Ausgabe 
25.7.1918
 
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Mrmmer 172

Donnerstag, den 25. Juli 1918

11. Jahrgang

Tageszeit^

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»kinittnntk Schlicht i» Wkjlk«.

Alle Angriffe der Franzosen und ihrer weihen und farbigen DilfsvolKer abgeschlagen.

Der folgende Tag verhältnismässig ruhig. Dene II Kovterfolge: 61000 Tonnen versenkt.

Freiherr o. HnsiareK österreichischer Miniskerprästdent.

Der deutsche Generalstab r=== meidet: ~ y

M» T» K» Großes Karrplquartiev, -err 24. ^«Si. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Lebhafte Artillerietätigkeit nördlich der Lys, bei Ar- ras und bei A l b e r t Auf dem Westufer der Avre stieß der Franzose bei örtlichem Angriff bei und südlich von M a i l l y vorübergehend bis an die Avre vor. Unser Gegen­stoß stellte die Lage wieder her und schlug am Abend aus Mailly und nördlich davon vorbrechende Teilangriffe des Gegners zurück.

Zwischen A i s n e und Marne setzte der Feind gestern früh nach Heranführung neuer Divisionen seine Massen- angrifse fort. Die Armee des Generalobersten von B o e h n brachte den mehrfach wiederholten Ansturm des Feindes völlig zum Scheitern. Franzosen und Amerikaner erlitten wiederum schwerste Verluste.

^ Zwischen N o yon und Hartennes stürnite der Feind fünfmal vergeblich an. Beiderseits von Villemon- toire gewann er vorübergehend etwas Boden. Unser Gegen­angriff warf ihn über sejne Ausgangslinien hinaus zurück. Villcmontoire wurde dem in dichten Mengen von unserer Artillerie beschossenen zurückslutenden Feinde wieder ent­rissen. Nördlich des Ourcq zerschlug unser Vernichtungs­feuer feindliche Angriffe in ihrer Bereitstellung und bei ihrem ersten Ansturm. Panzerwagen, die unsere Linien durchstießen, wurden zusammengeschossen: Infanterie, die ihnen folgte, wurde im Gegeustoß zurückgeworfen. Auch die zwischen Ourcq und Marne kämpfenden Truppen wehr­ten starke feindliche Angriffe, meist schon vor ihren Linien ab. Von der Höhe nordöstlich von Nocourt und aus dem Walde von Chatelet warfen wir den Feind im Gegenstoß wieder zurück. Am Nachmittage fanden nur noch Teilkämpfe statt; der Gegner wurde abgewiesen.

Südwestlich von Reims dauerten schwere Kampfe tagsüber an. Zwischen Marne und Ardre stieß der Feind mehrfach vergeblich zu heftigen Teilangiifsen vor. Nörd­lich der Ardre warf der Franzose neben weißen und schwar­zen Truppen auch Italiener und Engländer in den Kampf. Der Angriff der in der Bereitstellung wirksam getroffenen Italiener kam nur schwach zur Entwicklung und wurde schnell zusannnengeschossen. Auch Franzosen und Engländer vurden nach vielfach erbittertem Kamps und teilweise durch Gegenstöße zurückgeschlagen.

Der Erste Gcneralquartiermeister: Lndendorff.

Abendbericht.

Berlin, 24. Juli, abends. (WB. Amtlich.) Ans dem Schlachtfelde zwischen Caissons v.-.O Reims im gan- zen ruhiger Tag. Teilkämpfe südlich des Ourcq Und süd­westlich von Reim s.

! Der österreichische Generalstak = meldet: =^=r=^= 3

Wien, 24. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front keine nennenswerten Kampf­handlungen. Aus dem albanischen Kriegsschauplatz haben unsere braven Truppen die. gewaltigen Anstrengungen des Feindes, unsere Linie im Devoliabschnitt zu durchbrechen, durch zähen Widerstand vereitelt.

Das türkische Hauptquartier ===== meldet:

Kinstantinopcl. 23. Juli. (WB.) Palästinafront: Aus

verschiedenen Teilen der Front lebte das Artilleriefeuer zeit­weise auf. Unsere schwere Artillerie nahm die feindlichen Bahn. Hofsanlagen bei Lito und Jaffa und feindliche Lager und Be­wegungen im Jordan-Brückenkopf unter wirksames Feuer. Auf dem Ost-Jordanufer wurde eine feindliche Aufklärungsabtei­lung abgewiesen. Auf den übrigen Fronten ist die Lage un­verändert

Konstantinopel, 21. Juli. (WB.) Das Kriegsprestequar- tier meldet: Am 14. Juki früh unternahmen wir mit türki­schen und deutschen Truppen einen Angrisfsversuch, »m den Feind im Audscha-Tale zu beunruhigen und uns zuverlässig über die Verteilung seiner Streitkräfte zu unterrichten. Am 13. Juki nachmittags und abends brachte unsere Artillerie durch Feuer­angriffe feindliche Lager am Audscha in Verwirrung. An den felgenden Tagen machten unsere Truppen einen Angriff auf die feindlichen Stellungen westlich des Jordans, während im Osten des Flusses unsere Truppen Scheinangriffe machten. West­lich des Jordan wurde der Feind vollständig überrascht. Die ersten Linien wurden über den Haufen geworfen und die eng­lischen Truppen zogen sich in Auflösung auf die im Audscha-Tale gelegenen Lager und sogar über den Fluß zurück. Drei Ge­schütze und eine große Anzahl Maschinengewehre wurden er­beutet. Infolge des vom Feind angesetzten Gegenangriffs muß­ten später unsere vorgeschobenen Truppen zurückgenommen wer­den. Der Gegenangriff verursachte für die Engländer gleich­wohl sehr hohe Verluste. Unsere Truppen östlich vom Jordan hatten inzwischen eine Schlacht begonnen. Der von dem Oberst v Schierstädt befehligten Reiterei gelang es, einen feindlichen Brückenkopf am Jordan im Sturm zu nehmen und mit Hilfe deutscher Infanterie das westliche Flußufor zu gewinnen. Die Engländer fetzten gegen unsere Truppen mehrere Kavallerie­brigaden an, welche wir herankommen ließen, um dann ein außergewöhnlich mörderisches Feuer auf sie zu richten. Die feindlichen Regimenter wurden vollständig vernichtet. Nur einige Trümmer konnten sich retten. So krönte ein voller Er­folg unsere militärischen Unternehmungen und erwies zugleich aufs neue den ausgezeichneten Angriffsgeist, der unsere Trup­pen beseelt. In der folgenden Nacht wurden unsere Stoßtrupps plangemäß in ihre alten Stellungen zurückgenommen.

Vie Schlacht im Westen.

Die Meldung der 7. Armee.

Von der Armee des Generalobersten von Bahn ging trn Größen Hauptquartier am Nackmittag des 23. Juli folgende Meldung über die erfolgreiche Abwehr des feindlichen Groß­angriffes am Vormittage ein:

Nach etwa einstiindiger Feuervorbereitung in höchster Kampfstärke ging der Feind auf der ganzen Westfront der Armee zu neuem einheitlichen Angriff über. Von starker, zum Teil neu gruppierter Artillerie unterstützt, griffen Franzosen, Schwarze und Amerikaner, von zahlreichen Kampfeinheiten begleitet, an.

Auf der ganzen Front wurden die mehrfach wieder­holten Stürme des Feindes, teils vor. teils in den Stel­lungen. zum Teil in Gegenangriffen abgewiesen. Der ein­heitliche Großangriff des Vormittags ist zu Ungunsten des. Feindes entschieden. Teilangriffe sind noch im Gange.

Im Einzelnen. Den gegen den Abschnitt General von Watter anstürmenden weißen und schwarzen Massen gelang es beim ersten Ansturm unter Begleitung von bis zu vierzig gezählten Tanks zwischen Buzanev und Tigny zu­nächst Boden zu gewinnen. Bald hinter ihrer vordersten Linie fingen die Divisionen den Angriff auf und schlugen den Feind im Gegenangriff zurück. Villemontoire wurde dem in dichten Mengen von unserer Artillerie beschossenen, zurück­flutenden Feinde wieder entrissen.

Vis zu vier Malen holte der Feind zu neuen Angriffen vergeblich aus. Das Korps hat mehr als'seine alte Linie wieder gevonnen. Ein erneuter Feindangriff ist zurzeit nördlich Tigny wieder im Gange. Zahlreiche zerstörte Tanks liegen hinter der Front.

Mit sichtbar gutliegendem Vernichtungsfeuer nahm Ab­schnitt General von Etzel gegen sechs Uhr vormittags den gleichfalls von zahlreichen Tanks begleiteten Feindangriff an. Er wurde im Nahkampf und in Gegenstößen abge­wiesen. Gegen ackü Uhr vormittags drangen neue In­fanterie- und Tank-Wellen vor. Ihr Hauptdruck richtete sich gegen die Linie beiderseits Le PlessierHuleu. Der Feind wurde abgcwiesen. Tanks, die über die große Chaussee hinter der Front durchgebrochen waren, wurden zusammen­geschossen.

Auch rm Abschnitt General von Winckler entwickel­ten sich schwere Kämpfe. Seine Divisionen schlugen alle An­

griffe ab. Höhe 141 ging vorübergehend verloren und wurde durch Gegenangriff wieder genommen. Im Dorf Armen- tiöres an der Straße SoissonsChateau Thierry gelang es dem Feinde, Fuß zu fassen. Gegenangriffe sind i.n Gange.

Die Divisionen der Abschnitte General von Schoeler und General von Kathen schlugen den gleifolls in große Stärke mit Tanks angreifenden Feind ab. Nur im Nori teil des Chate^Waldes, in den der Feind eindrang, fiiO Gegenkämpfe stoch im Gange. Sonst hat die Kampftäti. keit hier nachgelassen.

Jagd- und Schlachtflieger wurden mit Erfolg in den Kämpfen eingesetzt. Die Truppenzugehörigkeit zahlreicher Gefangener wird in der Abendmeldung gemeldet,

Der Kampf gege« die Sturmwagen.

Berlin, 24. Juli. ( WB.) Die Sturmwagen sollten es machen. Ungeachtet des Zusammenbruches der englischen Sturm- wagenwaffe im März und April an der Somme, wo englische Panzerwagen zu Hunderten von den Deutschen zusammengeschos­sen und erbeutet wurden, setzten auch die Franzosen ihre haupt­sächliche Hoffnung für den geplanten Durchbruch zwischen Aisne und Marne auf den Masteueinsatz von Panzerwagen. Die Fran- zosen brachten eine neue Art, einen neuen schnellaufenden und besonders wendigen Sturmwagen heraus. Am Morgen des 18. Juli brachen auf der ganzen Front große Sturmwagengeschwa- der unnrittelbar gegen die deutschen Linien vor. Zwischen je zwei Wagen ging eine Gruppe von Leuten mit Flaggen als Sturmwagenführer. Sie erzielten zwar am ersten Angriffstag einen Einbruch in die deutschen Linien, jedoch blieb trotzdem bei diesem ersten Angriff eine große Anzahl von Sturmwagen auf dem Schlachtfelde liegen. Die Verluste häuften sich am folgenden Tage. Einen großen Teil von ihnen erledigten be­reits die Sturmwagenabwehrgeschütze. Eine weitere nicht un­erhebliche Zahl setzte die Infanterie mit ihren eigenen Hilfs­waffen außer Gefecht. Aber auch dort, wo den Sturmwagen der Einbruch in die deutschen Linien gelang, verlor die deutsch* Infanterie nicht den Kopf, weder die alten erfahrenen Sturm­wagenkämpfer aus der Schlacht bck Cambrai. noch der inzwi­schen eingestellte Ersatz, der zum ersten Male diesen feuerspeien­den Ungetümen geaenüberstand. Die Infanterie wich den an- rollenden Panzerwagen geschickt aus und ließ sie gegen die In. fantcriestellungen anlausen, wo sie dann einer nach dem an>"ra erledigt wurden. Auch die Schlachtflieger zeichneten sich im Kampfe mit den Cturmwagen aus und warfen, auf zw.- ' 's dreißig Meter herablloßend, wohlgezielte Bomben, die rrn.,: ;

einen Wagen außer Gefecht setzten Von Soisions bis hinu. . nach Chateau-Thierry liegen Dutzende verbrannter Sturm* wagen, zwischen ihnen in dunklen Masten schwarze und weiße Franzosen und an einzelnen Stellen weiße und auch schwarze Amerikaner, wie sie das deutsche Maschinengewehrfeuer reihen­weise umlegte.

6! 000 Tonnen versenkt.

Die Tat eines TI-Krc»;ers.

Berlin, 23. Juli (MB Amtlich.) Einer unserer U-Kreu- ?er, Kommandant Korvettenkapitän von Rostiz und Jänkendorff hat 15 Dampfer und 12 Segler mit zusammen rund 61 000 Brt. versenkt. Unter den versenkten Dampfern befand sich der be­waffnete englische TruppentranspcrtdampferDrvinst" von 8173 Bruttoregistertonnen.

Der Chef de9 Admiralstabk- der Marin*

Den 100. Kttststeg errungen.

Berlin, 24. Juli. (WTB. Amtlich.) Unsere in Flan­dern unter dem Befehl von dem Leutnant zur See Sachfen- berg stehenden Marineflieger haben in den letzten Wochen 24 feindliche Flugzeuge abgeschossen »wd damit seit Bestehen dieses Flicgerverbandes (31. 4. 1917) ihren 100. Lnftsieg errungen. Leutnant zur See Sachsenberg schoß seinen 16. und 17. und Leutnant Osterkampf seinen 16. Gegner ab. Hervorragend sind an den Erfolgen noch beteiligt Dizeflugmeister Heinrich und Flngmaat Zenjes.

Der Chef des AdmiralüabeH der Marine.