Sydney emgeiaufenen Segler seren die ältesten der Welt gewesen. Ein Schiff, dos 43 Jahre auf dem Rücken hatte, war früher ein berühmter Dampfer. Er wurde nach Ausbruch des Krieges zu einem Segelschiff umgestaltet, als er bereits zum Abbruch verkauft war. Die Zeitung betont, daß man in Australien heutzutage jedes Schiff als neu betrachtet, das weniger als 20 Jahre alt ist. Infolge des großen Schiffraummangels könnten selbst die ausgedienten Schiffe mit Erfolg nutzbar gemacht werden. Obwohl sie sehr langsam seien, in schwerem "Wetter geschont und vielfach in den Bestimmungshafen ausgebessert werden müßten, machten sich die aufgewandten Mittel doch wieder reichlich bezahlt. Ein solch altes Segelschiff hätte vor kurzem eine Ladung Benzin und Erdöl in Blechkisten aus einem amerikanischen Hafen am Stillen Ozean nach Australien und Neuseeland gebracht. Ohne die noch in Neuseeland zu erhebenden Frachtgebühren hätte das betreffende Schiff in den letzten zwei Monaten einen Reingewinn von 15 Millionen Mark gehabt, was einer Tageseinnahme von 25 000 Mark entspricht.
Die Zerstörung der Radiostalion tun, Monrouia.
Zu den Staaten, die. wenn auch gezwungen, Krieg gegen uns führen, gehört auch die Negerrepublik Liberia im west- lichen Afrika. Kürzlich stattete eines unserer großen Tauchboote der Hauptstadt Monrovia einen überraschenden Besuch ab. Nach „Rotterdams Nieuws Blad" schickte an dem betreffenden Tage das Tauchboot ein Fahrzeug an Land mit Briefen für die liberianische Regierung und für einen gewissen Parker, einen Schwarzen, der früher bei der Firma Woermann angestellt war. In diesem Briefe wurde er aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, daß sämtliche deutschen Befitzrmgen unbeschädigt blieben. Der liberianischen Regie- rung wurde ein Ultimatum zugestellt, worin die Forderung erhoben wurde, sofort das französische Kabel und die französische Radiostation zu zerstören. Die Liberianer versuchten Zeit zu gewinnen. Um Mittag erschienen zwei ihrer Vertreter mit einer Antwort. Mittlerweile hatten die Deutschen den Schooner „Präsident Hovard" versenkt, worauf die ganze Flotte Liberiens verschwand. Den Vertretern wurde eine neue Frist bis um 4 Uhr gestellt und als die Gegenvorschläge wieder ausweichend lauteten, schritt man zrrr Tat imd schoß die Gebäude zusammen. Gegen Uhr wurde die Beschießung eingestellt. Diese Darstellung beweist, wie schonend der Kommandant des Tauchbootes vorgegangen ist. .
Versenkt. I
Zürich, 19. Niki. Wie aus amtlichen Lapanischen Meldungen zu entnehmen ist. wurde am 3. und 12. Mar je ein Transportschiff, die von japanischen Zerstörern begleite: waren, aus Geleitzügen heraus geschossen.
760 Wann ertrunken.
London, 18. Juli. (WB.) Reuter. Nach einer Meldung aus Tokio vom 13. Juli wurden 460 Mann von der 1100 Mann starken Besatzung an Bord des Schlachtschiffes ,.Kawatschi", das infolge einer Explosion im Hafen von To- iama gesunken ist, gerettet.
^er Luftangriff auf Pola.
Rom, 18. Juki. (WB.) Der italienisch» Heeresbericht vom 18. Juli sagt über den Luftangriff auf Polar
In der Nacht vom 17. Juli warfen Marine-Luftschiffe und gestern früh mächtige Armee- und Marinegeschwader mit be
obachteter Wirkung 8000 Kg. Domvea ans die militärischen Anlagen des Hajens von Pola.
Fliegerangriffe auf Mannheim, Fudwigshafen und Tondern.
Karlsruhe, 19. Juli. Amtlich wird ein nächtlicher Versuch feindlicher Flieger. Mannheim und Ludwtgshafen mit Bomben anzugreifen, gemeldet. Der Versuch blieb ohne jeglichen Erfolg.
Berlin, 19. Juli. (WV.) Bei einem heute stüh von mehreren feindlichen Flugzeugen auf unsere Luftschiffanlagen bei Tondern ausgeführten Angriff wurde nur einiger Sachschaden, kein Personalschaden verursacht.
Die Poraüngf im Murrnangebiel.
Aus Stockholm wird der „Voss. Ztg." gemeldet: lieber. Nordnorwegen wird berichtet: Nachdem die im Murman
befindlichen englischen Streitkrifite Kem besetzt und befestigt hatten, haben sie einen weiteren wichtigen Schritt südwärts getan und am vorigen Samstag die Station Parandawskaja erreicht, die sie mit 100 Mann englischer und serbischer Truppen belegt haben. (Tiefe Stafion liegt in der Luftlinie 76 Kilometer vom Westufer der Onegabucht und 120 Kilometer von Powjenetz am Nordrande des Onegasees.) Allem Anschein nach soll demnächst auf Powjenetz marschiert werden, durch dessen Besetzung eine zweifache überaus wichtige Verbindung hergestellt würde, einerseits mit Pretrofawodsk das in naher und direkter Bahnverbindung mit Petersburg steht,' und andererseits über den Onegasee und den Bjewosee mit Wologda, dem Sitz der Ententegesandtschasten, von wo die Eisenbahn nach Moskau führt. Daß ein derartiger Aufmarsch dem Hauptquartier am Murman tatsächlich vorschwebt folgt aus der Tatsache daß in Parandawskaja eine große Anzahl von Pontons angelangt ist. Inzwischen sind in Kem weitere 1000 Mann englischer Territorialtruppen angelangt, diesmal aber nicht vom Murman. sondern ails Archangelsk auf dem Seeweg. Um diesen zu sickern, haben englische und französische Matrosen die Solowki-Jnsel im Osten der Onegabucht besetzt. Auf dem Vormarsch von Kandalakscha auf Kem trafen englische Truppen bei der Station Tscher- norjczk 600 Mann der russischen roten Armee, die sich auf den: Weg nach Murman befanden. Nach kurzem Gefecht wurden die Russen entwaffnet und als Gefangene nach Kandalakscha ebgeführt.
Der Militärverwaltung in Serbien
Wien, 17. Juli. (WB.) In Beantwortung der von den Abgg. Bukovrc und Gen. im Dezember 1917 gestellten Anfrage betreffend die militärische Verwaltung in den besetzten Gebieten Serbiens teilte der LnudeSverterdigUngs- minister im Abgeordnetenhaus auf Grund der vom Armeeoberkommando erhaltenen Daten u. a. folgendes mit: Die Militärverwaltung ist stets bestrebt gewesen, die Bevölkerung durch unnütze Härte nicht zu verbittern. Abgesehen von einem durch gewissenlose Hetzer fanafisierten Teile der Bevölkerung wird das Wohlwollen und die Gerechtigkeit der Militärverwaltung von den Landesbewohnern, die an gerechte Behandlung von den serbischen Behörden nicht gewöhnt waren, auch dankbar anerkannt . Das Bestreben der Militärverwaltung geht dahin, das durch langjährige Kriege verwüstete Land der Segnungen einer geordneten Verwaltung teilhaffig werden zu lassen, die wirtschaftliche Pro- dukfionsfähigkeit mit allen Mitteln zu heben und das Elend des Volkes durch weit ausgreifende Wohlfahrtsakfionen zu
lindern. Nach Tunlichkeit wurde die bodenständige Be^ völkernng zur Mitwirkung bei der Verwaltungstätigkeit herangezogen. Trotz der getroffensi Schutzmaßnahmen wurden bereits mehrere einheimische Funktionäre durch Komitatsäsis ermordet. Da in den Kreisen der höheren Intelligenz die Abneigung und der Haß gegen die Monarchie noch immer bestehen. mußt« die Militärverwaltung auf bi* Mitarbeit der Intelligenz des Landes verzichten. Gegenüber der Behauptung der Interpellanten, daß die serbische Bevölkerung sich vollkommen friedlich verhält, muß auf die von den Entente-Emissären organisierter Aufftandsbo- wegungen hingewiesen werden, die durch Waffengewalt unterdrückt werden konnten. Die Behauptung, daß während der zwei Jahre der OKupation die Bevölkerung durch Unterernährung und Hinrichtungen dezimiert wurde, entbehrt jeder Grundlage. Das Militärgouvernement hat nicht nur nichts zur Verminderung.der Bevölkerung beigetragen, sondern durch sanitäre Maßnahmen zur Bekämpfung der Kriegsseuchen, denen noch im Jahre 1911/15 allein 300 000 Menschen zum Opfer gefallen sind, vielen Tausenden das Leben gerettet. Das humane Vorgehen der Militärverwaltung gegenüber der serbischen Zivilbevölkerung verdient um so mehr Anerkennung, als allgemein bekannt ist, wie brutal sich die serbische Regierung seinerzeit unseren Kriegs» gefangenen gegenüber verhalten hat. Gegenüber der Behauptung der Interpellanten, daß Serbien von unseren Militärbehörden wirtschaftlich ausgesogen wird und daß dis Bevölkerung der Hungersnot preisgegeben ist, braucht nur auf den Umstand hingewiesen zu werden, daß sowohl bei-der Mehlversorgung als auch bei der Versorgung mit anderen Lebensmitteln ein Vergleich mit den Zuständen der Monarchie zum Nachteile der letzteren ausfallen dürste.
Eine traurige Statistik.
Zürich, 17. Juli. Die Schweizer Depescheninformafion meldet: Der Direktor des Statistischen Amtes in England hat eine traurige Berechnung darüber aufgestellt, was der Weltkrieg an Menschenopfern kostet, nicht nur an Toten auf den Schlachtfeldern und Kriegsopfern im Hinterland, sondern was der Geburtenrückgang ausmacht, der seit drei Jahren dauernd im Wachsen begriffen ist. Nach diesen Zahlen betragen die Verluste an Menschenleben für England, Frankreich, Italien und die Mittelmächte täglich 7000, mit anderen Worten, die menschliche ' Gesellschaft in diesen Ländern allein verringert sich Tag für Tag um 7000 neue Tote und Nichtgeborene. Der Geburtenrückgang hat die kriegführenden Staaten Europas allein um 12^ Millionen junge Menschenleben betrogen. (Ob dem Engländer wohl nwralische Bedenken zu diesen Zahlen kommen? Kaum, denn damit ist das englische Gewissen nicht allzu ichwer belastet, Die Schriftl.)
Berlin. 19. Juli. (WB.) In der heute unter dem Vorsitz des Stellvertreters des Reichskanzlers, Wirkt. Geh.-Rat v. Payer abgehaltenen Vollsitzung des Bun-desrats wurde den vom Reichstag angerrommenen Steuergesetzentwürfen zngo- stimmt. Als Sitz des Reichsfinanzhofes wurde München in Aussicht genommen.
Die lebhaften Anstrengungen der Frankfurter Hochfinanz, unterstützt von vor „Frankfurter Zeitung", den Sitz des Reichs« finanzhsfes nach Frankfurt a. M. zu kriegen, sind demnach vergebens gewesen.
Wein nie krdj Me Leid Mrch.
Roman von Courihs-Mahler.
60) Nachdruck verboten
Es klang wie eisiger Hohn aus seiner Stimme; aber dir beiden Damen achteten nicht darauf.
Die Baronesse wollte sich an seinen Arm hängen und sich in ihrer Kätzchenart an ihn schmiegen. Aber er wandte sich rasch, wie absichtslos zur Seite, und mich ihr aus.
Sckaell mit fast jugendlichen Schritten eilte er zum Wagen. Christa war vorausgegangen und wartete an dem Wagenichlag. Sie wollte Herrn von Birkenhim zuerst einfteigen lassen, aber er schüttelte den Kops.
„Erst die Dame. Fräulein Hellmut. Bitte, nehmen Sie Platz.
Er balf ihr ritterlich beim Einsteigen und ließ sie im Fond Platz ner n. Dann folgte er ihr und setzte sich neben sie.
Der Wagon fuhr davon. Die Baronin und ihre Tochter . standen noch einige Zeit unter dem Portal uirid sahen dem Wagen nach.
Nach einer Weile sagte die Baronesse gehässig:
„Weißt du, Mamma, mich sott es gar nicht wundern, wenn dieses Fräulein Hellmut arrogant wird. Onkel hat eine seltsame Art, sie als Dame zu behandeln, und sie läßt es sich mit M^-ne gefallen, als sei das gonz selbstverständlich."
Dir Baronin zuckle die Achseln.
„Laß gut sein — sie hat uns einen großen Dienst geleistet."
großem — mir scheint dieser Person gegenüber Vorsicht geboten"
„Wie meinst du das?"
„Ich meine, daß auch alte Herren manchmal noch Feuer fangen können. Onkel Heinz scheint seiner schönen Sekretärin gegenüber nicht unempfindlich zu sein. Deshalb scheint sie mir nicht ungefährlich."
Die Baronin stutzte.
Welche Karla! Du denkst doch nicht etwa, daß Onkel —
6ie schwieg, wie überwältigt von dieser Jdey
Die Baronin Mckte die Achfeln.
„Ich will mich gern geirrt haben, Mamma. Aber Vorsicht scheint mir dringend geboten."
Die Baronin überlegte. Dann sagte sie entschloffen:
„Du hast Recht — man darf so etwas nicht außer Acht lassen. Und wenn Onkel Heinz sein Testament gemacht hat, und Fräulein Hellmut für uns ihren Zweck vollends erfüllt hat, dann kann man ja sehen, wie man sie auf alle Fälle unschädlich machen kann. Jrgerd ein Grund, sie aus Birkenheim zu entfernen. wird sich finden lasten. Aber — nein, nein — ich glaube nicht, daß Onkel Heinz auf seine alten Tage noch Torheiten begehen wird. Gottlob, ist er ja gegen alle Frauen unempfind- lich gewesen."
Die Baronin zuckte zweifelnd die Achseln.
„Ich will mich gern getäuscht haben, Mamma — aber bester ist bester."
Die Baronin nickte bedenklich.
„Ja, ja — ich werde auf der Hut sein. Es ist ja gut, daß du mich darauf aufmerksam gemacht hast."
Langsam gingen die beiden Frauen in chre Zimmer zurück und berieten noch eifrig, was sie tun könnten, um Christa unschädlich zu machen, wenn sie ihre Schuldigkeit getan hatte.
Christa und Herr von Birkenheim fuhren durch den Wald nach dem Dorfe. Erst als das Dorf in Sicht war, gebot Herr von Birkenheim dem Kutscher, nach dem Postamt zu fahren.
Unterwegs zeigte er Christa die Depesche, die er an Graf Steinau aufgesetzt hatte.
„Ist es recht so, Christa?" fragte er, lächelnd in ihr schönes
Gesicht blickend. " w - „
Sie las:
»Lieber Rudolfs Christas Mistion ist erfüllt. Sie und ich danken Dir von Herzen für Deine Hilf«. Christa bleibt in Birkenheim. Ich bin sehr glücklich, ste bei mir haben zu dürfen. Hatte ich Recht mit der Ähnlichkeit? Alles andere brieflich. Herzliche Grüße — komm bald wieder nach Birkenheim.
nen Hand strömte es wie ein neues Leben auf ihn über. Er atmete tief auf. Und während er Hand in Hand mit Christa durch den leuchtenden Sommcrtag fichr, der seinem Ende zu- neigte, dachte er an sein verlorenes Glück, an die verlorene Geliebte seiner Jugend.
Ihre Tochter saß neben ihm, er hielt sie fest an seiner Seite. Sie durfte nicht von ihm gehen Teil wollte er an ihr haben, als fei sie sein eigen Fleisch und Blut. So teuer wie eine eigene Tochter sollte sie ihm sein, und in der Gewißheit, daß Marias Tochter auch die feine werden würde, fand er eine» süßen Trost.
Als sie sich dem Dorfe soweit genähert hatten, daß sie schon die ersten Häuser litten sahen, erblickten sie auf einem Kreuzweg einen Reiter. Sie erkannten Hans Ullrich von Frankenau.
Die helle Röte schoß in Christas Gesicht, als sie ihren Onkel auf ihn aufmerksam machte.
Der alte Herr sah durch die blaue Brille nichts von dem Farbenwechsel auf Christas Antlitz, sonst hätte er wohl auf allerlei Gedanken kommen können. Er wandte sich Hans Ullrich zu.
„Am liebsten- möchte ich ihm gleich sagen, daß du meine Nichte bist, Christa, damit er in dir nicht länger eine Untergebene sieht," sagte er lebhaft.
Christa richtete sich jäh empor.
„Nein. Onkel Heinz — bitte, tue das nicht, ich — es könnte doch sein, daß es dann die Baronin oder ihre Tochter erführen.**
„Ich brauche ihn ja nur zu bitten, diese Mitteilung diskret zu behandeln. Du sollst nicht länger als nötig als meine SeL retärin gellen."
Ein Schelmenlächeln huschle um ihren Mund.
„Das macht mir nichts, Onkel Heinz. Die Frankenauer ben es mich nie unangenehm fühlen lasten, daß sie mich nächst für ihresgleichen hielten."
„Weil es wahrhaft vornehme Menschen sind. Aber trotzdem mußt du mir schon gestatten, daß ich Hans Ullrich Frankes nau die Wahrheit sage" J
Christa faßte seine Hand. &. . V '
t,Fortsetzung folgt*.
Christa gab die Dcpesche zurück. Sie lächelte froh.
„Ja, es ist gut so. Onkel Heinz," sagte ste und drückte ch seine Hand. Cr htelr die ihrel^t. Und M fhrer warmer^ ktz


