlichen tschecho-slowakischen Front geht der Gegner auf beiden Bahnlinien vor. An der Bahn Jekate­rinburgTscheljabinsk sind die Sowjettruppen auf die Station Mramerskaja zuruckgegangen. An der West-Ural- front stehen die Sowjettruppen bei Aroslanowo. Die Bahn­linie ist vielfach unterbrochen. In der Richtung Poporinsk stehen die Sowjettruppen arrf der Linie Station Lukows- kujaOlichowskoiGolewskoi.

Bonisch-Brujewitsck. vom Zentral-Exekutiv-Komitee, ist zum Chef der Organisationen zum Schutz gD^n die Gegen­revolution und Spionage ernannt worden.

Kiew, 22. Juli. (WB.) Die Zeitungen melden, daß die Freiwilligen-Armee nach dem Sieg bei Tichoretzkaja weiter vorgedrungen ist und 30 Werst östlich von J^ate- ringdar steht. Nördlich Tichoretzkaja sei der Knotenpunkt Sossyka besetzt worden und dadurch die Rückzugslinie der Bolschewili bedroht.

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Moskau, 21. Juli. (WB.) Me Züge der Nikolai- Bahn außer vier Zügen erhalten Güterzugsgeschwindigkeit.

Am 18. Juli wurden in Petersburg 328 Cholerafälle festgestellt.

Am 19. Juli waren in Petersburg 109 Cholerafälle zu verzeichnen.

Nach der Erschiesmug Nikolaus II.

Moskau, 21. Juli. (WB.)Bjednota" stellt mit Ge- nugtuung fest, daß durch die Hinrichtung des Zarender muskulöse Arm der Arbeiter endgültig die Ketten des Za­rismus gesprengt habe." Ein Arbeiter habe das Urteil un­terschrieben, ein Arbeiter habe den Kaiser bewacht, ein Ar­beiter habe den Zaren von Tobolsk nach Jekaterinburg ge­bracht. Bieloborodow, Awdejew und Jakowiew, das seien die drei Arbeiter, in deren Hände die Geschichte die gehei­ligte Person des gottgesalbten Nikolaus des Letzten cursge- liefert habe.

Die frühere Zarin ist aus Jekaterinburg fortgeschafft Worden.

Die Großfürsten Jgar Konstantinowitsch, Konstantin Konstantinowitsch, Iwan Konstantinowitsch und Sergius Michailowitsch, die in Alapajewsk gefangen gehalten wur­den, sind laut amtlicher Nachricht vom 18. Juli befreit wor­den. Sie sind verschwunden.

Ein Erlaß über die Einziehung sämtlichen Eigentums der Zarenfamilie ist veröffentlicht worden.

Ijnffimk öifrmWichkr MiiißkrprWknt.

Wien. 24. Juli. (WB.) Wiener Korr.-Bur. Wie wir erfahren, wurde der Geheime Rat Dr. Max Freiherr Hussa» rek v. Heinlein zum Ministerpräsidenten ernannt.

Japanische Mstnngsräftel.

Der Rat der japanischen Feld marsch alle hat einer Regie­rungsvorlage zngestrrnmt, die die Verdoppelung der Friedens­heeresstärke und eine sehr starke Vergrößerung der Flotte for. dert. Bei dem hohen Ansehen, das derRat der großen Alten", der verdienten japanischen Schlachtensieger im Lande genießt, imb bei der Bereitwilligkeit oller Parlamentsparteien, dre mi­litärische Kraft des Reiches zu stärken, ist nicht daran zu zwei­feln, daß die Vorlage endgültig Gesetz und sehr bald ausgesührr werden wird. Japan will für alle Möglichkeiten der Zukunft bereit sein. Daß man sich in Europa den Kopf darüber zer­bricht, was für Möglichkeiten das sein könnten. und daß man zu sehr gewagten, sehr törichten Ergebnissen kommt, würde für die politische Einsicht der weißen Rasse nicht gerade schmeichel­haft sein, wenn nicht heiße Wünsche und Hoffnungen verwir­rend mitsprächen und den Japanern das unterlegen, was man selber inbrünstig vcn ihnen erwartet.

Auch die besondere Kriegslage hilft dazu, einige Unklar­heit über Japans Absichten bei denen zu erwecken, die die Ge­pflogenheit ostasiatifcher Staatsmänner,in Jahrzehnten zu denken", übersehen. Das Lcurd der aufgehenden Sonne steht mit dem Lande, dessen Senne allmählich untergeht, mit Groß­britannien, im Bundesverhältnisse. Beim Kriegsausbruch be­ugte Nippon diese Abmachung, um sich Kiautschous zu ver­sichern. Japan hat es immer verstanden, die Gelegenheit frisch beim Schopf zu ergreifen, und da es seit Schimonoseki mit 'Deutschland noch ein Hühnchen zu pflücken hat, schmeckte ihm die

Beute doppelt süß Seit der Gwtewmg o*m Sftogfcm hat 3* pan aber keinen Fintzer mehr für die Entente gerührt. Das Märchen, es habe bet der mit zerschmetternder Uebermacht er­folgten Vernichtung des tapferen Spee'fchen Geschwaders mit- gewtrtt, ist von Tokio aus längst entschl^>en Lügen gestraft worden. Die Japaner stehen Gewehr bei Fuß. nehmen alle wirtschaftlichen Vorteile wahr, dte der Krieg ihnen in üppige« Matze bietet, bereichern sich gewaltig und schärfe« unablässig ihre Waffen. Tausendmal sind, besonders aus Parts, beweg­liche Hilfeschreie zu ihnen gedrungen, Frankreich war durchaus entschlossen, etwaige japanische Hilfe in Europa mit seinem indo­chinesischen Kolonialbesitz zu bczahlen. Japan jedoch hat auch dieser Versuchung widerstanden. Es mischt sich in den Weltkrieg auf dte Weise, die man in Frankreich erwartet und in England ach so gern sähe, ganz und gar nicht ein Nur seine Interessen, nicht diejenigen der fremden Mächte, wird es wahrnehmen.

In Tokio würde es wah'scheinlick als beste Lösung der gegenwärtigen weltpolitischen Schwierigkeiten begrüßt werden, wenn weder die Entente, noch Deutschland und seine Verbün­deten als Sieger aus dem Kampf hcrvorgingen. Geradezu peinlich empfinden die klugen gelben Herren aber einen Sieg des Angelsachsentums. Bliebe Englands Macht unangetastet, oder gewönne noch durch den Krieg, dann wäre für Japan die Stunde der Demütigung nicht fern. Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Nordamerika würden seinem Vor­dringen sofort Schranken setzen, und jede Rücksicht, die sie jetzt noch nehmen müssen, fallen lassen, sobald sie den heimlich tief verachteten Mongolen nicht mehr nötig hätten. In Nordame. rika ist ieder Mensch davon überzeugt, wenigstens zweifelte bis vor dem Krieg keiner daran daß eine bewaffnete Aus­einandersetzung mit Japan unvermeidlich sei Und wenn Wil­son jetzt die Stimmung im Lande ausnutzt, und sich ein Millio­nenheer schafft, so denken die Pankees sicherlich, dcß es vielleicht für die Front rn Flandern und Frankreich zu spät kommt, für die Wacht am Stillen Meer cber nicht. Japans Rüstungen sind möglicherweise eine Antwort auf Nordamerikas militärische An­strengungen. Möglicherweise haben sie auch den Zweck, jeden Versuch, ihm bei etwaigen ostasiatischen Unternehmungen in den Arm zu fallen, von vornherein als gefährlich erscheinen zu lassen. Die eigentlichen Pläne Nippons kennt niemand, dagegen kann sich jeder ein Bild davon machen, welches Gewicht die neue Heeresvermehrung in die Wagschale zu werfen vermag. Und solche Gedanken ju erwecken, beabsichtigt Japan vielleicht.

Die englische öffentliche Meinung, deren politische Witte­rung immer hoch anzuschlagen war, zieht ein saures Gesicht. Es fehlt nicht an den üblichen tröstenden Redensarten, und man fckleicht um den heißen Brei herum, ohne feine geheimen Sor­ten zu verraten, aber besonders wohl ist anscheinend keinem Politiker zu Mute. Wir Deutsche können den kommenden Er­eignissen um jo ruhiger entgegensetzen. Der ostasiatische Knochen, den die drei mächtigsten Entewte-Mitglieder einander mißgön­nen. ist sehr wohl geeignet, ohnehin recht kühle Freundschaften in die Brüche gehen zu lassen.

Der Verwundete Franwke.

Beredtes Zeugnis, wie deutsche Aerzte und Sauitätsmann- fchaften verwundete Feinde zu behandeln pflegen, leisten die im März 1913 bis zur Einlieferung ins deutsche Gefangenenlager gemachten Tagebuchaufzeichnungen eines bei Royon in Ge­fangenschaft geratenen französischen Infanteristen. Es heißt darin:

26. 3. 18. . . Tie Deutschen machen nur an Ort und

Stelle einen ersten Verband. Sie sind tapfere Soldaten, uner­schrocken im Kampfe. Dabei baden sie ein gutes Herz und die Verwundeten werden gut gepflegt. . . . Mon tut alles Mög­liche. um uns zu pflegen: man bringt uns so gut wie möglich unter."

27. 3. 18. ,.Die deutschen Krairkenwärter sind tüchtiger als die unsrigen. Sie sind zartfühlender. . . ."

30. 3. 18.Mir geht es vollkommen gut, während viele meiner Kameraden leiden. Die Aerzte tun, was sie können, um ihnen Erleichterung zu verschaffen. Wir werden genau so gut verpflegt, wie die deutschen Verwundeten, sind Mt untergeöracht und haben jÄrer zwei Decken "

31. 3. 18.Wir liegen noch in St. S. . . , und bekommen den ganzen Tag sehr gutes Essen."

Hier spricht wieder einmal einer der vielen in unsere Hände geratenen Franzosen, wie es ihm ums Herz ist. Unbeeinflußt von hetzerischen Vorgesetzten, die ihren Untergebenen vorschrifts­mäßig weißmachen, daß sie ron den Deutschen gemartert und gequält würden!

Der Verwundete bestätigt gleichzeitig in gerechter Ent­rüstung die perfide Gepflogenheit unserer Feinde, unsere Ver­bandsplätze und Lazarette hinter der Front, jedem Menschlich- keitsgefühl und Völkerrecht zuwider, durch militärisch nutzlose Fliegerangriffe heimzusuchen. Er schreibt am 1. April 18:Wir sind viele Verwundete. Ein Sanitätszug fährt ab. Am meisten ärgert mich, daß während der Nacht Verwundete durch franzö­sische und englische Flieger getötet worden sind. Es ist eine Gemeinheit, Bomben zu werfen, denn unsere Flieger kennen sehr genau die Verbandftätten ... Ich denke, die Deutschen werden es ihnen schon heimzcchlen!"

Verschiedene Nachrichten.

Ein Raubanfall auf einen Güterzug. In der Nacht zum 23. Juli wurde ein auf der Fahrt von Duisburg nach Oberhausen befindlicher Güterzug von bewaffneten Räu­bern überfallen, die mit vorgehaltenem Revolver das Dahn- personal zwangen, die Ausräubung ihrer Wagen zuzulasten. Eine von der Station Oberhausen abgegangene Hilfsmaschine, die mit Bahnbeamten besetzt war. gelangte am Orte der Tat an, als die Räuber noch nrit der Fortschaffung der Säcke be­schäftigt waren. Es gelang den Bahnbeamten, von den gestohle» nen Säcken neun zurückzuhalten. Die Bande konnte bisher nicht ermittelt werden.

Türkischer Tabak für Deutschland. Der DampferPath. mos" Mit 10000 Ballen Zab*t für Ätsche Rechnung ging

am 18. Juli von Konstautinopel nach Bratla ra See. Es ist dies die größte Tabakfenduug fett Kriegsausbruch. Der Taöal stammt hauptsächlich aus den Provinzen Samsun und Smyrna.

Der gemütvolle Roofcvelt. Einer Reutermeldung aus Nero» York zufolge sagte Roosevelt in einer öffentlichen Rede ia Newyork. wo er, wie bekannt, von Republikanern als Kandidat für die Gouverneurwahlen aufgestellt werden sollte. Da» sicherste Mittel gegen die deutsche Spionagegesahr sei. jeden Spion zu erschießen, wo immer man ihn finde. Diese Worte des republikanischen Führers wurden, wie Reuter meldet, mit unpebeurem Beifall ausgenommen. Es liegt auf der Hand, daß der amerikanische Mob sie als Aufforderung zum Lynchen und zur Ermordung der Deutschen auffaßt.

Lichtlose Nächte. DerMatin" berichtet aus Newyork. daß die R^ierung für eine unbestimmte Zeitdauer vom 25. Jult ab für die Staaten Rew-England. New°Ie y, Newyork. Penn» sylvanien, Delaware und Maryland sowie für den Distrikt Co. lumbia vier lichtlose Nackte und für die übrigen Staaten zwei lichtlose Nächte in der Woche angeordnet habe.

Wo wird in Mimst das fcrntiilif ßorn waiWi?

Die strenge Rationierung, unter der wir seit dem Herbst 1914 stehen, hat das deutsche Volk gern und willig auf sich ge> ncmmen. weil es der Meinung war, daß es so sein müste. Wir waren ja abhängig von der Broteinfuhr und der Feind sperrte uns ab in der Hoffnung, uns damit zugrunde zu richten, da hieß es eben Einteilen, Rationieren Aber je länger wir de« Zustand der Absperrurrg aushalten, um io klarer wird, daß nicht nur der Feind, sondern sogar wir selbst unsere Abhängigkeit von draußen ganz bedeutend überschätzt hatten. Uns liegt eine Statistik aus dem Jahre 1914 vor über den Ertrag an Brot- getreide in jeder preußischen Provinz und jedem deutsche« Staate. Diese Tabelle ergibt, daß Preußen, obwohl es die hockindustriellen und dichlbsvölkerten Provinzen Rheinland, Sachsen, Schlesien hat, doch in hohem Grade ein Getreideüber- schußland ist.

Norddeutschland, nämlich Preußen einschließlich der beide« Mecklenburg, Vraunschweig und Anhalt ergab einen Ueberschuß von 1 331590 Tonnen Brotgetreide: demgegenüber war gan- Süddeutschland. obwohl es nicht in so hohem Grade industriali­siert ist wie große Gebiete des Nordens, doch durchaus Getreide» einfuhrland und hatte mit Anschluß von Thüringen und Sach­sen einen Getreidebedarf von 1 209 541 Tonnen.

Aber, wird man einwerfen, wir waren doch Getreideein­fuhrland im ganzen. Ganz recht, aber nur darum, weil wir vom Brotgetreide verfütterten. Diese Tabelle ist ausgestellt zu eine» Zeit, wo das Verfütterungsverbot schon ergangen war. Nord­deutschland hat also sowohl die größten Verbrauchergegenden, Städtebezirke, als auch zugleich die stärtsteu Erzeugerländer. Ost- elbien für sich betrachtet ist ein Getreideausfuhrland von der Bedeutung Rumäniens (1,3 Millionen Tonnen.)

Erstaunlich ist auch zu sehen, was für eine gewaltige ge­treideproduzierende Kraft Deutschland hat» wenn man sich vor Augen stellt, daß Deutschland eine Körnerernte einschließlich Safer und Gerste (im Jahre 1913) hatte von 570 Millione« Zentner, während der gesamte auf dem Weltmarkt sichtbar wer­dende Ueberschuß der Eetreideausfuhrländer der ganzen Welt nur 270 Millionen Zentner beträgt. Affo wurde der gesamt» EtreideÜberschuß der Welt nur eben ausreichen, den halben Ge­treidebedarf der ganzen deutschen Bevölkerung zu decken.

Aber noch eine andere Rechnung kann man aus dieser Zahl ziehen, nämlkch die jetzt zum deutsch-europäischen Wirtschafte block gehörenden reichen Getreideländer Europas, Rumänien, Ukraine, Polen, Livland, Kurland, Litauen hatten in Friedens, zetten einen Ueberschuß von zusammen 170 Millionen Zentner In Zukunft kann und soll der Ueberschuß dieser Länder Deutsch­land zufließen. Was brauchen wir da noch Uebersee? Was kann uns da noch die englische Blockade anhaben? Wird nicht allmählich dieser ganze englische Aushungerungsplan zum hoh­len Bluff?

Es kommt freilich darauf an, daß wir es verstehen, die hl unsere Hände gefallenen Existenzmöglichkeitcn auch richtig zu werten und zu nützen und die Produktion in diesen Ländern gleich wie im eigenen Heimatland zu solcher Macht und Leistung anzufeuern, daß uns in Zukunft die übrige Erde, was Brot­versorgung anbetrifft, gleichgültig sein kann. Können wir das schon jetzt verwirklichen, so ist der Friede da. Welche Verstär- kung unserer strategischen Pfänder, wenn wir auf diese Weise die ökonomischen Pfänder in der Hand des Feindes zu entwer- ten vermögen. Wie sich, mit dem Auge eines Neutralen ange» sehen, diese Dinge ausnehmen, möchten wir belegen mit einer Aeußerung eine: schwedischen Zeitung, desAftenbladet":

Die Ostseeprovinzen sind, wenn man von der Stadt Riga abpeht, zum überwiegenden Teil landwirtschaftliches Gebiet, dessen Haupterzeugnis Roggen ist. Vor dem Kriege führten die Deutschen selbst Roggen aus und führten Weizen von Amerika und den Donauhäfen ein. Wenn einigermaßen nor. male Zustände wiederkchren, kann man in Schweden mit ei­ner bedeutenden Rosgeneinfuhr aus diesen Gebieten rechnen. Es ist nicht unmöglich, daß Livland von neuem eine Korn­kammer für Schweden werden kann. Es ist wahrscheinlich, daß sich unsere Handelsverbindungen in diesen Gebieten viSl lebhafter gestalten, als zur Zeit, da die Rusien hier herrschten; aber der Weg dorthin geht nicht übe: London, sondern über Berlin. Mit der Ukraine, Rumänien, Polen, der Ostsee- Provinzen und Litauen hat Deutschland so große Möglichkeit ten. sich mit Brotgetreide zu versehen, daß etwas auch für di» Nachbarn übrig bleiben wird. Man muß blind sein, wenn man nicht sieht, daß sich mächtige und reiche Gebiete, sowohl politisch wie wirtschaftlich, immer mehr an Deutschland an« schließen." ^

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Selbstjustiz in Berlin.

In holdem Verein berichtenVorwärts' und die offiziöseNorddeutsche Allgenieine Zeitung" über einen Vor, M den derV orwärts' unter de r. Ueb erschrrtt: .Di« Urtti