Ausgabe 
20.7.1918
 
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Umititier 168 , , _ Samstag, den 20. Ju li 1918 11. Jahrgang.

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fit länalt rnrarfd;

Der Angriff nach den üblichen Anfangserfolgen znm Stehen gekommen. Ein crnenter franBstlcher Dnrchbrnchsver?nch unter schweren Uerlnsten für den Feind gescheitert. Vergebliche italienische An. risse.

16000 Tonnen verdenkt.

Der deutsche Generalstab meldet:.

M. To Großes 19. Juli. Amtlich.

Hauptquartier.

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Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Die Kampftätigkeit lebte am Abend auf. Bei Erkun­dungen machten wir mehrfach. Gefangene.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen A i s n e und Marne ist die Schlacht von neiwm entbrannt Der Franzose hat dort seine lang er­wartete Gegenoffensive begonnen.

Durch Verwendung stärkster Geschwader von Pan-.ep- kraftwagen gelang es ihm, zunächst überraschend an einzel­nen Stellen in unsere vorderste Infanterie- und Artillerie- Linie esnzubrechen und unsere Linien Zurückzudrücken. Wei­terhin haben unsere Stellungsdivisionen im Verein mit be­reitstehenden Reserven einen feindlichen Durchbruch ver­eitelt. Gegen nnttag waren die französischen Angriffe in der Linie südwestlich von Soissons-Neuilly nordwestlich von Chateau-Thierry zum Scheitern gebracht. Am Nachmittag brachen an der ganzen Angrifssfront sebr starke Teilan- griffe des Feindes an unseren neuen Linien zusammen. Die dem Kampffelde zuströmenden feindlichen Kolonnen wa­ren das Ziel unserer erfolgreichen Schlackfflieger. Unsere Jagdflieger schossen 32 Flugzeuge des Gegners ab. Leut­nant Loewenhardt errang seinen .39. und 39., Leut­nant Bolle sueien 23 und 21., Leutnant Goehring seinen 22. Luftsieg.

Gegen die Südfront der Marne hat der Franzose nach seinen Mißerfolgen am 16. und 17. Juli nur noch Teil­angriffe südöstlich von Mareliil geführt; sie wurden abge­wiesen.

Zwischen Marne und Reims und östlich von Reims blieb die Gesecht.stätigkeit ans örtliche Kampchandlungen beschränkt. Feindlicke Angriffe im Königswalde und beider­seits von Vourcy scheiterten. Bei erfolgreichem Vorstost nordwestlich von Prosnes imd bei Abwehr feind licke r Teil- angriffe an der Snippes und beiderseits von Pertbes mach­ten wir Gefangene. Die Zahl der seit 15. 7. eingebrachten Gefangenen bat 2 0,000 überschritten.

Der Erste Gkneralquariicrmeister: Ludendorsf.

Abeudbericht.

Berlin, 19. Juli, abends. (WB. Amtlich.) Oertlichc Kampfe nördlich der Lhs. Auf dem Schlachtscldc zwischen der Aisne und Marne ist ein erneuter französischer Durch­bruchsversuch unter schwersten Verlusten für den Feind ge­scheitert.

österreichische Generalstab = meldet:

Wien, 19. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart:

Im Raume beiderseits von Asiago wurden artilleristische stark vorbereitete Vorstöße der Feinde teils durch Feuer, teils im Gegertstoß zurückgeschlagen. Ebenso scheiterte im Brentatale ein italienischer Angriff.

In Albanien Plänkeleien der Sicherungstruppen.

Der Chef des Generalstabes.

Der bulgarische Generalstab == meldet:-

Sofia, 17. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs­bericht.

Mazedonische Front: Südwestlich der Skumbiquellen

Erkundungstäigkeit mit einem für uns günstigen Ergebnis. Nördlich von Bitolia und an einigen Punkten im Cerna- bogcnkurze beiderseitige Feuerüberfälle. Südlich von Gew- 'ghelj zerstreuten wir eine verstärkte feindliche Jnfanterie-

abteilung. Auf dem Vorgelände westlich von Serres Patrouillengesechte. Oestlich des Wardar schossen nach-Luft- kampf deutsche Flieger zwei feindliche Flugzeuge ab. Ein drittes feindliches Flugzeug wurde von unseren Abwehr­batterien getroffen und fiel brennend hinter unseren Stel­lungen am Wardar nieder.

Th Schlacht im Westen.

Die vergeblichen Gegenangriffe des Feindes.

Berlin, 18. Juli. (WB.) Am 17. Juli erlitt der Feind südlich der Marne bet seinen massierten Gegenangriffen eine schwere blutige Niederlage. Schon am Morgen des 17. lag das ferndliche Feuer auf unseren Stellungen an der Marnefront in - großer Stärke. Es steigerte sich im weiteren Verlauf des Tages 1 i i allem in der Gegend der Straße Jany- Dormans zu größ­ter Heftigkeit, worauf ein starker Angriff mit Einsatz von Pan­zerwagen gegen unsere Linien am St Agnan-Grunde erfolgte. Der Vorstoß des Feindes wurde hier bluttg abgewiesen. Auch nordwestlich Vanreuil scheiterten feindliche Angriffsversuche. Der Mittag und Nachmittag des Tages brachten erneute stark massierte französische Gegenangriffe. Mit großer Wucht griff der Feind im erbitterten Ringen hier an. ohne jedoch einen Ecfclg zu erzielen. Die ttefgegllederten Sturmttuppen, die der Feind immer wieder gegen unsere Stellungen südlich der Marne ohne Rücksicht auf Verluste vortrieb, batten ungeheure Verluste und fluteten nack dem nutzlosen Anlauf, verfolgt von dem deut­schen Feuer, zurück Dasselbe Schicksal erlitten starke feindliche Vorstöße gegen den Chataigniere-Wald sowie nördlich der Marne in der Gegend von Venteuil und gegen den Königswald. Auch hier brachte der Feind ebenso fruchtlose wie hohe Blut­opfer. Während nach wechselvollen Kämpfen an verschiedenen Frontabschnitten alle Angriffe des Feindes zusammenbrachen, vermochten unsere Sturmtruppen einen Bergrücken südlich von Pourcy zu nehmen und dabei zahlreiche Gesänge zu machen und eine Batterie zu erbeuten. Oestlich Reims richtete der Feind lediglich Teilangriffe gegen unsere Stellungen nördlich Verkles sowie nördlich und westlich von Massiges. Sie hatten keinerlei Erfolg. Der l 7 . Juli ist ein besonders schwerer blutiger Tag fiir unsere Gegner, die trotz aller ihrer gewaltigen Anstreng­ungen die gestrige Schlacht verloren haben.

Berlin, 19. Juli. (WB.) Während der Franzose in den ersten beiden Tagen der Kämpfe südlich und nördlich der Marne kämpfend in die bergigen Wälder znrückwich, hatte er am dritten Tage die Kräfte aller bereitstehenden Divi­sionen und Batterien zu wütenden Gegenangriffen zu­sammengefaßt. Mit tief gestaffeltem Feuer suchte er seit Beginn des grauen und schwülen Morgens alle Anmarsch­wege und Schluchten ab. Wütend stampften die Großkalibep das Marnetal entlang. Ilm alle Dörfer, um jedes einzelne Gehöft ballte sich ein Ring von Eisen und Feuer. Was an Dörfern immer für ffanzösiscke Kanonen erreichbar war, erhielt einen Hagel von Gas-, Brisanz- und Brandgranaten. Zum erstenmal rannten die Franzosen bereits am Abend des 16. an, aber die Hauptkraft enffalteten sie im Stoß am Morgen des 17. Hier wollten sie um jeden Preis das Marnetal wieder erzwingen. Die deutschen Angriffsdivisio­nen aber hielten das Erweichte mit Zähigkeit. Seinen Miß­erfolg nmßte der Franzose mit tausenden von blutigen Opfern bezahlen. Nordwärts der Marne, rittlings des Ardrebachtales gelang es sogar noch unseren unermüdlichen Divisionen, ihre Stellringen nach Südosten weiter vorzu- schieben.

Die feindlichen Verluste.

Berlin, 19. Juli. (WV.) Wie außerordentlich schwer durch den neuen Angriff beiderseits Reims die Kampfkräfte un­serer Gegner aufs neue geschwächt wurden, erweisen allein nach­stehende Zahlen der Gefangenen, die unverwundet in deutsche Gefangenschaft fielen. Die 8. französische Division verlor an unoerwundeten Gefangenen 330 Offiziere und 2241 Mann, die 40. französische Division 37 Offiziere und 1586 Mann, die 51. französische Division 56 Offiziere und 1768 Mann, die 124. fran­zösische Division 36 Offiziere und 1291 Mann, die 132. franzö­sische Division 23 Offiziere und 1273 Mann, die 8. italienische Division 77 Offiziere und 3602 Mann. Insgesamt sind bis zum 17. Juli abends durch die deutschen Eefangeuensammelstellen an französischen Gefangenen 326 Offiziere und 13 538 Mann, an italienischen Gefangenen 81 Offiziere und 3855 Mann, an

amerikanischen Gefangenen 8 Offiziere und 224 Mann gegangen, in Summa 410 Offiziere und 17 617 Mann.

Zu dieser schweren Einbuße an Gefangenen kommen noch die ungeheuren Verloste des Feindes an Toten. Verwundeten und Vermißten, die sich infolge der spateren rücksichtslosen mas­sierten Gegenangriffe außerordentlich gesteigert haben.

In,zwischen ist die Zahl der unverwundeten Gefangenen auf übr 2 00 00 gestiegen.

Erfolgreiche Lustkämpfe.

Berlin. 18. Juli. (WV.) In den l-tzten beiden Tagen vermochten deutsche Jagdflieger dem Gegner, der seine Ge­schwader in größter Stärke aus französischen, amerikanischen und englischen Verbänden zusammensetzte, äußerst schwere Verluste zuzufügen. Der Gegner wurde stets unter empfindlichen Ver­lusten zurückgeworfen und verlor an den Leiden Tagen 63 Flug­zeuge im Luftkampf, während die deutschen Verluste mit 13 Flugzeugen in Anbetracht der dauernden Luftschlachten erfreu­lich gering sind.

Eine englische Schlachtschildepung.

Rotterdam, 18. Juli. Reuters Sonderberichterstatter im französischen Heere meldet vom 17. Juli vormittags 11 Uhr: Oestlich von Reims setzten die deutschen Kriegsvorbe. reitungen mit sorgfältigem Knalleffekt ein. Zehn Minuten nach Mitternacht sprachen alle deutschen Kanonen gleichzei­tig. Die Bürger von Chalons wurden durch das Krepieren einer 16 Zentimeter-Granate im Hetzen ihrer Stadt ans dem Schlafe geweckt. Die Straßen waren durch das Anf- blitzen der Geschütze erleuchtet. In den französischen Linien war alles bereit. Die französischen Kanonen antworteten fast gleichzeitig, obwohl alle Wege und Dörfer sowie Kom­mandostellen vom deutschen Feuer bestricken wurden. Mit Tagesanbruch brach die deutsche Infanterie ans den Lauf­gräben hervor. General Gourand vertraute vor allem auf seine Maschinengewehrposten. Der Mut dieser Leute war fabelhaft. Auf dem Hügel von Moronvillers hielten üe die Deutschen zwei Stunden zurück. Diese Männer bezahlten ihren Mut größtenteils mit ihrem Leben.

Die deutsche Neberlegenheit.

Der Schweizer Militärschriftsteller Oberst Egli schreibt in eineni Artikel über seinen Besuch an der deutschen Front: Seit August 1914 kämpfen die Deutschen im Westen und Osten gegen Nebermacht. Nur nach und nach ist es ihnen durch ihre überlegene Führung und die Güte ihrer Trup­pen gelungen, den Hauptgegner im Osten zum Frieden zu zwingen, um mm im vierten Kriegsjahr auch die Gegner im Westen angreifen zu können, die ihnen auch heute noch an Anzahl der Kämpfer und Kampfmittel zum mindesten ebenbürtig sind, die aber weder die deutschen Generale noch die deutschen Offiziere und Unteroffiziere besitzen. Nach meiner Ueberzengnng sind in diesem Punkte die Dentschn allen ihren Gegnern voraus. Das ist das Geheimnis ihrer gewaltigen militärischen Erfolge.

16 000 Tonnen nerlenlrt.

Berlin, 18. Juli. (WB. Amtlich.) Aus stark gesicherte-., Geleitzügen versenkten unsere Unterseeboote im Mittelmeer vier Dampfer von rund 16 000 Bruttoregistertonnen. Ein Dampfer von mindestens 6000 Bruttoregistertonnen wurde durch Torpedoschnß schwer beschädigt, konnte aber noch in den nahen Hafen einlaufen. Außerdem wurden vier kleine Segler versenkt.

Der Chef des AdmiralstabeS der Marine.

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Der Brennpunkt des Krieges zur See liegt an der eng­lischen Küste und ans den Zufahrtsstraßen an dem groß­britannischen Jnselreich. Daraus erklärt sich, daß in d<m> Sperrgebieten immer noch genügend Schiffe verkehren, die aus überseeischen Linien herausgenommen siird. Unser HilfskreuzerWolf" hatte in den australischen Gewässern die Wahrnehmung gemacht, daß der dortige Verkehr zu- meist mit Küstendanrpsern oder alten Segelschiffen bewerk­stelligt wird, weil die besten Ozeanschisfe zum europäischM Verkehr herausgezogen sind. Die australische Zeitung Sun" schrieb kürzlich über das Mer der in den dortigen Gewässern verkehrenden Schiffe, einige der letzten nach