Wm me isiirdi Liede Leid geschah.
Roman von Courthß-Mahler.
63) Nachdruck verboten
Meine Vase, die Baronin Helene von Hoßbach, hat sich mir gegenüber eines schweren Vergehens schuldig gemacht. Eie hat es auf dem Gewissen, daß mein Lebensglück zerstört, der Friede meines Daseins* vernichtet wurde. Es ist nicht nötig, daß ich naher auf die Einzelheiten ergehe. Die Ba-ronin Hatzbach wird selbst genau wissen, wie schwer sie sich an meiner einstigen Verlobten und mir versündigt hat und wird sich sagen können, daß ich berechtigt war, sie noch viel härter zu bestrafen, als es geschehen ist. Wenn ich das nicht tat, geschah es nur, weil sie eine B-lkenhnm ist, und weil ich nicht will, daß sie mit ihrer Tochter als Bettlerin von Btrkenheim geht. Hätte ich sie nach Verdienst behandeln wollen, so hätte ich meine Hand ganz von ihr ab- ziehen müssen. ■ ,
Gegeben am 29. Juli 1914.
Heinz von Birkenheim.
Christa ließ das Blatt sinken und legte es vor sich hin.
Eine lange Pause entstand. Mutter und Tochter saßen wie gelähmt, mit blaffen Gesichtern und sahen starr vor sich hin. Die Baronin schien eine Verkörperung des schlechten Gewissens zu 6k isnagfe nicht aufzusehen und rang nach Faffung.
Nach einer langen Weile ergriff Herr von Dirkenheim, der si? nicht aus den Augen ließ, das Wort.
„Ihr kennt nun meinen letzten Willen- wie ihr es euch schon lange gewünscht habt, und es steht euch frei, euch darüber auszufprechen." sagte er kalt und schneidend.
Die Baronin erhob sich mühsam.
„Lieber Vetter, ich kann nicht faffen, nicht begreifen, was ich soeben hören mußte. Man scheint mich bei dir verleumdet zu haben. Wie kannst du glauben, ich hätte mich an dir versündigt?"
So stieß sie heiser hervor und suchte zu retten, was zu retten war.
Er sah sie scharf an.
c „Meinst du wirklich, daß man dich verleumdet hat?"
Sie raffte sich auf. Nur nichts zugeben, dann ist noch nicht alles verloren, dachte sie. Sie überlegte schnell, daß es nur eine Person gab, die sie mit Bestimmtheit anklcvgen konnte. Und diese Person war Maria von Platen. Doch sie war tot — und Tote reden nicht. Wer wollte ihr beweisen, in welcher Weise sie damals in das Geschick von Heinz und Maria eingegriffen haltet
Nur nichts eingoficheiK faste fie stch nochmals rote ein haick- . gesottener Sünder.
„Ich kann nur beklagen, daß du mich so verkennst. Do find denn die Beweise dafür, daß ich das alles getan habe, wessen ich beschuldigt bin?"
Mit einem verächtlichen Blick nahm Herr von Birkenheim von seinem Schreibtisch den durchgeriffeneu Brief, den Helene Maria gegeben hatte.
„Da ist der Beweis. Diesen zorriffenen Brief suchtest du in böswilliger Absicht aus meinem Papierkorb und gabst ihn Maria mit der Behauptung, daß ich ihn dir gegeben, daß er an dich gerichtet sei. An diesen Brief glaubte Maria und ahnte nicht, daß er an sie gerichtet war. In ihrer Herzensreinheit hielt sie es nicht für möglich, daß du sie schamlos betrogst."
Ein Beben flog über die Gestalt der Baronin. Sie starrte Mf den Brief herab.
„Wie — wie kommst du — zu diesem Brief ?" stammelte sie.
Er richtete sich hoch auf.
„Das hattest du nicht erwartet, nicht wahr'? Du hattest ja eine undurchdringliche Mauer um mich aufgebaut. Marias Briefe an mich ließest du zuruckgehen mit dem Vermerk: Adressat verweigert die Annahme. Und einen letzten Brief Marias, den sie vorsichtigerweise von ihrer Tochter adressieren ließ, den unterschlugst du einfach. Dein Leugnen hilft dir nichts. Ich durchschaue dich jetzt — leider zu spät."
Die Baronin versuchte vergebens, sich Haltung zu geben. Auch ihre Tochter schien fassungslos. Karlas sonst so sanftes, liebliches Gesicht war schlaff und verzerrt.
„Mer hat dir das alles über mich gesagt?" stieß die Baronin hervor.
Da trat Herr von Birkenheim plötzlich an Christas Seite. Mutter und Tochter hatten deren Anwesenheit in der Aufregung fast vergeffen.
Nun faßte Herr von Birkenheim Ehristas Hand.
„Marias Tochter hat mir selbst Kunde von ihrer Mutter gebracht. Graf Steinau machte ihr den Weg zu mir frei, den ihr verschlosien hieltet. Er brachte mir Marias Tochter in's Hans. Hier steht sie vor euch. Christa Hellmut ist in Wirklichkeit Christa von Platen, meine liebe Nichte, Marias Tochter wird meine Erbin.
Die beiden Damen fuhren mit blaffen, gehässigen Gesichtern nach Christa herum.
„Ah — da ist sie ja — das ist infam — das sieht mir doch sehr nach Erbschleicherei aus," stieß die Baroneffe wütend hervor.
Christa wollte auffahren, aber der alte Herr hob beruhigend die Hand.
„Laß, mein Kind — das trifft dich nicht," sagte er zu ihr. Zu den beiden anderen Damen gewandt, fuhr er fort'
„Kein Wort mehr gegen Christa, sonst entziehe ich euch noch die Rente, die ich euch ausgesetzt habe. Christa steht hoch über euch und kam nur zu mir, um ein Vermächtnis ihrer Mutter zu erfüllen. Wollt ihr jemand den Vorwuri der Erbschleicherei machen, ihr, die ihr Christa selbst bestimmt habt, mich zu be. wegen, ein Testament zu machen? Aber ich bin es müde, weiter mit euch zu rechten. Ihr könnt euch wohl denken, daß es mir in Zukunft unmöglich fein wird, euch in meiner Nähe zu dulden. Und deshalb muß ich euch ersuchen, sofort eure Sachen zu packen und Birkenheim für immer zu verlassen. Ich will euch jetzt gleich eine Summe von zehntausend Mark zur Verfügung stellen. Dafür richtet euch ein. wie und wo es euch beliebt. Die Rente, die ich euch in meinem Testament bestimmt habe, zahle ich euch schon von jetzt ab unter der Bedingung, daß ihr nie mehr in meine Nähe kommt. Ich denke, daß wir uns nach dieser Aussprache nichts mehr zu sagen haben werden. Das Veste ist. wir ersparen uns jede weitere Begegnung. Sobald ihr abzureisen wünscht, laßt euch den Wagen anspannen. Die Anweisung über zehntausend Mark an die Deutsche Bank schicke ich euch hinüber. Dort könnt ihr auch die Rente erheben. And nun verlaßt mich — ich ertrage euren Anblick nicht länger. Er mahnt mich an mein verlorenes, um das Beste betrogene Leben"
Die Baronin wollte noch etwas sagen. Sie starrte Christa mit einem unbeschreiblichen Blick ins Gesicht. Aber als'sis sprechen wollte, winkte Herr von Birkenheim gebieterisch ab.
„Geh — ich will allein sein — ich möchie mich nicht vergessen!" rief er hart.
Da mochte die Baronin wohl fühlen, daß sie verspielt hatte und ihre Lage nur noch verschlimmern konnte.
Sie wandte sich zum Gehen.
„Leb wohl, Vetter, und möge es Dich nie gereuen, uns von dir gestoßen zu haben," sagte sie, um sich einen leidlichen Abgang zu schaffen.
Karla wankte auf den alten Herrn zu.
„Onkel Heinz, was habe ich dir denn getan, daß du mich so bitter büßen läßt?" schluchzte sie
Er wehrte ab. '
„Geh mit deiner Mutter — erspare mir alles weitere. Ich kann auch dir nie mehr vertrauen."
Fortsetzung folgt.
Bekanntmachung
Durch das freie Herumlaufen der Gänse, Enten und Hühner außerhalb eingefriedigter Grund» stücke ohne gehörige Aussicht sind in letzter Zeit wiederholt größere Feldbeschädigungen namentlich an Grundstücken, die an der Ufa an- grenzen, vorgelommen.
Die Besitzer solcher Haustiere fordere ich hiermit auf. ihre Tiere, j insoweit sie nicht in Herden aus- getrieben werden, gehörig beaufsichtigen zu lassen und dafür zu sorgen, daß Feldbeschädigungen für die Folge vermieden werden. Diese Aufforderung gilt auch ganz besonders für die Feldschäden, die seither an den Be- grasungen der Ufa und der an diese im Stadtteil Fauerbach angrenzenden Pflanzslücke von Enten verur acht worden sind.
Dns Polizei- und Feldschutzpersonal habe ich angewiesen, fernere Uebertretnngen nach Art. 36 des Feldftrafgesetzes unnach- sichtlich zur Anzeige zu bringen. Friedbera, den 23. Juli 1618.
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