Ausgabe 
23.7.1918
 
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Unmmer 170

Dienstag, den 23. Inli 1918

11. Jahrgang.

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Ueue Tageszeitrm

Die ..Uene Tagrszettung hinzu tritt noch das Bestellgeld erhoben

Der Vierte

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Eintritt verhältnismäßiger Unhe. KchmsrRe Wrinste der Feinde. Der amerilmnilche *HtUn TrnppentransporidampferLeviathan" (54282 Tonnen), früher ..Vaterland", verlenktü

II Der deutsche Generalftad

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W» T. S. Großes KeLvptsLmrtrcr, dr r

22. Inli. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Aisne und Marne dauert die Schlacht in un­verminderter Heftigkeit fort. Trotz seiner schweren Nieder­lage am 20. Juli stieß der Feind unter Einsatz frischer Di­visionen und neu he rau geführter Panzerwagen erneut zu erbitterten Angrffen gegen unsere Linien vor. Seine An­griffe sind gescheitert. Gefangene bestätigen die schwe­ren Verluste des Feindes. Auch der gestrige Kampftag führte wieder zu einem vollen Erfolge der deutschen Waffen.

Zwischen Aisne und südwestlich von Hartennes leitete stärkstes Trommelfeuer am frühen Morgen Jnfanteriean- griffe des Feindes ein. Südwestlich voiASoissons und süd­westlich von Hartennes brachen sie schon vor unseren Linien zusammen. Nördlich von Villenwntoire drangen Teile des Feindes vorübergehend über die Straße Soissous-Chateau- Thierry vor. Unser Gegenangriff warf sie wieder völlig zurück. Auch Dillemontoire und Tigny waren Brennpunkte des Kampfes, den erfolgreiche Gegenstöße zu unseren Gun­sten beendeten. Am Abend wurden erneute feindliche An­griffe südwestlich von Soissons schon in ihrer Bereitstellung getroffen. Wo sie noch zur Durchführung kamen, brachen sie Verlustreich zusammen.

Beiderseits des O'-'rcg stieß der Feind am Vormittag mehrfach vergeblich gegen unsere Linien.vor. Nach Heran­führung frischer Kräfte holte er am Nachmittag zu erneu­ten Angriffen aus. Nach schwerem Kampfe brachten Gegen­stöße den Ansturm des Feindes beiderseits von Oulchy-le- Chateau zum Scheitern.

Nördlich und nordöstlich von Chateau-Thierry erschwer­ten unsere im Vorgelände belassenen Abteilungen dem Geg­ner das Herankommen an unsere neuen Linien. Erst am Abend kam es hier zu stärkeren Angriffen, die unter schwe­ren Verlusten für den Feind zusammenbrachen.

An der Marnefront Artillerietätigkeit. Zwischen Marne und Ardre setzten Engländer und Franzosen ihre Angriffe fort. Sie wurden blutig abgewiesen.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Erfolgreicher Vorstoß m die feindlichen Linien bei Ancerviller.

Der Erste Gcncralqiiarticrmcistcx: L u d e n d o r f f. Aberrddericht.

Berlin, 22. Juli', abends. (WB. Amtlich.) An vielen stellen der Schlachtfront zwischen Aisne und Marne Ruhe. Oertliche Kämpfe südlich des Om cg.

Der österreichische Generalstav meldet:

An

Wien, 22. Juli. (WB). Amtlich wird Verlautbart der italienischen Front keine besondere Ereignisse.

In Albanien nahm vor drei Tagen der Feind nördlich von Berat und ini oberen Tevoli-Tale seine Angriffe wieder auf. Von örtlichen Schwankungen abgesehen, gelang es ihin nirgends, Vorteile zu erringen. Die Kämpfe dauern an.

Zwischen dern Someui-Kme und dem Meere drangen unsere Erkundungsabteilungen an mehreren Stellen in die italienischen Linien ein.

Der Chef des Gcncralstabes.

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Der imigarische Gr,r realst ad \. - meldet: = - _l!

Sofia, 20. Juli. (WB. Nichtanttlich.) Generalstabs­bericht.

Mazedonische Front: An verschiedenen Punkten der

Front war die Artillerietätigkeit zeitweise ettvas lebhafter, unsere Artillerie schoß südlich der Lumnitza feindliche Ar«

tilleriedepots in Brand; man beobachtete starke Explosionen. Westlich des Wardar machten unsere Aufklärungstruppen französische Gefangene. Auf dein südlichen Ufer des Ochrida- Sees und in der Gegend von Moglena östlich des Wardar haben wir feindliche Jnfanteriegruppen. die unsere Nacht­posten anzugreifen versuchten, durch Feuer verjagt.

Das türkische Hauptquartier l meldet: - = Ü

Konstantinopcl, 21. Juli. (WB. Nichtamilich.) Gene- ralstabsbericht.

Palästinafront: Abgesehen von vereinzelten Artillerie- kämpfen, herrschte Ruhe. Bei Bel Naan wurde eine starke Aufklärungsabteilung von uns Vertrieben. Auf den dortigen Fronten nichts von Belang.

Die Wacht mjchen Aisne mrt Marne.

Berlin, 21. Juli. (WB.^ Während des nutzlosen An­griffes des Feindes am 20. Juli wurden bei Ploisy zurück­flutende feindliche Massen, unter denen sich besonders Ame- rikaner befanden, von unserem zusammengefaßten Vernich­tungsfeuer gefaßt, das oerheerend unter dem Gegner auf­räum te. Auch nordwestlich von Hartennes, wo unsere Li­nien restlos gehalten wurden, sandte unsere Infanterie, auf­recht stehend,^ mit Gewehren und Maschinengewehren ihr Schnellfeuer in die voller Unordnung zurückflutenden dicht geballten Sturmkolonnen. Kurz vor Mitternacht griff der Gegner unsere Linien beiderseits der Straße St. Remy- Oulchy an. Er wurde blutig abgewiefen. Im Nachstoß ge­wannen wir an mehreren Stellen Boden.

Berlin, 21. Juli. (WB.) Bei Chateau-Thierry wa­ren es neben den schwarzen Hilfsvölkern der Franzosen be­sonders die Amerikaner, die aufs schwerste bluten mußten. Bisher fochten die Amerikaner nur zusammen mit weißen Franzosen. Die Folge ihrer diesmaligen Vermisch­ung mit den Wilden und Schwarzen war, daß die noch nicht kampfgeübten Amerikaner in unserem Feuer geradezu ver­heerende Verluste erlitten. An mehreren Stellen türmten sicb hohe Berge amerikanischer Leichen vor unseren Linien auf.

Der vierte Schlachttag.

Berlin, 22. Juli. (WB.) Der große, die Entscheidung suchende Kampf Fochs hat auch am vierten Schlachttag mit. einem Mißerfolg für den Entente-Generalissimus geendet. An der ganzen Hauptangriffsfrout von der Aisne bis zur Marne verbluteten sich aufs neue die fnschen Divisionen des Feindes, ohne irgend welche Vorteile erringen zu können. Wo der Gegner infolge rücksichtslosester Anhäufung seiner Massen auf engem Raume in unsere Linie eindringen konnte wurde er sofort wieder geworfen. So mußten die über die Straße Soissons-Ehateaw-Thierry vorgehenden feindlichen Kräfte nach unserem erfolgreichen Gegenangriff rni deutsck)en Verfolgungsfeuer wieder über die Straße zurückweichen. An den Brennpunkten deS Kampfes, wie bei Villenwntoire und Tigny waren die feindlichen Blntopfer besonders schwer. Weder der Einsatz zahlreicher Tankgeschjwader, noch die Ver­nebelung des Kanipffeldes, noch die Massenverwendung seiner Kräfte konnten den Feind seinem Ziele näher bringen. Während in den großen Offensiven dieses Jahres die Deutschen bei geringen Verlusten in wenigen Tagen 60 bis 80 Kilometer im Angriff durchschritten und die feindlichen Armeen oft zu überstürzter Flucht zwangen, hat General Foch kärglicher Anfangserfolge wegen viele Hunderttausende eingesetzt, ohne auch nur im entferntesten ähnliche Erfolge, geschweige denn die erstrebte Entscheidung erringen zu können.

Unsere Flieger.

Berlin, 22. Juli. (WB.) Am Abend des 2k. Juli süd- lrch der Aisne einheitliche angesetzte deutsche Jagd- und Schlachtflieger-Geschwader griffen die feindlichen Trilppen- bereitstellungen mit Bomben und Maschineugewehrfeuer an und fügten dem Feinde schwere Verluste zu. Des öfteren konnte fluchtartiges Auseinanderlaufen der gegnerischen An- sammlungen und Kolonnen beobachtet werden

Haag, 21. Just. In alliierten Pressestiinmen wird das Vorgehen Fachs zwischen Aisne und Marne als erste prak­tische Probe auf die Theorie, die er früher geäußert Hat, aufgefaßt, daß nämlich jede Offensive möglichst schnell mit einer Gegenoffensive zu beantworten sei. Es finden sich auch weitergehende Urteile, die im Floß Jocizs feine Be­reitschaft, eine große Bewegungsschiacht anzunehmen, er­blicken. Tie ganze Stimmung auf Seiten der Entente be­weist, welchen Grad das Bedürfnis, irgendwelche Taten zu vollbringen, erreicht hat. Immerhin wird ans die Riesen- reserven hingewiesen, die die Deutschen zu ihrer Verfügung haben.

12000 Tonnen versenkt.

Berlin, 21. Juli. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet um England wurden 12 000 Bruttoregistertonneu versenkt.

Der Chef de§ Admiralstabcö.dcr Marine.

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Ein Transporter torpediert.

Genf, 22. Juli. DemMatin" wird aus Newyork ge­meldet, daß ein amerikanischer Transport­dampfer, der mit einem Waffentransport nach Frank­reich unterwegs war, in der Kriegszone torpediert wurde.

Haag, 22. Juli. Holländisch Nieirwsbureau meldet ans Newyork: Der gesunkene amerikanische Panzerkreuzer hieß

San Diego". Die Ursache des Untergangs ist nicht be­kannt. 38 Marin der Besatzung konnten gerettet werden. Das Marineministerium teilt mit, daß-weitere 116 Mann an Bord zweier Dampfer nacb einem nicht näher angegebe­nen Hafen unterwegs sind. Weiterhin wird berichtet, daß. der Kreuzer wahrscheinlich auf eine Mine gelaufen ist, da verschiedene Minen in der Nähe der Unglücksstelle aufgefun­den worden sind. Unterseeboote wurden nicht gesehen. 48* Mann der Besatzung scheinen umgekommen zu sein.

DerKeviathau" versenkt.

Die frühereVaterland". 54283 Tonnen«

22. Juli. (WB. Amtlich.) Der amerikanische TruppentransportdampferLeviathan" früherer Dampfer der Hamburg-Amerika-LineVaterland", 54 282 Brutto registertonnen groß) ist am 20. Juli an der Nordküste Ir­lands versenkt worden.

Der Chef des Admiralstabcs der Marine.

Wilüßlisse auf pantiljfint, futmngsljaffn und Zimier.

Karlsruhe, 20. Just. Vergangene Nacht wurden Mann- IN Und Ludwigshafen wiederum von feindlichen Fliegern angegriffen. Der durch Bombenabwurf angerichtete Schaden ist gering. Personen wurden nicht verletzt.

Karlsruhe, 22. Juli. Die heute Nacht wieder erfolgten Fliegerangriffe auf Speyer und Ludwigshafen haben nur in Speyer geringen Sachschaden verursacht. Personen wur­den nicht verletzt.

Karlsruhe, 22. Juli. Heute Mittag griffen feindlich« Flieger Mannheim und Ludwigshafen an. Bisher ist über Schaden nichts gemeldet.

Cnßlijche PreMinmn p Offciißlm

Amsterdam, 20. Juli. (MB.)' Nach einer Meldung 'des Nlgemeen Handelsblad" aus London schreibtDaily Mail" anläßlich der französischen Gegenoffensive: Ludendorff habe nicht viel Zeit zu verlieren, denn seine Reserven seien durch die Ver­luste an der Marne und bei Soissons stark geschwächt. Er ver­fügte aber immer noch über 40 Divisionen. Die Besorgnis und die Unsicherheit bei den Alliierten würden nicht früher aushören, als bis auch diese in den Kampf gebracht und geschlagen seien. DieTimes" warnt vor einer Nebertreibung der Folgen. di, der Gegenangriff haben würde, che diese Folgen nicht vollstän- dig eingetreten seien. Die Absicht Fochs fei. die Deutschen i» ihrem neuen Sektor womöglich zum Rückzug zu zwingen. A1>er es fei kein Anzeichen vorhanden, daß zu hoffen sei, sie zu über­wältigen. Foch habe auf noch^ immer schwierige! Lage. Mi*