Ausgabe 
22.7.1918
 
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Mm nie durch Liebe Leid geschah.

Roman von CourthS -Mahler.

Nachdruck verboten

"Wenn ich dich nun bitte herzlich bitte es noch nicht zu tun."

Aber warum denn nicht?"

Ich habe meine Gründe, Onkel Heinz. Es muß doch nicht gleich heute sein, llidd ich bitte dich herzlich, es mir selbst zu Überlassen, Herrn vcn Frankenau zu sagen, wer ich bin."

Es lag eine seltsame Dvinglichkett in Christas Worten und ln dem Blick ihrer Augen.

Der alte Herr sah sie forschend an.

Meine liebe Christa, wenn du es so dringend wünschest, nx'ide ich es natürlich dir überlassen Auf einige Tage kommt es schließlich nicht an." sagte er.

Christa lehnte sich nun befriedigt in die Kissen zurück und sah Hans Ullrich mit leuchtenden Augen entgegen.

Als er nahe herbc'gekommen war, ließ Herr von Virken- heim den Wagen halten.

Sans Ullrich parierte sein Pferd. Mit einem heißen, bren­nenden Blick sah er in Christas Gesicht. Er hatte voll Sehn­sucht ihrer gedacht, und da er sie vor sich sah. stürmte ihm das Blut durch die Adern. Ihr aufleuchtender Blick traf ihn bis ins Herz, und einen Moment sahen sich die beiden jungen Men­schen, alles um sich her vergessend, an, als tauschten sie ihre See­len aus in schrankenloser Innigkeit.

Und diesen Blick fing Herr von Birkenheinr auf. Er saß ganz still und rührte sich nicht, als fürchte er, die beide»-zu stören. Ein Helles Licht fiel in feine Seele. Christa und Hans Ullrich - ja - das war ein Gedanke, der ihm eine große, herz­liche Befriedigung gewährte. Wenn Christa und Hans Ullrich von Frankenau ein Bündnis schließen würden fürs Leben das war eine Aussicht, die chn freuen Erde.

Christa wieder von sich zu lasten, erschien ihm unerträglich. Wenn |tc sich aber eines Tages verheiratete, verließ sie ihn doch. Aber wenn sie Herrin von Frankenau »vürde, dann blieb sie für innrer in seiner Nähe, dann konnte er sie täglich sehen und sprechen und sie wenigstens auf Stunden um sich haben.

Endlich riß Hans Ullrich seinen Blick von Christa los und er begrüßte nun Herrn vcn Birkenheim. Dieser faßte fest und warm seine Hand.

. Tag, mein lieber Hans Ullrich, Sie kommen aus

dem Dor 7 . Dahin wollen wir auch, Fräulein Hellmut und ich."

H^rr von Virkenheim. Ich war auf der Post und habe Zeitungen geholt."

M Eie fliS bestterig zu erfahren, wie sich die politische Lage entwickelt?"

f «So ist es, Herr von Virkenheim. Ich konnte mich nicht errthalten, einen Blick hineinzutun. Aber leider konnte ich nichts Gutes erfahren. In unsrer ländlichen Stille sind wir ja um einen Posttag hinter den neuesten Ereignissen zurück. Aber dies, mal sind doch auch wir schnell unterrichtet."

Was gibt es? Wie steht es mit Oesterreich?"

Da find die Würfel bereits gefallen," sagte Hans Ullrich. Oesterreich hat Serbien den Krieg erklärt."

Der alte Herr fuhr auf.

Nicht möglich?"

Hans Ullrich entfaltete eine Zeitung und reichte sie dem alten Herrn.

Da steht es schwarz auf weiß."

Während der alte Herr las, versanken Hans llrichs und Christas Blicke wieder ineinander. Auch Christa schien dte Tragweite dieser Nachricht zu erfasien. In ihren Augen lag ein banges Forschen.

Der alte Herr legte die Zeitung wieder zusammen.

Das ist allerdings eine schlimme Nachricht, lieber Hans Ullrich Für Deutschland können sich da unliebsame Kompli­kationen ergeben. Wir können da sehr in Mitleidenschaft ge­zogen werden."

Hans Ullrich steckte die Zeitung zu sich.

Das ist sogar ziemlich sicher."

Die beiden Herren sahen sich ernst in die Augen.

Mir wollen auf unseren friedliebenden Kaiser hoffen, Hans Ullrich," sagte der alte Herr.

Hans Ullrich zuckte die Achseln.

Wenn man ihm eine Wahl läßt, wird er den Frieden wählen. Aber ich glaube, man tut gut daran, sich in Bereitschaft zu hallen. Ich will Sie nicht länger aufhalten und meine Zeit ist auch knapp bemesien. Die Ernte drängt und wer weiß, ob wir sie noch glücklich hercinbringen. Auf Wiedersehen. Herr von Virkenheim."

Auf Wiedersehen. Hans Ullrich."

Dieser verneine sich vor Christa. Und dabei sah er sie mit einem so sehnsüchtig schmerzlichen Blick an. Latz sie zusammen- schauerte.

Versonnen sah sie ihm nach, als er nun schnell davon ritt.

Nach einer Weile fragte sie den alten Herrn.

, du wirklich daran, Onkel Heinz, daß Deutschland

in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, wenn Oesterreich Krieg führt?"' '

Ja Christa - daran ist kaum zu zwifeln. Ich denke mir, Grat Steinau ist nach Wien gesandt worden, um in dieser Frage zu verhandeln. Als sich sein Neffe mit Ursula Frankenau

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verlobte, sagte er zu mir: Gott mag geben, daß Joachim nicht jetzt, da er diesen Lebensbund geschloffen hat, in den Krieg ziehen muß."

Christa atmete tief auf.

Cs müßten dann wohl sogleich olle Offiziere ins Feld ziehen?"

Sie müßten alle bereit sein, nicht nur die aktiven, sondern auch die inaktiven"

Christa erblaßte leicht.

Herr von Frankenau ist auch Offizier gewesen, ' nicht wahr?"

"Za er müßte sofort zu feinem Regiment zurück, wenn mobil gemacht würde."

Still lehnte sich Christa in den Wagen zurück Der Glanz ihrer Augen war erloschen. Sie schien quälenden Gedanken nachzuhängen. Vorhin, ehe sie Hans Ullrich begegnet waren, hatte das Leben im leuchtenden Scnnenglanz vor ihr gelegen, ^»etzt war ein drohender Schalten darauf gefallen, der ihr das Herz bedrückte.

Herr von Birkenheim störte sie nicht. Er sah nur ernst und still von der Seite in ihr blasses Gesicht. Und er fühlte, daß ihre Seele voll Angst und Sorge war.

Auf der Post angekommen, gab Herr von Virkenheim die Depesche auf und forderte seine Zeitungen.

Dann fuhren sie wieder nach Virkenheim zurück.

*

Der Notar war in Birkenheim gewesen, und Herr von Dir- kenheim hatte ihm seinen letzten Millen diktiert. Dieser sollte nun sofort rechtskräftig festgelegt werden.

Als der Notar sich verabschiedete, sagte Herr von Virken­heim zu ihm:

Sie haben die Güte, mir sofort eine Abschrift des Testa­ments zugehen zu laffen und alles Weitere sofort zu voran« lassen."

Das versprach der Notar.

Und schon am nächsten Tag hielt Herr von Virkenheim die Abschrift in den Händen.

Auf seinen speziellen Wunsch hatte sie der Notar versiegelt und schickte sie mit einem besonderen Voten nach Virkenheim.

Die Baronin nahm dem Boten dies Schreiben selbst ab und wog es prüfend in der Hand. Gar zu gern hätte sie einen Blick hineln getan, aber die Siegel standen Zwischen ihr und ihren Wünschen.

Christa war nicht gegenwärtig gewesen, als Herr von Bir­ke nhe Im mit seinem Notar verhandelte Co konnte sie der Ba­ronin nichts darüber Mitteilen, selbst wenn sie es hätte tun wollen.

Fortsetzung folgt.

Aufruf

?

Danksagung.

Für die vielen, aufrichtigen Beweise herrlicher Teil- und Brude ts ^ Wmn SBeUu i te unseres braven Sohnes

Karl Lang

Telegraphist in einer Fernsprechabteilung

sagen wir hiermit Herrn Pfr. Kleberqer. Herrn Pfr. Jh ler welcher ihn s. Zt. konfirmierte, Herrn Prof. Lam- pas Herrn Kaufmann Hilbrecht, sowie allen, die uns Trost zujprachen, unseren innigsten Dank.

Friedberg, den 22. Juli 1918.

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Familie Georg Fang Kina §idf,

Am 17. und 18. August d. I.

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